[0001] Die Erfindung betrifft einen Behälter, wie Regenwasserablauf, Bodenwasserablauf,
Gully od. dgl., mit Ablauf- und Zulauföffnung, wobei der Zulauföffnung ein dem eintretenden
Wasser eine Richtungsänderung gebendes Ablenkteil nachgeordnet ist. Bei den Boden-
oder Regenwasser aufnehmenden Behältern ist es üblich, das einströmende Wasser wegen
des möglichen Mitführens von Unrat durch einen Schlammeimer zu führen, um den Unrat
herauszufangen und Verstopfungen im Rohr zu vermeiden. Damit das eintretende Wasser,
insbesondere wenn es durch ein Regenfallrohr in den Behälter kommt, nicht mit voller
Geschwindigkeit in den Schlammeimer stößt, ist hinter der Zulauföffnung eine abgewinkelte
Leitplatte bzw. Ablenkteil vorgesehen, die das auftreffende Wasser durch ihre Winkelstellung
abbremst und gemäßigt in den Schlammeimer leitet. Dadurch wird die Zerstörungskraft
gemindert und der Schlamm und der Unrat nicht aus dem Schlammeimer herausgespült.
Das auf das Abienkteil pras
- selnde Wasser ruft erheblichen Lärm hervor, insbesondere wenn das Ablenkteil aus
Blech oder hartem Kunststoff besteht. Selbst einzeln fallende Wassertropfen rufen
ein zermürbendes Geräusch hervor, das durch das Rohrnetz im Gebäude weitergeleitet
wird und eine un
dn-genehme Lärmbelästigung für die Bewohner darstellt.
[0002] Es ist Aufabe der Erfindung, diese Nachteile abzustellen und die einströmende oder
tropfende Flüssigkeit, in der auch Unrat und kleine Steine enthalten sein können,
geräuscharm in den Behälter zu bekommen, ohne aufwendige Mittel anwenden zu müssen.
[0003] Dieses Problem wird erfindungsgemäß durch c'ie im Kennzeichen des • Anspruchs 1 angegebenen
Merkmale gelöst. Der aufgebrachte Belag aus Weichgummi, hochflorigem Kunststoffschaum
oder anderem sehr nachgiebigem Material, das darüber hinaus sehr abriebfest zu sein
hat, schluckt die prasselnden Geräusche erheblich und dämpft somit die bisher auftretende
Geräuschkulisse. Es hat sich als vorteilhaft gezeigt, wenn der gewählte Belag ein
Polyurethan mit einer Shorehärte von 50 bis 60 ist. Harte Gegenstände wie kleine Steine,
die mit der Flüssigkeit eingespült werden, verursachen bei diesem Belag rur noch einen
kurzen, dumpfen Aufschlag.
[0004] Um die Schalldämpfung noch weiter zu erhöhen, hat es sich als sehr vorteilhaft erwiesen,
die Merkmale gemäß Anspruch 2 anzuwenden. Durch die vollständige Ausbildung des Ablenkteils
aus dem weichen, schallschluckenden Material wird das Aufprasseln oder Auftropfen
noch mehr gedämpft, weil dieses weiche, homogene Material keine Resonanz aufnimmt.
Außerdem kann das Ablenkteil durch seine Elastizität verstärkte Deformationen mitmachen,
so daß das einströmende Wasser bzw. die einzeln fallenden Tropfen keine Geräusche
auf dem Ablenkteil mehr hervorrufen. Ferner werden die im Ablenkteil erzeugten wenigen
Schwingungen nicht mehr auf das Rohrsystem übertragen, weil das Ablenkteil mit der
Behälterwandung nicht mehr einstückig ausgebildet ist. Das weiche Material ist nicht
in der Lage, eventuell auftretende Schwingungen auf die harte Behälterwand oder das
harte Rohr weiterzugeben, so daß die gewünschte Dämpfung mit der Ausbildung vollständig
gegeben ist. Das zur Erstellung des Ablenkteils verwendete Material weist vorzugsweise
eine Shorehärte von 60 bis 90 auf, bei der der Körper weitgehend formbeständig bleibt
und trotzdem noch ausreichende Elastizität zeigt.
[0005] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, den Anmeldungsgegenstand gemäß Anspruch 3 weiterzubilden.
Hierdurch ist es möglich, sowohl Reparaturen als auch Nachrüstungen sehr schnell auszuführen.
Außerdem besteht die Möglichkeit, wenn der Hartgummi oder der verwendete Kunststoff
sich nach Jahren ausgehärtet und an Elastizität verloren haben sollte, ohne großen
Aufwand durch einfaches und schnelles Auswechseln die gewünschte Geräuscharmut wieder
herzustellen. Durch die Auswechselbarkeit besteht auch die Möglichkeit, die Rohre
einfach zu reinigen, weil nach der Herausnahme des Einsatzteils man ungehindert in
das Rohr mit einem Reinigungsteil fahren kann.
[0006] Es hat sich ferner als vorteilhaft erwiesen, den Gegenstand nach Anspruch 4 auszubilden.
Durch das verwendete Material ist es möglich, die ablenkende Prallplatte in einem
Winkel von ungefähr 30° zum Durchmesser der Manschette zu setzen, ohne daß die Prallplatte
hohem Verschleiß unterliegt, so daß die durch die Manschette strömende Flüssigkeit
von der Prallplatte auf einen Winkel um 60° abgewinkelt wird. Dieses elastische Material
ist ohne weiteres in der Lage, die dabei entstehenden Prasselgeräusche zu schlucken
und es bremst darüber hinaus auch die hohe Eintrittsgeschwindigkeit ab. Bei dem bevorzugten
Winkel von 30° ist die seitliche Öffnung zwischen der Manschettenunterkante und der
freien Prallplattenkante ausreichend groß, um die durchströmende Flüssigkeit ohne
Stau umgelenkt austreten zu lassen.
[0007] Damit die Prallplatte bei starkem Wasserdurchsatz genügend Standfestigkeit aufweist
und trotzdem die geforderte Elastizität zur Dämpfung der Geräusche behält, ist der
Anmeldungsgegenstand gemäß Anspruch 5 weitergebildet. Die Prallplatte sitzt wie eine
Baggerschaufel an dem Flansch, wobe: die Prallplatte nicht nur im oberen Bereich,
wo sie unmittelbar vom Flansch im Winkel wegläuft, befestigt ist, sondern die Prallplatte
wird auch seitlich in einem Bereich von annähernd 180° von an den Flansch angeformten
Seitenwänden gehalten, so daß für die Prallplatte eine große Stabilität gegeben ist
und zum anderen die seitliche Öffnung einen ausreichenden Querschnitt gegenüber dem
Manschetteninnendurchmesser aufweist. Die Druckkraft vom auftreffenden Wasser auf
die Prallplatte wird durch die angeformten Seitenwände auf mindestens die Hälfte der
Manschette übertragen, die sich in der Behälterwandung oder in der Abdeckplatte ausreichend
abstützt. Die Druckkraft wird die Prallplatte nicht aus ihrer Lage drucken können,
zumal diese mit der Manschette einstückig ist und die sicher in der Zulauföffnung
sitzt.
[0008] Die Formbeständigkeit der Prallplatte wird trotz des verwendeten weichen Materials
mit den Merkmalen des Anspruchs 6 erreicht. Die angeformte Rippe verhindert ein Durchhängen
der Prallplatte und gibt andererseits der auftreffenden Flüssigkeit die gewünschte
Richtung zum Ablaufen. Diese Rippe fördert somit die Weiterleitung der Flussigkeit
und bietet andererseits erhöhte Stabilität bei Beibehaltung der guten Dämpfeigenschaften
der Prallplatte. Bei harten Schlägen gibt die Prallplatte elastisch nach, deren Bewegungen
auch die Mittelrippe mitmacht.
[0009] Wie einleitend angegeben wurde, soll das hereinströmende Wasser in eine bestimmte
Richtung, in den meisten Fällen in einen Schlammeimer geführt werden. Damit das gedämpfte
Einsatzteil von jedem Laien in der richtigen Ausrichtung eingesetzt wird, ist der
Gegenstand mit dem Merkmal des Anspruchs 7 ausgestattet. Die angeformte rippenartige
Erhöhung verlangt beim Einbau die ordnungsgemäße Ausrichtung der runden Manschette,
denn die Erhöhung muß beim Einsetzen in eine Gegennut im Rand der Zulauföffnung geführt
werden. Die Erhöhung stellt aber keine harte Verbindung zu der Behälterwandung her,
so daß auch darüber keine Erschütterungen übertragen werden und der Behälter oder
die angesetzren Rohre keine Prasselgeräusche weiterleiten können.
[0010] Bs hat sich ferner als vorteilhaft erwiesen, den Anmeldungsgegenstand gemäß Anspruch
8 auszubilden. Mit dem gefalzten Rand stützt sich die Manschette im eingesetzten Zustand
sicher und fest an der Behälterwandung bzw. im Behälterdeckel ab und selbst ein starkes
Ziehen von der Prallplatte vermag die Manschette trotz ihrer verhältnismäßig weichen
Ausbildung nicht aus ihrer Lage zu bringen, denn der Falz ist ringförmig vorgesehen.
[0011] Um der Manschette einen noch besseren Sitz in der Deckelwandung zu geben und andererseits
das Einlaufrohr gut und dicht aufnehmen zu können, ist der Anmeldungsgegenstand schließlich
gemäß Anspruch 9 ausgebildet. Das eingesetzte Ablenkteil bekommt einen abgedichteten
Sitz in der Zulauföffnung, wern das Zulaufrohr in die Verlängerung der Manschette
eingesteckt ist. Dieses Zusammenstecken gibt der eingesetzten Manschette eine noch
höhere Stabilität in ihrem Sitz, andererseits verhindert das weiche Material der Manschette
die Übertragung von Dröhneffekten in den Rohrleitungen, so daß mit dem offenbarten
Gegenstand die gewünschte geräuscharme Ausbildung des Ablenkteils erreicht ist, der
sich für eventuelle Reparatur- oder Reinigungsarbeiten auch noch schnell auswechseln
läßt.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes wird nachstehend anhand der Zeichnung
näher erläutert.
Fs zeigt:
[0013]
Fig. 1 einen Regenablaufbehälter mit eingebautem Ablenkteil;
Fig. 2 einen Deckel eines Regenwasserablaufs mit eingesetztem Ablenkteil in vergrößerter
Darstellung gegenüber Fig. 1,
Fig. 3 eine Seitenansicht des Ablenkteils zum Teil geschnitten und
Fig. 4 eine Draufsicht auf eine Behälterabdeckplatte mit eingesetztem Ablenkteil.
[0014] Die Fig. 1 zeigt einen Regenwasserablaufbehälter 1, der mit einer Abdeckplatte 2
verschlossen ist, in der sich eine Zulauföffnung 3 befindet, in die ein Regenwasserfallrohr
4 mündet. Unterhalb der Zulauföffnung ist ein Ablenkteil 5 angebracht, welcher das
über das Regenwasserfallrohr hereinkommende Wasser zur Seite in einen angedeuteten
Schlammeimer 6 leitet. Von da aus strömt das Wasser über die Ablauföffnung 7 in das
nicht dargestellte Kanalisationsnetz. Das durch das Regenwasserfallrohr 4 einströmende
Wasser prasselt auf das Ablenkteil 5 und wenn dieses aus dünnem Metall oder Kunststoff
besteht, so übertragen sich die Geräusche auf den Ablaufbehälter und von diesem auf
die übrigen Rohre, wodurch eine unangenehme Geräuschkulisse entsteht. Dieses Geräusch
wird gedämpft, indem die Prallplatte 8 des Ablenkteils 5 mit einem schallschluckenden
Belag 9 belegt ist. Dieser Belag 9 aus Weichgummi, Kunststoffschaum oder ähnlichem
elastischem Material kann auf die Prallplatte 8 aufgeklebt, aufgespritzt oder darauf
festgeklemmt werden. Diese Maßnahme bietet bereits eine gute Schalldämpfung. Diese
Schalldämpfung wird aber noch wesentlich verbessert, wenn nicht nur die Prallplatte
8 mit einem schallschluckenden Belag belegt wird, sondern das gesamte Ablenkteil 5
aus Hartgummi, Niederdruck
-Pclyäthylen oder einem anderen weichen, schallschluckenden Material hergestellt ist.
in Fig. 2 ist die Behälter-Abdeckplatte 2 vergrößert dargestellt, die eine Zulauföffnung
3 hat, in der das Ablenkteil 5 eingesetzt ist. Das Ablenkteil 5 besteht aus einer
Manschette 6, die sich ringförmig in die Zulauföffnung 3 einpaßt und deren unterer
Rand 11 falzartig eingezogen ist, mit dem er sich auf einer vorstehenden ringförmigen
Schulter 12 der Abdeckplatte 2 an der Zulauföffnung 3 abstützt.
[0015] Von dem Rand 11 der Manschette 10 erstreckt sich eine einstückig angeformte Prallplatte
8a vom gleichen weichen und elastischem Material wie die Manschette 10 in einem Winkeld
von 30° zum gedachten Durchmesser der Manschette 10. Diese Prallplatte 8a erstreckt
sich winkelig im Abstand unterhalb der gesamten Öffnung der Manschette 10 und zwar,
daß auf der rechten Seite in der Zeichnung die Prallplatte 8a an der Manschette angeformt
ist und auf der linken Seite die weite Öffnung zwischen der Prallplatte 8a und der
Manschette 10 zum Durchfließen verbleibt. Die Prallplatte 8a ist auf einer Länge von
annähernd 180° mit dem Rand 11 der Manschette 10 einstückig verbunden, so daß die
Prallplatte 8a zur linken Seite wie eine offene Schaufel eines Baggers aussieht. Um
der Prallplatte 8a die gewünschte Stabilität und Formbeständigkeit zu geben, ist in
Ausflußrichtung eine Mittelrippe 13 aufgeformt. Diese Mittelrippe 13 sorgt auch zusätzlich
als Leitleiste in Fließrichtung, die mit Pfeil 14 gekennzeichnet ist.
[0016] Die Manschette 10 ist nach oben über den Rand der Abdeckplatte 2 hinaus verlängert
und weist an ihrem Außenumfang einen umlaufenden Absatz 15 auf, mit dem die Manschette
10 sich auf der Oberfläche der Abdeckplatte 2 abstützt. Wie in Fig. 2 außerdem dargestellt
ist, nimmt die nach oben verlängerte Manschette 10 das Regenwasserfallrohr 4 auf.
Die aus Gummi bestehende Manschette dämpft jede Schwingung zwischen dem Rohr und der
Abdeckplatte, so daß Geräusche aus dem Behälter nicht in die Rohre oder umgekehrt
weitergegeben werden.
[0017] Auf der Außenseite der Manschette 10 ist eine rippenartige Erhöhung 16 in Fließrichtung
vorgesehen, die sich nur über den Bereich erstreckt, mit dem die Manschette 10 in
der Abdeckplatte 2 oder der Behälterwandung steckt. In der Abdeckplatte 2 ist eine
entsprechende Nut 17 vorgesehen, damit das Ablenkteil 5 immer korrekt ausgeeichtet
in die Abdeckplatte 2 eingesetzt wird. Die Rippe 16 ist sowohl in Fig. 3 wie auch
in Fig. 4 zu sehen, wobei aus Fig. 4 auch die Nut 17 in der Abdeckplatte 2 hervorgeht.
1. Behälter wie Regenwasserablauf, Bodenwasserablauf, Gully oder dgl. mit Ablauf-
und Zulauföffnung, wobei der Zulauföffnung ein dem eintretenden Wasser eine Richtungsänderung
gebendes Ablenkteil nachgeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Ablenkteil (5)
mit einem schallschluckenden Belag (9) wie Weichgummi, Kunststoffschaum od. dgl. ausgestattet
ist.
2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ablenkteil (5) ein in
der Zulauföffnung (3) gehaltenes Einsatzteil ist, das aus Hartgummi, Weich-Polyvenylchlorid,
Niederdruck-Polyäthylen oder ähnlichem Material besteht.
3. Behälter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ablenkteil (5)
in der Zulauföffnung (3) auswechselbar gehalten ist.
4. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Ablenkteil
(5) von einer Prallplatte (8) gebildet ist, an der einseitig eine dazu im Winkel von
vorzugsweise 30° ausgerichtete Manschette (10) für den Sitz in der Zulauföffnung (3)
angeformt ist.
5. Behälter nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatte (5) auf dem
Rand (11) der Manschette (10) in einem Bogen von annähernd 180° einstückig verbunden
ist und dabei wie eine von drei Seiten umfaßte Baggerschaufel die Zulauföffnung (3)
in einem Abstand unterfaßt.
6. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatte
(5) in Fließrichtung (14) mit einer Mittel- .. rippe (13) zur Versteifung ausgestattet
ist.
7. Behälter nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Ablenkteil
(5) außen auf der Manschette (10) eine in Fließrichtung (14) angeordnete rippenartige
Erhöhung (16) aufweist.
8. Behälter nach einem der Ansprüche bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Rand (11)
der Manschette (10), an der die Prallplatte (5) angeformt ist, um eine Rohrwandstärke
falzartig eingezogen ist.
9. Behälter nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Manschette (10) auf ihrem Außenumfang einen umlaufenden Absatz (15) zur Abstützung
auf dem Rand der Zu- Aaulöffnung (3) aufweist und die Manschette (10) über diesen
Absatz (15) hinaus zur Aufnahme eines Zulaufrohres (4) verlängert ist.