[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein gepoltes elektromagnetisches Relais der im Oberbegriff
des Anspruchs 1 angegebenen Gattung.
[0002] Ein derartiges Relais ist aus der deutschen Auslegeschrift 2 348 423 bekannt. Bei
diesem Relais handelt es sich um ein bistabiles Relais, das mit einem stabförmigen
Anker arbeitet. Der Anker ist an seinem einen Ende an einer von einer Jochanordnung
gebildeten Polfläche schwenkbar gelagert, wobei er in der einen stabilen Stellung
des Relais mit seinem anderen Ende an der von der Jochanordnung gebildeten zweiten
Polfläche, in der anderen Relaisstellung dagegen mit einem mittleren Bereich an einer
Stirnfläche des Spulenkerns anliegt. Auf der dem Anker gegenüberliegenden Stirnseite
der Spule ist asymmetrisch zum Spulenkörper ein Dauermagnet angeordnet, dessen Magnetkreis
sich je nach der Stellung des Ankers über die gesamte Jochanordnung und den Anker
oder über einen Teil der Jochanordnung, einen Teil des Ankers und den Spulenkern schließt.
Dadurch wird der Anker in seiner jeweiligen Endstellung stabil gehalten. Durch Aussteuerung
der Spule mit Strom der einen oder anderen Polarität läßt sich der Anker umschalten.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Relais der eingangs bezeichneten Gattung
mit möglichst unaufwendigen Mitteln so zu gestalten, daß es monostabiles Schaltverhalten
aufweist und ohne Mittelstellungsneigung möglich sicher in der Ruhe- und in der Arbeitslage
gehalten ist.
[0004] Die Lösung dieser Aufgabe ist im Kennzeichenteil des Patentanspruchs 1 angegeben.
Danach ist der Anker als
Wippenanker ausgebildet und an dem dem Dauermagnet gegenüberliegenden Ende des Spulenkerns
gelagert. Im Ruhezustand bewirkt nun der zum Spulenkern asymmetrisch angeordnete Dauermagnet,
daß der Wippenanker zur Seite des Dauermagnets hin verschwenkt wird, während eine
Erregung der Spule, die eine dem Dauermagnetfluß im Spulenkern entgegengesetzte Durchflutung
ausreichender Größe ergibt, den Wippenanker in seine der Arbeitslage entsprechende
andere Stellung verschwenkt.
[0005] Die Weiterbildungen der Neuerung nach den Ansprüchen 2 und 3 beziehen sich auf Ausführungsformen,
die bezüglich Aufbau und Montage des Relais besonders günstig sind.
[0006] Ein AusfGhrungsbeispiel der Neuerung wird nachstehend anhand der Zeichnungen näher
erläutert. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 1 einen Längsschnitt durch ein gepoltes elektromagnetisches Relais, wobei die
rechte Hälfte in der Mitte des Relais, die linke Hälfte außerhalb der Spule geschnitten
ist gemäß der Schnittlinie I-I' in Fig. 2,
Fig. 2 einen Querschnitt durch das Relais in der Höhe der Polplatte gemäß der Schnittlinie
II-II' in Fig. 1,
Fig. 3 eine Ansicht auf das Relais von oben mit abgenommener Gehausekappe und
Fig. 4 ein Kraft-Weg-Diagramm zur Erläuterung der Funktionsweise des Relais nach Fig.
1 - 3.
[0007] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, ist innerhalb eines von einer Sockelplatte 10 und einer
Gehäusekappe 11 gebildeten Relaisgehäuses ein Spulenkörper 12 mit einer Wicklung 13
und einem weichmagnetischen Kern 14 untergebracht. Asymmetrisch zum Kern 14, und zwar
seitlich von diesem, ist an der Oberseite des Spulenkörpers 12 ein Dauermagnet 59
angeordnet, an dessen einem Pol ein nach oben abgewinkeltes Ende einer ersten Polplatte
16 und an dessen anderem Pol ein nach außen gekröpftes Ende einer zweiten Polplatte
17 anliegt.
[0008] Das untere Ende des Kerns 14 ist: mit seiner zylindrischen Andrehung in einer, in
den unteren Flansch des Spulenkörpers 12 teilweise eingelassenen Polplatte 19 eingepreßt,
die mit einem mittleren Bereich eines Wippenankers 20 zusammenarbeitet, der seinerseits
mit einer mittleren zylindrischen Aussparung versehen ist, in die der angedrehte Stumpf
des Kerns 16 taucht und der um eine zur Zeichenebene der Fig. 1 senkrechte Achse (in
Fig. 2 mit 70 bezeichnet) schwenkbar gelagert ist.
[0009] Das untere Ende der Jochplatte 17 ist als Polfläche ausgebildet, die mit dem linken
Arm des Wippenankers 20 zusammenarbeitet. In ähnlicher Weise, wenn auch in
Fig. 1 nicht dargestellt, ist das untere Ende der rechten Jochplatte 16 als nach unten
weisende Polfläche gestaltet, die mit dem rechten Arm des Wippenankers 20 zusammenwirkt.
Wie aus der rechten Seite der Fig. 1 und aus Fig. 2 ersichtlich ist, sind die Jochplatten
16, 17 im Bereich der Spule 13 in der Mitte zur Aufnahme des Spulenanschlusses, bestehend
aus dem im Spulenkörper 12 verankerten Kontaktstift 30 und dem in der Sockelplatte
10 befestigten Gabelkontakt 31, ausgespart. zur Erzielung einer genügend großen Polfläche
der Jochplatten 16, 17 gegenüber dem Wippenanker 20 sind die beidseitigen Schenkel
16a/16b und 17a/17b winkelförmig ausgebildet. Unterhalb der Schenkel 16a/16b sowie
17a/17b der Jochplatten 16, 17 befinden sich die Schaltkontaktstellen 32a/32b für
den linken Schaltkontakt und 33a/ 33b für den rechten Schaltkontakt, welche durch
die an der etwa W-förmig gebogenen, federnden Kontaktbrücke 21 angebrachten Kontaktstücke
43 und die jeweils dazugehörenden Festkontaktanschlüsse 23 gebildet werden. An den
beiden äußersten Enden des Wippenankers 20 ist die Kontaktbrücke 21 eingehängt. Am
oberen Ende eines mittleren Festkontaktanschlusses 29 ist eine Schneide 70 vorgesehen,
die als Lager für die Kontaktbrücke 21 dient und gegen die die Kontaktbrücke durch
eine in den Kern 14 eingreifende Druckfeder 22 gedrückt wird.
[0010] Das Relais weist monostabiles Schaltverhalten auf, wobei Fig. 1 die Ruhestellung
des Relais zeigt. In dieser Stellung wird der Anker durch den Dauermagnetfluß stabil
gehalten, der vom N-Pol des Dauermagneten 59 ausgeht, den an diesem Pol anliegenden
Teil der rechten Jochplatte 16, den Kern 14, die Polplatte 19, den linken
Arm des Wippenankers 20 und die linke Jochplatte 17 durchsetzt und über diese zum S-Pol
des Dauermagneten 59 zurückführt.
[0011] Wird nun die Wicklung 13 derart erregt, daß ein zum Dauermagnetfluß entgegengerichteter
Steuermagnetfluß ausreichender stärke erzeugt wird, so wird der den linken Arm des
Wippenankers 20 durchsetzende resultierende Magnetfluß gering, während der über die
rechte Jochplatte 16 verlaufende Teil des
Steuermagnetflusses zwischen der Polfläche am unteren Ende der Jochplatte 16 und dem
rechten
Arm des Wippenankere 20 eine Anzugskraft erzeugt, die den Wippenanker 20 in seiner
Arbeitsstellung verschwenkt. In dieser Stellung ist der mittlere Festkontaktanschluß
29 nicht mehr über die Schaltkontaktstelle 33a/33b mit den rechten Festkontaktanschlüssen
23, sondern über die Kontaktstelle 32a/32b mit den linken Festkontaktanschlüssen 23
verbunden. Bei Entregung der Wicklung 23 wird der
Wippenanker durch den Dauermagneten 59 wieder in die in Fig. 1 gezeigte Stellung zurückgeführt.
[0012] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiel besteht die den Dauermagneten 59,
den Kern 14 und den Wippenanker 20 koppelnde Jochanordnung ausschließlich aus den
beiden Jochplatten 16 und 17, von denen die rechte, längere Jochplatte 16 durch eine
am oberen Ende des Kerns 14 vorgesehene Vernietung gehalten wird, und zwar ist eine
Andrehung 71 des Kerns 16 durch eine Bohrung der Jochplatte 16 gedrückt und an ihren
Kanten umgebördelt, womit der Kern 14 mit der Jochplatte magnetisch angekoppelt ist.
Wie aus der linken Hälfte der Fig. 1 und Fig. 3 ersichtlich, ist zum Zwecke eines
Toleranzausgleiches und zur Vermeidung von Luftspalten zwischen dem Jochplattenschenkel
16c, dem Dauermagneten 59, der dem Dauermagneten zugewandten Fläche der Jochplatte
17 die Jochplatte 17 mit seitlichen abgebogenen Lappen 17c/17d versehen, welche bei
der Montage der Einzelteile als Spielausgleich wirken und je nach Toleranzlage der
Einzelteile mehr oder weniger stark und unter Erzeugung eines entsprechenden Anpreßdruckes
zurückverformt werden. In ähnlicher weise ist ein Toleranzausgleich zwischen Polplatte
19 und ihrer Anlagefläche am Spulenkörper 12 erzielt, wobei angestrebt wird, daß unabhängig
von der Toleranzlage der Einzelteile der magnetische Widerstand zwischen Polplatte
19, Kern 14 und Jochplatte 16 klein wird, das bedeutet praktisch ohne gegenseitigen
Luftspalt gefügt werden können und daß trotzdem ein exaktes Fluchten zwischen den
Polflächen 16a/16b sowie 17a/17b einerseits und Polplatte 19 erreicht wird. Zu diesem
Zweck sind die Lappen 16d, 16e, 16f, 16g nach unten abgebogen und werden bei der Montage
unter Erzielung eines entsprechenden Anpreßdruckes zwischen Polplatte 19 und dem Spulenkörper
12 ebenfalls rückverformt.
[0013] In dem Diagramm der Fig. 4 sind die auf den Wippenanker 20 einwirkenden Magnet- und
Feder-Kräfte über dem Schwenkweg des Wippenankers aufgetragen, wobei das rechte Ende
der Abszisse die in Fig. 1 dargestellte Ruhelage wiedergibt, während das linke Ende
der Abszisse der Arbeitsstellung des Wippenankers 20 entspricht. Die strichpunktierte
Kurve A in Fig. 4 gibt dabei den Verlauf der aus der Kontaktbrücke 21 resultierenden
Fe-derkräfte wieder, wobei der rechte Ast derjenigen Kraft entspricht, die aus der
Anlage des rechten Kontaktstückes 43 am rechten Festkontaktanschluß 23 resultiert,
also bei geschlossenen Kontaktstellen 33a, 33b, und den Wippenanker in Richtung seiner
Arbeitsstellung zu verschwenken sucht, während der linke Ast der strichpunktierten
Kurve A die bei Anlage des linken Kontaktstückes 43 am linken Festkontaktanschluß
23 auftretende Federkraft wiedergibt, also bei geschlossenen Kontaktstellen 32a, 32b,
die den Anker aus der Arbeitsstellung in Richtung der in Fig. 1 gezeigten Ruhestellung
zu verschwenken sucht. Im mittleren Bereich des Kennlinienfeldes, das dem mittleren
Bewegungsbereich des Wippenankers 20 entspricht, haben alle Kontaktstücke 43 von allen
Festkontaktanschlüssen 23 abgehoben, so daß keine Federkräfte am Wippenanker 20 angreifen,
d. h. in diesem Beispiel der Fig. 4 ist die Kontaktbrücke 21 ohne Vorspannung auf
dem Wippenanker 20 montiert.
[0014] Die gestrichelten Kurven in Fig. 4 geben die auf den Wippenanker 20 ausgeübten Magnetkräfte
wieder, wobei die untere gestrichelte Kurve B1 die aus der Überlagerung des Steuermagnetflusses
mit dem Dauermagnetfluß resultierende
Gesamtmagnetkraft bei Verschwenken des Ankers von der in Fig. 1 gezeigten Ruhelage
in die Arbeitslage zeigt, während die obere gestrichelte Kurve B2 diejenige Magnetkraft
wiedergibt, die nach Abschalten der Wicklung 13 lediglich durch den verbleibenden
Dauermagnetfluß auf den in seine Ruhelage zurückschwenkenden Wippenanker 20 ausgeübt
wird. Durch Überlagerung der Feder- und der Magnetkräfte, d. h. durch Addition der
gestrichelten Kurven B1, B2 mit der strichpunktierten Kurve A ergeben sich die in
Fig. 4 mit ausgezogenen Linien dargestellten Gesamtkraftkurven C1 und C2, wobei die
untere Kurve Cl den Gesamtkraftverlauf bei Erregung der wicklung 13 und die obere
Kurve C2 den Gesamtkraftverlauf bei abgeschalteter Wicklung 13 darstellen.
[0015] Im nicht erregten Zustand befindet sich der Wippenanker 20 in der in Fig. 1 gezeigten
Stellung, die in dem Diagramm nach
Fig. 4 dem Punkt 100 entspricht. Dieser Punkt 100 liegt um einen bestimmten Wert über
der horizontalen Null-Kraft-Linie, was bedeutet, daß die die Federkraft übersteigende
Dauermagnetkraft eine bestimmte Haltekraft für den Wippenanker 20 in seiner Ruhelage
ergibt. Bei Erregung der Wicklung 13 verlagert sich der Arbeitspunkt in dem Diagramm
nach
Fig. 4 in Richtung zu Punkt 101, der dort auf der Null-Kraft-Linie liegend eingezeichnet
ist und sich damit im Kräftegleichgewicht befindet. In der Praxis wird aber das Relais
immer mit einer kleinstzulässigen Spulenerregung betrieben, bei welcher der Punkt
101 um ein geplantes Maß unterhalb der Nullinie liegt und bei welcher genügend Kraftüberschuß
für die Überwindung der im Beispiel der
Fig. 4 nicht berücksichtigten Systemreibung und zur Beschleunigung der zu bewegenden
Teile (Wippenanker 20 und Kontaktbrücke 21) zur Verfügung steht. Der Wippenanker 20
verschwenkt sich nun gemäß Fig. 1 gegen den Uhrzeigersinn, wobei der Arbeitspunkt
in dem Diagramm nach Fig. 4 aus dem Punkt 101 längs der ausgezogenen Kurve Cl oder
tiefer liegend sich in den Punkt 102 verlagert. In dieser Stellung überwiegen die
aus Dauermagnetfluß und Steuermagnetfluß resultierenden Magnetkräfte gemäß der gestrichelten
Kurve B die der Kurve
A entsprechenden Feder- kräfte bei weitem, so daß der Punkt 102 weit unterhalb der
Null-Kraft-Linie liegt, was bedeutet, daß der Anker bei erregter Wicklung sicher in
seiner Arbeitsstellung gehalten wird.
[0016] Wird nun die Erregung abgeschaltet, so verbleibt von den Magnetkräften nur der auf
dem Dauermagnetfluß beruhende Teil, der in der Arbeitsstellung des Ankers praktisch
gleich Null ist. Daher verlagert sich beim Abschalten der Wicklung der Arbeitspunkt
vom Punkt 102 in den Punkt 103 oberhalb der Null-Kraft-Linie, wobei am Anker zunächst
praktisch nur die Kontaktfederkraft angreift, die den Anker in seine Ruhelage zurückzuschwenken
sucht. Mit steigender Annäherung des gemäß
Fig. 1 linken Arms des Wippenankers 20 an die untere Polfläche der linken Jochplatte
17 verringert sich der Luftspalt, und die Dauermagnetkraft steigt längs der gestrichelten
Kurve B2, wobei sich wegen der Überlagerung mit den Federkräften der Arbeitspunkt
beim Zurückschwenken des Ankers längs der ausgezogenen Kurve C2 zurück in den Punkt
100 verlagert.
[0017] Wie aus der obigen Erläuterung des Diagramms nach Fig. 4 hervorgeht, resultiert aus
der asymmetrischen Anordnung des einzigen Dauermagneten 59 bezüglich des zentralen
Kerns 14 und den an diesem symmetrisch schwenkbar gelagerten Wippenankers ein Schaltverhalten,
bei dem ein Durchgang durch die Null-Kraft-Linie während der Verechwenkung des Ankers
vermieden wird. Dies bedeutet, daß jedwede instabile Mittelstellung vermieden ist.
Außerdem zeigen die Punkte 100 und 102, daß der Anker in der Ruhestellung und insbesondere
in der Arbeitsstellung mit hoher Kraft gehalten wird, so daß eine Justage des Relais
nicht erforderlich ist.
1. Gepoltes elektromagnetisches Relais mit
einer Spule (12, 13) mit weichmagnetischem Kern (14),
einer Jochanordnung (16, 17) mit zwei Abschnitten, die von einem Ende des Kerns (14)
ausgehend auf gegenüberliegenden Seiten um die Spule (12, 13) herumgeführt sind und
an der am anderen Ende des Kerns (14) entsprechenden Stirnseite der Spule (12, 13)
jeweils eine Polfläche bilden,
einem Dauermagnet (59), der in einen der beiden Abschnitte der Jochanordnung (16,
17) eingefügt ist, und
einem ein Kontaktsystem (21, 23, 24, 29) betätigenden Anker (20), der mit dem anderen
Ende des Kerns (14) und den beiden Polflächen magnetisch zusammenarbeitet,
dadurch gekennzeichnet , daß der Anker ein im Bereich des anderen Endes des Kerns
(14) gelagerter Wippenanker (20) ist.
2. Relais nach Anspruch 1, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Jochanordnung zwei durchgehende
Jochplatten (16, 17) unterschiedlicher Länge aufweist, die mit ihren einen Enden an
dem Dauermagnet (59) anliegen und mit ihren anderen Enden dem Woppanker (20) zugewandte
Polflächen bilden, und von denen die längere (16) einen an das besagte eine Ende des
Kerns (14) magnetisch angekoppelten Bereich hat.
3. Relais nach Anspruch 2, dadurch gekenn- zeichnet, daß der Bereich der längeren
Jochplatte (16) mit dem einen Ende des Kerns (14) fest gefügt ist.