(19)
(11) EP 0 119 393 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
23.07.1986  Patentblatt  1986/30

(21) Anmeldenummer: 84100391.6

(22) Anmeldetag:  16.01.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D03D 47/24, D03D 47/38

(54)

Fadenübergabevorrichtung für Schusseintrag mittels Greiferschützen am Facheintritt von Webstühlen

Weft thread insertion mechanism for gripper shuttle looms

Dispositif pour transmettre une extrémité de fil de trame dans un métier à tisser à navettes à griffes


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 08.02.1983 DE 3304251

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
26.09.1984  Patentblatt  1984/39

(71) Anmelder: F. Oberdorfer GmbH & Co. KG Industriegewebe-Technik
89522 Heidenheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Joos, Heinz
    D-7920 Heidenheim (DE)

(74) Vertreter: Kern, Wolfgang, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Kern, Brehm & Partner Albert-Rosshaupter-Strasse 73
81369 München
81369 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenübergabevorrichtung für Schußeintrag mittels Greiferschützen am Facheintritt von Webstühlen gemäß Oberbegriff des Hauptanspruchs.

    [0002] Mit einer derartigen bekannten Fadenübergabevorrichtung wird stets von ein und derselben Schußfadenspule am Facheintritt dem Greiferschützen das freie Schußfadenende bereitgestellt, so daß der Schützen den Schußfaden vor dem Eintritt in das Fach mit seiner Fadenklemme erfaßt und in das Fach einträgt. Vor dem Rücklauf der Weblade wird der Faden dann auf der Schützeneintrittsseite abgeschnitten, und zugleich wird das freie Fadenende für den nächsten Fadeneintrag so geklemmt, daß es die Schützenbahn kreuzt.

    [0003] Es ist nun aus mehreren Gründen wünschenswert, von verschiedenen Spulen wahlweise Schußfäden einweben zu können. Diese Gründe sind u.a. der Wunsch, verschiedene Schußmaterialien, z. B. Polyamid und Polyester oder auch verschieden gefärbte Materialien einweben zu können; ferner können ausgeprägte Spulenübergänge vermieden werden, denn trotz hoher Genauigkeit können Fadenhersteller die Schußfadenstärke nur mit gewisser Toleranz garantieren. Überdies kann die Durchlaufzeit der Webmaschine durch ineinandergeschachteltes Einweben von Schußfäden, die von mehreren Vorratsspulen abgezogen werden, erheblich verlängert werden.

    [0004] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Fadenübergabevorrichtung eingangs genannter Art so auszugestalten, daß ohne Störung des Webrhythmus Schußfäden von mehreren verschiedenen Schußfadenspulen nach Belieben vom Greiferschützen erfaßt und eingewebt werden können.

    [0005] Zur Lösung dieser Aufgabe dienen in Verbindung mit der eingangs charakterisierten Fadenübergabevorrichtung die kennzeichnenden Merkmale des Hauptanspruchs.

    [0006] In den einzelnen Fadenvorlegern wird mit den darin vorhandenen Fadenklemmern das freie Schußfadenende je einer Schußfadenspule festgehalten, und diese Fadenvorleger können beliebig, beispielsweise nach einem vorgegebenen Programm, aus ihrer Rückzugsstellung vorgeschoben werden, so daß sie das Fadenende dann zwischen die Backen der Klemmvorrichtung halten, wo es erfaßt wird. Wird dieser bestimmte Fadenvorleger dann wieder in die Rückzugsstellung zurückversetzt, wobei sein Fadenklemmer diese Rückzugsbewegung gegenüber dem in der Klemmvorrichtung festgeklemmten Faden zulassen muß, so steht vor der Ankunft des Greiferschützens zu Beginn des folgenden Schußfadeneintrags in das Fach in der Schützenbahn der benötigte Schußfaden bereit. Während des Fadenvorlegens durch einen der Fadenvorleger bleiben die übrigen in ihrer Rückzugsstellung in Ruhe.

    [0007] Die Fadenvorleger können in einer in Richtung der Schützenbahn verlaufenden Reihe jedoch auch in Querrichtung zur Schützenbahn versetzt oder, in Kombination dieser beiden Gedanken, in zwei oder mehr nebeneinander verlaufenden Reihen angeordnet sein. Der hiermit erzielbare Vorteil wird an späterer Stelle erläutert. Bei in Richtung der Schützenbahn verlaufender Reihe von Fadenvorlegern ist es zweckmäßig, das Messer der Abschneidvorrichtung in Schützenbahnlängsrichtung zu unterteilen und die Teilmesser getrennt zu steuern.

    [0008] Auch die Bedeutung dieser Maßnahme wird aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung verständlich. Im einzelnen stellen dar:

    Fig. 1 eine Draufsicht auf die Fadenübergabevorrichtung bei Anordnung der Fadenvorleger unterhalb der Schützenbahn und

    Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie 11-11 in Fig. 1 durch die Fadenübergabevorrichtung.



    [0009] Bevor ein Schützen in das Fach einläuft, muß der Fadenvorlegeprozeß in der Form abgeschlossen sein, daß der mitzunehmende Faden im wesentlichen senkrecht in der Schützenbahn steht, so daß er von der Fadenklemme des mit hoher Geschwindigkeit ankommenden Schützens erfaßt werden kann.

    [0010] In der Zeichnung ist die Schützenbahn für einen beliebigen (nicht gezeigten) Greiferschützen mit 11 bezeichnet, wobei die Konstruktion der dargestellten Fadenübergabevorrichtung von der Durchlaufrichtung des Schützens unabhängig ist. Oberhalb der Schützenbahn 11 befindet sich eine Klemmvorrichtung mit quer zur Schützenbahn verschiebbaren Klemmbacken 12, die durch Zylinder 13 gesteuert verschiebbar sind, so daß die Klemmbacken 12 ein zwischen ihnen stehendes Schußfadenende erfassen und halten können.

    [0011] Im Boden der Schützenbahn 11 sind im vorliegenden Fall zwei Lochreihen von je vier Löchern 14a, 14b, 14c, 14d angeordnet, durch die die einzelnen Schußfäden zugeführt werden. Die Zahl der Lochreihen kann 1 bis n, die der Löcher pro Reihe 1 bis m betragen, wobei mindestens zwei Löcher vorhanden sein müssen. In den unteren Teil eines jeden Loches 14a-14d im Schützenbahnboden 15 ragt je ein Fadenvorleger 16 hinein, der im wesentlichen die Gestalt eines langen Röhrchens besitzt, das von einem Schußfaden 17 durchzogen wird, welcher mit Hilfe steuerbarer Fadenklemmer 18 darin festklemmbar ist.

    [0012] Mittels eines Kolben-Zylinder-Aggregats 19 sind die Fadenvorleger 16 aus einer Ruhelage (links in Fig. 2), in der der festgehaltene Schußfaden nicht in die Schützenbahn hineinragt, in eine Vorschubstellung (rechts in Fig. 2) anhebbar, in der das Schußfadenende zwischen den Klemmbacken der Fadenklemmvorrichtung 12 steht. Aus dieser Vorschubstellung können die Fadenvorleger 16 durch entsprechende Ansteuerung der doppelseitig beaufschlagbaren Zylinder-Kolben-Aggregate 19 bei gleichzeitigem Lösen ihres Fadenklemmers in die Ruhestellung wieder rückgefahren werden. Eine Abschneidvorrichtung wird durch eine die Löcher 14a-14d querende Messerlochplatte 20, die durch einen Kraftantrieb quer zu den Löchern verschiebbar ist, gebildet. Im vorliegenden Fall ist die Messerlochplatte 20 in zwei Teilplatten 20a, 20b unterteilt, die in Schußbahnrichtung derart hintereinander gesetzt sind, daß die Messerteilplatte 20a die Fäden in den Löchern 14a und 14c und die Messerteilplatte 20b die Fäden in den Löchern 14b und 14d schneidet, während als Kraftantrieb zwei gesondert ansteuerbare Zylinder-Kolben-Aggregate 21a und 21 b dienen. Diese Unterteilung der Messerlochplatte 20 ist vorgenommen, damit zur Zeitgewinnung bei sehr schnell aufeinanderfolgendem Schußeintrag noch während ein Faden beispielsweise aus den Löchern 14a oder 14c in das Fach eingetragen wird, ein weiterer Faden bereits aus einem der Löcher 14b oder 14d vorgelegt und zwischen den Klemmbacken 12 eingeklemmt werden kann. Beim Abschneiden des zuletzt in das Fach eingetragenen Schußfadens durch Ansteuern des zum zugehörigen Teilmesser 20a gehörenden Aggregats 21 a bleibt der bereits für den nächsten Schußeintrag vorgelegte Faden unversehrt. Dieser soeben beschriebene Betriebsablauf gilt für den Einsatz der erfindungsgemäßen Fadenübergabevorrichtung an einem Webstuhl mit Umlaufgreiferschützen.

    [0013] An dieser Stelle soll auch die Bedeutung der Anordnung der Löcher in zwei mit Abstand nebeneinander liegenden Reihen erläutert werden. Soll nämlich während des noch nicht abgeschlossenen Schußfadeneintrags aus beispielsweise einem der Löcher 14b bereits ein Faden für den nächsten Schußfadeneintrag vorgelegt werden, so werden die Löcher 14a durch den darüber hingleitenden Schußfaden blockiert, wenn angenommen wird, daß die Schützenlaufrichtung in der Fig. 1 von unten nach oben ist. Es ist deshalb erforderlich, einen Faden aus einem der Löcher 14c mit Hilfe seines Fadenvorlegers anzuheben und zwischen den Klemmbacken 12 zu erfassen.

    [0014] Die Zylinder-Kolben-Aggregate für die Bewegungen der Klemmvorrichtung, der Abschneidvorrichtung 20a,20b und der Vorleger 16 sind vorzugsweise pneumatisch betrieben, doch versteht es sich, daß auch andere Antriebsaggregate in Einzelfällen mit Vorteil einsetzbar sind.

    [0015] Prinzipiell kann die erfindungsgemäße Fadenzuführung bezogen auf die Schützenbahn die Fäden von oben, von unten, senkrecht oder auch geneigt zuführen.

    [0016] Nachfolgend wird kurz der Bewegungs- und Steuerablauf der Vorrichtung zwischen zwei Fadeneintragvorgängen beschrieben. Von einem ausgewählten Fadenvorleger 16 wird durch Ansteuern seines Zylinder-Kolben-Aggregats 19 ein Faden mit seinem aus dem Röhrchen vorstehenden Vorderende zwischen die Klemmbacken 12 gehoben, woraufhin die Aggregate 13 der Klemmvorrichtung so angesteuert werden, daß die Klemmbacken 12 schließen. Der Faden wird damit an seinem freien Ende gehalten, und durch Ansteuern des Zylinder-Kolben-Aggregats 19 desselben Vorlegers 16 auf der Gegenseite kann der Vorleger bei gleichzeitigem Lösen seiner Fadenklemmung 18 abgesenkt werden, so daß nunmehr ein Faden für einen auf der Schützenbahn 11 auf das Fach zulaufenden Greiferschützen bereitsteht.

    [0017] Sobald der Greiferschützen den die Schützenbahn querenden Faden erfaßt hat, reißt er das Fadenende zwischen den Backen 12 der Fadenklemmvorrichtung heraus und trägt ihn in das Fach ein. Bereits während des Schützenlaufes durch das Fach kann, wenn es sich um einen Webstuhl mit umlaufendem Greiferschützen handelt, ein weiterer Vorleger aus einer parallelen Lochreihe und einer dem anderen Teilmesser zugehörenden Lochgruppe durch Ansteuern seines Zylinder-Kolben-Aggregats 19 angehoben werden, wobei gleichzeitig die Klemmbacken 12 auseinandergefahren werden müssen. Hat der zweite Fadenvorleger seine höchste Position erreicht, so werden die Klemmbacken 12 erneut geschlossen, so daß der neu vorgelegte Faden eingeklemmt wird, und der Fadenvorleger kann unter Lösen seiner Fadenklemmung 18 wieder abgesenkt werden.

    [0018] Sobald der Schützen den von ihm mitgenommenen Faden durch das Fach gezogen hat, wird der Faden am Fachende aus der Fadenklemme des Schützens herausgeschlagen, und die Fadenklemmung 18 des zugehörigen Fadenvorlegers 16 klemmt diesen Faden fest, so daß er im Fadenvorleger nicht zurückgleiten kann, wenn nun durch das zugehörige Teilmesser dieser Faden abgeschnitten und beim Rücklauf der Weblade der Schußfaden dann aus der Mehrfadenzuführung herausgezogen wird. Für den nächsten Schußfadeneintrag steht nun erneut ein die Schützenbahn überquerender Faden bereit.


    Ansprüche

    1. Fadenübergabevorrichtung für Schußeintrag mittels Greiferschützen am Facheintritt von Webstühlen mit einer das zu ergreifende Schußfadenende vor Ankunft des Schützens in der Schützenbahn haltenden Klemmvorrichtung und einer den Schußfaden nach Beendigung des Schußeintrags durchtrennenden Abschneidvorrichtung, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Schußfadenzuführseite der Schützenbahn wenigstens zwei willkürlich steuerbare Fadenvorleger (16) mit Fadenklemmer (18) angeordnet sind, denen je ein Schußfaden (17) von verschiedenen Schußfadenspulen zuführbar ist, und daß jeder Fadenvorleger (16) zwischen einer Rückzugsstellung, in der das von ihm gehaltene Schußfadenende nicht in die Schützenbahn (11) hineinragt, und einer Vorschubstellung, in der das gehaltene Schußfadenende die Schützenbahn (11) kreuzt und in die Klemmvorrichtung (12) hineinragt, verlagerbar ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenvorleger (16) in einer in Richtung der Schützenbahn (11) verlaufenden Reihe angeordnet sind.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenvorleger (16) in Querrichtung zur Schützenbahn (11) versetzt angeordnet sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschneidvorrichtung ein in SchützenbahnLängsrichtung unterteiltes Messer (20a, 20b) hat und daß die Teilmesser (20a, 20b) getrennt betätigbar sind.
     


    Claims

    1. A weft thread insertion mechanism for gripper shuttle looms, comprising clamp means retaining the weft thread and to be gripped before the arrival of the shuttle within the shuttle path, and cutting means cutting off the weft thread after the finish of the weft insertion, characterized in that on the weft thread supplying side of the shuttle path at least two randomly controllable thread positioners (16) with thread clips (18) are positioned, each of them is supplied with one weft thread (17) from different weft thread coils and that each thread positioner (16) is movable between a withdrawal position in which the weft thread end retained by the positioner does not extend into the shuttle path (11) and an advanced position in which the retained weft thread end crosses the shuttle path (11) and extends into the clamp means (12).
     
    2. Mechanism according to claim 1, characterized in that the thread positioners (16) are arranged in an array extending in the direction of the shutte path (11 ).
     
    3. Mechanism according to claim 1 or 2, characterized in that the thread positioners (16) are displaced in cross-direction with respect to the shuttle path (11).
     
    4. Mechanism according to claim 2 or 3, characterized in that the cut-off device is provided with a knife (20a, 20b) divided in the longitudinal direction of the shuttle path and that the knife portions (20a, 20b) can be actuated separately.
     


    Revendications

    1. Dispositif pour transmettre une extrémité de fil de trame au moyen d'une navette à griffes située à l'entrée de la foule d'un métier à tisser. pourvu d'un dispositif de serrage destiné à saisir l'extrémité du fil de trame avant l'arrivée de la navette dans son guidage et d'un dispositif de coupe séparant le fil de trame après la fin de l'insertion de la navette,
    caractérisé en ce qu'au moins deux tiges commandées (16) pourvues de serre-fils (18) sont disposées sur le côté d'alimentation du fil de trame du guidage de la navette, lequel fil (17) est alimenté par différentes bobines, et en ce que chaque tige (16) est déplaçable entre une position reculée, dans laquelle l'extrémité du fil de trame maintenue par la tige ne pénètre pas dans le guidage de la navette (11) et une position avancée, dans laquelle l'extrémité maintenue du fil de trame croise le guidage de la navette (11) et pénètre dans le dispositif de serrage (12).
     
    2. Dispositif suivant la revendication 1, caractérisé en ce que les tiges (16) sont disposées en une série se développant en direction du guidage de la navette (11).
     
    3. Dispositif suivant la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les tiges (16) sont disposées de manière alternative et en direction transversale par rapport au guidage de la navette (11).
     
    4. Dispositif suivant la revendication 1 ou 3, caractérisé en ce que le dispositif de coupe comprend un couteau inférieur (20a, 20b) disposé en direction de la longueur du guidage de la navette et en ce que les couteaux (20a, 20b) fonctionnent séparément.
     




    Zeichnung