[0001] Die Erfindung betrifft eine schalenförmige Faltschachtel mit einer vorzugsweise rechteckigen
Bodenfläche sowie an deren Begrenzungskanten angelenkten Seiten- und Stirnwänden und
zwischen diesen befindlichen Zwickelecken, die beim Aufrichten der Faltschachtel
paarweise und in sich gefaltet auf die Außenseite der Stirnwände aufgefaltet sind.
[0002] Bei einer aus dem DE-GM 81 20 990 bekannten schalenförmigen Faltschachtel dieser
Art müssen die Zwickelecken an den Stirnwänden festgeklebt werden, um ein Aufgehen
der Faltschachtel zu verhindern.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine derartige Faltschachtel so auszugestalten,
daß sie nach dem Aufrichten selbständig stabil ist und einer Klebung nicht unbedingt
bedarf.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die die Zwickelecken unterteilende
Faltlinie geringfügig gegenüber der Winkelhalbierenden versetzt angeordnet ist, wodurch
beim Auffalten der Zwickelecken auf die Außenseite der Stirnwand diese geringfügig
ins Innere der Faltschachtel gezogen wird, wobei ihre seitliche Begrenzungskante innerhalb
der Begrenzungslinie der benachbarten Seitenwand an deren Innenfläche anliegt, und
daß die Stirnwand auf deren Außenseite die Zwickelecken aufgefaltet werden, an ihrem
oberen Rand mit einer vorzugsweise über deren ganze Breite reichenden Klappe versehen
ist, welche auf die Außenseite gefaltet ist und die Zwickelecken zwischen sich und
der Stirnwand einklemmt.
[0005] Durch diese Ausgestaltung der schalenförmigen Faltschachtel bleibt diese nach dem
Aufrichten in ihrer vorgegebenen Stellung, ohne daß es einer zusätzlichen Festlegung
der Wände bzw. Wandabschnitte bedarf. Darüber hinaus ist aber auch das Aufrichten
der Faltschachtel sehr einfach und kann sowohl maschinell als auch manuell durchgeführt
werden.
[0006] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung liegt darin, daß die Zwickelecken an
ihrer freien Ecke eine annähernd rechtwinklige Aussparung aufweisen, wodurch die Begrenzungskante
der auf die Stirnwand aufgefalteten Zwickelecken etwa senkrecht verläuft.
[0007] Dadurch steht die Länge der oberen Begrenzungskante und der schräg verlaufenden unteren
Begrenzungskante in einem optimalen Verhältnis, bei dem gewährleistet ist, daß die
obere Begrenzungskante möglichst lang ist, um optimal von der darübergefalteten Klappe
gehalten zu werden und die untere schräge Begrenzungskante nur so lang ist, daß keine
gegenseitige Störung mit der benachbarten Zwickelecke stattfindet.
[0008] Sehr vorteilhaft ist es auch, wenn erfindungsgemäß die Stirnwände mit Faltlinien
versehen sind, entlang derer die Stirnwände mit ihrem Mittelabschnitt nach außen gedrückt
sind.
[0009] Durch die dabei herbeigeführte Verformung, die bleibend ist, wird eine weitere Sicherung
gegen ein unbeabsichtigtes Aufgehen der Faltung erzielt.
[0010] Dabei hat es sich als zweckmäßig ergeben, wenn erfindungsgemäß die Faltlinien der
Stirnwände von deren unterem Eckpunkt ausgehen und in einem Winkel nach oben verlaufen,
der dem Winkel der Faltlinien der Zwickelecken entspricht.
[0011] Diese Ausgestaltung erleichtert das nach außen gerichtete Verformen der Stirnwand
ganz erheblich und sichert es vor allem.
[0012] Verbessert kann dies noch dadurch werden, daß erfindungsgemäß in der an der Stirnwand
angelenkten Klappe Faltlinien vorgesehen sind, welche die Fortsetzung der Faltlinien
in der Stirnwand bilden, aber entgegengesetzt verlaufen.
[0013] Die Verformung der Faltschachtel kann noch dadurch unterstützt werden, daß erfindungsgemäß
in den Seitenwänden Faltlinien vorgesehen sind, welche von deren unteren Eckpunkten
ausgehen, schräg nach oben verlaufen und in geringem Abstand voneinander am oberen
Rand der Seitenwände enden.
[0014] Soll bei besonderen Anwendungsfällen für eine als notwendig erachtete zusätzliche
Sicherung eine zusätzliche Klebung vorgesehen werden, dann ist es besonders günstig,
wenn erfindungsgemäß an der Außenseite der Zwickelecken eine wenigstens annähernd
kreisförmige Ritzlinie vorgesehen ist, welche bis etwa zur halben Materialstärke in
die Zwickelecke eindringt und im Überdeckungsbereich der an die Stirnwand angelenkten
Klappe liegt, und daß auf dem innerhalb dieser Ritzlinie liegenden Abschnitt ein Klebemittel
angebracht ist, welches die Klappe mit der Zwickelecke verbindet.
[0015] Zum Ablösen wird das Material entlang der Ritzlinie aus der Zwickelecke entsprechend
der Tiefe der Ritzlinie herausgelöst, was einerseits ein leichtes Auftrennen ermöglicht,
andererseits aber doch einen sicheren Halt gewährleistet.
[0016] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Dabei zeigen:
Fig. 1 einen flachliegenden Zuschnitt und
Fig. 2 eine fertig aufgerichtete Faltschachtel.
[0017] Mit 1 ist in Fig. 1 ein flachliegender Zuschnitt bezeichnet, der einen Boden 2 aufweist,
an dem einander gegenüberliegend zwei Seitenwände 3 und 4 über Faltlinien 5 und 6
angelenkt sind. An den beiden anderen Begrenzungskanten des Bodens 2 sind über weitere
Faltlinien 7 und 8 Stirnwände 9 und 10 angeformt.
Zwischen den Seitenwänden 3 bzw. 4 und den Stirnwänden 9 bzw. 10 sind Zwickelecken
11,12,13 und 14 vorgesehen, die sowohl an der benachbarten Seitenwand als auch an
der Stirnwand über Faltlinien 15 bis 22 angelenkt sind. Die zwischen den Zwickelecken
und den Stirnwänden vorgesehenen Faltlinien 15 und 18 bzw. 19 und 22 verlaufen in
Verlängerung der Faltlinien 5 bzw. 6 zwischen dem Boden 2 und den beiden Seitenwänden
3 und 4. Die Faltlinien 16 und 21 bzw. 17 und 20 stellen dagegen Verlängerungen der
Faltlinien 7 und 8 zwischen dem Boden 2 und den beiden Seitenwänden dar. Die Zwickelecken
11 bis 14 sind jeweils durch eine Faltlinie 23 unterteilt, die mit der Faltlinie 16,17,20,21
gegen die benachbarte Seitenwand hin einen geringfügig kleineren Winkel α einschließt
als mit der Faltlinie 15,18,19,22 gegen die benachbarte Stirnwand hin. Der Winkel
α beträgt dabei etwa 43 Grad, während der andere Winkel etwa 47 Grad beträgt.
[0018] An den beiden Stirnwänden 9 und 10 sind über weitere Faltlinien 27 und 28 Klappen
29,30 angeformt, die über die ganze Breite der Stirnwände reichen.
[0019] In beiden Stirnwänden 9 und 10 sind Faltlinien 31,32 bzw. 33,34 vorgesehen, deren
Winkel β mit der Faltlinie 7 bzw. 8 etwa dem Winkel α entspricht. Diese Faltlinien
reichen bis zur äußeren Faltlinie 27 bzw. 28 und sind dann in den Klappen 29 bzw.
30 in Rillinien 35,36 fortgesetzt, die entgegengesetzt verlaufen und mit der Faltlinie
27 bzw. 28 ebenfalls den Winkel β einschließen. An der einen Klappe 30 ist ein bogenförmiger
Ansatz 37 angeformt, der als Öffnungshilfe dient. Zur Materialersparnis kann in der
gegenüberliegenden Klappe 29 eine entsprechende Aussparung 38 vorgesehen sein.
[0020] An dem beim Auffalten außen liegenden Abschnitt der Zwickelecken ist durch eine
kreisförmige Ritzlinie 39 ein Abschnitt 40 abgeteilt, in dem eine Verklebung mit der
Klappe 29 bzw. 30 vorgenommen werden kann. Durch die Verspannung der Faltschachtel
ist eine derartige Verklebung zwar nicht notwendig; sie kann jedoch zur Sicherheitserhöhung
vorgesehen werden.
[0021] In den Seitenwänden 3,4 können Faltlinien 41,42 vorgesehen sein, welche von deren
unteren Eckpunkten ausgehen, schräg nach oben verlaufen und in einem Abstand voneinander
am oberen Rand der Seitenwände enden.
[0022] In Fig. 2 ist eine fertig aufgerichtete Faltschachtel dargestellt, deren Wände so
gegeneinander verspannt sind, daß ein unbeabsichtigtes Zurückfalten unter normalen
Umständen nicht eintreten kann.
1. Schalenförmige Faltschachtel mit einer vorzugsweise rechteckigen Bodenfläche sowie
an deren Begrenzungskanten angelenkten Seiten- und Stirnwänden und zwischen diesen
befindlichen Zwickelecken, die beim Aufrichten der Faltschachtel paarweise und in
sich gefaltet auf die Außenseite der Stirnwände aufgefaltet sind, dadurch gekennzeichnet, daß die die Zwickelecken (11,12,13,14) unterteilende Faltlinie (23,24,25,26) geringfügig
gegenüber der Winkelhalbierenden versetzt angeordnet ist, wodurch beim Auffalten der
Zwickelecken auf die Außenseite der Stirnwand (9,10) diese geringfügig ins Innere
der Faltschachtel gezogen wird, wobei ihre seitliche Begrenzungskante innerhalb der
Begrenzungslinie der benachbarten Seitenwand (3,4) an deren Innenfläche anliegt,
und daß die Stirnwand (9,10), auf deren Außenseite die Zwickelecken (11,12,13,14)
aufgefaltet werden, an ihrem oberen Rand mit einer vorzugsweise über deren ganze Breite
reichenden Klappe (29,30) versehen ist, welche auf die Außenseite gefaltet ist und
die Zwickelecken zwischen sich und der Stirnwand einklemmt.
2. Faltschachtel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwickelecken (11,12,13,14) an ihrer freien Ecke eine annähernd rechtwinklige
Aussparung (43) aufweisen, wodurch die Begrenzungskante der auf die Stirnwand (9,10)
aufgefalteten Zwickelecken etwa senkrecht verläuft.
3. Faltschachtel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Stirnwände (9,10) mit Faltlinien (31,32; 33,34) versehen sind, entlang derer
die Stirnwände mit ihrem Mittelabschnitt nach außen gedrückt sind.
4. Faltschachtel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Faltlinien (31,32; 33,34) der Stirnwände (9,10) von deren unterem Eckpunkt
ausgehen und in einem Winkel (β) nach oben verlaufen, der dem Winkel (α) der Faltlinien
(23,24,25,26) der Zwickelecken (11,12,13,14) entspricht.
5. Faltschachtel nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in der an der Stirnwand (9,19) angelenkten Klappe (29,30) Faltlinien (35,36)
vorgesehen sind, welche die Fortsetzung der Faltlinien (31,32; 33,34) in der Stirnwand
bilden, aber entgegengesetzt verlaufen.
6. Faltschachtel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in den Seitenwänden (3,4) Faltlinien (41,42) vorgesehen sind, welche von deren
unteren Eckpunkten ausgehen, schräg nach oben verlaufen und in einem Abstand voneinander
am oberen Rand der Seitenwände enden.
7. Faltschachtel nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenseite der Zwickelecken eine wenigstens annähernd kreisförmige Ritzlinie
(39) vorgesehen ist, welche bis etwa zur halben Materialstärke in die Zwickelecke
eindringt und im Überdeckungsbereich der an die Stirnwand (9,10) angelenkten Klappe
(29,30) liegt, und daß auf dem innerhalb dieser Ritzlinie liegenden Abschnitt (40)
ein Klebemittel angebracht ist, welches die Klappe mit der Zwickelecke verbindet.