(19)
(11) EP 0 246 690 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.11.1987  Patentblatt  1987/48

(21) Anmeldenummer: 87200848.7

(22) Anmeldetag:  11.05.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H01Q 9/04, G01S 13/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB IT SE

(30) Priorität: 17.05.1986 DE 3616723

(71) Anmelder:
  • Philips Patentverwaltung GmbH
    22335 Hamburg (DE)

    DE 
  • Philips Electronics N.V.
    5621 BA Eindhoven (NL)

    FR GB IT SE 

(72) Erfinder:
  • Knöchel, Reinhard, Dr.
    D-2200 Elmshorn (DE)
  • Köhler, Jürgen
    D-2083 Halstenbek (DE)

(74) Vertreter: Hartmann, Heinrich, Dipl.-Ing. et al
Philips Patentverwaltung GmbH, Röntgenstrasse 24
D-22335 Hamburg
D-22335 Hamburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Mikrowellenbaustein


    (57) Der Baustein enthält eine aus einem flächig ausgebildeten elektrisch leitenden Strahlerelement (3) bestehenden Antenne, welche auf einer Fläche eines dielektrischen Substrats (1) angeordnet ist. Der Fläche liegt eine Auflagefläche gegenüber, die zumindest teilweise mit einer als Massefläche (5) dienenden elektrisch leitenden Schicht bedeckt ist. Des weiteren enthält der Mikrowellenbaustein eine zur Verarbeitung undloder Erzeugung von Antennensignalen dienende Mikrowellenschaltung. Um das Substrat (1) ist eine dielektrische Folie (2) gelegt. Auf diese Folie (2) ist einerseits das Strahlerelement (3) aufgebracht, auf der Innenfläche der Folie (2) ist die Massefläche (5) und auf der Außenfläche die der Massefläche (5) gegenüberliegende Mikrowellenschattung angeordnet. Des weiteren ist die Antenne über eine Speiseleitung (4) mit der Mikrowellenschaltung verbunden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Mikrowellenbaustein mit einer mindestens aus einem flächig ausgebildeten elektrisch leitenden Strahlerelement bestehenden Antenne, welche auf einer Fläche eines dielektrischen Substrats angeordnet ist, dessen gegenüberliegende Auflagefläche zumindest teilweise mit einer als Massefläche dienenden elektrisch leitenden Schicht bedeckt ist und mit einer zur Verarbeitung und/oder Erzeugung von Antennensignalen dienenden Mikrowellenschaltung.

    [0002] In automatischen Transport - oder Fertigungssystemen werden zur Kennzeichnung der dort bewegten Einheiten (z.B. Paletten, Werkstücke) Identifikationssysteme verwendet, die aus einem Mikrowellenbaustein bestehen, der ein Identifikationssignal aussendet, welches von einer Auswerteeinheit empfangen wird. In der Auswerteeinheit werden die empfangenen Signale ausgewertet und abhängig von diesen die bewegte Einheit gesteuert. Ein solcher Mikrowellenbaustein enthält, wie eingangs erwähnt, eine Antenne und eine Mikrowellenschaltung, die die zu sendenden Identifikationssignale aus einem Speicher ausliest und zur Antenne weiterleitet. Bei einigen Systemen ist es auch üblich, den Speicher nach Bedarf mit jeweils neuen Identifikationssignalen zu belegen. Die von der Antenne empfangenen neuen Identifikationssigale werden in der Mikrowellenschaltung weiterverarbeitet.

    [0003] Die Antenne eines solchen Mikrowellenbausteins enthält ein Substrat, welches mit einer metallisierten Grundplatte verbunden ist. Auf der der Grundplatte gegenüberliegenden Fläche liegt das Strahlerelement. Die Dicke des Substrates hängt von der erwünschten Intensität der abzustrahlenden elektromagnetischen Welle und von der erforderlichen Frequenzbandbreite ab. Die Mikrowellenschaltung des Mikrowellenbausteins ist mit Streifenleiterelementen und elektronischen Bauelementen realisiert. In der Praxis möchte man die Mikrowellenschaltung so klein wie möglich aufbauen. Deshalb verwendet man Streifenleiter mit geringen Breiten, die auf einem dielekterischen Trägermaterial aufgetragen sind, dessen Dicke viel kleiner ist als die Dicke des Substrats. Außerdem wird hierdurch die Dispersion der elektromagnetischen Welle in der Mikrowellenschaltung herabgesetzt. Die Verbindung zwischen Antenne und Mikrowellenschaltung ist bei den bisher bekannten Bausteinen durch Kontaktstifte realisiert, die durch das Antennensubstrat führen und das Strahlerelement mit der Mikrowellenschaltung verbinden. Hierbei sind noch verschiedene Lötvorgänge nötig.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mikrowellenbaustein der eingangs genannten Art einfacher herzustellen und mit kleineren Abmessungen zu realisieren.

    [0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß um das Substrat eine dielektrische flexible Folie gelegt ist, auf die das Strahlerelement aufgebracht ist, auf deren Innenfläche die als Massefläche dienende elektrisch leitende Schicht aufgebracht ist und auf deren Außenfläche die der Massefläche gegenüberliegende Mikrowellenschaltung angeordnet ist, die über eine Speiseleitung mit der Antenne verbunden ist.

    [0006] Da bei dem erfindungsgemäßen Mikrowellenbaustein die dielektrische Folie um das Substrat gelegt wird, ist der Aufbau des Mikrowellenbausteines sehr kompakt. Die Dicke der flexiblen Folie wird durch die Breite der Streifenleitung bestimmt, während die Dicke des Substrates durch Festlegung der erforderlichen Frequenzbandbreite und Abstrahlungsintensität der elektromagnetischen Welle erfolgt. Die Massefläche ist das Bezugspotential für die Antenne und die Mikrowellenschaltung. Die hier verwendeten elektrisch leitenden Schichten können aus Metallschichten gebildet sein.

    [0007] Um keine zusätzlichen Verluste der von der Antenne ausgestrahlten elektromagnetischen Welle zu erhalten, ist vorgesehen, daß das Strahlerelement und die Speiseleitung auf der Außenfläche der Folie aufgebracht sind. Außerdem entfällt der bisher übliche Schritt, die Verbindung zwischen Antenne und Mikrowellenschaltung mit Hilfe von Kontaktstiften durchzuführen, da auf der flexiblen Folie die Verbindung gleich bei der Herstellung der metallisierten Schicht mit aufgebracht wird.

    [0008] Ein einfacher Aufbau des Mikrowellenbausteines ergibt sich, wenn die Massenfläche deckungsgleich mit der Auflagefläche des Substrats ist.

    [0009] Auf der Außenfläche der dielektrischen Folie wird die Mikrowellenschaltung angeordnet, die aus einer Schaltung in Streifenleitungstechnik und konzentrierten Bauelementen bestehen kann. Unter konzentrierten Bauelementen versteht man z.B. Dioden, Transistoren, Speicher, Widerstände, Kondensatoren usw. In Streifenleitungstechnik werden die passiven Schaltungsfunktionen (z.B. Kopplungen, Phasenverschiebungen) und die Verbindungen ausgeführt.

    [0010] Bei der Herstellung eines erfindungsgemäßen Mikrowellenbausteins kann man folgendermaßen verfahren: Zuerst werden die erforderlichen elektrisch leitenden Schichten auf die dielektrische Folie gebracht. Das kann z.B. durch Fotolithographie oder durch Dickschichtverfahren realisiert werden.

    [0011] Die bearbeitete Folie wird z.B. durch Klebung auf dem dielektrischen Substrat befestigt. Zuletzt werden die konzentrierten Bauelemente auf den Mikrowellenbaustein gebracht.

    [0012] Anhand der Zeichnungen wird im folgenden die Erfindung näher erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 die perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mikrowellenbausteins und

    Fig. 2 die perspektivische Darstellung eines Substrates und einer metallbeschichteten Folie während eines Verfahrensschrittes bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Mikrowellenbausteins.



    [0013] Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau eines Ausführungsbeispieles des erfindungsgemäßen Mikrowellenbausteines. Der Mikrowellenbaustein enthält ein plattenförmig ausgebildetes dielektrisches Substrat 1. Um das Substrat 1 ist eine mit einer elektrisch leitenden Schicht behaftete dielektrische Folie 2 der Dicke d2 gelegt, die mit dem Substrat 1 fest verbunden ist und die zumindest auf zwei gegenüberliegenden Flächen des Substrates aufliegt. Das Substrat und die Folie werden in der Praxis so gewählt, daß sie eine Dielektrizitätskonstante von 2 bis 5 aufweisen. Das Substrat kann z.B. aus einem Epoxyharz, einem fluorhaltigen Polymeren und die Folie aus einem Polyimid bestehen. Die elektrisch leitende Schicht ist in der Regel eine Metallschicht, z.B. eine Kupferschicht. Der Abstand der beiden gegenüberliegenden Flächen des Substrates 1 beträgt dl. Die Flächen des Substrates 1 sollen im folgenden einerseits als Antennenfläche und andererseits als Auflagefläche und die Fläche der Folie, die mit dem Substrat fest verbunden ist, als Innenfläche und die gegenüberliegende Fläche als Außenfläche bezeichnet werden.

    [0014] Auf den Teil der Außenfläche der Folie 2, die der mit der Antennenfläche des Substrates 1 fest verbundenen Innenfläche der Folie 2 gegenüberliegt, ist ein aus einer Metallschicht gefertigtes und flächenhaft ausgebildetes Strahlerelement 3 aufgetragen. Auf der Innenfläche der Folie 2, die mit der Auflagefläche des Substrates 1 fest verbunden ist, ist eine Metallschicht aufgetragen, die als Massefläche dient. Auf der Außenfläche der Folie 2, die der Massenfläche gegenüberliegt, ist eine Mikrowellenschaltung aus Streifenleitungen und konzentrierten Bauelementen aufgebaut. Mit den Streifenleitungen werden die benötigten passiven Schaltungsfunktionen und die Verbindungen zwischen den konzentrierten Bauelementen realisiert. Konzentrierte Bauelemente können z.B. Halbleiter, Speicher und andere Bauelemente sein. Die Mikrowellenschaltung verarbeitet bzw. erzeugt Signale, die von der aus.dem Strahlerelement 3, einem Teil der Folie 2, dem Substrat 1 und der Massefläche gebildeten Antenne empfangen bzw. gesendet werden.

    [0015] Die Dicke dl des Substrates 1 hängt von der geforderten Abstrahlungsintensität der elektromagnetischen Welle ab. Dieser Wert kann z.B. bei 2,45 GHz 3 mm betragen. Die Dicke d2 der Folie 2 wird nach den Erfordernissen der Streifenleiter bestimmt. Für das oben erwähnte Beispiel könnte eine Folie mit der Dicke von 0,1 bis 0,2 mm bei entsprechender Auslegung der Streifenleitungsbreite verwendet werden.

    [0016] Für die Verbindung zwischen dem Strahlerelement 3 und der Mikrowellenschaltung wird ein Speiseleitung 4 verwendet, die auf der Außenfläche der Folie 2 als Streifenleiter aufgebracht ist. Durch die Verwendung einer flexiblen Folie wird in einfacher Weise eine Verbindung zwischen dem Strahlerelement 3 und der Mikrowellenschaltung hergestellt.

    [0017] Mit Hilfe der Fig. 2 wird im folgenden das Verfahren zur Herstellung eines Mikrowellenbausteines beschrieben. Auf der flexiblen dielektrischen Folie wird in einem ersten Schritt das Strahlerelement 3, die Massefläche und die Streifenleiterbahnen durch Aufbringen von Metallschichten gebildet. Das Schaltungsmuster aus Massefläche, Strahlerelement und Streifenleiter kann z.B. durch Fotolithographieverfahren oder durch Verfahren in Dickschichttechnik hergestellt werden. In der Dickschichttechnik wird eine Metallpulverpaste auf die Folie aufgetragen und dann erhitzt. Dabei können Schaltungsstrukturen mit Hilfe der Fotoätztechnik hergestellt werden oder man druckt sie mit der Leiterpaste in Siebdrucktechnik durch ein feinmaschiges Gewebe mit Hilfe von Masken auf. In Fig. 2 ist der nächste Verfahrensschritt dargestellt. Bei diesem Schritt werden das Substrat und die Folie zusammengebracht und z.B. durch Klebung miteinander verbunden. Auf der in Fig. 2 dargestellten flexiblen Folie 2 erkennt man die Innenfläche dieser Folie mit der Massefläche 5. Auf der Außenseite sind die Streifenleiterstrukturen und die Verbindung 4 zwischen Mikrowellenschaltung und Strahlerelement 3 dargestellt. Gestrichelt ist das auf der Außenfläche der Folie 2 aufgebrachte Strahlerelement 3 und die Speiseleitung 4 dargestellt. Nachdem die Folie 2 mit dem Substrat 1 fest verbunden ist, werden die konzentrierten Bauelemente auf die Außenfläche aufgelötet. Dies kann z.B., um Platz zu sparen, durch SMD-Technik (surfacemounted-devices) erreicht werden.

    [0018] Es sei noch erwähnt, daß auch wie bei anderen Mikrowellenantennen eine Temperaturkompensation der Mittenfrequenz der Antenne durchgeführt werden kann, indem das Substrat aus zwei Schichten zusammengesetzt ist, die gleiche oder unterschiedliche Dielektrizitätskonstanten und entgegengesetzt wirkende Temperaturkoeffizienten haben.


    Ansprüche

    1. Mikrowellenbaustein mit einer mindestens aus einem flächig ausgebildeten elektrisch leitenden Strahlerelement (3) bestehenden Antenne, welche auf einer Fläche eines dielektrischen Substrats (1) angeordnet ist, dessen gegenüberliegende Auflagefläche zumindest teilweise mit einer als Massefläche (5) dienenden elektrisch leitenden Schicht bedeckt ist und mit einer zur Verarbeitung und/oder Erzeugung von Antennensignalen dienenden Mikrowellenschaltung,
    dadurch gekennzeichnet, daß um das Substrat (1) eine dielektrische flexible Folie (2) gelegt ist, auf die das Strahlerelement (3) aufgebracht ist, auf deren Innenfläche die als Massefläche (5) dienende elektrisch leitende Schicht aufgebracht ist und auf deren Außenfläche die der Massefläche (5) gegenüberliegende Mikrowellenschaltung angeordnet ist, die über eine Speiseleitung (4) mit der Antenne verbunden ist.
     
    2. Mikrowellenbaustein nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet, daß das Strahlerelement (3) und die Speiseleitung (4) auf der Außenfläche der Folie (2) aufgebracht sind.
     
    3. Mikrowellenbaustein nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Massefläche (5) deckungsgleich mit der Auflagefläche des Substrats (1) ist.
     
    4. Mikrowellenbaustein nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrowellenschaltung aus einer Schaltung in Streifenleitungstechnik und konzentrierten Bauelementen besteht.
     
    5. Verfahren zur Herstellung eines Mikrowellenbausteins nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
    dadurch gekennzeichnet, daß auf die Folie (2) die elektrisch leitenden Schichten, aus denen zumindest das Strahlerelement (3) und die Massefläche (5) gebildet werden, aufgebracht werden, daß danach die Folie (2) um das Substrat (1) gelegt und mit dem Substrat (1) verbunden wird und daß anschließend Elemente der Mikrowellenschaltung auf die Folie (2) gesetzt werden.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht