[0001] Thermisch beschriftbare Materialien verwendet man üblicherweise in Form von mit einer
Thermoschicht versehenen Papieren. Dieses Thermopapier wird in Thermodruckern verarbeitet,
wobei durch kurzzeitiges Erhitzen der Thermoschicht ein Farbumschlag und so Schriften
oder Grafiken erzeugt werden. Vorteile der Thermobeschriftung sind vor allem die geringe
Geräuschentwicklung und die hohe Druckgeschwindigkeit bei der Darstellung von grafisch
beliebig gestalteten Drucken.
[0002] Nachteile der Thermobeschriftung sind die geringe Lichtechtheit sowie die chemische
Empfindlichkeit der erzeugten Schriften. Um die Beständigkeit der Thermobeschriftung
gegen chemische Einflüsse, insbesondere gegen Wasser, Öl, Weichmacher und organische
Lösungsmittel zu verbessern, ist es bekannt, auf die Thermoschicht eine Schutzschichte
aufzubringen.
[0003] In einem bekannten Fall besteht diese Schutzschichte aus Polyvinylalkohol, welcher
auch meist bei der Aufbringung der Thermoschicht als Bindemittel für die thermoreaktiven
Substanzen verwendet wird.
[0004] Man erreicht dadurch jedoch nur eine geringfügige Verbesserung der chemischen Beständigkeit.
Weitere Probleme sind, dass bei der Aufbringung des Deckstriches schwierige Bedingungen
herrschen, da das Thermopapier ein zweites Mal in der Beschichtungsmaschine durch
einen Trockenkanal geführt werden muss. Bei dieser Trocknung besteht die Gefahr, dass
die Thermoschicht durch Überhitzung zerstört wird.
[0005] In der DE-A-3312716 ist ein Verfahren beschrieben, bei der über einer Thermoschicht
eine Schutzschichte gebildet wird, welche mit einem Elektronenstrahl ausgehärtet worden
ist.
[0006] Ein derartiges Beschichtungsverfahren ist nur mit einem beträchtlichen apparativen
Aufwand und entsprechenden Schutzmassnahmen für das Bedienungspersonal durchzuführen.
[0007] In der genannten Veröffentlichung ist auch die JP-A-56 67 293 erwähnt. Darin ist
ein Verfahren beschrieben, bei dem nach der optischen Codierung der Themoschicht,
d.h. also nach der Einfärbung derselben, auf die Thermoschicht ein UV-Lack aufgetragen
und als Schutzschicht ausgehärtet wird. Als Nachteile dieses Verfahrens werden genannt,
dass die Strahlungswärme einer UV-Lampe unerwünschte Farbe auf der Thermoschicht erzeugen
kann, der UV-Lack nur eine geringe Beständigkeit besitzt, lange Zeit zur Härtung benötigt
und einem so hergestellten Produkt ein starker Geruch anhaftet.
[0008] In der DE-A-3312 716 ist ein Vergleichsbeispiel Nr. 6 beschrieben, bei dem auf ein
wärmeempfindliches Aufzeichnungspapier ein UV-Lack als Schutzschichte aufgetragen
wurde. Dieser UV-Lack wurde für 10 Sekunden unter Verwendung einer 80-W-Hochdruck-Quecksilberlampe
bestrahlt und dadurch ausgehärtet. Auf dem so hergestellten Thermopapier wurden Farbbilder
unter Verwendung eines Testgerätes mit einerTemperatur von 130°C und 10 Sekunden Einwirkungsdauer
erzeugt. Diese Farbbilder wiesen eine Anfangsbilddichte von 1,15 und eine Hintergrunddichte
von 0,20 auf.
[0009] Der Erfindung lag die Aufgabe zugrunde, ein als Ticket, Ausweiskarte od.dgl. verwendbares
Material zu schaffen, d.h. eine Karte, deren optische Codierung zeitlich und örtlich
von der Herstellung getrennt erfolgt. Die optische Codierung soll gegenüber chemischen
Beanspruchungen beständig sein und eine ausgezeichnete Lichtechtheit aufweisen. Weiters
soll das Material in eine Codiereinrichtung einsetzbar sein, die auf Grund eines gegebenenfalls
exponierten Aufstellungsortes möglichst einfach und wartungsfrei ausgebildet ist.
[0010] Gelöst wird diese Aufgabe durch ein optisch codierbares, flächenförmiges Ticket,
bestehend aus einem Grundkörper, welcher zumindest einseitig mit einer Thermoschichte
und einer die Thermoschichte abdeckenden Schutzschichte versehen ist, wobei das Ticket
dadurch optisch codierbar ist, dass die Thermoschichte mittels eines Thermodruckers
durch die Schutzschichte hindurch kurzzeitig erhitzbar und so ei:n Farbumschlag erzielbar
ist, und wobei die Schutzschichte ein durch UV-Bestrahlung ausgehärteter UV-Lack (Acrylpolymerisat)
ist.
[0011] Die Erfindung geht von der Überlegung aus, dass die erwarteten Eigenschaften der
optischen Codierung nur bei Bildung einer Schutzschichte über der Thermoschichte erzielt
werden können. Um eine einfache Ausbildung der Codiereinrichtung sicherzustellen,
ist es erforderlich, dass die Thermoschichte durch die Schutzschichte hindurch erhitzt
wird, d.h. dass das Ticket bereits als fertiger Rohl'ing in die Codiereinrichtung
eingeführt und optisch codiert wird.
[0012] Weiters hat die Erfindung unter Überwindung des vorstehend genannten Vorurteils erkannt,
dass zur Bildung einer Schutzschichte ein UV-Lack dann hervorragend geeignet ist,
wenn bei der Auftragung desselben verhindert wird, dass der UV-Lack in dieThermoschichte
eindringt und so deren Farbbildungsfähigkeit beeinträchtigt. Dies kann durch Beaufschlagung
des UV-Lackes mit höchstmöglicher Bestrahlungsenergie und kürzester Zeitdauer erreicht
werden. Durch die unmittelbar an die Auftragung anschliessende Aushärtung innerhalb
Bruchteilen von Sekunden wird auch eine vorzeitige Verfärbung der Thermoschicht verhindert,
da die Thermoschicht durch ihre Wärmeträgheit des Grundkörpers geschützt ist.
[0013] Insbesondere weist ein so hergestelltes, optisch codiertes Ticket eine praktisch
hundertprozentige Beständigkeit gegenüber Wasser, Weichmacher, Ölen, Fetten, Lösungsmitteln
und dergleichen auf. Auch die Lichtechtheit ist wesentlich verbessert.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Schutzschichte
aus zumindest zwei dünnen Filmen besteht. Dadurch kann der an die Thermoschichte angrenzende
Film im Hinblick auf gute Haftung und chemische Verträglichkeit mit der Thermoschichte
optimiert werden, während der der zu beschriftenden Oberfläche bzw. dem Thermodrucker
zugewandte Film im Hinblick auf chemische Beständigkeit, Hitzefestigkeit und die sonstigen
vom Thermodrucker bedingten Eigenschaften optimiert werden kann.
[0015] Von Vorteil ist, wenn der aussenliegende Film der Schutzschichte ein Gleitmittel
enthält. Besonders geeignet ist ein Siliconöl oder ein Siliconharz in einer Menge
von 1 -10% des Filmgewichtes.
[0016] Weiters ist es von Vorteil, wenn der Grundkörper des Tickets eine Kunststoffolie
ist, so dass die Thermoschichte auch von der Rückseite her gegenüber chemischen Beanspruchungen
geschützt ist.
[0017] Nach einem bevorzugten Verfahren zur Herstellung des Tickets ist vorgesehen, dass
der an die Thermoschichte angrenzende Film in zähflüssiger oder pastöser Form aufgetragen
wird, um ein Eindringen in die Thermoschichtzu verhindern. Damit wird die optimale
Fähigkeit der Thermoschicht zur Farbbildung erhalten.
[0018] Der zweite Film der Schutzschichte kann nun als dünnflüssiger, mit einem Siliconöl
oder einem Siliconharz als Gleitmittel für den Thermodrucker versetzter UV-Lack aufgetragen
werden. Durch die Sperrwirkung des ersten Filmes wird verhindert, dass die Thermoschicht
insbesondere durch das Siliconöl oder Siliconharz beeinträchtigt wird.
[0019] Weiters ermöglicht dieses Herstellungsverfahren, dass das Ticket gefahrlos bedruckt
werden kann, indem die Druckfarben zwischen dem ersten und dem zweiten Film der Schutzschichte
aufgebracht werden. Das Ticket ist bei der Bedruckung durch den ersten Film gegen
eine Beeinträchtigung der Thermoschichte durch die Druckfarben geschützt.
[0020] Bevorzugt wird die Schutzschichte in einem Hochdruckverfahren, insbesondere im direkten
oder indirekten Buchdruck aufgetragen und durch UV-Bestrahlung ausgehärtet. Dieses
Verfahren hat den Vorteil, dass der UV-Lack in zähflüssiger oder pastöser Form mit
niedrigen Auftragsgewichten aufgetragen werden kann, und dass trotzdem ein geschlossener,
porenfreier Film entsteht.
[0021] Weiters ist nach einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass der zweite Film
der Schutzschichte nur selektiv an Teilen der Oberfläche aufgetragen wird.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert,
das die Herstellung von mittels Thermodruckern beschrifteten Tickets, Ausweiskarten
oder ähnlichem beschreibt.
[0023] Das optisch codierbare Material verwendet als Grundkörper 1 eine homogene PVC-Folie.
Es sind auch andere Materialien hiefür einsetzbar, beispielsweise Folien aus Polyester,
Polyäthylen oder reissfeste bzw. synthetische Papiere.
[0024] Auf diesem Grundkörper befindet sich einseitig eine Thermoschicht 3, welche in einem
Streichverfahren mit anschliessender Lufttrocknung aufgebracht wurde. Die Thermoschicht
besteht in der Regel aus einem wasserfesten Bindemittel, in wel - chem thermoreaktive
Substanzen eingelagertsind.
[0025] Auf die Thermoschicht 3 ist eine Schutzschicht aufgebracht. Diese Schutzschicht besteht
aus zwei dünnen Filmen 4 und 5. Der unmittelbar auf der Thermoschicht aufliegende
Film 4 wird vorteilhaft mit einer Offset-Druckmaschine im indirekten Buchdruck ganzflächig
aufgetragen und durch UV-Strahlung ausgehärtet. Da die Zeit zwischen Auftragung und
Aushärtung relativ kurz ist (Bruchteile von Sekunden), tritt praktisch keine Beeinträchtigung
der Thermoschicht ein.
[0026] Hiezu ist es vorteilhaft, wenn der UV-Lack in zähflüssiger oder pastöser Form aufgetragen
wird, um ein Eindringen in dieThermoschichtzu verhindern. Die Auftragsmengen liegen
vorteilhaft zwischen ein und fünf Gramm pro Quadratmeter.
[0027] Auf diesen ersten Film 4 der Schutzschichte wird nun ein zweiter Film 5 aufgetragen,
welcher wiederum aus einem UV-Lack besteht. Dieser Lack für den zweiten Film 5 enthält
1 % bis 5% Siliconöl oder Siliconharz, um eine wasserabweisende Wirkung zu erzielen
und die Gleiteigenschaften des Thermodruckkopfes zu verbessern.
[0028] Den zweiten Film 5 der Schutzschicht kann man selektiv auf die Oberfläche auftragen,
um beispielsweise gezielt mit Kugelschreiber, Bleistift od.dgl. beschriftbare Flächen
zu schaffen, indem diese Flächen nicht mit dem zweiten Film 5 beschichtet werden.
Die UV-Lacke werden in der Regel transparent aufgetragen. Es ist aber auch eine transparente
Einfärbung möglich.
[0029] Soll das optisch codierbare Ticket beispielsweise farbig bedruckt werden, so werden
die Druckfarben zwischen dem ersten Film 4 und dem zweiten Film 5 der Schutzschichte
aufgebracht.
[0030] Ein derartausgebildetesTicket lässt sich mit herkömmlichen Thermodruckern problemlos
kennzeichnen oder beschriften. Die thermisch erzeugte Beschriftung ist sehr beständig
und gegen Öle, Fette und Lösemittel (beispielsweise Alkohol oder Aceton) unempfindlich.
Auch die Lichtechtheit ist wesentlich verbessert.
1. Optisch codierbares, flächenförmiges Ticket, bestehend aus einem Grundkörper, welcher
zumindesteinseitig mit einerThermoschichte und einer die Thermoschichte abdeckenden
Schutzschichte versehen ist, wobei das Ticket dadurch optisch codierbar ist, dass
die Thermoschichte mittels eines Thermodruckers durch die Schutzschichte hindurch
kurzzeitig erhitzbar und so ein Farbumschlag erzielbar ist, und wobei die Schutzschichte
ein durch UV-Bestrahlung ausgehärteter UV-Lack (Acrylpolymerisat 4,5) ist.
2. Ticket nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschichte aus zumindest
zwei dünnen Filmen (4,5) besteht.
3. Ticket nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein aussenliegender
Film (5) der Schutzschichte ein Gleitmittel, vorzugsweise ein Siliconöl oder Siliconharz
in einer Menge von 1 % bis 10% des Filmgewichtes, enthält.
4. Ticket nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper
(1) eine Kunststoffolie, insbesondere eine PVC-Folie ist.
5. Verfahren zur Herstellung eines optisch codierbaren Tickets nach einem der Ansprüche
1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschichte in einem Hochdruckverfahren,
insbesondere im direkten oder indirekten Buchdruck, aufgetragen und unmittelbar anschliessend
durch UV-Bestrahlung gehärtet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein erster Film in Form
eines pastösen UV-Lackes,vorzugsweisemiteinem Flächengewicht von 1 bis 3 g/m2, aufgetragen und dass ein zweiter Film in Form eines mit einem Gleitmittel versetzten
UV-Lackes, vorzugsweise mit einem Auftragsgewicht von 2 bis 5 g/m2, aufgetragen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Film nur selektiv
an Teilen der Oberfläche aufgetragen wird.
1. An optically codable ticket in sheet form comprising a main body which is provided
on at least one side with a thermal layer and a protective layer covering the thermal
layer, wherein the ticket is optically codable in that the thermal layer can be briefly
heated through the protective layer by means of a thermal printer and in that way
a change in colour can be produced, and wherein the protective layer is a UV-Iacquer
(acrylic polymer, 4,5) which is cured by UV-irradiation.
2. A ticket according to Claim 1, characterised in that the protective layer comprises
at least two thin films (4, 5).
3. A ticket according to Claim 1 or Claim 2, characterised in that an outer film (5)
of the protective layer contains a lubricant, preferably a silicone oil or silicone
resin, in an amount of from 1 % to.1 0% of the weight of the film.
4. A ticket according to one of Claims 1 to 3, characterised in that the main body
(1) is a plastic foil, in particular a PVC foil.
5. A method of manufacturing an optically codable ticket according to one of Claims
1 to 4, characterised in that the protective layer is applied in a high-pressure process,
in particular in direct or indirect printing, and is immediately thereafter cured
by UV-irradiation.
6. A method according to Claim 5, characterised in that a first film in the form of
a pasty UV-Iacquer is applied, preferably with a weight in relation to surface area
of from 1 to 3 g/m2, and that a second film in the form of a UV-Iacquer which is mixed with a lubricant
is applied, preferably with a weight of application of from 2 to 5 g/m2.
7. A method according to Claim 6, characterised in that the second film is only selectively
applied to parts of the surface.
1. Ticket pouvant être codé optiquement, possédant une certaine étendue plane et constitué
par un corps de base qui est équipé, sur au moins une face, d'une couche thermosensible
et d'une couche de protection recouvrant la couche thermosensible, le ticket pouvant
être codé optiquement grâce au fait que la couche thermosensible peut être chauffée
pendant un bref intervalle de temps au moyen d'une imprimante thermique, à travers
la couche de protection, et que l'on peut obtenir ainsi un virage de couleur, et la
couche de protection étant formée par une laque sensible aux ultraviolets (polymère
acrylique 4, 5) durcie par irradiation aux ultraviolets.
2. Ticket selon la revendication 1, caractérisé en ce que la couche de protection
est constituée par au moins deux pellicules minces (4, 5).
3. Ticketselon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'une pellicule extérieure
(5) de la couche de protection contient un agent antifriction, de préférence une huile
au silicone ou une résine au silicone en une quantité comprise entre 1 % et 10% du
poids de la pellicule.
4. Ticket selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le corps de
base (1 ) est une feuille de matière plastique, notamment une feuille de PVC.
5. Procédé pour fabriquer un ticket pouvant être codé optiquement, selon l'une des
revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on dépose la couche de protection, selon
un procédé sous vide poussé, notamment par typographie directe ou indirecte, et qu'aussitôt
après on la fait durcir au moyen d'une irradiation aux ultraviolets.
8. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce qu'on dépose une première pellicule
sous la forme d'une laque pâteuse sensible aux ultraviolets, possédant un poids superficiel
compris entre 1 et 3 g/m2, et qu'on dépose une seconde pellicule sous la forme d'une laque sensible aux ultraviolets,
portant un agent antifriction, avec un poids d'enduction compris entre 2 et 5 g/m2.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'on dépose la seconde pellicule
uniquement de façon sélective sur des parties de la surface.