[0001] Die Erfindung betrifft eine Manöverpatrone der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Art (DE
-A-30 48 599).
[0002] Bekannt sind Manöverpatronen aus Metall, Kunststoff oder aus einer Kombination dieser
Stoffe. Je nach Konstruktionsart weisen die einzelnen Ausführungen dieser Übungspatronen
für Manöverzwecke Vor- und Nachteile auf, die sich sowohl in der Innenballistik bzw.
der Waffenfunktion äußern können als auch im Verhalten der nach dem Verschuß ausgeworfenen
Patronenreste. Bei der weit verbreiteten Art einer Manöverpatrone mit einer Patronenhülse
aus Kunststoff und in diese eingesetztem metallischen Bodenstück ist aufgrund der
relativ kleinen Restmasse und der Art des Materials beim Patronenauswurf nicht mit
Verletzungen des Schützens oder von Personen zu rechnen, die sich im Auswurfbereich
der Waffe aufhalten.
[0003] Bei Manöverpatronen aus Metall ist das Gefahrenmoment dagegen wesentlich erhöht,
und zwar sowohl durch das in der Regel höhere Gewicht des Patronenrestes als auch
vor allem durch die scharfkantige Ausführung der beim Schuß entstehenden Öffnungsstelle
der gegenüber der Patrone für den-scharfen Schuß nachgeahmten hohlen Geschoßspitze.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einer Manöverpatrone der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Art insbesondere den zuletzt genannten Nachteil zu vermeiden,
d.h. diese so auszubilden, daß die Verletzungsgefahr durch den ausgeworfenen Patronenkörper
auf ein Minimum reduziert wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Ausbildung entsprechend dem Kennzeichen
des Anspruchs 1. Damit ist es in vorteilhafter Weise möglich, das Auftreten von Verletzungen
ermöglichenden scharfkantigen Rändern, Bereichen. oder dgl. von mehr oder weniger
unregelmäßiger Form am vorderen Ende der Geschoßnachbitdung zu vermeiden. Bevorzugt
ist die Geschoßnachbildung an ihrer Spitze mit einer einzigen Gasabströmöffnung versehen,
deren Durchmesser etwa 30 bis 70 % des Geschoßkalibers beträgt.
[0006] Die Patronenhülse ist als dünnwandige Metallhülle aus z.B. Stahl oder Messing ausgeführt,
welche die äußere Fog einer kalibergerechten Patrone einschließlich Geschoßkörper,
jedoch keinen Patronenboden aufweist. Solche Hülse können vorzugsweise durch Tiefziehen
von Metallbändern in geeigneten Folgewerkzeugen hergestellt werden.
[0007] Das näpfchenförmige Verschlußelement kann aus Metall wie Stahl oder Messing, aber
auch aus Kunststoff wie Polyäthylen, Polypropylen, Polyamid oder Polyester hergestellt
werden. Es weist einen vorzugsweise kreisscheibenförmigen Boden und einen zylindrischen
Mantel auf. Der Boden ist mit der Sollbruchstelle, z.B. sternförmig angeordneten Kerben,
versehen. Der Außendurchmesser des zylindrischen Mantels ist so bemessen, daß ein
dichter Paßsitz im Bereich des Treibladungspulverraumes der Patronenhülse gewährleistet
ist. Das Verschlußelement bewirkt einerseits die geforderte Abdichtung des Treibladungspulverraumes
gegenüber Umwelteinflüssen und andererseits die für die Umsetzung des Treibladungspulvers
erforderliche Verdämmung. Bevorzugt wird dabei eine Ausführung nach Anspruch 2, welche
ein besonders vorteilhaftes"Festkeilen" des Verschlußelementes im Bereich unmittelbar
an der konischen Hülsenschulter ermöglicht.
[0008] Das Verschlußelement wird vom hinteren offenen Ende der Patronenhülse her in diese
bis zu seiner vorgegebenen Position eingeführt. Bevorzugt ist es so orientiert, daß
es mit dem freien Rand seines zylindrischen Mantels nach hinten weist. Nach dem Einfüllen
des Treibladungspulvers in die Patronenhülse wird in deren hinteres offenes Ende das
separate metallische Bodenstück eingesetzt und mit dieser durch Kneifen, Kleben oder
in anderer geeigneter Weise verbunden. Die für die Herstellung des metallischen Bodenstückes
geeigneten Materialien sind verformbare Metalle wie Stahl, Messing, Zink und Aluminium.
[0009] Beim Schuß öffnet sich das Verschlußelement an der Sollbruchstelle unter der Wirkung
der beim Abbrand des Treibladungspulvers entstehenden Pulvergase, so daß diese austreten
und die Waffenfunktion einleiten können. Hierbei wird die Patronenhülse im Bereich
der Geschoßnachbildung nicht mehr verformt. Durch die erfindungsgemäße Verlegung der
Sollöffnungsstelle in das Patroneninnere wird die Verletzungsgefahr durch den ausgeworfenen
Patronenkörper auf ein Minimum reduziert.
[0010] Alle Waffen, für welche der Einsatz der erfindungsgemäßen Manöverpatrone gedacht
ist, sind so konstruiert, daß die Manöverpatrone einschließlich der Geschoßnachbildung
einwandfrei aus dem Verschluß der Waffe ausgeworfen werde kann.
[0011] Die zweiteilige Ausführung der Patronenhülse mittels des in die Patronenhülse eingesetzten
Bodenstückes bietet in der Ausführungs form mit einer geringeren Hülsenwanddicke und
einem schwereren Bodenstück den zusätzlichen Vorteil, daß der Schwerpunkt der Patrone
gegenüber den herkömmlichen Übungspatronen weiter nach hinten verschoben ist. Das
hat zur Folge, daß beim Auswurf der erfindungsgemüßen Übungspatrone aus der Waffe
diese schneller ins Trudeln kommt und daher schneller zu Boden fällt. Die Folge davon
ist wiederum ein geringeres Verletzungsrisiko beim Übungsschießen.
[0012] Die Erfindung ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel gezeigt und wird
anhand dieses nachstehend näher erläutert. Es zeigen
Fig. 1 die Manöverpatrone im Längsschnitt
Fig. 2 einen Querschnitt entlang der Linie A-B in Fig.1
[0013] Die Patronenhülse 1 mit der konischen Hülsenschulter 2 und der hohlen Geschoßnachbildung
3 weist gemäß Fig. 1 an deren Spitze die Gasabströmöffnung 4 auf, die frei von nach
außen überstehenden scharfkantigen Rändern ist. Das hintere Ende der Geschoßnachbildung
an der Manöverpatrone setzt am vorderen Ende des zylindrischen Hülsenhalses, dem Hülsenmund,
an, wobei die Übergangszone zwischen Hülsenhals und Geschoßnachbildung mit 3a bezeichnet
ist. Der Treibladungspulverraum 5 der Patronenhülse 1 ist nach vorn mittels des Verschlußelementes
6 mit Boden 7 und zylindrischem Mantel 8 dicht abgeschlossen, indem das Verschlußelement
unmittelbar vor der Hülsenschulter 2 durch Reibschluß fest gehalten ist. Nach hinten
ist der Treibladungspulverraum 5 mittels des separaten Bodenstückes 9 verschlossen,
das mit der Patronenhülse 1 über die durch Kneifen erzeugte Riffe 10 verbunden ist.
Anschließend wird das Zündhütchen 12 fest in das Bodenstück eingesetzt. Das Zündhütchen
dient der späteren Anzündung der Treibladung 13, die sich in der Hülse 5 befindet.
[0014] In Fig.2 sind die Sollbruchstellen 11 des Verschlußelementes 6 zu erkennen, die hier
in bekannter Weise als in den Boden 7 des . metallischen Verschlußelementes 6 eingeprägte
sternförmige Kerben ausgeführt sind. Beim Schuß platzt das Verschlußelement 6 entlang
der Sollbruchstellen 11 auf, ohne daß dabei Teil des Verschlußelemente 6 abgerissen
werden, welche über die Gasabströmöffnung 4 aus der Patrone und damit auch aus der
Waffe austreten könnten.
1. Manöverpatrone mit einer metallischen Patronenhülse und daran einstückig angeformter
Hülsenschulter und hohlen Geschoßnachbildung, dadurch gekennzeichnet, daß die hohle
Geschoßnachbildung (3) an ihrem vorderen Ende wenigstens eine Gasabstromöffnung (4)
aufweist, derart, daß beim Schuß keine Verformung der Patronenhülse (1) im Bereich
der Geschoßnachbildung (3) auftritt, und in die Patronenhülse (1) ein deren Treibladungs
Pulverraum (5) nach vorn dicht abschließendes, beim Schuß unter der Wirkung der Pulvergase
jedoch entlang vorgegebener Sollbruchstelle (11) aufplatzendes näpfchenförmiges Verschlußelement
(6) und ein den Treibladungspulverraum (5) nach hinten dicht abschließendes Bodenstück
(9) fest eingesetzt sind.
2. Manöverpatrone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Verschlußelement
(6) in der Patronenhülse (1) in deren zumindest im wesentlichen zylindrischen Bereich
am Obergang zur Hülsenschulter (2) angeordnet ist.
1. Blank cartridge with a metal cartridge casing and casing shoulder and hollow shell
simulation tip stretched thereon in one piece, characterised in that the hollow shell
simulation (3) possesses at its forward end at least one gas discharge opening (4)
such that on firing no deformation of the cartridge casing (1) occurs in the region
of the shell simulation (3), and in the cartridge casing (1) are firmly inserted a
bowl-shaped stopper element (6) closing off sealingly at the front its propellent
charge powder chamber (5) but bursting open along provided breaking positions (11)
on firing, however, under the effect of the powder bases, and a base piece (9) closing
off sealingly at the rear the propellent charge powder chamber (5).
2. Blank cartridge according to claim 1, characterised in that the stopper element
(6) is arranged in the cartridge casing (1) in its at least essentially cylindrical
region at the transition to the casing shoulder (2).
1. Cartouche à blanc comprenant une douille métallique avec épaulement et balle factice
creuse façonnés dessus d'une seule pièce, caractérisée par le fait que la balle factice
creuse (3) comporte à son extremité avant au moins un orifice (4) d'évacuation des
gaz de manière que, lors du tir, il ne se produise aucune déformation de la douille
(1) dans la zone de la balle factice (3), et que dans la douille (1) sont solidement
assujettis un élément d'obturation (6) en forme de godet qui ferme de façon étanche
vers l'avant une enceinte (5) contenant la charge de poudre propulsive et qui, lors
du tir, crève sous l'action des gaz de la poudre et suivant une amorce de rupture
prédéterminée (11), et un culot (9) qui ferme de façon étanche vers l'arrière l'enceinte
(5) contenant la charge de poudre propulsive.
2. Cartouche à blanc selon la revendication 1, caractérisée par le fait que l'élément
d'obturation (6) est placé dans la douille (1) de la cartouche de celle-ci dans la
zone tout au moins sensiblement cylindrique au niveau de la transition avec l'épaulement
(2) de la douille.