[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen indirekten Steckverbinder für die Verbindung
von Leiterbahnen einer Leiterplatte mit dem Verdrahtungsfeld eines Baugruppenträgers,
wobei in einem Isolierkörper Reihen von Messerkontakten parallel zueinander befestigt
sind, die an den einen Enden in Anschlußstifte übergehen, die in senkrechter Richtung
zur Ebene der jeweiligen Leiterplatte einfügbar sind.
[0002] Für die auf einer Leiterplatte angeordneten Schaltungen werden die Signaleingänge,
die Signalausgänge und die Stromversorgung über die Kontakte von Steckverbindern geführt.
Bei einer hohen Bauelementdichte auf der Leiterplatte wird eine große Zahl von Anschlußstiften
benötigt.
[0003] Bekannt ist nach DIN 41 612 eine Steckverbinderfamilie, deren Eigenschaften auf die
Baugruppenträger derart abgestimmt ist, daß Baugruppen mit verschiedenen Steckverbindern
der gleichen Familie im gleichen Baugruppenträger gemischt angeordnet werden können.
[0004] Steckverbinder der Gruppe 1 nach DIN 41 612 sind für Minidrahtanschlußtechnik bestimmt.
Es sind Steckverbinder mit einer Zahl von 96 Anschlußstiften bekannt. Diese Steckverbinder
bestehen aus drei parallelen Anschlußstiften mit 2,54 mm Stift- und Reihenabstand.
Diese Bauform wird auch als C96 bezeichnet. Der Erfin dung liegt die Aufgabe zugrunde,
einen Steckverbinder der eingangs beschriebenen Gattung derart weiterzuentwickeln,
daß im Rahmen der Steckverbinderfamilie nach DIN 41 612 eine Anschlußstiftzahl von
mehr als 96 erreicht werden kann.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens vier Reihen von Messerkontakten
mit Anschlußstiften im Reihenabstand einer Teilung parallel zueinander angeordnet
sind und daß die eine Reihe der Anschlußstifte im Bereich des Isolierkörpers um 90°
abgewinkelt ist, der an den Krümmungsstellen der Anschlußstifte ausgespart ist. Ein
Steckverbinder mit der vorstehend beschriebenen Bauform benötigt in senkrechter Richtung
zur Ebene der Leiterplatte nicht mehr als vier Teilungen von 5,08 mm. Eine derartige
Einbauteilung ist bei Baugruppenträgern nach DIN 41 494 für Baugruppen bzw. deren
Frontplatten vorgesehen. Außerdem kann auf der Leiterplatte das Bohrlochbild für drei
Reihen von Anschlußstiften in Übereinstimmung mit dem Steckverbinder C96 gewählt
werden. Es ist nur eine weitere Reihe von Löchern vorgesehen, die näher am Rand der
Leiterplatte liegt.
[0006] Die Anschlußstifte aller Reihen sind um die Krümmungsstellen geringfügig elastisch
ausdehnbar, um bei Fertigungstoleranzen die Stiftenden ohne Schwierigkeit in die Bohrlöcher
einfügen zu können.
[0007] Es ist günstig, wenn die Messerleiste so ausgebildet ist, daß sie nicht nur an zwei
Stellen mit der Leiterplatte verbunden ist. Vorzugsweise springen an den stirnseitigen
Enden des Isolierkörpers der Messerleiste Flansche vor, die je an zwei Stellen, die
quer zur Längsachse des Isolierkörpers im Abstand nebeneinander angeordnet sind, über
Befestigungsmittel mit der Leiterplatte verbunden sind. Die Messerleiste ist also
an vier Stellen an der Leiterplatte befestigbar. Damit lassen sich die Andrückkräfte
großflächiger verteilen, so daß eine wesentlich stärkere Verbindung zwischen Messerleiste
und Leiterplatte erzielt wird. Eine höhere und gleichmäßiger auf die Messerleiste
einwirkende Verbindungskraft ist vorteilhaft, weil durch die größere Anzahl von Messerkontakten
höhere Steck- und Ziehkräfte auftreten. Diese höheren Steck- und Ziehkräfte lassen
sich mit der vorstehend beschriebenen Anordnung besser beherrschen. Dies bedeutet,
daß beim Zusammenfügen und Trennen von Messer- und Federleisten die Teile genauer
geführt werden, d. h. Verschiebungen der Messerund Federleistengehäuse aus ihrer
Sollposition bzw. Verkantungen dieser Teile sind relativ gering. Geringe Verschiebungen
bzw. Verkantungen behindern das Zusammenfügen und Trennen der Steckverbinderteile
nicht.
[0008] Eine Möglichkeit zur Erhöhung der Verbindungskräfte insbesondere bei Steck- und Ziehmaßnahmen
ist die Anordnung eines Befestigungslochs für Schrauben und eines Zapfens, der in
eine Leiterplattenausnehmung ragt, an jedem Flansch des Messerleistengehäuses. Eine
solche Verbindung läßt sich rascher herstellen. Es können auch zwei Befestigungslöcher
je Flansch vorgesehen werden, die eine besonders feste Verbindung mit Hilfe von Schrauben
über entsprechende Löcher in der Leiterplatte zulassen. Auch die Federleisten weisen
zweckmäßigerweise je zwei stirnseitige Flansche mit mindestens zwei Befestigungslöchern
auf. Hierdurch sind Schraubverbindungen an vier Stellen zwischen Federleisten und
Tragelementen möglich, d. h. auch die Federleisten sind für die Beherrschung größerer
Steck- und Ziehkräfte auf einfache Weise ausgelegt.
[0009] Von großer Bedeutung ist auch noch der Abstand von etwa 2,76 mm zwischen dem Leiterplattenrand
und der ersten Reihe von Enden der Anschlußstifte. Die oben beschriebene Vorrichtung
läßt einen solchen Abstand zu. Damit steht auf der Leiterplatte ein größerer Raum
für Leiterbahnen und elektrische bzw. elektronische Bauelemente zur Verfügung.
[0010] Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines in einer Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert, aus dem sich weitere Merkmale sowie Vorteile ergeben.
[0011] Es zeigen:
Fig. 1 einen direkten Steckverbinder im Querschnitt
Fig. 2 einen Baugruppenträger mit Baugruppen, an denen Steckverbinder befestigt sind,
im Querschnitt,
Fig. 3 eine Messerleiste in Seitenansicht,
Fig. 4 die Messerleiste gemäß Fig. 3 von einer Stirnseite aus,
Fig. 5 eine Federleiste in Seitenansicht,
Fig. 6 die Federleiste gemäß Fig. 4 von der Stirnseite aus.
[0012] Die in Figur 1 dargestellten Steckverbinder sind jeweils als Messerleiste 1 und als
Federleiste 2 ausgebildet. Die Messerleiste 1 weist einen Isolierkörper 3 auf, der
eine quaderförmige Aussparung 4 enthält, in deren Längsrichtung parallel zueinander
vier Reihen von Messerkontakten 5 in gleichmäßigem Abstand voneinander angeordnet
sind. Die Messerkontakte 5 haben einen gegenseitigen Abstand von 2,54 mm. Die Reihen
der Messerkontakte 5 sind 2,54 mm voneinander entfernt. Die Messekontakte 5 gehen
in Anschlußstifte 6 über, die mit dem Isolierkörper 3 verbunden sind. Beispielsweise
sind die Anschlußstifte 6 in den Isolierkörper 3 eingegossen. Die Enden 7 der Anschlußstifte
6 sind um 90° abgewinkelt und laufen senkrecht zur Ebene 8 einer Leiterplatte 9.
Die Leiterplatte 9 enthält nicht näher bezeichnete Löcher, in die die Enden 7 eingesteckt
sind.
[0013] Die Enden 7 sind in parallelen Reihen mit Abständen von 2,54 mm zueinander und zwischen
den Reihen angeordnet. Der Abstand der dem Rand 10 der Leiterplatte 9 am nächsten
angeordneten Reihe von Enden 7 beträgt etwa 2,76 mm. Die Anschlußstifte 6, die in
der dem Rand 7 am nächsten liegenden Reihe angeordnet sind, haben Krümmungsstellen
11, die im Bereich des Isolierkörpers 3 liegen. An den Krümmungsstellen 11 weist der
Isolierkörper 3 Aussparungen 12 auf. Die Krümmungsstellen 11 liegen daher frei, so
daß eine gewisse Beweglichkeit der Enden vor dem Verlöten mit der Leiterplatte 9 vorhanden
ist. Damit können Toleranzen zwischen der Messerleiste 1 und den Löchern der Leiterplatte
9 ausgeglichen werden. Jede Reihe enthält 32 Messerkontakte 5. Die Messerleiste 1
weist daher insgesamt 128 Messerkontakte 5 auf.
[0014] In Figur 2 sind zwei Baugruppen 13, 14 nebeneinander in einem Baugruppenträger dargestellt,
der Seitenwände 15 enthält, die über Profilschienen 16 miteinander verbunden sind.
Jede Baugruppe enthält eine Leiterplatte 9. An der Leiterplatte der Baugruppe 13 ist
eine Messerleiste 1 befestigt, die in eine Federleiste 2 eingesteckt wird, die an
der rückwärtigen Platte 17 des Baugruppenträgers befestigt ist. Die Baugruppe 14
enthält einen 96poligen Steckverbinder 18. An den Leiterplatten 9 sind Frontplatten
19 befestigt, die jeweils vier Rasterteilungen T von jeweils 5,08 mm in Längsrichtung
der Profilschienen 16 beanspruchen. In Figur 2 sind die vier Rasterteilungen dargestellt,
die mit T bezeichnet sind. Die Rasterteilungen T beginnen an der Kante 20 der Seitenwand
15. Der Beginn der Rasterteilungen trägt die Bezeichnungen y, a, c und e. Die Anschlußstifte
der Federleiste 2 sind in einer Rasterteilung angeordnet, deren kleinste Einheit in
Figur 2 mit t bezeichnet ist und 2,54 mm beträgt. Die Rasterteilung beginnt ebenfalls
an der Kante y. Da die Unterteilung des Rasters an der Platte 17 die Hälfte desjenigen
an der Frontplatte beträgt, sind die einzelnen Rasterpositionen mit a, b, c, d, e
und f bezeichnet.
[0015] Die Fig. 3 zeigt die Messerleiste 1 in Seitenansicht. An den stirnseitigen Enden
21 und 22 des Isolierkörpers 3 sind jeweils Flansche 23 und 24 vorgesehen. Die Flansche
23 und 24 erstrecken sich seitlich neben den Anschlußstiften 6. Die Auflageflächen
der Flansche erstrecken sich in Ebenen, die senkrecht zu den Längsachsen der Messerleisten
5 verlaufen. In jedem Flansch 23, 24 befinden sich zwei Befestigungslöcher 25, 26,
deren Mittelachsen 27 parallel zu den abgewinkelten Enden 7 der Anschlußstifte 6 verlaufen.
Die Mittelachsen 27 der beiden in einem Flansch 23 bzw. 24 angeordneten Befestigungslöcher
25, 26 liegen in einer Ebene, die parallel zu den Ebenen verläuft, in denen die Anschlußstifte
6 mit den abgewinkelten Enden 7 angeordnet sind. Über nicht näher dargestellte, in
die Befestigungslöcher 25, 26 eingesetzte Schrauben werden die Messerleisten 1 an
den Leiterplatten 9 befestigt. Die Befestigung über je zwei Schrauben an den Flanschen
23, 24 hat den Zweck, die beim Zusammenfügen und Trennen der Steckverbindung auftretenden
Kräfte gleichmäßiger auf die Leiterplatte 9 zu übertragen. Durch eine gleichmäßige
Kraftübertragung lassen sich Verbiegungen der Leiterplatten und Steck-verbinder
vermeiden. Eine starke gleichmäßige Verbindung zwischen Leiterplatten 9 und Messerleisten
1 ist wegen der höheren Steckund Ziehkräfte bei größerer Zahl der Messerkontakte
5 notwendig.
[0016] Anstelle eines zweiten Befestigungslochs 25 kann auch ein nicht näher dargestellter
Zapfen vorgesehen sein, der vom jeweiligen Flansch 23, 24 in Richtung der Leiterplatte
9 vorspringt, mit der die Messerleiste 1 verbunden ist. Der Zapfen ragt in ein sonst
für eine Schraube vorgesehenes Loch. Die Zapfen bewirken ebenfalls insbesondere bei
Steck- und Ziehmaßnahmen eine gleichmäßigere Kraftübertragung zwischen Messerleiste
1 und Leiterplatte 9.
[0017] Die Federleiste 2, die in den Fig. 4 und 5 detaillierter dargestellt ist, enthält
ein Isoliergehäuse 28, von dessen schmalen Stirnseiten 29 jeweils ein Flansch 30 vorspringt,
der sich mindestens über die Breite der gesamten Stirnseite 29 erstreckt. Im Flansch
30 befinden sich nebeneinander zwei Befestigungslöcher 31, 32, deren Mittelachsen
33 parallel zu Stiften 34 verlaufen, die mit den nicht näher bezeichneten Federkontakten
verbunden sind und über das Isoliergehäuse 28 hinausragen. Die Mittelachsen 33 liegen
in Ebenen, die parallel zu den Stirnseiten 29 verlaufen. Mittels der Befestigungslöcher
31, 32 werden die Federleisten durch vier Schrauben an der jeweiligen Platte 17 angeschraubt.
Damit ist eine stärkere und gleichmäßigere Verbindung zwischen Platte 17 und Federleiste
2 geschaffen, die für die höheren Steck- und Ziehkräfte aufgrund der größeren Federkontaktzahl
besonders geeignet ist.
[0018] Die Befestigungslöcher 25, 26 bzw. ein Befestigungsloch 26 und ein Zapfen sowie die
Befestigungslöcher 31, 32 sind im Raster von 2.54 mm angeordnet.
[0019] In den Flanschen 30 sind oberhalb der Bohrungen 30, 31 jeweils breitere Ausnehmungen
35 vorhanden, deren Abmessungen an die Abmessungen von nicht dargestellten Muttern
oder Schraubenköpfe so angepaßt sind, daß die Muttern oder Schraubenköpfe unverdreh
bar in den Ausnehmungen 35 gehalten werden.
1. Indirekter Steckverbinder für die Verbindung von Leiterbahnen einer Leiterplatte
mit dem Verdrahtungsfeld eines Baugruppenträgers, wobei in einem Isolierkörper Reihen
von Messerkontakten parallel zueinander befestigt sind, die an den einen Enden in
Anschlußstifte übergehen, die in senkrechter Richtung zur Ebene der jeweiligen Leiterplatte
umgebogen und mit ihren Enden in Löcher der Leiterplatte einfügbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens vier Reihen von Messerkontakten (5) mit Anschlußstiften (6) im Reihenabstand
einer Teilung (t) parallel zueinander angeordnet sind und daß die eine Reihe der
Anschlußstifte (6) im Bereich des Isolierkörpers (3) um 90° abgewinkelt ist, der an
den Krümmungsstellen (11) der Anschlußstifte (6) ausgespart ist.
2. Steckverbinder nach Anspruch 1,
daduch gekennzeichnet,
daß an den stirnseitigen Enden (21, 22) des Isolierkörpers (3) der Messerleiste (1)
Flansche (23, 24) vorspringen, die je an zwei Stellen, die quer zur Längsachse des
Isolierkörpers (3) im Abstand nebeneinander angeordnet sind, über Befestigungsmittel
mit der Leiterplatte (9) verbunden sind.
3. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß an einer Stelle ein Befestigungsloch (26) für eine Schraube und an der anderen
Stelle des jeweiligen Flansches (23, 24) ein Zapfen vorgesehen ist, der in ein Loch
der Leiterplatte (9) ragt.
4. Steckverbinder nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß an beiden Stellen im jeweiligen Flansch (23, 24) Befestigungslöcher (25, 26)
für Schrauben vorgesehen sind.
5. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der dem Rand (10) der Leiterplatte (9) benachbarten Reihe von Anschlußstiften
(6) an den Enden (7) der AnSchlußstifte vom Rand weniger als 5 mm beträgt.
6. Steckverbinder nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand etwa 2,76 mm beträgt.
7. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mit der Messerleiste (1) verbindbare Federleiste (2) an den schmalen Stirnseiten
(29) jeweils Flansche (30) enthält, die sich mindestens über die Breite der Stirnseite
erstrecken und die je zwei Befestigungslöcher (31, 32) für Schrauben enthalten.
8. Steckverbinder nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Messerleiste (1) in jeder Reihe zweiundreißig Messerkontakte (5) vorgesehen
sind.