[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Naßbehandlung einer
strangförmigen Warenbahn, gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 bzw. des Anspruches
4.
[0002] Aus DE-A-27 39 050 ist es bekannt, eine Teppichbahn in breitgeführtem Zustand zu
behandeln, was bereits erhebliche konstruktive Unterschiede im Vergleich zu einer
Vorrichtung bedingt, in der strangförmige Warenbahnen behandelt werden sollen. Darüber
hinaus muß bei dieser bekannten Ausführung die breitgeführte Teppichbahn endlos zusammengenäht
werden, damit sie in der gewünschten Weise (endlos umlaufend) behandelt werden kann.
Das Besondere dieser bekannten Ausführung ist jedoch darin zu sehen, daß die Flottenförderpumpe
in ihrer Förderrichtung umkehrbar ausgeführt ist und daß die Druckseite der Flottenförderpumpe
während des Abziehens der Teppichbahn aus der Kufe mit der hinteren Kufenstirnwand
direkt verbunden ist. Umgekehrt verhält es sich, wenn die Teppichbahn gefärbt und
Färbeflotte zirkulierend durch das Flottenbad gefördert wird, indem Färbeflotte über
ein Rohr der Flottenförderleitung angesaugt und dann über zwei Abzweigrohre auf der
Druckseite der Pumpe zum einen Teil in das Flottenbad und zum anderen Teil in eine
Flottenauftragsvorrichtung oberhalb einer Transporthaspel gefördert wird. Eine solche
für breitgeführte Teppichbahnen und somit relativ schwere Warenbahnen bestimmte Ausführung
ist daher für die Behandlung relativ leichter, strangförmiger Warenbahnen vollkommen
ungeeignet; auch wenn in diesem Falle während des reinen Färbevorganges Färbeflotte
an zwei Stellen in die Kufe wieder eingeführt wird, dann ist nicht in jedem Falle
gewährleistet, daß auch eine gleichmäßige Durchströmung aller Bereiche des Flottenraumes
gewährleistet ist.
[0003] Eine im Prinzip ähnliche Färbekufe, wie zuvor im Hinblick auf die Färbebehandlung
geschildert worden ist, betrifft auch das DE-Gebrauchsmuster 80 01 334. Hier geht
es vor allem um das Aufbringen eines dünnen Färbeflüssigkeitsfilmes großer Breite
auf eine umlaufende Warenbahn, wobei diese Art von Färbevorrichtung ebenfalls in erster
Linie zum Färben von breitgeführten Teppichbahnen, also wiederum von relativ schweren
Warenbahnen konstruiert ist.
[0004] Eine Vorrichtung der im Oberbegriff des Anspruches 1 vorausgesetzten Art ist beispielsweise
durch die DE-A-34 22 397 bekannt. Die Zuführung der Flotte zur Warenbahn erfolgt dabei
unmittelbar bevor die Warenbahn in den Flottenraum eintritt (wobei sie im allgemeinen
in Form eines Stapels in die Flotte eingetafelt wird).
[0005] Handelt es sich um leichte Ware und wird viel Flotte zugeführt, so ergeben sich vielfach
Schwierigkeiten beim Eintafeln der Ware. Die Ware bildet im Flottenraum keinen einwandfreien
Stapel, sondern neigt unter der Wirkung der zugeführten Flotte zum Verschwimmen. Die
schlechte Einstapelung der Ware in den Flottenraum führt später zu Schwierigkeiten,
wenn die Ware nach dem Verweilen im Flottenraum wieder herausgezogen wird.
[0006] Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten geht man in der Praxis meist so vor, daß bei
leichter Ware die dem Flottenraum zugeführte Flottenmenge gedrosselt wird. Dies bringt
dann allerdings den Nachteil mit sich, daß die Flotte nicht ausreichend umgewälzt
wird und zumindest in Teilbereichen des Flottenraumes kein genügender Flottenaustausch
erfolgt.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung-der im Oberbegriff
des Anspruches 1 vorausgesetzten Art so auszubilden, daß auch bei gedrosselter Zuführung
von Flotte in dem Bereich, in dem die Warenbahn in den Flottenraum eintritt, eine
annähernd gleichmäßige Durchströmung aller Bereiche des Flottenraumes gewährleistet
ist.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruches
1 gelöst.
[0009] Erfindungsgemäß ist daher mit der Druckseite der Pumpe ein zweiter Anschluß verbunden,
durch den ein Teilstrom der Flotte in den Flottenraum eintritt. Dieser zweite Anschluß
zur Flottenzuführung ist derart gegenüber dem ersten Anschluß zur Flottenzuführung
und gegenüber dem Anschluß zur Flottenabführung räumlich versetzt, daß alle Bereiche
des Flottenraumes gleichmäßig von Flotte durchströmt werden.
[0010] Wird daher insbesondere bei leichter Ware der erste Flottenteilstrom (der der Warenbahn
vor ihrem Eintritt in den Flottenraum zugeführt wird) gedrosselt, um den Eintafelvorgang
und die Stapelbildung nicht zu beeinträchtigen, so gewährleistet der gewissermaßen
im By-pass geführte zweite Flottenteilstrom trotzdem eine ausreichende, annähernd
gleichmäßige Durchströmung des gesamten Flottenraumes, was für die Erzielung einer
guten und homogenen Behandlungsqualität wesentlich ist.
[0011] Zweckmäßige Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung veranschaulicht.
[0013] Die Zeichnung zeigt einen Querschnitt durch eine von mehreren Kammern 1 einer Vorrichtung
zur Naßbehandlung einer strangförmigen Warenbahn 2. Die Vorrichtung enthält insgesamt
eine Reihe derartiger nebeneinander (senkrecht zur Zeichenebene) angeordneter Kammern,
die von der Warenbahn 2 nacheinander durchsetzt werden, wobei die Flotte zweckmäßig
im Gegenstrom zur Warenbahn 2 durch die einzelnen Kammern geführt wird.
[0014] Jede Kammer 1 enthält in ihrem unteren Bereich einen Flottenraum 3, der eine Verweilzone
für die Warenbahn 2 bildet. Im oberen Bereich der Kammer 1 ist eine als Haspel 4 ausgebildete
Transporteinrichtung vorgesehen, die die Warenbahn 2 transportiert.
[0015] Im Anschluß an die Haspel 4 ist ein als Tafeleinrichtung ausgebildetes Einschwemmrohr
5 vorgesehen, das in Richtung des Pfeiles 6 hin- und herbeweglich ist und das die
Warenbahn 2 in Form eines Stapels in den Flottenraum 3 der nächsten Kammer 1 eintafelt.
[0016] Auf der der Eintafelseite gegenüberliegenden Seite des Flottenraumes 3 wird die Warenbahn
2 über Walzen 7, 8 aus dem Flottenraum 3 herausgezogen, wobei eine Quetschwalze 9
überschüssige Flotte zurückhält.
[0017] Eine Pumpe 10 ist über eine Leitung 11 mit einem ersten Anschluß 12 zur Flottenzuführung
verbunden. Dieser Anschluß 12 mündet in das Einschwemmrohr 5 ein und dient zur Zuführung
eines ersten Teilstromes der Flotte. Zur Einstellung des über den Anschluß 12 der
Warenbahn (im Bereich der Eintafelstelle) zugeführten Flottenteilstromes dient ein
in der Leitung 11 angeordnetes Drosselorgan 13.
[0018] Mit der Druckseite der Pumpe 10 steht ferner über eine Leitung 14 ein zweiter Anschluß
15 in Verbindung, durch den ein zweiter Teilstrom der Flotte in den Flottenraum 3
eintritt. Zur Einstellung dieses Teilstromes kann in der Leitung 14 ein Drosselorgan
16 vorgesehen werden.
[0019] Der Flottenraum 3 ist ferner auf der Seite der Warenbahnzuführung mit einem als Überlauf
ausgebildeten ersten Anschluß 17 zur Flottenabführung versehen. Ein zweiter Anschluß
18 zur Flottenabführung ist als Bodenablauf ausgebildet und im untersten Bereich des
Flottenraumes 3 angeordnet. Die mit den Anschlüssen 17 und 18 der benachbarten Kammer
verbundenen Leitungen 19, 20 führen zu einem Wärmetauscher 21, der mit der Saugseite
der Pumpe 10 in Verbindung steht.
[0020] Der zweite Anschluß 15 zur Flottenzuführung ist gegenüber dem ersten Anschluß 12
zur Flottenzuführung sowie gegenüber den Anschlüssen 17 und 18 zur Flottenabführung
räumlich derart versetzt, daß alle Bereiche des Flottenraumes 3 annähernd gleichmäßig
von Flotte durchströmt werden. Eine solche gleichmäßige Flottenumwälzung im ganzen
Flottenraum wird insbesondere auch dann erreicht, wenn - besonders bei einer leichten
Ware - der über den Anschluß 12 im Bereich der Eintafelstelle zugeführte erste Flottenteilstrom
stark gedrosselt wird, um den Eintafelvorgang und den Aufbau des Warenbahnstapels
im Flottenraum nicht zu beeinträchtigen.
[0021] Die Pumpe 10 läuft zweckmäßig stets mit voller Leistung. Der über den Anschluß 12
zugeführte erste Flottenteilstrom wird mittels des Drosselorganes 13 so weit gedrosselt,
wie dies im Hinblick auf die jeweils behandelte Warenart für einen einwandfreien Einstapelvorgang
zweckmäßig ist. Der über den Anschluß 15 - gewissermaßen im By-pass - zugeführte zweite
Flottenteilstrom gewährleistet dabei, daß auch die linke Hälfte des Flottenraum-Querschnitts
in die Flottenumwälzung zuverlässig einbezogen wird. Bei einem praktischen Ausführungsbeispiel
kann der über den Anschluß 15 im By-pass zugeführte zweite Flottenteilstrom durchaus
größer als der im Bereich des Anschlusses 12 zugeführte erste Flottenteilstrom sein;
das Verhältnis der beiden Flottenmengen kann beispielsweise 2 : 1 betragen.
[0022] Wie aus der Zeichnung hervorgeht, ist der zweite Anschluß 15 zur Flottenzuführung
auf der dem Anschluß 17 (überlauf) abgewandten Seite des Anschlusses 18 (Bodenablauf)
vorgesehen.
1. Vorrichtung zur Naßbehandlung einer strangförmigen Warenbahn (2), enthaltend
a) wenigstens eine Kammer (1), deren unterer Bereich einen Flottenraum (3) als Verweilzone
für die Warenbahn bildet.
b) eine im oberen Bereich der Kammer (1) angeordnete Transporteinrichtung (4) zur
Förderung der Warenbahn durch die Kammer,
c) ein im Bereich der Transporteinrichtung (4) angeordnetes, als Tafeleinrichtung
ausbildetes Einschwemmrohr (5), durch das die Warenbahn (2) in den Flottenraum (3)
eingestapelt wird,
d) einen ersten Anschluß (12), der zur Zuführung von Flotte zur Warenbahn vor deren
Eintritt in den Flottenraum (3) in das Einschwemmrohr (5) mündet,
e) wenigstens einen Anschluß (17, 18) zur Abführung von Flotte aus dem Flottenraum
(3),
f) eine zur Förderung der Flotte dienende Pumpe (10), deren Druckseite mit dem ersten
Anschluß (12) zur Flottenzuführung verbunden ist, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
g) Mit der Druckseite der Pumpe (10) ist ein zweiter Anschluß (15) verbunden, der
zum Einbringen eines Teilstromes der Flotte in den Flottenraum (3) derart gegenüber
dem ersten Anschluß (12) zur Flottenzuführung und gegenüber dem Anschluß (17, 18)
zur Flottenabführung räumlich versetzt angeordnet ist, daß alle Bereiche des Flottenraumes
(3) gleichmäßig von Flotte durchströmt werden.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der
a) die Transporteinrichtung zur Förderung der Warenbahn (2) durch eine Haspel (4)
gebildet wird,
b) der Flottenraum (3) auf der Seite der Warenbahnzuführung mit einem als Überlauf
ausgebildeten ersten Anschluß (17) zur Flottenabführung und im untersten Bereich mit
einem als Bodenablauf ausgebildeten zweiten Anschluß (18) zur Flottenabführung versehen
ist, gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
c) der zweite Anschluß (15) zur Flottenzuführung ist auf der dem überlauf (17) abgewandten
Seite des Bodenablaufes (18) vorgesehen.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der
a) zwischen der Pumpe (10) und dem ersten Anschluß (12) zur Flottenzuführung ein einstellbares
Drosselorgan (13) vorgesehen ist, gekennzeichnet durch folgendes Merkmal:
b) in der die Pumpe (10) mit dem zweiten Anschluß (15) zur Flottenzuführung verbindenden
Leitung (14) ist ein weiteres einstellbares Drosselorgan (16) angeordnet.
4. Verfahren zur Naßbehandlung einer strangförmigen Warenbahn (2), bei dem die Warenbahn
einen Flottenraum (3) durchsetzt, dem von der Druckseite einer Pumpe (10) über einen
ersten Anschluß (12) Flotte zugeführt wird und aus dem Flotte über wenigstens einen
Anschluß (17, 18) abgeführt wird,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) die Flotte wird in wenigstens zwei Teilströmen dem Flottenraum (3) zugeführt, wobei
ein Teilstrom über den ersten Anschluß (12) und ein weiterer Teilstrom über einen
zweiten Anschluß (15) in den Flottenraum (3) eintritt,
b) die beiden Flottenteilströme werden an räumlich derart gegeneinander versetzten
Stellen in den Flottenraum (3) eingeführt, daß alle Bereiche des Flottenraumes gleichmäßig
von Flotte durchströmt werden.