[0001] Die Erfindung betrifft eine Gleitmuffe für das mehrarmige Spreizgestell eines schirmartig
ausgebildeten Wäschetrockners, wobei die Arme des Spreizgestelles in am Standrohr
des Wäschetrockners verschiebbaren, gegebenenfalls am Standrohr feststellbaren, Gleitmuffen
gelagert sind.
[0002] Diese Gleitmuffen werden durch die daran angelenkten Arme des Spreizgestelles besonders
dann stark beansprucht, wenn auf die zwischen den Armen gespannte Wäscheleine nicht
gleichmäßig auf alle Felder verteilt, nasse schwere Wäsche aufgehängt wird, sondern
ungleichmäßig auf nur eines der Felder. Dies führt dazu, daß die Arme gegeneinander
gezogen werden, und auf Grund des langen Hebelarmes der Arme zu einer hohen Beanspruchung
der an den Gleitmuffen angebrachten Laschen zur Lagerung der Tragarme. Diese hohe
Beanspruchung der Gleitmuffen wird noch zusätzlich durch an der Wäsche angreifenden
Wind verstärkt.
[0003] Bei bereits bekannten Ausführungen wird versucht die besondere Belastung der Gleitmuffen
durch mehrteilige Konstruktionen zu kompensieren, indem die Arme an einem Metallpreßprofilabschnitt
angelenkt sind, der auf einer aus zwei formschlüssig verbundenen Teilen bestehenden,
das Standrohr umgreifenden Kunststoffhülse sitzt, die die oberen und unteren Stirnkanten
des Metallpreßprofilabschnittes abdeckt. Diese Konstruktion gewährleistet zwar eine
hohe mechanische Stabilität, ist jedoch in der Herstellung ziemlich aufwendig, weil
der benötigte Metallmittelteil und die Kunststoffteile mit sehr engen Toleranzen gefertigt
und miteinander verbunden werden müssen.
[0004] Aus der GB-PS 988 557 ist ferner ein Wäschetrockner bekannt, bei welchem das Standrohr
gegen Verdrehung fixiert ist, und sich die Trag- und Hilfsarme um das Standrohr drehbar
in mehrteiligen Gleitmuffen aus Kunststoff abstützen, wobei die Gleitmuffen einen
drehbaren Ring zur Anlenkung der Tragarme aufweisen, welcher an seinem oberen und
unteren Ende von am Standrohr befestigten Gegenlagern fixiert wird. Diese nur zum
Zwecke der Drehmöglichkeit des Armgestelles um das Standrohr geschaffene Konstruktion
hat sich in der Praxis durch die nicht beherrschbaren Reibungsverhältnisse unter verschiedensten
Witterungsbedingungen nicht bewähren können.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es eine einfach aufgebaute Gleitmuffe anzugeben, die hohen
Beanspruchungen gewachsen und einfach herzustellen ist.
[0006] Dies wird ausgehend von einer Gleitmuffe der eingangs genannten Art erfindungsgemäß
dadurch erreicht, daß die Gleitmuffe aus einer das Standrohr umschließenden, gegebenenfalls
die Feststellmechanik der Gleitmuffe tragenden, vorzugsweise aus Kunststoff geformten
Tragehülse mit angeformten, paarweise angeordneten Lappen zur gelenkigen Lagerung
der Arme und aus einer auf die Tragehülse aufgesteckten, die in den Lappenpaaren gelenkig
gelagerten Arme direkt oder indirekt seitlich abstützenden, vorzugsweise aus Kunststoff
geformten, Stützhülse besteht.
[0007] Durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Gleitmuffe aus einer Tragehülse, deren angeformten
Lappen zur Anlenkung der Arme keine seitlichen Kräfte aufzunehmen haben, und aus einer
eigenen Stützhülse, die die von den Armen aufgebrachten seitlichen Kräfte aufnimmt,
wird eine hohe Belastbarkeit der Gleitmuffe verbunden mit einer einfachen Herstellung
der beiden Teilhülsen erzielt. Durch die Funktionstrennung der beiden Hülsen kann
die Ausgestaltung und das Material der jeweiligen Hülse ganz auf ihre Halte- bzw.
Stützfunktion abgestellt werden. So können z.B. beide Hülsen aus verschiedenen Kunststoffen
hergestellt werden.
[0008] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist die Stützhülse mit einer Stützglocke
versehen, die von ihrem freien Rand ausgehende Ausnehmungen für den Durchtritt der
Arme des Spreizgestelles aufweist, und die Stützglocke besitzt an den seitlichen Rändern
jeder Ausnehmung Abstützungen für die der jeweiligen Ausnehmung zugeordneten Lappen
der Tragehülse und/oder den jeweiligen an diesen Lappen angelenkten Arm des Spreizgestelles.
Durch diese Ausbildung werden die von den Armen des Spreizgestelles auf die Gleitmuffe
übertragenen Seitenkräfte von der zufolge ihrer Gestalt sehr steifen Stützglocke aufgenommen,
wobei diese Seitenkräfte über die Abstützungen in die Stützglocke eingetragen werden.
[0009] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung können die seitlichen Ränder der Ausnehmungen
mit der Außenseite der jeweils zugeordneten Lappen fluchtenden und an diesen anliegenden
Stützflächen versehen sein. Bei dieser Ausführung wird die Größerer Stützglocke zweckmäßigerweise
so gewählt, daß die Stützflächen im Bereich der äußeren Enden der Lappen zu liegen
kommen. Auf diese Weise wird die Beanspruchung der Lappen durch die Seitenkräfte sehr
gering gehalten. Dabei kann die Größe der Stützglocke bzw. deren radiale Erstreckung
auf die Größe der aufzunehmenden Seitenkräfte abgestimmt werden und die Lappen brauchen
nur in ihrer radialen Erstreckung entsprechend lang ausgebildet zu werden.
[0010] Ein anderes Merkmal der Erfindung besteht darin, daß an den seitlichen Rändern jeder
Ausnehmung der Stützglocke nach außen vorstehende Vorsprünge vorgesehen sind, die
das jeweils zugeordnete Lappenpaar nach außen überragen und an ihren einander zugekehrten
Seiten Stützflächen für den an dem jeweiligen Lappenpaar angelenkten Arm aufweisen.
Bei dieser Ausführung stützen sich die Arme des Spreizgestelles bei seitlicher Belastung
direkt an der Stützglocke ab, sodaß die radiale Erstreckung der Lappen klein gehalten
werden kann, ohne die Steifigkeit der Gleitmuffe zu beeinträchtigen. Die Stützglocke
ist dabei so ausgebildet, daß sie die Tragehülse nach außen überragt und deren Anlenkbereiche
für die Arme des Spreizgestelles verletzungssicher abdeckt. Es kann dabei die ganze
Stützhülse als eine einzige Stützglocke ausgebildet sein, die alle Bereiche zwischen
den Armen des Spreizgestelles abdeckt.
[0011] Ferner kann erfindungsgemäß vorgesehen sein, daß die Stützglocke im Bereich ihrer
Ausnehmungen mit dem jeweils zugeordneten Lappenpaar über in Längsnuten eingreifende
Längsrippen im Eingriff steht. Durch diese formschlüssige Verbindung der Lappen mit
der Stützglocke wird die Formstabilität der Gleitmuffe weiter erhöht.
[0012] Eine weitere Versteifung der Gleitmuffe wird erfindungsgemäß dadurch erzielt, daß
die Stützhülse mit der Tragehülse mittels einer Schnappverbindung verrastet ist.
[0013] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Stützhülse am freien Rand
der Stützglocke zwischen den Ausnehmungen angeordnete nach innen abstehende Rastvorsprünge
besitzt, welche beim Aufstecken auf die Tragehülse hinter, einander benachbarte Lappenpaare
miteinander verbindenden Querrippen der Tragehülse einrasten. Auf diese Weise wird
ohne zusätzliche Verbindungselemente eine einfache Verbindung der beiden Hülsen der
Gleitmuffe erreicht, die durch die Stützglocke einerseits und die Querrippen anderseits
den Bereich der Anlenkung der Arme allseitig verletzungs- und verschmutzungssicher
abdeckt und eine hohe Stabilität besitzt.
[0014] Die erfindungsgemäße Gleitmuffe besteht aus nur zwei Teilen, einer Tragehülse aus
Kunststoff oder Metall, die das Standrohr umschließt, und einer Stützhülse aus Kunststoff
oder Metall.
[0015] Nachstehend wird die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erfindungsgemäße
Gleitmuffe, Fig. 2 die Gleitmuffe der Fig. 1 im Querschnitt, Fig. 3 die Stützhülse
der Gleitmuffe der Fig. 1 von der Seite, Fig. 4 einen Längsschnitt durch die Tragehülse,
der Gleitmuffe der Fig. 1 und Fig. 5 ähnlich der Fig. 2 einen Querschnitt durch eine
andere Ausführungsform der Gleitmuffe.
[0016] Die in den Fig. 1-4 dargestellte Gleitmuffe besteht aus einer, das nicht dargestellte
Standrohr eines Wäschetrockners umschließenden, vorzugsweise aus Kunststoff bestehenden
Tragehülse 1 und einer auf diese aufgesteckten Stützhülse 2.
[0017] Die Tragehülse 1 besitzt an der Außenseite ihres, das Standrohr umschließenden Teiles
3 angeformte nach außen abstehende Lappen 4, 4' die paarweise angeordnet sind und
zur Anlenkung der nicht dargestellten Arme des Spreizgestelles des Wäschetrockners
dienen.
[0018] Jedes Lappenpaar 4, 4' besitzt miteinander fluchtende Bohrungen 5, 5' zur Aufnahme
der jeweiligen Schwenkachse des jeweils zwischen den beiden Lappen 4, 4' eines Lappenpaares
aufgenommenen Armes des Spreizgestelles des Wäschetrockners. Einander benachbarte
Lappenpaare 4, 4' sind durch angeformte Querrippen 7 miteinander verbunden, die der
Verrastung mit der Stützhülse 2 dienen.
[0019] Auf der Außenseite der Tragehülse 1 sind ferner zwei Halterungen 6, 6' für den nicht
dargestellten Betätigungshebel der Feststellmechanik der Gleitmuffe angeformt.
[0020] Die Stützhülse 2 besitzt einen rohrförmigen Abschnitt 8 zum Aufschieben auf die Tragehülse
1 und eine Stützglocke 9 zum seitlichen Abstützen der Lappen 4, 4'. Der rohrförmige
Abschnitt 8 weist einen nach innen vorstehenden Bund 10 mit eir.er Durchtrittsöffnung
11 für das Standrohr des Wäschetrockners auf, wobei der Bund 10 an der Stirnseite
des das Standrohr umschließenden Teiles 3 der Tragehülse anliegt. Die Stützglocke
9 erstreckt sich radial bis über die Lappen 4, 4,' hinaus bis in einen zylindrischen
Abschnitt, der an seiner Innenseite Längsnuten 12 für die :Aufnahme von Längsrippen
13 an den Stirnseiten der Lappen 4, 4' aufweist. Diese Längsnuten sind im Bereich
der seitlichen Ränder von Ausnehmungen 14 in der Stützglocke 9 angeordnet, welche
Ausnehmungen 14 vom freien Rand 15 der Stützglocke 9 ausgehen und jeweils mit dem
Freiraum zwischen den beiden Lappen 4, 4' eines Lappenpaares fluchten. Diese Ausnehmungen
14 dienen dem Durchtritt der an den Lappenpaaren angelenkten Arme des Spreizgestelles
durch die Stützglocke 9. An den seitlichen Rändern dieser Ausnehmungen 14 besitzt
die Stützglocke 9 nach außen vorstehende Vorsprünge 16, die an ihren einander zugekehrten
Seiten mit mit der Innenseite der zugehörigen Lappen 4, 4' fluchtende Stützflächen
17 für die Arme des Spreizgestelles versehen sind.
[0021] Am freien Rand 15 der Stützglocke 9 sind zwischen den Ausnehmungen 14 nach innen
vorstehende Rastvorsprünge 18 angebracht die zusammen mit den Querrippen 7 der Tragehülse
1 eine Schnappverbindung bilden und im verrasteten Zustand hinter diese Querrippen
7 ragen.
[0022] Das in Fig. 5 dargestellte Ausführungsbeispiel für eine Gleitmuffe unterscheidet
sich von dem der Fig. 1 - 4 lediglich dadurch, daß die Stützflächen 17 der Stützglocke
9 an der Außenseite der Lappen 4, 4' anliegen und die Lappen 4, 4' selbst die Stützglocke
9 nach außen überragen.
[0023] Selbstverständlich sind in Kenntnis der Erfindung mehrere Änderungen möglich, die
für den Fachmann naheligen und ebenfalls unter den Schutzumfang der Ansprüche fallen.
So kann z.B. die Stützhülse in ihrem zwischen den benachbarten Lapenpaaren gelegenen
Bereich im wesentlichen scheibenförmig ausgebildet sein.
[0024] Weiters können die Rastvorsprünge direkt an den entsprechend geformten Lappen angreifen.
1. Gleitmuffe für das mehrarmige Spreizgestell eines schirmartig ausgebildeten Wäschetrockners,
wobei die Arme des Spreizgestelles in am Standrohr des Wäschetrockners verschiebbaren,
gegebenenfalls am Standrohr feststellbaren, Gleitmuffen gelagert sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Gleitmuffe in an sich bekannter Weise aus einer das Standrohr umschließenden,
und einer auf dieser aufgesteckten, vorzugsweise aus Kunststoff geformten Hülse besteht,
daß die das Standrohr umschließende Hülse als mit angeformten, paarweise angeordneten
Lappen (4, 41) zur gelenkigen Lagerung der Arme versehene, gegebenenfalls die Feststellmechanik
der Gleitmuffe tragenden Tragehülse (1) ausgebildet ist und daß die aufgesteckte Hülse
als die in den Lappenpaaren (4, 4') gelenkig gelagerten Arme direkt oder indirekt
seitlich abstützende, Stützhülse (2) ausgebildet ist.
2. Gleitmuffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützhülse (2) mit
einer Stützglocke (9) versehen ist, die von ihrem freien Rand (15) ausgehende Ausnehmungen
(14) für den Durchtritt der Arme des Spreizgestelles aufweist, und daß die Stützglocke
(9) an den seitlichen Rändern jeder Ausnehmung (14) Abstützungen für die der jeweiligen
Ausnehmung (14) zugeordneten Lappen (4, 4') der Tragehülse (1) und/oder den jeweiligen
an diesen Lappen (4, 4') angelenkten Arm des Spreizgestelles besitzt.
3. Gleitmuffe nach, Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Ränder
der Ausnehmungen (14) mit mit der Außenseite der jeweils zugeordneten Lappen (4, 4')
fluchtenden und an diesen anliegenden Stützflächen (17) versehen sind.
4. Gleitmuffe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß an den seitlichen Rändern
jeder Ausnehmung (14) die Stützglocke (9) nach außen vorstehende Vorsprünge (16) vorgesehen
sind, die das jeweils zugeordnete Lappenpaar (4, 4') nach außen überragen und an ihren
einander zugekehrten Seiten Stützflächen (17) für den an dem jeweiligen Lappenpaar
(4, 4') angelenkten Arm aufweisen.
5. Gleitmuffe nach einem der Ansprüche 2-4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützglocke
(9) im Bereich ihrer Ausnehmungen (14) mit dem jeweils zugeordneten Lappenpaar (4,
4') über in Längsnuten (12) eingreifende Längsrippen (13) im Eingriff steht.
6. Gleitmuffe nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützhülse
(2) mit der Tragehülse (1) mittels einer Schnappverbindung verrastet ist.
7. Gleitmuffe nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützhülse (2) am freien
Rand der Stützglocke (9) zwischen den Ausnehmungen (14) angeordnete nach innen abstehende
Rastvorsprünge (18) besitzt, welche beim Aufstecken auf die Tragehülse (1) hintereinander
benachbarte Lappenpaare (4, 4') miteinander verbindenden Querrippen (7) der Tragehülse
(1) einrasten.