(19)
(11) EP 0 208 106 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.01.1987  Patentblatt  1987/03

(21) Anmeldenummer: 86107115.7

(22) Anmeldetag:  26.05.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B42B 9/02, B65H 5/30
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 12.07.1985 CH 3023/85

(71) Anmelder: Ferag AG
CH-8340 Hinwil (CH)

(72) Erfinder:
  • Reist, Walter
    CH-8340 Hinwil (CH)

(74) Vertreter: Patentanwälte Schaad, Balass & Partner AG 
Dufourstrasse 101 Postfach
8034 Zürich
8034 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Öffnen von mit einem Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen, Einrichtung und Erzeugnis zur Ausübung dieses Verfahrens


    (57) Im Bereich des einen Endes des Mittelfalzes (5) der zu öffnenden Druckprodukte (1) weisen letztere sicken- oder rillenartige Prägungen (3. 4) auf. letztere konvergieren in Bezug aufeinander und laufen bis zu einer gleichen Stelle am Mittelfalz (5) hin.
    Durch Druckeinwirkung auf den Falzrücken (7) am mit den Prägungen (3, 4) versehenen Ende des Mittelfalzes (5) öffnet sich das Produkt (1) im Mittelfalz (5). In diese Oeffnung kann ein Oeffnungselement zum Trennen der Produktehälften eindringen.




    Beschreibung


    [0001] Verfahren zum Oeffnen von mit einem Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen, Einrichtung und Erzeugnis zur Ausübung dieses Verfahrens

    [0002] Die vorliegende Erfingung bezieht sich auf ein Verfahren zum Oeffnen von mit einem Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen durch Druckausübung auf das eine Ende des Falzrückens, wobei die entstandene Oeffnung bestimmt ist, das Ende eines Oeffnungsgliedes eindringen zu lassen.

    [0003] Ein solches Verfahren ist zum maschinellen Einlegen von Beilagen in mit einem Mittelfalz versehene bedruckte Hefte aus der CH-PS 358 444 bekanntgeworden. Zum Oeffnen der Druckereierzeugnisse ist dabei allerdings ein erheblicher maschineller Aufwand erforderlich. Die Produkte ruhen mit dem Falzrücken auf einem Förderband und sie sind durch zwei an beiden Seiten angeordnete Führungsschienen während des Förderns in aufrechter Lage gehalten. Unmittelbar bevor ein Produkt vor einen Oeffnungskeil gelangt, wird es von beiden Seiten von Andruckrollen erfasst, die das Produkt in Förderrichtung durchlassen, seine Verschiebung nach oben aber verhindern. Alsdann wird auf die vordere untere Ecke des Produkts mit Hilfe einer Nockenscheibe von unten her ein Druck ausgeübt, so dass im Bereich des Mittelfalzes eine Oeffnung entsteht, in die beim Weitertransport des Produktes der Oeffnungskeil eindringt.

    [0004] Dem erfindungsgemässen Verfahren liegt die Aufgabe zugrunde, den zum Oeffnen erforderlichen maschinellen Aufwand auf das absolute Minimum zu vermindern, zugleich aber die Sicherheit des Oeffnens zu erhöhen. Gelingt dies, so ermöglicht das erfindungsgemässe Verfahren in Erweiterung der ihm zugrunde liegenden Aufgabe das Oeffnen von mehrblättrigen Druckereierzeugnissen in Tabloidform, ohne dass dazu diese den üblichen Vorfalz aufweisen müssten. Daraus ergibt sich eine drastische Verringerung des Papierabfalls, dessen Wert jedenfalls in Zeitschriftendruckereien in die Millionen geht.

    [0005] Die Lösung für diese Aufgabe bzw. Aufgaben ergibt sich aus dem kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs 1.

    [0006] Weitere Einzelheiten ergeben sich aus der beiliegenden Zeichnung. Es zeigen die

    Figuren 1 und 2 je ein Produkt in Tabloidform bzw. 3 und 4 noch geschlossen, aber bereits während der Druckausübung bzw. vollständig aufgefaltet.



    [0007] Der Unterschied zwischen den Druckprodukten 1 und 2 gemäss Figuren 1 und 2 einerseits und Figuren 3 und 4 andererseits besteht lediglich darin, dass beim Produkt 1 die Sicken 3, 4 gegen das Ende der Falzkante 5, d.h. gegen die seitliche Produktkante 6, gemäss den Figuren 3 und 4 hingegen in der umgekehrten Richtung konvergieren, wobei die Sicken 3, 4 im erstgenannten Fall im Bereiche der Seitenkante 6 den Mittelfalz 5 erreichen. Dank dieser Massnahme öffnet sich - wie in den Figuren 1 und 3 angedeutet ist - das Produkt 1, 2 im Mittelfalz 5 allein schon dadurch, dass auf das Ende des Falzrückens 7 - wie durch den Pfeil A angedeutet - ein Druck ausgeübt wird. Es ist nicht erforderlich, die Produkte 1, 2 im Bereiche der Seitenkante 6 gegen die Druckausübung abzustützen. Natürlich müssen die Produkte 1, 2 irgendwie gehalten werden. Wie aber dies geschieht, ist unerheblich. Hält man die Produkte 1, 2 im Bereiche der Falzkante 5 bzw. des Falzrückens 7, wobei sie - wie dargestellt - mit der Blume, d.h. der dem Falzrücken 7 gegenüberliegenden offenen Seitenkante 8, nach unten hängen, so können sie nach dem vollständigen Oeffnen ohne weiteres auf eine Sammelschiene oder dergleichen aufgesetzt werden.

    [0008] Verlaufen die Sicken 3, 4 wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, so dass sie den Mittelfalz 5 im Abstand von der Seitenkante 6 erreichen, so bilden sie nicht nur für sich eine Soll-Knickstelle; eine solche entsteht vielmehr auch für den Mittelfalz 5, indem das Ende des Falzrückens 7 um den Schnittpunkt der Sicken 3, 4 abknicken kann. Verlaufen die Sicken 3, 4 in umgekehrter Richtung (Figuren 1 und 2), so verhindern sie vorab, dass die Ecke unter Druckausübung nach der einen oder der anderen Seite ausweicht; dem Nachgeben des Falzrückens 7 nach unten setzt aber keine der Sicken 3, 4 Widerstand entgegen, so dass die Druckausübung wiederum mit hoher Sicherheit zum Oeffnen im Mittelfalz 5 führt, gleichgültig, ob das Produkt 1, 2 aus einem, aus wenigen oder aus einer Vielzahl Doppelbögen besteht.

    [0009] Zum Anbringen der Sicken 3, 4 sind gemäss der Erfindung an einer Druckmaschine entsprechend ausgebildete Prägemittel vorgesehen. Deren Standort ergibt sich aus der Notwendigkeit, die Sicken 3, 4 vor dem Falten der Produkte 1, 2 anzubringen.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Oeffnen von mit einem Mittelfalz versehenen Druckereierzeugnissen durch Druckausübung auf das eine Ende des Falzrückens, wobei die entstandene Oeffnung bestimmt ist, das Ende eines Oeffnungsgliedes eindringen zu lassen, dadurch gekennzeichnet, dass an den Druckprodukten (1, 2) im Bereiche des betreffenden Endes des Mittelfalzes (5) sicken- oder rillenartige Prägungen (3, 4) angebracht werden, die in Bezug aufeinander konvergierend mindestens annähernd bis zum Mittelfalz (5) hinlaufen und auf eine im wesentlichen gleiche Stelle des Mittelfalzes (5) gerichtet sind, wobei die Druckausübung nach einer Kraftlinie ausgerichtet wird, die schräg zu den Prägungen (3, 4) verläuft.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Prägungen (3, 4) in der Rotationsdruckmaschine angebracht werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass nach innen konkave Prägungen (3, 4) angebracht werden.
     
    4. Zur Ausübung des Verfahrens gemäss Anspruch 1 ausgebildete Druckereierzeugnisse, dadurch gekennzeichnet, dass sie im Bereiche des einen Endes des Mittelfalzes (5) zumindest an den zuinnerst liegenden Blättern der aufeinander gefalteten Produkthälften sicken- oder rillenartige Prägungen (3, 4) aufweisen, die aufeinander konvergierend mindestens annähernd bis zum Mittelfalz (5) hinlaufen und im wesentlichen auf die gleiche Stelle des Mittelfalzes (5) gerichtet sind.
     
    5. Druckereierzeugnis nach Anspruch 4, gekennzeichnet durch nach innen konkave Prägungen (3, 4).
     
    6. Einrichtung an einer Druckmaschine zur Ausübung des Verfahrens gemäss Anspruch 2, gekennzeichnet durch Prägemittel zum Anbringen von Sicken, Rillen oder dergleichen (3, 4) an den Erzeugnissen (1, 2), die den Faltmitteln zum Erzeugen des Mittelfalzes (5) vorgelagert sind.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht