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EP 0 157 211 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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09.10.1985 Patentblatt 1985/41 |
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Anmeldetag: 06.03.1985 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)4: F42B 5/38 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB IT |
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Priorität: |
09.03.1984 DE 8407198 U
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Anmelder: Rheinmetall GmbH |
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40880 Ratingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Reinelt, Karlheinz
D-3102 Hermannsburg (DE)
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Vertreter: Podszus, Burghart, Dipl.-Phys. |
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Rheinmetall GmbH
Ulmenstrasse 125
Postfach 6609 D-4000 Düsseldorf D-4000 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Treibladungsbehälter |
(57) Die Neuerung betrifft einen Treibladungsbehälter zur Aufnahme losen Treibladungspulvers.
Der Treibladungsbehälter 10 besteht aus mindestens zwei getrennten, zusammengesteckten
Teilen 11, 12, die relativ zueinander in Umfangsrichtung verdrehbar sind. Der Treibladungsbehälter
10 hat eine im wesentlichen zylinderförmige Gestalt. Die Teile 11, 12 sind so miteinander
verbunden, daß sich ihre Mantelbereiche zumindest zum Teil überlappen. Im Überlappungsbereich
ist in jedem Teil 11, 12 eine Ausnehmung 13, 13' angeordnet, die je nach Lage der
relativ zueinander verdrehbaren Teile 11, 12 - eine Einfüllöffnung bilden oder verschlossen
sind. In beiden Stirnflächen des Treibladungsbehälters 10 ist je eine Sicke 14 angeordnet,
um eine Anfeuerungsladung in Radial- und Axialrichtung festzulegen. Dieser neuartige
Treibladungsbehälter ermöglicht eine preisgünstige Laborierung und beschleunigt den
Ladevorgang.
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[0001] Die Neuerung betrifft einen Treibladungsbehälter nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs
1.
[0002] Treibladungsbehälter dienen zur Aufnahme des Treibladungspulvers und werden insbesondere
bei Artilleriewaffen eingesetzt, bei denen Geschoß und Treibladung getrennt voneinander
in das Waffenrohr geladen werden.
[0003] Herkömmliche Treibladungsbehälter, die beispielsweise aus dem Waffentechnischen Taschenbuch
der Firma Rheinmetall, 5. Auflage 1980, Seite 516, bekannt sind, dienten allenfalls
zum Transport von in verschiedene Ladungen portioniertem Treibladungspulver, das vor
dem Ladevorgang dem Transportbehälter entnommen werden muß.
[0004] Der Neuerung liegt die Aufgabe zugrunde, einen neuartigen Treibladungsbehälter anzugeben,
der einerseits den Ladevorgang vereinfacht und der darüber hinaus besonders vorteilhaft
zu laborieren ist. Diese Aufgabe wird durch die im Schutzanspruch 1 angegebene Erfindung
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen hervor.
Der neuartige Treibladungsbehälter ermöglicht erhebliche Einsparungen in der Logistik,
da ein zusätzlicher Behälter für Transportzwecke eingespart werden kann. Die besondere
Gestaltung des Treibladungsbehälters eröffnet darüber hinaus die Möglichkeit, den
Ladevorgang zu automatisieren, wodurch die Schußfolge gesteigert werden kann. Schließlich
ermöglicht der neuartige Treibladungsbehälter Einsparungen beim Laborieren, da Einfüllen
und Verschließen des Treibladungsbehälters keine komplexen Arbeitsschritte oder Sonderwerkzeuge
erfordern.
[0005] Die Neuerung wird nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnung näher erläutert. Dabei
zeigt:
Fig. 1: in perspektivischer Darstellung ein erstes Ausführungsbeispiel des neuartigen
Treibladungsbehälters;
Fig. 2: ein weiteres Ausführungsbeispiel des Treibladungsbehälters.
[0006] Der Treibladungsbehälter 10 ist im wesentlichen von kreiszylinderförmiger Gestalt
und besteht aus mehreren, insbesondere aus zwei Teilen 11, 12, die zueinander verdrehbar
angeordnet sind. In einem besonders varteilhaften Ausführungsbeispiel besteht der
Treibladungsbehälter aus zwei einseitig geschlossenen Hohlzylindern mit geringfügig
unterschiedlichem äußeren Durchmesser, die mit ihren offenen Stirnflächen übereinandergeschoben
sind und nach dem Zusammenschieben beispielsweise durch eine oder mehrere ringförmig
umlaufende Sicken in dieser Position gesichert werden. Im Bereich der sich überlappenden
Zylindermantelflächen ist in jedem der Treibladungsbehälterteile eine Ausnehmung 13,
13' angeordnet. Diese Ausnehmungen 13, 13', die beispielsweise Kreisform haben, können
nach Belieben durch Verdrehen der Treibladungsbehälterteile in Umfangsrichtung so
verschoben werden, daß sie entweder fluchtend übereinanderstehen und dadurch eine
Einfüllöffnung für das einzubringende Treibladungspulver bilden, oder daß sie nicht
miteinander fluchten und so die Öffnungen verschließen. Außer einer Verdrehung der
Treibladungsbehälterteile ist also kein weiterer Arbeitsgang zum Verschließen des
Treibladungsbehälters notwendig. Auch dadurch wird die Laborierung vereinfacht und
verbilligt.
[0007] Der Treibladungsbehälter 10 besteht vorzugsweise aus einem verbrennbaren Material,
das an sich schon von patronierter Munition mit verbrennbaren Hülsen her bekannt ist.
[0008] Sowohl im Boden als auch im Deckel des Treibladungsbehälters 10 ist je eine Sicke
14 angeordnet, die beim Ladevorgang eine spielfreie radiale und axiale Festlegung
von Anfeuerungsladungen ermöglicht.
[0009] In einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung (Fig. 2) ist auf einen im wesentlichen
allseitig geschlossenen Treibladungsbehälter 10, der nur deckelseitig eine Öffnung
20 aufweist, ein zweiter, ebenfalls eine Öffnung 21 enthaltender Deckel 22 aufgesetzt,
der in Umfangsrichtung verdrehbar ist.
[0010] Durch einfaches Verdrehen werden die Öffnungen 20, 21 zur Deckung gebracht, um den
Treibladungsbehälter 10 füllen zu können oder gegeneinander verdreht, um die Einzelöffnung
zu schließen.
[0011] Aufgrund ihres kompakten Aufbaus und identischer äußerer Abmessungen sind die Treibladungsbehälter
10 besonders gut geeignet, um den Ladevorgang zu automatisieren, wodurch sich eine
Leistungssteigerung der Waffe, d. h. eine höhere Kadenz erzielen läßt.
1. Treibladungsbehälter zur Aufnahme von losem Treibladungspulver, dadurch gekennzeichnet,
daß der Treibladungsbehälter (10) eine im wesentlichen zylinderförmige äußere Gestalt
aufweist und aus mindestens zwei relativ zueinander verdrehbaren Teilen (11, 12; 22,
22') zusammengesetzt ist.
2. Treibladungsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teile
(11, 12) des Treibladungsbehälters (10) sich hinsichtlich ihrer Mantelfläche überlappen,
und daß im Überlappungsbereich der Mantelflächen Ausnehmungen (13, 13') angeordnet
sind.
3. Treibladungsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Treibladungs
behälter (10) ein Deckel (22) aufgesetzt ist, so daß der Treibladungsbehälter (10)
zumindest auf einer Seite über eine doppelte Stirnfläche verfügt, und daß sowohl im
Deckel (22) als auch in der Stirnfläche des Treibladungsbehälters (10) Ausnehmungen
(21, 20) angeordnet sind.
4. Treibladungsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß in den Stirnflächen des Treibladungsbehälters (10) ringförmig umlaufende Sicken
(14) angeordnet sind.
5. Treibladungsbehälter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Teile (11, 12) des Treibladungsbehälters (10) zumindest eine auf einer
Umfangslinie angeordnete Sicke (19) aufweisen, die nach Zusammenstecken der Teile
(11, 12) eine Trennung in Axialrichtung verhindert.
