[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die kontinuierliche Fixierung von Drucken und
Klotzfärbungen mit Reaktivfarbstoffen auf textilen Warenbahnen aus Cellulosefasern
oder deren Mischungen mit synthetischen Fasern, bevorzugt mit Polyesterfasern, nach
einer Zweiphasen-Dämpf-Technik, wobei das gelöste alkalische Fixiermittel in Gestalt
von minimalen Flottenmengen auf dem unfixierten, vorgängig mit den Reaktivfarbstoffen
ohne Alkalizusatz bedruckten oder klotzgefärbten und gegebenenfalls getrockneten Fasermaterial
appliziert wird.
[0002] Die Fixierung von Drucken bzw. Klotzfärbungen mit Reaktivfarbstoffen auf Flächengebilden
aus Cellulosefasern erfolgt in der Praxis nach ein- oder zweistufiger Verfahrensweise.
Alle Zweistufen-Methoden dieser Art haben gemeinsam, daß man die den Farbstoff aufweisende
Druckpaste bzw. Klotzflotte ohne Zusatz von Alkali ansetzt und damit das Textilgut
beaufschlägt. Erst in einem zweiten Arbeitsgang wird sodann auf die unter neutralen
bzw. schwach sauren Bedingungen bedruckte oder geklotzte, gegebenenfalls zwischengetrocknete
Ware eine Alkalilösung aufgebracht, die zur nachfolgenden Fixierung des Farbstoffes
auf der Faser erforderlich ist. In der Regel findet die Applikation dieser Chemikalienlösung
auf einem Foulard mit zwei oder mehreren Walzen statt, wobei das vorbehandelte Textilgut
60-100 % (bezogen auf das Eigengewicht des trockenen Fasermaterials) der Fixierflotte
aufnimmt. Anstelle eines Foulards kann zur Behandlung mit dem Fixiermittel auch ein
Minimal-Auftragsaggregat eingesetzt werden. Bei der eigentlichen Fixieroperation durch
Einwirkung von Hitze in den dafür bisher eingesetzten speziellen Zweiphasendämpfern
wird die Ware anschließend kurzzeitig für 5-30 Sekunden bei 110-140°C gedämpft.
[0003] Als alkalisch wirkendes Mittel für die Fixierung der Reaktivfarbstoffe in der zweiten
Behandlungsstufe wird bei den bisher bekannten Zweiphasen-Klotzdämpf-Verfahren vorwiegend
Natronlauge von 32,5 % (38° Be) in einer Konzentration von 70-120 ml je Liter Klotzflotte
verwendet. Wasserglas von 38° Be in Mengen von 50-100 ml/1 wird dieser Fixierflotte
lediglich zur Erhöhung der Viskosität derselben und zur Erzielung eines gleichmäßigen
Filmes an dem Fixieralkali auf den Auftragswalzen beigemischt.
[0004] Die hohen Einsatzmengen an 70-120 ml/1 Natronlauge von 32,5 % (38° Be) gemäß diesem
Stand der Technik sind deshalb erforderlich, weil einige Reaktivfarbstoffe - vorwiegend
die Türkismarken mit einem großen Farbstoffmolekül - relativ langsam mit den OH-Gruppen
der Cellulose reagieren. Auf mercerisierter Baumwolle erzielt man wohl damit einwandfreie
Ergebnisse und eine gute Farbausbeute, auf nicht-laugierter Zellwolle und modifizierten
Regeneratfasern kann man hingegen unter diesen Bedingungen keine tiefen Türkistöne
erreichen. Das ist ein wichtiger Grund dafür, daß das Zweiphasen-Klotzdämpf-Verfahren
im Falle von Reaktivfarbstoffen ganz allgemein keine größere Verbreitung in der Praxis
gefunden hat. Eine Verdoppelung der Dämpfzeit würde zwar eine bessere Fixierung der
Türkismarken erbringen, kommt aber nicht in Betracht, weil die apparativen Voraussetzungen
nicht gegeben sind und gleichzeitig durch die hohen Natronlaugemengen die anderen
Farbtöne geschädigt werden.
[0005] In Kenntnis der Unzulänglichkeiten der aus der einschlägigen Literatur bekannten
Fixierverfahren für Reaktivfarbstoffe bestand die Aufgabe für die vorliegende Erfindung
nunmehr darin, die herkömmlichen Methoden auf diesem Arbeitsgebiet im Einklang mit
den Bedürfnissen der Praxis zu modifizieren und auch für den Einsatz von mit der Cellulosefaser
träge reagierenden Reaktivfarbstoffen zugänglich zu machen. Insbesondere sollten Mittel
und Wege erschlossen werden, welche der langjährigen Suche nach einem schnellfixierenden
Reaktivtürkis ein Ende setzen und die es unter Beibehaltung der positiven Effekte
der ausgeübten Arbeitsweise erlauben, im Falle der Herstellung von Drucken und Klotzfärbungen
mit Mischungen aus Reaktivfarbstoffen sogenannte Schnellfixierer neben nur langsam
reagierenden Farbstoffen dieses Typs anzuwenden sowie auch bei starken Schwankungen
in der Dämpfzeit stabile Druckausfälle ermöglichen.
[0006] Es wurde nun überraschenderweise gefunden, daß man besonders auf nicht-laugierten
Cellulosefasern wesentlich bessere Farbausbeuten an den applizierten Reaktivfarbstoffen
erhält, wenn man zwecks Fixierung derselben anstelle einer speziellen Zweiphasen-Anlage
von herkömmlichem Bauprinzip die in den Textildruckereien für die einphasige Arbeitsweise
weitverbreiteten Hängeschleifendämpfer einsetzt.
[0007] Die erfindungsgemäß gestellte Aufgabe wird somit dadurch gelöst, daß man als Fixierflotten
flüssige Präparationen des alkalischen Fixiermittels in Form einer angedickten wäßrigen
Lösung oder im verschäumten Zustand derselben einsetzt sowie den Imprägniervorgang
zum Überdecken des Vordruckes oder der Vorklotzung mit dieser Fixierflotte mittels
einer das gleichmäßige Auftragen geringer Flüssigkeitsmengen (Minimalauftrag) bewirkenden
Applikationsmaßnahme vornimmt, und daß man die anschließende Hitzefixierung der Drucke
oder Klotzfärbungen auf dem so behandelten Textilmaterial durch Langzeit-Dämpfen in
einem Hängeschleifendämpfer herbeiführt.
[0008] Das Prinzip der vorliegenden Erfindung beruht auf dem Auffinden sowie der praxisorientierten
Umsetzung von speziellen Richtlinien für optimale Verfahrensbedingungen. Durch die
bisher unbekannte Kombination der Anwendung von Minimal-Auftragssystemen für das überklotzen
bzw. überpflatschen der Fixierflüssigkeiten oder -schäume auf den alkalifreien Vordruck
bzw. Verklotzung mit den Reaktivfarbstoffen zusammen mit der nachfolgenden Farbstoff-Fixierung
in einem Hängeschleifendämpfer nach der vorliegenden Erfindung gelingt es, die eingangs
dargelegten Probleme im Zuge der zweiphasigen Applikation von Reaktivfarbstoffen mit
geringer Fixiergeschwindigkeit in den Griff zu bekommen.
[0009] Die Zusammensetzung der alkalischen Fixierflotte ist bei dem beanspruchten Verfahren
naturgemäß ganz anders als die diesbezügliche Rezeptur im Falle von herkömmlichen
Zweiphasen-Kurzdämpf-Verfahren. Die erfindungsgemäß erstrebte Konsistenz der Fixierflotten
kann dadurch eingestellt werden, daß die dafür vorgesehenen wäßrigen Lösungen neben
Alkalien noch Natronwassergläser, Verdickungsmittel wie z.B. Alginate, Stärke- oder
Guarderivate, Carboxymethylcellulosen etc., oder Elektrolyte aufweisen. Natronwasserglas
wird vorteilhaft auch für sich allein als das eigentliche Agens zur Fixierung der
Farbstoffe in Betracht gezogen und nicht lediglich als Hilfsmittel zur Erhöhung der
Viskosität der Fixierflotte und zur Erzielung eines gleichmäßigen Filmes an dem Fixieralkali
auf den Auftragswalzen empfohlen. In einem solchen Falle enthalten die flüssigen Präparationen
wäßrige Lösungen auf Basis von Natronwassergläsern, die eine Grädgkeit von 37-50°
Be bzw. ein spezifisches Gewicht von 1,34 bis 1,53 besitzen.
[0010] Beim Zweiphasen-Langdämpf-Verfahren nach der Erfindung wird Natronwasserglas entweder
alleine in einer Konzentration von 200-400 ml je Liter Klotzflotte eingesetzt oder
aber in Mischung mit anderen Alkalien, wobei man in einem solchen Fall dann beispielsweise
mit 100 ml Natronwasserglas von 38° B6 und 10-50 g bzw. ml Soda, Pottasche oder Natronlauge
von 38° B6 arbeitet.
[0011] Bei Anwendung der zuletzt angegebenen Alkalimischung als Fixiermittel ergibt sich
überraschenderweise der Vorteil, daß die Natronlauge durch das anwesende Wasserglas
im Verlauf des Zweiphasen-Langdämpf-Verfahrens soweit abgepuffert wird, so daß man
ohne Einfluß auf die Stabilität der Farbtöne Mengen im Bereich von 20-100 ml Natronlauge
von 38° Be dem Stammansatz 100 ml Natronwasserglas von 38° Be beifügen kann. Dieser
Befund ist für die Belange der Praxis besonders interessant im Falle der Erzeugung
von Olivtönen, die aus einer großen Menge Gelb und einem kleinen Anteil Schwarz eingestellt
werden (siehe Beispiel 2).
[0012] Hängeschleifendämpfer wurden in der Praxis bisher nur vereinzelt für Zweiphasen-Langdämpf-Verfahren
zur Applikation von Küpenfarbstoffen eingesetzt. Für die Fixierung von Drucken mit
Reaktivfarbstoffen konnten sie allerdings vorerst nicht genutzt werden, weil unter
Anwendung der üblichen Fixierflotten ein Verschmieren der Weißböden im Dämpfer erfolgte.
Dieses negative Ergebnis wird bedingt durch den großen Wareninhalt von 100-500 m und
durch einige Dutzend Stäbe, welche die in Schlaufen gelegte Ware im Dämpfer weitertransportieren.
Im Gegensatz hierzu haben Dämpfanlagen für das Zweiphasen-Kurzdämpf-Verfahren nur
einen Wareninhalt von 4-10 m und 3 Umlenkwalzen.
[0013] Im Falle der herkömmlichen Kombination von Minimalauftragssystemen mit einer Quetschfuge
und den Zweiphasen-Kurzdämpf-Verfahren gemäß Stand der Technik hat es sich als großer
Nachteil herausgestellt, daß als Folge der apparativen Unzulänglichkeiten Fäden und
Flusen auf der Warenoberfläche sowie Falten beim Wareneinlaß auf dem in erster Phase
vorbedruckten bzw. vorgeklotzten Textilgut so stark markieren, daß der Farbstoff während
des anschließenden Kurzzeitdämpfens an diesen Stellen praktisch überhaupt nicht fixiert.
Fernerhin ist der Durchdruck selbst bei einer Pression von 5 bar und Verwendung einer
Stahlwalze nicht allemal ausreichend und man muß daher beim Alkaliklotzen peinlich
darauf achten, daß die Ware immer mit der rechten Seite an der Gummiwalze anliegt,
die mit einer Reinigungsvorrichtung versehen ist.
[0014] Bei dem beanspruchten Verfahren wurde hingegen in dieser Hinsicht überraschenderweise
gefunden, daß man die gängigen Warenqualitäten bedenkenlos auf der linken oder rechten
Warenseite klotzen kann und daß auch Fäden und Flusen deutlich weniger zeichnen als
im Falle des bekannten Zweiphasen-Kurzdämpf-Verfahrens.
[0015] Beim erfindungsgemäßen Zweiphasen-Langdämpf-Verfahren findet der Minimalauftrag der
Fixierflotte unter Zuhilfenahme von maschinellen Applikations- und Dosiersystemen
statt, bei denen die Chemikalienlösung fein verteilt auf dem gleichförmig vorbeilaufenden
Fasermaterial in zusammenhängender, die mit den Farbstoffen vorgängig bedruckten oder
geklotzten Flächen überstreichender Schicht aufgebracht bzw. verschäumt wird. Die
apparativen Voraussetzungen für einen Minimalauftrag mit dieser Ausrichtung werden
beispielsweise von Walzen, Rakeln, Schaumkammern oder Zahnrädern erfüllt.
[0016] Im Falle der Applikation von Chemikalienlösungen der erwähnten Art kann der Fixiermittel-Minimalauftrag
mittels auf dem Funktionsprinzip bzw. der Wirkung von Walzen und/ oder Rakeln beruhenden
Maßnahmen durchgeführt werden. Dafür eignen sich die verschiedensten Walzenauftragssysteme
mit Quetschfugen, u.a. Gummi- oder Stahlwalzen, Magnetrakeln mit oder ohne Dosiervorrichtung,
Streichrakeln oder Rundschablonen. Auch Pflatschwalzen kommen in Betracht, an die
ein Abstreifer angedrückt ist.
[0017] Die Applikation der Schäume kann gemäß dem erfindungsgemäß beanspruchten Verfahren
nach verschiedenen Technologien erfolgen. Der Schaum kann entweder durch Aufrakeln,
Abquetschen, Durchsaugen, indirektes Rakeln, Foulardieren sowie mittels Schlitzdüsen,
Rotationsschablonen, Schaumkammern oder nach dem Prinzip einer Zahnradpumpe durch
in der Geschwindigkeit steuerbare Zahnräder auf das Textilmaterial aufgetragen werden.
[0018] Die aufgebrachte Menge an Fixierlösung beträgt nach der vorliegenden Erfindung 20-50
%, vorzugsweise 25-40 %, bezogen auf das Warengewicht. Die Dämpfzeit im Hängeschleifendämpfer
beläuft sich auf 2-12 Minuten, vorzugsweise 3-7 Minuten bei 105-140°C.
[0019] Als Reaktivfarbstoffe für das neue Zweiphasen-Langdämpf-Verfahren eignen sich praktisch
alle im Handel befindlichen Produkte mit Dichlor- und Monochlortriazin-, Di-und Trichlorpyrimidin-,
Dichlorchinoxalin-, Dichlorpyridazin-, Difluor-chlorpyrimidin-, Monofluortriazin-,
Fluor-chlor-methyl-pyrimidin-, Vinylsulfon-, Acrylamid-und Ethylsulfonamid-Gruppen
(Ankern) als faserreaktives System.
[0020] Das Verfahren nach der vorliegenden Erfindung ist für die Fixierung von Drucken und
Klotzfärbungen mit Reaktivfarbstoffen auf bahnförmigen Cellulosefasermaterialien natürlicher
oder regenerierter Herkunft sowie deren Mischungen mit synthetischen Fasern in allen
Verarbeitungsstadien, wie Geweben, Gewirken oder Faservliesen vorgesehen.
[0021] Die nachstehenden Beispiele dienen zur Erläuterung der Erfindung. Die darin angeführten
Prozentangaben sind Gewichtsprozente und sind im Falle der Angaben für die Flottenaufnahme
auf das Gewicht der trockenen Ware bezogen. Bei den Wassergläsern entsprechend den
Beispielen handelt es sich jeweils um Natronwasserglas.
Beispiel 1
[0022]
60 g des Farbstoffes C.I. Reactive Blue 21 werden mit
428 g heißem Wasser gelöst und die erhaltene Lösung wird in
500 g einer 4%igen, wäßrigen Alginatverdickung eingerührt. Dann gibt man der Druckpastenzubereitung
noch
10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0023] Mit dieser Druckpaste wird nun eine Maschenware aus nicht-laugierter Zellwolle im
Rouleauxdruck bedruckt und getrocknet. Der so hergestellte alkalifreie Vordruck wird
danach auf einem Dosierrakelfoulard (z.B. Foulard mit einer Dosierrakel von 20/100
mm Gravurtiefe) mit einer Alkalilösung aus 300 ml Wasserglas von 38° Be je Liter Wasser
beaufschlagt (Flottenaufnahme 20 %) und unmittelbar darauf zur Farbstoff-Fixierung
in einem Hängeschleifendämpfer für 8 min einer Behandlung mit Sattdampf bei 105°C
unterzogen. Anschließend wird die erzeugte Druckfärbung wie üblich mit Wasser kalt
gespült, geseift und getrocknet.
[0024] Man erhält auf der Ware einen türkisfarbenen Druck mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 2
[0025]
50 g des Farbstoffes C.I. Reactive Yellow 159 und
10 g eines schwarzen Reaktivfarbstoffes auf Basis einer Or/Co-Mischkomplex-Azoverbindung
gemäß Beispiel 1 der deutschen Offenlegungsschrift DE-A-32 30 102 werden durch Behandlung
mit
428 g heißem Wasser gelöst und die erhaltene Lösung wird in
500 g einer 4%igen, wäßrigen Alginatverdickung eingerührt. Dann fügt man dem Druckfarbenansatz
noch 10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0026] Mit dieser Druckpaste wird nun ein Gewebe aus nicht-laugierter Zellwolle im Rouleauxdruck
bedruckt und getrocknet. Auf den in der genannten Weise erstellten alkalifreien Vordruck
wird daraufhin mittels einer Pflatschwalze, an die ein Abstreifer angedrückt ist,
eine Fixiermittellösung aus 100 ml Wasserglas von 38° Be, 20 ml Natronlauge von 38°
B6 und 880 ml Wasser bei einer Flottenaufnahme von 30 % aufgebracht und die so überpflatschte
Ware wird hernach während 6 min bei 120°C der Einwirkung von überhitztem Dampf in
einem Hängeschleifendämpfer ausgesetzt. Abschließend wird die gemusterte Ware zur
Fertigstellung wie üblich nachbehandelt.
[0027] Man erhält ein tiefes Oliv mit guten Echtheitseigenschaften.
[0028] Bei der Durchführung der zuvor beschriebenen Druckfärbung kann die Menge an Natronlauge
ohne weiteres verdreifacht oder verfünffacht werden, ohne daß sich dadurch der Farbton
des erzeugten Dessins verändert. Bei der Anwendung von Klotzflotten der Fixierchemikalien
ohne Zusatz von Wasserglas erhält man allerdings bei jeder Änderung der Natronlauge-Konzentration
auf dem Textilgut auch einen anderen Farbton.
Beispiel 3
[0029]
50 g des Farbstoffes C.I. Reactive Orange 13 werden mit Hilfe von
438 g heißem Wasser gelöst und die erhaltene Lösung wird unter Rühren in
500 g einer 4%igen, wäßrigen Alginatverdickung eingetragen. Dann gibt man der zubereiteten
Druckfarbe noch 10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0030] Mit dieser Druckpaste wird nun eine Maschenware aus nicht-laugierten, modifizierten
Celluloseregneratfasern auf einer Rotationsfilmdruckmaschine bedruckt und getrocknet.
Separat davon wird ein wäßriger, 3%iger Schaum hergestellt, der je Liter der zugrundeliegenden
wäßrigen Flotte (Flüssiganteil) 100 ml Wasserglas von 38° Be, 30 g Soda und 2 g eines
Tensidgemisches aus Alkensulfonaten und Hydroxyalkansulfonaten im Verhältnis 1:1 enthält.
Dieser Schaum des alkalischen Fixiermittels wird sodann mittels einer Schaumverteilungs-
und -auftragskammer, wie sie in der deutschen Patentschrift DE-C-25 23 062 beschrieben
ist, in einer Menge entsprechend einer Flottenaufnahme von 25 % auf dem vorgängig
erzeugten alkalifreien Vordruck in Form einer gleichmäßig dicken Schicht aufgebracht.
Daraufhin wird der so applizierte Farbstoff im Verlauf einer Dampfbehandlung von 3
min bei 130°C in einem Hängeschleifendämpfer fixiert und das bedruckte Textilgut wie
üblich nachbehandelt.
[0031] Man erhält auf der Ware ein klares Orange mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 4
[0032]
40 g des Farbstoffes C.I. Reactive Red 151 werden mit
448 g heißem Wasser gelöst und bei sorgfältigem Rühren mit
500 g einer 4%igen, wäßrigen Alginatverdickung vermischt.
[0033] Dann gibt man der Farbstoffzubereitung noch 10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium
und 2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0034] Mit dieser Druckpaste wird nun ein Gewebe aus mercerisierter Baumwolle im Filmdruck
bedruckt und getrocknet. Auf den so erhaltenen alkalifreien Vordruck wird daraufhin
mittels einer Magnetrakel ohne Dosiervorrichtung eine alkalische Lösung aus 400 ml
Wasserglas von 38° Be in 600 ml Wasser bei einer Flottenaufnahme von 40 % aufgebracht
und das bedruckte Textilgut wird danach zur Farbstoff-Fixierung für 2 min in einem
Hängeschleifendämpfer mit Heißdampf von 140°C behandelt.
[0035] Man erhält ein tiefes Rot mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 5
[0036]
50 g des Farbstoffes C.I. Reactive Blue 166 werden in
438 g heißem Wasser gelöst und mit der so erhaltenen Lösung werden unter Rühren
500 g einer 4%igen, wäßrigen Alginatverdickung beschickt. Dann gibt man der zubereiteten
Druckfarbe noch
10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0037] Mit dieser Druckpaste wird nun ein Gewebe aus laugierter Zellwolle im Rotationsfilmdruck
bedruckt und getrocknet. Separat davon wird ein 6%iger Schaum hergestellt, der je
Liter wäßriger Flottenanteil 150 ml Wasserglas von 38° Be, 30 ml Natronlauge von 38°
Be, 2 g eines Tensidgemisches aus etwa gleichen Anteilen an Alkensulfonaten und Hydroxyalkansulfonaten
und als Schaumstabilisator geringe Mengen eines Fettalkohols, z.B. Laurylalkohol enthält.
Von diesem Schaum des alkalischen Fixiermittels wird sodann eine gleichmäßige Schicht,
deren Dicke mengenmäßig einer Flottenaufnahme von 20 % entspricht, mittels einer perforierten
Rotationsschablone auf den oben erwähnten Vordruck mit der alkalifreien Druckpaste
aufgetragen. Daraufhin wird die so behandelte Ware zur Herbeiführung der Farbstoff-Fixierung
für die Dauer von 6 min der Dampfeinwirkung bei 110°C in einem Hängeschleifendämpfer
unterzogen und auf übliche Weise nachbehandelt.
[0038] Man erhält ein klares Blau mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 6
[0039]
80 g des Farbstoffes C.I. Reactive Black 5 (C.I.-Nr. 20 505) werden unter Durchmischen
mit
408 g heißem Wasser gelöst und die dabei resultierende Lösung wird in
500 g einer 4%igen, wäßrigen Alginatverdickung eingerührt. Dann gibt man der Druckpastenzubereitung
noch
10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0040] Mit dieser Druckpaste wird ein Gewebe aus nicht-laugierter Zellwolle im Rouleauxdruck
bedruckt und getrocknet. Danach wird die in dieser Weise vorbedruckte Ware wie im
Beispiel 1 beschrieben mit alkalischer Fixierlösung überklotzt, zur Farbstoff-Fixierung
gedämpft und schließlich fertiggestellt.
[0041] Man erhält ein tiefes Schwarz mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 7
[0042]
30 g des Farbstoffes C.I. Disperse Blue 56 (C.I.-Nr. 63 285) werden durch Einstreuen
in
270 g Wasser von 40-50°C mit Hilfe eines Schnellrührers gut dispergiert. Separat davon
werden
30 g des Farbstoffes C.I. Reactive Blue 19 (C.I.-Nr. 61 200) mit Hilfe von
270 g kochendem Wasser gelöst. Beide Ansätze werden sodann in
400 g kaltes Wasser eingetragen, das 4 g/1 eines Netzmittels und 20 g/1 eines Antimigrationsmittels
enthält. Mittels Essigsäure wird schließlich die so zubereitete Flotte auf einen pH-Wert
von 5-6 eingestellt.
[0043] Mit dieser Flotte wird ein Mischgewebe aus Polyesterfaser/Baumwolle (50:50) bei einer
Flottenaufnahme von 60 % geklotzt und getrocknet. Daraufhin wird der Dispersionsfarbstoff
während 60 Sekunden durch Thermosolieren auf dem Spannrahmen mittels Heißluft von
200°C auf der Polyesterkomponente fixiert.
[0044] Die abgekühlte Ware wird nun entsprechend der Vorschrift von Beispiel 5 zur Fixierung
des Reaktivfarbstoffes mit der dort angegebenen alkalischen Flotte geklotzt, gedämpft
und wie üblich nachbehandelt und getrocknet.
[0045] Man erhält eine blaue Färbung auf beiden Faserkomponenten mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 8
[0046]
50 g des Farbstoffes C.I. Reactive Red 35 werden unter Versetzen mit
438 g heißem Wasser gelöst und die dabei resultierende Lösung wird in
500 g einer 4 %igen, wäßrigen Alginatverdickung eingerührt. Dann fügt man dem so zubereiteten
Druckfarbenansatz noch
10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0047] Mit dieser Druckpaste wird nun ein Gewebe aus mercerisierter Baumwolle auf einer
Rouleaux-Druckmaschine bedruckt und getrocknet. Separat davon wird ein wäßriger, 10%iger
Schaum des alkalischen Fixiermittels (1 1 Schaum wiegt 100 g) hergestellt, welcher
pro kg des zugrundeliegendenwäßrigen Flottenanteils (vor dem Verschäumen) 30 g Soda
kalz., 100 g Kochsalz, 200 g einer 5 %igen, wäßrigen Lösung eines Verdickungsmittels
auf Basis eines Guarderivates (oder eines anderen im Textildruck üblichen Typs) und
5 g eines Tensidgemisches aus Alkensulfonaten und Hydroxyalkansulfonaten im Verhältnis
1:1 enthält. Auf den vorgängig erzeugten Druck mit der alkalifreien Farbstoffzubereitung
wird sodann von dem verschäumten Fixiermittel unter Einsatz einer perforierten Rotationsschablone
eine gleichmäßige Schicht aufgetragen, deren Auflage gewichtsmäßig einer Flottenaufnahme
von 30 % entspricht. Daraufhin wird die so behandelte Ware zur Herbeiführung der Farbstoff-Fixierung
für die Dauer von 6 Minuten der Dampfeinwirkung bei 110°C in einem Hängeschleifendämpfer
unterzogen und auf herkömmliche Weise nachbehandelt.
[0048] Man erhält ein tiefes Rot mit guten Echtheitseigenschaften.
Beispiel 9
[0049]
50 g des Farbstoffes C.I. Reactive Yellow 37 werden durch Behandlung mit
438 g heißem Wasser gelöst und mit dieser Lösung werden bei guter Durchmischung
500 g einer 4 %igen, wäßrigen Alginatverdickung beschickt. Dann gibt man der angesetzten
Druckfarbenzubereitung noch
10 g 3-nitrobenzolsulfonsaures Natrium und
2 g Mononatriumphosphat hinzu.
[0050] Mit der so erstellten Druckpaste wird nunmehr ein Gewebe aus mercerisierter Baumwolle
auf einer Rouleauxdruckmaschine bedruckt und getrocknet. Separat davon wird ein wäßriger,
10 %iger Schaum des alkalischen Fixiermittels (1 1 Schaum wiegt 100 g) hergestellt,
welcher pro kg des zugrundeliegenden wäßrigen Ausgangs-Ansatzes (vor dem Verschäumen)
30 g Soda kalz., 150 g Kochsalz und 5 g eines Tensidgemisches aus etwa gleichen Anteilen
an Alkensulfonaten und Hydroxyalkansulfonaten aufweist. Von diesem verschäumten Fixiermittel
wird sodann eine gleichmäßige Schicht, deren Auflage gewichtsmäßig einer Flottenaufnahme
von 30 % entspricht, mittels einer perforierten Rotationsschablone auf den oben erwähnten
alkalifreien Druck aufgetragen.Zur Herbeiführung der Farbstoff-Fixierung wird die
so behandelte Ware anschließend für die Dauer von 6 Minuten der Dampfeinwirkung bei
110°C in einem Hängeschleifendämpfer ausgesetzt und hernach wie üblich fertiggestellt.
[0051] Man erhält ein brillantes Gelb mit guten Echtheitseigenschaften.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Fixieren von Drucken und Klotzfärbungen mit Reaktivfarbstoffen
auf textilen Warenbahnen aus Cellulosefasern oder deren Mischungen mit synthetischen
Fasern, bevorzugt mit Polyesterfasern, nach einer Zweiphasen-Dämpf-Technik, wobei
das gelöste alkalische Fixiermittel in Gestalt von minimalen Flottenmengen auf dem
unfixierten, vorgängig mit den Reaktivfarbstoffen ohne Alkalizusatz bedruckten oder
klotzgefärbten und gegebenenfalls getrockneten Fasermaterial appliziert wird, dadurch
gekennzeichnet, daß man als Fixierflotten flüssige Präparationen des alkalischen Fixiermittels
in Form einer angedickten wäßrigen Lösung oder im verschäumten Zustand derselben einsetzt
sowie den Imprägniervorgang zum überdecken des Vordruckes oder der Vorklotzung mit
dieser Fixierflotte mittels einer das gleichmäßige Auftragen geringer Flüssigkeitsmengen
(Minimalauftrag) bewirkenden Applikationsmaßnahme vornimmt, und daß man die anschließende
Hitzefixierung der Drucke oder Klotzfärbungen auf dem so behandelten Textilmaterial
durch Langzeit-Dämpfen in einem Hängeschleifendämpfer herbeiführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Fixierflotten flüssige
Präparationen einsetzt, welche neben wäßrigen Lösungen von Alkalien noch Natronwassergläser,
Verdickungsmittel oder Elektrolyte enthalten.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Fixierflotten flüssige
Präparationen einsetzt, welche wäßrige Lösungen auf Basis von Natronwassergläsern,
die eine Grädigkeit von 37-50° B6 bzw. ein spezifisches Gewicht von 1,34 bis 1,53
besitzen, gegebenenfalls in Mischung mit anderen Alkalien, enthalten.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man den Minimalauftrag
der Fixierflotte unter Zuhilfenahme von Walzen, Rakeln, Schaumkammern oder Zahnrädern
als maschinellem Applikations- und DosierSystem bewerkstelligt.
5. Verfahren nach Ansprüchen 1 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Minimalauftrag
eine Flottenaufnahme des Textilguts von 20 bis 50 % (bezogen auf das Gewicht der trockenen
Ware) an der Fixierflotte bewirkt.
6. Verfahren nach Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Fixierung der
Drucke oder Klotzfärbungen in einem Hängeschleifendämpfer bei 105° bis 140°C in einem
Zeitraum von 2 bis 12 Minuten erfolgt.