[0001] Die Erfindung betrifft einen Umluftsichter entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Ein Umluftsichter der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art ist beispielsweise
durch die DE-B- 19 11 417 bekannt. Das mit dem Streuteller gemeinsam rotierende Gegenflügelsystem
ist hierbei im Luftstrom oberhalb des Streutellers angeordnet. Es soll dazu dienen,
im Luftstrom oberhalb des Streutellers noch vorhandenes Grobgut auszuscheiden bzw.
abzuweisen.
[0003] Es ist weiterhin ein Windsichter mit innenliegendem Ventilator bekannt (DE-C- 11
04 800), bei dem im eigentlichen Sichtraum, d.h. im äußeren Umfangsbereich des Streutellers
und nur wenig höher als dieser, ein Sichtrad-Zentrifugalsystem mit gesondertem Antrieb
vorgesehen ist.
[0004] Zum Stand der Technik gehören weiterhin Korbsichter und Jalousiesichter (Ullmann's
Enzyklopädie der Technischen Chemie, Band 2, S.67/68), bei denen der mit dem Sichtgut
beladene Luftstrom einen von Stäben bzw. einer Jalousie gebildeten rotierenden Korb
von außen nach innen durchsetzt, wobei das Grobgut teils durch Abprall, teils durch
Fliehkraft nach außen abgewiesen wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Umluftsichter der im Oberbegriff
des Anspruches 1 vorausgesetzten Art so auszubilden, daß sich eine höhere Trennschärfe
ergibt (daß somit der im Feingut enthaltene Anteil von Grobgut weiter verringert wird).
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst.
[0007] Durch den oberhalb des Streutellers im Luftstrom angeordneten Abweiserrotor wird
eine merkliche Verringerung des im Fertiggut (Feingut) enthaltenen Grobgutanteiles
und damit eine hohe Trennschärfe erreicht. Bei dem erfindungsgemäßen Umluftsichter
erfolgt eine erste Vorsichtung in dem den Streuteller umgebenden Bereich des Sichtraumes.
Eine für die Erzielung einer hohen Trennschärfe und der gewünschten Fertiggutfeinheit
wesentliche Nachsichtung erfolgt dann im Bereich des Abweiserrotors.
[0008] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist unterhalb des Streutellers
ein Gegenflügelsystem angeordnet. Es beeinflußt vor allem die Dispergierung des Sichtgutes
und seine Verteilung im Sichtraum. Etwa vorhandene Agglomerate im Sichtgut werden
durch das Gegenflügelsystem noch vor dem eigentlichen Sichtvorgang aufgelöst.
[0009] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind für den Abweiserrotor einerseits
und den Streuteller sowie das Gegenflügelsystem andererseits gesondert einstellbare
Antriebe vorgesehen. Auf diese Weise kann man einerseits auf den
Dispergier- vorgang und andererseits auf den Trenn- und Klassiervorgang gezielt einwirken
und eine besonders trennscharfe Sichtung erreichen.
[0010] Der den Umluftstrom erzeugende Ventilator ist mit einem weiteren, gesonderten Antrieb
verbunden. Hierdurch kann man auf den Luftstrom und damit auf die Fertiggutfeinheit
und den Fertiggutmassenstrom Einfluß nehmen.
[0011] Insgesamt zeichnet sich der erfindungsgemäße Umluftsichter durch eine im Vergleich
zu den bekannten Ausführungen höhere Trennschärfe, d.h. durch einen steileren Kornlinienverlauf
im Körnungsnetz aus.
[0012] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht.
[0014] Der dargestellte Umluftsichter enthält ein Sichtergehäuse 1, in dem ein angetriebener
Sichtgut-Streuteller 2 vorgesehen ist, der zusammen mit einem dicht unterhalb des
Streutellers 2 angeordneten Gegenflügelsystem 3 über eine Welle 4 angetrieben wird.
[0015] Das Sichtgut wird über eine pneumatische Förderrinne 5 dem Streuteller 2 aufgegeben.
[0016] Oberhalb des Streutellers 2 ist ein Abweiserrotor 6 angeordnet, der in der Zeichnung
in zwei Varianten (jeweils in einem Halbschnitt) dargestellt ist. Der Abweiserrotor
6 wird über eine Hohlwelle 7 und ein Getriebe 9 von einem Motor 8 angetrieben. In
der Hohlwelle 7 ist die innere Welle 4 angeordnet, die von einem Motor 10 mit Aufsteckgetriebe
angetrieben wird und die an ihrem unteren Ende in einem durch Streben 11 abgestützten
Pendellager 12 gelagert ist.
[0017] Der Abweiserrotor 6 ist bei der in dem linken Halbschnitt dargestellten Variante
korbförmig ausgebildet. Der untere Teil 6a des Abweiserrotors 6 ist als geschlossener,
kegelstumpfförmiger Strömungskörper ausgebildet. Die Umfangswand des oberen Teiles
6b des Abweiserrotors 6 wird durch einzelne Stäbe oder durch zweckmäßig verstellbare,
flügelartige Leitbleche gebildet, die zwischen sich Öffnungen zum Durchtritt des mit
Feingut beladenen Umluftstromes frei lassen.
[0018] Die Umfangswand des oberen Teiles 6b des Abweiserrotors 6 bildet mit der Vertikalen
einen kleineren Winkel als die Umfangswand des unteren Teiles 6a. Der Abweiserrotor
6 ist im übrigen so im Sichtraum 1 angeordnet, daß der obere Teil 6b dicht an der
etwas eingezogenen Wand 1a des Sichtergehäuses 1 läuft, so daß der den Sichtraum von
unten nach oben durchsetzende Luftstrom genötigt ist, die im oberen Teil 6b des Abweiserrotors
6 vorgesehenen öffnungen zu durchsetzen.
[0019] Der untere Bereich des Sichtergehäuses 1 ist als Trichter 1b ausgestaltet. Dieser
Trichter 1b ist durch eine einzige Jalousiereihe 13 unterbrochen.
[0020] Außerhalb des Sichtergehäuses 1, und zwar vorzugsweise gleichmäßig um das Sichtergehäuse
1 verteilt, sind eine Anzahl von Zyklonen 14 angeordnet, die zur Abscheidung des Feingutes
dienen. Diese Zyklone 14 sind über ihren Anschlußstutzen 15 mit Anschlußöffnungen
16 im oberen Bereich des Sichtergehäuses 1 verbunden. Die Tauchrohre 17 der Zyklone
14 sind zu einem gemeinsamen Ventilator 18 geführt, dessen Druckstutzen 19 über eine
im unteren Bereich des Sichtergehäuses vorgesehene Anschlußöffnung 20 in einen Ringraum
21 mündet, der die Jalousie 13 umgibt. Die zur Abführung des Feingutes dienenden Abscheidetrichter
der Zyklone 14 sind mit 22 bezeichnet.
[0021] Die Funktion des in der Zeichnung dargestellten Umluftsichters ist damit wie folgt:
Das Sichtgut (Pfeil 23) wird über die pneumatische Förderrinne 5 dem rotierenden Streuteller
2 aufgegeben und von diesem Streuteller in den Sichtraum 24 eingetragen. Die Verteilung
des Sichtgutes im Sichtraum 24 wird hierbei durch das Gegenflügelsystem 3 unterstützt,
das insbesondere Gutagglo- merationen auflöst.
[0022] Der vom Ventilator 18 erzeugte Umluftstrom durchsetzt den Sichtraum 24 von unten
nach oben (Pfeile 25). Dabei wird im Sichtraum 24 der größte Teil des Grobgutes ausgeschieden.
Das Grobgut verläßt das Sichtergehäuse 1 über den Trichter 1b (Pfeil 26).
[0023] Im Bereich des Abweiserrotors 6 erfolgt eine weitere Nachsichtung, die für die Erzielung
einer hohen Trennschärfe besonders wesentlich ist: In dem mit Feingut beladenen Luftstrom
etwa noch vorhandene Grobgutteilchen werden beim Durchsetzen des Abweiserrotors 6
durch Prall- und Zentrifugalwirkung zurückgewiesen und werden damit gleichfalls über
den Grobgut-Trichter 1b ausgeschieden.
[0024] Der mit dem Feingut beladene Luftstrom gelangt sodann in die Zyklone 14, wo das Feingut
abgeschieden wird (Austrag des Feingutes gemäß Pfeil 27). Der vom Feingut befreite
Umluftstrom wird durch den Ventilator 18 und die Jalousiereihe 13 wieder dem Sichtraum
24 im Sichtergehäuse 1 zugeführt.
[0025] Eine weitere Variante des Abweiserrotors ist in der Zeichnung in dem rechten Halbschnitt
veranschaulicht. Dieser Abweiserrotor 6' weist einen geschlossenen ebenen Boden 6'a
auf. Am Umfang ist er gleichfalls mit einer Anzahl von öffnungen versehen, die durch
flügelartige Leitbleche 6'b begrenzt werden und zum Durchtritt des mit Feingut beladenen
Umluftstromes dienen. Diese Variante des Abweiserrotors eignet sich wegen der geringen
Bauhöhe des Abweiserrotors vor allem für Umbauten bestehender Anlagen.
1. Umluftsichter, enthaltend
a) ein Sichtergehäuse (1) mit einem angetriebenen Sichtgut-Streuteller (2), einer
Einrichtung (5) zur Aufgabe des Sichtgutes auf den Streuteller (2), einem Trichter
(1b) zur Abführung des Grobgutes, wenigstens einer im unteren Bereich des Sichtergehäuses
(1) vorgesehenen Anschlußöffnung (20) zur Zuführung eines Umluftstromes sowie mit
wenigstens einer im oberen Bereich des Sichtergehäuses (1) vorgesehenen Anschlußöffnung
(16) zur Abführung des mit Feingut beladenen Umluftstromes,
b) wenigstens einen außerhalb des Sichtergehäuses (1) angeordneten und mit der Anschlußöffnung
(16) zur Abführung des mit Feingut beladenen Umluftstromes verbundenen Zyklon (14)
zur Abscheidung des Feingutes,
c) einen zwischen dem Zyklon (14) und der Anschlußöffnung (20) zur Zuführung des Umluftstromes
außerhalb des Sichtergehäuses (1) angeordneten Ventilator (18),
dadurch gekennzeichnet, daß
d) oberhalb des Streutellers (2) ein Abweiserrotor (6) derart angeordnet ist, daß
der gesamte mit Feingut beladene Luftstrom diesen Abweiserrotor (6) durchsetzt.
2. Umluftsichter nach Anspruch 1, enthaltend ein angetriebenes Gegenflügelsystem,
dadurch gekennzeichnet, daß das Gegenflügelsystem (3) unterhalb des Streutellers (2)
angeordnet ist.
3. Umluftsichter nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß für den
Abweiserrotor (6) einerseits und den Streuteller (2) sowie das Gegenflügelsystem (3)
andererseits gesondert einstellbare Antriebe vorgesehen sind.
4. Umluftsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abweiserrotor (6)
korbförmig ausgebildet ist und eine Anzahl von gleichmäßig über seinen Umfang verteilten
öffnungen zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes aufweist.
5. Umluftsichter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil (6a)
des Abweiserrotors (6) als geschlossener kegelstumpfförmiger Strömungskörper ausgebildet
ist, während die Umfangswand des oberen Teiles (6b) des Abweiserrotors durch einzelne
Stäbe oder Leitbleche gebildet wird, die zwischen sich die öffnungen zum Durchtritt
des mit Feingut beladenen Umluftstromes frei lassen.
6. Umluftsichter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangswand des oberen
Teiles (6b) des Abweiserrotors (6) einen kleineren Winkel mit der Vertikalen als die
Umfangswand des unteren Teiles (6a) bildet.
7. Umluftsichter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die flügelartigen Leitbleche
des Abweiserrotors (6) einstellbar sind.
8. Umluftsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abweiserrotor (6')
einen geschlossenen ebenen Boden (6'a) und am Umfang eine Anzahl von durch flügelartige
Leitbleche (6'b) begrenzten öffnungen zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes
aufweist.
9. Umluftsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Trichter (1b) zur
Abführung des Grobgutes durch eine einzige Jalousiereihe (13) zum Eintritt des Umluftstromes
unterbrochen ist.