(19)
(11) EP 0 080 621 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.10.1986  Patentblatt  1986/42

(21) Anmeldenummer: 82110359.5

(22) Anmeldetag:  10.11.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B02C 13/284, B02C 18/14, B02C 18/22

(54)

Papierzerkleinerer und Verfahren zum Betrieb

Paper shredder and operating method

Déchiqueteur de papier et méthode de fonctionnement


(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB NL SE

(30) Priorität: 02.12.1981 DE 3147634

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.06.1983  Patentblatt  1983/23

(71) Anmelder: Lindemann Maschinenfabrik GmbH
40231 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Probst, Karl
    D-5650 Solingen (DE)
  • Hüfken, Kurt
    D-4150 Krefeld (DE)

(74) Vertreter: Bergen, Klaus, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Dr.-Ing. Reimar König, Dipl.-Ing. Klaus Bergen, Wilhelm-Tell-Strasse 14
40219 Düsseldorf
40219 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Papierzerkleinerer mit einem in einem Gehäuse mit Einfüllöffnung drehbar gelagerten, mit Zerkleinerungswerkzeugen besetzten Rotor mit horizontaler Achse und mit einem Auslaßrost sowie einer dem Auslaßrost zugeordneten Auslaßöffnung des Gehäuses, wobei der Rost um eine parallel zur Rotorachse verlaufende Rostachse seitlich auszuschwenken ist. Sie betrifft ferner ein Verfahren zum Betrieb dieses Papierzerkleinerers.

    [0002] In der DE-A-915 520 wird ein Zerkleinerer beschrieben, und zwar eine Brechmühle zum Zerkleinern von Feldfrüchten. Der eigentliche Zerkleinerungsvorgang wird mit diesem Gerät nicht durch Zerreißen bewirkt, sondern durch Brechen und bevorzugt durch Mahlen der Feldfrüchte, was für Feldfrüchte die optimale Zerkleinerungsbehandlung ist. Das Gut, Feldfrüchte, ist aber von seiner spezifischen Verhaltensweise im Bezug auf Zerkleinerbarkeit und der darauf abzustellenden Behandlung her grundverschieden von dem Gut "Papier". Der Zweck dieses bekannten Vorschlags ist es, die Fläche zum Anbringen von Widerlagern zu vergrößern. Durch Anklappen des auszuschwenkenden Siebes wird eine Sichtung des gemahlenen Gutes durchgeführt; ist eine solche nicht erforderlich, bleibt das Sieb abgeklappt. Der Materialauslaß liegt bei der bekannten Brechmühle nicht unterhalb des Rotors, sondern oberhalb der Rotormittelebene, und zwar immer dem Materialeinlaß in Rotordrehrichtung unmittelbar vorgeordnet. Das bedeutet unter anderem, daß alles in die Brechmühle gelangte Material zunächst mehr als die Hälfte des Behandlungsweges unveränderbar eng eingestellte Zerkleinerungswerkzeuge im Sinne eines Mahlvorganges zu passieren hat, wodurch bereits ein vergleichsweise feiner, konstruktionsbedingt unbeeinflußbarer Zerkleinerungsgrad erzielt wird.

    [0003] In der DE-A-2 516 014 wird eine Zerkleinerungsmaschine beschrieben, die für Müll und sonstige Abfälle vorgesehen ist. Dem Rotor werden dabei unter anderem eine nicht durchlässige aber etwa parallel zur Rotorachse verlaufende Rippen aufweisende Mahlbahn und ein für zerkleinertes Gut durchlässiger Mahlrost zugeordnet. Der etwa achsparallele Roststäbe aufweisende Mahlrost kann horizontal auf Schienen seitlich aus dem Gehäuseunterteil herausgefahren werden. Bei Betrieb der Maschine zum Zerkleinern normalen Mülls wird das Gut zunächst gegen ein oberhalb der Mahlbahn befindliches Prallwerk geschleudert und nach der entsprechenden Vorzerkleinerung an der Mahlbahn weiter so zerkleinert, daß es durch den Mahlrost hindurchfallen kann. Die Mahlbahn und der Mahlrost umschließen dabei in der angegebenen Reihenfolge im wesentlichen die untere Rotorhälfte. Während der Mahlrost etwa überall gleichen Abstand von dem Schlagkreis der Rotorwerkzeuge haben soll, ist vorgesehen, den Abstand zwischen Mahlbahn und Rotor in Rotordrehrichtung geringer werden zu lassen. Wenn sich unzerkleinerbare, harte Gegenstände in dem bearbeiteten Gut befinden, kann die Mahlbahn kurzzeitig vom Rotor abgeschwenkt werden.

    [0004] Die aus der DE-A-2 516 014 bekannte Maschine kann auch zum Zerkleinern von grobem Zerkleinerungsgut, wie Sperrmüll, und sogar zum Zerkleinern von zähem Zerkleinerungsgut, wie Altreifen, verwendet werden. Im erstgenannten Fall erfolgt das Zerkleinern im wesentlichen durch die Prallbahn, während der Mahlrost ganz aus dem Aktionsbereich des Rotors herausgefahren wird. Die Mahlbahn soll dabei gerade so weit vom Schlagkreis des Rotors entfernt angeordnet werden, daß eine Nachzerkleinerung in gewissem Umfang bewirkt wird aber ein Blockieren der Maschine nicht zu befürchten ist. Wenn dagegen Altreifen oder ähnlich zähes Zerkleinerungsgut zu verarbeiten sind, werden Mahlbahn und Mahlrost ganz aus dem Wirkungsbereich des Rotors herausgefahren bzw. herausgeschwenkt und die Rotorwerkzeuge werden lediglich mit einem Reißkamm bzw. mit einer Amboßkante in Eingriff gebracht. Für den letztgenannten Einsatz muß die Drehrichtung des Rotors der bekannten Maschine umgekehrt werden. Die Umstellung erfordert aber ein zeit- und energieaufwendiges Abbremsen des schnell, z.B. mit 1500 Umdrehungen pro Minute, laufenden Rotors. Ein Abstellen des Rotors wird auch erforderlich sein, wenn der Mahlrost aus der Arbeitsstellung heraus oder in diese zurückgefahren worden ist. Schließlich besteht ein wesentlicher Nachteil der bekannten Maschine darin, daß der Mahlrost in seiner aus der Betriebsstellung herausgefahrenen Position die Abfuhr des zerkleinerten Guts behindert.

    [0005] Aus der Zeitschrift "Zement-Kalk-Gips", Jahrgang 18 (1965), Heft 11, Seite 6 ist ferner eine zum Zerkleinern von Kalk stein und ähnlichem vorgesehene Prallmühle mit Rosten im Unterteil bekannt. Die Roste lassen sich bei Überholungsarbeiten schubkastenartig aus dem Unterteil der Prallmühle herausziehen. Auch während des Betriebs ist zum Freigeben eines Austrittsspalts ein Abdrücken einer Rostkorbhälfte vom Rotor möglich. Aus Platzgründen innerhalb der Maschine können in dem beschriebenen Ausführungsbeispiel aber nur sehr geringe Verschiebungen der etwa in der Vertikalebene der Rotorachse geteilten Rostkorbhälften vorgenommen werden. Wird beispielsweise die in Rotordrehrichtung erste Rosthälfte bei Betrieb der Maschine vom Rotor etwas abgerückt, so entsteht ein sich kreisförmig verengender Arbeitsbereich zwischen Rotor und Rost, in welchem sich bei Einsatz der Maschine zum Zerkleinern normalen Mülls oder von Papier das während des Verarbeitens stark an Volumen zunehmende Gut stauen und verklemmen würde. Wenn dagegen oder außerdem die in Drehrichtung zweite Rostkorbhälfte etwas vom Schlagkreis der Rotorwerkzeuge abgerückt wird, ergibt sich hier zwar zwischen Rotor und Rost ein sich öffnender Keil, das vom ersten Rost ablaufende Material gelangt aber gar nicht in den Öffnungskeil sondern staut sich vor dem abgerückten zweiten Rost. Die bekannte Maschine ist daher in ihrer Konzeption zum Zerkleinern von Müll, Papier und ähnlich leichtem Material ungeeignet.

    [0006] Papierzerkleinerer müssen zum Zerreißen von einzeln anfallendem Papier, mehr oder weniger großen gebündelten Stapeln, ganzen Aktenordnern und selbst in Säcken angeliefertem Gut gleichermaßen geeignet sein. An das Maß der Zerkleinerung werden je nach Art des eingegebenen Guts sehr unterschiedliche Anforderungen gestellt. Eine relativ grobe Zerkleinerung reicht beispielsweise aus, wenn es lediglich darum geht, das Papier der Weiterverarbeitung zuzuführen. In manchen Fällen muß glattes Papier lediglich so bearbeitet werden, daß es preßbar wird. Erhebliche Anforderungen an die Feinheit der Zerkleinerung werden dagegen beim Vernichten von Geheim-oder Personalakten gestellt. Je feiner das Gut zerkleinert werden soll, um so größer sind Zeitund Energieaufwand für die Zerkleinerungsarbeit. Es besteht daher ein Interesse, die Maschine den jeweiligen Anforderungen entsprechend kurzfristig und bei laufendem Rotor anpassen zu können. Das gilt besonders dann, wenn kleinere Chargen von Gut unterschiedlicher Art nacheinander zu bearbeiten sind. Um diesen Anforderungen zu genügen, hat man bisher in der Praxis häufig drei aufeinanderfolgende Zerreißer eingesetzt und damit das aufgegebene Gut stufenweise bis zu dem gewünschten Endzustand bearbeitet.

    [0007] Bei Papierzerreißern besteht wegen des geringen spezifischen Gewichts der Papierschnitzel ein wesentliches Problem darin, die Luft in der Maschine so zu führen, daß zerkleinertes Material in Richtung auf den Maschinenauslaß geblasen bzw. gesaugt wird. Dem steht entgegen, daß der Rotor in Folge seiner hohen Umdrehungszahl jeweils auf der Vorderseite - gesehen in Drehrichtung - von in den Schlagkreis der Rotorwerkzeuge gesetzten festen Werkzeugen einen erhöhten Druck und auf der Rückseite der festen Werkzeuge einen entsprechenden Unterdruck gegenüber dem Umgebungsdruck erzeugt. Hierdurch können in der Maschine Druckverhältnisse entstehen, die dazu führen, daß aufgegebenes Gut mit einem in der Einlaßöffnung der Maschine von innen nach außen gerichteten Luftstrom sofort wieder nach außen getragen wird. Zumindest ist es häufig schwierig, Papier aus dem Füllschacht der Maschine in den Eingriffsbereich der Rotorwerkzeuge zu bringen.

    [0008] Diese Probleme werden noch verstärkt, wenn auf der Unterseite des Rotors zum Erzielen einer gleichmäßigen Papierzerkleinerung Roste angeordnet werden. Bei der hohen Umdrehungsgeschwindigkeit des Rotors können nämlich die Roste nahezu wie geschlossene Bleche wirken, so daß selbst ausreichend zerkleinertes Papier nicht durch den Rost fällt. In der Praxis ist man daher dazu übergegangen, auf den Ausgang der Maschine ein starkes Gebläse zu setzen, das das zerkleinerte Material durch den Bearbeitungsbereich des Rotors hindurchsaugt. Da der Wirkungsgrad der Maschine vom Durchsatz an Zerkleinerungsgut pro Zeiteinheit und von der aufgewendeten Energie abhängt, sollte das Absauggebläse nur dann in Betrieb gesetzt werden müssen, wenn es unbedingt erforderlich ist.

    [0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den eingangs genannten Papierzerkleinerer so zu verbessern, daß er Zerkleinerungsgut wechselnder Art auf eine jeweils vorgegebene Feinheit mit möglichst günstigem, vom Energieaufwand, Zeitaufwand und der Feinheit der Schnitzel bestimmten Wirkungsgrad zerkleinern kann und bei laufendem Rotor den Anforderungen entsprechend umzurüsten bzw. anzupassen ist.

    [0010] Die erfindungsgemäße Lösung besteht darin, daß der Rost aus zwei etwa in der Vertikalebene der Rotorachse geteilten Hälften besteht und unterhalb des Rotors angeordnet ist, daß die in Rotordrehrichtung zweite Rosthälfte vollkommen aus dem Wirkungsbereich der Rotorwerkzeuge unter Freigabe eines Abflußweges für etwa tangential bzw. horizontal von der zu diesem Zeitpunkt einsatzbereiten ersten Rotorhälfte kommendes, zerkleinertes Gut nach oben auszuschwenken ist, und daß die in Drehrichtung des Rotors erste Rosthälfte in verschiedenen Schwenkstellungen zum Schlagkreis der Rotorwerkzeuge zu arretieren ist. Ferner besteht die erfindungsgemäße Lösung für das Verfahren zum Betrieb des Papierzerkleinerers darin, daß zum Feinzerkleinern beide Rosthälften in die Arbeitsposition am Schlagkreis der Rotorwerkzeuge gebracht werden, daß bei grobem Material und/oder gröberem Zerreißen zunächst die in Drehrichtung zweite Rosthälfte ganz ausgeschwenkt wird und daß bei noch größeren Materialstücken und/oder noch weniger feinem Zerreißen die erste Rosthälfte, insbesondere allmählich, z.B. stufenweise, vom Schlagkreis der Rotorwerkzeuge weggeschwenkt wird.

    [0011] Durch die Erfindung wird erreicht, daß der Papierzerkleinerer bei laufendem Rotor - dieser kann beispielsweise eine Auslaufzeit von einer halben Stunde haben - allen Anforderungen nach Feinheit der erzeugten Schnitzel, Bearbeitungszeit und möglichst geringem Energieaufwand für aufgegebenes Papiergut verschiedenster Art mit wenigen Handgriffen anzupassen ist. Mit Hilfe des erfindungsgemäßen Papierzerkleinerers können also selbst kleinere Chargen unterschiedlicher Art wirtschaftlich nacheinander bearbeitet werden.

    [0012] Sobald beide Rosthälften an den Schlagkreis der Rotorwerkzeuge herangeführt worden sind, können mit der Maschine auch Geheimakten und selbst Geldscheine wirkungsvoll vernichtet werden. In diesem Fall kann jedoch zum Erzielen einer ausreichenden Arbeitsleistung ein Sauggebläse auf den Ausgang des Gehäuses zu schalten sein. Wenn die Anforderungen an die Feinheit der erzeugten Schnitzel geringer sind, kann die in Drehrichtung zweite Rosthälfte völlig aus dem Wirkungsbereich der Rotorwerkzeuge ausgeschwenkt werden, so daß das zerkleinerte Gut tangential, also etwa horizontal, von der noch im Einsatz befindlichen ersten Rosthälfte abfliegt. Da die zweite Rosthälfte beim Ausschwenken nach oben angehoben wird, behindert sie den Abfluß des zerkleinerten Guts nicht. Bei ausgeschwenkter zweiter Rosthälfte reißt der sonst am Rotorumfang bestehende Luftstrom am Ende der ersten Rosthälfte ab und der Rotor selbst erzeugt in der Maschine die gewünschte Luftströmung zum Ansaugen zu zerkleinernden Materials und zum Abführen der erzeugten Schnitzel. In der Regel ist daher schon beim Ausschwenken einer Rosthälfte ein nachgeschaltetes Sauggebläse nicht mehr erforderlich.

    [0013] Die in Drehrichtung des Rotors erste Rosthäfte ist in verschiedenen Schwenkstellungen zum Schlagkreis der Rotorwerkzeuge zu arretieren. Die Relativlage von am Rost angebrachten Gegenwerkzeugen kann dabei je nach Schwenkstellung der Rosthälften zum Schlagkreis der Rotorwerkzeuge eingestellt werden. Durch das stufenweise oder kontinuierliche Einstellen der ersten Rosthälfte in verschiedene Schwenkstellungen wird es ermöglicht, zunehmend groberes Material zu verarbeiten bzw. zunehmend gröbere Schnitzel zu erzielen. Als günstig kommt hierbei hinzu, daß beim Ausschwenken der ersten Rosthälfte ein sich in Drehrichtung öffnender Keil zwischen Rost und Rotor entsteht.

    [0014] Ein solcher Öffnungskeil ist bei dem während der Verarbeitung stark an Volumen zunehmenden Papier sehr günstig. Wenn schließlich die erste Rosthälfte ganz aus dem Aktionsbereich am Schlagkreis der Rotorwerkzeuge herausgeschwenkt worden ist, würde ohne das Einschalten zusätzlicher Werkzeuge praktisch kein Reißeffekt mehr zu erzielen sein. Die erfindungsgemäße Maschine besitzt daher vor dem Eingang der ersten Rosthälfte einen Reißkamm bzw. eine Amboßkante, die wahlweise in den Wirkungsbereich des Schlagkreises der Rotorwerkzeuge einzuschieben bzw. einzuschwenken ist. Schließlich sei darauf hingewiesen, daß die leichte Ausschwenkbarkeit der Rosthälften auch dazu ausgenutzt werden kann, harte bzw. sich verklemmende Teile oder ähnliches durch vorübergehendes Ausschwenken freizugeben. Während bei diesem vorübergehenden Ausschwenken der Rosthälften keine besonderen Veränderungen an den Rosten selbst vorgenommen werden, kann es jedoch günstig sein, beim allmählichen Abheben der ersten Rosthälfte an dieser vorgesehene Gegenwerkzeuge dem Maß des Abhebens entsprechend näher an den Schlagkreis der Rotorwerkzeuge heranzubringen.

    [0015] Anhand der schematischen Darstellung eines Ausführungsbeispiels in der Zeichnung werden weitere Einzelheiten der Erfindung erläutert. Es zeigen:

    Fig. einen Schnitt durch einen Papierzerkleinerer entlang der Linie II in Fig. 2; und

    Fig. einen Schnitt entlang der Linie II-II durch den Papierzerkleinerer nach Fig. 1.



    [0016] Zu dem erfindungsgemäßen Papierzerkleinerer gehören ein in einem Gehäuse 1 mit Einfüllöffnung 2 im Betrieb schnell umlaufender, mit Zerkleinerungswerkzeugen 3 besetzter und von oben mit dem zu zerkleinernden Gut zu beschickender Rotor 4 mit horizontaler Achse 5 und ein unterhalb des Rotors 4 angeordneter, aus zwei Rosthälften 6 und 7 bestehender Auslaßrost sowie eine sich daran anschließende Auslaßöffnung des Gehäuses 1. Die beiden Rosthälften 6 und 7 sind dabei etwa in der Vertikalebene der Rotorachse 5 geteilt und umschließen im wesentlichen die untere Rotorhälfte. Ferner sind die Rosthälften 6 und 7 um etwa in der Höhe der Rotorachse 5 horizontal gelagerte Rostachsen 8 und 9 seitlich auszuschwenken. Ein ungewolltes Ausschwenken der Rosthälften 6 und 7 wird im Ausführungsbeispiel durch in Nuten 10 der die Rosthälften 6 und 7 haltenden Wangen 11 eingreifende Sperrbolzen 12 verhindert. Zum gewollten Aus- bzw. Abschwenken der Rosthälften 6 und 7 sind Hydraulik-Kolben-Zylinder-Anordnungen 13 und 14 vorgesehen, die an den Wangen 11 der Rosthälften 6 und 7 angreifen. Die Hydraulikeinrichtung 14 zum Abheben der in Rotordrehrichtung 15 zweiten Rosthälfte 7 wird dabei so ausgebildet, daß diese Rosthälfte einschließlich ihrer Wange 11 beim Ausschwenken längs des angedeuteten Schwenkkreises ganz aus den Bereich der unteren horizontalen Tangente des Schlagkreises 16 der Rotorwerkzeuge 3 in die strichpunktiert angedeutete Stellung gelangt. Die zweite Rosthälfte 7 soll dabei so weit über die erwähnte horizontale Tangente anzuheben sein, daß bei im Einsatz befindlicher erster Rosthälfte 6 vom Rotor 4 bzw. von der Rosthälfte 6 horizontal abgeschleudertes Gut nicht gegen die zweite Rosthälfte 7 stößt. Die in Drehrichtung 15 erste Rosthälfte 6 braucht dagegen mit Hilfe ihrer Hydraulikanordnung 13 (längs der angedeuteten Schwenklinie) nicht soweit wie die zweite Rosthälfte 7 sondern nur bis in die strichpunktiert angedeutete Stellung auszuschwenken sein, da beim Abheben der ersten Rosthälfte 7 das zerkleinerte Gut nur in den Bereich der ihr benachbarten vertikalen Tangente des Schlagkreises 16 fällt.

    [0017] Während die in Drehrichtung 15 zweite Rosthälfte 7 nur entweder ganz an den Schlagkreis 16 heranzufahren oder vollständig von diesem abzuschwenken ist, kann die in Drehrichtung 15 erste Rosthälfte 6 in verschiedenen Zwischenstellungen wertvolle Dienste leisten. In den Zwischenstellungen kann es günstig sein, die der Rosthälfte 6 zugeordneten Gegenwerkzeuge 17 und 18 zumindest bei vorgesehenem Dauerbetrieb dem Abstand vom Schlagkreis 16 entsprechend anzuheben oder abzusenken. Wenn die in Drehrichtung 15 erste Rosthälfte 6 teilweise oder ganz aus dem Wirkungsbereich des Schlagkreises 16 der Rotorwerkzeuge 3 geschwenkt wird, sind zum Zerkleinern des aufgegebenen Guts weitere Werkzeuge, z.B. eine in den Wirkungsbereich des Schlagkreises 16 einzufahrende oder einzuschwenkende Amboßklappe 19 erforderlich. Das Gut wird dann zwischen den, beispielsweise durch Fliehkraft radial nach außen gedrückten Rotorwerkzeugen 3 und der Amboßkante 20 zerkleinert. Zum Einstellen der Amboßklappe 19 kann ebenfalls eine Hydraulik -Zylinder-Anordnung 21 vorgesehen werden.

    [0018] Um das Einstellen und Verschwenken der Rosthälften 6 und 7 einschließlich der zugehörigen Wangen 11 bei laufendem Rotor 4 den Unfallverhütungsvorschriften entsprechend zu ermöglichen, wird das Gehäuse 1 auch im unteren Bereich so groß ausgeführt, daß die gegebenenfalls ausgeschwenkten Teile innerhalb des Gehäuses Platz finden und während des Ausschwenkens die Bedienungsperson nicht durch vom Rotor abgeschleudertes Gut verletzt werden kann.


    Ansprüche

    1. Papierzerkleineren mit einem in einem Gehäuse (1) mit Einfüllöffnung (2) drehbar gelagerten, mit Zerkleinerungswerkzeugen (3) besetzten Rotor (4) mit horizontaler Achse (5) und mit einem Auslaßrost (6, 7) sowie einer dem Auslaßrost (6, 7) zugeordneten Auslaßöffnung des Gehäuses, wobei der Rost um eine parallel zur Rotorachse (5) verlaufende, Rostachse seitlich auszuschwenken ist, wobei der Rost aus zwei etwa in der Vertikalebene der Rotorachse (5) geteilten Hälften (6, 7) besteht und unterhalb des Rotors (4) angeordnet ist, die in Rotordrehrichtung (15) zweite Rosthälfte (7) vollkommen aus dem Wirkungsbereich der Rotorwerkzeuge (3) unter Freigabe eines Abflußweges für etwa tangential bzw. horizontal von der zu diesem Zeitpunkt einsatzbereiten ersten Rosthälfte (6) kommendes, zerkleinertes Gut nach oben auszuschwenken ist, und die in Drehrichtung (15) des Rotors (4) erste Rosthälfte (6) in verschiedenen Schwenkstellungen zum Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) zu arretieren ist.
     
    2. Papierzerkleinerer nach Anspruch 1, wobei die Relativlage von an der ersten Rosthälfte (6) angebrachten Gegenwerkzeugen (17,18) je nach Schwenkstellung der Rosthälfte (6) zum Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) einzustellen ist.
     
    3. Papierzerkleinerer nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Rotor (4) und der Rostschwenkbereich so von dem Gehäuse (1) zu umschließen ist, daß ein Betätigen der Rosthälften (6, 7) bei laufendem Betrieb zulässig ist.
     
    4. Verfahren zum Betrieb des Papierzerkleinerers nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, wobei zum Feinzerkleinern beide Rosthälften (6, 7) in die Arbeitsposition am Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) gebracht werden, bei grobem Material und/oder gröberem Zerkleinern zunächst die in Drehrichtung zweite Rosthälfte (7) ganz ausgeschwenkt wird und bei noch größeren Materialstücken und/oder noch weniger feinem Zerreißen die erste Rosthälfte (6), insbesondere allmählich, z.B. stufenweise, vom Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) weggeschwenkt wird.
     
    5. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die in Drehrichtung (15) zweite Rosthälfte (7) zum Freigeben harter bzw. verklemmter Teile oder ähnlichem vorübergehend völlig ausgeschwenkt wird.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 4, wobei die erste Rosthälfte (6) bei völlig ausgeschwenkter zweiter Rosthälfte (7) zum Freigeben harter Teile vorübergehend teilweise oder ganz vom Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) weggeschwenkt wird.
     
    7. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 6, wobei eine oberhalb des Rotors (4) vorgesehene Amboßkante (20) bzw. ein Reißkamm bei ausgeschwenkter zweiter Rosthälfte (7) in die Arbeitsposition am Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) gebracht wird.
     
    8. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 7, wobei an der in Drehrichtung (15) ersten Rosthälfte (6) vorgesehene Gegenwerkzeuge (17,18) bei ausgeschwenkter zweiter Rosthälfte (7) näher an den Schlagkreis (16) der Rotorwerkzeuge (3) gebracht werden.
     
    9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 8, wobei das Verstellen bzw. Schwenken der Rosthälften (6,7) bei Betrieb der Maschine mit laufendem Rotor erfolgt.
     


    Claims

    1. Paper shredder, comprising a rotor (4) with horizontal axis (5), rotatably journalled in a housing (1) with filling opening (2) and equipped with shredding tools (3), and comprising an outlet grating (6, 7) and an outlet opening of the housing associated with the outlet grating (6, 7), wherein the grating can be pivoted about a grating axis parallel to the rotor axis (5), wherein the grsting consists of two halves (6, 7), divided approximately in the vertical plane through the rotor axis (5), and is disposed underneath the rotor (4), the second halfgrating (7) in the rotor rotational direction (15) can be pivoted away upwards completely out of the range of action of the rotor tools (3) to open a discharge path for shredded material coming approximately tangentially and horizontally from the first half- grating (6) ready for use at this instant, and the first half-grating (6) in the rotational direction (15) of the rotor (4) can be arrested in various pivoted positions relative to the beating circle (16) of the rotor tools (3).
     
    2. Paper shredder according to claim 1, wherein the relative position of counter-tools (17, 16) fitted to the first half-grating (6) can be adjusted relative to the beating circle (16) of the rotor tools (3) according to the pivoted position of the half-grating (6).
     
    3. Paper shredder according to claim 1 or 2, wherein (4) and the range of pivoting of the grating are so surrounded by the houging (1) that actuation of the half-gratings (6, 7) during continuing operation is admissible.
     
    4. Method of operating the paper shredder according to one or more of claims 1 to 3, wherein, for finely shredding, both the halfgratings (6, 7) are brought into the working position at the beating circle (16) of the rotor tools (3), in the case of coarse material and/or coarser shredding, firstly the second half-grating (7) in the rotational direction is pivoted away entirely and, in the cage of still larger material pieces and/ or less fine shredding, the first half- grating (6) is pivoted away especially gradually, for example by steps, from the beating circle (16) of the rotor tools (3).
     
    5. Method according to claim 4, wherein the second half-grating (7) in the rotational direction (15) is temporarily completely pivoted away in order to release hard or jammed pieces or the like.
     
    6. Method according to claim 4, wherein the first half-grating (6), with the second half-grating (7) completely pivoted away, is temporarily pivoted away partly or entirely from the beating circle (16) of the rotor tools (3) in order to release hard pieces.
     
    7. Method according to one or more of claims 4 to 6, wherein an anvil edge (20) or a shredding comb, provided above the rotor (4), is brought, with the second half-grating (7) pivoted away, into the working position at the beating circle (16) of the rotor tools (3).
     
    6. Method according to one or more of claims 4 to 7, wherein counter-tools (17, 16), provided at the first half-grating (6) in the rotational direction (15), are brought, with the second half-grating (7) pivoted away, nearer to the beating circle (16) of the rotor tools (3).
     
    9. Method according to one or more of claims 4 to 6, wherein the adjusting or pivoting of the half- gratings (6, 7) is carried out during operation of the machine with the rotor running.
     


    Revendications

    1. Appareil à morceler le papier comprenant un rotor (4) d'axe horizontal (5) monté sur paliers de manière à pouvoir tourner dans une enveloppe (1) comportant une ouverture de chargement (2) et muni d'outils de morcellement (3) et une grille d'évacuation (6, 7) ainsi qu'une ouverture d'évacuation (6, 7), la grille pouvant pivoter latéralement autour d'un axe de grille parallèle à l'axe (5) du rotor, caractérisé en ce que la grille est constituée par deux moitiés (6, 7) séparées à peu près dans le plan vertical de l'axe (5) du rotor et se trouve au-dessous du rotor (4), en ce que la moitié de grille (7) qui est la deuxième dans le sens (15) de la rotation du rotor qui peut pivoter vers le haut pour sortir complètement de la zone d'action des outils du rotor (3) en dégageant un trajet de passage pour le matériau morcelé qui arrive tangentiellement ou horizontalement de la première moitié de grille (6) qui est alors prête à fonctionner et en ce que la moitié de grille (6), qui est la première dans le sens (15) de la rotation du rotor (4) peut être arrêtée dans différentes positions par rapport au cercle d'impact (15) des outils (3) du rotor.
     
    2. Appareil à morceler le papier selon la revendication 1, caractérisé en ce que la position relative des contre-outils (17, 18) montés sur la première moitié de grille (6) se règle d'après la position de pivotement de la moitié de grille (6) par rapport au cercle d'impact (16) des outils (3) du rotor.
     
    3. Appareil à morceler le papier selon l'une des revendications 1 ou 2, caractérisé en ce que le rotor (4) et la zone de pivotement de la grille sont entourés par l'enveloppe (1) de telle manière que les moitiés de grille (6, 7) peuvent être mises en action pendant le fonctionnement.
     
    4. Procédé pour l'utilisation de l'appareil à morceler le papier selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que, pour réaliser un morcellement fin, les deux moitiés de grille (6, 7) sont amenées dans leur position de travail au niveau du cercle d'impact (16) des outils (3) du rotor, en ce que, pour le traitement d'un matériau grossier et/ ou pour un morcellement grossier, c'est d'abord la moitié de grille (7) qui est la deuxième dans le sens de la rotation qui pivote complètement et en ce que, pour le traitement de morceaux de matériel encore plus gros ou pour un morcellement moins fin, c'est la première moitié de grille (6) qui pivote, notamment progressivement, par exemple par degrés, pour sortir du cercle d'impact (16) des outils de rotor (3).
     
    5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la moitié de grille (7) qui est la deuxième dans le sens (15) de la rotation peut pivoter complètement pour libérer des morceaux durs ou bloqués ou des corps analogues.
     
    6. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la première moitié de grille (6) pivote complètement pour dégager partiellement ou complètement le cercle d'impact (16) des outils (3) du rotor lorsque la deuxième moitié (7) a complètement pivoté pour libérer des morceaux durs.
     
    7. Procédé selon l'une des revendications 4 à 6, caractérisé en ce qu'un bord d'enclume (20) ou un peigne de déchiquetage montés au-dessus du rotor (4) sont amenés, lorsque la deuxième moitié de grille (7) a complètement pivoté dans leur position de travail au niveau du cercle d'impact (16) des outils (3) du rotor.
     
    8. Procédé selon l'une des revendications 4 à 7, caractérisé en ce que, lorsque la deuxième moitié de grille (7) a complètement pivoté, les contre-outils (17,18) montés sur la moitié de grille (6) qui ést la première dans le sens (15) de la rotation sont rapprochés du cercle d'impact (16) des outils (3) du rotor.
     
    9. Procédé selon l'une des revendications 4 à 8, caractérisé en ce que le déplacement ou le pivotement des moitiés de grille (6, 7) s'effectue pendant que la machine marche et que le rotor tourne.
     




    Zeichnung