[0001] Die Erfindung betrifft einen Mikrowellenbaustein mit einer mindestens aus einem flächig
ausgebildeten elektrisch leitenden Strahlerelement bestehenden Antenne, welche auf
einer Fläche eines dielektrischen Substrats angeordnet ist, dessen gegenüberliegende
Auflagefläche zumindest teilweise mit einer als Massefläche dienenden elektrisch leitenden
Schicht bedeckt ist und mit einer zur Verarbeitung und/oder Erzeugung von Antennensignalen
dienenden Mikrowellenschaltung.
[0002] In automatischen Transport - oder Fertigungssystemen werden zur Kennzeichnung der
dort bewegten Einheiten (z.B. Paletten, Werkstücke) Identifikationssysteme verwendet,
die aus einem Mikrowellenbaustein bestehen, der ein Identifikationssignal aussendet,
welches von einer Auswerteeinheit empfangen wird. In der Auswerteeinheit werden die
empfangenen Signale ausgewertet und abhängig von diesen die bewegte Einheit gesteuert.
Ein solcher Mikrowellenbaustein enthält, wie eingangs erwähnt, eine Antenne und eine
Mikrowellenschaltung, die die zu sendenden Identifikationssignale aus einem Speicher
ausliest und zur Antenne weiterleitet. Bei einigen Systemen ist es auch üblich, den
Speicher nach Bedarf mit jeweils neuen Identifikationssignalen zu belegen. Die von
der Antenne empfangenen neuen Identifikationssigale werden in der Mikrowellenschaltung
weiterverarbeitet.
[0003] Die Antenne eines solchen Mikrowellenbausteins enthält ein Substrat, welches mit
einer metallisierten Grundplatte verbunden ist. Auf der der Grundplatte gegenüberliegenden
Fläche liegt das Strahlerelement. Die Dicke des Substrates hängt von der erwünschten
Intensität der abzustrahlenden elektromagnetischen Welle und von der erforderlichen
Frequenzbandbreite ab. Die Mikrowellenschaltung des Mikrowellenbausteins ist mit Streifenleiterelementen
und elektronischen Bauelementen realisiert. In der Praxis möchte man die Mikrowellenschaltung
so klein wie möglich aufbauen. Deshalb verwendet man Streifenleiter mit geringen Breiten,
die auf einem dielekterischen Trägermaterial aufgetragen sind, dessen Dicke viel kleiner
ist als die Dicke des Substrats. Außerdem wird hierdurch die Dispersion der elektromagnetischen
Welle in der Mikrowellenschaltung herabgesetzt. Die Verbindung zwischen Antenne und
Mikrowellenschaltung ist bei den bisher bekannten Bausteinen durch Kontaktstifte realisiert,
die durch das Antennensubstrat führen und das Strahlerelement mit der Mikrowellenschaltung
verbinden. Hierbei sind noch verschiedene Lötvorgänge nötig.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Mikrowellenbaustein der eingangs
genannten Art einfacher herzustellen und mit kleineren Abmessungen zu realisieren.
[0005] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß um das Substrat eine dielektrische
flexible Folie gelegt ist, auf die das Strahlerelement aufgebracht ist, auf deren
Innenfläche die als Massefläche dienende elektrisch leitende Schicht aufgebracht ist
und auf deren Außenfläche die der Massefläche gegenüberliegende Mikrowellenschaltung
angeordnet ist, die über eine Speiseleitung mit der Antenne verbunden ist.
[0006] Da bei dem erfindungsgemäßen Mikrowellenbaustein die dielektrische Folie um das Substrat
gelegt wird, ist der Aufbau des Mikrowellenbausteines sehr kompakt. Die Dicke der
flexiblen Folie wird durch die Breite der Streifenleitung bestimmt, während die Dicke
des Substrates durch Festlegung der erforderlichen Frequenzbandbreite und Abstrahlungsintensität
der elektromagnetischen Welle erfolgt. Die Massefläche ist das Bezugspotential für
die Antenne und die Mikrowellenschaltung. Die hier verwendeten elektrisch leitenden
Schichten können aus Metallschichten gebildet sein.
[0007] Um keine zusätzlichen Verluste der von der Antenne ausgestrahlten elektromagnetischen
Welle zu erhalten, ist vorgesehen, daß das Strahlerelement und die Speiseleitung auf
der Außenfläche der Folie aufgebracht sind. Außerdem entfällt der bisher übliche Schritt,
die Verbindung zwischen Antenne und Mikrowellenschaltung mit Hilfe von Kontaktstiften
durchzuführen, da auf der flexiblen Folie die Verbindung gleich bei der Herstellung
der metallisierten Schicht mit aufgebracht wird.
[0008] Ein einfacher Aufbau des Mikrowellenbausteines ergibt sich, wenn die Massenfläche
deckungsgleich mit der Auflagefläche des Substrats ist.
[0009] Auf der Außenfläche der dielektrischen Folie wird die Mikrowellenschaltung angeordnet,
die aus einer Schaltung in Streifenleitungstechnik und konzentrierten Bauelementen
bestehen kann. Unter konzentrierten Bauelementen versteht man z.B. Dioden, Transistoren,
Speicher, Widerstände, Kondensatoren usw. In Streifenleitungstechnik werden die passiven
Schaltungsfunktionen (z.B. Kopplungen, Phasenverschiebungen) und die Verbindungen
ausgeführt.
[0010] Bei der Herstellung eines erfindungsgemäßen Mikrowellenbausteins kann man folgendermaßen
verfahren: Zuerst werden die erforderlichen elektrisch leitenden Schichten auf die
dielektrische Folie gebracht. Das kann z.B. durch Fotolithographie oder durch Dickschichtverfahren
realisiert werden.
[0011] Die bearbeitete Folie wird z.B. durch Klebung auf dem dielektrischen Substrat befestigt.
Zuletzt werden die konzentrierten Bauelemente auf den Mikrowellenbaustein gebracht.
[0012] Anhand der Zeichnungen wird im folgenden die Erfindung näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 die perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Mikrowellenbausteins
und
Fig. 2 die perspektivische Darstellung eines Substrates und einer metallbeschichteten
Folie während eines Verfahrensschrittes bei der Herstellung des erfindungsgemäßen
Mikrowellenbausteins.
[0013] Fig. 1 zeigt den schematischen Aufbau eines Ausführungsbeispieles des erfindungsgemäßen
Mikrowellenbausteines. Der Mikrowellenbaustein enthält ein plattenförmig ausgebildetes
dielektrisches Substrat 1. Um das Substrat 1 ist eine mit einer elektrisch leitenden
Schicht behaftete dielektrische Folie 2 der Dicke d2 gelegt, die mit dem Substrat
1 fest verbunden ist und die zumindest auf zwei gegenüberliegenden Flächen des Substrates
aufliegt. Das Substrat und die Folie werden in der Praxis so gewählt, daß sie eine
Dielektrizitätskonstante von 2 bis 5 aufweisen. Das Substrat kann z.B. aus einem Epoxyharz,
einem fluorhaltigen Polymeren und die Folie aus einem Polyimid bestehen. Die elektrisch
leitende Schicht ist in der Regel eine Metallschicht, z.B. eine Kupferschicht. Der
Abstand der beiden gegenüberliegenden Flächen des Substrates 1 beträgt dl. Die Flächen
des Substrates 1 sollen im folgenden einerseits als Antennenfläche und andererseits
als Auflagefläche und die Fläche der Folie, die mit dem Substrat fest verbunden ist,
als Innenfläche und die gegenüberliegende Fläche als Außenfläche bezeichnet werden.
[0014] Auf den Teil der Außenfläche der Folie 2, die der mit der Antennenfläche des Substrates
1 fest verbundenen Innenfläche der Folie 2 gegenüberliegt, ist ein aus einer Metallschicht
gefertigtes und flächenhaft ausgebildetes Strahlerelement 3 aufgetragen. Auf der Innenfläche
der Folie 2, die mit der Auflagefläche des Substrates 1 fest verbunden ist, ist eine
Metallschicht aufgetragen, die als Massefläche dient. Auf der Außenfläche der Folie
2, die der Massenfläche gegenüberliegt, ist eine Mikrowellenschaltung aus Streifenleitungen
und konzentrierten Bauelementen aufgebaut. Mit den Streifenleitungen werden die benötigten
passiven Schaltungsfunktionen und die Verbindungen zwischen den konzentrierten Bauelementen
realisiert. Konzentrierte Bauelemente können z.B. Halbleiter, Speicher und andere
Bauelemente sein. Die Mikrowellenschaltung verarbeitet bzw. erzeugt Signale, die von
der aus.dem Strahlerelement 3, einem Teil der Folie 2, dem Substrat 1 und der Massefläche
gebildeten Antenne empfangen bzw. gesendet werden.
[0015] Die Dicke dl des Substrates 1 hängt von der geforderten Abstrahlungsintensität der
elektromagnetischen Welle ab. Dieser Wert kann z.B. bei 2,45 GHz 3 mm betragen. Die
Dicke d2 der Folie 2 wird nach den Erfordernissen der Streifenleiter bestimmt. Für
das oben erwähnte Beispiel könnte eine Folie mit der Dicke von 0,1 bis 0,2 mm bei
entsprechender Auslegung der Streifenleitungsbreite verwendet werden.
[0016] Für die Verbindung zwischen dem Strahlerelement 3 und der Mikrowellenschaltung wird
ein Speiseleitung 4 verwendet, die auf der Außenfläche der Folie 2 als Streifenleiter
aufgebracht ist. Durch die Verwendung einer flexiblen Folie wird in einfacher Weise
eine Verbindung zwischen dem Strahlerelement 3 und der Mikrowellenschaltung hergestellt.
[0017] Mit Hilfe der Fig. 2 wird im folgenden das Verfahren zur Herstellung eines Mikrowellenbausteines
beschrieben. Auf der flexiblen dielektrischen Folie wird in einem ersten Schritt das
Strahlerelement 3, die Massefläche und die Streifenleiterbahnen durch Aufbringen von
Metallschichten gebildet. Das Schaltungsmuster aus Massefläche, Strahlerelement und
Streifenleiter kann z.B. durch Fotolithographieverfahren oder durch Verfahren in Dickschichttechnik
hergestellt werden. In der Dickschichttechnik wird eine Metallpulverpaste auf die
Folie aufgetragen und dann erhitzt. Dabei können Schaltungsstrukturen mit Hilfe der
Fotoätztechnik hergestellt werden oder man druckt sie mit der Leiterpaste in Siebdrucktechnik
durch ein feinmaschiges Gewebe mit Hilfe von Masken auf. In Fig. 2 ist der nächste
Verfahrensschritt dargestellt. Bei diesem Schritt werden das Substrat und die Folie
zusammengebracht und z.B. durch Klebung miteinander verbunden. Auf der in Fig. 2 dargestellten
flexiblen Folie 2 erkennt man die Innenfläche dieser Folie mit der Massefläche 5.
Auf der Außenseite sind die Streifenleiterstrukturen und die Verbindung 4 zwischen
Mikrowellenschaltung und Strahlerelement 3 dargestellt. Gestrichelt ist das auf der
Außenfläche der Folie 2 aufgebrachte Strahlerelement 3 und die Speiseleitung 4 dargestellt.
Nachdem die Folie 2 mit dem Substrat 1 fest verbunden ist, werden die konzentrierten
Bauelemente auf die Außenfläche aufgelötet. Dies kann z.B., um Platz zu sparen, durch
SMD-Technik (surfacemounted-devices) erreicht werden.
[0018] Es sei noch erwähnt, daß auch wie bei anderen Mikrowellenantennen eine Temperaturkompensation
der Mittenfrequenz der Antenne durchgeführt werden kann, indem das Substrat aus zwei
Schichten zusammengesetzt ist, die gleiche oder unterschiedliche Dielektrizitätskonstanten
und entgegengesetzt wirkende Temperaturkoeffizienten haben.
1. Mikrowellenbaustein mit einer mindestens aus einem flächig ausgebildeten elektrisch
leitenden Strahlerelement (3) bestehenden Antenne, welche auf einer Fläche eines dielektrischen
Substrats (1) angeordnet ist, dessen gegenüberliegende Auflagefläche zumindest teilweise
mit einer als Massefläche (5) dienenden elektrisch leitenden Schicht bedeckt ist und
mit einer zur Verarbeitung und/oder Erzeugung von Antennensignalen dienenden Mikrowellenschaltung,
dadurch gekennzeichnet, daß um das Substrat (1) eine dielektrische flexible Folie
(2) gelegt ist, auf die das Strahlerelement (3) aufgebracht ist, auf deren Innenfläche
die als Massefläche (5) dienende elektrisch leitende Schicht aufgebracht ist und auf
deren Außenfläche die der Massefläche (5) gegenüberliegende Mikrowellenschaltung angeordnet
ist, die über eine Speiseleitung (4) mit der Antenne verbunden ist.
2. Mikrowellenbaustein nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Strahlerelement (3) und die Speiseleitung (4) auf
der Außenfläche der Folie (2) aufgebracht sind.
3. Mikrowellenbaustein nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Massefläche (5) deckungsgleich mit der Auflagefläche des Substrats (1) ist.
4. Mikrowellenbaustein nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Mikrowellenschaltung aus einer Schaltung in Streifenleitungstechnik und konzentrierten
Bauelementen besteht.
5. Verfahren zur Herstellung eines Mikrowellenbausteins nach einem der vorhergehenden
Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß auf die Folie (2) die elektrisch leitenden Schichten,
aus denen zumindest das Strahlerelement (3) und die Massefläche (5) gebildet werden,
aufgebracht werden, daß danach die Folie (2) um das Substrat (1) gelegt und mit dem
Substrat (1) verbunden wird und daß anschließend Elemente der Mikrowellenschaltung
auf die Folie (2) gesetzt werden.