| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 137 103 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
14.01.1987 Patentblatt 1987/03 |
| (22) |
Anmeldetag: 01.06.1984 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)4: B22D 41/08 |
|
| (54) |
Handbetätigungsmechanismus für einen Giesspfannenschieberverschluss
Hand operated mechanism for ladle sliding gate
Mécanisme opéré à main pour la fermeture d'une vanne pour poche de coulée avec une
buse à tiroir
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT FR IT SE |
| (30) |
Priorität: |
23.09.1983 DE 3334438
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
17.04.1985 Patentblatt 1985/16 |
| (71) |
Anmelder: Zimmermann & Jansen GmbH |
|
D-52322 Düren (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Lothmann, Josef
D-5163 Langerwehe (DE)
- Löhrer, Leo
D-5160 Düren-Gürzenich (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Behrendt, Arne, Dipl.-Ing. |
|
Schneiders . Behrendt . Finkener . Ernesti,
Rechtsanwälte - Patentanwälte,
Südring 8 44787 Bochum 44787 Bochum (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Handbetätigungsmechanismus für einen Gießpfannenschieberverschluß,
mit einer die Schieberplatte verschiebenden Schub- und Zugstange, die gelenkig mit
einem Schieberplattenträger und einer Schub- und Zugkurbel verbunden ist, welche mittels
einer Betätigungsstange verdrehbar ist.
[0002] Handbetätigte Gießpfannenschieberverschlüsse werden insbesondere in Eisengießereien
verwendet, wo es aufgrund der beengten Raumverhältnisse in der Gießhalle-nur schlecht
möglich ist, dem Schieberverschluß Betätigungsenergie in Form von Druckmitteldruck
zuzuführen. Bei nach dem Stande der Technik DE-A- 3 007 758 bekannten handbetätigten
Gießpfannenschieberverschlüssen wird für die Schließ- bzw. Offnungsbewegung der Schieberplatte
die Schub- und Zugkurbel mit Hilfe der Betätigungsstange um einen Winkel von go verdreht.
[0003] Eine Schwierigkeit bei derartigen handbetätigten Gießpfannenschieberverschlüssen
besteht darin, daß die gegeneinander beweglichen Teile in beiden Endstellungen, d.
h. in der Öffnungsstellung und in der Schließstellung, durch anhaftendes erstarrendes
Metall verkleben und deshalb nur mit großem Kraftaufwand in Bewegung gesetzt werden
können. Ist der Anfangswiderstand hingegen überwunden, läßt sich die Schieberplatte
verhältnismäßig leicht bewegen. Um für den Bewegungsbeginn eine möglichst große Kraft
erzeugen zu können, ist nach dem Stande der Technik versucht worden, die Betätigungsstange
zu verlängern, so daß für das Verdrehen der Kurbel eine längerer Hebelarm zur Verfügung
steht. Dem sind jedoch Grenzen gesetzt, weil eine überlange Betätigungsstange schwer
zu handhaben ist und aufgrund der beengten Raumverhältnisse nicht einwandfrei betätigt
werden kann.
[0004] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, den Handbetätigungsmechanismus der eingangsgenannten
Art dahingehend weiterzubilden, daß jeweils für den Beginn der Bewegung aus der Öffnungsstellung
bzw. Schließstellung heraus sehr große Kräfte zur Verfügung stehen, ohne daß die Betätigungsstange
übermäßig verlängert werden muß.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend von einem Handbetätigungsmechanismus
der eingangsgenannten Art vor, daß die Schub- und Zugkurbel um mindestens 180° verdrehbar
ist, wobei der Verschiebeweg der Schieberplatte und der Verdrehwinkel der Kurbel so
aufeinander abgestimmt sind, daß die volle Öffnungsstellung und die volle Schließstellung
der Schieberplatte mit den beiden Totpunkten des Kurbeltriebes zusammenfallen.
[0006] Die Erfindung nutzt auf geschickte Art und Weise die Tatsache, daß bei einem Kurbeltrieb
im Bereich der Totpunkte der Hub gegen Null geht und die Hubkraft theoretisch unendlich
groß wird. Auf diese Weise ist es möglich, für die Anfangsbewegung der Schieberplatte
aus der Öffnungs- bzw. Schließstellung heraus eine sehr große Betätigungskraft zur
Verfügung zu stellen, ohne daß der Betätigungshebel übermäßig lang zu sein braucht.
[0007] Da aufgrund der Platzverhältnisse eine Verschwenkung der Kurbel um 180° in einem
Zuge nur schwer zu bewerkstelligen ist, sieht eine zweckmäßige Weiterbilddung der
Erfindung vor, daß die Betätigungsstange in zwei der Kurbel zugeordnete, winkelversetzte
Einstecköffnungen einsteckbar ist. Auf diese Weise ist es möglich, den Winkelweg der
Kurbel in zwei Abschnitte zu unterteilen, wobei allerdings die Betätigungsstange von
der ersten Einstecköffnung in die zweite Einstecköffnung umgesteckt werden muß. Für
die Bewegung der Schieberplatte aus der Zwischenstellung heraus, die sie beim Umstecken
der Betätigungsstange einnimmt, sind keine besonders großen Betätigungskräfte erforderlich,
weil während der kurzen Umsteckzeit ein Verkleben der gegeneinander beweglichen Teile
durch erstarrendes Metall nicht eintreten kann.
[0008] Der Winkelversatz zwischen den beiden Einstecköffnungen beträgt zweckmäßig 70° bis
110°. In diesem Winkelbereich ergibt sich die ergonomisch günstigste Betätigungsweise
sowohl für das Verschwenken als auch für das Umstecken der Betätigungsstange.
[0009] Durch das Umstecken der Betätigungsstange ergibt sich im Ablauf des Schließvorfanges
zwangsläufig eine Pause, die man erfindungsgemäß dafür nutzen kann, bei einem Dreiplatten-Schieberverschluß
die Durchtrittsöffnung in der Schieberplatte leerlaufen zu lassen. Zu diesem Zweck
sieht die Erfindung vor, daß die Durchtrittsöffnung des Schieberverschlusses in Verschieberichtung
gesehen an der Oberseite der Schieberplatte kleiner als an deren Unterseite ausgebildet
ist und daß die erste Einstecköffnung der Kurbel so angebracht ist, daß die Schieberplatte
beim Schließen des Schieberverschlusses am Ende des ersten Betätigungsweges die kleinere
Durchtrittsöffnung an der Oberseite der Schieberplatte absperrt und die größere Durchtrittsöffnung
an der Unterseite der Schieberplatte noch offen läßt.
[0010] Auf diese Weise wird sichergestellt, daß das in der Durchtrittsöffnung der Schieberplatte
befindliche Metall während der Umsteckpause auslaufen kann, so daß verhindert wird,
daß dieses Metall in der Öffnung einfriert, während der Schieberverschluß sich in
der Schließstellung befindet. Die zuletzt erläuterte Ausführungsform der Erfindung
hat den besonderen Vorteil, daß aufgrund der konstruktiven Merkmale Fehlbedienungen
praktisch ausgeschlossen werden. Die Schieberplatte des Dreiplatten-Schieberverschlusses
kann nämlich auf keinen Fall in einem Zuge geschlossen werden, so daß es mit Sicherheit
ausgeschlossen ist, daß flüssiges Metall in der Durchtrittsöffnung der Schieberplatte
verbleibt.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnung erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 schematisch eine Seitenansicht des Schieberverschlusses mit Handbetätigungsmechnismus
gemäß der Erfindung in der Öffnungsstellung,
Fig. 2 den in Fig. 1 dargestellten Schieberverschluß in der Zwiscbenstellung,
Fig. B den in Fig. 1 dargestellten Schieberverschluß in der Schließstellung.
[0012] In der Zeichnung ist der Schieberverschluß in seiner Gesamtheit mit dem Bezugszeichen
1 bezeichnet. Er ist in bekannter Weise am Boden einer Gießpfanne 2 angeordnet und
weist eine Kopfplatte 3, eine Schieberplatte 4, eine Stützplatte 5 und eine Auslaufhülse
6 auf. Die Schieberplatte 4 ist in einem Schieberplattenträger 7 befestigt, der in
dem Gehäuse 8 des Schieberverschlusses 1 verschiebbar gelagert ist.
[0013] Zum Verschieben des Schieberplattenträgers 7 mit der Schieberplatte 4 dient eine
Schub- und Zugstange 9, die im Längenbereich abgekröpft ausgebildet ist und sowohl
an dem Schieberplattenträger 7 und auch an einer Schub- und Zugkurbel 10 gelenkig
befestigt ist. Die Schub- und Zugkurbel 10 ist an einem mit der Gießpfanne 2 fest
verbundenen Bolzen 11 um 180 verdrehbar gelagert. Die Schub- und Zugstange 9 greift
an der Schub- und Zugkurbel 10 mit Abstand zu deren Drehachse an. Zum Verdrehen der
Schub- und Zugkurbel 10 ist diese mit zwei Einstecköffnungen 12 und 13 versehen, die
um etwa 85 gegeneinander winkelversetzt angeordnet sind und zum Einstecken einer Betätigungsstange
14 dienen.
[0014] Wie aus einem Vergleich der Fig. 1 und 3 erkennbar ist, befindet sich der von der
Schubund Zugkurbel 10 und der Schub- und Zugstange 9 gebildete Kurbeltrieb 9, 10 sowohl
in der Öffnungsstellung des Schieberverschlusses (siehe Fig. 1) als auch in der Schließstellung
des Schieberverschlusses (siehe Fig. 3) an den beiden Totpunkten, so daß beim Verdrehen
der Schub- und Zugkurbel 10 mittels der in die Einstecköffnungen 12 bzw. 13 eingesteckten
Betätigungsstange 14 zunächst eine sehr große Betätigungskraft aufgebracht wird.
[0015] Wie aus der Zeichnung weiterhin ersichtlich ist, ist die Durchtrittsöffnung 15 des
Schieberverschlusses in Verschieberichtung gesehen an der Oberseite der Schieberplatte
4 kleiner als an deren Unterseite ausgebildet. Weiterhin ist die erste Einstecköffnung
13 der Kurbel so angeordnet, daß die Schieberplatte 4 beim Schließen des Schieberverschlusses
am Ende des ersten Betätigungsweges die kleine Durchtrittsöffnung an der Oberseite
der Schieberplatte 4 absperrt und die größere Durchtrittsöffnung an der Unterseite
der Schieberplatte 4 noch offen läßt.
[0016] Auf diese Weise kann während des Schließvorganges in dieser Zwischenstellung während
des Umsteckens der Betätigungsstange 14 in die Einstecköffnung 13 das in der Durchtrittsöffnung
der Schieberplatte 4 verbliebene flüssige Metall auslaufen.

1. Handbetätigungsmechanismus für einen Gießpfannenschieberverschluß (1), mit einer
die Schieberplatte (4) verschiebenden Schub- und Zugstange (9), die gelenkig mit einem
Schieberplattenträger (7) und einer Schubund Zugkurbel (10) verbunden ist, welche
mittels einer Betätigungsstange (14) verdrehbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schub- und Zugkurbel (10) um mindestens 180° verdrehbar ist, wobei der Verschiebeweg
der Schieber, platte (4) und der Verdrehwinkel der Schub- und Zugkurbel (10) so aufeinander
abgestimmt sind, daß die volle Öffnungsstellung und die volle Schließstellung der
Schieberplatte (4) mit den beiden Totpunkten des Kurbeltriebes (9,10) zusammenfallen.
2. Handbetätigungsmechanismus nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigunüsstange
(14) in zwei der Kurbel (10) zugeordnete winkelversetzte Einstecköffnungen (12, 13)
einsteckbar ist.
3. Handbetätigungsmechanismus nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Winkelversatz zwischen beiden Einstecköffnungen 70° bis 110° beträgt.
4. Handbetätigungsmechanismus nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3 zur Verwendung
an einem Dreiplattenschieber, dadurch gekennzeichnet, daß die Durchtrittsöffnung (15)
des Schieberverschlusses in Verschieberichtung gesehen an der Oberseite der Schieberplatte
(4) kleiner als an deren Unterseite ausgebildet ist und daß die erste Einstecköffnung
(12) der Kurbel so angeordnet ist, daß die Schieberplatte (4) beim Schließen des Schieberverschlusses
am Ende des ersten Betätigungsweges die kleinere Durchtrittsöffnung an der Oberseite
der Schieberplatte (4) absperrt und die größere Durchtrittsöffnung an der Unterseite
der Schieberplatte (4) noch offen läßt.
1. A hand actuating mechanism for a casting ladle slider-type closure means (1), comprising
a push-pull bar (9) for displacing the slider plate (4), which bar (9) is pivotally
connected to a slider plate carrier (7) and a push-pull crank (10) which is rotatable
by meankans of an actuating bar (14), characterised in that the push-pull crank (10)
is rotatable through at least 180° wherein the sliding travel movement of the slider
plate (4) and the angle of rotation of the push-pull crank (10) are so matched to
each other that the fully open position and the fully closed Eosition of the slider
plate (4) coincide with the two dead centre points of the crank drive (9, 10).
2. A hand actuating mechanism according to claim 1 characterised in that the actuating
bar (4) can be fitted into two angularly displaced fitting openings (12,13) associated
with the crank (10).
3. A hand actuating mechanism according to claims 1 and 2 characterised in that the
angle displacement between the two fitting openings is from 70 to 110°
4. A hand actuating mechanism according to one or more of claims 1 to 3 for use on
a three- plate slider characterised in that the passage opening (15) of the slider-type
closure means, as considered in the direction of sliding movement, is smaller at the
top side of the slider plate (4) than at the underside thereof, and that the first
fitting opening (12) of the crank is so arranged that, upon closure of the slider-type
closure means, at the end of the first actuating travel, the slider plate closes off
the smaller passage opening at the top side of the slider plate (4) and still leaves
open the larger passage opening at the underside of the slider plate (4).
1.- Mécanisme de commande manuelle pour une fermeture à coulisseau (1) de bec de coulée,
avec une tige de paussée et de traction (9) déplaçant la plaque coulissante (4), laquelle
tige est reliée articulée à un support (7) de plaque coulissante et à une manivelle
(10) de poussée et de traction, qui peut être tournée au moyen d'une tige de commande
(14),
caractérisé en ce que
la manivelle de poussée et de traction (10) est rotative sur au moins 180°, et le
parcours de la plaque coulissante (4) et l'angle de rotation de la manivelle de poussée
et de traction (10) sont déterminés l'un par rapport à l'autre de manière que la position
de pleine ouverture et la position de pleine fermeture de la plaque coulissante (4)
correspondent aux deux points morts de l'entraînement à manivelle (9, 10).
2.- Mécanisme de commande manuelle selon la revendication 1, caractérisé en ce que
la tige de commande (14) peut être emmanchée dans deux ouvertures d'emmanchement (12,
13) angulairement décalées et affectées à la manivelle (10).
3.- Mécanisme de commande manuelle selon les revendications 1 et 2, caractérisé en
ce que le décalage angulaire entre les deux ouvertures d'emmanchement est de 70° à
110°.
4.- Mécanisme de commande manuelle selon l'une quelconque des revendications 1 à 3
pour l'utilisation sur un coulisseau à trois plaques, caracterise en ce que l'ouverture
de passage (15) de la fermeture à coulisseau est plus petite, en regardant dans la
direction du déplacement, sur le côté supérieur de la plaque coulissante (4) qu'à
son côté inférieur et en ce que la première ouverture d'emmanchement (12) de la manivelle
est disposée de manière que la plaque coulissante (4), à l'obturation de la fermeture
à coulisseau, barre la plus petite ouverture de passage au-dessus de la plaque coulissante
(4), à la fin du premier parcours de commande, et laisse ouverte la plus-granëlëouverture
de passage au-dessous de la plaque coulissante (4).