[0001] Die Erfindung betrifft eine Maschinenkanone mit rücklaufendem Rohr, insbesondere
für gepanzerte Fahrzeuge, die fahrzeugseitig in einem Schwenkteil fest eingebaut und
über vordere, schwingungsgedämpfte Waffenlager am Waffenträger abgestützt ist.
[0002] Bei bekannten Maschinenkanonen mit rücklaufendem Rohr werden die relativ hohen Rückstoßkräfte
üblicherweise über die starre Waffenlagerung in das Waffengehäuse, den Waffenträger
(Schwenktei! ) , die Lafette oder den Turm und schließlich in das Fahrzeugdach geleitet.
In Abhängigkeit von der Kadenz wird das aus den vorgenannten Teilen bestehende System
in Schwingung versetzt, so daß das Trefferergebnis naturgemäß negativ beeinflußt wird.
Je leichter und freitragender die Aufnahme für die Lafette auf dem Dach ist, umso
ungünstiger wirkt sich dieses Schwingungsverhalten auf die Trefferlage aus.
[0003] Bei einer bekannten Maschinenkanone (DE-GM 76 22 506) soll dieser Nachteil dadurch
abgemildert werden, daß die Waffenlager über Zapfen und diese umgebende Schwingmetalle
im Waffenträger festgelegt sind. Aufgrund ihrer hülsenartigen Ausbildung wirken diese
Schwingungsdämpfer sowohl beim Vorals auch beim Rücklauf des Rohrs. Sie erfordern
jedoch eine Einzelfertigung und sehr genaue Einpassung, um ihre Funktion einigermaßen
befriedigend erfüllen zu können. Auch sind sie im Dauerbetrieb nicht ausreichend verschleißfest,
so daß die Trefferergebnisse mit der Zeit leiden. Außerdem bringen die relativ kurzen
Federwege der Schwingmetal Ibuchsen nur bei kurzen Feuerstößen einen Teilerfolg in
der Trefferbildverbesserung.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die eingangs genannte Maschinenkanone dahingehend
weiterzuentwickeln, daß eine Verbesserung der Trefferergebnisses erreicht wird und
das Trefferergebnis auch über eine längere Betriebsdauer reproduzierbar ist. Ferner
soll die Montage und Austauschbarkeit der Waffenlagerung vereinfacht werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die vorderen Waffenlager als
lineare Gleitlager ausgebildet sind und daß das gleitende Lagerteil gegenüber dem
Waffenträger über Schwingungsdämpfer, die in beiden Laufrichtungen des Rohrs wirksam
sind, abgestützt ist.
[0006] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung erhält die Kanone gegenüber dem gattungsgemäßen
Stand der Technik mittels der Gleitlager eine einwandfreie Linearführung parallel
zur Rohrachse. Diese Führung wird durch die Schwingungsdämpfer in keiner Weise beeinflußt.
Andererseits erfolgt die Schwingungsdämpfung unmittelbar am Waffenlager und somit
so nahe als möglich am Entstehungsort, indem die Schwingungsdämpfer zwischen dem gleitenden
Lagerteil und dem Waffenträger wirksam sind. Die erfindungsgemäße Ausbildung gibt
gegenüber der bekannten Maschinenkanone ferner den Vorteil, daß die Schwingungsdämpfer
für die Vorlauf- und die Rücklaufbewegung den in diesen Bewegungsrichtungen jeweils
aufzunehmenden Kräften angepaßt werden können, so daß in beiden Laufrichtungen eine
optimale Dämpfung erzielbar ist.
[0007] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Schwingungsdämpfer zwischen
dem gleitenden und dem festen Lagerteil der Gleitlager angeordnet. Die Waffenlager
und die Schwingungsdämpfer bilden also eine in sich geschlossene Baueinheit, die in
den Waffenträger eingesetzt wird. Statt dessen wäre es natürl ich auch mögl ich, die
Schwingungsdämpfer einerseits am gleitenden Lagerteil, andererseits unmittelbar am
Waffenträger abzustützen, so daß das feste Lagerteil ausschließlich Führungsfunktionen
zu übernehmen hat.
[0008] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung sind die Gleitlager als T-Nut-Führungen ausgebildet,
so daß das Waffengehäuse in zwei zueinander senkrechten Koordinaten einwandfrei geführt
ist.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das feste Lagerteil in seiner Gleitbahn
eine Aussparung auf, in die ein Ansatz am gleitenden Lagerteil hineinragt, wobei beiderseits
der Aussparung ein Widerlager für je ein Dämpfungsglied vorgesehen ist, das sich mit
seinem jeweils anderen Ende an dem Ansatz abstützt. Durch diese Ausbildung entsteht
eine sehr kurze und gedrängte Bauweise.
[0010] Wenngleich die Widerlager wiederum am Waffenträger vorgesehen sein könnten, sind
sie jedoch vorteilhafterweise Teil des festen Lagerteils, so daß die Schwingungsdämpfung
in das Waffenlager integriert ist.
[0011] Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Widerlager und/oder der Ansatz am gleitenden Lagerteil
taschenartige Aufnahmen für die Dämpfungsglieder aufweisen. Mittels dieser taschenartigen
Aufnahmen werden die Dämpfungsglieder in Position gehalten und zentriert.
[0012] Wie bereits angedeutet, können die Dämpfungsglieder für die beiden Laufrichtungen
des Rohrs unterschiedliche Dämpfungscharakteristik aufweisen, um den unterschiedl
ichen Kräften Rechnung tragen zu können.
[0013] Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung kann das feste Lagerteil über wenigstens zwei
mit Abstand voneinander angeordnete Zapfen, zwischen denen sich die Widerlager befinden,
in Buchsen am Waffenträger befestigt sein, so daß sich das Waffengehäuse und die Lager
leicht montieren und gegebenenfalls auch austauschen lassen.
[0014] Das das Rohr einschließende Waffengehäuse kann, wie an sich bekannt, über Bolzen
am gleitenden Lagerteil abgesteckt sein, wobei zusätzlich das Waffengehäuse über eine
Nut-Feder-Verbindung, die achsparallel zur Rohrachse verläuft, an dem gleitenden Lagerteil
festgelegt ist. Hierdurch ist eine einwandfreie Zentrierung und Aufnahme des Waffengehäuses
gewährleistet.
[0015] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann an dem Schwenkteil eine zusätzl iche
Führung für das Rohr vorgesehen sein, um bei Dauerfeuer unkontrollierte Rohrbewegungen
einzuschränken und eine weitere Beruhigung des Gesamtsystems zu erhalten.
[0016] Nachstehend ist die Erfindung anhand eines in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispiels
beschrieben.
[0017] In der Zeichnung zeigen:
Figur 1 einen Längsschnitt durch den Waffenträger im Bereich der vorderen Waffenlager
und
Figur 2 einen Schnitt 11-11 gemäß Figur 1 in vergrößertem Maßstab.
[0018] In der Zeichnung ist der Waffenträger mit 1 bezeichnet. Er nimmt die vorderen Waffenlager
2, 3 für das Waffengehäuse 18 auf. Dabei sind die beiden Waffenlager 2, 3 mit Bezug
auf das Waffengehäuse 18 diametral angeordnet. Das Waffengehäuse 18 ist über Steckbolzen
4, 5, die den Waffenträger 1 mit Spiel durchgreifen, mit den vorderen Waffenlagern
2, 3 verbunden.
[0019] Beide Waffenlager 2, 3 sind als Gleitlager ausgebildet und bestehen jeweils aus einem
festen Lagerteil 6 und einem gleitenden Lagerteil 7. Jedes feste Lagerteil 6 ist über
zwei mit Abstand angeordnete Hohlzapfen 8 in Buchsen 9 am Waffenträger 1 festgelegt.
Auf die Hohlzapfen 8 sind Verschlußdeckel 10 aufgesetzt.
[0020] Jedes feste Lagerteil 6 bildet, wie insbesondere aus Figur 2 ersichtlich, eine Gleitbahn
11 für das bewegliche Lagerteil 7. Im übrigen ist das Gleitlager als T-Nut-Führung
ausgebildet. Das gleitende Lagerteil 7 weist (Figur 2) einen U-förmigen Querschnitt
auf, wobei der Steg des U-Profils die Gleitfläche aufweist, während die Schenkel zur
Aufnahme der Steckbolzen 4 dienen.
[0021] Das Waffengehäuse 1 ist ferner mittels einer Nut-Federverbindung 12 auf dem gleitenden
Lagerteil 7 zentriert.
[0022] Wie aus Figur 1 näher ersichtlich, weist das gleitende Lagerteil 7 einen etwa radial
nach außen verlaufenden Ansatz 13 auf, der durch eine Aussparung im festen Lagerteil
6 hindurchgreift. Beiderseits des Ansatzes 13 sind an dem festen Lagerteil 6 Widerlager
14, 15 in Form von taschenartigen Aufnahmen ausgebildet. Zwischen dem Ansatz 13 und
jedem der beiden Widerlager 14, 15 ist ein Dämpfungsglied 16 bzw. 17 eingesetzt, das
gegebenenfalls noch zusätzlich mittels Bolzen oder dgl. zentriert ist.
[0023] Die Dämpfungsglieder 16, 17 können, wie aus Figur 1 zu entnehmen ist, unterschiedlich
ausgelegt sein, um den verschiedenen Kraftverhältnissen beim Vor- und Rücklauf der
Kanone Rechnung zu tragen. Im übrigen können die Dämpfungsglieder von beliebigem Aufbau
sein, beispielsweise aus Schraubenfedern, Tellerfedern, Schwingmetallen, Metallgewebekissen
oder dgl. bestehen.
[0024] An dem Waffenträger bzw. dem die Kanone aufnehmenden Schwenkteil kann eine zusätzliche
Führung 19 (Fig.1) vorgesehen sein, die die Bewegungen des Rohrs einschränkt.
1. Maschinenkanone mit rückfaufendem Rohr, insbesondere für gepanzerte Fahrzeuge,
die fahrzeugseitig in einem Schwenkteil fest eingebaut und über vordere, schwingungsgedämpfte
Waffenlager am Waffenträger abgestützt ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die vorderen Waffenlager (2, 3) als lineare Gleitlager ausgebildet sind und daß
das gleitende Lagerteil (7) gegenüber dem Waffenträger (1) über Schwingungsdämpfer
(16, 17), die in beiden Laufrichtungen des Rohrswrirksam sind, abgestützt ist.
2. Maschinenkanone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schwingungsdämpfer
(16, 17) zwischen dem gleitenden und dem festen Lagerteil (7 bzw. 6) der Gleitlager
(2, 3) angeordnet sind.
3. Maschinenkanone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gleitlager
(2, 3) als T-Nut-Führung ausgebildet ist.
4. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das
feste Lagerteil (6) in seiner Gleitbahn (11) eine Aussparung aufweist, in die ein
Ansatz (13) am gleitenden Lagerteil (7) hineinragt, und daß beiderseits der Aussparung
ein Widerlager (14, 15) für je ein Dämpfungsglied (16, 17) vorgesehen ist, das sich
mit seinem jeweils anderen Ende an dem Ansatz (13) abstützt.
5. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die
Widerlager (14, 15) Teil des festen Lagerteils (6) sind.
6. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Widerlager (14, 15) und/oder der Ansatz (13) am gleitenden Lagerteil (7) taschenartige
Aufnahmen für die Dämpfungsglieder (16, 17) aufweisen.
7. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die
Dämpfungsglieder (16, 17) für die beiden Laufrichtungen des Rohrs unterschiedliche
Dämpfungscharakteristik aufweisen.
8. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das
feste Lagerteil (6) über wenigstens zwei mit Abstand voneinander angeordnete Zapfen
(8), zwischen denen sich die Widerlager (13, 14, 15) befinden, in Buchsen (9) am Waffenträger
(1) befestigt ist.
9. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das
das Rohr einschließende Waffengehäuse (18) über Bolzen (4) und (5) am gleitenden Lagerteil
(7) abgesteckt ist.
10. Maschinenkanone nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
an dem Schwenktei l eine zusätzliche, Bewegungen des Rohrs einschränkende Führung
(19) angeordnet ist.