(19)
(11) EP 0 106 245 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
14.01.1987  Patentblatt  1987/03

(21) Anmeldenummer: 83109802.5

(22) Anmeldetag:  30.09.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F42B 8/00

(54)

Manöverpatrone

Blank cartridge

Cartouche à blanc


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 15.10.1982 DE 3238270

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
25.04.1984  Patentblatt  1984/17

(71) Anmelder: HÜLS TROISDORF AKTIENGESELLSCHAFT
D-53839 Troisdorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Ballreich, Kurt Dr.
    D-8500 Nürnberg (DE)
  • Jensen, Ernst
    D-8510 Fürth (DE)
  • Neubert, Helmut
    D-8500 Nürnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Manöverpatrone der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art (DE-A-30 48 599).

    [0002] Bekannt sind Manöverpatronen aus Metall, Kunststoff oder aus einer Kombination dieser Stoffe. Je nach Konstruktionsart weisen die einzelnen Ausführungen dieser Übungspatronen für Manöverzwecke Vor- und Nachteile auf, die sich sowohl in der Innenballistik bzw. der Waffenfunktion äußern können als auch im Verhalten der nach dem Verschuß ausgeworfenen Patronenreste. Bei der weit verbreiteten Art einer Manöverpatrone mit einer Patronenhülse aus Kunststoff und in diese eingesetztem metallischen Bodenstück ist aufgrund der relativ kleinen Restmasse und der Art des Materials beim Patronenauswurf nicht mit Verletzungen des Schützens oder von Personen zu rechnen, die sich im Auswurfbereich der Waffe aufhalten.

    [0003] Bei Manöverpatronen aus Metall ist das Gefahrenmoment dagegen wesentlich erhöht, und zwar sowohl durch das in der Regel höhere Gewicht des Patronenrestes als auch vor allem durch die scharfkantige Ausführung der beim Schuß entstehenden Öffnungsstelle der gegenüber der Patrone für den-scharfen Schuß nachgeahmten hohlen Geschoßspitze.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Manöverpatrone der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen Art insbesondere den zuletzt genannten Nachteil zu vermeiden, d.h. diese so auszubilden, daß die Verletzungsgefahr durch den ausgeworfenen Patronenkörper auf ein Minimum reduziert wird.

    [0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Ausbildung entsprechend dem Kennzeichen des Anspruchs 1. Damit ist es in vorteilhafter Weise möglich, das Auftreten von Verletzungen ermöglichenden scharfkantigen Rändern, Bereichen. oder dgl. von mehr oder weniger unregelmäßiger Form am vorderen Ende der Geschoßnachbitdung zu vermeiden. Bevorzugt ist die Geschoßnachbildung an ihrer Spitze mit einer einzigen Gasabströmöffnung versehen, deren Durchmesser etwa 30 bis 70 % des Geschoßkalibers beträgt.

    [0006] Die Patronenhülse ist als dünnwandige Metallhülle aus z.B. Stahl oder Messing ausgeführt, welche die äußere Fog einer kalibergerechten Patrone einschließlich Geschoßkörper, jedoch keinen Patronenboden aufweist. Solche Hülse können vorzugsweise durch Tiefziehen von Metallbändern in geeigneten Folgewerkzeugen hergestellt werden.

    [0007] Das näpfchenförmige Verschlußelement kann aus Metall wie Stahl oder Messing, aber auch aus Kunststoff wie Polyäthylen, Polypropylen, Polyamid oder Polyester hergestellt werden. Es weist einen vorzugsweise kreisscheibenförmigen Boden und einen zylindrischen Mantel auf. Der Boden ist mit der Sollbruchstelle, z.B. sternförmig angeordneten Kerben, versehen. Der Außendurchmesser des zylindrischen Mantels ist so bemessen, daß ein dichter Paßsitz im Bereich des Treibladungspulverraumes der Patronenhülse gewährleistet ist. Das Verschlußelement bewirkt einerseits die geforderte Abdichtung des Treibladungspulverraumes gegenüber Umwelteinflüssen und andererseits die für die Umsetzung des Treibladungspulvers erforderliche Verdämmung. Bevorzugt wird dabei eine Ausführung nach Anspruch 2, welche ein besonders vorteilhaftes"Festkeilen" des Verschlußelementes im Bereich unmittelbar an der konischen Hülsenschulter ermöglicht.

    [0008] Das Verschlußelement wird vom hinteren offenen Ende der Patronenhülse her in diese bis zu seiner vorgegebenen Position eingeführt. Bevorzugt ist es so orientiert, daß es mit dem freien Rand seines zylindrischen Mantels nach hinten weist. Nach dem Einfüllen des Treibladungspulvers in die Patronenhülse wird in deren hinteres offenes Ende das separate metallische Bodenstück eingesetzt und mit dieser durch Kneifen, Kleben oder in anderer geeigneter Weise verbunden. Die für die Herstellung des metallischen Bodenstückes geeigneten Materialien sind verformbare Metalle wie Stahl, Messing, Zink und Aluminium.

    [0009] Beim Schuß öffnet sich das Verschlußelement an der Sollbruchstelle unter der Wirkung der beim Abbrand des Treibladungspulvers entstehenden Pulvergase, so daß diese austreten und die Waffenfunktion einleiten können. Hierbei wird die Patronenhülse im Bereich der Geschoßnachbildung nicht mehr verformt. Durch die erfindungsgemäße Verlegung der Sollöffnungsstelle in das Patroneninnere wird die Verletzungsgefahr durch den ausgeworfenen Patronenkörper auf ein Minimum reduziert.

    [0010] Alle Waffen, für welche der Einsatz der erfindungsgemäßen Manöverpatrone gedacht ist, sind so konstruiert, daß die Manöverpatrone einschließlich der Geschoßnachbildung einwandfrei aus dem Verschluß der Waffe ausgeworfen werde kann.

    [0011] Die zweiteilige Ausführung der Patronenhülse mittels des in die Patronenhülse eingesetzten Bodenstückes bietet in der Ausführungs form mit einer geringeren Hülsenwanddicke und einem schwereren Bodenstück den zusätzlichen Vorteil, daß der Schwerpunkt der Patrone gegenüber den herkömmlichen Übungspatronen weiter nach hinten verschoben ist. Das hat zur Folge, daß beim Auswurf der erfindungsgemüßen Übungspatrone aus der Waffe diese schneller ins Trudeln kommt und daher schneller zu Boden fällt. Die Folge davon ist wiederum ein geringeres Verletzungsrisiko beim Übungsschießen.

    [0012] Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel gezeigt und wird anhand dieses nachstehend näher erläutert. Es zeigen

    Fig. 1 die Manöverpatrone im Längsschnitt

    Fig. 2 einen Querschnitt entlang der Linie A-B in Fig.1



    [0013] Die Patronenhülse 1 mit der konischen Hülsenschulter 2 und der hohlen Geschoßnachbildung 3 weist gemäß Fig. 1 an deren Spitze die Gasabströmöffnung 4 auf, die frei von nach außen überstehenden scharfkantigen Rändern ist. Das hintere Ende der Geschoßnachbildung an der Manöverpatrone setzt am vorderen Ende des zylindrischen Hülsenhalses, dem Hülsenmund, an, wobei die Übergangszone zwischen Hülsenhals und Geschoßnachbildung mit 3a bezeichnet ist. Der Treibladungspulverraum 5 der Patronenhülse 1 ist nach vorn mittels des Verschlußelementes 6 mit Boden 7 und zylindrischem Mantel 8 dicht abgeschlossen, indem das Verschlußelement unmittelbar vor der Hülsenschulter 2 durch Reibschluß fest gehalten ist. Nach hinten ist der Treibladungspulverraum 5 mittels des separaten Bodenstückes 9 verschlossen, das mit der Patronenhülse 1 über die durch Kneifen erzeugte Riffe 10 verbunden ist. Anschließend wird das Zündhütchen 12 fest in das Bodenstück eingesetzt. Das Zündhütchen dient der späteren Anzündung der Treibladung 13, die sich in der Hülse 5 befindet.

    [0014] In Fig.2 sind die Sollbruchstellen 11 des Verschlußelementes 6 zu erkennen, die hier in bekannter Weise als in den Boden 7 des . metallischen Verschlußelementes 6 eingeprägte sternförmige Kerben ausgeführt sind. Beim Schuß platzt das Verschlußelement 6 entlang der Sollbruchstellen 11 auf, ohne daß dabei Teil des Verschlußelemente 6 abgerissen werden, welche über die Gasabströmöffnung 4 aus der Patrone und damit auch aus der Waffe austreten könnten.


    Ansprüche

    1. Manöverpatrone mit einer metallischen Patronenhülse und daran einstückig angeformter Hülsenschulter und hohlen Geschoßnachbildung, dadurch gekennzeichnet, daß die hohle Geschoßnachbildung (3) an ihrem vorderen Ende wenigstens eine Gasabstromöffnung (4) aufweist, derart, daß beim Schuß keine Verformung der Patronenhülse (1) im Bereich der Geschoßnachbildung (3) auftritt, und in die Patronenhülse (1) ein deren Treibladungs Pulverraum (5) nach vorn dicht abschließendes, beim Schuß unter der Wirkung der Pulvergase jedoch entlang vorgegebener Sollbruchstelle (11) aufplatzendes näpfchenförmiges Verschlußelement (6) und ein den Treibladungspulverraum (5) nach hinten dicht abschließendes Bodenstück (9) fest eingesetzt sind.
     
    2. Manöverpatrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußelement (6) in der Patronenhülse (1) in deren zumindest im wesentlichen zylindrischen Bereich am Obergang zur Hülsenschulter (2) angeordnet ist.
     


    Claims

    1. Blank cartridge with a metal cartridge casing and casing shoulder and hollow shell simulation tip stretched thereon in one piece, characterised in that the hollow shell simulation (3) possesses at its forward end at least one gas discharge opening (4) such that on firing no deformation of the cartridge casing (1) occurs in the region of the shell simulation (3), and in the cartridge casing (1) are firmly inserted a bowl-shaped stopper element (6) closing off sealingly at the front its propellent charge powder chamber (5) but bursting open along provided breaking positions (11) on firing, however, under the effect of the powder bases, and a base piece (9) closing off sealingly at the rear the propellent charge powder chamber (5).
     
    2. Blank cartridge according to claim 1, characterised in that the stopper element (6) is arranged in the cartridge casing (1) in its at least essentially cylindrical region at the transition to the casing shoulder (2).
     


    Revendications

    1. Cartouche à blanc comprenant une douille métallique avec épaulement et balle factice creuse façonnés dessus d'une seule pièce, caractérisée par le fait que la balle factice creuse (3) comporte à son extremité avant au moins un orifice (4) d'évacuation des gaz de manière que, lors du tir, il ne se produise aucune déformation de la douille (1) dans la zone de la balle factice (3), et que dans la douille (1) sont solidement assujettis un élément d'obturation (6) en forme de godet qui ferme de façon étanche vers l'avant une enceinte (5) contenant la charge de poudre propulsive et qui, lors du tir, crève sous l'action des gaz de la poudre et suivant une amorce de rupture prédéterminée (11), et un culot (9) qui ferme de façon étanche vers l'arrière l'enceinte (5) contenant la charge de poudre propulsive.
     
    2. Cartouche à blanc selon la revendication 1, caractérisée par le fait que l'élément d'obturation (6) est placé dans la douille (1) de la cartouche de celle-ci dans la zone tout au moins sensiblement cylindrique au niveau de la transition avec l'épaulement (2) de la douille.
     




    Zeichnung