[0001] Optische Aufheller werden oft als Mischungen von zwei oder mehreren verschiedenen
Typen verwendet, weil solche Mischungen einen synergistischen Effekt zeigen, indem
der Weissgrad der Mischung höher ist als der Weissgrad dergleichen Menge der jeweiligen
Einzelkomponenten.
[0002] 4,4ʹ-Bis-(vinyl)-stilbenverbindungen sind bereits aus der DE-A 26 02 750 also optische
Aufheller bekannt.
[0003] Es wurde nun gefunden, dass man eine deutliche Erhöhung des Weissgrades erhält,
wenn man die 4,4ʹ-Bis-(vinyl)-stilbenverbindungen mit einem anderen bekannten Aufheller
der unten angegebenen Struktur mischt.
[0004] Gegenstand der Erfindung sind daher Mischungen von optischen Aufhellern aus 1 bis
99 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 1

worin R₁ und R₂ gleich oder verschieden sind und -CN, -COOCH₃ oder -COOC₂H₅ bedeuten,
und 99 bis 1 Gewichtsteilen einer oder mehrerer Verbindungen der Formeln 2 bis 10

Vorzugsweise bestehen die Mischungen aus 25 bis 75 Gewichtsteilen einer Verbindung
der Formel 1 und 75 bis 25 Gewichtsteilen einer oder mehrerer der Verbindungen der
Formeln 2 bis 9, insbesondere der Verbindungen der Formeln 3, 4 und 8, wobei das bevorzugte
Mischungsverhältnis zur Verbindung der Formel 8 20 bis 50 zu 80 bis 50 beträgt, während
das bevorzugte Mischungsverhältnis einer Verbindung der Formel 1 mit einer Verbindung
der Formel 10 bei 5 bis 15 zu 95 bis 85, insbesondere bei etwa 10 zu 90 Gewichtsteilen
liegt. R₁ und R₂ sind vorzugsweise gleich und bedeuten vor allem -CN oder auch -COOC₂H₅.
Bevorzugte Verbindungen der Formel 10 sind:
1,4-Bis-(2-cyanstyryl)-benzol
1-(2-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol
1-(2-Cyanstyryl)-4-(3-cyanstyryl)-benzol und
1-(3-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol.
[0005] Die Verbindungen der Formeln 2 bis 10 können ausser einzeln auch in beliebiger Mischung
untereinander zusammen mit einer Verbindung der Formel 1 als optische Aufheller verwendet
werden, wobei das Mischungsverhältnis der Verbindungen der Formeln 2 bis 10 zueinander
unkritisch ist und je nach Erfahrung variiert werden kann.
[0006] Die erfindungsgemässen Mischungen erhält man entweder durch gemeinsames Dispergieren
von Verbindungen der Formel 1 mit einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis
10 im angegebenen Mischungsverhältnis oder aber durch getrenntes Dispergieren der
Komponenten und mechanisches Mischen. Das optimale Mischungsverhältnis hängt jeweils
von der Art der Verbindungen ab und lässt sich leicht durch einfache Tests ermitteln.
[0007] Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung sind die Verwendung von Mischungen
aus einer Verbindung der Formel 1 mit einer oder mehreren Verbindungen der Formeln
2 bis 10 zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Polyesterfasern enthaltendem
Textilmaterial sowie Mittel zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Polyesterfasern
enthaltenden Textilmaterialen, enthaltend Mischungen einer Verbindung der Formel 1
mit einer oder mehreren der Verbindungen der Formeln 2 bis 10.
[0008] Die erfindungsgemässen Mischungen eignen sich besonders zum optischen Aufhellen von
Textilmaterialien aus linearen oder modifizierten Polyestern. Sie können nach bekannten
Methoden auf das Textilgut appliziert werden, beispielsweise nach dem Ausziehverfahren
bei 90 bis 140°C oder nach dem Foulardthermverfahren bei 160 bis 220°C.
[0009] Die erfindungsgemässen Mischungen zeichnen sich durch sehr gutes färberisches Verhalten
aus. Ausser durch einen höheren Weissgrad gegenüber den entsprechenden Anteilen der
jeweiligen Einzelkomponenten weisen die Mischungen eine verbesserte Brillanz der
Aufhellungen auf.
Beispiel 1
[0010] Ein Polyestergewebe (Terylene Typ 540) wird bei 40°C auf einem Färbeapparat bei einem
Flottenverhältnis von 1 zu 20 mit einem wässrigen Bad, enthaltend 0.1 Gew.-% eines
optischen Aufhellers aus einer Mischung von 25 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel

und 75 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel

sowie 1 g/l eines Fettalkoholpolyglykoläthers (Irgasol P), behandelt. Innerhalb
von 30 Minuten steigert man die Temperatur auf 120°C und belässt sie während weiterer
30 Minuten auf dieser Höhe. Dann kühlt man innerhalb von 15 Minuten wieder auf 40°C
ab. Zur Nachbe handlung wird das Textilgut während 30 Sekunden in fliessendem deionisiertem
Wasser gespült und bei 80°C getrocknet. Das derart behandelte Polyestergewebe weist
einen hohen Aufhelleffekt auf.
Beispiel 2
[0011] Verwendet man nach der gleichen Vorschrift wie in Beispiel 1 anstelle des Aufhellers
aus der Mischung der Verbindungen der Formeln (1) und (4) jeweils solche aus den Mischungen
a) von 25 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 75 Gewichtsteilen der
Formel (2)
b) von 30 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 70 Gewichtsteilen der
Formel (3)
c) von 70 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 30 Gewichtsteilen der
Formel (6)
d) von 35 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 65 Gewichtsteilen der
Verbindung der Formel (8)
e) von 10 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 90 Gewichtsteilen der
Formel (10)
so erhält man ähnlich gute Aufhelleffekte.
Beispiel 3
[0012] Man foulardiert bei Raumtemperatur ein Polyestergewebe (Terylene Typ 540) mit einer
wässrigen Flotte enthaltend 1 g/l der Aufhellermischung aus 50 Gewichtsteilen der
Verbindung der Formel 1 und 50 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 4 (berechnet
auf Aktivsubstanz) in dispergierter Form und 1 ml/l Invadin JFC 200 %. Der Abquetscheffekt
beträgt 65 %.
[0013] Anschliessend wird während 30 Minuten bei einer Temperatur von 80°C getrocknet und
daraufhin bei 200°C thermofixiert. Das so behandelte Polyestergewebe weist einen hohen
Aufhelleffekt auf.
Beispiel 4:
[0014] Verwendet man nach der gleichen Vorschrift wie in Beispiel 3 eine Aufhellermischung
aus 75 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 1 und 25 Gewichtsteilen der Verbindung
der Formel 4 so erhält man ähnlich gute Aufhelleffekte.
Beispiel 5
[0015] Verwendet man nach der gleichen Vorschrift wie in Beispiel 3 eine Aufhellermischung
aus 75 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 1 und 25 Gewichtsteilen der Verbindung
der Formel 3 so erhält man ähnlich gute Aufhelleffekte.
1. Mischungen von optischen Aufhellern, bestehend aus 1 bis 99 Gewichtsteilen einer
Verbindung der Formel 1

worin R₁ und R₂ gleich oder verschieden sind und -CN, -COOCH₃ oder -COOC₂H₅ bedeuten,
und 99 bis 1 Gewichtsteilen einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 10
2. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus 25 bis 75 Gewichtsteilen
einer Verbindung der Formel 1 und 75 bis 25 Gewichtsteilen einer oder mehreren Verbindungen
der Formeln 2 bis 9 bestehen.
3. Mischungen gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Verbindung
der Formel 1 und der Verbindung der Formel 3 bestehen.
4. Mischungen gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Verbindung
der Formel 1 und der Verbindung der Formel 4 bestehen.
5. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus 20 bis 50 Gewichtsteilen
einer Verbindung der Formel 1 und 80 bis 50 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel
8 bestehen.
6. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus 5 bis 15 Gewichtsteilen
einer Verbindung der Formel 1 und 95 bis 85 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel
10 bestehen.
7. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindung der
Formel 1 R₁ und R₂ gleich sind.
8. Mischungen gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass R₁ und R₂ -CN bedeuten.
9. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel
10 1,4-Bis-(2-cyanstyryl)-benzol ist.
10. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der
Formel 10 1-(2-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol ist.
11. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der
Formel 10 1-(2-Cyanstyryl)-4-(3-cyanstyryl)-benzol ist.
12. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der
Formel 10 1-(3-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol ist.
13. Verwendung von Mischungen aus einer Verbindung der Formel 1 mit einer oder mehreren
Verbindungen der Formeln 2 bis 10 gemäss Anspruch 1 zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern
und Polyesterfasern enthaltendem Textilmaterial.
14. Mittel zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Polyesterfasern enthaltendem
Textilmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass es eine der Mischungen gemäss Anspruch
1 aus einer Verbindung der Formel 1 und einer oder mehreren der Verbindungen der Formeln
2 bis 10 enthält.