[0001] Die Erfindung betrifft ein Durchführungsstück nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 und ein Verfahren zu seiner Anbringung.
[0002] Derartige Durchführungsstücke sind bei den üblichen Elektro-Kochplatten mit aus
Gußmaterial bestehenden Kochplattenkörper üblich und beispielsweise aus der DE-PS
1 291 032 bekannt. Diese Durchführungsstücke haben eine umlaufende Schulter, mit der
sie von dem Abdeckblech gegen die Unterseite der die Beheizung einschließenden Einbettung
gedrückt werden. Sie stehen dadurch in Wärmekontakt mit der Beheizung und heizen sich
relativ schnell auf.
[0003] Andererseits sind auch schon Durchführungsstücke bekanntgeworden, die nur von den
sie durchdringenden Drähten gehalten wurden und nicht umittelbar auf der Einbettung
abgestützt waren. Sie erfordern jedoch einen anderen, außerhalb der Abdeckplatte angeordneten
Sockel, um einen sicheren Halt zu gewährleisten (DE-PS 26 20 004).
[0004] In jedem Falle mußte die Montage so vor sich gehen, daß die Durchführungsstücke auf
die Leitungen von Hand aufgefädelt und in ihre Position geschoben wurden, bevor das
Abdeckblech über das Druchführungsstück gefädelt und dann befestigt wurde. Diese Montage
war sehr aufwendig und ließ sich nicht automatisieren.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Durchführungsstück zu schaffen, daß bei vergleichbarer
elektrischer und mechanischer Sicherheit und Festigkeit eine leichtere und ggf. automatische
Montage ermöglicht.
[0006] Diese Aufgabe wird durch das Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst.
[0007] Nunmehr kann das Durchführungsstück zuerst am Abdeckblech befestigt werden, das dann
gemeinsam mit dem Durchführungstück mit den Enden der Anschlußleitungen, die ja üblicherweise
aus massivem Draht bestehen, gesteckt werden kann. Dabei ist vorzugsweise das Durchführungsstück
ein relativ flaches plattenförmiges Stück, das mittels abgebogener Haltelaschen am
Deckel angebracht wird und einen ganz erheblichen Abstand von der Unterseite der Beheizung
hat. Dadurch hat das Durchführungstück auch eine relativ geringe thermische Masse.
[0008] Bisher war angenommen worden, daß das Anschlußstück stets unmittelbaren Wärmekontakt
zur Unterseite der Beheizung haben sollte, um sich schnell aufzuheizen und zu vermeiden,
daß in der Aufheizphase Feuchtigkeit am Durchführungstück kondensiert und die elektrische
Sicherheit (Ableitströme) unzulässig beeinträchtigt. Es hat sich gezeigt, daß dies
bei der Erfindung nicht auftritt, was offensichtlich an der Plattenform mit relativ
großer der Beheizung zugewandter Fläche im Vergleich zur thermischen Masse liegt.
[0009] Die automatische Montage kann nach einem bevorzugten Verfahren automatisch montiert
werden, indem die Anschlußleitungen nach der Befestigung des Durchführungsstückes
am Abschlußdeckel mittels eines Greifers automatisch erfaßt und ausgerichtet werden,
so daß das Durchführungstück zusammen mit dem Abschlußdeckel darübergefädelt werden
kann.
[0010] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung sind in den Unteransprüchen und der nachfolgenden
Beschreibung im Zusammenhang mit der Zeichnung näher erläutert, wobei einzelne Merkmale
für sich allein oder in ihrer Kombination vorteilhafte Ausführungen ergeben können
und auch bei anderen Anwendungen vorteilhaft eingesetz werden können.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher
erläutert.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 einen vertikalen Teilschnitt etwa nach der Linie I in Fig. 2,
Fig. 2 eine Unteransicht eines Teils einer Kochplatte mit Durchführungsstück,
Fig 3 einen Schnitt durch Durchführungsstück und einen Teil des Abdeckblechs vor der
Montage aneinander und
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV in Fig. 2.
[0013] In Fig. 1 ist eine Elektrokochplatte 11 teilweise gezeigt, die einen aus Eisenguß
bestehenden Kochplattenkörper 12 mit einer oberen geschlossenen, ebenen Kochfläche
13 und einem im Randbereich umlaufenden, abwärtsgerichteten flanschartigen Rand 14
aufweist. An der Unterseite des Kochplattenkörpers 12 sind in spiralförmig angeordneten
Nuten 15 aus Drahtwendeln bestehende Heizwiderstände 16 in einer ursprünglich schüttfähigen,
verdichteten, elektrisch isolierenden Einbettmasse 17 angeordnet. Sie sind über aus
der Einbettmasse herausragende Anschlußstifte 18 mit Anschlußleitungen 19 verbunden,
die aus massiven Drähten bestehen.
[0014] Die Unterseite der Kochplatte ist durch einen aus verformten Blech bestehenden Abschlußdeckel
20 abgeschlossen, der sich auf dem Rand 14 abstützt und einen unterhalb der Beheizung
liegenden Innenraum 21 abschließt, der üblicherweise ringförmig ist.
[0015] An dem Abschlußblech 20 ist ein Durchführungsstück 22 befestigt, das aus hoch wärmefesten
Isoliermaterial, beispielsweise Steatit. Es hat die Form eines langgestreckten, plattenförmigen
Körpers mit abgerundeten Schmalseiten 23. Durch eine umlaufende Schulter 24 (Fig.
4) stützt es sich im Bereich einer Öffnung 25 des Abschlußdeckels ab, das an dieser
Stelle eine zum Kochplattenkörper 12 hin eingeprägte Vertiefung 26 hat. Dadurch ragt,
wie aus Fig. 1 zu erkennen ist, das Durchführungsstück 22 nicht über die untere Randkante
27 des Randes bzw. des daraufliegenden Abschlußdeckels 20 nach unten und auch die
durch das Durchführungstück 22 geführten Anschlußdrähte liegen noch oberhalb dieser
unteren Randkante. Das ist für die Verpackung zum Transport sehr wichtig.
[0016] Das Durchführungsstück 22 hat mehrere, im vorliegenden Beispiel vier Durchführungsöffnungen
28 in Form von in einer Reihe liegenden runden oder ovalen Löchern, die von der inneren
Flachseite 29 zur äußeren Flachseite 30 verlaufen und an ihren inneren, d. h. dem
Kochplattenkörper 12 zugewandten Seiten trichterförmige Einführschrägen 31 haben.
Im Bereich der Außenseiten 30 sind quer zur Längserstreckung des Durchführungstückes
22 nut- oder rillenartige Vertiefungen 32 vorgesehen, in denen, wie dargestellt, die
an der Unterseite der Kochplatte zum Umfang hin abgebogenen Anschlußleitungen 19 liegen
und geführt sind. Auch dadurch wird die Bauhöhe verringert.
[0017] An den beiden Schmalseiten 23 hat das Durchführungsstück 22 rechteckige Ausnehmungen
33, die von der unteren Flachseite 30 bis etwas über die Höhe der Schulter 24 reichen
und soweit in das Durchführungsstück hineingreifen, daß der abgesetzte, innere Teil
des Durchführungsstückes hintergriffen wird. In diese Ausnehmungen 33 sind Haltelaschen
34 des Abschlußdeckels hineingebogen und legen so das Durchführungsstück direkt am
Abschlußdeckel fest, d. h. ohne daß es zum Halt auf Anschlußleitungen, den Kochplattenkörper
o. dgl. indirekte Halterungsmittel angewiesen wäre.
[0018] Die Anschlußleitungen 19, im vorliegenden Fall 4, sind mit den Anschlußstiften 18
verschweißt und ragen durch die Durchführungsöffnungen 28 hindurch und sind dann in
Richtung auf den Außenrand der Kochplatte hin abgebogen.
[0019] Bei der Montage der Kochplatte wird zuerst das Durchführungsstück 22 am Abschlußdeckel
20 befestigt. Am Rand der Öffnung 25 sind die zwei Haltelaschen 34 ausgebildet, jedoch
nach außen (unten) abgebogen, so daß der abgesetzte Teil des Durchführungsstückes
22 oberhalb der Schulter frei durch die Öffnung hindurchgeführt werden kann. Dies
kann mittels entsprechenden Greifvorrichtungen automatisch geschehen. An der das Durchführungsstück
22 tragenden Greifvorrichtung 35, die strichpunktiert angedeutet ist, können Stempel
36 vorgesehen sein, die nach dem Einführen des Durchführungsstücks 22 in die Öffnung
25 nach oben gedrückt werden und dabei die Haltelaschen 34 so umlegen, daß sie in
die Lage nach Fig. 1 kommen und im Zusammenwirken mit der Schulter 24 das Durchführungsstück
22 am Abschlußdeckel 20 direkt festhalten. Einführungsschrägen 37 erleichtern das
Zusammenführen.
[0020] Die somit vormontierte Einheit Abschlußdeckel 20/Durchführungsstück 22 wird nun
ihrerseits durch einen nicht dargestellten Greifer ergriffen und mit der Kochplatte
zusammengeführt. Deren zu diesem Zeitpunkt noch vertikal von der Kochplatte hinweg
stehende Anschlußleitungen 19 werden dabei ebenfalls von einem Greifer erfaßt, der
die vier Leitungen an ihren Enden zu einander ausrichtet und in dieser ausgerichteten
Lage hält. Die Ausrichtung entspricht dabei der Anordnung der Durchführungsöffnungen
28, die so, unterstützt durch die Einführtrichter 31, leicht automatisch zusammengeführt
werden können. Dann wird das Abschlußblech in üblicher Weise befestigt, beispielsweise
durch einen Mittelbolzen, der in einen entsprechenden Gußvorsprung eingeschraubt wird
und die Enden der Anschlußleitungen 19 werden in die in der Zeichnung dargestellte
Lage umgebogen, wo sie relativ dicht über dem Abschlußdeckel 20 liegen. Sie stören
so beim Transport nicht und werden vor dem Einbau der Kochplaten in einen Kochherd,
wenn ein isolierendes Anschlußstück auf die Leitungen aufgebracht wird, automatisch
wieder etwas von dem Abschlußblech abgehoben. Diese Bewegung wird durch die Vertiefungen
32 nicht behindert, die jedoch zu einer guten Parallelführung der Anschlußleitungen
beitragen. Im Ausführungsbeispiel sind die Anschlußleitungen 19 so lang, daß sie bis
nahe an den Kochplattenumfang oder darüber hinaus reichen. Man kann sie aber auch
so kurz machen, daß sie nur wenig aus den Durchführungsöffnungen 28 hinausragen und
dort mit anderen Zuführungsleitungen verschweißt sind, statt umgebogen zu werden.
Diese Zuführungsleitungen liegen dann neben den Anschlußleitungen 19 auf der unvertieften
unteren Fläche 30, d. h. auf sich zwischen den Vertiefungen 32 bildenden Rippen. Dadurch
wird ein gewisser elektrischer Sicherheitsabstand zwischen den Zuführungsleitungen
und dem Abschlußblech 20 sichergestellt.
[0021] Im vorliegenden Beispiel enden die Anschlußleitungen innerhalb des Kochplattenrandes.
Das Durchführungsstück und das Verfahren zur Herstellung ist aber auch für längere
Anschlußleitungen bestens geeignet, weil die Enden ohnehin von einem Greifer erfaßt
und ausgerichtet werden und nach der Auffädelung und Öffnung und Zurückziehen des
Greifers der Abschlußdeckel dann von selbst in die richtige Lage fällt. Dazu ist es
jedoch erforderlich, daß das Durchführungsstück 22, wie beschrieben, fest und direkt
an dem Abschlußdeckel angebracht ist. Es ist zu erkennen, daß das Abschlußstück im
Vergleich zu denen nach dem Stand der Technik wesentlich geringere Abmessungen und
vor allem eine geringere thermische Masse hat, so daß es leicht auf die benötigte
Temperatur kommt, um Kondensatbildungen auszuschließen. Es ist auch vorteilhaft, daß
der Raum zwischen dem Durchführungsstück und der Unterseite 40 des Kochplattenkörpers
frei und groß genug ist, um die starren Anschlußleitungen unbehindert verlegen zu
können. Sie müssen also nicht um Teile des Durchführungsstückes herum verlegt werden.
Durch die Vertiefung 26 im Abschlußdeckel läßt sich das Durchführungsstück sogar noch
in Richtung auf das den Kochplattenkörper hin versetzen, um außen eine nicht über
die Randkante 27 nach unten ragende Anordnung zu schaffen. Das Durchführungsstück
selbst, daß aus dem relativ teuren und schwer zu verarbeitenden Isoliermaterial Steatit
hergestellt ist, ist in der Gestaltung einfach und materialsparend in einer nur einfach
geteilten Form herzustellen. Die Dicke des Durchführungsstückes beträgt weniger als
ein Drittel, vorzugsweise nur ein Fünftel der Gesamtlänge.
1. Durchführungsstück zum Hindurchführen von Anschlußleitungen (19) durch einen unteren
Abschlußdeckel (20) einer Elektro-Kochplatte (11), die einen Kochplatten körper (12)
und an dessen Unterseite eingebettete Heizwiderstände (16) aufweist, wobei das Durchführungsstück
(22) aus wärmebeständigem Isoliermaterial besteht, in eine Öffnung (25) des Abschlußdeckels
(20) eingesetzt ist und mehrere Durchführungsöffnungen (28) aufweist, die nach beiden
Seiten des Abschlußdeckels (20) hin offen sind und die Anschlußleitungen (19) aufnehmen,
dadurch gekennzeichnet, daß das Durchführungsstück (22) im Bereich der Öffnung (25)
an dem Abschlußdeckel (20) direkt befestigt ist.
2. Durchführungsstück nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es einen erheblichen
Abstand, vorzugsweise in der Größenordnung der Dicke des Durchführungsstückes (22),
von der Unterseite (40) des Kochplattenkörpers bzw. der Beheizung hat, wobei vorzugsweise
der Abstand etwa die Hälfte der Höhe des Raumes (21) zwischen der Unterseite (40)
des Kochplattenkörpers (12) und dem Abschlußdeckel (20) oder mehr beträgt.
3. Durchführungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kochplattenkörper (12) aus Eisen-Gußmaterial besteht.
4. Durchführungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß es die Form einer in der Ebene des Abschlußdeckels (20) liegenden flachen Platte
hat, deren Dicke weniger als ein Drittel, vorzugsweise ca. ein Fünftel ihrer Länge
beträgt.
5. Durchführungsstück, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß es Halteausnehmungen (33) aufweist, in die Haltelaschen (34)
des Abschlußdeckels eingreifen, wobei vorzugsweise die Haltelaschen in eine nach
außen offene Ausnehmung (33) eingreifen, die vorzugsweise an den beiden Schmalseiten
(23) des oval langgestreckten Durchführungsstückes (22) angeordnet sind.
6. Durchführungsstück, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch
gekennzeichnet, daß es an seiner von dem Kochplattenkörper (12) abgewandten Seite
eine flanschartige Schulter (24) hat, die vorzugsweise in einem in Richtung auf den
Kochplattenkörper hin vertieften Abschlußdeckels (20) aufliegt.
7. Durchführungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchführungsöffnungen (28) trichterförmige Erweiterungen (31) auf ihrer
zum Kochplattenkörper (12) gekehrten Seite haben.
8. Durchführungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Durchführungsöffnungen (28) in einer Reihe angeordnet sind und das Durchführungsstück
(22) an seiner vom Kochplattenkörper (12) abgewandten Seite (30) rillenartige Vertiefungen
(32) aufweist, die quer zur Richtung der Reihe verlaufen, vorzugsweise von einer
Seite des Durchführungsstükkes (22) zur anderen.
9. Durchführungsstück nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß es auf seiner zum Kochplattenkörper (12) gewandten Seite Einführschrägen (37)
an seinen Außenkanten aufweist.
10. Verfahren zur Anbringung eines Abschlußdeckels (20) mit Durchführungsstück (22)
und durch Durchführungsöffnungen (28) darin hindurchgeführten Anschlußleitungen (19)
einer Elektro-Kochplatte, dadurch gekennzeichnet, daß das Durchführungsstück (22)
in einer Öffnung des Abschlußdeckels (20) befestigt wird, die Anschlußleitungen (19)
mittels eines Greifers automatisch erfaßt und in einer den Durchführungsöffnungen
(28) entsprechenden Ausrichtung gehalten werden und daß der Abschlußdeckel mit daran
angebrachtem Durchführungsstück (22) so über die freien Enden der Anschlußleitungen
(19) geführt wird, daß diese sich in die Durchführungsöffnungen (28) einfädeln, und
anschließend der Abschlußdeckel an dem Kochplattenkörper (12) befestigt wird.