[0001] Die Erfindung betrifft eine Spüle für Haushalte oder dergl. mit zwei in Spülenlängsrichtung
außenliegenden Spülbecken bzw. einem Spülbecken und einem Tropfteil, zwischen denen
ein kleineres Arbeitsbecken und dahinter eine erhöhte Armaturenkonsole angeordnet
ist, wobei der Spülenrand durch einen umlaufenden, erhöhten Schwallrand gebildet ist.
[0002] Eine derartige Spüle ist durch die Modelle "Compact" und "Compact soft" der Anmelderin
bekannt. Dabei ist das Arbeitsbecken zentral angeordnet und es schließt sich sowohl
vor wie auch hinter dem Arbeitsbecken eine erhöhte Armaturenkonsole an.
[0003] Außerdem sind ähnliche Spülen bekannt, bei denen das Arbeitsbecken kleiner ist und
im wesentlichen nur als Reste-Ausguß fungiert, sodaß es für Putzarbeiten kaum geeignet
ist, vgl. Zeitschrift "Tcchniques & architecture", 1964, Heft 3, Seite 45 und die
auf die deutsche Tochtergesellschaft der Anmelderin zurückgehende DE-PS 25 00 337.
[0004] Diese bekannten Spülen zeichnen sich durch eine hygienische Trennung der Arbeitsbereiche
- Spülbecken einerseits und Tropfteil andererseits - aus, weil vom Tropfteil herunterlaufendes
Wasser nicht ins Spülbecken re- langt und dieses, falls auf dem Tropfteil Putzarbeiten
durchgeführt wurden, verschmutzt und weil umgekehrt aus dem Spülbecken überlaufendes
Wasser nicht das Tropfteil und dort ev. abgestelltes Geschirr oder dergl. überfluten
kann.
[0005] Bei den beiden eingangs genannten Spülentypen der Anmelderin ist diese Trennung der
Arbeitsbereiche noch weiter vervollkommnet, indem das Tropfteil einen eigenen Abfluß
aufweist und das Spülbecken mit einem herkömmlichen Überlauf versehen ist. Dadurch
kann weder aus dem Tropfteil ablaufendes Wasser, noch aus dem Spülbecken überlaufendes
Wasser in das zentrale Arbeitsbecken gelangen, was besonders dann von Bedeutung ist,
wenn das Arbeitsbecken beispielsweise mit klarem Wasser gefüllt ist, um die im Spülbecken
mit Geschirrspülmittel gespülten Gläser anschließend klarzuspülen.
[0006] Allerdings sind diese Spülen relativ kostenaufwendig, da sie insgesamt vier verschiedene
Abläufe aufweisen.
[0007] Hiervon ausgehend liegt die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, die bekannte
Spüle mit den eingangs genannten Merkmalen dahingehend zu verbessern, daß sie unter
Beibehaltung der sauberen Trennung der einzelnen Arbeitsbereiche Spülbecken, Arbeitsbecken
und Tropfteil kostengünstiger herstellbar wird. Außerdem soll sich die neue Spüle
durch die Erfüllung hoher hygienischer Anforderungen auszeichnen.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Arbeitsbecken von einer
gegenüber dem oberen Spülbecken- bzw. Tropfteil-Rand erhöhten Randzone umgeben ist,
daß diese Randzone vorn in den Schwallrand übergeht, während sie hinten mit einem
Zwischenraum vor dem hinteren Schwallrand endet und daß die Spülenoberfläche in diesem
Zwischenraum höchstens in Höhe des oberen Spülbecken- bzw. Tropfteil-Randes verläuft
und eine Überlauf-Öffnung aufweist.
[0009] Durch die Randzone um das Arbeitsbecken und die zwischen der Randzone und dem hinteren
Schwallrand im ebenen Spülenbereich angeordnete Überlauf-Öffnung ergibt sich der entscheidende
Vorteil, daß alle drei Arbeitsbereiche der Spüle, nämlich Tropfteil, Arbeitsbecken
und Spülbecken, in ein und dieselbe Öffnung überlaufen können, ohne daß überlaufendes
Wasser des einen Arbeitsbereiches in einen der beiden anderen Arbeitsbereiche einzudringen
vermag. Man spart dadurch einen Ablauf an der Spüle, ohne daß ihre Gebrauchseigenschaften
geschmälert werden.
[0010] Ein anderer wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die Überlauf-Öffnung
nicht wie sonst üblich in einer Beckenwand angeordnet ist und damit als Keimherd für
die Reinfiszierung des Spülwassers fungiert, sondern daß sie außerhalb jedes Arbeitsbereiches
angeordnet ist. Die Hygiene der Spüle ist dadurch wesentlich besser.
[0011] Bei Spülen, die eine oder zwei erhöhte Konsolen zur Montage der Hahnarmatur aufweisen,
kann diese Konsole wie bisher von dem äußeren Schwallrand ausgehGai. Besonders zweckmäßig
ist es jedoch, die Konsole in die das Arbeitsbecken umgebende, erhöhte Randzone zu
integrieren. Dadurch wird die Überlauf-Öffnung von der davor befindlichen, erhöhten
Armaturenkonsole und erst recht durch die Hahnarmatur selbst weitgehend abgedeckt
und das ansonsten geschlossene Design der Spüle nicht gestört.
[0012] Um aus dem Arbeitsbecken überlaufendes Wasser auf dem schnellsten und direktesten
Weg dem Überlauf zuzuführen, empfiehlt es sich, daß die erhöhte Randzone an ihrem
hinteren Ende eine Vertiefung zum Überlauf hin aufweist. Ansonsten ist die Randzone
weitgehend eben ausgebildet, so daß Rüstbretter u. dgl. abgestellt werden können.
[0013] Zweckmäßigerweise erstreckt sich die Überlauf-Öffnung in . Querrichtung der Spüle
nahezu über den gesamten Zwischenraum, damit ein Vorbeiströmen überlaufenden Wassers
mit Sicherheit vermieden wird. In der Regel braucht sich der Überlauf jedoch nicht
hundertprozentig über den gesamten Zwischenraum zu erstrecken, da es am Ablauf zu
einer Sogwirkung kommt, die sich auch den weiter entfernt liegenden Spülenbereichen
mitteilt. Erst recht kann natürlich dann mit einem relativ schmalen Überlauf gearbeitet
werden, wenn die Spülenoberfläche in dem genannten Zwischenraum nicht eben, sondern
als Rinne ausgebildet ist.
[0014] Für die konstruktive Ausbildung des Überlaufes bieten sich zahlreiche Möglichkeiten.
Es kommt. eine Einzelöffnung, aber auch eine Reihe nebeneinanderliegender Öffnungen
in Betracht.
[0015] Es liegt im Rahmen der Erfindung, das Tropfteil mit einem eigenen Abfluß zu versehen,
wie dies etwa in der DE-PS 27 46 697 dargestellt ist. Durch den erfindungsgemäß positionierten
Überlauf bietet es sich aber als zweckmäßig an, auf einen eigenen Abfluß zu verzichten
und das Tropfteil dafür mit einem Gefälle zu versehen, das schräg zur Überlauf- Öffnung
geneigt ist. Damit die übliche Profilierung auf dem Tropfteil das Ablaufen des Wassers
nicht hemmt, wird zweckmäßig eine zur Überlauf- Öffnung gerichtete Profilierung verwendet,
so daß das ablaufende Wasser in den Wellentälern unmittelbar zum Überlauf gelangt.
[0016] Die unterhalb des Schwallrandes liegende Spülenoberfläche kann horizontal verlaufen.
Sie kann jedoch auch zur Überlauf-Öffnung hin ein leichtes Gefälle aufweisen. Gleiches
gilt für die das Arbeitsbecken umgebende Randzone.
[0017] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung; dabei zeigt
Fig. 1 eine Spüle in der Draufsicht;
Fig. 2 einen Längsschnitt längs der Linie II - II in Fig. 1;
Fig. 3 einen Querschnitt längs der Linie III - III in Fig. 1;
Fig. 4 einen Schnitt längs der Linie IV - IV in Fig. 1; und
Fig. 5 einen Schnitt längs der Linie V - V in Fig. 1
[0018] Das Ausführungsbeispiel betrifft eine Spüle mit einem Spülbecken und einem Tropfteil
in Form einer Abtropfplatte. Doch kann selbstverständlich anstelle der Abtropfplatte
ein anders geformtes Tropfteil oder ein weiteres Spülbecken vorgesehen sein.
[0019] Die Spüle weist in Längsrichtung nebeneinanderliegend ein Spülbecken 1, ein Arbeitsbecken
2 und einen Tropfteil 3 auf. Das Spülbecken und das Tropfteil weisen von oben gesehen
die gleiche Kontur auf, sodaß Arbeitsaufsätze wie Rüstbretter oder dergl. wahlweise
auf beide Arbeitsbereiche aufgesetzt werden können. Das dazwischen befindliche Arbeitsbecken
2 ist demgegenüber länglich ausgebildet. Es erstreckt sich im Gegensatz zu den bisher
bekannten Ausführungsformen bis nahe an den vorderen Spülenrand. Dadurch ist das Arbeitsbecken
nicht nur für die üblichen Putzarbeiten für Gemüse etc. geeignet, sondern kann auch
als kleineres SpülbecKen neben dem Becken 1 verwendet werden.
[0020] Der äußere Spülenrand ist in der üblichen Weise durch einen umlaufenden, erhöhten
Schwallrand 4 gebildet.
[0021] Wesentlich an der Spüle ist, daß die mit der Oberkante des Spülbeckens 1 und mit
dem Tropfteil 3 fluchtende Spülenoberfläche nicht bis zum Arbeitsbecken 2 durchläuft,
sondern das Arbeitsbecken von einer erhöhten Randzone 5 umgeben ist, die zum vorderen
Spülenrand hin in den Schwallrand übergeht, während si.e nach hinten zur Bildung einer
Armaturenkonsole 6 verlängert ist. Diese Armaturenkonsole dient zum Befestigen einer
Hahnarmatur, mit der wahlweise die Becken 1 oder 2 oder das Tropfteil 3 gefüllt bzw.
abgespült werden können.
[0022] Wesentlich ist außerdem, daß die erhöhte Randzone 5 nicht bis zum hinteren Schwallrand
durchgezogen ist, sondern dort einen wenige Zentimeter breiten Zwischenraum 7 freiläßt,
der eine Verbindung zwischen der mit der Spülbeckenoberkante fluchtenden Spülenoberfläche
auf der rechten Bildhälfte von Fig. 1 mit dem Tropfteil 3 fluchtenden Spülenoberfläche
auf dem linken Teil von Fig. 1 darstellt. Die genannten Spülenoberflächen sind dabei
mit leichtem Gefälle zu dem Zwischenraum 7 hin geneigt. An der tiefsten und engsten
Stelle des Zwischenraumes 7 sind Überlauf-Öffnungen 8 angeordnet. Sie stellen sicher,
daß überlaufendes Wasser, gleichgültig ob es von Spülbecken 1, vom Arbeitsbecken 2
oder vom Tropfteil 3 kommt, abfließen kann, ohne in eine der anderen Arbeitsbereiche
eindringen zu können. Man braucht daher lediglich noch im Spülbecken 1 und im Arbeitsbecken
2 eine Abflußöffnung 9 bzw. 10 vorzusehen.
[0023] Demgegenüber war es bei den bisher bekannten Spülen mit gleich guter Teilung der
Arbeitsbereiche notwendig, drei Ablauföffnungen vorzusehen und außerdem mußte die
Überlauf- Öffnung in dem hygienisch ungünstigen Bereich der Beckenwand untergebracht
werden.
[0024] Außerdem zeichnet sich die beschriebene Spüle durch den weggefallenen Ablauf für
das Tropfteil dadurch aus, daß sie trotz der relativ großen Becken in einen nur 55
Zentimeter breiten Unterschrank eingebaut werden kann und dementsprechend mehr Platz
für unterbaufähige Elektrogeräte, insbesondere Geschirrspüler oder Kühlschrank übrigbleibt.
[0025] Damit überlaufendes Wasser auf dem schnellsten Weg zur Überlauf-Öffnung 8 geleitet
wird, ist die erhöhte Randzone 6 zum vorderen Schwallrand hin jeweils seitlich um
die gegenüberliegende Rundung des Spülbeckens bzw. des Tropfteiles herumgezogen und
aus demselben Grund sind in den vier Spülenecken jeweils Terrassen 11 angeordnet,
deren Niveau unterhalb des Schwallrandes, jedoch oberhalb der von der Spülbeckenoberkante
ausgehenden Spülenoberfläche liegt. Zugleich ergibt sich durch diese Terrassen ein
optisch harmonischer Übergang von den größeren Radien des Spülbeckens bzw. des Tropfteiles
zu den kleineren Radien an den Ecken der Spüle.
1. Spüle für Haushalte od. dgl. mit zwei in Spülenlängsrichtung außen liegenden Spülbecken
bzw. einem Spülbecken und einem Tropfteil, zwischen denen ein kleineres Arbeitsbecken
angeordnet ist, wobei der Spülenrand durch einen umlaufenden, erhöhten Schwallrand
gebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Arbeitsbecken (2) von einer gegenüber
dem oberen Spülbecken- bzw. Tropfteil-Rand erhöhten Randzone (5) umgeben ist, daß
diese Randzone (5) vorn in den Schwallrand (4) übergeht, während sie hinten mit einem
Zwischenraum (7) vor dem hinteren Schwallrand (4) endet und daß die Spülenoberfläche
in diesem Zwischenraum (7) höchstens in Höhe des oberen Spülbecken- bzw. Tropfteil-Randes
verläuft und eine Überlauf-Öffnung (8) aufweist.
2. Spüle nach Anspruch 1 mit einer erhöhten Armaturenkonsole, dadurch gekennzeichnet,
daß die das Arbeitsbecken (2) umgebende, erhöhte Randzone (5) an ihrem hinteren Ende
die Armaturenkonsole (6) einschließt.
3. Spüle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die erhöhte Randzone
(5) an ihrem hinteren Ende eine Vertiefung zur Überlauf-Öffnung (8) aufweist.
4. Spüle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß sich
die Überlauf-Öffnung (8) in Querrichtung der Spüle nahezu über den gesamten Zwischenraum
(7) erstreckt.
5. Spüle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das
Tropfteil (3) ein Gefälle in Diagonalrichtung auf die Überlauf-Öffnung (8) hin aufweist.
6. Spüle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Profilierung des Tropfteiles (3) zur Überlauf-Öffnung (8) hin gerichtet ist.
7. Spüle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
mit dem Zwischenraum (7) in einer Ebene liegende Spülenoberfläche zur Überlauf- Öffnung
(8) hin ein leichtes Gefälle aufweist.
3. Spüle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
das Arbeitsbecken umgebende Randzone (5) zur Überlauf-Öffnung (8) hin ein leichtes
Gefälle aufweist.