[0001] Die Erfindung betrifft eine Sicherheitsskibindung mit Anschlußbereichen für Abfahrts-
oder Tourenschuhe, welche Schuhe vorzugsweise eine Griffsohle aus Gummi aufweisen,
wobei die Anschlußbereiche durch zumindest ein hinteres und ein vorderes Halteorgangegliedert
sind, die einen für alle Schuhgrößen konstanten Abstand voneinander und damit eine
für alle Schuhgrößen momentgleiche Drehkraftübertragung vom Schuh auf den Ski aufweisen,sowie
mit einer im Tibiabereich angeordneten, z.B. durch einen Bolzen gebildeten, Hochachse,
die eine gegen die Kraft einer Feder verschwenkbare Platte trägt, in welcher Platte
zumindest ein Vorspannungsmechanismus für die Einstellung der Federkraft integriert
ist.
[0002] Derartige Skibindungen, sogenannte Mittelpunktsbindungen, weisen gegenüber Bindungen
mit einem Backen-Fersensystem bestimmte Vorteile auf. Unter anderem wird die Reibung
bei einem Horizontalauslösevorgang wesentlich verringert, da die Platte auf ihrer
skifesten Drehachse bei einer Horizontalauslösung eine wesentlich geringere Reibung
zu überwinden hat, als das bei einem Schuh, der zwischen einem Fersenhalter und einem
Vorderbacken eingespannt ist und auf der Skioberseite gleitet, der Fall ist. Außerdem
wirken sich verschiedene Schugrößen nicht negativ auf die Auslösememonte aus, da der
Abstand vom vorderen und hinteren Halteorgan zum Drehpunkt jeweils gleich ist, wobei
genormte Schuhsohlen bzw. Platten auf Schuhsohlen zwischen den vorderen und hinteren
Halteorganen befestigt werden.
[0003] Der Auslösevorgang bei einer Horizontalauslösung wird bei derartigen Bindungssystemen
üblicherweise dadurch bewerkstelligt, daß ein Fühlermechanismus die Verschwenkung
der Platte gegenüber dem Ski bzw. das dadurch hervorgerufene Drehmoment mißt, und
diese Information an den Fersenhalter weitergibt, wobei dieser ab einem bestimmten
horizontalen Drehmoment auslöst und, wenn auch ein Vertikalmoment auftritt, den Schuh
freigibt.
[0004] Diese Art der Auslösung funktioniert bei den meisten bekannten Bindungen nachteiligerweise
eben nur so lange, als gleichzeitig ein Vertikalmoment vorhanden ist. Ist jedoch infolge
einer besonderen Sturzform kein Vertikalmoment vorhanden, kann es vorkommen, daß die
Bindung trotz eines gefährlichen Horizontalmomentes den Schuh nicht freigibt und dadurch
die Verletzungsgefahr für den Skiläufer nicht bannt.
[0005] Die AT-PS 332.768 beschreibt eine Bindung, die bei Auftreten eines Horizontalmomentes
auszulösen imstande ist, jedoch nachteiligerweise ein Kniehebelsystem vorschlägt,
welches, wie die Praxis zeigt, in unebenem Gelände zu Fehlauslösungen führen kann,
indem bei Schlägen auf den Ski die Bindung aufspringt.
[0006] Die Erfindung setzt es sich nun zur Aufgabe, eine Skibindung der eingangs genannten
Art zu schaffen, die bei Überlast sowohl vertikal als auch horizontal einwandfrei
auslöst, wobei für die Horizontalauslösung keinerlei Vertikalmomente erforderlich
sein müssen und Fehlauslösungen auch in unebenem Gelände vermieden werden sollen.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Erfindung dadurch gelöst, daß das vordere Halteorgan,
wie an sich bekannt, als Abschnappmechanismus mit einem vom Schuh steuerbaren Haltebacken
ausgebildet ist und durch einen-das-Schwenkmoment der Platte gegen die Kraft der Feder
messenden Meß-und Steuermechanismus, der eien, von einer Feder in Längsrichtung beaufschlagten
Schieber aufweist, welcher über eine Steuerkurve an einer Rolle anliegt, unmittelbar
gesteuert ist, wobei der Vorspannungmechanismus eine Bedienungsorgan, vorzugsweise
einen Schraubenkopf, aufweist, welches wie an sich bekannt, seitlich des Skis betätigbar
ist, und daß das hintere Festhalteorgan, wie an sich ebenfalls bekannt, als ein nur
auf Vertikalkräfte ansprechender Fersenhalter ausgeführt ist.
[0008] Durch die Erfindung wird es nun möglich, eine Skibindung mit einer um eine skifeste
Drehachse drehbar gelagerten Platte vertikal und horizontal auszulösen, ohne daß bei
der Horizontalauslösung ein vertikales Moment vorhanden sein müßte und daß die Bindung
in unebenem Gelände, beispielsweise durch Schläge auf den Ski, fehlauslöst.
[0009] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Meß- und Steuermechanismus wird vorteilhafterweise
die längliche Bauform einer Plattenbindung ausgenutzt.
[0010] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Haltebacken
und der Fersenhalter, wie an sich bekannt, Greifer aufweisen, die in gegengleiche
Griffmulden des Schuhs eingreifen, wobei die Griffmulden nach innen verjüngend ausgestaltet
sind. Durch diese Griffmulden wird die Erscheinungsform des Schuhs nur gering beeinträchtigt
und eine kraftvolle Momentübertragung trotzdem gewährleistet, wobei durch die Aufweitung
der Griffmulde nach außen zu verhindert wird, daß beispielsweise Schnee oder Eis zu
Verstopfungen der Griffmulden führen.
[0011] Nach einer weiteren besonderen Ausgestaltung der Erfindung weist der Haltebacken
zwei Schrägflächen auf, die in je einer Ebene liegen, welche sich im wesentlichen
normal zur Oberseite der Platte erstrecken- und- miteinander-einen- Winkel von 30-100°,
vorzugsweise-etwa 80
0 einschließen, wobei die Schnittlinie der Ebenen, in Fahrtrichtung betrachtet, vor
dem Haltebacken liegt und der untere Schaftteil des Schuhs diesen Schrägflächen gegengleich
ausgebildete Stellen aufweist. Die Schrägflächen bewirken in vorteilhafter Weise eine
Umwandlung der an den Backen angreifenden Horizontalkräfte in Vorwärtskräfte. Die
gegengleichen Flächen in der Schuhsohle verstärken dabei diesen Effekt. Ist nun der
Haltebacken, vorzugsweise das gesamte Halteorgan, wie nach einer weiteren Ausgestaltung
der Erfindung, um eine in der Platte gelagerte Querachse in Skilängsrichtung schwenkbar,
wobei in der verschwenkten Lage der Haltebacken unter der Oberseite der Platte liegt,
so wird bei einem Torsionsmoment, welches mit einem Schubmoment in Skilängsrichtung
verbunden ist, der Haltebacken unter die Oberseite der Platte geschwenkt, wodurch
der Schuh beim Backenauslösevorgang nicht nur seitlich sondern auch frontal aus der
Bindung freikommt.
[0012] Zur sicheren Wiederherstellung der Einstiegsbereitschaft ist nach einer weiteren
besonderen Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, daß der Haltebacken bzw. das Halteorgan
durch mindestens eine Feder, z.B. eine Schenkelfeder, in seine Wirklage beaufschlagt
ist, daß der Haltebacken bzw. das Halteorgan durch eine Nase an einer Abstützung der
skifesten Grundplatte in Wirklage gehalten ist, und daß die Abmessung der Abstützung,
quer zur Skilängsrichtung betrachtet, den Elastizitätsbereich der Bindung für die
Horizontalauslösung bestimmt.
[0013] Nach einer anderen Ausgestaltung der Erfindung sind die Griffmulden gegenüber den
vorderen und hinteren Endbereichen des unteren Schaftteiles des Schuhs, wie an sich
bekannt, zurückversetzt, so daß im eingespannten Zustand des Schuhs diese Endbereiche
das vordere Halteorgan und den Fersenhalter zumindest teilweise überragen, wobei die
Unterseite zumindest des vorderen Endbereiches des unteren Schaftteiles in etwa derselben
Ebene wie die Sohle des Schuhs liegt und in einem spitzen Winkel von etwa bis zu 15
0 schräg nach oben verläuft. Diese -Ausgestaltung verleiht dem-Schuh ein sehr gehsicheres
Verhalten. Dadurch wird insbesonders das Gehen auf schwierigen Passagen, wie beispielsweise
Stiegen, erleichert und die Trittsicherheit des Benutzers wesentlich erhöht, wodurch
die bisher bei ähnlichen Schuhformen häufig vorkommenden Stürze vermieden werden können.
[0014] Gemäß einer anderen Ausgestaltung der Erfindung ist die Steuerkurve am Rand einer
flächigen Ausnehmung des als Flachstück ausgebildeten Schiebers ausgebildet, welche
Ausnehmung auch das Druckende der Feder aufnimmt, wobei dieses auf dem Rand der Ausnehmung
lagert und der Steuerkurve entgegengesetzt ist. Diese flächige Ausgestaltung des Schiebers
ermöglicht einerseits eine geringe Bauhöhe, wodurch der Forderung nach möglichst geringem
Abstand zwischen Skioberseite und Fußballen des Skiläufers Rechnung getragen wird
und anderseits ist der Schieber einfach herstellbar und der gesamte Meß- und Steuermechanismus
außerdem bestens in die Platte integrierbar.
[0015] Um sicher rekonstruierbare Auslösungen zu gewährleisten, ist weiters erfindungsgemäß
vorgesehen, daß der Schieber durch Führungselemente, die an der Grundplatte oder Platte
angeordnet sind, längsgeführt ist, wobei diese Führungselemente Nuten sein können,
in denen der äußere Rand des Schiebers gleitet, oder aber nach einer anderen Ausgestaltung
der Erfindung Rollen sind, die auf senkrechten Achsen lagern. Der Vorteil dieser Variante
liegt in einer sehr geringen Reibung des Meß- und Steuermechanismus während eines
Meß-bzw. Auslösevorganges.
[0016] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der Vorspannungsmechanismus
das Lagerende der Feder, welches vorzugsweise einen Federteller trägt, längsverschieblich
beaufschlagt. Vorteilhafterweise ist dabei der Federteller innerhalb der Ausnehmung
angeordnet, wodurch auch die Feder optimal innerhalb des Schiebers integriert ist.
[0017] Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung besteht der Vorspannungsmechanismus
aus mindestens einem an einer an der Platte befestigten senkrechten Lagerachse gelagerten
Winkelhebel, dessen einen Arm eine Schraubvorrichtung und dessen anderen Arm der Federteller
der Feder beaufschlagt. Durch diese Ausgestaltung wird eine Verstellung in sehr einfacher
Weise möglich, ohne daß der Vorspannungsmechanismus in Skilängsrichtung zugänglich
sein muß, was bei einer Plattenbindung infolge der relativ großen Baulänge kompliziert
ist.
[0018] Zu einer verkantfreien Funktion des Vorspannungsmechanismus ist es sinnvoll, wenn
dieser aus zwei Winkelhebeln besteht, die voneinander durch den Federteller und einen
Angriffsteil für die Schraube in konstantem Abstand parallel gehalten sind. Ohne unnötigen
Materialaufwand ist dadurch die Funktion der Verstellung sicher gewährleistet und
der Federteller wird optimal geführt, wodurch auch eventuelle Ausschlagungen während
des Fahrbetriebes hintangehalten werden.
[0019] Der Fersenhalter weist nach einer besonderen Ausgestaltung der Erfindung einen zweiarmigen
Sohlenniederhalter auf, dessen einer Arm, wie an sich bekannt, die mit den Griffmulden
in Eingriff stehenden und gleichzeitig durch den Schuh beaufschlagten Greifer darstellt,
während der zweite Arm einen Auslösehebel darstellt, der eine in die dem Auslösehebel
entgegengesetzte Richtung weisende Verlängerung aufweist, deren freier Endbereich
als Steuernocke ausgebildet ist und mit einem durch mindestens eine zweite Feder beaufschlagten
Rastteil, z.B. mit einer Rastrolle, zusammenwirkt, welcher Rastteil durch die Steuernocke
gegen eine Rastkulisse gedrückt wird. Dieser erfindungsgemäße Fersenhalter zeichnet
sich durch eine geringe Baugröße und durch hervorragende Betriebssicherheit aus. Es
ist dabei erfindungsgemäß weiters vorgesehen, daß die Rastrolle an einer Zugstange
gelagert ist, welche Zugstange, wie an sich bekannt, über eine Einstelleinrichtung
am Druckende der zweiten Feder angreift.
[0020] Die Erfindung wird anhand der Zeichnung, die ein Ausführungsbeispiel darstellt, näher
erläutert. Es zeigen: die Fig.l im Schnitt den vorderen Teil der Bindung bis zur Hochachse,
die Fig.la im Schnitt den Zehenbereich des Schuhs, die Fig.2 den hinteren Teil ebenfalls
im Schnitt ab der Hochachse, die Fig.3 den Vorspannungsmechanismus in Draufsicht und
die Fig.4 den Bereich des vorderen Haltebackens und der Steuerkurve mit teilweise
abgenommener Platte.
[0021] Wie in Fig.l und 2 ersichtlich, besteht eine erfindungsgemäße Ausführungsform der
Skibindung aus einer auf der Oberseite eines Skis montierbaren Grundplatte 1, die
im vorderen und hinteren Bereich jeweils Übergriffe 2 bzw.3 aufweist, die zur spielfreien
Führung einer Platte 5 dienen, welche um eine Hochachse 4 drehbar gelagert ist. Die
Hochachse 4 ist durch eine topfförmige Ausnehmung in einer Erhöhung der Grundplatte
1 gebildet, in welche topfförmige Ausnehmung eine gegengleiche Erhöhung der Platte
5 eingreift. Die Platte 5 trägt in ihrem vorderen Bereich an einer Querachse 7 ein
schwenkbares Halteorgan 6. Das Halteorgan 6 ragt mit seinem als Haltebacken 46 ausgebildeten
Bereich über die Oberseite der Platte 5 und stützt sich mit einer Nase 9 gegen eine
grundplattenfeste Abstützung 8. Der Haltebacken 46 weist zwei Greifer 47 auf, die
in Griffmulden 48 am Schuh 17 eingreifen und damit diesen in der Bindung halten. Die
Griffmulden 48 weisen Halteflächen 50 auf, die mit den Greifern 47 direkt in Eingriff
kommen, weiters diesen entgegengesetzt liegende Flächen 51 und Stirnflächen 52.
[0022] Der Schuh 17 weist an seiner Unterseite eine Griffsohle 58 auf. Ähnlich zum vorderen
Bereich 55 des unteren Schaftteils 57 sind am hinteren Bereich 56 des unteren Schaftteils
57 des Schuhs 17 zwei Griffmulden 49 ausgebildet, welche jeweils durch eine Haltefläche
27, eine Stirnfläche 54 und eine der Haltefläche 27 gegenüberliegende Einstiegfläche
32 begrenzt sind. Der vordere Endbereich 55 des unteren Schaftteiles 57 des Schuhs
17 und der hintere Endbereich 56 des unteren Schaftteiles 57 überragen die Griffmulden-48
bzw.49. Die Unterseite-64-der Endbereiche 55 und 56 können auch nach unten etwa auf
die Höhe der Sohle 58 geführt werden, wie dies beispielhaft in Fig.la dargestellt
ist. Die Unterseite 64 verläuft dabei in einem Winkel von etwa 15
0 schräg nach oben. Die Griffmulden 48,49 sind nach außen zu erweiterend ausgeführt
und deren Stirnflächen 52,54 befinden sich bei eingesetzten Schuh in einem Abstand
von den Greifern 47,25 wodurch ein Verstopfen der Mulden 48,49 durch Eis oder Schnee
vermieden wird.
[0023] In die hinteren Griffmulden 49 des Schuhs 17 greift ein in der Draufsicht gabelförmig
gestalteter Sohlenniederhalter mit seinen Greifern 25 ein. Der Sohlenniederhalter
ist einstückig mit einem Auslösehebel 24 und einer an diesem angeordnete Nocke 29
verbunden und um eine Querachse 28 schwenkbar gelagert. Der Haltefläche 27 der Griffmulden
49 ist die Einstiegfläche 32, wie bereits erwähnt, gegenüber gesetzt. Während des
Einsteigens beaufschlagt die Einstiegfläche 32 die als Trittfläche 26 ausgebildete
Oberseite der Greifer 25 und bringt diesen dadurch in die Haltelage. Die geöffnete
Lage des Sohlenniederhalters ist in der Fig.2 strichliert eingezeichnet.
[0024] Das Drehmoment, welches bei einem horizontalen Ausschwenken der Platte 5 um deren
Hochachse 4 entsteht, wird durch einen Meß- und Steuermechanismus 44 gemessen. Der
Meß- und Steuermechanismus 44 weist einen flächigen Schieber 11 mit einer Ausnehmung
59 auf, in welcher Ausnehmung 59 eine Steuerkurve 12 ausgebildet ist, die durch eine
Rolle 13, welche an einem plattenfesten Bolzen 14 gelagert ist, beaufschlagt wird.
Am gegenüberliegenden Ende der Ausnehmung 59 nimmt der Schieber 11 ein Druckende 15
auf, welches eine Spiralfeder 10 trägt. Die Spiralfeder 10 wird an dem ihrem Druckende
15 entgegengesetzten Ende, welches sich ebenfalls in der Ausnehmung 59 des Schiebers
11 befindet, durch einen Vorspannungsmechanismus 16, der später noch näher erläutert
wird, beaufschlagt.
[0025] Wie aus- Fig.4 ersichtlich ist, ist der Schieber 11 seitlich durch Führungselemente
60 geführt, die als um grundplattenfeste Achsen 62 drehbar gelagerte Rollen 61 gebildet
sind. Bei einem Verschwenken der Platte 5 gegenüber der Grundplatte 1 gleitet die
Rolle 13 an der Steuerkurve 12 entlang, wodurch der Schieber 11 etwa schräg nach vorne
gerichtet beaufschlagt wird.
[0026] Durch die Führungselemente 60 wird allerdings der Schieber 11 nach vorne in Skilängsrichtung
gezwungen. Durch diese Vorwärtsbewegung wird auch das Druckende 15 nach vorne geschoben,
wodurch die Feder 10 weiter komprimiert wird. Durch eine entsprechende Ausgestaltung
der Kurve 12 ist dabei jedes beliebige Schwenkmoment steuerbar, wobei überlicherweise
das Moment mit steigender Ausschwenkung zunimmt. Die Haltebackenauslösung erfolgt
nach einem bestimmten Schwenkwinkel, der durch die Abstützung 8 definiert ist. Die
Nase 9 der vorderen Halteeinrichtung 6 gleitet an dieser Abstützung im Zuge einer
Verschwenkung der Platte 5 solange entlang, bis sie das Ende der Abstützung 8 erreicht
und dann um die plattenfeste Schwenkachse 7 nach vor bzw. unter die Oberseite der
Platte 5 verschwenkt. Dieser Vorgang wird insbesondere durch Schrägflächen 53 am Haltebacken
46 unterstützt, die auf der dem Schuh 17 zugewandten Innenseite des Haltebackens 46
etwa senkrecht zur Oberseite der Platte 5 ausgebildet sind und miteinander einen Winkel
zwischen 30
0 und 100
0 einschließen.
[0027] Der Schuh 17 weist den Schrägflächen 53 des Haltebackens 46 gegengleiche Schrägflächen
auf und drückt bei seiner Torsion relativ zur Bindung auf eine der Schrägflächen 53.
Dadurch wird das seitliche Moment für das Halteorgan 6 bzw. für den Haltebacken 46
in ein Vorwärtsmoment umgewandelt, wodurch der Haltebacken 46 nach vor gedrückt wird.
Sobald nun die Abstütznase 9 die Abstützung 8 verläßt, schwenkt der Backen 46 nach
vor. Dieses Verschwenken wird bei einem eventuell vorhandenen Schubmoment des Schuhs
17 in Skilängsrichtung noch verstärkt. Die Vorspannung der Feder 10 und damit das
zur Auslösung führende Schwenkmoment wird, wie in Fig.3 ersichtlich, durch den Vorspannungsmechanismus
-- 16 eingestellt. Dieser Vorspannungsmechanismus 16 besteht im wesentlichen aus zwei
kongruenten Winkelhebeln 35, die jeweils um eine grundplattenfeste Lagerachse 36 schwenkbar
gelagert sind. Die einen Arme der Winkelhebel 35 nehmen den Federteller 34 für die
Feder 10 an einer Schwenkachse 38 auf. Die anderen Arme der Winkelhebel 35 tragen
über eine weitere Schwenkachse 37 einen Angriffsteil 39, der als eine gewindetragende
Mutter für eine Schraube 40 dient. Die Schraube 40 ist in einer Ausnehmung 43 der
Platte 1 gelagert und trägt einen Schraubenkopf 42, der seitlich der Platte 1 mittels
Schraubendreher bedienbar ist. Der Schraubenkopf 42 ist, um möglichst geschützt zu
sein, in einer Versenkung 41 in der Platte 1 teilweise verdeckt. Wird nun die Schraube
40 gedreht, so verändert sich die axiale Position des Angriffsteils 39 auf dieser
Schraube 40, wodurch auch die Schwenkachse 37 in die eine oder andere Richtung verschoben
wird. Dadurch werden die Arme der Schwenkhebel 35 in die eine oder andere Richtung
gezogen, wodurch deren andere Arme den Federteller 34 gegen die Feder 10 drücken oder
im Sinne der Federspannung nachgeben. Der Schwenkpunkt der einzelnen Winkelhebel 35
ist jeweils durch die grundplattenfeste Lagerachse 36 festgelegt.
[0028] Der Fersenhalter 45 besteht im wesentlichen aus dem bereits weiter oben beschriebenen,
in der Draufsicht etwa gabelförmigen Sohlenniederhalter 25 mit den Greifern 25 mit
Auslösehebel 24 und Nocke 29, wobei die Nocke 29 eine Rastrolle 20 mittels Schiebefläche
30 beaufschlagt. Die Rastrolle 20 ist auf einer Zugstange 19 gelagert, die eine weitere
Feder 22 über eine übliche Einstelleinrichtung 23 beaufschlagt. Schiebt nun die Schiebefläche
30 die Rastrolle 20 entlang einer Rastkulisse 33 nach vor, so spannt sich dadurch
die Feder 22, die sich gegen ein plattenfestes Widerlager 63 stützt. Die Rastkulisse
33 ist so ausgestaltet, daß sie eine Rastpfanne 21 aufweist, in die ab einem bestimmten
Weg der Rastrolle 20 diese einrastet, wodurch die Rastrolle 20 durch die zweite Seite
31 der Nocke 29 in die Rastpfanne 21 gedrückt wird. Diese Lage der Rastrolle 20 ist
strichliert gezeichnet. Erst bei einem Wiedereinsteigen in die Bindung oder bei einem
Schließen des Fersenhalters 45 durch Hand wird die Rastrolle 20 durch die Kraft der
Feder 22 wieder in ihre Ausgangslage zurückgezogen. Das Gehäuse 18 für die Feder 22
ist mit der Platte 5 einstückig ausgebildet.
[0029] Im folgenden soll der Auslösevorgang und das Wiedereinsteigen nochmals kurz beschrieben
werden:
Bei einer Drehbelastung des Beines des Skifahrers wird das Drehmoment über den Schuh
17 bzw. über dessen unteren Schaftteil 57 auf die vorderen und hinteren Anschlußbereiche,
d.h. auf den Vorderbacken 46 und den Sohlenniederhalter bzw. auf die Greifer 47 und
25 übertragen.
[0030] Infolgedessen dreht sich die Platte 5 um deren Hochachse 4. Dadurch wandert die Rolle
13 auf der Steuerkurve 12 des Schiebers 11, der - durch Führungselemente 60 geführt
- in Fahrtrichtung des Skis vorgeschoben wird. Dadurch wird die Feder 10 komprimiert
und dieser Schwenkbewegung ein Widerstand entgegengesetzt. Überschreitet das Schwenkmoment
die mittels des Vorspannungsmechanismus 16 eingestellte Federkraft der Feder 22, so
gleitet der Vorderbacken 46 und damit die Nase 9 über den Rand der grundplattenfesten
Abstützung 8 weg. Durch die schrägen Flächen 53 und die gegengleich ausgebildeten
Flächen am Schuh 17 wird das Torsionsmoment in ein Vorwärtsmoment umgewandelt und
die vordere Halteeinrichtung und damit der Backen 46 schwenkt um die Achse 7 nach
vor und gibt dadurch den Schuh frei. Eine nicht dargestellte Schenkelfeder schwenkt
sodann das vordere Halteorgan 6 wieder in die Haltelage und die Feder 10 zieht die
Platte 5 über Krafteinwirkung der Steuerkurve 12 auf die Rolle 13 wieder in Abfahrtsstellung
zurück.
[0031] Eine Vertikalauslösung wird durch ein Anzugsmoment des Schuhs 17 in vertikalter Richtung
dadurch hervorgerufen, daß die Haltefläche 27 der Griffmulden 49 den Sohlenniederhalter
bzw. dessen Greifer 25 nach oben drücken, wodurch dieser und damit der einstückig
verbundene Auslösehebel 24 und die damit verbundene Nocke 29 um die gemeinsame Drehachse
28 geschwenkt werden. Die Nocke 29 beaufshlagt mit ihrer Schiebefläche 30 die Rastrolle
20 solange, bis diese in die Rastpfanne 21 schnappt. Gleichzeitig gleitet die Spitze
der Nocke 29 über die Rastrolle 20 hinweg und es kommt die Druckfläche 31 der Nocke
29 mit der Rastrolle 20 zur Anlage und drückt diese dadurch in die Rastpfanne 21.
Über die Zugstange 19, die die Rastrolle 20 trägt, wird die Feder 22, die über eine
eigene Federkrafteinstellung 23 verfügt, weiter komprimiert. Sobald die Rastrolle
20 in die Rastpfanne 21 eingerastet ist, ist der Skischuh frei. Das Wiedereinsteigen
erfolgt durch Beaufschlagung der Trittfläche 26 den Greifer 25 durch die Einstiegsflächen
32 des unteren Schaftteils 57 des Schuhs 17.
[0032] Anstelle des speziell mit den Griffmulden 48,49 versehenen unteren Schaftteils 57
könnte auch eine eigene Sohlenplatte mit den gleichen Griffmulden zur Anwendung kommen.
1. Sicherheitsskibindung mit Anschlußbereichen für Abfahrts- oder Tourenschuhe, welche
Schuhe vorzugsweise eine Griffsohle aus Gummi aufweisen, wobei die Anschlußbereiche
durch zumindest ein hinteres und ein vorderes Halteorgan, die einen für alle Schuhgrößen
konstanten Abstand voneinander und damit eine für alle Schuhgrößen momentgleiche Drehkraftübertragung
vom Schuh auf den Ski aufweisen, mit einer im Tibiabereich angeordneten, z.B. durch
einen Bolzen gebildeten, Hochachse, die eine gegen die Kraft einer Feder verschwenkbare
Platte trägt, welche Platte zumindest einen Vorspannungsmechanismus für die Einstellung
der Federkraft aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß das vordere Halteorgan (6), wie
an sich bekannt, als Abschnappmechanismus mit einem vom Schuh (17) steuerbaren Haltebacken
(46) ausgebildet ist und durch einen das Schwenkmoment der Platte (5) gegen die Kraft
der Feder (10) messenden Meß- und Steuermechanismus (44), der einen, von einer Feder
(10) in Längsrichtung beaufschlagten Schieber aufweist, welcher über eine Steuerkurve
(12) an einer Rolle (13) anliegt, unmittelbar gesteuert ist, wobei der Vorspannungsmechanismus
(16) ein Bedienungsorgan, vorzugsweise einen Schraubenkopf (42), aufweist, welches,
wie an sich bekannt, seitlich des Skis betätigbar ist, und daß das hintere Festhalteorgan,
wie an sich ebenfalls bekannt, als ein nur auf Vertikalkräfte ansprechender Fersenhalter
(45) ausgeführt ist.
2. Bindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltebacken (46) und der
Fersenhalter (45), wei an sich bekannt, Greifer (24,47) aufweisen, die in gegengleiche
Griffmulden (49,48) des Schuhs (17) eingreifen, wobei die Griffmulden (49,48) nach
innen verjüngend ausgestaltet sind.
3. Bindung mit zugehörigem Schuh nach Anspruch 1 oder 2, , dadurch gekennzeichnet,
daß der Haltebacken (46) zwei Schrägflächen (53) aufweist, die in je einer Ebene liegen,
welche sich im wesentlichen normal zur Oberseite der Platte erstrecken und miteinander
einen Winkel (α) von 30 bis 1000, vorzugsweise etwa 80° einschließen, wobei die Schnittlinie der Ebenen, in Fahrtrichtung
betrachtet, vor dem Haltebacken (46) liegt und der untere Schaftteil (57) des Schuhs
(17) diesen Schrägflächen (53) gegengleich ausgebildete Stellen aufweist.
4. Bindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltebacken (46), vorzugsweise
das gesamte Halteorgan (6), um eine in der Platte (5) gelagerte Querachse (7) verschwenkbar
ist, wobei in der verschwenkten Lage der Haltebacken (46) unter der Oberseite der
Platte (5) liegt.
5. Bindung nach Anspruch 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Haltebacken (46)
bzw. das Halteorgan (6), durch mindestens eine Feder, z.B. eine Schenkelfeder, in
seine Wirklage beaufschlagt ist, daß der Haltebacken (46) bzw. das Halteorgan (6)
durch eine Nase (9) an einer Abstützung (8) der skifesten Grundplatte (1) in Wirklage
gehalten ist, und daß-die Abmessung der Abstützung--(8), quer zur Skilängsrichtung
betrachtet, den Elastizitätsbereich der Bindung für die Horizontalauslösung bestimmt.
6. Schuh nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Griffmulden (48,49) gegenüber den vorderen und hinteren Endbereichen (55,56) des unteren
Schaftteiles (57) des Schuhs (17), wie an sich bekannt, zurückversetzt sind, so daß
im eingespannten Zustand des Schuhs (17) diese Endbereiche (55,56) das vordere Halteorgan
(6) und den Fersenhalter (45) zumindest teilweise überragen, wobei die Unterseite
(64) zumindest des vorderen Bereiches (55) des unteren Schaftteiles (57) in etwa derselben
Ebene wie die Sohle (58) des Schuhs (17) liegt und in einem spitzen Winkel von etwa
bis zu 150 schräg nach oben verläuft.
7. Bindung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Steuerkurve (12) am Rand einer flächigen Ausnehmung (59) des als Flachstück ausgebildeten
Schiebers (11) ausgebildet ist, welche Ausnehmung (59) auch das Druckende (15) der
Feder (10) aufnimmt, wobei dieses auf dem Rand der Ausnehmung (59) lagert und der
Steuerkurve (12) entgegengesetzt ist.
8. Bindung nach Anspruch 1 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Schieber (11) durch
Führungselemente (60), die an der Grundplatte (1) oder Platte (5) angeordnet sind,
längsgeführt ist.
9. Bindung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente Nuten
sind, in denen der äußere Rand des Schiebers (11) gleitet.
10. Bindung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungselemente Rollen
(61) sind, die auf senkrechten Achsen (62) -gelagert sind.
11. Bindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorspannungsmechanismus
(16) das Lagerende der Feder (10), welches vorzugsweise einen Federteller (34) trägt,
längsverschieblich beaufschlagt.
12. Bindung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Federteller (34) der
Feder (10) innerhalb der Ausnehmung (59) angeordnet ist.
13. Bindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorspannungsmechanismus
(16) aus mindestens einem an einer an der Platte befestigten senkrechten Lagerachse
(36) gelagerter Winkelhebel (35) besteht, dessen einen Arm eine Schraubvorrichtung
(40) und dessen anderer Arm der Federteller (34) der Feder (10) beaufschlagt.
14. Bindung nach Anspruch 1 oder 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Vorspannungsmechanismus
(16) aus zwei Winkelhebeln (35) besteht, die voneinander durch den Federteller (34)
und einen Angriffsteil (39) für die Schraube (40) in konstantem Abstand parallel gehalten
sind.
15. Bindung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Fersenhalter (45) einen
zweiarmigen Sohlenniederhalter aufweist, dessen einer Arm, wie an sich bekannt, die
mit den Griffmulden (49) in Eingriff stehenden und gleichzeitig durch den Schuh (17)
beaufschlagten Greifer (25) darstellt, während der zweite Arm einen Auslösehebel (24)
darstellt, der eine in die dem Auslösehebel (24) entgegengesetzte Richtung weisende
Verlängerung aufweist, deren freier Endbereich als Nocke (29) ausgebildet ist und
mit einem durch mindestens eine zweite Feder (22) beaufschlagten Rastteil, z.B. mit
einer Rastrolle (20), zusammenwirkt, welcher Rastteil durch die Nocke (29) gegen eine
Rastkulisse (33) gedrückt wird.
16. Bindung nach Anspruch 1 oder 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Rastrolle (20)
an einer Zugstange (19) gelagerte ist, welche Zugstange (19), wie an sich bekannt,
über eine Einstelleinrichtung (23) am Druckende der zweiten Feder (22) angreift.