(19)
(11) EP 0 155 457 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.09.1985  Patentblatt  1985/39

(21) Anmeldenummer: 85100662.7

(22) Anmeldetag:  23.01.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B07B 7/083, B07B 9/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT

(30) Priorität: 21.03.1984 DE 3410363

(71) Anmelder: KRUPP POLYSIUS AG
D-59269 Beckum (DE)

(72) Erfinder:
  • Knobloch, Osbert, Dipl.-Ing.
    D-4840 Rheda-Wiedenbrück (DE)
  • Müller, Manfred Wilhelm, Dipl.-Ing.
    D-4722 Ennigerloh (DE)

(74) Vertreter: Tetzner, Volkmar, Dr.-Ing. Dr. jur. 
Van-Gogh-Strasse 3
81479 München
81479 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Umluftsichter


    (57) Die Erfindung betrifft einen Umluftsichter, bei dem oberhalb des Streutellers ein Abweiserrotor angeordnet ist, bei dem das Gegenflügelsystem unterhalb des Streutellers vorgesehen ist und bei dem für den Abweiserrotor einerseits und den Streuteller sowie das Gegenflügelsystem andererseits gesondert einstellbare Antriebe vorhanden sind. Ein derartiger Umluftsichter zeichnet sich durch eine besonders hohe Trennschärfe aus.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Umluftsichter entsprechend dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Ein Umluftsichter der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art ist beispielsweise durch die DE-B- 19 11 417 bekannt. Das mit dem Streuteller gemeinsam rotierende Gegenflügelsystem ist hierbei im Luftstrom oberhalb des Streutellers angeordnet. Es soll dazu dienen, im Luftstrom oberhalb des Streutellers noch vorhandenes Grobgut auszuscheiden bzw. abzuweisen.

    [0003] Es ist weiterhin ein Windsichter mit innenliegendem Ventilator bekannt (DE-C- 11 04 800), bei dem im eigentlichen Sichtraum, d.h. im äußeren Umfangsbereich des Streutellers und nur wenig höher als dieser, ein Sichtrad-Zentrifugalsystem mit gesondertem Antrieb vorgesehen ist.

    [0004] Zum Stand der Technik gehören weiterhin Korbsichter und Jalousiesichter (Ullmann's Enzyklopädie der Technischen Chemie, Band 2, S.67/68), bei denen der mit dem Sichtgut beladene Luftstrom einen von Stäben bzw. einer Jalousie gebildeten rotierenden Korb von außen nach innen durchsetzt, wobei das Grobgut teils durch Abprall, teils durch Fliehkraft nach außen abgewiesen wird.

    [0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Umluftsichter der im Oberbegriff des Anspruches 1 vorausgesetzten Art so auszubilden, daß sich eine höhere Trennschärfe ergibt (daß somit der im Feingut enthaltene Anteil von Grobgut weiter verringert wird).

    [0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches 1 gelöst.

    [0007] Durch den oberhalb des Streutellers im Luftstrom angeordneten Abweiserrotor wird eine merkliche Verringerung des im Fertiggut (Feingut) enthaltenen Grobgutanteiles und damit eine hohe Trennschärfe erreicht. Bei dem erfindungsgemäßen Umluftsichter erfolgt eine erste Vorsichtung in dem den Streuteller umgebenden Bereich des Sichtraumes. Eine für die Erzielung einer hohen Trennschärfe und der gewünschten Fertiggutfeinheit wesentliche Nachsichtung erfolgt dann im Bereich des Abweiserrotors.

    [0008] Gemäß einer zweckmäßigen Ausgestaltung der Erfindung ist unterhalb des Streutellers ein Gegenflügelsystem angeordnet. Es beeinflußt vor allem die Dispergierung des Sichtgutes und seine Verteilung im Sichtraum. Etwa vorhandene Agglomerate im Sichtgut werden durch das Gegenflügelsystem noch vor dem eigentlichen Sichtvorgang aufgelöst.

    [0009] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung sind für den Abweiserrotor einerseits und den Streuteller sowie das Gegenflügelsystem andererseits gesondert einstellbare Antriebe vorgesehen. Auf diese Weise kann man einerseits auf den Dispergier- vorgang und andererseits auf den Trenn- und Klassiervorgang gezielt einwirken und eine besonders trennscharfe Sichtung erreichen.

    [0010] Der den Umluftstrom erzeugende Ventilator ist mit einem weiteren, gesonderten Antrieb verbunden. Hierdurch kann man auf den Luftstrom und damit auf die Fertiggutfeinheit und den Fertiggutmassenstrom Einfluß nehmen.

    [0011] Insgesamt zeichnet sich der erfindungsgemäße Umluftsichter durch eine im Vergleich zu den bekannten Ausführungen höhere Trennschärfe, d.h. durch einen steileren Kornlinienverlauf im Körnungsnetz aus.

    [0012] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

    [0013] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht.

    [0014] Der dargestellte Umluftsichter enthält ein Sichtergehäuse 1, in dem ein angetriebener Sichtgut-Streuteller 2 vorgesehen ist, der zusammen mit einem dicht unterhalb des Streutellers 2 angeordneten Gegenflügelsystem 3 über eine Welle 4 angetrieben wird.

    [0015] Das Sichtgut wird über eine pneumatische Förderrinne 5 dem Streuteller 2 aufgegeben.

    [0016] Oberhalb des Streutellers 2 ist ein Abweiserrotor 6 angeordnet, der in der Zeichnung in zwei Varianten (jeweils in einem Halbschnitt) dargestellt ist. Der Abweiserrotor 6 wird über eine Hohlwelle 7 und ein Getriebe 9 von einem Motor 8 angetrieben. In der Hohlwelle 7 ist die innere Welle 4 angeordnet, die von einem Motor 10 mit Aufsteckgetriebe angetrieben wird und die an ihrem unteren Ende in einem durch Streben 11 abgestützten Pendellager 12 gelagert ist.

    [0017] Der Abweiserrotor 6 ist bei der in dem linken Halbschnitt dargestellten Variante korbförmig ausgebildet. Der untere Teil 6a des Abweiserrotors 6 ist als geschlossener, kegelstumpfförmiger Strömungskörper ausgebildet. Die Umfangswand des oberen Teiles 6b des Abweiserrotors 6 wird durch einzelne Stäbe oder durch zweckmäßig verstellbare, flügelartige Leitbleche gebildet, die zwischen sich Öffnungen zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes frei lassen.

    [0018] Die Umfangswand des oberen Teiles 6b des Abweiserrotors 6 bildet mit der Vertikalen einen kleineren Winkel als die Umfangswand des unteren Teiles 6a. Der Abweiserrotor 6 ist im übrigen so im Sichtraum 1 angeordnet, daß der obere Teil 6b dicht an der etwas eingezogenen Wand 1a des Sichtergehäuses 1 läuft, so daß der den Sichtraum von unten nach oben durchsetzende Luftstrom genötigt ist, die im oberen Teil 6b des Abweiserrotors 6 vorgesehenen öffnungen zu durchsetzen.

    [0019] Der untere Bereich des Sichtergehäuses 1 ist als Trichter 1b ausgestaltet. Dieser Trichter 1b ist durch eine einzige Jalousiereihe 13 unterbrochen.

    [0020] Außerhalb des Sichtergehäuses 1, und zwar vorzugsweise gleichmäßig um das Sichtergehäuse 1 verteilt, sind eine Anzahl von Zyklonen 14 angeordnet, die zur Abscheidung des Feingutes dienen. Diese Zyklone 14 sind über ihren Anschlußstutzen 15 mit Anschlußöffnungen 16 im oberen Bereich des Sichtergehäuses 1 verbunden. Die Tauchrohre 17 der Zyklone 14 sind zu einem gemeinsamen Ventilator 18 geführt, dessen Druckstutzen 19 über eine im unteren Bereich des Sichtergehäuses vorgesehene Anschlußöffnung 20 in einen Ringraum 21 mündet, der die Jalousie 13 umgibt. Die zur Abführung des Feingutes dienenden Abscheidetrichter der Zyklone 14 sind mit 22 bezeichnet.

    [0021] Die Funktion des in der Zeichnung dargestellten Umluftsichters ist damit wie folgt:

    Das Sichtgut (Pfeil 23) wird über die pneumatische Förderrinne 5 dem rotierenden Streuteller 2 aufgegeben und von diesem Streuteller in den Sichtraum 24 eingetragen. Die Verteilung des Sichtgutes im Sichtraum 24 wird hierbei durch das Gegenflügelsystem 3 unterstützt, das insbesondere Gutagglo- merationen auflöst.



    [0022] Der vom Ventilator 18 erzeugte Umluftstrom durchsetzt den Sichtraum 24 von unten nach oben (Pfeile 25). Dabei wird im Sichtraum 24 der größte Teil des Grobgutes ausgeschieden. Das Grobgut verläßt das Sichtergehäuse 1 über den Trichter 1b (Pfeil 26).

    [0023] Im Bereich des Abweiserrotors 6 erfolgt eine weitere Nachsichtung, die für die Erzielung einer hohen Trennschärfe besonders wesentlich ist: In dem mit Feingut beladenen Luftstrom etwa noch vorhandene Grobgutteilchen werden beim Durchsetzen des Abweiserrotors 6 durch Prall- und Zentrifugalwirkung zurückgewiesen und werden damit gleichfalls über den Grobgut-Trichter 1b ausgeschieden.

    [0024] Der mit dem Feingut beladene Luftstrom gelangt sodann in die Zyklone 14, wo das Feingut abgeschieden wird (Austrag des Feingutes gemäß Pfeil 27). Der vom Feingut befreite Umluftstrom wird durch den Ventilator 18 und die Jalousiereihe 13 wieder dem Sichtraum 24 im Sichtergehäuse 1 zugeführt.

    [0025] Eine weitere Variante des Abweiserrotors ist in der Zeichnung in dem rechten Halbschnitt veranschaulicht. Dieser Abweiserrotor 6' weist einen geschlossenen ebenen Boden 6'a auf. Am Umfang ist er gleichfalls mit einer Anzahl von öffnungen versehen, die durch flügelartige Leitbleche 6'b begrenzt werden und zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes dienen. Diese Variante des Abweiserrotors eignet sich wegen der geringen Bauhöhe des Abweiserrotors vor allem für Umbauten bestehender Anlagen.


    Ansprüche

    1. Umluftsichter, enthaltend

    a) ein Sichtergehäuse (1) mit einem angetriebenen Sichtgut-Streuteller (2), einer Einrichtung (5) zur Aufgabe des Sichtgutes auf den Streuteller (2), einem Trichter (1b) zur Abführung des Grobgutes, wenigstens einer im unteren Bereich des Sichtergehäuses (1) vorgesehenen Anschlußöffnung (20) zur Zuführung eines Umluftstromes sowie mit wenigstens einer im oberen Bereich des Sichtergehäuses (1) vorgesehenen Anschlußöffnung (16) zur Abführung des mit Feingut beladenen Umluftstromes,

    b) wenigstens einen außerhalb des Sichtergehäuses (1) angeordneten und mit der Anschlußöffnung (16) zur Abführung des mit Feingut beladenen Umluftstromes verbundenen Zyklon (14) zur Abscheidung des Feingutes,

    c) einen zwischen dem Zyklon (14) und der Anschlußöffnung (20) zur Zuführung des Umluftstromes außerhalb des Sichtergehäuses (1) angeordneten Ventilator (18),
    dadurch gekennzeichnet, daß

    d) oberhalb des Streutellers (2) ein Abweiserrotor (6) derart angeordnet ist, daß der gesamte mit Feingut beladene Luftstrom diesen Abweiserrotor (6) durchsetzt.


     
    2. Umluftsichter nach Anspruch 1, enthaltend ein angetriebenes Gegenflügelsystem, dadurch gekennzeichnet, daß das Gegenflügelsystem (3) unterhalb des Streutellers (2) angeordnet ist.
     
    3. Umluftsichter nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß für den Abweiserrotor (6) einerseits und den Streuteller (2) sowie das Gegenflügelsystem (3) andererseits gesondert einstellbare Antriebe vorgesehen sind.
     
    4. Umluftsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abweiserrotor (6) korbförmig ausgebildet ist und eine Anzahl von gleichmäßig über seinen Umfang verteilten öffnungen zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes aufweist.
     
    5. Umluftsichter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der untere Teil (6a) des Abweiserrotors (6) als geschlossener kegelstumpfförmiger Strömungskörper ausgebildet ist, während die Umfangswand des oberen Teiles (6b) des Abweiserrotors durch einzelne Stäbe oder Leitbleche gebildet wird, die zwischen sich die öffnungen zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes frei lassen.
     
    6. Umluftsichter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangswand des oberen Teiles (6b) des Abweiserrotors (6) einen kleineren Winkel mit der Vertikalen als die Umfangswand des unteren Teiles (6a) bildet.
     
    7. Umluftsichter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die flügelartigen Leitbleche des Abweiserrotors (6) einstellbar sind.
     
    8. Umluftsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abweiserrotor (6') einen geschlossenen ebenen Boden (6'a) und am Umfang eine Anzahl von durch flügelartige Leitbleche (6'b) begrenzten öffnungen zum Durchtritt des mit Feingut beladenen Umluftstromes aufweist.
     
    9. Umluftsichter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Trichter (1b) zur Abführung des Grobgutes durch eine einzige Jalousiereihe (13) zum Eintritt des Umluftstromes unterbrochen ist.
     




    Zeichnung