[0001] Die Erfindung betrifft einen Mehrpunkteverschluss für Türen oder Fenster, mit einem
Gehäuse, einem im Gehäuse gelagerten, durch einen Drücker drehbaren Betätigungselement,
welches mittelbar mit mindestens einer Treibstange gekuppelt ist.
[0002] In der DE 19 07 061 C3 wird ein Mehrpunkteverschluss mit einer mit Riegelelementen
versehenen Treibstange beschrieben, die in einer Richtung in die Schliesstellung und
in der anderen Richtung in die Offenstellung bewegbar ist. Zu diesem Zweck ist in
einem Gehäuse ein Betätigungselement gelagert, das normalerweise durch eine ausserhalb
des Betätigungselementes angeordnete Feder in einer Mittelstellung gehalten wird.
Mit dem Drücker kann es zum Schliessen und zum Oeffnen in der einen oder anderen Richtung
gedreht werden. Bei einer solchen Drehung greift ein Finger des Betätigungselementes
unmittelbar oder über ein Zwischenglied an einem Mitnehmerabsatz zum Schliessen oder
einem anderen Mitnehmerabsatz zum Oeffnen an. Dieser Mehrpunkteverschluss hat aber
den grossen Nachteil, dass er zum Schliessen und Oeffnen eine relativ grosse Verschwenkung
des Drückers erfordert. Weil der Benützer eine grosse Verschwenkung unnatürlich empfindet,
muss in der Praxis der Drücker eine etwa 10° nach oben gerichtete Normalstellung besitzen.
Dies ist aber aus ästhetischen Gründen unerwünscht. Zwar wäre es möglich, diesen Nachteil
zu beseitigen, wenn dem Betätigungsorgan ein grosser Durchmesser gegeben wird. Dann
wird jedoch das Gehäuse noch wesentlich breiter, oder wie es in der Fachsprache heisst,
tiefer. Dies ist aber unerwünscht, weil dann der Tür- oder Fensterflügelrahmen noch
breiter gehalten werden muss, als dies ohnehin schon für diese Art von Mehrpunkteverschluss
notwendig ist. Ein breiterer Türflügelrahmen führt zu einem hohen Materialbedarf,
erhöht das Gewicht der Türe oder des Fensters und führt zu einer ebenfalls unerwünschten
Verkleinerung des Lichtmasses. Ein weiterer Nachteil des bekannten Verschlusses besteht
darin, dass die engen Platzverhältnisse es verunmöglichen, Gewindelöcher für die Befestigung
einer Standard-Rosette vorzusehen.
[0003] Die beschriebenen Nachteile wurden aber während vielen Jahren in Kauf genommen, weil
die Treibstange von einem Zustand in den anderen etwa 20 mm weit bewegt werden muss
und deshalb eine ebenso grosse Bewegung des Mitnehmers des Betätigun
gs-elementes als unabdingbar erschien. Wenn gefordert wird, dass der Drücker nach der
Schliessbewegung oder Oeffnungsbewegung wieder in seine ursprüngliche Lage zurückkehren
muss, erfordert dies eine Bewegung des Mitnehmers, die noch entsprechend grösser ist.
Um dies zu erreichen ergab sich notgedrungen eine Tiefe des Verschlusses von etwa
50 mm und ein Dornmass von etwa 32 mm. Das Dornmass ist der Abstand von der Mitte
der Schlossnuss bis zur Vorderkante des Stulps. Es ist zwar ein Mehrpunkteverschluss
auf dem Markt, der eine Tiefe von 45 mm und ein Dornmass von 28 mm aufweist. Bei diesem
Mehrpunkteverschluss ist aber eine unpraktisch hohe Verschwenkung des Drückers von
je etwa 45° aus der Mittelstellung notwendig. Dies bedingt auch die bereits vorher
erwähnte unerwünschte Anordnung der Mittelstellung, bei welcher der Drücker um etwa
10° nach oben gerichtet ist.
[0004] Es ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Mehrpunkteverschluss zu schaffen,
welcher die geschilderten Nachteile vorbekannter Verschlüsse mindestens zum Teil vermeidet.
Insbesondere soll der Verschluss trotz geringer Tiefe und kleinem Dornmass eine ausreichende
Bewegung der Treibstange mit einer geringen Verschwenkung des Drückers ermöglichen.
Diese Verschwenkung sollte in jeder Richtung aus der waa
g- rechten Mittelstellung nicht mehr als etwa 20° betraaen.
[0005] Gemäss der vorliegenden Erfindung wird dies dadurch erreicht, dass ein unmittelbar
oder mittelbar vom Betätigunaselement antreibbarer Uebersetzungshebel vorgesehen ist,
der mittelbar oder unmittelbar auf die Treibstange einwirkt. Dadurch, dass ein Uebersetzungshebel
oder ein mechanisch äquivalentes Glied vorgesehen ist, kann das Betätigungselement
kleiner dimensioniert werden. Dies wiederum ermöglicht es, die sogenannte Tiefe des
Verschlussgehäuses kleiner als bisher zu halten, ohne dass aber eine grössere Verschwenkung
des Drückers zum Schliessen oder Oeffnen notwendig wäre. Im Gegenteil, die notwendige
Schwenkbewegung kann sogar gegenüber dem bisherigen Stand der Technik wesentlich kleiner
bemessen werden. Von grosser praktischer Bedeutung ist auch, dass das Dornmass kleiner
als bisher gehalten werden kann.
[0006] Zweckmässigerweise ist zwischen Betätigungselement und Uebersetzungshebel ein Uebertragungsglied
vorgesehen. Grundsätzlich wäre es zwar auch möglich, das Betätigungselement direkt
auf den Uebersetzungshebel einwirken zu lassen. Dadurch aber, dass ein Uebertragungsglied
vorgesehen ist, ergeben sich eine Anzahl weiterer Vorteile. So ist es möglich, in
einem vorbestimmten Abstand oberhalb und unterhalb des Betätigungselementes Zapfen
mit einem Gewindeloch zur Befestigung einer Rosette anzuordnen. Rosetten werden im
Handel mit genormten Abmessungen vertrieben. Die Möglichkeit, solche genormte Rosetten
mit dem beschriebenen Mehrpunkteverschluss zu verwenden, stellt daher einen bedeutenden
Vorteil dar.
[0007] Zweckmässigerweise ist der Uebersetzungshebel als einarmiger Hebel ausgebildet. Dies
ergibt eine besonders einfache Konstruktion. Wenn der Mehrpunkteverschluss mit einer
Feder ausgerüstet ist, welche das Betätigungselement jeweils nach einer Betätigung
in die Mittelstelluna des Drehbereichs zurückführt, ist es vorteilhaft, diese Feder
in einer Kammer des Betätigungselementes anzuordnen. Dabei können an jedem Federende
ein Plättchen mit zwei Armen angeordnet werden, die in Schlitze des Gehäuses greifen.
Dadurch wird die Feder je nach der Bewegungsrichtung am einen oder anderen Ende festgehalten
und komprimiert. Die gleiche Feder wirkt daher unabhängig davon, wie der Drücker bewegt
wird, als Rückstellfeder in der Mittelstellung. Durch die Anordnung der Feder im Betätigungsorgan
wird zudem eine sehr kompakte Konstruktion erzielt, welche genügend Raum für andere
Zwecke freilässt. So wird beispielsweise durch die sehr kompakte Konstruktion die
gewünschte Anordnung von Zapfen für die Befestigung der Rosette ermöglicht.
[0008] Es ist auch möglich, in einem vorbestimmten Abstand vom Betätigungselement eine Falle
mit Schliessfeder anzuordnen. Solche Fallen sind bei Mehrfachverschlüssen in der Regel
notwendig, denn es sollte möglich sein, eine Türe oder ein Fenster z.B. tagsüber zu
öffnen und zu schliessen, ohne dass sie entriegelt oder verriegelt werden muss.
[0009] Vorteilhaft ist ein koaxial zum Betätigungselement
gela
ger- ter Fallenrückstellhabel angeordnet, welcher einen vom Betätigungselement betätigbaren
Mitnehmer aufweist. Durch diese Gestaltung und Anordnung des Fallenrückstellhebels
ergibt sich eine platzsparende Konstruktion, die ebenfalls die Anordnung von Zapfen
zur Befestigung der Rosetten erleichtert.
[0010] Gemäss einem Ausführungsbeispiel der Erfindung sind zwei Treibstangen vorgesehen,
welche innerhalb des Gehäuses mit einem Verbindungsglied miteinander verbunden sind.
Dies ergibt eine zweckmässige Konstruktion, wobei in diesem Falle der Uebersetzungshebel
vorteilhaft mit dem Verbindungsglied statt mit der Treibstange gekoppelt wird. Der
Uebersetzungshebel wirkt dann also auf die Treibstangen lediglich mittelbar ein. Auch
diese Gestaltung trägt zu einer gedrängten Konstruktion bei, bei der die Tiefe des
Mehrpunkteverschlusses klein gehalten werden kann, so dass der Materialbedarf für
den Türflügel- oder Fensterflügelrahmen ebenfalls klein gehalten werden kann.
[0011] Die Treibstangen können auf auswechselbaren Supporten verschiebbar gelagert sein.
Dies macht es möglich, die Supporte auszuwechseln, wenn ein anderes Dornmass erwünscht
ist.
[0012] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun unter Bezugnahme auf die Zeichnung
beschrieben. Es zeigt:
Fig. 1 eine Vorderansicht eines Mehrpunkteverschlusses mit abgenommenem Gehäuseoberteil
in entriegelter Stellung,
Fig. 2 das Gehäuseunterteil,
Fig. 3 eine Ansicht des Gehäuseunterteils von Fig. 2 zusammen mit dem Gehäuseoberteil vor seiner Montage auf dem Gehäuseunterteil,
Fig.' 4 den Fallenrückstellhebel und seine Anordnung im Gehäuseunterteil und
Fig. 5 die Anordnung von Schlosszylinder, Sperrelement und Halteelement im Gehäuseunterteil.
[0013] Der Mehrpunkteverschluss weist ein Gehäuse 11 zur Aufnahme des Betätigungsgetriebes
für die Treibstangen 23, 24 und anderer Verschlusselemente auf. Das Gehäuse 11 besteht
im wesentlichen aus dem Gehäuseunterteil 12 und dem Gehäuseoberteil oder -deckel 13
(Figuren 2 und 3). Das Gehäuseunterteil 12 besitzt eine Platine 14, von welcher sich
die Seitenwand 15 nach oben erstreckt. Im Gegensatz zu bekannten Mehrpunkteverschlüssen,
wo die Seitenwand am Oberteil angeordnet ist, wird durch die beschriebene Ausgestaltung
des Unterteils 12 ein wirksamer Schutz gegen das Eindringen von Spänen bei der Montage
geschaffen. In diesem Zusammenhang ist zu beachten, dass das Gehäuseunterteil 12 an
beiden Seiten durch die Supporte 16, 17 abgeschlossen ist.
[0014] Der Lagerung der beweglichen Teile des Mehrpunkteverschlusses dienen die Drehzapfen
18, 19, 20 und die Bohrung 21 (Fig. 2). Des weiteren sind zur Geradführung der beweglichen
Teile die Führungsschlitze 22, 23, 24 vorgesehen. In diese Führungsschlitze 22, 23,
24 können zur Führung von beweglichen Teilen Stifte eingreifen, wie dies später noch
beschrieben wird. Die Zapfen 25 mit den Gewindelöchern 70 dienen der Befestigung der
Rosette nach der Montage des Mehrpunkteverschlusses in der Türe oder dem Fenster.
[0015] Die Oeffnung 26 erlaubt die diebstahlsichere Befestigung des Schlosspanzerschildes
durch von aussen unzugängliche Befestigungsmittel.
[0016] Die Oeffnung 27 ermöglicht ein Umkehren der Falle, wie dies später noch näher beschrieben
wird. Die Oeffnun
g 28 dient der Aufnahme des Schlosszylinders.
[0017] Die Funktion der Schlitze 29, denen auch entsprechende Schlitze im Gehäuseoberteil
13 entsprechen, wird später noch näher erläutert. Ganz allgemein kann jedoch erwähnt
werden, dass der Oberteil 13 ähnlich ausgebildet ist wie die Platine 14, zu der er
parallel angeordnet ist.
[0018] Die Stulpschiene 30 (Fig. l) ist an den Supporten 16 und 17, welche mit dem Unterteil
des Gehäuses fest verbunden sind, befestigt. Diese Befestigung der Stulpschiene 30
erfolgt durch Schrauben (nicht eingezeichnet), welche in Gewindelöcher in den Supporten
16, 17 eingeschraubt sind. Die Gewindelöcher werden mit den strichpunktierten Linien
37, 38 angedeutet.
[0019] Die Supporte 16, 17 dienen auch der Führung der Treibstangen 31, 32 und weisen zu
diesem Zweck je einen Führungsteil 33, 34 (Fig. 3) auf, die in Längsschlitze 35, 36
(Fig. 1) der Treibstangen 31, 32 eingreifen.
[0020] Es wäre möglich, die Treibstangen 31, 32 durch eine einstückige Treibschiene zu ersetzen.
Da aber die Falle 39 im Bereich der Stulpschiene 30 sehr massiv ausgeführt ist, um
eine entsprechende Sicherheit zu gewährleisten, fehlt in der Nähe der Stulpschiene
30 der notwendige Platz zum Vorbeiführen der Treibstange. Eine einstückige Treibstange
müsste daher'eine Abkröpfung aufweisen und im Bereich des hinteren Teils der Falle
39 eine Aussparung besitzen. Gemäss dem vorliegenden Ausführungsbeispiel der Erfindung
ist ein Verbindungsglied 40 vorgesehen, welches in bekannter Weise am hinteren Teil
der Falle 39 vorbeiführt, denn dort kann die Falle 39 ohne Beeinträchtigung der Sicherheit
dünner ausgestaltet werden, so dass genügend Raum zum Vorbeiführen des Verbindungsglieds
40 vorhanden ist. Das Verbindungsglied 40 besitzt Nasen 41, 42, welche je in eine
Oeffnung 43, 44 der Treibstange 31 bzw. 32 eingreifen, so dass diese Treibstangen
31, 32 dadurch miteinander gekuppelt sind. Zur Führung des Verbindungselements 40
dienen Stifte-52 (nur einer ist in Figur 1 sichtbar), welche in Führungsschlitze 22,
23 (Figur 2) eingreifen. Zur Sicherung der Treibstangen 23 24 in der unverriegelten
Stellung dient eine Blattfeder 54, welche in eine Kerbe 56 des Verbindungsglieds 40
eingreift.
[0021] Das Betätigungselement 45 ist drehbar in der Bohrung 21 des Gehäuseunterteils 12
gelagert. Es weist eine vierkantige Durchgangsöffnung 46 zur Befestigung des Drückers
(nicht dargestellt) auf. Das Betätigungselement 45 besitzt an der Peripherie einen
Mitnehmer 47, welcher in eine Aussparung 48 des Uebertragungsglieds 49 eingreift.
Wichtig ist nun, dass das Uebertragungsglied nicht direkt auf die Treibstangen einwirkt,
sondern auf einen Uebersetzungshebel 50. Zu diesem Zweck ist das Uebertragungsglied
49 an der Anlenkstelle 51 am Uebersetzungshebel 50 drehbar befestigt. Der Uebersetzungshebel
50 ist beim gezeigten Ausführungsbeispiel ein einarmiger Hebel, welcher um den im
Gehäuseunterteil 12 befestigten Drehzapfen 19 drehbar ist. Der Uebersetzungshebel
50 besitzt an seinem freien Ende eine Nase 53, welche in eine Oeffnung 55 des Verbindungsglieds
40 eingreift, um dieses mitzunehmen. Da sich die Anlenkstelle 51 nahe beim Drehzapfen
19 befindet, ist leicht ersichtlich, dass eine Bewegung des Mitnehmers 47, wenn dieser
das Uebertragungsglied 49 mitnimmt, eine Bewegung der Nase 53 bewirkt, die wesentlich
grösser ist als die Bewegung des Mitnehmers 47. Infolgedessen werden auch die Treibstangen
31, 32 wesentlich mehr bewegt, als wenn der Antrieb des Verbindungsgliedes 40 direkt
durch den Mitnehmer 47 erfolgen würde. Es genügt daher eine relativ geringe Auslenkung
durch den Drücker, um die Türe oder das Fenster zu verriegeln oder zu entriegeln.
Die Auslenkung kann in einem Bereicht von etwa 20° nach unten und nach oben gehalten
werden. Der Drücker kann somit in der Ruhestellung waagrecht angeordnet sein, was
auch aus ästhetischen Gründen vorzuziehen ist. Trotzdem ist es möglich, das Gehäuse
relativ schmal zu gestalten, d.h. die sogenannte Tiefe gering zu halten. So beträgt
beispielsweise die Tiefe beim gezeigten Ausführungsbeispiel lediglich 40 mm. Dies
ermöglicht bei den Tür- oder Fensterrahmen eine erhebliche Materialeinsparung bei
gleichzeitigem Gewinn an Bedienungskomfort.
[0022] Im Betätigungselement 45 ist 59 angeordnet, in welcher sich eine Schraubenfeder 61
befindet. Diese Schraubenfeder 61 hat die Aufgabe, das Betätigungselement 45 und somit
auch den Drücker nach jeder Betätigung in die ein
ge-zeichnete Lage zurückzuführen. Bei jedem Federende ist ein Plättchen 63 angeordnet,
das an beiden Enden einen Zapfen 65 aufweist. Diese Zapfen erstrecken sich in die
Schlitze 29 im Gehäuseunterteil 12 und im Gehäuseoberteil 13. Je nachdem, in welcher
Richtung der Drücker bewegt wird, wird durch die Schlitze 29 das eine oder das andere
Federende blockiert, wobei die Feder in der einen oder anderen Richtung komprimiert
wird. Somit wirkt die Schraubenfeder 61 als Rückstellfeder, welche den Drücker in
die Mittellage zurückführt, gleichgültig, ob er nach oben oder nach unten bewegt wurde.
[0023] Die beschriebene Anordnung der Schraubenfeder 51 im Betätigungselement 45 ermöglicht
eine erhebliche Platzersparnis, so dass im Gehäuseunterteil 12 in einem vorbestimmten
Abstand oberhalb und unterhalb der Drehachse 67 des Betätigungselementes 45 Zapfen
25 mit einem Gewindeloch 70 zur Befestigung (nicht dargestellt) von Rosetten an der
Türe oder am Fenster angeordnet werden können. Der übliche Abstand der Befestigungslöcher
der Rosetten, welche der Verzierung der Türe oder des Fensters dienen, beträgt 43
mm. Die Zapfen 25 sind also in diesem Normabstand angeordnet, um die Verwendung normierter
Rosetten zu ermöglichen.
[0024] Die beschriebene platzsparende Ausgestaltung des Betätigungsgetriebes für die Treibstangen
31, 32 erlaubt es auch, die Falle 39 im üblichen Abstand vom Betätigungselement 45
anzuordnen. Darüber hinaus kann die Falle 39 auch einstückig und sehr massiv ausgebildet
sein, um eine hohe Sicherheit zu gewährleisten.
[0025] Zum Zurückziehen der Falle 39 ist ein Fallenrückziehhebel 71 (Figur 4) vorgesehen,
welcher eine Bohrung 73 zur Lagerung an einem aus der Zeichnung nicht ersichtlichen
Lagerzapfen des Betätigungselementes 45 aufweist. Der Fallenrückstellhebel 71 greift
am Kopf einer Schraube 75 der Falle 39 an. In Figur 1 ist der Kopf der Schraube 75
nicht sichtbar, weil er sich unten an der Falle 39 befindet. Dieser Kopf der Schraube
75 reicht in die Aussparung 77 des Fallenrückstellhebels 71 hinein. Für die Federkraft
zum Einklinken der Falle 39 sorgt die Schraubenfeder 79, welche auf den zweiarmigen
Hebel 80 einwirkt. Aus Figur 1 ist ersichtlich, dass bei einer Bewegung des Betätigungselementes
45 im Uhrzeigersinn die Kante 81 am Mitnehmer 83 anschlägt und somit den Fallenrückziehhebel
71 ebenfalls im Uhrzeigersinn verschwenkt. Die Falle 39 wird daher vom Kopf der Schraube
75 in das Gehäuse 11 hineingezogen.
[0026] Die Oeffnung 27 im Gehäuseunterteil 12 ermöglicht ein Lösen der Schraube 75, so dass
bei Bedarf die Falle 39 herausgenommen und um 180° wieder eingesetzt werden kann.
Dies ermöglicht es, den Mehrpunkteverschluss sowohl für linke als auch für rechte
Türen oder Fenster zu verwenden.
[0027] Ein Schloss 87 in Verbindung mit einem Sperrelement 89 und einem Verriegelungsglied
91 ermöglicht die Sperrung der Treibstange 31. Die Gestaltung der Teile 89 und 91
ist aus den Figuren 2 und 5 ersichtlich. So ist aus Figur 5 zu entnehmen, dass das
Sperrelement 89 durch den Zapfen 20, welcher in den Schlitz 90 eingreift,und den Stift
92, welcher in den Schlitz 24 eingreift, bei seiner Bewegung geführt wird. Diese Bewegung
erfolgt durch Betätigung des Schlüssels 100. Die Treibstange 31 weist eine Oeffnung
95 auf, in welche das Sperrelement 89 einrasten kann. In der ungesperrten Stellung
befindet sich die Nase 97 (Figur 5) rechts von der Nase 98 des Verriegelungsgliedes
91. In der Verrie
gelunas- stellung befindet sich jedoch die Nase 97 links von der Nase 98. Eine Feder
99 (Figur 1) hält das Verriegelun
gs-glied 91 in der eingezeichneten Lage, aus der es durch Drehen des Schlüssels 100
bewegt werden kann.
[0028] Abschliessend ist noch auf einen bisher nicht erwähnten Vorteil des beschriebenen
Mehrpunkteverschlusses hinzuweisen. Dieser Vorteil besteht darin, dass das Dornmass
durch Auswechseln der Supporte 25, 26, der Falle 39, des Verbindungsglieds 29 und
des Sperrelements 89 leicht
ge-ändert werden kann.
1. Mehrpunkteverschluss für Türen oder Fenster mit einem Gehäuse (11), einem im Gehäuse
(11) gelagerten, durch einen Drücker drehbaren Betätigungselement (45), welches mittelbar
mit mindestens einer Treibstange (31, 32) gekuppelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass
ein unmittelbar oder mittelbar vom Betätigungselement (45) antreibbarer Uebersetzungshebel
(50) vorgesehen ist, der mittelbar oder unmittelbar auf die Treibstange (31, 32) einwirkt.
2. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, dass zwischen Betätigungselement (45) und Uebersetzungshebel (50)
ein Uebertragungsglied (49) vorgesehen ist.
3. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Uebersetzungshebel
(50) ein einarmiger Hebel ist.
4. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass in einem vorbestimmten Abstand oberhalb und unterhalb des Betätigungselementes
(45) ein Zapfen (25) mit einem Gewindeloch (70) zur Befestigung von Rosetten angeordnet
ist.
5. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 4, mit einer das Betätigungselement
(45) in die Mittelstellung des Drehbereichs zurückführenden Feder (61), dadurch gekennzeichnet,
dass die Feder (61) in einer Kammer (59) des Betätigungselementes (45) angeordnet
ist, und dass bei jedem Federende ein Plättchen (63) mit zwei Zapfen (65) angeordnet
ist, die in Schlitze (29) des Gehäuses (11) greifen.
6. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass in einem vorbestimmten Abstand vom Betätigungselement (45) eine Falle (39) mit
Schliessfeder (79) vorgesehen ist.
7. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass ein koaxial
zum Betätigungselement (45) gelagerter Fallenrückstellhebel (71) vorgesehen ist, welcher
einen vom Betätigungselement (45) betätigbaren Mitnehmer (83) aufweist.
8. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass zwei Treibstangen (31, 32) vorgesehen sind, welche innerhalb des Gehäuses (11)
mit einem Verbindungsglied (40) miteinander verbunden sind.
9. Mehrpunkteverschluss nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Uebersetzungshebel
(50) mit dem Verbindungsglied (40) gekuppelt ist.
10. Mehrpunkteverschluss nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass die Treibstange(n) (31, 32) auf auswechselbaren Supporten (16, 17) verschiebbar
gelagert ist (sind).