[0001] Die Erfindung betrifft ein Gefäß zur kontinuierlichen Behandlung von schmelzflüssigen
Metallen unter Unterdruck nach dem Umlaufverfahren, insbesondere zum Entgasen von
Stahlschmelzen gemäß des Oberbegriffs des Anspruchs 1.
[0002] Derartige Gefäße, wie sie z.B. aus der LU-A-36943 bekannt sind, werden für die Entgasung
von flüssigem Stahl nach dem sogenannten Umlaufverfahren zum Einsatz gebracht. Bei
diesem Verfahren wird der in einer unterhalb des Gefäßes aufgestellten Pfanne befindliche
flüssige Stahl durch Einleiten von Fördergas in das Einlaufrohr und unter Anwendung
eines Unterdruckes in Gefäß in das Gefäß gehoben und fließt in stetigen Strom durch
das Auslaufrohr des Gefäßes wieder in die Pfanne zurück. Die Behandlungsdauer des
Stahls ist bei diesem Verfahren durch die Umlaufrate des Stahls gegeben, die ihrerseits
vom Gefäßdurchmesser und den Querschnitten von Ein- und Auslaufrohr abhängt (DE-A-
14 58 874).
[0003] Im Hinblick auf die Erreichung einer möglichst großen Produktionsrate sowie sur Vermeidung
von Wärmeverlusten während der Behandlung von flüssigem Stahl ist der Stahlwerker
bemüht, die Behandlungsdauer des Stahls so kurz wie möglich zu halten.
[0004] In der Vergangenheit ist es bereits versucht worden, die Umlaufrate des flüssigen
Stahls dadurch zu erhöhen, daß man die Querschnitte von Ein- bzw. Auslaufrohr des
Gefäßes vergrößert hat. Bei gegebenem Durchmesser des Gefäßbodens ist eine Vergrößerung
von Ein- bzw. Auslaufrohr aber nur in geringem Maße möglich. Da der fließende Stahl
auf die Feuerfestauskleidung des Gefäßes eine enorme Erosionswirkung ausübt, ist es
erforderlich, Ein-und Auslaufrohr in ausreichend großem Abstand sowohl zueinander
als auch zu den Gefäßwandungen hin im Gefäßboden anzuordnen, um eine ausreichend lange
Standzeit der Feuerfestausmauerung zu erreichen.
[0005] Mußte aus metallurgischen oder wirtschaftlichen Erwägungen heraus die Behandlungszeit
des Stahls kurz sein, so war in der Vergangenheit immer der Einsatz eines entsprechend
größer dimensionierten Entgasungsgefäßes erforderlich.
[0006] Der Einsatz eines entsprechend größeren Gefäßes bedingt aber nicht nur den zusätzlichen
Einsatz großer Kapitalmittel, oft ist auch aus räumlichen Gründen der Einbau eines
größeren Gefäßes in einer bereits bestehenden Anlage gar nicht möglich.
[0007] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Gefäß zur Behandlung von flüssigem
Metall der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem bei geringem Platzbedarf eine
gegenüber herkömmlichen Gefäßen deutlich größere Umlaufrate des flüssigen Metalls
erreichbar ist.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Im Gegensatz zu gleichartigen Behandlungsgefäßen nach dem Stand der Technik, die
über die gesamte Gefäßhöhe rotationssymmetrischen Querschnitt haben ist bei der erfindungsge-mäßen
Gefäßausbildung der Gefäßboden in Richtung der Linie, die (im Querschnitt gesehen)
die Achsen des Einlaufrohres und des Auslaufrohres verbindet, vergrößert gegenüber
der dazu quer liegenden Achse so daß bei einem für einen erhöhten Durchsatz vergrößerten
Querschnitt des Einlaufrohres und Auslaufrohres der erforderliche Abstand der Rohre
zueinander und zu den Gefäßwandungen eingehalten werden kann und deshalb nicht die
Gefahr erhöhter Erosion des Feuerfestmaterials besteht. Da das Gefäß lediglich im
unteren Bereich in einer Achse vergrößert ist, ist der Platzbedarf des Gefäßes insgesamt
unwesentlich verändert. Insbesondere kann die Höhe des Gefäßes unverändert bleiben,
was im Hinblick auf die während der Reparatur des ff-Materials erforderlichen Manipulationen
des Gefäßes von besonderer Bedeutung ist.
[0010] Ferner ist die Oberfläche des erfindungsgemäßen Gefäßes erheblich geringer als die
Oberfläche eines Gefäßes herkömmlicher Konstruktion, mit dem eine gleich große Umlaufrate
erreichbar ist. Aus diesem Grund ergeben sich Einsparungen beim Feuerfestmaterial
der Ausmauerung und auch bei der für die Erwärmung des Gefäßes aufzuwendenden Heizleistung.
[0011] Die nicht kreisrunde Geometrie des Gefäßbodens läßt sich auf verschiedene Art und
Weise, beispielsweise durch eine elliptische Form oder eine zigarrenförmige Form verwirklichen,
wobei eine ovale Form bevorzugt wird. Ein solches mindestens einseitig abgeflachtes
Gefäßunterteil bietet bei einer unter dem Gefäß angeordneten Stahlwerkspfanne mit
kreisförmigem Querschnitt genügend freien Raum für die Zugabe von Zuschlagstoffen
in die Pfanne.
[0012] Das Gefäßunterteil wird nach einer Ausgestaltung der Erfindung derart aus gebildet,
daß seine Querschnittsfläche in Richtung auf den Gefäßboden kontinuierlich zunimmt,
also glockenförmig ist. Bei einer solchen Form des Gefäßunter-teils läßt sich die
Ausmauerung der Gefäßwandung einfach ausführen. Darüber hinaus ist eine stufenweise
Erweiterung des Querschnitts des Gefäßunterteils möglich.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand einer ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert. Im einzelnen zeigen
Fig. 1 ein Gefäß zur Behandlung von schmelzflüssigem Metall mit darunter angeordneter
Pfanne im axialen Längsschnitt durch das Einlaufrohr und Auslaufrohr des Gefäßes,
Fig. 2 das Gefäß gemäß Fig. 1 im axialen Längsschnitt zwischen dem Einlaufrohr und
dem Auslaufrohr nach der Linie I - I der Fig. 1 und
Fig. 3 das Gefäß gemäß Fig. 1 im Querschnitt nach der Linie 11 - 11 der Fig. 1.
[0014] Das in den Zeichnungen dargestellte Gefäß besteht aus einem rotationssymmetrischen
Gefäßoberteil 1 und einem daran angeflanschten Gefäßunterteil 2. Das Gefäßoberteil
1 ist durch einen Deckel 3 zur Atmosphäre hin verschlossen. Über einen schräg in das
Gefäßoberteil 1 einmündenden Schacht 4, in dem eine Schleuse zum Abschluß nach außen
vorgesehen ist, können Zusätze, beispielsweise Legierungsmittel, eingeführt werden.
Durch eine am Gefäß-oberteil 1 angeschlossene Saugeinrichtung 5 läßt sich das Gefäß
1, 2 unter Unterdruck setzen. Im Boden 6 des Gefäßes sind räumlich voneinander getrennt
ein Einlaufrohr 7 und ein Auslaufrohr 8 angeordnet, die in das schmelzflüssige Metall
einer unter dem Gefäß 1, 2 angeordneten Pfanne 9 eintauchen. Über eine in das Einlaufrohr
7 einmündende Leitung 10 wird Gas, beispielsweise Argon, Stickstoff oder Kohlenstoff-Monoxyd
eingeleitet.
[0015] Bei im Gefäß 1, 2 herrschendem Unterdruck und in die Schmelze der Pfanne 9 eintauchendem
Einlaufrohr 7 hat das als Blasen im Einlaufrohr 7 hochsteigende Gas die Wirkung, das
spezifische Gewicht des sich aus schmelzflüssigem Metall und Gas zusammensetzenden
Volumens im Einlaufrohr 7 herabzusetzen. Da die Gasblasen sich beim schmelzflüssigen
Metall im Gefäß 1, 2 trennen, enthält das schmelzflüssige Metall im Auslaufrohr 8
keine das spezifische Gewicht vermindernde Gasblasen mehr, so daß aufgrund der unterschiedlichen
Gewichte in den beiden Rohren 7, 8,in Verbindung mit dem Unterdruck im Gefäß 1, 2,das
schmelzflüssige Metall über das Gefäß 1, 2 umgepumpt und dabei behandelt, insbesondere
entgast, wird.
[0016] Im Unterschied zum Stand der Technik ist beim Ausführungsbeispiel der Erfindung der
Gefäßboden in Richtung der durch beide Achsen des Einlaufrohres 7 und Auslaufrohres
8 verlaufenden Geraden vergrößert, so daß bei größeren Querschnitten des Ein- und
Auslaufrohres 7, 8 und größerem, gegenseitigen Abstand zu den Wänden, genügend Freiraum
vorhanden ist, um die Gefahr von Erosionen durch das umlaufende Metall zumindest zu
verringern. Wie Fig. 3 zeigt, hat der Boden 6 des Gefäßes 1, 2 eine elliPtische Form.
Diese elliptische Form läßt auf beiden Seiten der Verbindungslinie der beiden Rohre
bei einer kreisförmigen Pfanne 9 genügend Platz, um in die Schmelze Zuschlagstoffe
geben zu können. Natürlich ist es nicht erforderlich, daß,wie bei einer elliptischen
fomn,der Gefäßboden 6 auf beiden Seiten gegenüber einem kreisrunden abgeplattet ist.
Es reicht aus, wenn für die Zugabe von Zuschlagstoffen die Abplattung nur an einer
Seite vorgesehen ist.
[0017] Wie Fig. 1 und 2 erkennen lassen, gehen die Seitenwände im Bereich der Längsachse
des elliptischen Bodens 6 schräg in den Gefäßoberteil über, während die Wände im Bereich
der dazu querliegenden elliptischen Achse senkrecht verlaufen. Um noch mehr Bewegungsfreiheit
zu haben, ist es möglich, eine dieser Wände sogar entgegengesetzt schräg zu den Wänden
an den Enden der großen elliptischen Achse verlaufen zu lassen. Dies würde zu einer
an einem Ende der kleinen elliptischen Achse liegenden Einbuchtung des Gefäßbodens
6 führen.
[0018] Der gegenüber einer Kreisform abgeplattete Gefäßboden 6 und dem entsprechend darüber
angeordnete glockenförmige Gefäßunterteil ermöglicht bei kleinem Volumen des Gefäßunterteils
2 und kleiner Oberfläche einen großen, gegenseitigen Abstand der im Querschnitt vergrößerten
Rohre 7, 8 mit genügend Abstand zu den Wandungen des Gefäßes 1, 2 und genügend Freiraum
zum Rand der Pfanne 9 für das Einfüllen von Zuschlagstoffen.
1. Gefäß zur kontinuierlichen Behandlung von schmelzflüssigen Metallen unter Unterdruck
nach dem Umlaufverfahre, insbesondere zum Entgasen von Stahlschmelzen, das in seinem
Boden mit einem in das schmelzflüssige Metall eintauchenden Einlaufrohr mit darin
einmündender Gasleitung sowie einem hiervon räumlich getrennt angeordneten in das
schmelzflüssige Metall eintauchenden Auslaufrohr für das behandelte schmelzflüssige
Metall versehen ist, wobei
das in seiner Form vom rotationssymmetrischen Oberteil abweichen de Gefäßunterteil
sich zum Gefäßboden hin glockenförmig erweitert,
dadurch gekennzeichnet, daß
der die Achsen des Ein- (7) und Auslaufrohres (8) kreuzende Durchmesser (D) des Gefäßbodens
größer als der dazu senkrechte, zwischen dem Ein- (7) und Auslaufrohr hindurch verlaufende
Durchmesser (d) des Gefäß-bodens (6) ist, der im wesentlichen gleich dem entsprechenden
Durchmesser des Gefäßoberteils (1) ist.
2. Gefäß nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Gefäßboden (6) eine etwa elliptische Form hat.
1. A vessel for continuous processing of molten metals under vacuum according to a
circulation process, in particular for degassing of steel melts, said vessel comprising
in its bottom portion a supply pipe submerged in the molten metal, and a gas pipe
discharging into said supply pipe, as well as a discharge pipe for the processed molten
metal provided in spaced relationship to the supply pipe and submerged in the molten
metal, wherein the lower portion of the vessel differing in its shape from the rotationally
symmetrical upper portion extends in a bellmouthed design towards the vessel bottom
portion,
characterized in that
diameter (D) of the vessel bottom intersecting the axes of supply pipe (7) and discharge
pipe (8) is larger than diameter (d) of vessel bottom (6) vertically extending between
supply pipe (7) and discharge pipe (8), said diameter (d) being substantially identical
with the corresponding diameter of upper vessel portion (1).
2. A vessel as defined in claim 1,
characterized in that
vessel bottom (6) has a substantially elliptical shape.
1. - Récipient pour le traitement en continu de matériaux fusés sous dépression selon
le procédé par circulation, en particulier pour le dégazage d'acier fondu, dont le
fond comporte une tubulure d'entrée plongeant dans le métal fusé avec une tubulure
de gaz débouchant dedans, ainsi qu'une tubulure de sortie qui est disposée separée
spatialement et plongeant dans le métal fusé pour le métal fusé traité, la partie
inférieure du récipient différant par la forme de la partie supérieure symétrique
de revolution en s'élargissant vers le fond du récipient en forme de cloche, caractérisé
par le fait que le diamètre (D) croisant les axes des tubulures d'entrée (7) et de
sortie (8) est plus grand que le diamètre (d) du fond (6) du récipient qui lui est
orthogonal, s'étendant entre les tubulures d'entrée (7) ct de sortie (8), qui est
sensiblement égal au diamètre correspondant de la partie supérieure (1) du récipient.
2. - Récipient selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le fond (6) du
récipient a uneforme sensiblement elliptique.