[0001] Die Erfindung betrifft einen Schaltmechanismus für einen Leitungsschutzschalter mit
einem unter der Wirkung einer Kontaktfeder befindlichen starren Kontakthebel gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Ein solcher Schaltmechanismus ist aus der DE 29 38 858 A1 bekannt. Dabei steht der
Kontakthebel in Kontaktschließrichtung unter der Wirkung einer Schenkelfeder, die
ihn von der Rückseite her gegen eine Verklinkungsstelle und ein festes Kontaktstück
drückt. Als Verklinkungsstelle ist im Kontakthebel ein Zapfen vorgesehen. Dieser recht
einfach und zweckmäßig aufgebaute Schaltmechanismus ist insofern noch nachteilig,
als an der Verklinkungsstelle sehr schwankende Kräfte auftreten können. Außerdem besteht
bei diesem Mechanismus eine Neigung zum Verkanten des Kontakthebels.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den bekannten Schaltmechanismus so zu verbessern,
daß die erwähnten Nachteile vermieden werden und bei einfachem Aufbau aller Mechanismusteile
insbesondere der Kontakthebel exakt in seiner Schwenkebene geführt ist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe sind erfindungsgemäß die im Patentanspruch 1 genannten
Merkmale vorgesehen. Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
sind Gegenstände der Unteransprüche.
[0005] Die Erfindung hat den Vorteil, daß die als Kontaktfeder vorgesehene Zugfeder stabilisierend
am flachen Kontakthebel angreift. Aufgrund des Einhängepunktes der Kontaktfeder vor
den beiden Abstütztstellen des Kontakthebels und ihrer ziehenden Wirkung ergibt sich
eine Zuordnung der drei Kraftangriffspunkte in einer Dreiecksebene, die mit der Funktionsebene
des Kontakthebels zusammenfällt. Da auch die direkt am Kontakthebel angeformte Verklinkungsstelle
in dieser Ebene liegt, entstehen keine Kippbewegungen im Schaltmechanismus und die
Gefahr des Verkantens ist ausgeschlossen. Es läßt sich problemlos ein flacher Kontakthebel
einsetzen, der einfach herstellbar ist und bei dem auch in der Serie immer gleichmäßige
Bedingungen an der Verklinkungsstelle vorliegen. Die Ausbildung des Hebels und seiner
Kontaktstelle als Flachkontakt erfordert zudem nur einen schmalen Spalt in der Trennwand
des Gehäuses zwischen Mechanismusraum und Schaltkammer. Damit ergibt sich nahezu die
Wirkung einer mitlaufenden Abdichtung, da ein Großteil des Spaltes auch noch vom Querschnitt
des Kontakthebels ausgefüllt ist. Abbrandpartikel von der Kontaktstelle haben somit
kaum die Möglichkeit, in den Mechanismusraum zu fliegen und sich dort an funktionswichtigen
Teilen abzulagern bzw. diese zu zerstören. Es ergibt sich damit ein im Aufbau sehr
einfacher und funktionssicherer Schaltmechanismus.
[0006] Anhand der aus einer Fig. bestehenden Zeichnung sei die Erfindung nachstehend näher
erläutert.
[0007] Der mit seinen wesentlichen Teilen gezeigte, in Einschaltstellung befindliche Schaltmechanismus
ist in einem zweischaligen Gehäuse 1 untergebracht. Darin ist ein Handbedienungsknebel
2 schwenkbar gelagert, an dem seinerseits ein Klinkenbügel 3 drehbeweglich angelenkt
ist. Letzterer stützt sich mit seinem freien Ende 3a an einer nasenförmigen, direkt
angeschlagenen Verklinkungsstelle 4a eines starren Kontakthebels 4 ab, der als flaches
Stanzteil mit in Zeichnungsebene befindlichen Konturen ausgebildet und mittels einer
etwa in seiner Mitte angeordneten länglichen Ausnehmung 4b um eine gehäusefeste Achse
5 frei beweglich schwenkbar ist. An dem so gebildeten zweiarmigen Kontakthebel befindet
sich gegenüberliegend von der Verklinkungsstelle eine linienförmig gestanzte Kontaktstelle
4c, die in eine durch eine Zwischenwand 1a vom Schaltmechanismusraum 1b abgeteilte
Schaltkammer 1c ragt und dort auf ein festes Kontaktstück 6 arbeitet. In der Schaltkammer
sind auf bekannte Art auch ein Löschblechpaket 14 sowie ein Lichtbogenleitblech 15
angeordnet, wobei das letztere bis an die Zwischenwand 1a herangeführt ist und den
Abschluß zum Gehäusesockel bildet. Das feste Kontaktstück 6 ist mit einem lediglich
angedeuteten magnetischen Auslöseorgan 7 verbunden, welches im Fehlerfall mit seinem
Stößel 7a auf bekannte Art einen Doppelhebel 8 beaufschlagt. Am gegenüberliegenden
Hebelarm des etwa mittig gelagerten Doppelhebels ist ein Kupplungsbügel 9 eingehängt,
der mit einem abgewinkelten Zapfen 9a eine ausgesparte Kulisse 4d des Kontakthebels
4 durchgreift.
[0008] Unterhalb der Kulisse 4d ist in dem Bereich zwischen der Verklinkungsstelle 4a und
der als Lagerstelle dienenden länglichen Ausnehmung 4b des Kontakthebels ein Auge
4e ausgespart, in das eine Zugfeder 10 eingehängt ist. Diese über den Doppelhebel
8 frei geführte Zugfeder ist mit ihrem anderen Ende oberhalb des magnetischen Auslöseorgans
7 an einem gehäusefesten Zapfen 1d eingehängt, der zugleich auch als Festpunkt einer
den Handbedienungsknebel 2 in Verbindung mit dem Klinkenbügel 3 in Ausschaltrichtung
belastenden Feder 11 dient. Schließlich ist bei dem Schaltmechanismus noch ein Entklinkungshebel
12 vorgesehen, der um eine gehäusefeste Achse 13 schwenkbar in einer parallelen Ebene
zum Kontakthebel 4 angeordnet ist. Der Entklinkungshebel weist ein Langloch 12a auf,
welches etwa im rechten Winkel versetzt zur Kulisse 4d ausgespart und ebenfalls von
dem Zapfen 9a des Kupplungsbügels durchsetzt ist.
[0009] Von erfindungswesentlicher Bedeutung ist die Lage des Auges 4e als Angriffspunkt
der Zugfeder 10, die als Kontaktfeder sowohl den Kontaktdruck, als auch bei entklinktem
Schaltmechanismus die Kontaktöffnung bewirkt. Das Auge 4e liegt dabei in Zugrichtung
der Feder 10 vor der durch Strichtpunktlinien angedeuteten theoretischen Verbindungslinie
zwischen den beiden Abstütztstellen des Kontakthebels, die einerseits durch die Verklinkungsstelle
4a und andererseits durch die Kontaktstelle 4c gebildet sind. Die beiden durch je
einen Pfeil markierten Abstützstellen bilden zusammen mit dem Angriffspunkt der Zugfeder
10, deren Wirkrichtung durch entsprechende Positionierung am Zapfen 1d in gleicher
Höhenlage erfolgt, eine Dreiecksfläche, die mit der in Zeichnungsebene liegenden Funktionsebene
des Kontakthebels 4 übereinstimmt. Die Zugfeder 10 ist in jeder Lage frei zwischen
dem Auge 4e und dem Zapfen 1d gespannt, so daß keine Kippbewegungen auf den flachen
Kontakthebel übertragen werden.
[0010] Der auf der Achse 5 freischwebend geführte Kontakthebel hat in Einschaltstellung
aufgrund seiner länglichen Ausnehmung 4b ausreichend Abbrandreserve an der Kontaktstelle
4c und wird durch die Zugfeder 10 immer auf das feste Kontaktstück 6 gepreßt. Kommt
es zu einem Abschaltvorgang, so wird das freie Ende 3a des Klinkenbügels 3 mittels
des im Uhrzeigersinn verschwenkenden Verklinkungshebels 12 von der Verklinkungsstelle
4a gelöst. Der jetzt nicht mehr an dieser Stelle abgestützte Kontakthebel schwenkt
unter der Wirkung der Zugfeder 10 im Gegenuhrzeigersinn um die Kontaktstelle 4c, bis
die Ausnehmung 4b an der Achse 5 zur Anlage gelangt. Der augenblicklich im gleichen
Richtungssinn nunmehr um die Achse 5 weiterschwenkende Kontakthebel öffnet danach
kurzfristig die Kontaktstelle und das kontaktseitige Ende gelangt etwa in der in Strichlinien
angedeuteten Stellung 4c' an der Zwischenwand 1a bzw. an einer Anschlagkante 1a' zur
Anlage. In der Zwischenwand 1a ist somit lediglich eine offene spaltförmige Aussparung
für das Kontakthebelende, deren Länge etwa dem üblichen Kontaktöffnungsweg von 6 mm
entspricht. Da der gestanzte Kontakthebel vorzugsweise nur 1,5 mm dick ist, kann der
ausgesparte Spalt in der Zwischenwand 1a auch entsprechend schmal gehalten werden.
[0011] Eingeleitet wird die vorbeschriebene Abschaltung des Schaltmechanismus durch die
Auslöseorgane. Dies sind im Fall eines Kurzschlusses das magnetische Auslöseorgan
7 und im Fall eines überstromes ein nicht gezeigtes Bimetall, welche jeweils ihre
Bewegungen auf den Doppelhebel 8 übertragen, der seinerseits durch eine entsprechende
Schwenkbewegung im Gegenuhrzeigersinn über den Kupplυngsbügel 9 und das Langloch 12a
den Entklinkungshebel 12 um die Achse 13 verschwenkt. Die Kulisse 4d dient dabei als
Führung für den Zapfen 9a, der den Entklinkungshebel 12 zum Lösen der Verklinkung
anhebt.
[0012] Das Wiedereinschalten des Schaltmechanismus erfolgt am Handbedienungsknebel 2, wobei
der Klinkenbügel 3 unter der Wirkung der Feder 11 vor die Verklinkungsstelle 4a zu
liegen kommt und durch das Verschwenken des Handbedienungsknebels den Schaltmechanismus
auf bekannte Art in die gezeigte Stellung verspannt. Aufgrund der stabilisierenden
Wirkung der Zugfeder 10 werden dabei an der Verklinkungsstelle immer die gleichen
Bedingungen geschaffen.
1. Schaltmechanismus für einen Leitungsschutzschalter, bei dem mittels eines in Ausschaltrichtung
federbelasteten Handbedienungsknebels (2) und eines daran schwenkbar angelenkten Klinkenbügels
(3) über eine Verklinkungsstelle (4a) ein sich in Kontaktschließrichtung unter der
Wirkung einer Kontaktfeder befindlicher starrer, die Verklinkungsstelle (4a) tragender
Kontakthebel (4) in Schließstellung mit einem festen Kontaktstück (6) bringbar ist
und dabei an letzterem sowie an der Verklinkungsstelle (4a) abgestützt und von der
Kontaktfeder gehalten ist, deren Angriffspunkt am Kontakthebel (4) sich zwischen der
Verklinkungsstelle (4a) und einer länglichen Ausnehmung (4b) des Kontakthebels (4)
befindet, die ihrerseits bei Kontaktunterbrechung an einer zwischen Verklinkungsstelle
(4a) und Kontaktstelle (4c) gehäusefest im Schaltmechanismusraum (1b) angeordneten
Achse zur Anlage gelangt, und mit einem gesondert schwenkbar gelagerten, von Auslöseorganen
(7) beeinflußbaren Entklinkungshebel (12), dadurch gekennzeichnet, daß als Kontaktfeder
eine den Kontaktdruck und die Kontaktöffnung bewirkende Zugfeder (10) vorgesehen ist,
deren Angriffspunkt (Auge 4e) am Kontakthebel (4) in Zugrichtung vor der theoretischen
Verbindungslinie zwischen den Abstützstellen des Kontakthebels (4) - Verklinkungsstelle
(4a) einerseits und Anlagestelle (4c) an das feste Kontaktstück (6) andererseits -
befindlich ist und deren Wirkrichtung stabilisierend in der Funktionsebene des Kontakthebels
(4) liegt.
2. Schaltmechanismus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kontakthebel
(4) als ebenes Flachteil mit in Funktionsebene orientierter Oberfläche ausgebildet
ist.
3. Schaltmechanismus nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Kontakthebel
(4) eine linienförmige, gestanzte Kontaktstelle (4c) aufweist.
4. Schaltmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
am Kontakthebel (4) die VerKlinkungsstelle (4a) direkt angeformt ist.
5. Schaltmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der gestanzte Kontakthebel (4) aus einem Werkstoff mit hoher elektrischer Leitfähigkeit
und guter Festigkeit hergestellt ist.
6. Schaltmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
aufgrund geringer Dicke des Kontakthebels (4) eine gute Abdichtung zwischen Schaltkammer
(1c) und Schaltmechanismusraum (1b) erreicht ist.
7. Schaltmechanismus nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
der mit einem Langloch (12a) versehene, in einer parallelen Ebene des Kontakthebels
(4) befindliche Entklinkungshebel (12) von einem sein Langloch (12a) und zugleich
eine etwa in gleicher Position versetzt angeordnete Kulisse (4d) des Kontakthebels
(4) durchgreifenden Zapfen (9a) eines vom magnetischen Auslöseorgan (7) betätigten
Kupplungsbügels (9) gesteuert ist.