[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Tuften, insbesondere Rand- bzw. Overtuften,
von textilen Werkstücken, wie Matten, insbesondere textilen Fußbodenbelägen, od.dgl.
mit einem Arbeitstisch und einer diesem zugeordneten, eine Tuftingnadelreihe aufweisenden
Tuftingmaschine.
[0002] Anwendungsgebiet der Erfindung ist das Tuften, insbesondere Overtuften, von kleineren
textilen Fußbodenbelägen, insbesondere Matten, wie sie Bestandteil von "Badezimmer-Garnituren"
bilden. D'ie Matten sind getuftet, und zwar bahnenweise auf Großmaschinen. Aus den
Bahnen werden einzelne runde, ovale oder sonstwie gestaltete Matten ausgestanzt. Diese
werden dann mit einem randseitigen "Overtuft" versehen. Um die Anbringung dieses randseitigen
"Overtufts" geht es speziell hier.
[0003] Die Tuftingtechnik und das Anbringen von randseitigen "Overtufts" sind allgemein
bekannt. Bisher werden hierfür nähmaschinenartig ausgebildete Tuftmaschinen mit jeweils
einer Mehrzahl von in einer Reihe angeordneten Tuftingnadeln eingesetzt, bei denen
das Werkstück (Matte) manuell geführt wird. Hierdurch ergeben sich naturgemäß Ungenauigkeiten,
weil die Bedienungsperson versuchen muß, trotz der hohen Arbeitsgeschwindigkeit, die
heutzutage verlangt wird, die Matte stets exakt zu führen, so daß die Nadelreihe der
Tuftingmaschine sich senkrecht zum Rand der mit einem Overtuft zu versehenden Matte
erstreckt. Eine besondere Schwierigkeit besteht beim manuellen Overtufting noch darin,
daß es sich bei den genannten Matten um relativ dünnwandige, hochflexible, d. h. "lappige"
Werkstücke handelt. Eine exakte Führung dieser Werkstücke wird dadurch zusätzlich
erschwert.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, die ein manuelles Führen des Werkstückes und ein eventuelles
Aufzeichnen der Tuftkontur auf dem Werkstück beim Anbringen eines "Overtufts" entbehrlich
macht.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst.
[0006] Kern der Erfindung ist also die Bewegbarkeit des Werkstückhalters und damit Werkstücks
auf dem Arbeitstisch in zwei sich vorzugsweise senkrecht zueinander erstrekkenden
Richtungen X und Y sowie die Drehbarkeit desselben um eine aufrechte Z-Achse. Auf
diese Weise kann bei entsprechender Programmierung der Bewegungen des Werkstückhalters
in Anpassung an die Randkontur des mit einem Overtuft zu versehenden Werkstücks dieses
der Nadelreihe der Tuftingmaschine stets so zugeordnet werden, daß die Nadelreihe
senkrecht zum Rand des Werkstücks gerichtet ist, im Bereich von bogenförmigen Randabschnitten
also exakt radial dazu.
[0007] Vorzugsweise umfaßt der Werkstückhalter einen oberhalb des Arbeitstisches angeordneten,
von einer angehobenen Stellung auf das Werkstück absenkbaren Stempel mit einer das
Werkstück unter Freilassung des Werkstückrandes abdeckenden Stempelplatte. Die Stempelplatte
ist der geometrischen Gestalt des Werkstücks, z. B. einer Badezimmermatte, angepaßt,
bei ovalen Matten demnach ebenfalls oval, bei kreisförmigen Matten entsprechend kreisförmig.
Wichtig ist nur, daß die Stempelplatte jeweils so bemessen ist, daß das Werkstück
bzw. die Matte möglichst vollflächig abgedeckt ist. Es muß lediglich der Teil des
Werkstücks frei bleiben, der mit dem Overtuft zu versehen ist. Dadurch ist eine ausreichende
faltfreie Führung der "lappigen" Matte möglich. Vorzugsweise liegt der Stempel bzw.
die Stempelplatte nur unter dem Eigengewicht auf dem Werkstück bzw. der Matte auf.
Es ist aber auch denkbar, daß ein gewisser Druck ausgeübt wird abhängig von dem Werkstückmaterial,
insbesondere der zwischen Werkstück und Arbeitstisch wirksamen Reibung. Maßgeblich
ist, daß die mit dem bereits vorhandenen Tuft nach unten zur Tischplatte weisende
Matte keine Relativbewegungen zur Stempelplatte ausführt und damit Falten wirft. Die
Unterseite der Stempelplatte ist zu diesem Zweck vorzugsweise mit einer Beschichtung
hohen Reibungsbeiwertes versehen, beispielsweise mit einer Gummischicht oder Gumminoppenschicht.
[0008] Die Bewegung des Werkstückhalters in X- und Y-Richtung, d. h. zu jedem beliebigen
Punkt auf der Arbeitsfläche des Arbeitstisches, wird konstruktiv vorzugsweise dadurch
erreicht, daß der Werkstückhalter an einer Kreuzführung angeordnet ist, die zwei sich
etwa senkrecht zueinander und parallel zum Arbeitstisch erstreckende Linearführungen
umfaßt, denen jeweils ein Antrieb, z. B. Schrittmotor, zugeordnet ist.
[0009] Grundsätzlich ist es auch möglich, den Werkstückhalter an einem Schlitten bzw. Wagen
zu befestigen, der längs eines sich oberhalb des Arbeitstisches und sich etwa parallel
dazu erstreckenden Kragarmes hin- und herverfahrbar ist, wobei der Kragarm um eine
aufrechte Tragsäule hin- und herschwenkbar gelagert ist. Kragarm und Tragsäule bilden
eine Art Galgen. In diesem Fall ist die eine Bewegungsrichtung des Werkstückhalters
durch die Längserstreckung des Kragarms und die andere Bewegungsrichtung durch die
Schwenkbewegung desselben um die aufrechte Tragsäule definiert. Der Werkstückhalter
ist also auf dem Arbeitstisch nach einem Polarkoordinatensystem verfahrbar, während
er bei dem Ausführungsbeispiel mit einer Kreuzführung nach einem kartesischen Koordinatensystem
bewegbar ist.
[0010] Von ganz wesentlicher Bedeutung ist bei beiden konstruktiven Ausführungsformen jedoch,
daß der Werkstückhalter auch noch um eine aufrechte Z-Achse verdrehbar ist, um die
senkrechte Lage der Tuftingnadelreihe zum Rand des mit einem Overtuft zu versehenen
Werkstücks gewährleisten zu können. Zu diesem Zweck ist der Werkstückhalter drehangetrieben,
vorzugsweise ebenfalls durch einen Schrittmotor. Ganz allgemein sei an dieser Stelle
erwähnt, daß Schrittmotoren sich für eine programmierbare Bewegung ganz besonders
eignen, wobei die Programmierung und die entsprechende hardware nicht Gegenstand dieser
Erfindung sind. Zur programmgesteuerten Bewegung des Werkstückhalters und damit des
Werkstücks ist es jedoch zweckmäßig, auf dem Arbeitstisch zwei im rechten Winkel angeordnete
oder sich in Richtung der gewählten Koordinaten erstreckende Anschlagleisten für das
Werkstück zur Definition der Ausgangs- bzw. Nullposition desselben anzuordnen.
[0011] Schließlich ist noch denkbar, dem Werkstückhalter eine optische Werkstückrand-Abtasteinrichtung
mit Signalumwandler zur Erzeugung von Steuersignalen für die den Linearführungen zugeordneten
Antriebsmotoren und dem Werkstückhalter-Drehantrieb zuzuordnen. In diesem Fall ist
eine aktuelle Istrand-Bewegungssteuerung des Werkstückhalters und damit des Werkstückes
möglich. Eine Vorprogrammierung kann entfallen, insbesondere wenn die optische Werkstückrand-Abtasteinrichtung
mit Suchbild-Vorlauf arbeitet.
[0012] Nachstehend wird eine bevorzugte konstruktive Ausführungsform der Erfindung anhand
der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
[0013] Es zeigen:
Fig. 1 eine erfindungsgemäß ausgebildete Overtuft-Vorrichtung in schematischer Draufsicht,
Fig. 2 die Overtuft-Vorrichtung nach Fig. 1 in detaillierter Seitenansicht, und
Fig. 3 die Overtuft-Vorrichtung nach Fig. 2 in Vorderansicht.
[0014] Die in den Figuren 1 - 3 dargestellte Overtuft-Vorrichtung umfaßt einen ebenen, sich
horizontal erstreckenden Arbeitstisch 11, dem eine nähmaschinenartige Tuftingmaschine
32 zugeordnet ist derart, daß der Tuftingkopf 14 mit seinen in einer Reihe angeordneten
Tuftingnadeln 33 sich oberhalb eines Randbereiches des Arbeitstisches 11 befindet.
Die Tuftingnadel-Reihe 33 erstreckt sich bei der dargestellten Ausführungsform senkrecht
zu der der Tuftingmaschine 32 zugewandten Kante des hier rechteckförmigen Arbeitstisches
11.
[0015] Oberhalb des Arbeitstisches 11 ist eine Kreuzführung 26 für einen als Stempel 10
ausgebildeten Werkstückhalter angeordnet. Die Kreuzführung 26 umfaßt zwei sich senkrecht
zueinander und parallel zum Arbeitstisch 11 erstreckende Linearführungen 28, 29, die
anhand der Fig.2 und 3 noch näher beschrieben werden. Die beiden Linearführungen 28,
29 definieren die Bewegungskoordinaten X und Y des Werkstückhalters und damit des
Werkstücks 24 auf dem Arbeitstisch 11. Wie in Fig. 1 noch angedeutet ist, ist der
als Stempel 10 ausgebildete Werkstückhalter auch noch um eine aufrechte Z-Achse verdrehbar,
so daß das vom Werkstückhalter gehaltene und in Richtung der X- und/oder Y-Richtung
bewegbare Werkstück 24 in eine beliebige Winkellage relativ zur Tuftingnadel-Reihe
33 gebracht werden kann. Wie oben ausgeführt worden ist, muß zur Anbringung eines
randseitigen Overtufts das Werkstück 24 stets so auf dem Arbeitstisch 11 gehalten
und geführt werden, daß die Tuftingnadel-Reihe 33 senkrecht zum Werkstückrand 34 gerichtet
ist. Dies ist mit der beschriebenen Führung des Werkstückhalters bzw. Stempels 10
möglich.
[0016] Auf dem Arbeitstisch 11 sind in einem Eckbereich, der von einer Bedienungsperson
oder einem automatischen Aufleger gut zugänglich ist, zwei im rechten Winkel angeordnete,
sich in X- und Y-Richtung erstrekkende Anschlagleisten 30, 31 für das Werkstück 24
zur Definition der Ausgangs- bzw. Nullposition desselben für ein vorprogrammiertes
randseitiges Overtufting angeordnet. Die Anschlag leisten 30, 31 bilden bei der Ausführungsform
nach Fig. 1 einen Anschlagwinkel. Der Werkstückhalter holt sich bei einem vorprogrammierten
Overtufting das z. B. manuell zwischen den Anschlagleisten 30, 31 positionierte Werkstück
24 und bringt dieses in vorbestimmter Weise in den Bereich der Tuftingnadel-Reihe
33, so daß dann das randseitige Overtufting begonnen werden kann. Die mit einem randseitigen
Overtuft zu versehenden Werkstücke 24 müssen zwischen den Anschlagleisten 30, 31 natürlich
stets in gleicher Lage positioniert werden, um ein ordnungsgemäßes Erfassen der Werkstücke
mit einer dem Werkstückhalter zugeordneten Stempelplatte 25 (Fig. 2 und 3)unter Freilassung
des mit einem Overtuft zu versehenden Randbereiches 34 zu gewährleisten. Der Werkstückhalter
umfaßt bei der dargestellten Ausführungsform einen oberhalb des Arbeitstisches 11
angeordneten, von einer angehobenen Stellung auf das Werkstück 24 absenkbaren Stempel
10, der die erwähnte Stempelplatte 25 zum Erfassen des Werkstücks 24 unter Freilassung
des Werkstückrandes 34 aufweist. Wie bereits oben ausgeführt worden ist, ist die Stempelplatte
25 der geometrischen Gestalt des Werkstücks 24, z. B. einer Vorlegematte, angepaßt,
bei ovalen Matten demnach ebanfalls oval, bei kreisförmigen Matten entsprechend kreisförmig.
Die Stempelplatte 25 ist so bemessen, daß die Matte möglichst vollflächig abgedeckt
ist. Es muß lediglich der mit einem Overtuft zu versehende Rand 34 frei bleiben. Dadurch
ist eine ausreichende faltfreie Führung der normalerweise "lappigen" Matte möglich.
Die Stempelplatte 25 liegt gewöhnlich unter Eigengewicht auf der Matte auf. Wesentlich
ist auf jeden Fall, daß die mit dem bereits vorhandenen Tuft nach unten zum Arbeitstisch
11 weisende Matte keine Relativbewegungen zur Stempelplatte 25 ausführt und damit
Falten wirft. Die Unterseite der Stempelplatte 25 ist zu diesem Zweck mit einer nicht
dargestellten Beschichtung hohen Reibungsbeiwertes versehen. Die Oberfläche des Arbeitstisches
11 ist dagegen mit einem reibungsarmen Belag versehen, vorzugsweise hochglanzpoliert,
um die Reibung zwischen der Tuftseite des Werkstücks bzw. der Matte und der Oberfläche
des Arbeitstisches 11 auf ein Minimum zu reduzieren.
[0017] Nach den Fig. 2 und 3 sind die beiden Linearführungen 28, 29 übereinander über Kreuz
angeordnet. Die obere Linearführung 28 wird durch eine Längsführung 46, z. B. wie
bei der Ausführungsform nach den Fig. 2 und 3 in Form von längsgeschlitzten Führungsmuffen,
für zwei voneinander beabstandete, sich jeweils in X-Richtung erstreckende Gleitstangen
16 gebildet, wobei die Längsführung 46 Bestandteil eines galgenförmigen Tragwerks
15 und die Gleitstangen 16 Bestandteil eines die untere Linearführung 29 tragenden
Distanzrahmens 17, 18 sind. Der Distanzrahmen 17, 18 bildet also eine Art Tragschlitten
für die untere Linearführung 29. Die Bewegung des Distanzrahmens 17, 18 bzw. der unteren
Linearführung 29 in Richtung der Gleitstangen 16 bzw. in X-Richtung erfolgt durch
einen am galgenförmigen Tragwerk 15 angeordneten Schrittmotor 19, der über eine Vorgelegewelle
22 und Vorgelegerad 20 umfassendes Vorgelegegetriebe oder über einen Spindelantrieb
ein Ritzel 21 antreibt, das wiederum mit einer mit dem Distanzrahmen 17, 18 fest verbundenen,
sich parallel zu den Gleitstangen 16 erstreckenden Zahnstange 23 kämmt. Bei der Ausführungsform
nach den Fig. 2 und 3 sind zu diesem Zweck zwei Zahnstangen 23 und in entsprechender
Weise zwei Antriebsritzel 21 vorgesehen, wobei die beiden Zahnstangen 23 den beiden
Gleitstangen 16 jeweils zugeordnet sind (s.Fig. 2).
[0018] Auf diese Weise wird ein Verklemmen zwischen den Führungselementen 16, 46 der oberen
Linearführung 28 durch einseitige Krafteinleitung vermieden.
[0019] Die untere Linearführung 29 wird ebenfalls durch eine Längsführung 47, die wiederum
aus längsgeschlitzten Führungsmuffen bestehen kann, für zwei voneinander beabstandete,
sich jeweils in Y-Richtung erstreckende Gleitstangen 48 gebildet, wobei die Längsführung
47 Bestandteil des Distanzrahmens 17, 18 und die Gleitstangen 48 Bestandteil eines
Traggestells (Traverse 42) für den als Stempel 10 ausgebildeten Werkstückhalter sind.
Die Bewegung des Traggestells 42 für den Werkstückhalter bzw. Stempel 10 in Richtung
der Gleitstangen 48 bzw. in Y-Richtung erfolgt wiederum durch einen Schrittmotor 35,
der am Distanzrahmen 17, 18 befestigt ist und über ein Vorgelegegetriebe der im Zusammenhang
mit der oberen Linearführung 28 beschriebenen Art zwei Antriebsritzel 49 antreibt,
die mit entsprechend zugeordneten, sich parallel zu den beiden Gleitstangen 48 erstreckenden
Zahnstangen 50 kämmen. Die Zahnstangen 50 sind ebenso wie die Gleitstangen 48 fester
Bestandteil des Traggestells (Traverse 42) für den Werkstückhalter bzw. Stempel 10.
Die Länge der Zahnstangen 23 der oberen Linearführung 28 sowie die Länge der Zahnstangen
50 der unteren Linearführung 29 ist durch die erforderliche bzw. gewünschte Verfahrstrecke
des Werkstückhalters in X- und Y-Richtung bestimmt. In entsprechender Weise sind die
Längen der Gleitstangen 16 bzw. 48 bemessen.
[0020] Wie die Fig. 2 und 3 noch erkennen lassen, sind die Längsführungen 46, 47 jeweils
durch längsgeschlitzte Führungsmuffen gebildet, so daß die in diesen Muffen längsgeführten
Gleitstangen 16 bzw. 48 über durch diese Längsschlitze hindurchtretende Stege 51,
52 mit dem Distanzrahmen 17,18 bzw. Traggestell (Traverse 42) des Werkstückhalters
bzw. Stempels 10 starr verbunden werden können. Die Längsschlitze der Führungsmuffen
sind bei der in den Fig. 2 und 3 dargestellten Ausführungsform jeweils an der Unterseite
angeordnet.
[0021] Wie dargelegt, sind die Gleitstangen 48 der unteren Linearführung 29 Bestandteil
eines Traggestells für den Werkstückhalter, der in Form eines Stempels 10 mit Stempelplatte
25 ausgebildet ist. Dieser Werkstückhalter umfaßt zwei den Gleitstangen 48 jeweils
zugeordnete Traversen 42, die durch eine Tragplatte 53 miteinander verbunden sind.
An der Unterseite der Tragplatte 53 ist ein sich vertikal bzw. in Z-Richtung erstreckender
Tragzapfen 36 befestigt, der eine feststehende Drehachse für ein aufrechtes Tragrohr
12 bildet, an dessen Unterseite die bereits mehrfach erwähnte Stempelplatte 25 lösbar
befestigt ist. Das Tragrohr 12 und damit die Stempelplatte 25 sind also um den Tragzapfen
36 drehbar gelagert. Ferner sind das Tragrohr 12 und die damit verbundene Stempelplatte
25 an dem Tragzapfen 36 zwischen Endanschlägen auf- und abbewegbar gelagert, wobei
die Bewegung zwischen einer angehobenen Endstellung und einer abgesenkten Stellung
bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 2 und 3 durch zwei diametral am Tragrohr
12 einerseits und am Traggestell für den Werkstückhalter bzw. Stempel 10 (Traversen
42 und Tragplatte 53) andererseits angreifende, vorzugsweise hydraulisch oder pneumatisch
gesteuerte Kolben-Zylinder-Einheiten 43 erfolgt. Am oberen Ende des Tragrohres 12
ist ein Zahnrad 40 befestigt, auf das ein Antriebsritzel 39 einwirkt, das mit einem
Antriebsmotor, vorzugsweise wieder Schrittmotor 27, wirkverbunden ist, wobei der Antriebsmotor
27 samt Kupplung 37 auf einer das Tragrohr 12 umgebenden Muffe 38 gelagert ist, die
mit dem Tragrohr 12 auf-und abbewegbar, im übrigen jedoch relativ zum Tragrohr 12
verdrehbar ist. Auf diese Weise ist sichergestellt, daß der Antriebsmotor 27 bzw.
das Antriebsritzel 39 ihre Relativlage zum Zahnrad 40 beibehalten. Die Abstützung
der Muffe 38 bzw. des Antriebsritzels 39 samt Antriebsmotor 27 gegen Verdrehen erfolgt
gegenüber dem Traggestell 42, 53, und zwar über an einem äußeren Tragrohr-Drehlager
diametral angesetzte Arme 44, an deren freien Enden die erwähnten Kolben-Zylinder-Einheiten
43 zum Anheben und Absenken des Tragrohres 12 bzw. der Stempelplatte 25 angreifen.
Die beiden Arme 44 weisen jeweils noch Vertikalführungen in Form von Führungsbuchsen
54 für am Traggestell 42, 53 befestigte, jeweils aufrecht nach unten ragende Führungsstangen
45 auf. Die Führungsstangen 45 nehmen das gesamte Stützmoment beim Verdrehen des Tragrohres
12 durch den Antriebsmotor 27 bzw. das damit wirkverbundene Antriebsritzel 39 auf,
so daß diesbezüglich die an den freien Enden der Arme 44 angreifenden Kolben-Zylinder-Einheiten
43 entlastet sind.
[0022] An der Unterseite der Tragplatte 43 ist noch ein das Zahnrad 40 umgebendes Gehäuse
41 angeordnet, so daß dieses über die gesamte Hubstrecke des Tragrohres 12 abgedeckt
ist.
[0023] Die Kolben-Zylinder-Einheiten 43 umfassen vorzugsweise zwei-seitig beaufschlagbare
Hydraulikzylinder, so daß die Stempelplatte 25 bei Bedarf auch unter geringem Druck
in Anlage am Werkstück 24 gehalten werden kann. Gewöhnlich liegt die Stempelplatte
25 bzw. der Stempel 10 nur unter seinem Eigengewicht auf dem Werkstück 24 auf. Bei
Verwendung von zweiseitig beaufschlagbaren Hydraulik- oder Pneumatikzylindern ist
es jedoch auch möglich, eine definierte Entlastung durchzuführen, so daß der Stempel
10 bzw. die Stempelplatte 25 mit einer Kraft geringer oder auch etwas größer als das
Eigengewicht auf dem Werkstück 24 aufliegen. Dies ist abhängig von dem Material des
Werkstücks sowie dem Tuft, mit dem das Werkstück bereits versehen ist.
[0024] Die oben erwähnten Zahnstangen 23, 50 können selbstverständlich durch Spindeln ersetzt
werden, wie sie für den Antrieb von Werkzeughaltern bei Drehmaschinen oder Fräsmaschinen
eingesetzt werden. Die Antriebsritzel 21 bzw. 49 müßten dann durch spindel-komplementäre
Antriebsmuffen od. dgl. ersetzt werden.
[0025] Die Vorrichtung ist aber nicht nur zum Tuften von textilen Werkstücken geeignet,
sondern für alle vergleichbaren Bearbeitungen textiler Flächengebilde, soweit dabei
bestimmte Konturen berücksichtigt werden müssen. Insbesondere ist demnach die Maschine
zum Ketteln (Randeinfassen) derartiger Werkstücke geeignet.
1. Vorrichtung Zum Tuften, insbesondere Rand- bzw. Overtuften, von textilen Werkstücken,
wie Matten, insbesondere textilen Fußbodenbelägen, od. dgl., mit einem Arbeitstisch
(11) und einer diesem zugeordneten, eine Tuftingnadel-Reihe (33) aufweisenden Tuftingmaschine
(32),
gekennzeichnet durch
einen das Werkstück (24) auf dem Arbeitstisch (11) in Richtung vorzugsweise orthogonaler
X-, Y-Kordinaten bewegbaren sowie um eine aufrechte Z-Achse verdrehbaren Werkstückhalter
(Stempel 10).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstückhalter einen
oberhalb des Arbeitstisches (11) angeordneten, von einer angehobenen Stellung auf
das Werkstück absenkbaren Stempel (10) mit einer das Werkstück (24) unter Freilassung
des Werkstückrandes (34) abdeckenden Stempelplatte (25) umfaßt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstückhalter
(Stempel 10) an einer Kreuzführung (26) angeordnet ist, die zwei sich etwa senkrecht
zueinander und parallel zum Arbeitstisch (11) erstreckende Linearführungen (28, 29)
umfaßt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß den Linearführungen (28;
29) jeweils ein Antrieb, vorzugsweise Schrittmotor (19; 35), zugeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Linearführungen
(28; 29) übereinander angeordnet sind und der Werkstückhalter (Stempel 10) an der
unteren, dem Arbeitstisch (11) näher gelegenen Linearführung (29) um eine aufrechte
Z-Achse, vorzugsweise um 360°, drehbar gelagert ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstückhalter
(Stempel 10) um die aufrechte Z-Achse drehangetrieben ist, vorzugsweise durch einen
Schrittmotor (27).
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche
des Arbeitstisches (11) mit einem reibungsarmen Belag versehen, vorzugsweise glattpoliert
ist, während die dem Werkstück (24) zugewandte untere Stempelfläche mit einer Beschichtung
hohen Reibungsbeiwertes, vorzugsweise einer Gummi- oder Gumminoppenschicht, versehen
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Arbeitstisch
(11) zwei im rechten Winkel angeordnete bzw. sich in Richtung der Bewegungskoordinaten
(X, Y) des Werkstückhalters (Stempel 10) erstreckende Anschlagleisten (30, 31) für
das Werkstück (24) zur Definition der Ausgangs- bzw. Nullposition desselben für ein
vorprogrammiertes Tufting aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Stempel
(10) an einem aufrechten Tragrohr (12) befestigt ist, das um einen an der unteren
Linearführung (29) befestigten vertikalen Tragzapfen (36) drehbar und zwischen Endanschlägen
auf- und abbewegbar gelagert ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß am Tragrohr (12) ein
Zahnrad (40) befestigt ist, auf das ein Antriebsritzel (39) einwirkt, das mit einem
Antriebsmotor (27) wirkverbunden ist, wobei der Antriebsmotor (27), ggf. samt Kupplung
(37) und Zwischengetriebe, auf einer das Tragrohr (12) umgebenden Muffe (38) gelagert
ist, die mit dem Tragrohr (12) auf- und abbewegbar, im übrigen jedoch relativ zum
Tragrohr (12) verdrehbar ist, so daß der Antriebsmotor (27) bzw. das Antriebsritzel
(39) ihre Relativlage zum Zahnrad (40) bei entsprechender Abstützung an der unteren
Linearführung (29) gegen Verdrehen beibehalten.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 10, dadurch gekennzeichnet, daß dem Werkstückhalter
(Stempel 10) eine optische Werkstückrand-Abtasteinrichtung mit Signalumwandler zur
Erzeugung von Steuersignalen für die den Linearführungen (28; 29) zugeordneten Antriebsmotoren
(19; 35) und den Stempel-Drehantrieb (27) zugeordnet ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Werkstückhalter
(Stempel 10) in Arbeits- bzw. Overtufting-Stellung im wesentlichen nur mit seinem
Eigengewicht, ggf. unterstützt durch zuschaltbare Druckelemente (Druckzylinder), auf
dem Werkstück (24) aufliegt.