(19)
(11) EP 0 208 379 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.01.1987  Patentblatt  1987/03

(21) Anmeldenummer: 86201180.6

(22) Anmeldetag:  04.07.1986
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65H 75/28
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE IT LI

(30) Priorität: 12.07.1985 CH 3043/85

(71) Anmelder:
  • VISCOSUISSE SA
    6020 Emmenbrücke (CH)
  • MASCHINENFABRIK RIETER AG
    CH-8406 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Bärtschi, Peter
    CH-6010 Kriens (CH)
  • Fust, Peter
    CH-8406 Winterthur (CH)

(74) Vertreter: Herrmann, Peter Johannes 
c/o Rhône-Poulenc Viscosuisse SA Patentabteilung IB
6021 Emmenbrücke
6021 Emmenbrücke (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Fangband zum Auffangen und Festhalten eines Fadens


    (57) Ein Fangband zum Auffangen und Festhalten eines Fadens auf einem schnellaufenden Garnträger ist auf seinem Umfang mit doppelhakenförmigen Köpfen versehen (8, 9), welche sich an­nähernd berühren. Die Fangelemente (3) bestehen aus minia­turisierten Stiften (5), welche mit halbkugel- oder ankerförmigen Köpfen versehen sind.
    Das Fangband dient zum sicheren Fadenfang beim Aufspulen von textilen Fäden aller Art, die leichte Reinigung ermöglicht eine mehrfache Verwendung des mit dem Fangband ver­enen Aufsteckringes (2).




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Fangband mit hakenförmigen Fang­elementen zum Auffangen und Festhalten eines Fadens auf einem schnellaufenden Garnträger.

    [0002] Nach dem CH-Patent 639 349 ist ein Aufsteckring der Art be­kannt, der auf einen Garnträger aufgesteckt wird, zwecks Auffangen und Festhalten des Fadenanfangs bei schnell um­laufenden Garnträgern. Mit dieser Vorrichtung wird der lau­fende Faden in einer bogenförmigen Aussparung zwischen dem Aufsteckring und dem Zylinderende des Garnträgers gefangen.

    [0003] Der Nachteil dieser Ausführung ist, dass der Faden ganz präzis im gebildeten Einschnitt angelegt werden muss. Er­folgt beim Anlegevorgang eine kleine Abweichung von der schmalen Aussparung, so wird ein Einfangen und Festhalten des Fadens verunmöglicht.

    [0004] Es wurde auch ein Fangband vorgeschlagen, welches aus einem Plastikband mit hakenförmigen Erhebungen auf seiner Ober­fläche besteht, welche als Fangelemente für einen Faden dienen (FR-A-22 17 252).

    [0005] Das bekannte Fangband hat jedoch den Nachteil, dass der zu fangende Faden häufig durch die zwar dicht angeordneten, aber einseitig gerichteten und im Vergleich zur Dicke eines Fadens dennoch zu weit auseinander stehenden Fangelemente schlüpfen kann. Ein weiterer Nachteil ergibt sich bei der Reinigung des Bandes von Fadenresten vor einem erneuten Ge­brauch der Hülsen. Ein einmal gefangener Faden wird zwar gut festgehalten, sein relativ langer Rest ist nahezu nicht mehr entfernbar.

    [0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Fangband zu schaffen, das ein sicheres und einfacheres Auffangen und Festhalten eines Fadenanfangs beim Einziehen auf einen Garnträger erlaubt, aber auch problemlos zum Wiedergebrauch von Fadenresten gereinigt werden kann.

    [0007] Die vorgenannte Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch ge­löst, dass das Fangband als Aufsteckring ausgebildet ist, und die Fangelemente mit doppelhakenförmigen Köpfen ver­sehen sind, welche sich annähernd berühren.

    [0008] Als Fangband hat sich ein Klebeband als besonders vorteil­haft und geeignet erwiesen. Das Fangband kann beispiels­weise durch Aufkleben auf einen vorzugsweise aus einem Kunststoff gefertigten Aufsteckring befestigt werden. Das Fangband kann aber auch in anderer Weise auf dem Umfang des Aufsteckringes befestigt sein, beispielsweise durch Verschweissen mit dem Kunststoff.

    [0009] Das Fangband kann segmentweise oder auf dem ganzen Umfang des Aufsteckringes oder des Hülsenendes angebracht sein. Es soll jedoch mindestens die Hälfte des Umfangs bedeckt sein. Das hängt weitgehend von der Geschwindigkeit des Aufwikkelns und des Titers eines Fadens ab.

    [0010] Da die Positionierung des Fadens beim Anlegen nicht mehr so präzis wie bei den bekannten Einrichtungen zu sein braucht, kann die Breite des Fangbandes auf beispielsweise 13 mm, vorzugsweise zwischen 2 und 20 mm beschränkt sein.

    [0011] In einer bevorzugten Ausführung der Erfindung ist das Fang­band aus einem Kunststoffband gebildet, dessen Oberfläche aus stiftförmigen Erhebungen besteht, an deren Enden Köpf­chen verschiedener geometrischer Körper angebracht sind. Die Köpfe müssen so gestaltet sein, dass ein Faden beim Rotieren des Garnträgers, auf welchem der Aufsteckring an­ bracht ist, hängen bleiben kann. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn sich die Köpfe nahezu berühren und einen Zwischenraum offen lassen, durch welchen gerade der Faden ohne Zwang gelangen kann. Dadurch wird die Anzahl der Stif­te bei optimaler Dichte begrenzt und genügend Freiraum zwischen den Stiften geschaffen, wodurch die spätere Ab­reinigung von Fadenresten erleichtert wird.

    [0012] In einer Variante ist der Kopf halbkugelförmig ausgebildet. Hierbei kann die Aussenseite konvex gestaltet sein.

    [0013] Als besonders vorteilhaft hat sich eine ankerförmige Aus­führungsform erwiesen. Hierbei wirken die gegen den Stift gebogenen Enden des Kopfes als eine Art Widerhaken, welche die Fangeigenschaften hervorragend unterstützen.

    [0014] Die Stifte mit ihren Endkörpern bestehen vorzugsweise aus Kunststoff. Sie können aber auch aus jedem anderen geeigneten Material bestehen.

    [0015] Es ist zweckmässig, das Fangband zwischen den Kunststoff so einzubetten, dass die Oberfläche der Köpfchen mit dem Um­fang des Aufsteckringes annähernd eine Fläche bildet.

    [0016] Hierzu ist es von Vorteil auf der dem freien Ende abge­wandten Seite des Aufsteckringes, einen Abdeckring anzu­bringen. Anstelle des Abdeckringes kann aber auch eine von vorneherein am Aufsteckring vorgesehene Erhebung mit dem äusseren Rand desselben eine Aussparung für das Fangband bilden.

    [0017] Es ist auch möglich, das Fangband so zu gestalten, dass bei dessen Herstellung die Fangelemente als integrierter Be­standteil des Fangbandes ausgebildet sind.

    [0018] Die Erfindung soll anhand einer Zeichnung beispielhaft näher beschrieben werden.

    [0019] Es zeigen:

    Fig. 1 eine perspektive Ansicht eines Garnträgers mit einem Aufsteckring

    Fig. 2 einen Aufriss des Aufsteckringes mit einem Fangband gemäss Fig. 1

    Fig. 3 einen Schnitt des Fangbandes gemäss A-A der Fig. 2

    Fig. 4 einen Stift der Oberfläche des Fangbandes und

    Fig. 5 eine Variante des Kopfes eines Fangband-Stiftes

    Fig. 6 eine schematische Darstellung einer Gruppe von Fangelementen

    Gemäss Fig. 1 ist auf einem Garnträger 1 aus Pappkarton oder Kunststoff ein Aufsteckring 2 in bekannter Weise frik­tionsbefestigt. Auf dem Umfang des Aufsteckringes 2 ist ein Fangband mit hakenförmigen Fangelementen 3 befestigt. Der Innenrand des Aufsteckringes 2 kann einen Abdeckring 4 tra­gen. Die Oberfläche der Fangelemente 3 ist mit Stiften 5 versehen, die eine Krallenwirkung auszuüben vermögen.

    Fig. 2 zeigt einen Aufriss des Aufsteckringes 2 im Bereich des Fangbandes von innen nach aussen betrachtet. Das Fang­band ist zwischen Peripherie 2' und dem Abdeckring 4 auf der Innenseite des Aufsteckringes 2 befestigt.

    Fig. 3 zeigt einen Schnitt durch die Fangelemente 3, die zwischen einer Sitzzone 6 und einer Trägerzone 7 des Fang­bandes und dem Abdeckring 4 angeordnet sind.

    Fig. 4 zeigt einen Stift 5 mit einem Kugelkopf, dessen Oberfläche eine pilzförmige Kuppe 8 bildet.

    In Fig. 5 ist der pilzförmige Kopf des Stiftes 5, zu einem Anker 9 ausgebildet.

    In Fig. 6 sind schematisch drei Fangelemente 3 gezeigt, welche zwischen den Stiften 5 Fadenreste 11 aufweisen.



    [0020] Im Betrieb für den Fadenaufspulvorgang rotiert der Garn­träger 1 und der an diesem befestigte Aufsteckring 2 mit hoher Geschwindigkeit. Ein Faden 11 der in Berührung mit dem Fangband gebracht wird, wird sofort sicher von den doppelhakenförmigen Köpfen der Stifte 5 erfasst, bildet die Totwicklung, dann die Fadenreserve und schliesslich die Bewicklung selbst.

    [0021] Das erfindungsgemässe Fangband ist zur Abwicklung aller bekannten textilen Fäden geeignet. Die Oberfläche des Fang­bandes kann, wenn erforderlich, an die Titer der Fäden anpasst werden.

    [0022] Die besonderen Vorteile liegen erfindungsgemäss in der wirtschaftlichen Herstellung des Aufsteckringes, dem zuver­lässigen Fadenfang, der weitgehend unabhängig von der Art und dem Titer des Fadens ist sowie die leichte Reinigung von Fadenresten und somit eine Wiederverwendung der Ringe.

    Bezeichnungen



    [0023] 

    1 Garnträger

    2 Aufsteckring

    2' Peripherie des Aufsteckringes 2

    3 Fangelement

    4 Abdeckring

    5 Stifte

    6 Sitzzone des Fangbandes

    7 Trägerzone

    8 Halbkugelkopf mit abgeflachter Innenseite

    9 Ankerkopf

    11 Faden




    Ansprüche

    1. Fangband mit hakenförmigen Fangelementen zum Auffangen und Festhalten eines Fadens auf einem schnellaufenden Garnträger, dadurch gekennzeichnet, dass das Fangband als Aufsteckring (2) ausgebildet ist und die Fangelemen­te (3) mit doppelhakenförmigen Köpfen versehen sind, welche sich annähernd berühren.
     
    2. Fangband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangelemente (3) auf einem Klebeband angeordnet sind.
     
    3. Fangband nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekenn­zeichnet, dass die Fangelemente (3) in einer Breite von 2 bis 20 mm vorgesehen sind.
     
    4. Fangband nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekenn­zeichnet, dass das Fangelement (3) als Stift (5) ausge­bildet ist, welcher an seinem Ende mit einem Kopf versehen ist.
     
    5. Fangband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf des Stiftes (5) als Halbkugel (8) ausgebildet ist.
     
    6. Fangband nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kopf des Stiftes (5) als Anker (9) ausgebildet ist.
     
    7. Fangband nach den Ansprüchen 4 bis 6, dadurch gekenn­zeichnet, dass die Oberfläche der Köpfe mit dem Umfang des Aufsteckringes annähernd eine Fläche bildet.
     
    8. Fangband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangelemente (3) beidseitig mit einem Abdeckring (4) versehen sind.
     
    9. Fangband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fangelemente (3) einen integrierten Bestandteil des Fangbandes darstellen.
     
    10. Fangband nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zone (7) besteht.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht