[0001] Die Erfindung betrifft eine Frottierstoffwebmaschine mit einer Kettablass-Regelvorrichtung
für die Florkette, mit einem elektrischen Florkettablass-Motor.
[0002] In einer solchen Webmaschine nach der schweizerischen Patentschrift 477583 wird die
Florkette durch eine Walze gespannt gehalten, die an Hebelarmen befestigt um einen
festen Drehpunkt schwenkbar angeordnet ist. Das zur Aufrechterhaltung der Spannung
in der Florkette nötige Drehmoment in der Drehachse der Spannhebel wird durch ein
Gewicht erzeugt, das an einem Zusatzarm an einem Spannhebel hängt. Dieser Zusatzarm
trägt auch einen Kontaktgeber, der nach Verschwenken der Spannvorrichtung einen Kontakt
in einem elektrischen Stromkreis schliesst und den Kettablassmotor einschaltet. Wenn
die Spannung in der Florkette erhöht werden soll, werden die elektrischen Kontakte
um ein bestimmtes Mass von der Kontaktplatte wegbewegt, so dass der elektrische Kontakt
zum Einschalten des Kettablassmotors bei einem anderen Schwenkwinkel der Spannhebel
entsteht. In dieser anderen Stellung des Spannhebels wird aber durch den erwähnten
Arm ein zusätzliches Gewicht von einer Auflage hochgehoben, so dass das Drehmoment
an der Hebelachse in diesem Fall grösserwird, wodurch auch die Florkettspannung steigt.
[0003] Diese Vorrichtung hat den Nachteil, dass der Zeitpunkt der Spannungserhöhung durch
die Verschiebung der erwähnten Kontakte nicht genau vorherbestimmbar ist, da er von
der Stellung der Spannhebel im Augenblick des Wegbewegens der Kontakte abhängig ist.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Frottierstoffwebmaschine zu schaffen,
bei der die Spannungserhöhung in der Florkette in einem vorherbestimmten Zeitpunkt
eintritt. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass zur sporadischen
Erhöhung der Florkettspannung eine den Motor auf Rückwärtslauf umschaltende Steuereinrichtung
vorgesehen ist, welche von einem Steuerprogramm abhängig ist.
[0005] Hierdurch wird es möglich, vollständig glattgewebte, schlingenfreie Bordüren sowie
saubere Ränder der Bordüren gegenüber den Frottierpartien zu erhalten.
[0006] Die Spannungserhöhung für das Glattweben lässt sich bei entsprechender Gestaltung
der die Florkettspannung erzeugenden Spannelemente auf einfache Weise erzielen, indem
z.B. der Florkettspannbaum bei Rückwärtslauf des Motors auf eine Auflauffeder aufläuft.
Weitere Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
in Verbindung mit der Zeichnung und den Ansprüchen.
Fig. 1 ist ein schematischer Schnitt durch eine erfindungsgemäss ausgebildete Frottierstoffwebmaschine,
Fig. 2 ist ein zugehöriger Detailschnitt in grösserem Massstab,
Fig. 3 und 4 veranschaulichen zugehörige Einzelheiten in noch grösserem Massstab.
[0007] Die als Ganzes mit 1 bezeichnete Webmaschine enthält einen Grundkettbaum 2, von dem
die Kette 3 über einen Grundkett-Spannbaum 4, einen Kettfadenwächter 5 zum Webfach
6 geführt ist: Dieses ist durch Schäfte 7 gebildet, von denen in Fig. 1 nur zwei dargestellt
sind. Der Gewebeanschlag liegt bei 8. Das Gewebe 9 wird über eine Umlenkwalze 10,
eine Warenabzugswalze 11 und eine weitere Umlenkwalze 12 auf einen Warenbaum 13 gewickelt.
[0008] Von einem Florkettbaum 14 wird die unter niedrigerer Spannung stehende Florkette
15 abgewikkelt und über eine ortsfest angeordnete, drehbare Umlenkwalze 16, einen
Florkett-Spannbaum 17, eine ortsfest angeordnete, drehbare Umlenkwalze 18 und einen
Florkettfadenwächter 19 zum Webfach 6 geführt. Von hier aus läuft die Florkette zusammen
mit der Grundkette 3 in Fig. 1 nach rechts.
[0009] Der Florkettspannbaum 17 ist in einem U-förmigen Ende von Schwenkarmen gelagert,
von denen in Fig. 2, nur einer sichtbar und mit 21 bezeichnet ist. Jeder Schwenkarm
21 ist auf einem Tragrohr 61 befestigt, das unter Zwischenlage von Kugellagern 62
drehbar auf einem an der Achse 22 angebrachten Wellenstumpf 63 gelagert ist. Somit
ist der Schwenkarm 21 um die Achse 22 schwenkbar, die im Maschinengestell 23 angeordnet
ist. Ferner steht jeder Schwenkarm 21 unter der Wirkung einer Spiralfeder 24, deren
eines, hakenförmiges Ende 25 über einen mit Arm 21 verbundenen Stift 40 mit dem Schwenkarm
21 und deren anderes Ende 26 mit einem um die Achse 22 schwenkbaren Handhebel 27 verbunden
ist. Mit 49 ist ein ortsfester Anschlag für den Schwenkhebel 21 bezeichnet.
[0010] Während des normalen Frottier-Webbetriebes wird die Florkette 15 durch Einstecken
einer Anschlagschraube 31 in eines der im Gestell 23 der Webmaschine angebrachten
Löcher 32 auf eine passende, relativ niedrige Spannung gebracht. Zu diesem Zweck wird
der Handhebel 27 aus der in Fig. 2 strichpunktiert wiedergegebenen Position 27a in
die ausgezogen dargestellte Betriebsstellung 27 geführt, in der der Florkettspannbaum
17 in der in Fig. 2 wiedergegebenen Spannstellung ist.
[0011] Der Florkettablass (Pfeil 41a) wird in der Weise geregelt, dass ein elektrischer
Kettablass-Regelmotor 33 von einem ortsfest am Maschinengestell angebrachten Sensor
34 aus über eine Leitung 64 und eine elektronische Programmsteuereinrichtung 20 Signale
für den jeweiligen, rascheren bzw. langsameren Ablass von Florkette 15 erhält. Wenn
der Florkettspannbaum 17 beispielsweise in Fig. 4 weiter nach rechts rückt, so tritt
hauptsächlich der die durch die Stufe 71 getrennten Flächen 72, 73 enthaltende Bereich
74 eines auf dem Schwenkarm 21 befestigten Steuerblokkes 36 in Wirkungsverbindung
mit dem Sensor 34. Von diesem aus wird dadurch ein entsprechendes Signal für geringeren
Kettablass auf den Kettablass-Motor 33 gegeben.
[0012] Rückt umgekehrt der Florkettspannbaum 17 in Fig. 4 nach links, so rückt hauptsächlich
die benachbarte Fläche 48 vor den Sensor 34, so dass von diesem aus ein Signal auf
den Motor 33 für rascheren Florkettablass gegeben wird.
[0013] Soll eine glatt gewebte Partie, z.B. Bordüre gewebt werden, so wird von der die Schäfte
7 antreibenden Kartenschaftmaschine 38 über einen ortsfest angebrachten Sensor 39,
eine Leitung 67, die Steuereinrichtung 20 und eine Leitung 68 ein Signal auf den Elektromotor
33 zur Umsteuerung (Rückwärtslauf) des Motors gegeben. Dadurch wird der Florkettbaum
14 vorübergehend entsprechend dem gestrichelten Pfeil 41 (Fig. 1, 2) gedreht, wodurch
der Schwenkarm 21 in Fig. 1, 2 im Uhrzeigersinn verschwenkt wird. Er rückt dadurch
aus der in Fig. 2 ausgezogen dargestellten Frottierwebposition 21 in die strichpunktiert
wiedergegebene Stellung 21a, in der er auf eine bei 43 ortsfest am Maschinengestell
befestigte, einen Klotz 69 tragende Blattfeder 44 aufschlägt und diese entsprechend
Fig. 2 in eine strichpunktiert dargestellte Glattwebposition 44a drückt. Hierdurch
wird die Spannung in der Florkette 15 plötzlich, z.B. innerhalb von einer Sekunde
von 10 Gramm pro Florkettfaden (Florbetrieb) auf 40 Gramm pro Florkettfaden erhöht.
[0014] Unter der erhöhten Spannung der Florkette 15 wird nunmehr glatt weitergewoben, das
Riet 45 führt lauter Vollanschläge aus. Im Gewebe entstehen keine Frottierschlingen
mehr. Der Motor 33 läuft nach dem kurzfristigen Rückwärtslauf und der sporadischen
Spannungserhöhung in der Florkette 15 wieder vorwärts, so dass der Florkettbaum 14
entsprechend Pfeil 41 a dreht.
[0015] Die Kettablassregelung während des Glattwebens erfolgt in ganz entsprechender Weise
durch den nunmehr vor den Sensor 34 rückenden Bereich 48 des Steuerblockes 36. Der
Bereich 48 enthält die beiden durch die Stufe 75 getrennten Flächen 76, 77.
[0016] Soll wieder von Glattweben auf Frottierweben umgeschaltet werden, so erhält der Motor
33 von der Kartenschaftmaschine 38 her über den Sensor 39 und die Steuereinrichtung
20 ein Signal zum vorübergehenden Eilvorlauf, wodurch der Florkettbaum 14 kurzfristig
in Richtung des Pfeiles 41a im Eillauf vorwärts gedreht wird. Hierdurch wird die Spannung
in der Florkette 15 wieder erniedrigt, der Schwenkhebel 21 und der Florkettspannbaum
17 rücken in die in Fig. 2 ausgezogen dargestellte Frottierwebposition. Der normale
Frottierbetrieb unter Weben von Schlingen setzt sich, nachdem der Bereich 74 wieder
vor den Sensor 34 gerückt ist, fort.
1. Frottierstoffwebmaschine mit einer Kettablass-Regelvorrichtung für die Florkette
(15), mit einem elektrischen Florkettablass-Motor (33), dadurch gekennzeichnet, dass
zur sporadischen Erhöhung der Florkettspannung eine den Motor (33) auf Rückwärtslauf
umschaltende Steuereinrichtung (20) vorgesehen ist, welche von einem Steuerprogramm
abhängig ist.
2. Maschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen von der Fachbildungsvorrichtung
(38) der Webmaschine aus gesteuerten Sensor (39), von dem aus ein Rückwärtslaufsignal
an die Steuereinrichtung (20) entsprechend dem Webprogramm der Maschine abgebbar ist.
3. Maschine nach den Ansprüchen 1 bis 2, gekennzeichnet durch eine Auflauffeder (4)
für den Florkett-Spannbaum (17), auf welche Feder (44) dieser bei Rückwärtslauf des
Florkett-Ablassmotors (33) auflaufen kann.
1. A terrycloth loom having a let-off-adjusting motion for the pile warp (15), the
motion comprising an electric motor (33), characterised in that to sporadically increase
pile warp tension a control system (20) is provided which reverses the motor (33)
and which is dependent upon a control program.
2. A loom according to claim 1, characterised by a sensor (39) which is controlled
by the loom shedding motion (38) and which is adapted to transmit a reversing signal
to the control system (20) in accordance with the weaving program of the loom.
3. A loom according to claims 1 and 2, characterised by a resilient abutment (44)
which co-operates with the pile warp tensioning beam (17) and which can strike the
same when the pile warp let-off motor (33) runs in reverse.
1. Machine à tisser les tissus éponge, présentant un dispositif dérouleur et régulateur
de la chaîne de poil (15) muni d'un moteur électrique (33) dérouleur de chaîne de
poil, caractérisée par le fait qu'il est prévu, pour augmenter sporadiquement la tension
de la chaîne de poil, un dispositif de commande (20) qui commute le moteur (33) sur
la marche arrière et est dépendant d'un programme de commande.
2. Machine selon la revendication 1, caractérisée par un détecteur (39) qui est commandé
à partir du dispositif (38) formateur de foule de la machine à tisser, à partir duquel
un signal de marche arrière peut être appliqué au dispositif de commande (20) d'une
manière correspondant au programme de tissage de la machine.
3. Machine selon les revendications 1 et 2, caractérisée par un ressort de montée
(44) pour l'ensouple (17) de chaîne de poil, ressort (44) sur lequel cette ensouple
peut monter lors de la marche arrière du moteur (33) dérouleur de chaîne de poil.