(19)
(11) EP 0 131 638 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
25.11.1987  Patentblatt  1987/48

(21) Anmeldenummer: 83106759.0

(22) Anmeldetag:  09.07.1983
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B27N 5/00, B27N 5/02

(54)

Vorrichtung zur Herstellung von gepressten Profilkörpern

Apparatus for manufacturing pressed shaped articles

Dispositif pour fabriquer des objets de forme pressés


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
23.01.1985  Patentblatt  1985/04

(71) Anmelder: Werzalit - Werke J.F. Werz KG
D-7141 Oberstenfeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfinder haben auf ihre Nennung verzichtet

(74) Vertreter: Bögl, Wolfgang, Dipl.-Ing. 
Hölderlinstrasse 16
74395 Mundelsheim
74395 Mundelsheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern aus einem nicht steigfähigen Gemisch, bestehend aus einem heb- und senkbaren sowie ggf. beheizbaren Preßwerkzeugoberteil und einem unter das Preßwerkzeugoberteil verfahrbar angeordneten Preßwerkzeugunterteil, welches wenigstens einen, das zu pressende Gemisch aufnehmenden Hohlraum und einen diesen umgebenden, mit einer umsteuerbaren Heb- und Senkvorrichtung versehenen Rahmen besitzt.

    [0002] Eine solche Vorrichtung ist bekannt (DE-C3-23 09 975). Bei der bekannten Vorrichtung handelt es sich um eine Presse zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern aus einem nicht steigfähigen Gemisch, bei der einem Heißpreßwerkzeugoberteil ein Heißpreßwerkzeugunterteil und ein Vorpreßwerkzeugunterteil zugeordnet sind. Heißpreßwerkzeugunterteil und Vorpreßwerkzeugunterteil sind derart horizontal verfahrbar angeordnet, daß sie abwechselnd mit dem Heißpreßwerkzeugoberteil zusammenwirken. Pressen zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern aus einem nicht steigfähigen Gemisch sind in der Regel derart ausgebildet, daß das Preßwerkzeugoberteil und das Preßwerkzeugunterteil der Gestalt des zu pressenden Profilkörpers entsprechend profiliert sind.

    [0003] Eine solche Presse besitzt aber die Eigenschaft, daß mit ihr zur gleichen Zeit nur der gleiche Profilkörper hergestellt werden kann. Wenn mit der gleichen Presse ein anderer Profilkörper hergestellt werden soll, dann muß die Presse auf andere Preßwerkzeuge umgerüstet werden. Mitunter aber ist die Fertigungskapazität der Presse für die Herstellung eines Profilkörpers zu groß und es wäre erwünscht, mit der gleichen Presse zwei verschiedene Profilkörper pressen zu können, ohne die Preßwerkzeuge wechseln zu müssen.

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern aus einem nicht steigfähigen Gemisch zu schaffen, mit der verschiedene Profilkörper zur gleichen Zeit gepreßt werden können.

    [0005] Diese Aufgabe ist erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Preßwerkzeugoberteil als ebene Platte ausgebildet ist und diesem zwei Preßwerkzeugunterteile zugeordnet sind, deren Rahmen an der dem Preßwerkzeugoberteil zugewandten Seite ein zur Seite bewegbares Rahmenteil besitzt.

    [0006] Mit einer derart ausgebildeten Presse können gleichzeitig zwei verschiedene Profilkörper aus einem nicht steigfähigen Gemisch von mit einem wärmehärtenden Bindemittel vermischten Faserstoffen herstellt werden. Bei den Profilkörpern kann es sich beispielsweise um Außen- und Innenverkleidungsprofile für Hochbauten, Balkonverkleidungen oder Tischplatten hande. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann sowohl zum Kalt- als auch zum Heißpressen ausgestaltet sein..

    [0007] Bei dem nicht steigfähigen Gemisch handelt es sich meist um lignozellulosehaltige Faserstoffe, wie zerkleinerte und getrocknete Holzspäne, Bagassefasern u. ä., die mit einem wärmehärtenden Kunstharz, wie einem Melamin-Harnstoffformaldehyd- oder Phenolformaldehydharz vermischt sind. Anstelle der zerkleinerten und getrockneten Holz- oder Bagassefasern können aber auch Fasern anderer Werkstoffe, wie Glasfasern, Steinwolle oder Asbestfasern, allein oder mehrere derselben miteinander gemischt, verwendet werden, denen entsprechende, vorzugweise organische Bindemittel zugesetzt sind.

    [0008] Mit einer dekorativen Hüllschicht versehene Profilkörper werden in der Regel in der Weise hergestellt, daß zunächst aus dem Gemisch durch kaltpressen ein Vorpreßling hergestellt wird, der auf seiner Unterseite, das ist die nicht als Sichtseite verwendete Oberfläche des Profilkörpers, mit einer Deckschicht versehen sein kann. Zu diesem Zweck wird aus dem Gemisch in einer Presse ein dem fertigen Profilkörper bereits sehr ähnlicher Vorpreßling gepreßt. Obwohl bei dem Vorpressen des Profilkörpers diesem nicht die zum Aushärten des wärmehärtenden Bindemittels erforderliche Wärmemenge zugeführt worden ist, ist der Vorpreßling ein schon fester, handhabbarer Körper.

    [0009] Aus dem Vorpreßling entsteht durch das Heißpressen in einer anderen Presse der fertige Profilkörper. Beim Heißpressen wird der Profilkörper in der Regel gleichzeitig mit einer Deckschicht versehen, welche meist aus wenigstens einer Schicht besteht, nämlich einer Dekorschicht, beispielsweise aus einem Gewebe, einem Furnier, einer bedruckten Papierfolie oder einer Kunststoffolie, über der eine transparente Schutzschicht angeordnet sein kann. Als Schutzschicht dient meist ein sogenanntes Overlay-Papier, bestehend aus nicht gefülltem Alpha-Zellulosepapier oder Glasfaservlies, das mit einem Duroplast, meist auf Melaminbasis, getränkt ist. Die transparente Schutzschicht kann auch dadurch erzeugt werden, daß die Dekorschicht eine stärkere Harzschicht besitzt.

    [0010] Die Erfindung ist nachstehend anhand der Figuren 1 und 2 erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 schematisch die neue Vorrichtung und

    Fig. 2 Einzelheiten der Preßwerkzeuge.



    [0011] Aus Fig. 1 ist eine Presse zu erkennen, an deren Rahmen 1 das Preßwerkzeugoberteil 2 vertikal absenkbar befestigt ist, auf dem Pressentisch 3 sind miteinander horizontal verschiebbar die beiden Preßwerkzeugunterteile 4 und 5 angeordnet. Das Preßwerkzeugunterteil 4 befindet sich in der Füllposition und das Preßwerkzeugunterteil 5 befindet sich in der Preßposition. Wenn das in dem Preßwerkzeugunterteil 5 befindliche Gemisch gepreßt ist, dann werden beide Preßwerkzeugunterteile nach rechts verfahren. Das Preßwerkzeugunterteil 4 gelangt dabei in die Presse, so daß das darin befindliche Gemisch gepreßt werden kann, und das Preßwerkzeugunterteil 5 gelangt aus der Presse heraus, so daß der gepreßte Profilkörper entnommen werden kann.

    [0012] Fig. 2 verdeutlicht die Ausgestaltung von Preßwerkzeugoberteil 2 und den Preßwerkzeugunterteilen 4 und 5. Das den Preßwerkzeugunterteilen zugewandte Teil des Preßwerkzeugoberteils 2 ist als ebene Platte 6 ausgebildet. Die Preßwerkzeugunterteile 4 und 5 bestehen einerseits in an sich bekannter Weise aus dem feststehenden Teil 7, dem Rahmen 8 und dem Mittelteil 9. Rahmen 8 und Mittelteil 9 sind vertikal heb- und senkbar angeordnet. Auf den Rahmen 8 ist das zur Seite wegbewegbare Rahmenteil 10 aufgesetzt. In den Raum 11 wird das zu verpressende Gemisch eingefüllt.

    [0013] Das Rahmenteil 10 ist der Form des zu pressenden Profilkörpers entsprechend gestaltet. Es kann beispielsweise dadurch zur Seite bewegbar ausgebildet sein, daß es mittels eines Scharniers an dem Rahmen 8 befestigt ist, so daß es beim Füllen des Preßwerkzeugunterteils - wie durch die Pfeile in Fig. 1 angedeutet - weggeklappt werden kann.

    [0014] Es sind aber auch andere Möglichkeiten zum Wegbewegen des Rahmenteils 10 denkbar. So kann das Rahmenteil 10 in einer seitlichen Halterung befestigt sein, durch welche es vor dem Füllen des Preßwerkzeugunterteils angehoben und aus dem Bereich des Preßwerkzeugunterteils weggeschwenkt wird.


    Ansprüche

    Vorrichtung zur Herstellung von gepreßten Profilkörpern aus einem nicht steigfähigen Gemisch, bestehend aus einem heb- und senkbaren sowie ggf. beheizbaren Preßwerkzeugoberteil (2) und einem unter das Preßwerkzeugoberteil verfahrbar angeordneten Preßwerkzeugunterteil, welches wenigstens einen das zu pressende Gemisch aufnehmenden Hohlraum (11) und einen diesen umgebenden, mit einer umsteuerbaren Heb- und Senkvorrichtung versehenen Rahmen (8) besitzt, dadurch gekennzeichnet, daß das Preßwerkzeugoberteil (2) als ebene Platte ausgebildet ist und diesem zwei Preßwerkzeugunterteile (4, 5) zugeordnet sind, deren Rahmen (8) an der dem Preßwerkzeugoberteil (2) zugewandten Seite ein zur Seite bewegbares Rahmenteil (10) besitzt.
     


    Claims

    A device for the manufacture of pressed profiled bodies from a non-ascending mixture, consisting of a liftable and lowerable as well as, if so required, heatable upper pressing tool part (2), and of a lower pressing tool part disposed capable of being moved below said upper pressing tool part, with said lower pressing tool part possessing at least one hollow space (11) for taking up said mixture to be pressed, and a frame (8) which surrounds said hollow space (11), and is provided with a reversible lifting and lowering device, characterized in that said upper pressing tool part (2) is designed as a flat plate, and that two lower pressing tool parts (4, 5) are assigned to said upper pressing tool part (2), whose frame (8), on the side facing said upper pressing tool part (2), comprises a frame member (10) which is capable of performing a lateral movement.
     


    Revendications

    Dispositif pour la production de corps profilés par compression d'une composition non- expansible, dispositif constitué d'un outil supérieur de compression (2) qui peut être relevé et abaissé et, le cas échéant, chauffé et d'un outil inférieur de compression qui est monté déplaçable au-dessous de l'outil supérieur de compression et possède au moins une cavité (11) recevant la composition à comprimer et un cadre (8) entourant cette dernière tout en étant muni d'un dispositif releveur et abaisseur inversable, caractérisé en ce que l'outil supérieur de compression (2) est réalisé sous la forme d'une plaque plane et est associé à deux outils inférieurs de compression (4, 5) dont le cadre (8) comporte, sur la face tournée vers l'outil supérieur de compression (2), un élément de cadre (10) déplaçable vers le côté.
     




    Zeichnung