(19)
(11) EP 0 240 461 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.10.1987  Patentblatt  1987/41

(21) Anmeldenummer: 87810176.5

(22) Anmeldetag:  27.03.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D06L 3/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 02.04.1986 CH 1284/86

(71) Anmelder: CIBA-GEIGY AG
4002 Basel (CH)

(72) Erfinder:
  • Hefti, Heinz, Dr.
    CH-4153 Reinach (CH)
  • Artz, Klaus, Dr.
    CH-4132 Muttenz (CH)
  • Weber, Kurt, Dr.
    CH-4052 Basel (CH)
  • Burdeska, Kurt, Dr.
    CH-4058 Basel (CH)
  • Reinehr, Dieter, Dr.
    D-7842 Kandern (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Mischungen von optischen Aufhellern


    (57) Mischungen von optischen Aufhellern, bestehend aus 1 bis 99 Ge­wichtsteilen einer Verbindung der Formel 1

    worin R₁ und R₂ gleich oder verschieden sind und -CN, -COOCH₃ oder -COOC₂H₅ bedeuten, und 99 bis 1 Gewichtsteilen einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 10



    Verwendung der vorstehend genannten Mischungen zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Polyesterfasern enthaltendem Textilmaterial und Mittel zum optischen Aufhellen von Polyester­fasern und Polyesterfasern enthaltendem Textilmaterial, welches mindestens eine der vorstehend genannten Mischungen enthält.


    Beschreibung


    [0001] Optische Aufheller werden oft als Mischungen von zwei oder mehreren verschiedenen Typen verwendet, weil solche Mischungen einen syner­gistischen Effekt zeigen, indem der Weissgrad der Mischung höher ist als der Weissgrad dergleichen Menge der jeweiligen Einzelkomponen­ten.

    [0002] 4,4ʹ-Bis-(vinyl)-stilbenverbindungen sind bereits aus der DE-A 26 02 750 also optische Aufheller bekannt.

    [0003] Es wurde nun gefunden, dass man eine deutliche Erhöhung des Weiss­grades erhält, wenn man die 4,4ʹ-Bis-(vinyl)-stilbenverbindungen mit einem anderen bekannten Aufheller der unten angegebenen Struktur mischt.

    [0004] Gegenstand der Erfindung sind daher Mischungen von optischen Aufhellern aus 1 bis 99 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 1

    worin R₁ und R₂ gleich oder verschieden sind und -CN, -COOCH₃ oder -COOC₂H₅ bedeuten, und 99 bis 1 Gewichtsteilen einer oder mehrerer Verbindungen der Formeln 2 bis 10

    Vorzugsweise bestehen die Mischungen aus 25 bis 75 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 1 und 75 bis 25 Gewichtsteilen einer oder mehrerer der Verbindungen der Formeln 2 bis 9, insbesondere der Verbindungen der Formeln 3, 4 und 8, wobei das bevorzugte Mischungs­verhältnis zur Verbindung der Formel 8 20 bis 50 zu 80 bis 50 beträgt, während das bevorzugte Mischungsverhältnis einer Verbindung der Formel 1 mit einer Verbindung der Formel 10 bei 5 bis 15 zu 95 bis 85, insbesondere bei etwa 10 zu 90 Gewichtsteilen liegt. R₁ und R₂ sind vorzugsweise gleich und bedeuten vor allem -CN oder auch -COOC₂H₅. Bevorzugte Verbindungen der Formel 10 sind:
    1,4-Bis-(2-cyanstyryl)-benzol
    1-(2-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol
    1-(2-Cyanstyryl)-4-(3-cyanstyryl)-benzol und
    1-(3-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol.

    [0005] Die Verbindungen der Formeln 2 bis 10 können ausser einzeln auch in beliebiger Mischung untereinander zusammen mit einer Verbindung der Formel 1 als optische Aufheller verwendet werden, wobei das Mischungsverhältnis der Verbindungen der Formeln 2 bis 10 zueinander unkritisch ist und je nach Erfahrung variiert werden kann.

    [0006] Die erfindungsgemässen Mischungen erhält man entweder durch gemein­sames Dispergieren von Verbindungen der Formel 1 mit einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 10 im angegebenen Mischungs­verhältnis oder aber durch getrenntes Dispergieren der Komponenten und mechanisches Mischen. Das optimale Mischungsverhältnis hängt jeweils von der Art der Verbindungen ab und lässt sich leicht durch einfache Tests ermitteln.

    [0007] Weitere Gegenstände der vorliegenden Erfindung sind die Verwendung von Mischungen aus einer Verbindung der Formel 1 mit einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 10 zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Polyesterfasern enthaltendem Textilmaterial sowie Mittel zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Polyesterfasern enthaltenden Textilmaterialen, enthaltend Mischungen einer Verbindung der Formel 1 mit einer oder mehreren der Verbindun­gen der Formeln 2 bis 10.

    [0008] Die erfindungsgemässen Mischungen eignen sich besonders zum optischen Aufhellen von Textilmaterialien aus linearen oder modifi­zierten Polyestern. Sie können nach bekannten Methoden auf das Textilgut appliziert werden, beispielsweise nach dem Ausziehver­fahren bei 90 bis 140°C oder nach dem Foulardthermverfahren bei 160 bis 220°C.

    [0009] Die erfindungsgemässen Mischungen zeichnen sich durch sehr gutes färberisches Verhalten aus. Ausser durch einen höheren Weissgrad gegenüber den entsprechenden Anteilen der jeweiligen Einzelkomponen­ten weisen die Mischungen eine verbesserte Brillanz der Aufhellungen auf.

    Beispiel 1



    [0010] Ein Polyestergewebe (Terylene Typ 540) wird bei 40°C auf einem Färbeapparat bei einem Flottenverhältnis von 1 zu 20 mit einem wässrigen Bad, enthaltend 0.1 Gew.-% eines optischen Aufhellers aus einer Mischung von 25 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel

    und 75 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel

    sowie 1 g/l eines Fettalkoholpolyglykoläthers (Irgasol P), behan­delt. Innerhalb von 30 Minuten steigert man die Temperatur auf 120°C und belässt sie während weiterer 30 Minuten auf dieser Höhe. Dann kühlt man innerhalb von 15 Minuten wieder auf 40°C ab. Zur Nachbe­ handlung wird das Textilgut während 30 Sekunden in fliessendem deionisiertem Wasser gespült und bei 80°C getrocknet. Das derart behandelte Polyestergewebe weist einen hohen Aufhelleffekt auf.

    Beispiel 2



    [0011] Verwendet man nach der gleichen Vorschrift wie in Beispiel 1 anstelle des Aufhellers aus der Mischung der Verbindungen der Formeln (1) und (4) jeweils solche aus den Mischungen
    a) von 25 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 75 Ge­wichtsteilen der Formel (2)
    b) von 30 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 70 Ge­wichtsteilen der Formel (3)
    c) von 70 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 30 Ge­wichtsteilen der Formel (6)
    d) von 35 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 65 Ge­wichtsteilen der Verbindung der Formel (8)
    e) von 10 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel (1) und 90 Ge­wichtsteilen der Formel (10)
    so erhält man ähnlich gute Aufhelleffekte.

    Beispiel 3



    [0012] Man foulardiert bei Raumtemperatur ein Polyestergewebe (Terylene Typ 540) mit einer wässrigen Flotte enthaltend 1 g/l der Aufheller­mischung aus 50 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 1 und 50 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 4 (berechnet auf Aktivsubstanz) in dispergierter Form und 1 ml/l Invadin JFC 200 %. Der Abquetscheffekt beträgt 65 %.

    [0013] Anschliessend wird während 30 Minuten bei einer Temperatur von 80°C getrocknet und daraufhin bei 200°C thermofixiert. Das so behandelte Polyestergewebe weist einen hohen Aufhelleffekt auf.

    Beispiel 4:



    [0014] Verwendet man nach der gleichen Vorschrift wie in Beispiel 3 eine Aufhellermischung aus 75 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 1 und 25 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 4 so erhält man ähnlich gute Aufhelleffekte.

    Beispiel 5



    [0015] Verwendet man nach der gleichen Vorschrift wie in Beispiel 3 eine Aufhellermischung aus 75 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 1 und 25 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 3 so erhält man ähnlich gute Aufhelleffekte.


    Ansprüche

    1. Mischungen von optischen Aufhellern, bestehend aus 1 bis 99 Ge­wichtsteilen einer Verbindung der Formel 1

    worin R₁ und R₂ gleich oder verschieden sind und -CN, -COOCH₃ oder -COOC₂H₅ bedeuten, und 99 bis 1 Gewichtsteilen einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 10


     
    2. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus 25 bis 75 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 1 und 75 bis 25 Gewichtsteilen einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 9 bestehen.
     
    3. Mischungen gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Verbindung der Formel 1 und der Verbindung der Formel 3 bestehen.
     
    4. Mischungen gemäss Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus einer Verbindung der Formel 1 und der Verbindung der Formel 4 bestehen.
     
    5. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus 20 bis 50 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 1 und 80 bis 50 Gewichtsteilen der Verbindung der Formel 8 bestehen.
     
    6. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus 5 bis 15 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 1 und 95 bis 85 Gewichtsteilen einer Verbindung der Formel 10 bestehen.
     
    7. Mischungen gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Verbindung der Formel 1 R₁ und R₂ gleich sind.
     
    8. Mischungen gemäss Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass R₁ und R₂ -CN bedeuten.
     
    9. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel 10 1,4-Bis-(2-cyanstyryl)-benzol ist.
     
    10. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel 10 1-(2-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol ist.
     
    11. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel 10 1-(2-Cyanstyryl)-4-(3-cyanstyryl)-benzol ist.
     
    12. Mischungen gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Verbindung der Formel 10 1-(3-Cyanstyryl)-4-(4-cyanstyryl)-benzol ist.
     
    13. Verwendung von Mischungen aus einer Verbindung der Formel 1 mit einer oder mehreren Verbindungen der Formeln 2 bis 10 gemäss Anspruch 1 zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Poly­esterfasern enthaltendem Textilmaterial.
     
    14. Mittel zum optischen Aufhellen von Polyesterfasern und Poly­esterfasern enthaltendem Textilmaterial, dadurch gekennzeichnet, dass es eine der Mischungen gemäss Anspruch 1 aus einer Verbindung der Formel 1 und einer oder mehreren der Verbindungen der Formeln 2 bis 10 enthält.
     





    Recherchenbericht