(19)
(11) EP 0 182 148 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
28.05.1986  Patentblatt  1986/22

(21) Anmeldenummer: 85113686.1

(22) Anmeldetag:  28.10.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F41D 11/24, F41H 7/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB LI NL

(30) Priorität: 17.11.1984 DE 3442110

(71) Anmelder: KUKA Wehrtechnik GmbH
D-86165 Augsburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Kausträter, Gert, Dipl.-Ing.
    D-8900 Augsburg (DE)

(74) Vertreter: Lichti, Heiner, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte, Dipl.-Ing. Heiner Lichti, Dipl.-Phys. Dr. rer. nat. Jost Lempert, Dipl.-Ing. Hartmut Lasch, Postfach 41 07 60
D-76207 Karlsruhe
D-76207 Karlsruhe (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Maschinenkanone


    (57) @ Bei einer Maschinenkanone mit rücklaufendem Rohr, insbesondere für gepanzerte Fahrzeuge, die fahrzeugseitig in einem Schwenkteil fest eingebaut und über vordere, schwingungsgedämpfte Waffenlager am Waffenträger abgestützt ist, wird zur Verbesserung des Trefferergebnisses vorgeschlagen, die vorderen Waffenlager als lineare Gleitlager auszubilden und das gleitende Lagerteil gegenüber dem Waffenträger über Schwingungsdämpfer, die in beiden Laufrichtungen des Rohrs wirksam sind, abzustützen.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Maschinenkanone mit rücklaufendem Rohr, insbesondere für gepanzerte Fahrzeuge, die fahrzeugseitig in einem Schwenkteil fest eingebaut und über vordere, schwingungsgedämpfte Waffenlager am Waffenträger abgestützt ist.

    [0002] Bei bekannten Maschinenkanonen mit rücklaufendem Rohr werden die relativ hohen Rückstoßkräfte üblicherweise über die starre Waffenlagerung in das Waffengehäuse, den Waffenträger (Schwenktei! ) , die Lafette oder den Turm und schließlich in das Fahrzeugdach geleitet. In Abhängigkeit von der Kadenz wird das aus den vorgenannten Teilen bestehende System in Schwingung versetzt, so daß das Trefferergebnis naturgemäß negativ beeinflußt wird. Je leichter und freitragender die Aufnahme für die Lafette auf dem Dach ist, umso ungünstiger wirkt sich dieses Schwingungsverhalten auf die Trefferlage aus.

    [0003] Bei einer bekannten Maschinenkanone (DE-GM 76 22 506) soll dieser Nachteil dadurch abgemildert werden, daß die Waffenlager über Zapfen und diese umgebende Schwingmetalle im Waffenträger festgelegt sind. Aufgrund ihrer hülsenartigen Ausbildung wirken diese Schwingungsdämpfer sowohl beim Vorals auch beim Rücklauf des Rohrs. Sie erfordern jedoch eine Einzelfertigung und sehr genaue Einpassung, um ihre Funktion einigermaßen befriedigend erfüllen zu können. Auch sind sie im Dauerbetrieb nicht ausreichend verschleißfest, so daß die Trefferergebnisse mit der Zeit leiden. Außerdem bringen die relativ kurzen Federwege der Schwingmetal Ibuchsen nur bei kurzen Feuerstößen einen Teilerfolg in der Trefferbildverbesserung.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Maschinenkanone dahingehend weiterzuentwickeln, daß eine Verbesserung der Trefferergebnisses erreicht wird und das Trefferergebnis auch über eine längere Betriebsdauer reproduzierbar ist. Ferner soll die Montage und Austauschbarkeit der Waffenlagerung vereinfacht werden.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die vorderen Waffenlager als lineare Gleitlager ausgebildet sind und daß das gleitende Lagerteil gegenüber dem Waffenträger über Schwingungsdämpfer, die in beiden Laufrichtungen des Rohrs wirksam sind, abgestützt ist.

    [0006] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung erhält die Kanone gegenüber dem gattungsgemäßen Stand der Technik mittels der Gleitlager eine einwandfreie Linearführung parallel zur Rohrachse. Diese Führung wird durch die Schwingungsdämpfer in keiner Weise beeinflußt. Andererseits erfolgt die Schwingungsdämpfung unmittelbar am Waffenlager und somit so nahe als möglich am Entstehungsort, indem die Schwingungsdämpfer zwischen dem gleitenden Lagerteil und dem Waffenträger wirksam sind. Die erfindungsgemäße Ausbildung gibt gegenüber der bekannten Maschinenkanone ferner den Vorteil, daß die Schwingungsdämpfer für die Vorlauf- und die Rücklaufbewegung den in diesen Bewegungsrichtungen jeweils aufzunehmenden Kräften angepaßt werden können, so daß in beiden Laufrichtungen eine optimale Dämpfung erzielbar ist.

    [0007] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Schwingungsdämpfer zwischen dem gleitenden und dem festen Lagerteil der Gleitlager angeordnet. Die Waffenlager und die Schwingungsdämpfer bilden also eine in sich geschlossene Baueinheit, die in den Waffenträger eingesetzt wird. Statt dessen wäre es natürl ich auch mögl ich, die Schwingungsdämpfer einerseits am gleitenden Lagerteil, andererseits unmittelbar am Waffenträger abzustützen, so daß das feste Lagerteil ausschließlich Führungsfunktionen zu übernehmen hat.

    [0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Gleitlager als T-Nut-Führungen ausgebildet, so daß das Waffengehäuse in zwei zueinander senkrechten Koordinaten einwandfrei geführt ist.

    [0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das feste Lagerteil in seiner Gleitbahn eine Aussparung auf, in die ein Ansatz am gleitenden Lagerteil hineinragt, wobei beiderseits der Aussparung ein Widerlager für je ein Dämpfungsglied vorgesehen ist, das sich mit seinem jeweils anderen Ende an dem Ansatz abstützt. Durch diese Ausbildung entsteht eine sehr kurze und gedrängte Bauweise.

    [0010] Wenngleich die Widerlager wiederum am Waffenträger vorgesehen sein könnten, sind sie jedoch vorteilhafterweise Teil des festen Lagerteils, so daß die Schwingungsdämpfung in das Waffenlager integriert ist.

    [0011] Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Widerlager und/oder der Ansatz am gleitenden Lagerteil taschenartige Aufnahmen für die Dämpfungsglieder aufweisen. Mittels dieser taschenartigen Aufnahmen werden die Dämpfungsglieder in Position gehalten und zentriert.

    [0012] Wie bereits angedeutet, können die Dämpfungsglieder für die beiden Laufrichtungen des Rohrs unterschiedliche Dämpfungscharakteristik aufweisen, um den unterschiedl ichen Kräften Rechnung tragen zu können.

    [0013] Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung kann das feste Lagerteil über wenigstens zwei mit Abstand voneinander angeordnete Zapfen, zwischen denen sich die Widerlager befinden, in Buchsen am Waffenträger befestigt sein, so daß sich das Waffengehäuse und die Lager leicht montieren und gegebenenfalls auch austauschen lassen.

    [0014] Das das Rohr einschließende Waffengehäuse kann, wie an sich bekannt, über Bolzen am gleitenden Lagerteil abgesteckt sein, wobei zusätzlich das Waffengehäuse über eine Nut-Feder-Verbindung, die achsparallel zur Rohrachse verläuft, an dem gleitenden Lagerteil festgelegt ist. Hierdurch ist eine einwandfreie Zentrierung und Aufnahme des Waffengehäuses gewährleistet.

    [0015] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann an dem Schwenkteil eine zusätzl iche Führung für das Rohr vorgesehen sein, um bei Dauerfeuer unkontrollierte Rohrbewegungen einzuschränken und eine weitere Beruhigung des Gesamtsystems zu erhalten.

    [0016] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispiels beschrieben.

    [0017] In der Zeichnung zeigen:

    Figur 1 einen Längsschnitt durch den Waffenträger im Bereich der vorderen Waffenlager und

    Figur 2 einen Schnitt 11-11 gemäß Figur 1 in vergrößertem Maßstab.



    [0018] In der Zeichnung ist der Waffenträger mit 1 bezeichnet. Er nimmt die vorderen Waffenlager 2, 3 für das Waffengehäuse 18 auf. Dabei sind die beiden Waffenlager 2, 3 mit Bezug auf das Waffengehäuse 18 diametral angeordnet. Das Waffengehäuse 18 ist über Steckbolzen 4, 5, die den Waffenträger 1 mit Spiel durchgreifen, mit den vorderen Waffenlagern 2, 3 verbunden.

    [0019] Beide Waffenlager 2, 3 sind als Gleitlager ausgebildet und bestehen jeweils aus einem festen Lagerteil 6 und einem gleitenden Lagerteil 7. Jedes feste Lagerteil 6 ist über zwei mit Abstand angeordnete Hohlzapfen 8 in Buchsen 9 am Waffenträger 1 festgelegt. Auf die Hohlzapfen 8 sind Verschlußdeckel 10 aufgesetzt.

    [0020] Jedes feste Lagerteil 6 bildet, wie insbesondere aus Figur 2 ersichtlich, eine Gleitbahn 11 für das bewegliche Lagerteil 7. Im übrigen ist das Gleitlager als T-Nut-Führung ausgebildet. Das gleitende Lagerteil 7 weist (Figur 2) einen U-förmigen Querschnitt auf, wobei der Steg des U-Profils die Gleitfläche aufweist, während die Schenkel zur Aufnahme der Steckbolzen 4 dienen.

    [0021] Das Waffengehäuse 1 ist ferner mittels einer Nut-Federverbindung 12 auf dem gleitenden Lagerteil 7 zentriert.

    [0022] Wie aus Figur 1 näher ersichtlich, weist das gleitende Lagerteil 7 einen etwa radial nach außen verlaufenden Ansatz 13 auf, der durch eine Aussparung im festen Lagerteil 6 hindurchgreift. Beiderseits des Ansatzes 13 sind an dem festen Lagerteil 6 Widerlager 14, 15 in Form von taschenartigen Aufnahmen ausgebildet. Zwischen dem Ansatz 13 und jedem der beiden Widerlager 14, 15 ist ein Dämpfungsglied 16 bzw. 17 eingesetzt, das gegebenenfalls noch zusätzlich mittels Bolzen oder dgl. zentriert ist.

    [0023] Die Dämpfungsglieder 16, 17 können, wie aus Figur 1 zu entnehmen ist, unterschiedlich ausgelegt sein, um den verschiedenen Kraftverhältnissen beim Vor- und Rücklauf der Kanone Rechnung zu tragen. Im übrigen können die Dämpfungsglieder von beliebigem Aufbau sein, beispielsweise aus Schraubenfedern, Tellerfedern, Schwingmetallen, Metallgewebekissen oder dgl. bestehen.

    [0024] An dem Waffenträger bzw. dem die Kanone aufnehmenden Schwenkteil kann eine zusätzliche Führung 19 (Fig.1) vorgesehen sein, die die Bewegungen des Rohrs einschränkt.


    Ansprüche

    1. Maschinenkanone mit rückfaufendem Rohr, insbesondere für gepanzerte Fahrzeuge, die fahrzeugseitig in einem Schwenkteil fest eingebaut und über vordere, schwingungsgedämpfte Waffenlager am Waffenträger abgestützt ist,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die vorderen Waffenlager (2, 3) als lineare Gleitlager ausgebildet sind und daß das gleitende Lagerteil (7) gegenüber dem Waffenträger (1) über Schwingungsdämpfer (16, 17), die in beiden Laufrichtungen des Rohrswrirksam sind, abgestützt ist.
     
    2. Maschinenkanone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsdämpfer (16, 17) zwischen dem gleitenden und dem festen Lagerteil (7 bzw. 6) der Gleitlager (2, 3) angeordnet sind.
     
    3. Maschinenkanone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitlager (2, 3) als T-Nut-Führung ausgebildet ist.
     
    4. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das feste Lagerteil (6) in seiner Gleitbahn (11) eine Aussparung aufweist, in die ein Ansatz (13) am gleitenden Lagerteil (7) hineinragt, und daß beiderseits der Aussparung ein Widerlager (14, 15) für je ein Dämpfungsglied (16, 17) vorgesehen ist, das sich mit seinem jeweils anderen Ende an dem Ansatz (13) abstützt.
     
    5. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerlager (14, 15) Teil des festen Lagerteils (6) sind.
     
    6. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Widerlager (14, 15) und/oder der Ansatz (13) am gleitenden Lagerteil (7) taschenartige Aufnahmen für die Dämpfungsglieder (16, 17) aufweisen.
     
    7. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Dämpfungsglieder (16, 17) für die beiden Laufrichtungen des Rohrs unterschiedliche Dämpfungscharakteristik aufweisen.
     
    8. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das feste Lagerteil (6) über wenigstens zwei mit Abstand voneinander angeordnete Zapfen (8), zwischen denen sich die Widerlager (13, 14, 15) befinden, in Buchsen (9) am Waffenträger (1) befestigt ist.
     
    9. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das das Rohr einschließende Waffengehäuse (18) über Bolzen (4) und (5) am gleitenden Lagerteil (7) abgesteckt ist.
     
    10. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Schwenktei l eine zusätzliche, Bewegungen des Rohrs einschränkende Führung (19) angeordnet ist.
     




    Zeichnung