[0001] Die vorliegende Erfindung handelt von einem wässrigen Bad zum elektrolytischen Abscheiden
von Silber-Palladium-Legierungen mit den im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Merkmalen.
[0002] Ein Bad mit diesen Merkmalen, welches zum Abscheiden von Silber-Palladium-Legierungen
mit bis zu 5 Gewichtsprozent Palladium dient, ist bekannt aus der DE-OS 27 04 691.
Es enthält im konkreten Fall Silber als Silbernitrat, Palladium als Palladiumäthylendiaminsulfat
und Succinimid sowie Natronlauge, mit welcher ein pH-Wert von 8 eingestellt wird.
Für das Abscheiden von Silber-Palladiumlegierungen mit höherem Palladiumgehalt ist
die bekannte Badzusammensetzung ungeeignet.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein wässriges, cyanidfreies, im alkalischen
Bereich arbeitendes Bad zum Abscheiden von Silber-Palladium-Legierungen mit höherem
Palladiumanteil sowie mit einem möglichst großen Zusammensetzungsbereich anzugeben.
[0004] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Bad mit der im Patentanspruch 1 angegebenen Zusammensetzung.
[0005] Wegen seines Gehalts an Diphosphat und/ oder Polyphosphat reagiert dieses Bad bereits
schwach basisch. Zur Einstellung des gewünschten pH-Wertes kann ergänzend in an sich
bekannter Weise Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid zugesetzt werden. Brauchbare Abscheidebedingungen
erreicht man mit einem pH-Wert zwischen 7 und 12; optimal ist ein pH-Wert zwischen
8 und 10.Zum Stabilisieren des pH-Wertes kann man in an sich bekannter Weise eine
Puffersubstanz zugeben; geeignet sind Standardpuffer, beispielsweise Borate, Phosphate
und Dikarbonsäuren; z.B. läßt sich durch einen Borsäure-Natronlauge-Puffer der pH-Wert
auf Werte zwischen 8 und 10 stabilisieren.
[0006] Das erfindungsgemäße Bad enthält das Silber in Form einer Komplexverbindung mit Succinimid
oder dessen Derivaten (z.B. 2-Methylsuccinimid, 2-Äthylsuccinimid oder Maleimid) soweit
sie in schwach alkalischer, wässriger Lösung leicht lösbar sind.
[0007] Das erfindungsgemäße Bad kann zwischen 0,5 und 15g/l Silber enthalten und zwischen
1 und 25 g/l Palladium. Damit lassen sich Silber-Palladium-Legierungen abscheiden,
in denen das Gewichtsverhältnis von Silber zu Palladium zwischen 20/80 und 80/20 einstellbar
ist; die Einstellung erfolgt durch entsprechendes Einstellen der Silberkonzentration
und Palladiumkonzentration im Bad sowie durch Wahl der Badtemperatur.
[0008] Das Palladium ist in dem erfindungsgemäßen Bad in Form von Palladiumdiphosphat und/oder
Palladiumpolyphosphat enthalten. Diese Verbindungen können dem Bad unmittelbar zugegeben
werden; es ist auch möglich, dem Bad eine Palladiumnitritkomplexverbindung zuzusetzen
und diese mit Diphosphorsäure oder Polyphosphorsäure oder deren Salzen, beispielsweise
mit Kaliumdiphosphat, im Überschuß umzusetzen. Anstatt von einer Palladiumnitritkomplexverbindung
kann man aber auch von anderen Palladiumverbindungen, insbesondere vom Palladiumhydroxid
ausgehen und dieses mit Di- oder Polyphosphorsäure oder deren Salzen im Überschuß
umsetzen. Im Überschuß sollte zweckmässigerweise auch das Succinimid vorhanden sein.
Durch den Überschluß an komplexbildenden Substanzen soll ermöglicht werden, daß das
Palladium und das Silber, welche von Beginn an im Bad sind oder im Laufe der Zeit
in Form eines Ergänzungssalzes zugegeben werden, vollständig komplex gebunden werden
können.
[0009] Zweckmässigerweise enthält das erfindungsgemäße Bad einen Zusatz, welcher als Netzmittel
wirkt und die Ausbildung einer feinkörnigen und rißfreien Silber-Palladium-Legierung
begünstigt. Als besonders geeignete Feinkornzusatz- und Netzmittel für das erfindungsgemäße
Bad haben sich wasserlösliche, sulfonierte, aromatische Aldehyde erwiesen, von denen
Anisaldehydsulfonsäure und Benzaldehyddisulfonsäure besonders hervorzuheben sind.
Andere geeignete Vertreter aus der Gruppe der sulfonierten aromatischen Aldehyde
sind sulfoniertes Vanillin, sulfonierter Salicylaldehyd und sulfonierter Zimtaldehyd.
Die sulfonierten Aldehyde werden dem Bad zweckmäßigerweise in einer Menge von 0,1
bis 5 g/l, vorzugsweise 1 bis 3 g/l,zugegeben.
[0010] Mit Bädern von erfindungsgemäßer Zusammensetzung lassen sich duktile, rißfreie Überzüge
aus Silber-Palladium-Legierungen mit seidenglänzender Oberfläche abscheiden.
[0011] Nachfolgend werden noch drei Ausführungsbeispiele angegeben.
BEISPIEL 1
[0012] Das Bad enthält
10 g/l Palladium als Kaliumtetranitritopalladat (II),
2 g/l Silber als Silber-Succinimid-Komplex
30 g/l Succinimid
40 g/l Kaliumdiphosphat,
30 g/l Borsäure
1 g/l Salicylaldehydsulfonsäure.
[0013] Zum Abscheiden einer Legierung aus 70 Gew.-% Silber und 30 Gew.-% Palladium stellt
man in dem Bad durch Zugabe von Kaliumhydroxid einen pH-Wert von 9,5 ein und führt
die Abscheidung bei einer Temperatur von 25°C und einer Stromdichte von 0,5 A/dm²
durch. Als Anoden verwendet man am besten solche aus platiniertem Titan, welche sich
in dem Bad nicht auflösen.
[0014] Die abgeschiedene Silber-Palladium-Legierung ist duktil und rißfrei und hat eine
seidenglänzende Oberfläche.
BEISPIEL 2
[0015] Das Bad enthält:
7 g/l Palladium als Palladiumpolyphosphat, hergestellt aus Palladiumoxidhydrat und
Polyphosphat,
1 g/l Silber als Silber-Succinimid-Komplex,
25 g/l Succinimid,
20 g/l Natriumpolyphosphat,
30 g/l Borsäure
1 g/l Benzaldehyddisulfonsäure.
[0016] Zum Abscheiden einer Legierung aus 50 Gew.-% Silber und 50 Gew.-% Palladium wird
durch Zugeben von Kalumhydroxid ein pH-Wert von 9,5 eingestellt und die Abscheidung
bei einer Temperatur von 40°C und einer Stromdichte von 0,5 A/dm² durchgeführt. Als
Anodenwerkstoff wählt man am besten wiederum platiniertes Titan.
[0017] Die abgeschiedene Silber-Palladium-Legierung ist duktil und rißfrei und hat eine
seidenglänzende Oberfläche.
BEISPIEL 3
[0018] Das Bad enthält:
5 g/l Palladium als Palladiumpolyphosphat,
0,5 g/l Silber als Silber-Succinimid-Komplex,
20 g/l Succinimid,
60 g/l Natriumpolyphosphat,
15 g/l einer löslichen Dikarbonsäure, z.B. Malonsäure oder höhere Homologe,
0,5 g/l Benzaldehyddisulfonsäure.
[0019] Zum Abscheiden einer Legierung aus 50 Gew.-% Silber und 50 Gew.-% Palladium wird
durch Zugeben von Kalumhydroxid ein pH-Wert von 9,5 eingestellt und die Abscheidung
bei einer Temperatur von 40°C und einer Stromdichte von 0,5 A/dm² durchgeführt. Als
Anodenwerkstoff wählt man am besten wiederum platiniertes Titan.
[0020] Die abgeschiedene Silber-Palladium Legierung ist duktil und rißfrei und hat eine
seidenglänzende Oberfläche.
1. Wässriges, alkalisches, cyanid- und ammoniakfreies Bad zum elektrolytischen Abscheiden
von Silber-Palladium-Legierungen aus löslichen Silber- Succinimidkomplex- oder Silber
-Succinimidderivatkomplexverbindungen und aus löslichen Palladiumverbindungen,
dadurch gekennzeichnet, daß es das Palladium als Palladiumdiphosphat und/oder als
Palladiumpolyphosphat enthält.
2. Bad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es zwischen 0,5 und 15g/l Silber enthält.
3. Bad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es zwischen 1 und 25 g/l Palladium enthält.
4. Bad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es das Palladiumdiphosphat bzw. das Palladiumpolyphosphat
als Reaktionsprodukt aus einer Palladiumverbindung, z.B. Palladiumhydroxid oder Palladiumnitritverbindung,
und Di- bzw. Polyphosphorsäure oder deren Salzen enthält.
5. Bad nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß es die Di- bzw. Polyphosphorsäure bzw. deren Salze - verglichen
mit der Palladiumnitritverbindung - mindestens im stöchiometrischen Überschuß enthält.
6. Bad nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bad das Palladium als Reaktionsprodukt aus Kaliumtetranitritopalladat
(II) und Kaliumdiphosphat oder Kaliumpolyphosphat enthält.
7. Bad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es bis zu 200 g/l, vorzugsweise 5 bis 50 g/l Succinimid
im Überschuß enthält.
8. Bad nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß es als Feinkornzusatz- und Netzmittel (Tensid) einen wasserlöslichen,
sulfonierten, aromatischen Aldehyd enthält.
9. Bad nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß es als Aldehyd einen oder mehrere Vertreter aus der Gruppe
von sulfoniertem Vanillin, Anis-, Salicyl-, Zimt- und Benzaldehyd enthält, wobei
Anisaldehydsulfonsäure und Benzaldehyddisulfonsäure besonders bevorzugt sind.
10. Bad nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß das Bad den Aldehyd in einer Menge von 0,1 bis 5 g/l,
vorzugsweise 1 bis 3 g/l enthält.