[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Regeleinrichtung für die Luftzahl von Brennkraftmaschinen,
mit einem Ansaugluft-Durchsatzmesser, einem Abgassensor und einem Regler, der mit
den Signalen des Durchsatzmessers und des Abgassensors den Kraftstoffdurchsatz entsprechend
den jeweiligen Betriebsbedingungen variabel regelt.
[0002] Bei einer derartigen Regeleinrichtung, wie sie beispielsweise aus der DE-A- 24 07
859 bekannt ist, ist der Abgassensor üblicherweise eine sogenannte Lambda-Sonde, die
auf einen Bestandteil des Abgases, hier Sauerstoff, anspricht. Eine derartige Sonde
zeigt beiwerten der Luftzahl das heißt dem Verhältnis der zugeführten Luftmenge zu
der für stöchiometrische Verbrennung notwendigen Luftmenge, von 1, das heißt einem
stöchiometrischen Gemisch, ein charakteristisches Sprungverhalten. Aus diesem Grund
ist es lediglich möglich, mit Hilfe der Lambda-Sonde die Luftzahl S auf den Wert 1
zu regeln. Verbrauchsoptimale Auslegungen erfordern aber Luftzahlwerte, die wesentlich
höher als 1, das heißt etwa bei 1,2 bis 1,4, liegen. Neben diesem Nachteil, mit Hilfe
der Lambda-Sonde derartige magere Gemische üblicherweise nicht regeln zu können, ist
die Verwendung der Lambda-Sonde nur bei bleifreiem Kraftstoff möglich, Damit Scheidet
die Verwendung beispielsweise in Westeuropa mit dem dort vorhandenen bleihaltigen
Kraftstoff aus.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Regeleinrichtung der eingangs genannten
Art zu schaffen, mit der die Luftzahl auf beliebige Werte und unabhängig von der Qualität
des Kraftstoffs bzw. dessen Zusätzen geregelt werden kann.
[0004] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des unabhängigen
Patentansprüchs.
[0005] Durch die Bestimmung der Durchsätze von Ansaugluft und Abgas läßt sich mit Hilfe
der Massenstromverhältnisse die zugeführte Kraftstoffmasse bestimmen. Sie ist im stationären
Betrieb bzw. im instationären Betrieb ohne Berücksichtigung von Phasenverschiebungen
gleich der Differenz der Durchsätze von Abgas und Ansaugluft. Der Vorteil dieser rechnerischen
Methode besteht darin, daß sie auch beispielsweise bei Kraftstoff-Einspritzsystemen
mit Kraftstoff-Rücklauf eine exakte Bestimmung der dem Brennraum zugeführten Kraftstoffmasse
ermöglicht.
[0006] Aus den so gewonnenen Werten für Ansaugluft- und Kraftstoffdurchsatz kann die tatsächliche
Luftzahl in der üblichen Weise bestimmt und mit einem beispielsweise in Kennfeldern
gespeicherten Sollwerten verglichen werden. Bei Abweichungen läßt sich ohne weiteres
ein Korrektursignal für die Kraftstoffzumemeinrichtung gewinnen.
[0007] Durch die Berücksichtigung des gesamten Abgasdurchsatzes sind ferner empfindliche
und meist nicht langzeitstabile Abgassensoren für spezielle Abgaskomponenten nicht
erforderlich. Vielmehr können die bereits für die Ansaugluft hinreichend bekannten
Durchsatzmesser verwendet werden, die beispielsweise nach dem Hitzdraht-, dem Wirbel-
oder dem Ultraschallverfahren arbeiten.
[0008] Zwar ist es bekannt, die Luftzahl aus der Abgaszusammensetzung zu berechnen. Hierzu
ist jedoch eine chemische Analyse des Abgases erforderlich. Aufgrund des damit verbundenen
Zeitaufwands ist dieses Verfahren insbesondere bei instationärem Betrieb der Brennkraftmaschine
völlig ungeeignet. (Vgl. Motortechnische Zeitschrift 37 (1976) 3, Seite 75). Ferner
ist aus der FR-A- 21 19 155 eine mechanische Regeleinrichtung der eingangs genannten
Art bekannt, bei der der Kraftstoff mit einem Druck entsprechend dem Abgasdruck eingespritzt
wird. Der Abgasdruck wird mittels eines Druckgebers im Abgassammler bestimmt.
[0009] Um einerseits durch Pulsationserscheinungen der Ansaugluft und des Abgases verursachte
Schwankungen des Ausgangssignals der beiden Durchsatzmesser zu eliminieren und andererseits
ein schnelles Ansprechen aud Durchflußänderungen infolge von Lastwechsel zu gewährleisten,
ist es vorteilhaft, die Zeitbasen des Ansaugluft- und des Abgas-Durchsatzmessers etwa
gleich der Dauer einer Kurbelwellenumdrehung zu wählen.
[0010] Weiterhin ist es vorteilhaft, die Ausgangssignale des Abgas- und des Ansaugluft-Durchsatzmessers
etwa um die Laufzeit der Gasmassen zwischen den beiden Durchsatzmessern in ihrer Phase
zu verschieben. Dadurch werden die "richtigen" Gasmassen miteinander in Beziehung
gesetzt.
[0011] Die Erfindung ist anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
weiter erläutert.
[0012] Eine schematisch dargestellte Brennkraftmaschine 1 erhält ihre Ansaugluft über einen
Ansaugkanal 2, in den eine Einspritzdüse 3 Kraftstoff einbringt. Die Abgase werden
über einen Abgaskanal 4 abgeführt.
[0013] Im Ansaugkanal 2 und im Abgaskanal 4 sitzt jeweils ein Massenmesser 5 bzw. 6, der
in der üblichen Weise als Hitzdraht-, Wirbeloder Ultraschallgeber ausgebildet ist,
und der ein dem jeweiligen Massendurchsatz m
L und m
A proportionales Signal s
L bzw. s
A liefert. Die Ausgangssignale der Massenmesser 5 und 6 werden in einem Integrator
7 bzw. 8 summiert. Die Zeitbasis der beiden integratoren 7 bzw. 8. ist gleich der
Dauer einer Kurbelweilenumdrehung gewählt.
[0014] Ein entsprechendes Signal hierfür wird mit Hilfe eines induktiven Aufnehmers 9 gewonnen,
der auf eine Markierung 10 eines Schwingungsdämpfers 11 der Brennkraftmaschine 1 anspricht.
[0015] Die Ausgangssignale S
L bzw. S
A der beiden Integratoren 7 bzw. 8 entsprechen dem Ansaug- bzw. Abgas-(Massen-)Durchsatz
pro Kurbelwellenumdrehung der Brennkraftmaschine. Der durch die Laufzeit bedingte
Phasenverzug des Abgases gegenüber der Ansaugluft ist dabei zusätzlich durch eine
entsprechende Verzögerung des die Arbeitsweise des Integrators 8 steuernden Impulssignals
12 eines Zeitbasis-Generators 13 gegenüber dem entsprechenden Impulssignal 14 für
den Integrator 7 berücksichtigt. Der Zusammenhang zwischen dem drehzahlproportionalen
Signal des Aufnehmers 9 und den beiden Impulssignalen 12 und 14 ist schematisch innerhalb
des Generators 13 dargestellt.
[0016] Mit Hilfe der phasenrichtigen Signale S
L und S
A läßt sich nunmehr die Luftzahl λ berechnen. Hierzu wird von den Massenstromverhältnissen
ausgegangen, die in der Zeichnung als Gleichung 1 wiedergegeben sind. Ein der Größe
m
A entsprechendes Signal liegt in Form des Signals S
A vor. Ein entsprechendes Signal für die Größe m
L ist das Signal S
L. Die Differenz dieser beiden Werte ist dem Wert -m
K, das heißt dem Kraftstoffdurchsatz proportional. Die Proportionalitätskonstante ist,gleiche
Arbeitsweise der Integratoren 7 und 8 vorausgesetzt, für die drei Werte von Gleichung
1 gleich.
[0017] Daraus ergibt sich, daß die Luftzahl λ dadurch gewonnen werden kann, daß in der ebenfalls
in der Zeichnung angegebenen Gleichung 11 statt der dort verwendeten Werte für Luft-
bzw. Kraftstoffdurchsatz die entsprechenden Ausgangssignale des Integrators 7 bzw.
im Falle des Kraftstoffdurchsatzes die Differenz der Ausgangssignale der beiden Integratoren
8 und 7 gesetzt wird. Da der im Henner des-Bruches stehende Bruch eine von der Kraftstoffqualität
abhängige Konstante ist, ergibt sich somit die Luftzahl des der Brennkraftmaschine
tatsächlich zugeführten Gemisches unmittelbar durch entsprechende Umsetzung der Ausgangssignale
der beiden Integratoren 7 und 8 entsprechend der Gleichung 11 in einer Rechenschaltung
15.
[0018] Der so gewonnene Wert für λ
ist für die Luftzahl des der Brennkraftmaschine tatsächlich zugeführten Gemisches wird
in einen Sollwertvergleicher 16 eingegeben, der mit einem Sollwertspeicher 17 in Verbindung
steht. Im Speicher 17 sind die Sollwerte der Luftzahl X entsprechend den Betriebsbedingungen
der Brennkraftmaschine als Kennfelder gespeichert.
[0019] Sofern Ist- und Sollwert der Luftzahlen nicht übereinstimmen, liefert der Sollwertvergleicher
16 ein Korrektursignal A S
k für eine Regeleinrichtung 18, die das Einspritzventil 3 steuert. Auf diese Weise
ist es möglich, das zunächst gewählte Steuersignal S
k für das Einspritzventil 3 entsprechend den tatsächlichen Erfordernissen zu korrigieren
und auf den richtigen Wert einzustellen.
[0020] Mit Hilfe der Erfindung ist es somit möglich, die Luftzahl der Brennkraftmaschine,
das heißt das zugeführte Gemisch, variabel zu regeln. Hierfür bedarf es neben dem
ohnehin meist vorhandenen Durchsatzmesser für die Ansaugluft im westenlichen lediglich
eines beispielsweise entsprechend arbeitenden Durchsatzmessers für das Abgas.
Regeleinrichtung für die Luftzahl von Brennkraftmaschinen, mit einem Ansaugluft-Massen-Durchsatzmesser
(5), einem Abgassensor (6) und einem Regler, der mit den Signalen des Massen-Durchsatzmessers
(5) und des Abgassensors (6) den Kraftstoffdurchsatz entsprechend den jeweiligen Betriebsbedingungen
variabel regejt, dadurch gekennzeichnet, daß der Abgassensor ein Abgas-Massen-Durchsatzmesser
ist und die Kraftstoffmasse mittels eines elektronischen Reglers aus der Differenz
der Ansaugluft- und der Abgas-Massen-Durchsätze bestimmt ist.
2. Regeleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zeitbasen des
Ansaugluft- und des Abgas-Massen-durchsatzmessers (5 bzw. 6) etwa gleich der Dauer
einer Kurbelwellenumdrehung sind.
3. Regeleinrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangssignale
des Abgas- und des Ansaugluft-Massen-Durchsatzmessers (5 bzw. 6) etwa um die Laufzeit
der Gasmassen zwischen den beiden Durchsatzmessern phasenverschoben werden.
1. Regulating apparatus for the charging air of internal combustion engines, comprising
an intake a mass throughput meter (5), an exhaust gas sensor (6) and a regulator which,
with the signals of the mass throughput meter (5) and of the exhaust gas sensor (6),
variably regulates the fuel throughput in accordance with the working conditions in
each case, characterised in that the exhaust gas sensor is an exhaust gas mass throughput
meter and the fuel mass is determined, by means of an electronic regulator, from the
difference of the intake air throughput and the exhaust gas mass throughput.
2. Regulating apparatus according to Claim 1, characterised in that the time bases
of the intake air and exhaust gas mass throughput meters (5 and 6) are substantially
equal to the duration of one crank-shaft revolution.
3. Regulating apparatus according to Claim 1 or 2, characterised in that the output
signals of the exhaust gas and intake air mass throughput meters (5 and 6) are shifted
in phase by substantially the transit time of the gas masses between the two throughput
meters.
1°) Appareil de régulation du coefficient d'air de moteur à combustion interne comportant
un débitmètre massique (5) pour l'air aspiré, un capteur massique de gaz d'échappement
(6) et un organe de régulation qui règle de façon variable le débit de carburant à
l'aide des signaux fournis par le débitmètre massique (5) et le capteur de gaz d'échappement
(6) suivant les conditions de fonctionnement respectives, caractérisé en ce que le
capteur de gaz d'échappement est un débitmètre massique de gaz d'échappement et le
carburant est déterminé à l'aide d'un régulateur électronique partant de la différence
des débits massiques d'air aspiré et de gaz d'échappement.
2°) Appareil de réqulation selon la revendication 1, caracterise en ce que les bases
de temps des débitmètres massiques d'air aspiré et de gaz d'échappement (5, 6) sont
sensiblement égales à la durée d'une rotation du vilebrequin.
3°) Appareil de régulation selon les revendications 1 ou 2, caracterise en ce que
les signaux de sortie fournis par les débitmètres massiques d'air aspiré et de gaz
d'échappement (5,6) sont déphasés sensiblement suivant la durée de circulation des
masses de gaz entre les deux débitmètres.