[0001] Aus der DE-PS 1 915 008 ist eine Flügelzellenpumpe gemäss Oberbegriff des Anspruchs
1 bekannt. Diese Pumpe hat ein Gehäuse, an welchem eine Druckplatte angelenkt ist.
Im Gehäuse ist ein Führungsring und innerhalb dieses Führungsrings eine Führungskurve
angeordnet. Mit einer Antriebswelle ist eine Schieberführung mit mehreren radialen
Schlitzen drehfest verbunden. Die Schlitze führen Schieber, die aussen am Führungsring
und innen an der Führungskurve geleitet sind. Zwischen der Schieberführung und dem
Führungsring ist ein sich gegen eine Austrittsöffnung verengender Förderraum gebildet.
Die Führungskurve ist in Richtung der grössten Breite des Förderraumes durch eine
Feder belastet. Bei dieser bekannten Pumpe unterliegen vor allem die Führungskurve,
die Schieber und der Führungsring dem Verschleiss. Wegen des Anwendungsgebietes wäre
es erwünscht, diese Komponenten aus rostfreiem Stahl herzustellen. Dies ist jedoch
nicht möglich, weil bei aufeinander gleitenden Teilen höchstens das eine aus rostfreiem
Stahl bestehen kann. Man hat diesen Konflikt bisher dadurch gelöst, dass man den Führungsring
und die Führungskurve aus gehärtetem, ionitriertem Stahl und die Schieber aus rostfreiem
Stahl herstellte. Bei Verschleiss mussten allerdings jeweils alle drei genannten Elemente
ausgewechselt werden, so dass der Unterhalt der bekannten Pumpe recht aufwendig war.
[0002] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Pumpe gemäss Oberbegriff des Anspruchs
1 derart weiterzubilden, dass die Wartung kostengünstiger ist. Diese Aufgabe wird
durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0003] Durch die Ausbildung der äusseren Kante der Schieber als Kunststoffteile wird der
Verschleiss praktisch auf diese Teile beschränkt, während die Schieber selbst und
der Führungsring praktisch nicht mehr verschleissen. Die Wartungsintervalle werden
überraschenderweise nicht verkürzt. Das Auswechseln der Verschleissteile wird dadurch
erheblich kostengünstiger. Zudem kann nun auch der Führungsring aus rostfreiem Stahl
hergestellt werden, was für die hygienische Verarbeitung von pastösen Lebensmitteln,
z.B. Fleischbrät, von erheblicher Bedeutung ist.
[0004] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert.
Darin zeigt:
Fig. 1 einen Axialschnitt durch eine Flügelzellenpumpe;
Fig. 2 eine Stirnansicht der Pumpe von Fig. 1 bei abgehobener Deckplatte, und
Fig. 3 einen Teilschnitt einer Variante der Ausführungsform nach Fig. 1 und 2.
[0005] Die in Fig. 1 und 2 dargestellte Flügelzellenpumpe hat ein Gehäuse 1, an welchem
eine Druckplatte 2 um eine Achse 3 schwenkbar angelenkt ist. In eine zylindrische
Bohrung 4 des Gehäuses 1 ist ein Führungsring 5 aus rostfreiem Stahl drehfest eingesetzt.
Die Innenwand des Führungsrings 5 besteht aus zwei Kreiszylindersegmenten 6, 7. Achsparallel,
aber exzentrisch zur Bohrung 4 ist im Gehäuse 1 eine Antriebswelle 10 drehbar gelagert.
Mit dieser ist eine Schieberführung 11 über einen Keil 12 drehfest verbunden. Die
Schieberführung 11 hat einen ringförmigen Ansatz 13 mit mehreren radialen Schlitzen
14 in regelmässigen Winkelabständen. In den Schlitzen 14 sind Schieber 15 aus rostfreiem
Stahl radial verschiebbar geführt, von denen nur einige dargestellt sind. Der Aussenumfang
16 der Schieberführung 11 mit ihrem Ansatz 13 bildet mit dem Segment 6 der Innenwand
des Führungsrings 5 einen halbmondförmigen Förderraum 17 und berührt das Segment 7
über seine ganze Länge.
[0006] Die Schieber 15 sind aussen durch den Führungsring 5 und innen durch eine Führungskurve
20 aus Kunststoff geführt. Der Aussenumfang 21 der Führungskurve 20 hat gemessen in
radialer Richtung der Schieberführung 11 einen kostanten Abstand von den Segmenten
6, 7, wobei dieser Abstand geringfügig kleiner als die Länge der Schieber 15 ist.
Die Schieber 15 haben also geringfügig Spiel zwischen der Führungskurve 20 und dem
Führungsring 5. Um dieses Spiel hauptsächlich im Ansaugbereich der Pumpe weitgehend
zu eliminieren, ist die Führungskurve 20 durch eine in einer radialen Bohrung 22
angeordnete Druckfeder 23 in Richtung des Ansaugbereichs vorbelastet. Die Feder 23
stützt sich auf einem in der Bohrung 22 geführten Bolzen 24 und dieser auf einem Gleitring
25 ab, der auf einem koaxial mit der Welle 10 verbundenen Ansatz 26 drehbar gelagert
ist. Zur Drehsicherung greift der Bolzen 24 in eine Nut 27 des Rings 26 ein. Um die
Führungskurve 20 gegen Verdrehen zu sichern, hat sie der Druckplatte 2 zugewandt eine
diametrale, parallel zur Achse der Bohrung 22 verlaufende Nut 28, in welche ein an
der Druckplatte 2 befestigter Keil 29 eingreift. Die axiale Mittelebene der Nut 28
steht senkrecht zur Schwenkachse 3 der Druckplatte 2 und ist in Drehrichtung A der
Schieberführung gesehen gegenüber der Axialebene 30 grössten Abstandes zwischen Schieberführung
11 und Führungsring 5 zurückversetzt. Um bei der Demontage den Ring 25 in der Führungskurve
20 zu halten, ist in den Ring 25 eine Schraube 31 eingeschraubt, deren Kopf mit Spiel
in eine radiale Bohrung 32 der Führungskurve 20 eingreift.
[0007] Die Schieber 15 haben längs ihrer äusseren Kanten eine Nut 36, in welche ein Kunststoffprofil
37 eingesetzt ist, und längs ihrer der Druckplatte 2 abgewandten Kante 38 eine weitere
Nut 39. An der inneren, der Druckplatte 2 zugewandten Ecke haben sie eine Anschrägung
40, die beim Montieren der Führungskurve 20 mit einer sich über einen dem Ansaugbereich
zugewandten Sektor erstreckende Anschrägung 41 der Führungskurve 20 zusammenwirkt,
um diese gegen die Kraft der Feder 23 zu zentrieren. Die Schieber 15 und die Schieberführung
11 liegen auf der einen Seite an der ebenen Innenwand 42 der Druckplatte 2 und auf
der andern Seite an einer auswechselbaren Auflageplatte 43 im Gehäuse 1 an.
[0008] Im Ansaugbereich, also in Drehrichtung A gesehen, etwas vor der Axialebene 30 maximaler
Breite des Förderraumes 17, hat die Druckplatte 2 einen Einfülltrichter 46, welcher
den Förderraum 17 seitlich beschickt. Um das Brät in den Förderraum 17 einzusaugen,
führt vor dem Ansaugbereich ein an eine Vakuumquelle angeschlossener Kanal 47 mit
einer Mündung 48 in den Förderraum 17. Das Vakuum wird über die Nuten 39 der Schieber
15 und eine durch die Schieberführung 11 abgedeckte Umfangsnut 49 und wieder zurück
über die Nuten 39 einer weiteren, dem Einfülltrichter 46 gegenüberliegende Umfangsnut
50 in der Auflageplatte 43 zugeführt. Im verengenden Teil des Förderraumes 17 wird
das Brät radial durch eine Oeffnung 51 des Führungsrings 5 und einen Austrittskanal
52 im Gehäuse 1 ausgestossen.
[0009] Beim Einsatz der Pumpe zum Fördern von Wurstbrät muss sie täglich demontiert und
gereinigt werden. Dazu wird die Druckplatte 2 hochgeklappt und die Führungskurve 20
samt Gleitring 25 vom Ansatz 26 der Welle 10 abgezogen. Nun können die Schieber 15
und die Schieberführung 11 aus dem Gehäuse 1 herausgehoben werden. Gegebenenfalls
werden zur Reinigung noch die Profile 37 aus den Schiebern 15 entfernt. Nach der
Reinigung wird zunächst die Schieberführung 11 auf die Welle 1 aufgesetzt und die
Schieber 15 in die Schlitze 14 eingeführt und zur Anlage an die Segmente 6, 7 gebracht.
Nun wird die Führungskurve 20 mit dem Gleitring 25 auf den Ansatz 26 aufgesetzt.
Beim Einschieben der Führungskurve 20 laufen die Anschrägungen 40, 41 im Ansaugbereich
der Pumpe aneinander auf und zentrieren die Führungskurve 20 gegen die Kraft der
Feder 23. Weil die Nut 28 senkrecht zur Schwenkachse 3 steht, schiebt sich beim Schliessen
der Druckplatte 2 der Keil 29 mit geringem Aufwand in die Nut 28.
[0010] Als Werkstoff für die Führungskurve 20 und die Profile 37 eignen sich thermoplastische
Kunststoffe hoher Abriebfestigkeit und hoher Formbeständigkeit, insbesondere PETP.
Da der Verschleiss weitgehend auf diese beiden Teile beschränkt ist, ist der Wartungsaufwand
für die Pumpe gering. Ausserdem ist die Wahl der Materialpaarungen erheblich erleichtert.
So können sowohl die Schieber, als auch der Führungsring aus rostfreiem Stahl hergestellt
werden, was für das vorgesehene Anwendungsgebiet aus hygienischen Gründen ein erheblicher
Vorteil ist. Durch das Zurückversetzen der Axialebene der Bohrung 22 sowie der Nut
28 gegenüber der Ebene 30 grösster radialer Breite des Förderraumes 17 werden mehrere
Vorteile erzielt: Die Schieber 15 dichten im Ansaugbereich am besten, wo die Dichtwirkung
am nötigsten ist. Der Verschleiss wird reduziert, weil die Schieber hauptsächlich
im divergierenden Bereich des Förderraumes 17 radial belastet sind. Beim Schliessen
der Druckplatte 2 gleitet der Keil 29 mühelos in die Nut 28. Die Vorspannkraft der
Feder 23 ist nicht einstellbar und damit entfällt erhöhter Verschleiss durch Fehlmanipulation
durch das Bedienungspersonal. Die Federkraft kann beim Hersteller optimiert werden.
Die erläuterte Konstruktion erlaubt eine rasche und einfache Montage und Demontage
der Arbeitsteile der Pumpe, was die tägliche Reinigung wesentlich erleichtert.
[0011] In Fig. 3 ist ein Teilschnitt einer Variante der Ausführungsform nach Fig. 1 und
2 dargestellt. Sie unterscheidet sich davon lediglich durch eine andere Abstützung
des Bolzens 24a. Dieser hat hier einen Ansatz 57 kleineren Durchmessers, der eine
Bohrung 58 eines Sicherungsrings 59 durchdringt. Dieser sichert den Bolzen 24a vor
dem Herausfallen beim Oeffnen der Druckplatte 2. Der Ansatz 57 stützt sich bei geschlossener
Druckplatte 2 auf einer mit dem Keil 29a einstückigen Nase 60 ab. Die Anschrägungen
40, 41 gemäss Fig. 1 sind hier nicht erforderlich, da die Feder 23 erst beim Schliessen
der Druckplatte 2 gespannt wird. Im übrigen entspricht die Ausführungsform nach Fig.
3 jener nach den Fig. 1 und 2.
1. Flügelzellenpumpe zum Fördern von pastösen Lebensmitteln, umfassend ein Gehäuse
(1), an welchem eine Druckplatte (2) lösbar befestigt ist, einen im Gehäuse (1) gehaltenen
Führungsring (5), eine innerhalb des Führungsrings (5) angeordnete Führungskurve
(20), eine mit einer Antriebswelle (10) drehfest verbundene Schieberführung (11) mit
mehreren radialen Schlitzen (14), in welchen Schieber (15) radial beweglich geführt
sind, wobei die Schieber (15) aussen durch den Führungsring (5) und innen durch die
Führungskurve (20) geführt sind und die Führungskurve (20) in einer festen radialen
Richtung durch eine Feder (23) gegen den Führungsring (5) vorbelastet ist, und wobei
zwischen dem Führungsring (5) und der Schieberführung (11) ein Förderraum (17) gebildet
ist, der sich gegen eine Austrittsöffnung (5) verengt, dadurch gekennzeichnet, dass
in den Schiebern (15) längs ihren radial äusseren, am Führungsring (5) gleitenden
Kanten (35) ein Kunststoffprofil (37) eingesetzt ist.
2. Pumpe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (23) in einer radialen
Bohrung (22) der Führungskurve (20) angeordnet ist und sich über einen in der Bohrung
(22) verschiebbaren Bolzen (24) abstützt.
3. Pumpe nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Bolzen (24) auf einem koaxial
mit der Antriebswelle (10) verbundenen Ansatz (26) abgestützt ist.
4. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Druckplatte
(2) um eine Schwenkachse (3) schwenkbar am Gehäuse (1) angebracht ist, dass die Führungskurve
(20) eine diametrale Nut (28) mit rechteckigem Querschnitt aufweist, die mit einem
mit der Druckplatte (2) verbundenen Führungselement (29) geführt ist, und dass die
Längsrichtung der Nut (28) senkrecht zur Schwenkachse (3) angeordnet ist.
5. Pumpe nach den Ansprüchen 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse der radialen
Bohrung (22) in der axialen Mittelebene der Nut (28) angeordnet ist.
6. Pumpe nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Bolzen (24) auf einem
auf dem Ansatz (26) drehbaren und axial verschiebbaren Gleitring (25) abstützt, und
dass der Gleitring (25) gegenüber der Führungskurve (11) gegen Verdrehen und axiale
Verschiebung gesichert ist.
7. Pumpe nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die axiale Mittelebene
der Nut (28) in Drehrichtung (A) der Schieberführung (11) gegenüber der Axialebene
(30) grössten Abstandes zwischen Schieberführung (11) und Führungsring (5) zurückversetzt
ist.
8. Pumpe nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskurve
(20) auf der der Nut (28) abgewandten Seite über einen dem Ansaugbereich zugewandten
Sektor ihrer Peripherie (21) eine Anschrägung (41) aufweist, die mit entsprechenden
Anschrägungen (40) der Schieber (15) beim Einsetzen der Führungskurve (20) zum Spannen
der Feder (23) zusammenwirkt.
9. Pumpe nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungskurve
(11) aus Kunststoff besteht.