[0001] Verfahren zum Oeffnen von mit einem Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen,
Einrichtung und Erzeugnis zur Ausübung dieses Verfahrens
[0002] Die vorliegende Erfingung bezieht sich auf ein Verfahren zum Oeffnen von mit einem
Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen durch Druckausübung auf das eine Ende
des Falzrückens, wobei die entstandene Oeffnung bestimmt ist, das Ende eines Oeffnungsgliedes
eindringen zu lassen.
[0003] Ein solches Verfahren ist zum maschinellen Einlegen von Beilagen in mit einem Mittelfalz
versehene bedruckte Hefte aus der CH-PS 358 444 bekanntgeworden. Zum Oeffnen der Druckereierzeugnisse
ist dabei allerdings ein erheblicher maschineller Aufwand erforderlich. Die Produkte
ruhen mit dem
Falzrücken auf einem Förderband und sie sind durch zwei an beiden Seiten angeordnete
Führungsschienen während des Förderns in aufrechter Lage gehalten. Unmittelbar bevor
ein Produkt vor einen Oeffnungskeil gelangt, wird es von beiden Seiten von Andruckrollen
erfasst, die das Produkt in Förderrichtung durchlassen, seine Verschiebung nach oben
aber verhindern. Alsdann wird auf die vordere untere Ecke des Produkts mit Hilfe einer
Nockenscheibe von unten her ein Druck ausgeübt, so dass im Bereich des Mittelfalzes
eine Oeffnung entsteht, in die beim Weitertransport des Produktes der Oeffnungskeil
eindringt.
[0004] Dem erfindungsgemässen Verfahren liegt die Aufgabe zugrunde, den zum Oeffnen erforderlichen
maschinellen Aufwand auf das absolute Minimum zu vermindern, zugleich aber die Sicherheit
des Oeffnens zu erhöhen. Gelingt dies, so ermöglicht das erfindungsgemässe Verfahren
in Erweiterung der ihm zugrunde liegenden Aufgabe das Oeffnen von mehrblättrigen Druckereierzeugnissen
in Tabloidform, ohne dass dazu diese den üblichen Vorfalz aufweisen müssten. Daraus
ergibt sich eine drastische Verringerung des Papierabfalls, dessen Wert jedenfalls
in Zeitschriftendruckereien in die Millionen geht.
[0005] Die Lösung für diese Aufgabe bzw. Aufgaben ergibt sich aus dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruchs 1.
[0006] Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der beiliegenden Zeichnung. Es zeigen die
Figuren 1 und 2 je ein Produkt in Tabloidform bzw. 3 und 4 noch geschlossen, aber
bereits während der Druckausübung bzw. vollständig aufgefaltet.
[0007] Der Unterschied zwischen den Druckprodukten 1 und 2 gemäss Figuren 1 und 2 einerseits
und Figuren 3 und 4 andererseits besteht lediglich darin, dass beim Produkt 1 die
Sicken 3, 4 gegen das Ende der Falzkante 5, d.h. gegen die seitliche Produktkante
6, gemäss den Figuren 3 und 4 hingegen in der umgekehrten Richtung konvergieren, wobei
die Sicken 3, 4 im erstgenannten Fall im Bereiche der Seitenkante 6 den Mittelfalz
5 erreichen. Dank dieser Massnahme öffnet sich - wie in den Figuren 1 und 3 angedeutet
ist - das Produkt 1, 2 im Mittelfalz 5 allein schon dadurch, dass auf das Ende des
Falzrückens 7 - wie durch den Pfeil A angedeutet - ein Druck ausgeübt wird. Es ist
nicht erforderlich, die Produkte 1, 2 im Bereiche der Seitenkante 6 gegen die Druckausübung
abzustützen. Natürlich müssen die Produkte 1, 2 irgendwie gehalten werden. Wie aber
dies geschieht, ist unerheblich. Hält man die Produkte 1, 2 im Bereiche der Falzkante
5 bzw. des Falzrückens 7, wobei sie - wie dargestellt - mit der Blume, d.h. der dem
Falzrücken 7 gegenüberliegenden offenen Seitenkante 8, nach unten hängen, so können
sie nach dem vollständigen Oeffnen ohne weiteres auf eine Sammelschiene oder dergleichen
aufgesetzt werden.
[0008] Verlaufen die Sicken 3, 4 wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, so dass sie den
Mittelfalz 5 im Abstand von der Seitenkante 6 erreichen, so bilden sie nicht nur für
sich eine Soll-Knickstelle; eine solche entsteht vielmehr auch für den Mittelfalz
5, indem das Ende des Falzrückens 7 um den Schnittpunkt der Sicken 3, 4 abknicken
kann. Verlaufen die Sicken 3, 4 in umgekehrter Richtung (Figuren 1 und 2), so verhindern
sie vorab, dass die Ecke unter Druckausübung nach der einen oder der anderen Seite
ausweicht; dem Nachgeben des Falzrückens 7 nach unten setzt aber keine der Sicken
3, 4 Widerstand entgegen, so dass die Druckausübung wiederum mit hoher Sicherheit
zum Oeffnen im Mittelfalz 5 führt, gleichgültig, ob das Produkt 1, 2 aus einem, aus
wenigen oder aus einer Vielzahl Doppelbögen besteht.
[0009] Zum Anbringen der Sicken 3, 4 sind
gemäss der Erfindung an einer Druckmaschine entsprechend ausgebildete Prägemittel vorgesehen.
Deren Standort ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Sicken 3, 4 vor dem Falten der
Produkte 1, 2 anzubringen.
1. Verfahren zum Oeffnen von mit einem Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen
durch Druckausübung auf das eine Ende des Falzrückens, wobei die entstandene Oeffnung
bestimmt ist, das Ende eines Oeffnungsgliedes eindringen zu lassen, dadurch gekennzeichnet,
dass an den Druckprodukten (1, 2) im Bereiche des betreffenden Endes des Mittelfalzes
(5) sicken- oder rillenartige Prägungen (3, 4) angebracht werden, die in Bezug aufeinander
konvergierend mindestens annähernd bis zum Mittelfalz (5) hinlaufen und auf eine im
wesentlichen gleiche Stelle des Mittelfalzes (5) gerichtet sind, wobei die Druckausübung
nach einer Kraftlinie ausgerichtet wird, die schräg zu den Prägungen (3, 4) verläuft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägungen (3, 4) in
der Rotationsdruckmaschine angebracht werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach innen konkave
Prägungen (3, 4) angebracht werden.
4. Zur Ausübung des Verfahrens gemäss Anspruch 1 ausgebildete Druckereierzeugnisse,
dadurch gekennzeichnet, dass sie im Bereiche des einen Endes des Mittelfalzes (5)
zumindest an den zuinnerst liegenden Blättern der aufeinander gefalteten Produkthälften
sicken- oder rillenartige Prägungen (3, 4) aufweisen, die aufeinander konvergierend
mindestens annähernd bis zum Mittelfalz (5) hinlaufen und im wesentlichen auf die
gleiche Stelle des Mittelfalzes (5) gerichtet sind.
5. Druckereierzeugnis nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch nach innen konkave Prägungen
(3, 4).
6. Einrichtung an einer Druckmaschine zur Ausübung des Verfahrens gemäss Anspruch
2, gekennzeichnet durch Prägemittel zum Anbringen von Sicken, Rillen oder dergleichen
(3, 4) an den Erzeugnissen (1, 2), die den Faltmitteln zum Erzeugen des Mittelfalzes
(5) vorgelagert sind.