[0001] In der GB-PS 573 141 ist eine Hochdruckentladungslampe mit zwei Einschmelzungen
beschrieben, die für den Betrieb in einem optischen System vorgesehen ist. Um eine
der zwei Einschmelzungen ist ein zehn Windungen aufweisender Heizdraht spiralformig
gewickelt, der bei Stromdurchgang das Entladungsgefäß nahezu auf Betriebstemperatur
hält, wodurch die Füllsubstanzen in einem gasförmigen Zustand gehalten werden. Nach
dem Einschalten der Lampe erreicht diese nach ca. drei Sekunden ihren vollen Lichtstrom.
Da der Heizdraht ohne zusätzliche Befestigungsmittel um die Einschmelzung gewickelt
ist, kann dieser leicht verrutschen, wodurch die Betriebssicherheit der Lampe gestört
würde.
[0002] Aus der GB-PS 530 376 ist eine Hochdruckentladungslampe mit zwei Einschmelzungen
bekannt, bei der um einen Teil des Entladungsgefäßes eine Heizwendel angeordnet ist,
die in einer mit dem Entladungsgefäß verbundenen Kapillare aus Quarzglas geführt ist.
Mit dieser separat heizbaren Heizwendel werden die im Entladungsgefäß befindlichen
Füllsubstanzen verdampft, so daß die Anlaufzeit der Lampe bis zum Erreichen des vollen
Lichtstromes reduziert wird.
[0003] Eine an beiden Enden beheizte Hochdruckentladungslampe für ein optisches System ist
in der US-PS 2 820 164 offenbart. Hierbei sind mehrere Keramikstäbe, die jeweils mit
einem Widerstandsdraht versehen sind, mit Abstand um die Enden des Entladungsgefäßes
angeordnet, so daß deren Strahlungswärme das Entladungsgefäß erwärmt und die Füllsubstanzen
verdampft gehalten werden, wodurch ein Sofortlicht der Lampe erzielt wird. Der mechanische
Aufbau für diese Heizanordnung ist sehr aufwendig. Des weiteren ist die Wärmeübertragung
zum Entladungsgefäß nachteilig.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Heizdraht an der Lampe
direkt und in einer Weise anzuordnen, daß er einerseits ohne großen Aufwand montiert
werden kann und andererseits unverrückbar an seiner ihm vorbestimmten Stelle im intimen
Wärmekontakt zur Lampe gehaltert wird.
[0005] Hochdruckentladungslampen, insbesondere solche mit Metallhalogenidfüllung, werden
in letzter Zeit vermehrt zum Zweck der Allgemeinbeleuchtung verwendet. Des weiteren
wurden solche Lampen auch schon für die Scheinwerfer von Kraftfahrzeugen vorgeschlagen.
Für beide Anwendungszwecke werden kleine Leistungsstufen von weniger als 100 W, insbesondere
auch unterhalb 50 W eingesetzt. Außerdem besteht für beide Anwendungszwecke ein gesteigertes
Bedürfnis nach hohem Licktkomfort hinsichtlich der Farbeigenschaften sowie des schnellen
Anlaufs solcher Lampen. Mit den spezifischen Füllsubstanzen sowie einer an sich bekannten
Vorheizung des Entladungsgefäßes werden diese Forderungen weitgehend erfüllt. Mit
der Gestaltung und Fixierung der Heizvorrichtung an der Lampe entsprechend der Erfindung
wird die zuvor beschriebene Aufgabe gelöst. Die Befestigung der Heizwendel unter Zuhilfenahme
eines nicht ausdampfenden Kittes oder von Siliziumdioxid ist ein einfacher, wenig
aufwendiger Arbeitsgang, wobei der Kitt bzw. das Siliziumdioxid gleichzeitig als elektrischer
Isolator gegen einen sonst möglichen Windungsschluß oder gegen die die Hochspannung
führende Stromzuführung der Lampe dient. Bei der kleinen Größe des Entladungsgefäßes
- dieses weist nur ein Volumen von ca. 0,03 cm³ auf - ist es zur Verdampfung der Füllsubstanzen
völlig ausreichend, wenn nur ca. 3 bis 6 Windungen auf jede Quetschung der Lampe aufgebracht
werden.
[0006] In der anderen vorgeschlagenen Ausführungsform gewährleistet die Anordnung des Heizdrahtes
innerhalb einer Mehrfachkapillare, die wiederum über den Kitt in thermischem Kontakt
zur Lampe steht, eine hohe Wärmekonzentration in dem Bereich, wo Wärme benötigt wird,
während die in der Doppelkapillare geführten Zuleitungen kalt bleiben. Des weiteren
hat der in der Mehrfachkapillare geführte Heizdraht die Möglichkeit, thermische Längenänderungen
ungehindert ausführen zu können. Sowohl die Doppelkapillare als auch die Mehrfachkapillare
sind handelsübliche keramische Massenartikel, die den Heizdraht auch zusätzlich vor
Oxidation schützen. Hierbei ist es zur Verdampfung der Füllsubstanzen völlig ausreichend,
wenn nur an zwei gegenüberliegenden Seiten der Lampenquetschung eine solche Mehrfachkapillare
angebracht wird.
[0007] Die Erfindung wird nachstehend anhand von sieben schematischen Figuren und zwei Diagrammen
näher erläutert.
Figur 1 zeigt eine einseitig gequetschte Metallhalo genidhochdruckentladungslampe
mit der erfindungsgemäßen Befestigung des Heizdrahtes
Figur 2 zeigt die Unteransicht von Figur 1
Figur 3 zeigt eine zweiseitig gequetschte Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
mit der erfindungsgemäßen Befestigung des Heizdrahtes
Figur 4 zeigt den Anstieg des Lichtstromes in relativen Einheiten einer kalten und
einer vorgeheizten Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
Figur 5 zeigt eine einzelne Heizvorrichtung in teilweise aufgebrochener Ansicht
Figur 6 zeigt die Heizvorrichtung der Figur 5 in der Seitenansicht
Figur 7 zeigt eine Lampe mit Heizvorrichtung
Figur 8 zeigt die Lampe der Figur 7 in der Seitenansicht und teilweise im Schnitt
Figur 9 zeigt den Anstieg des Lichtstroms in relativen Einheiten einer kalten und
einer vorgeheizten Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
[0008] Die Metallhalogenidhochdruckentladungslampe 1 in den Figuren 1 und 2 weist ein etwa
ellipsoidförmiges Entladungsgefäß 2 aus Quarz auf, an dem sich eine Einschmelzung
3 in Form einer Quetschung befindet. Innerhalb der Einschmelzung 3 sind zwei Dichtungs
folien 4 aus Molybdän angeordnet, die mit jeweils einer äußeren Stromzuführung 5 und
einer inneren Stromzuführung 6 verbunden sind. Die inneren Stromzuführungen 6 ragen
in den Entladungsraum hinein und sind an ihren Enden als Hakenelektrode 7 ausgebildet.
Im Übergangsbereich von der Einschmelzung 3 zum Entladungsgefäß 2 ist eine fünf Windungen
aufweisende Heizwicklung 8 angeordnet, deren Enden 9 an einer Seite der Einschmelzung
3 in Richtung der äußeren Stromzuführungen 5 geführt sind. Die Heizwicklung 8 ist
mittels eines nicht ausdampfenden, anorganischen Kitts 10 (z.B. Cerastil®, auch als
C3 bezeichnet) an der Lampe 1 fixiert. Der Kitt 10 wirkt auch gleichzeitig als elektrischer
Isolator gegen einen möglichen Windungsschluß der Heizwicklung 8. Die Heizwicklung
8 besteht aus einem Widerstandsdraht (z.B. Kantal®) und wird bei einer Spannung von
12 V mit einem Strom von ca. 1,5 A betrieben. Auf diese Weise kann am Entladungsgefäß
2 eine Temperatur von ca. 600 °C erreicht werden, die für einen schnellen Anlauf der
Lampe 1 ausreicht.
[0009] Die Metallhalogenidhochdruckentladungslampe 11 in der Figur 3 weist ein längliches
Entladungsgefäß 12 aus Quarz auf, auf dessen gegenüberliegenden Seiten sich die Einschmelzungen
13 in Form einer Quetschung erstrecken. In jeder Einschmelzung 13 ist eine Dichtungsfolie
14 aus Molybdän angeordnet, die mit jeweils einer äußeren Stromzuführung 15 und einer
inneren Stromzuführung 16 verbunden ist. Die inneren Stromzuführungen 16 ragen in
den Entladungsraum hinein und sind an ihren Enden mit jeweils einer Kugelelektrode
17 versehen. Auf dem dem Entladungsgefäß 12 benachbarten Teil jeder Einschmelzung
13 ist jeweils eine vier Windungen aufweisende Heizwicklung 18 aus einem Widerstandsdraht
(z.B. Kanthal®) aufgebracht, die elektrisch miteinander über die Lampenfassung (nicht
dargestellt) in Reihe geschaltet sind. Die jeweiligen Enden 19 befinden sich an dem
dem Entladungsgefäß 12 abgewandten Teil der Einschmelzungen 13. Die Heizwicklung
18 ist mittels einer Überfangschicht aus Siliziumdioxid 20, die z.B. durch Plasmaspritzen
aufgebracht wird, an der Lampe 11 fixiert. Gleichzeitig wirkt das Siliziumdioxid
20 als elektrischer Isolator gegen einen möglichen Windungsschluß der Heizwicklungen
18.
[0010] Die Hochdruckentladungslampe entsprechend der Figur 3 weist im eingebrannten Zustand
eine elektrische Leistung von ca. 35 W auf und wird bei einer Brennspannung von ca.
100 V mit einem Strom von ca. 0,35 A betrieben. Neben Quecksilber enthält die Lampe
die Halogenide von Natrium und Scandium. Die eingebrannte Lampe hat weiterhin einen
Lichtstrom von mehr als 2700 lm und eine Farbtemperatur von ca. 3400 K.
[0011] Die Graphik der Figur 4 zeigt den Verlauf der Einbrennkurven einer Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
entsprechend der Figur 3 einmal ohne Vorheizung (strichpunktierte Linie) und einmal
mit Vorheizung entsprechend der Erfindung (durchgehende Linie) sowie den Verlauf einer
konventionellen H4-Glühlampe für Autoscheinwerfer (gestrichelte Linie). Es ist hieraus
zu entnehmen, daß die H4-Lampe nur ca. 30 % des Lichtstroms der hier verwendeten Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
liefert. Des weiteren wird deutlich, daß der 30 %-Lichtstrom der vorgeheizten Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
bereits nach ca. 0,15 s (ca. 11 s), der 50 %-Lichtstrom nach ca. 0,25 s (ca. 20 s)
und der 90 %-Lichtstrom nach ca. 5 s (ca. 30 s) vorliegt (in Klammern die Zeiten für
eine nicht vorgeheizte Metallhalogenidhochdruckentladungslampe).
[0012] Die Heizvorrichtung 21 in den Figuren 5 und 6 setzt sich aus einer Doppelkapillare
22 und einer Mehrfachkapillare 23 zusammen, wobei die Doppelkapillare 22 etwa in
der Mitte und im rechten Winkel zur Mehrfachkapillare 23 an dieser befestigt ist.
Beide Kapillargefäße 22, 23 bestehen aus Aluminiumoxidkeramik und sind handelsüblich
erhältlich. Innerhalb der Doppelkapillare 22 sind die Zuleitungen 24 angeordnet,
während innerhalb der Mehrfachkapillare 23 der eigentliche Heizdraht 25 (z.B. Kanthal®)
entsprechend der Anzahl der Einzelkapillaren mehrfach hin- und hergeführt ist. Je
nach verwendeter Mehrfachkapillare kann so eine unterschiedliche Länge des Heizleiters
untergebracht und damit die Heizleistung in bestimmten Grenzen bestimmt werden. Im
vorliegenden Ausführungsbeispiel weist die Mehrfachkapillare 23 sechs Einzelkapillaren
auf, so daß der Heizdraht 25 sechsmal die Länge der Mehrfachkapillaren 23 durchläuft.
Die Länge der Mehrfachkapillare 23 ist an die Breite der Lampenquetschung angepaßt
(s. Figur 7).
[0013] Die Figuren 7 und 8 zeigen eine Metallhalogenidhochdruckentladungslampe 26, bei
der im Übergangsbereich des Entladungsgefäßes 27 und der Einschmelzung 28, die hier
als Quetschung ausgeführt ist, an jeder Seite eine Heizvorrichtung 21 entsprechend
den Figuren 5 und 6 befestigt ist. Die Befestigung erfolgt z.B. mittels eines Kittes
(nicht sichtbar), so daß eine gute Wärmeübertragung zur Entladungsgefäß 27 erfolgen
kann. Die Stromzuführungen 29 der Lampe 26 münden in einen Sockelkörper 30, der mit
der für die Lampe 26 erforderlichen Versorgungsspannung verbunden wird. Die Zuleitungen
24 der Heizvorrichtung münden ebenfalls im Sockelkörper 30, wobei dort die entsprechende
Beschaltung - z.B. eine Reihenschaltung beider Heizvorrichtungen - vorgenommen ist.
Jede der beiden Heizvorrichtungen 21 wird mit ca. 10 W betrieben, wodurch das Entladungsgefäß
27 auf eine Temperatur bis. ca. 550 °C erwärmt wird, was für einen schnellen Anlauf
der Lampe 26 ausreicht.
[0014] Die Graphik der Figur 9 zeigt der Verlauf der Einbrennkurven einer Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
entsprechend der Figuren 7 und 8 einmal ohne Vorheizung (strichpunktierte Linie) und
einmal mit Vorheizung entsprechend der Erfindung (durchgehende Linie) sowie den Verlauf
einer konventionellen H4-Glühlampe für Autoscheinwerfer (gestrichelte Linie). Es ist
hieraus zu entnehmen, daß die H4-Lampe nur ca. 40 % des Lichtstroms einer Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
liefert. Des weiteren wird deutlich, daß der 40 %-Lichtstrom der vorgeheizten Metallhalogenidhochdruckentladungslampe
bereits nach ca. 7 s (ca. 44 s), der 50 %-Lichtstrom nach ca. 9 s (ca. 54 s) und der
90%-Lichtstrom nach ca. 29 s (ca. 85 s) vorliegt (im Vergleich die Zeiten für eine
nicht vorgeheizte Metallhalogenidhochdruckentladungslampe).
1. Hochdruckentladungslampe mit einem Entladungsgefäß (2, 12, 27), das eine die Entladung
aufrechterhaltende Füllung enthält, und das mit mindestens einer Einschmelzung (3,
13, 28) versehen ist, durch die mindestens eine Stromzuführung (5, 15, 29) gasdicht
geführt ist, wobei an dem dem Entladungsgefäß (2, 12, 27) zugewandten Teil jeder Einschmelzung
(3, 13, 28) zur Verbesserung der Zündeigenschaften der Hochdruckentladungslampe (1,
11, 26) eine Heizvorrichtung (8, 18, 25) zum Aufheizen des Entladungsgefäßes (2, 12,
27) angeordnet ist, die aus einem Heizdraht besteht, der an der Einschmelzung (3,
13, 28) befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Heizdraht mittels eines gut
haftenden Isolators (10, 20) an der Lampe befestigt ist.
2. Lampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gut haftende Isolator (10,
20) ein nicht ausdampfender Kitt ist.
3. Lampe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der gut haftende Isolator (10,
20) Siliziumdioxid ist.
4. Lampe nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die elektrische Leistung
des Heizdrahtes maximal 20 W beträgt.
5. Lampe nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Heizdraht aus einer
ca. drei bis sechs Windungen aufweisenden, die Einschmelzung (3, 13) umgebenden Wicklung
(8, 18) besteht.
6. Lampe nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Heizdraht in einer
Lochkeramik geführt ist, die an dem dem Entladungsgefäß (2, 12, 27) zugewandten Teil
der Einschmelzung (3, 13, 28) eine Mehrfachkapillare (23) und im Bereich der Zuleitungen
(24) eine Doppelkapillare (22) aufweist, wobei die Mehrfachkapillare (23) zur Erzielung
eines guten Wärmeübergangs mit der Lampe (26) verkittet ist.
7. Verfahren zum Betrieb einer Lampe nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
daß die Heizvorrichtung (8, 18, 25) mittels einer von der Betriebsspannung der Hochdruckentladungslampe
(1, 11, 26) abweichenden eigenen Spannungsquelle betrieben wird.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Heizvorrichtung (8,
18, 25) bei ausgeschalteter Lampe (1, 11, 26) aktiviert ist.