(19)
(11) EP 0 157 111 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.10.1985  Patentblatt  1985/41

(21) Anmeldenummer: 85101124.7

(22) Anmeldetag:  04.02.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F41D 10/22, F41F 9/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB LI SE

(30) Priorität: 13.03.1984 DE 3409018

(71) Anmelder: Rheinmetall GmbH
40880 Ratingen (DE)

(72) Erfinder:
  • Pehker, Manfred
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • Zielinski, Erich
    D-5657 Haan 2 (DE)
  • Metz, Josef
    D-4040 Neuss (DE)
  • Bierwirth, Adolf Peter
    D-4044 Kaarst 2 (DE)

(74) Vertreter: Behrens, Ralf Holger (DE) 
Robert Bosch GmbH Zentralabteilung Patente Postfach 30 02 20
D-70442 Stuttgart
D-70442 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Munitionsbehälter einer automatischen Ladeeinrichtung


    (57) Für eine automatische Ladeeinrichtung einer Rohrwaffe soll als miteinander verkettbares Teil eines Bandmagazins ein Munitionsbehälter geschaffen werden, durch den dünnwandige patronierte Munition, bevorzugt Kampfpanzermunition mit verbrennbarer Hülse, bei äußeren Störeinflüssen, beispielsweise Fahrstößen, Vibrationen, etc. ohne Beeinträchtigung tranportiert und einer Ladeschale zugeführt werden kann.
    Der Munitionsbehälter (1) weist eine halbkreisbogenförmig ausgebildete der patronierten Munition (3) angepaßte Schale (2) mit einem im Bereich (4) des Geschoßkopfes (5) kleinen und einem im Bereich (6) des Hülsenbodens (7) vergleichsweise größeren Innendurchmesser auf. In den Bereichen (4), (6) sind auf einer Längsseite die Munition (3) umschließende schwenkbare Halteklammern (9), (10) angeordnet, die jeweilige Öffnungs- und Schließmechanismen (11), (12) enthalten und über ankoppelbare Formschlußmittel 25 miteinander verbindbar sind. Zusammenwirkend mit den Öffnungs- und Schließmechanismen (11, 12) und eines nicht dargestellten Munitionsauswerfers gewährleisten die Formschlußmittel (25) einerseits eine gemeinsame gleichmäßige Öffnung der Halteklammer (9, 10) und einen die Munition schonenden Entladevorgang sowie andererseits einen voneinander unabhängigen Rückhub der Halteklammern (9, 10), so daß dünnwandige patronierte Munition (3) radial spielfrei in einer selbsthemmenden Sicherstellung im Munitionsbehälter (1) bei äußeren Störeinflüssen haltbar ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft Munitionsbehälter einer automatischen Ladeeinrichtung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Aus der DE-OS 30 46 642 ist ein Bandmagazin einer automatischen Ladeeinrichtung bekannt, welches in Flachbauweise in dem Turm eines Kampfpanzers angeordnet ist, um raumsparend eine möglichst große Anzahl von Patronen, ggfs. in verschiedenen Munitionsarten, in unmittelbarer Waffennähe bereitzuhalten und eine zeitsparende Patronenzuführung zu gewährleisten. Das Bandmagazin fördert dabei die Patronen in Förderschalen quer zur Patronenlängsachse bis zu einer Umlenkstelle, aus der sie über einen Umlenkhebel aus dem Magazin herausgedrückt und in ein Laderohr geschoben werden. Die einzelnen Glieder der Förderschalen sind in der Patronenachse drehbar miteinander verbunden und in Umfangsrichtung geführt. Die Förderschalen bilden dabei partielle Munitionsbehälter zur Aufnahme horizontal gelagerter Patronen.

    [0002] Es hat sich jedoch gezeigt, daß derartig aus x-förmigen Förderschalen gebildete Munitionsbehälter nicht in der Lage sind, dünnwandige patronierte Munition, insbesondere Kampfpanzermunition mit verbrennbarer Hülse, bei auftretenden Fahrstößen, Rüttelbewegungen, Vibrationen, Eigenschwingungen und ähnlichen Störeinflüssen gegen Beschädigung oder Zerstörung zu schützen. Derartige Schäden werden vor allem dadurch verursacht, daß bei dem Munitionsbehälter, aufgrund von Herstelltoleranzen, sich zwischen Patrone und Munitionsbehälter ein radiales Spiel nicht vermeiden läßt, insbesondere auch deshalb nicht, weil die Patrone im Bereich ihres Bodens gegenüber ihrem Geschoßkopfbereich unterschiedliche Durchmesser aufweist. Durch unterschiedliche mit Spiel behaftete Toleranzen, einerseits zwischen starren als Behälterwände ausgebildeten Förderschalen und dem Hülsenboden sowie andererseits zwischen den starren Förderschalen und dem Geschoßkopfbereich, wird erfahrungsgemäß aufgrund von überlagerten Rüttelbewegungen, Vibrationen etc. die Beschädigung noch beschleunigt.

    [0003] Demgegenüber ist es Aufgabe der Erfindung, einen Munitionsbehälter für die eingangs genannte automatische Ladeeinrichtung zu schaffen, durch den dünnwandige patronierte Munition, bevorzugt Kampfpanzermunition mit verbrennbarer Hülse, bei äußeren Störeinflüssen wie Fahrstößen, Rüttelbewegungen Vibrationen, etc. ohne Beeinträchtigung transportiert und einer Ladeschale störungsfrei zugeführt werden kann.

    [0004] Gelöst wird diese Aufgabe durch die im Patentanspruch 1 angegebene Erfindung. Die Unteransprüche nennen vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen.

    [0005] Die Erfindung zeichnet sich vorteilhaft dadurch aus, daß die Munitionsbehälter nunmehr in der Lage sind, mehrfach im Durchmesser abgesetzte patronierte Munition stabil in ihrem Gesamtlängenbereich aufzunehmen und unabhängig von vorhandenen Toleranzen an der Munition bzw. an dem Munitionsbehälter durch mehrfach am Munitionsbehälter angeordnete schwenkbare Halteklammern in Bevorratungsposition bewegungsfrei zu befestigen. Als besonders vorteilhaft zeichnet sich eine Anordnung jeweils einer Halteklammer in den Bereichen des Hülsenbodens und des Ge'schoßkopfes der patronierten Munition am Munitionsbehälter dadurch aus, daß die patronierte Munition entsprechend ihrer Massenverteilung sicher und radial spielfrei in der Bevorratungsposition gehalten werden kann, wobei die Halteklammern durch eine Vorspannmittel enthaltende Schließmechanik eines Öffnungs- und Schließmechanismus separat den vorhandenen Durchmessern der patronierten Munition in den Haltebereichen am Geschoßkopf und am Hülsenboden individuell folgen kann, wodurch dünnwandige patronierte Munition, insbesondere Kampfpanzermunition mit verbrennbarer Hülse, auch bei extremen in radialer Richtung auftretenden Störeinflüssen sicher radial bewegungsfrei im Munitionsbehälter haltbar ist.

    [0006] Durch eine einseitige Anordnung der Halteklammern auf der gleichen Längsseite des Muntionsbehälters und durch die Ankupplungsmöglichkeit der Öffnungs- und Schließmechanismen beider Halteklammern während des Öffnungshubes, sind beide Halteklammern gleichzeitig und gleichmäßig aus der die patronierte Munition umschließenden Halteposition in eine die patronierte Munition freigebende Öffnungsposition über nur einen externen Öffnungsmechanismus schwenkbar.

    [0007] In vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung enthält jeder Öffnungs- und Schließmechanismus einen Hubhebel, der an einem Ende drehbeweglich mit der Halteklammer verbunden ist und an dem anderen Ende eine Bohrung zur Aufnahme eines an einer Antriebswelle des Öffnungs- und Schließmechanismus angeordneten Exzenters enthält. Dadurch, daß zwischen dem Exzenter und dem Hubhebel eine in Schließrichtung durch drehmomenterzeugende Vorspannmittel unter Vorspannung stehende selbsthemmende Sicherstellung besteht, wird jede Halteklammer in geschlossener Stellung sicher gehalten.

    [0008] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung enthalten die einander zugekehrten Enden der Antriebswellen ankoppelbare Formschlußmittel, wobei das auf einer Antriebs-welle angeordnete Formschlußmittel als automatisch antreibbarer Öffnerhebel und das auf der anderen Antriebswelle befindliche Formschlußmittel als ein mit einem Absatz versehener Mitnehmer ausgebildet ist und der Öffnerhebel sowie der Ansatz des Mitnehmers derartig zueinander angeordnet sind, daß nur während des Öffnungsvorganges der Halteklammern der Mitnehmer in Schleppstellung mit dem Öffnungshebel verbunden ist, wodurch die Halteklammern unabhängig voneinander ihre Schließpositionen einnehmen können, jedoch eine gemeinsame Öffnung zulassen.

    [0009] Dadurch, daß zur Grundeinstellung des Öffnerhebels und des Mitnehmers der Hubhebel jeweils über eine Feineinstelleinrichtung mit der Halteklammer verbunden ist, ist eine einfache Feineinstellung der Halteklammern gegeneinander in Halteposition der patronierten Munition durchführbar. Zweckmäßig besteht die Feineinstelleinrichtung aus einem in der Halteklammer geführten und im Führungsbereich des Hubhebels als Exzenter ausgebildeten Bolzen.

    [0010] Die patronierte Munition ist während des Öffnungsvorganges der Halteklammern aus den Munitionsbehältern durch die Anordnung eines im Funktionsbereich der Halteklammern auf der Antriebswelle angeordneten Munitionsauswerfers vorteilhaft gleichmäßig und schonend parallel zur Munitionsbehälterachse ausstoßbar.

    [0011] Dadurch, daß die Hüllenform des Munitionsbehälters im Bereich des Hülsenbodens derartig ausgebildet ist, daß bei einem waagerecht umlaufenden Bandmagazin die Halteklammern stets außenseitig entweder oberseitig oder unterseitig an dem Munitionsbehälter angeordnet sind, ist vorteilhaft waagerecht gelagerte patronierte Munition an dem hinteren Wendepunkt des Magazins bei geöffneten Halteklammern schräg von oben her aufnehmbar und an dem vorderen Wendepunkt ebenfalls bei geöffneten Halteklammern schräg nach unten hinausstoßbar.

    [0012] Durch diese zweckmäßige Anordnung und raumsparende Wirkungsweise der Halteklammern, aber auch nicht zuletzt dadurch, daß die mechanischen Vorspannmittel aus um die Antriebswellen gewundenen Biegefedern bestehen, entstehen in ihren äußeren Bauformen kleine kompakte Munitionsbehälter, die. als verkettbare Transportglieder ein endloses Bandmagazin mit besonders kleinem Raumbedarf bilden.

    [0013] Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen unterweitgehendem Verzicht auf erfindungsunwesentliche Einzelheiten dargestellten Ausführungsbeispieles des näheren erläutert.

    [0014] Es zeigt:

    [0015] 

    Fig. 1 eine Längsansicht des Munitionsbehälters mit den Öffnungs- und Schließmechanismen von zwei Halteklammern;

    Fig. 2 in einer Draufsicht II der Fig. 1 den Munitionsbehälter mit einer darin befindlichen und von den Halteklammern gehaltenen patronierten Munition;

    Fig. 3 in einem Querschnitt entlang der in Fig. 1 mit III-III gekennzeichneten Fläche das Profil der Hüllenform des Munitionsbehälters im Bereich des Hülsenbodens mit Befestigungsanordnung einer Halteklammer;

    Fig. 4 in einem Querschnitt entlang der in Fig. 1 mit IV-IV gekennzeichneten Fläche die Befestigung der um eine Antriebswelle geuundenen Biegefeder in einem den Hülsenboden der patronierten Munition entsprechenden Bereich des Munitionsbehälters;

    Fig. 5 in einem Querschnitt entlang der in Fig. 1 mit V-V gekennzeichneten Fläche eine im Durchmesser reduzierte Halbschalenform in einem dem Geschoßkopf der Munition zugeordneten Behälterbereich mit Anordnung eines auf verschiedenen Antriebswellen befestigten Öffnerhebels und eines Mitnehmers der Halteklammern;

    Fig. 6 in einem Querschnitt entlang der in Fig. 1 mit VI-VI gekennzeichneten Fläche eine Halteklammer in geschlossener Halteposition und einen dabei zurückgezogenen und auf der Antriebswelle befestigten Munitionsauswerfer;

    Fig. 7 in einem Querschnitt entlang der in Fig. 1 mit VII-VII gekennzeichneten Fläche die Anordnung einer im Bereich des Geschoßkopfes der patronierten Munition befestigten Halteklammer;

    Fig. 8 in einem Querschnitt entlang der in Fig. 1 mit VIII-VIII gekennzeichneten Fläche die Befestigung der um eine Antriebswelle gewundenen Biegefeder in einem dem Geschoßkopf der patronierten Munition entsprechenden Bereich des Munitionsbehälters;

    Fig. 9 in einer in Fig. 1 mit IX gekennzeichneten Seitenansicht den Munitionsbehälter von der linken Seite;

    Fig. 10 in einer in Fig. 1 mit X gekennzeichneten Seitenansicht den Munitionsbehälter von der rechten Seite;

    Fig. 11 in einer entlang der in Fig. 9 mit XI-XI gekennzeichneten Fläche einen Querschnitt durch eine Feineinstelleinrichtung;

    Fig. 12 in einer in Fig. 5 gekennzeichneten Ansicht XII den Öffnerhebel und den Mitnehmer in einer für beide Halteklammern bei dem Öffnungsvorgang vorhandenen Schleppstellung;

    Fig. 13 in einer vergrößerten ausschnittsweisen Darstellung der Fig. 3 die Halteklammer in einer durch den Öffnungs- und Schließmechanismus verriegelten Halteposition;

    Fig. 14 entsprechend Fig. 13 die Halteklammer in einer durch den Öffnungs- und Schließmechanismus geöffneten Be- und Entladeposition;

    Fig. 15 in einer Schnittdarstellung die Seitenansicht miteinander verbundener Munitionsbehälter als Teile eines Bandmagazins.



    [0016] In den Figuren 1 und 2 ist der gesamte Munitionsbehälter 1 als Teil eines in Fig. 15 dargestellten Bandmagazins 35 einer nicht näher dargestellten automatischen Ladeeinrichtung für Rohrwaffen dargestellt. Der Munitionsbehälter 1 enthält nach den Figuren 3 bis 8 eine im Querschnitt halbkreisbogenförmig ausgebildete Schale 2, deren Innendurchmesser zur gleichmäßigen Aufnahme dünnwandiger patronierter Munition 3, vorzugsweise Kampfpanzermunition mit verbrennbarer Hülse, mehrfach abgesetzt ist. Die Abstützung der patronierten Munition 3 erfolgt einmal im Bereich 4 des Geschoßkopfes 5 und im Bereich 6 des Hülsenbodens 7. Entsprechend den unterschiedlichen Durchmessern des Geschoßkopfes 5 und des Hülsenbodens 7 ist der Innendurchmesser d1 der Förderschale 2 im Bereich 4 kleiner als der Innendurchmesser d2 im Bereich 6 ausgeführt. Zur Gewährleistung einer hohen Stabilität ist der Munitionsbehälter 1 im Aufnahmebereich 4 des vergleichsweise schweren Geschoßkopfes 5 im Außenbereich mit Verstärkungsrippen 42 versehen. Damit die Auflage der Munition 3 in den Bereichen des stabilen Hülsenbodens 7 und des Geschoßkopfes 5 erfolgen kann, ist in einer nicht dargestellten Weise der Munitionsbehälter 1 im Bereich einer verbrennbaren Treibladungshülse 41 hinterdreht ausgeführt. Auf beiden Stirnseiten 43, 44 enthält der Munitions behälter 1, als axiale Begrenzung der Munition 3, Stirnwände 45, 46, wobei die Stirnwand 45 als Losflansch über Schraubverbindungen nach der Lochbildanordnung-der Figur 10 und die Stirnwand 46 einstückig mit dem Munitionsbehälter 1 verbunden sind.

    [0017] Der Munitionsbehälter 1 ist in den Bereichen 4, 6 auf der gleichen Längsseite 8 mit zwei die patronierte Munition 3 in Umfangsrichtung teilweise umschließenden schwenkbaren Halteklammern 9, 10 ausgestattet. Die Halteklammer 9 ist dabei durch einen Öffnungs- und Schließmechanismus 12 um eine am Behälter 1 befestigte starre Achse 47 schwenkbar angeordnet, während die Halteklammer 10 durch einen Öffnungs- und Schließmechanismus 11 um eine am Behälter 1 befestigte starre Achse 48 schwenkbar angeordnet ist.

    [0018] Der Öffnungs- und Schließmechanismus 11, 12 besteht im wesentlichen aus einem Hubhebel 16, der an einem Ende 17 drehbeweglich mit der Halteklammer 9, 10 verbunden ist und an dem anderen Ende 18 eine Bohrung 19 zur Aufnahme eines an einer Antriebswelle 20, 21 angeordneten Exzenters 22 enthält. Die Antriebswellen 20, 21 sind versetzt zueinander angeordnet und in den Bereichen der Halteklammern 9, 10 am Munitionsbehälter 1 gelagert, wobei die Welle 21 zusätzlich in einem Lager 50 im Bereich 4 gelagert ist.

    [0019] Zum Ausüben einer jeweils individuellen und in den Bereichen 4, 6 voneinander unabhängigen radialen und spielfreien Haltefunktion, enthalten die Antriebswellen 20, 21 jeweils in Schließrichtung 15 drehmomenterzeugende mechanische Vorspannmittel 13, 14, die aus um die Antriebswellen 20, 21 gewundenen Biegefedern 37, 38 bestehen, deren Enden einerseits an einem Stift 39 der Antriebswellen 20, 21 und andererseits an einem am Munitionsbehälter 1 angeordneten Stift 40 befestigt sind.

    [0020] Die einander zugekehrten Enden der Antriebswellen 20, 21 enthalten, gemäß Fig..5, 12, ankoppelbare Formschlußmittel 25, wobei das auf der Antriebswelle 20 angeordnete Formschlußmittel 25 als automatisch antreibbarer Öffnerhebel 26 ausgebildet ist und das auf der Antriebswelle 21 befindliche Formschlußmittel 25 als Mitnehmer 28 einen Ansatz 27 aufweist. Der Ansatz 27 des Mitnehmers 28 und der Öfffnerhebel 26 sind derartig zueinander angeordnet, daß nur während des Öffnungsvorganges der Halteklammern 9, 10 der Mitnehmer 28 in Schleppstellung 29 mit dem Öffnerhebel 26 verbunden ist. Dadurch sind beide Halteklammern 9, 10 über nur einen nicht dargestellten Öffnungsantrieb durch den Öffnerhebel 26 und die jeweiligen Öffnungs- und Schließmechanismen 11, 12 gleichmäßig aus einer die patronierte Munition 3 umschließenden Haltestellung 23 in Öffnungsrichtung 51 (Fig. 13) aufschwenkbar.

    [0021] Nach Ausrasten des Öffnerhebels 26 aus dem externen Öffnungsantrieb gewährleistet der Ansatz 27 des Mitnehmers 28 einen separaten Rückhub der Halteklammern 9, 10 in Schließrichtung 15 (Fig. 14), so daß sich die Halteklammern 9, 10 den jeweilig vorhandenen Munitionsdurchmessern in den Bereichen 4, 6 anpassen können.

    [0022] Wie Fig. 13 verdeutlicht, besteht in geschlossener Stellung 23 der Halteklammer 9, 10 zwischen dem Exzenter 22 und dem Hubhebel 16 eine in Schließrichtung 15 durch die Vorspannmittel 13, 14 unter Vorspannung stehende selbsthemmende Sicherstellung 24. Diese Sicherstellung 24 wird beim Öffnen der Halteklammern durch Drehen der Antriebswellen 20, 21 durch den Öffnerhebel 26 (Fig. 5) in Richtung 52 aufgehoben.

    [0023] Zur Grundeinstellung des Öffnerhebels 26 und des Mitnehmers 28 ist der Hubhebel 16, entsprechend Fig. 11, jeweils über eine Feineinstelleinrichtung 30 mit der Halteklammer 9, 10 verbunden. Die Feineinstelleinrichtung 30 besteht im wesentlichen aus einem in der Halteklammer 9, 10 geführten und im Führungsbereich des Hubhebels 16 als Exzenter 31 ausgebildeten Bolzen 49. Die Feineinstellung kann für jede Halteklammer 9, 10 stirnseitig von außen, auch im eingebauten Zustand des Munitionsbehälters 1,durchgeführt werden.

    [0024] Damit die patronierte Munition schonend und gleichmäßig aus dem Behälter ausgestoßen werden kann, enthält jede Antriebswelle 20, 21 im Funktionsbereich der Halteklammern 9, 10 einen mit dem Hebel 33 ausgestatteten Munitionsauswerfer 32, wie er in Fig. 6 dargestellt ist.

    [0025] Wie Fig. 15 erkennen läßt, bilden die Munitionsbehälter 1 eine endlose Förderkette. Zur Bildung einer besonders flexiblen raumsparenden Kette ist jeder Munitionsbehälter 1 auf beiden Stirnseiten 43, 44 (Fig. 2) an den Tragbolzen 53 der Stirnwände 45, 46 (Fig. 2) mit dem nachfolgenden Munitionsbehälter 1 über Laschen 54 verbunden. Die Hüllenform 34 (Fig. 3) des Munitionsbehälters 1 ist im Bereich 6 (Fig. 2) des Hülsenbodens derartig ausgebildet, daß bei diesem waagerecht umlaufenden und in bekannter Weise angetriebenen sowie geführten Bandmagazin 35 die Halteklammer 9, 10 stets außenseitig entweder oberseitig oder unterseitig an dem Munitionsbehälter 1 angeordnet ist, wodurch waagerecht gelagerte und dünnwandig patronierte Munition 3 an dem hinteren nicht dargestellten Wendepunkt des Bandmagazins 35 bei geöffneter Halteklammer 9, 10 schräg von oben her aufnehmbar und an dem vorderen Wendepunkt 36 ebenfalls bei geöffneter Halteklammer 9, 10 schräg nach unten in eine Ladeschale 55 ausstoßbar ist.

    Bezugszeichenliste



    [0026] 

    1 Munitionsbehälter

    2 Schale

    3 Munition

    4 Bereich

    5 Geschoßkopf

    6 Bereich

    7 Hülsenboden

    8 Längsseite

    9 Halteklammer

    10 Halteklammer

    11 Öffnungs- und Schließmechanismus

    12 Öffnungs- und Schließmechanismus

    13 Vorspannmittel

    14 Vorspannmittel

    15 Schließrichtung

    16 Hubhebel

    17 Ende

    18 Ende

    19 Aufnahmebohrung

    20 Antriebswelle

    21 Antriebswelle

    22 Exzenter

    23 Stellung

    24 Sicherstellung

    25 Formschlußmittel

    26 Öffnerhebel

    27 Ansatz

    28 Mitnehmer

    29 Schleppstellung

    30 Feineinstelleinrichtung

    31 Exzenter

    32 Munitionsauswerfer

    33 Hebel

    34 Hüllenform

    35 Bandmagazin

    36 Wendepunkt

    37 Biegefeder

    38 Biegefeder

    39 Stift

    40 Stift

    41 Hülse

    42 Verstärkungsrippen

    43 Stirnseite

    44 Stirnseite

    45 Stirnwand

    46 Stirnwand

    47 Achse

    48 Achse

    49 Bolzen

    50 Lager

    51 Öffnungsrichtung

    52 Richtung

    53 Tragbolzen

    54 Lasche

    55 Ladeschale

    d1 Innendurchmesser

    d2 Innendurchmesser




    Ansprüche

    1. Munitionsbehälter einer automatischen Ladeeinrichtung für Rohrwaffen, der in Mehrfachanordnung als muldenförmiges Teil eines Bandmagazins weiterzufördernde patronierte Munition bereithält, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    a) der Munitionsbehälter (1) enthält zur Aufnahme der patronierten Munition (3) eine im Querschnitt halbkreisbogenförmig ausgebildete Schale (2), deren Innendurchmesser (d1) im vorderen Bereich (4) des Geschoßkopfes (5) der patronierten Munition (3) kleiner als der im hinteren Bereich (6) der patronierten Munition vom Hülsenboden (7) gebildete Innendurchmesser (d2) ist;

    b) in den Bereichen (4, 6) enthält der Munitionsbehälter (1) auf der gleichen Längsseite (8) jeweils eine die patronierte Munition (3) teilweise umschließende schwenkbare Halteklammer (9, 10);

    c) jede Halteklammer (9,10) ist mit einem beim Öffnungsvorgang miteinander verbundenen Öffnungs- und Schließmechanismus (11,12) ausgestattet, der zum Ausüben einer jeweils individuellen und in den Bereichen (4,6) der patronierten Munition (3) voneinander unabhängigen radial spielfreien Haltefunktion in Schließrichtung (15) drehmomenterzeugende Vorspannmittel (13,14) enthält.


     
    2. Munitionsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß jeder Öffnungs-und Schließmechanismus (11,12) einen Hubhebel (16) enthält, der an einem Ende (17) drehbeweglich mit der Halteklammer (9,10) verbunden ist und an dem anderen Ende (18) eine Bohrung (19) zur Aufnahme eines an einer Antriebswelle (20,21) des Öffnungs- und Schließmechanismus (11,12) angeordneten Exzenters (22) enthält.
     
    3. Munitionsbehälter nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Exzenter (22) und dem Hubhebel (16), in geschlossener Stellung (23) der Halteklammer (9,10),eine in Schließrichtung (15) durch die Vorspannmittel (13, 14) unter Vorspannung stehende selbsthemmende Sicherstellung (24) besteht.
     
    4. Munitionsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    a) die einander zugekehrten Enden der Antriebswellen (20,21) enthalten ankoppelbare Formschlußmittel (25);

    b) das auf der Antriebswelle (20) angeordnete Formschlußmittel (25) ist als automatisch antreibbarer Öffnerhebel 26 und das auf der Antriebswelle 21 befindliche Formschlußmittel 25 als ein mit einem Ansatz 27 versehener Mitnehmer 28 ausgebildet, wobei der Ansatz 27 und der Öffnerhebel 26 derartig zueinander angeordnet sind, daß nur während des Öffnungsvorganges der Halteklammern 9, 10 der Mitnehmer 28 in Schleppstellung 29 mit dem Öffnungshebel 26 verbunden ist.


     
    5. Munitionsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Grundeinstellung des Öffnerhebels (26) und des Mitnehmers (28) der Hubhebel (16) jeweils über eine Feineinstelleinrichtung (30) mit der Halteklammer (9, 10) verbunden ist.
     
    6. Munitionsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Feineinstelleinrichtung (30) aus einem in der Halteklammer (9, 10) geführten und im Führungsbereich des Hubhebels (16) als Exzenter (31) ausgebildeten Bolzen (49) besteht.
     
    7. Munitionsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Antriebswelle (20,21) im Funktionsbereich der Halteklammern (9,10) ein Munitionsauswerfer (32) angeordnet ist, durch dessen Hebel (33) die patronierte Munition (3) während des Öffnungsvorganges der Halteklammern (9,10) gleichmäßig aus dem Munitionsbehälter (1) ausstoßbar ist.
     
    8. Munitionsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Hüllenform (34) des Munitionsbehälters (1) im Bereich (6) des Hülsenbodens (7) derartig ausgebildet ist, daß bei einem waagerecht umlaufenden Bandmagazin (35) die Halteklammer (9,10) stets außenseitig entweder oberseitig oder unterseitig an dem Munitionsbehälter (1) angeordnet ist , wodurch waagerecht gelagerte patronierte Munition (3) an dem hinteren Wendepunkt des Bandmagazins (35) bei geöffneter Halteklammer (9,10) schräg von oben her aufnehmbar und an dem vorderen Wendepunkt (36) ebenfalls bei geöffneter Halteklammer (9,10) schräg nach unten hin ausstoßbar ist.
     
    9. Munitionsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:

    a) die Vorspannkraft der Haltefunktion der Halteklammer (9,10) wird durch mechanische Vorspannmittel (13,14) erzeugt;

    b) die mechanischen Vorspannmittel (13,14) bestehen aus um die Antriebswellen (20,21) gewundenen Biegefedern (37,38) , deren Enden einerseits an einem Stift (39) der Antriebswellen (20,21) und andererseits an einem am Munitionsbehälter (1) angeordneten Stift (40) befestigt sind.


     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht