[0001] Die Erfindung betrifft ein farbfotografisches Silberhalogenidmaterial, das mit einem
Soforthärtungsmittel gehärtet ist und auch bei feuchter Lagerung keinen Empfindlichkeitsrückgang
und keinen Schleieranstieg zeigt.
[0002] Für die Produktion von fotografischen Materialien ist eine Härtung der Schichten
erforderlich. Zur Härtung sind folgende Verfahren bekannt:
[0003] Die konventionelle Härtung mit Zusätzen, z.B. Triacrylformal, die den Gießlösungen
vor dem Antrag auf die Bahn beigemischt werden. Die Härtung des angetragenen Schichtverbandes
ist erst nach mehreren Wochen Lagerzeit der Bahn abgeschlossen. Nachteilig sind die
großen Lagerkosten und die ungleichmäßige Qualität, hervorgerufen durch die durch
unterschiedliche Lagerbedingungen verursachte unterschiedliche Härtung.
[0004] Das Schnellhärter-Verfahren verwendet ebenfalls Zusätze, z.B. Vinylsulfone, die den
Gießlösungen beigemischt werden. Die Härtung des Schichtverbundes ist nach einigen
Stunden abgeschlossen, was grundsätzlich vorteilhaft ist, aber es werden sehr hohe
Anforderungen an den Trocknungsverlauf und an die Restfeuchte der Produkte gestellt,
da sonst eine Verschlechterung der Produktqualität durch Nachhärtung einsetzt.
[0005] Gegenüber diesem Verfahren bietet das Soforthärter-Verfahren eine ganze Reihe von
Vorteilen. Es hat sich aber gezeigt, daß manche so gehärteten fotografischen Materialien
bei Lagerung, insbesondere im feuchten Milieu einen leichten Empfindlichkeitsverlust
und einen gewissen Schleieranstieg erleiden.
[0006] Dies trifft insbesondere auf die blauempfindliche, einen gelben Farbstoff erzeugende
Silberhalogenidemulsionsschicht zu, insbesondere bei farbfotografischem Negativpapier
und dann vor allem, wenn die blauempfindliche Schicht die dem Trägermaterial nächstliegende
Silberhalogenidemulsionsschicht ist.
[0007] Unter Soforthärtern werden Verbindungen verstanden, die geeignete Bindemittel so
vernetzen, daß unmittelbar nach Beguß bzw. spätestens nach 24 Stunden, vorzugsweise
nach 8 Stunden die Härtung soweit abgeschlossen ist, daß keine weitere durch die Vernetzungsreaktion
bedingte Änderung der Sensitometrie und der Quellung des Schichtverbandes auftritt.
Unter Quellung wird die Differenz von Naßschichtdicke und Trockenschichtdicke bei
der wäßrigen Verarbeitung des Films verstanden (Photogr. Sci. Eng. 8 (1964), 275;
Photogr. Sci. Eng. 16 (1972), 449).
[0008] Aufgabe der Erfindung war es, bei solchen Materialien den Schleieranstieg und den
Empfindlichkeitsverlust zu verhindern oder wenigstens zu vermindern.
[0009] Es wurde nun gefunden, daß diese Aufgabe dadurch gelöst werden kann, daß man wenigstens
einer lichtempfindlichen Silverhalogenidemulsionsschicht, insbesondere der blauempfindlichen
Schicht oder einer dazu benachbarten lichtunempfindlichen Schicht eine Quecksilber(II)-Verbindung
zusetzt.
[0010] Gegenstand der Erfindung ist daher ein farbfotografisches Silberhalogenidmaterial
mit wenigstens einer blauempfindlichen, einen gelben Farbstoff erzeugenden, wenigstens
einer grünempfindlichen, einen purpurnen, Farbstoff erzeugenden und wenigstens einer
rotempfindlichen, einen blaugrünen Farbstoff erzeugenden auf einem Träger angeordneten
Silberhalogenidemulsionsschicht, das mit einem Soforthärtungsmittel gehärtet ist,
dadurch gekennzeichnet, daß es in wenigstens einer lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschicht
oder einer dazu benachbarten lichtunempfindlichen Schicht eine Quecksilber (II)-verbindung
enthält.
[0011] Besonders effektiv wirkt die erfindungsgemäße Maßnahme bei farbfotografischem Negativpapier,
insbesonders dann, wenn die blauempfindliche Silberhalogenidemulsionsschicht dem
Trägermaterial näher angeordnet ist als alle anderen lichtempfindlichen Silberhalogenidemulsionsschichten,
und die Quecksilber(II)-Verbindung der blauempfindlichen Schicht oder einer der blauempfindlichen
Schicht benachbarten lichtunempfindlichen Schicht, insbesondere einer solchen, die
näher zum Träger angeordnet ist als die blauempfindliche Schicht, zugesetzt wird.
[0012] Die Quecksilber(II)-Verbindung, z.B. HgCl₂ oder Hg(CN)₂, wird vorzugsweise in einer
Menge von 10⁻⁶ bis 10⁻⁴ mMol/m² Silberhalogenidmaterial zugesetzt.
[0013] Geeignete Beispiele für Sofort-Härtungsmittel sind Verbindungen der folgenden allgemeinen
Formeln:

worin
R₁ Alkyl, Aryl oder Aralkyl bedeutet,
R₂ die gleiche Bedeutung wie R₁ hat oder Alkylen, Arylen, Aralkylen oder Alkaralkylen
bedeutet, wobei die zweite Bindung mit einer Gruppe der Formel

verknüpft ist, oder
R₁ und R₂ zusammen die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen
Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes erforderlichen
Atome bedeuten, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert sein
kann,
R₃ für Wasserstoff, Alkyl, Aryl, Alkoxy, -NR₄-COR₅, -(CH₂)
m-NR₈R₉, -(CH₂)
n-CONR₁₃R₁₄
oder -(CH₂)
p-

Y-R₁₆
oder ein Brückenglied oder eine direkte Bindung an eine Polymerkette steht, wobei
R₄, R₆, R₇, R₉, R₁₄, R₁₅, R₁₇, R₁₈, und R₁₉ Wasserstoff oder C₁-C₄-Alkyl,
R₅ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder NR₆R₇,
R₈ -COR₁₀
R₁₀ NR₁₁R₁₂
R₁₁ C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₂ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₃ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl oder Aryl, insbesondere Phenyl,
R₁₆ Wasserstoff, C₁-C₄-Alkyl, COR₁₈ oder CONHR₁₉,
m eine Zahl 1 bis 3
n eine Zahl 0 bis 3
p eine Zahl 2 bis 3 und
Y 0 oder NR₁₇ bedeuten oder
R₁₃ und R₁₄ gemeinsam die zur Vervollständigung eines gegebenenfalls substituierten
heterocyclischen Ringes, beispielsweise eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes
erforderlichen Atome darstellen, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen
substituiert sein kann,
Z die zur Vervollständigung eines 5- oder 6-gliedrigen aromatischen heterocyclischen
Ringes, gegebenenfalls mit anelliertem Benzolring, erforderlichen C-Atome und
X
⊖ ein Anion bedeuten, das entfällt, wenn bereits eine anionische Gruppe mit dem übrigen
Molekül verknüpft ist;

worin
R₁, R₂, R₃ und X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzen;

worin
R₂₀, R₂₁, R₂₂, R₂₃ C₁-C₂₀-Alkyl, C₆-C₂₀-Aralkyl, C₅-C₂₀-Aryl, jeweils unsubstituiert
oder durch Halogen, Sulfo, C₁-C₂₀-Alkoxy, N,N-Di-C₁-C₄-alkyl-substituiertes Carbamoyl
und, im Falle von Aralkyl und Aryl durch C₁-C₂₀-Alkyl substituiert,
R₂₄ eine durch ein nucleophiles Agens abspaltbare Gruppe bedeuten und
X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzt, wobei
2 oder 4 der Substituenten R₂₀, R₂₁, R₂₂ und R₂₃ zusammen mit einem Stickstoffatom
oder der Gruppe

gegebenenfalls unter Einschluß weiterer Heteroatome wie O oder N auch zu einem oder
zwei gesättigten, 5 - 7-gliedrigen Ringen vereint sein können;
(d) R₂₅―N=C=N―R₂₆
worin
R₂₅ C₁-C₁₀-Alkyl, C₅-C₈-Cycloalkyl, C₃-C₁₀-Alkoxyalkyl oder C₇-C₁₅-Aralkyl bedeutet,
R₂₆ die Bedeutung von R₂₅ besitzt oder für einen Rest der Formel

steht, wobei
R₂₇ C₂-C₄-Alkylen und
R₂₈, R₂₉ und R₃₀ C₁-C₆-Alkyl bedeuten, wobei einer der Reste R₂₈, R₂₉ und R₃₀ durch
eine Carbamoylgruppe oder eine Sulfogruppe substituiert sein kann und zwei der Reste
R₂₈, R₂₉ und R₃₀ zusammen mit dem Stickstoffatom zu einem gegebenenfalls substituierten
heterocyclischen Ring, beispielsweise einen Pyrrolidin-, Piperazin- oder Morpholinring
verknüpft sein können, wobei der Ring z.B. durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert
sein kann, und
X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzt;

worin
X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung hat,
R₂₄ die für Formel (c) angegebene Bedeutung besitzt,
R₃₁ C₁-C₁₀-Alkyl, C₆-C₁₅-Aryl oder C₇-C₁₅-Aralkyl, jeweils unsubstituiert oder durch
Carbamoyl, Sulfamoyl oder Sulfo substituiert,
R₃₂ und R₃₃ Wasserstoff, Halogen, Acylamino, Nitro, Carbamoyl, Ureido, Alkoxy, Alkyl,
Alkenyl, Aryl oder Aralkyl oder gemeinsam die restlichen Glieder eines mit dem Pyridiniumring
kondensierten Ringes, insbesondere eines Benzoringes, bedeuten,
wobei
R₂₄ und R₃₁ miteinander verknüpft sein können, wenn R₂₄ eine Sulfonyloxygruppe ist;

worin
R₁, R₂ und X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzen und
R₃₄ C₁-C₁₀-Alkyl, C₆-C₁₄-Aryl oder C₇-C₁₅-Aralkyl bedeutet;

worin
R₁, R₂ und X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzen,
R₃₅ Wasserstoff, Alkyl, Aralkyl, Aryl, Alkenyl, R₃₈O-, R₃₉R₄₀N, R₄₁R₄₂C=N- oder R₃₈S-,
R₃₆ und R₃₇ Alkyl,Aralkyl, Aryl, Alkenyl,
R₄₃-

-, R₄₄-SO₂ oder
R₄₅-N=N- oder gemeinsam mit dem Stickstoffatom die restlichen Glieder eines heterocyclischen
Ringes oder die Gruppierung

R₃₈, R₃₉, R₄₀, R₄₁, R₄₂, R₄₃, R₄₄ und R₄₅ Alkyl, Aralkyl, Alkenyl, R₄₁ und R₄₂ darüberhinaus
Wasserstoff, R₃₉ und R₄₀ bzw. R₄₁ und R₄₂ darüberhinaus die restlichen Glieder eines
5- oder 6-gliedrigen, gesättigten carbocyclischen oder heterocyclischen Ringes bedeuten;

worin
R₄₆ Wasserstoff, Alkyl oder Aryl
R₄₇ Acyl, Carbalkoxy, Carbomoyl oder Aryloxycarbonyl;
R₄₈ Wasserstoff oder R₄₇
R₄₉ und R₅₀ Alkyl, Aryl, Aralkyl oder gemeinsam mit dem Stickstoffatom die restlichen
Glieder eines gegebenenfalls substituierten heterocyclischen Ringes, beispielsweise
eines Piperidin-, Piperazin- oder Morpholinringes bedeuten, wobei der Ring z.B.
durch C₁-C₃-Alkyl oder Halogen substituiert sein kann, und
X
⊖ die für Formel (a) angegebene Bedeutung besitzt;

worin
R₅₁ einen gegebenenfalls substituierten heteroaromatischen Ring, der mindestens q
Ring-C-Atome und mindestens ein Ring-O-, Ring-S- oder Ring-N-Atom enthält, und
q eine ganze Zahl ≧ 2 bedeuten.
[0014] Der durch R₅₁ dargestellte heteroaromatische Ring ist beispielsweise ein Triazol-,
Thiadiazol-, Oxadiazol-, Pyridin-, Pyrrol-, Chinoxalin-, Thiphen-, Furan-, Pyrimidin-
oder Triazinring. Er kann außer den mindestens zwei Vinylsulfonylgruppen gegebenenfalls
weitere Substituenten sowie gegebenenfalls ankondensierte Benzolringe enthalten,
die ihrerseits ebenfalls substituiert sein können. Beispiele von heteroaromatischen
Ringen (R₅₁) sind im folgenden aufgeführt.

worin
r eine Zahl 0 bis 3 und
R₅₂ C₁-C₄-Alkyl, C₁-C₄-Alkoxy oder Phenyl bedeutet.
[0015] Als Soforthärtungsmittel eignen sich schließlich die in den japanischen Offenlegungsschriften
38 540/75, 93 470/77, 43 353/81 und 113 929/83 sowie in der US-PS 3 321 313 beschriebenen
Verbindungen.
[0016] Alkyl, sofern nicht anders definiert, ist insbesondere gegebenenfalls durch Halogen,
Hydroxy, Sulfo, C₁-C₂₀-Alkoxy substituiertes C₁-C₂₀-Alkyl.
[0017] Aryl, sofern nicht anders definiert, ist insbesondere gegebenenfalls durch Halogen,
Sulfo, C₁-C₂₀-Alkoxy oder C₁-C₂₀-Alkyl substituiertes C₆-C₁₄-Aryl. Aralkyl, sofern
nicht anders definiert, ist insbesondere durch Halogen, C₁-C₂₀-Alkoxy, Sulfo oder
C₁-C₂₀-Alkyl substituiertes C₇-C₂₀-Aralkyl. Alkoxy, sofern nicht anders definiert,
ist insbesondere C₁-C₂₀-Alkoxy.
[0018] X
⊖ ist vorzugsweise ein Halogenidion wie Cl
⊖, Br
⊖ oder BF₄
⊖, NO₃
⊖, (SO₄
2⊖)
1/2, ClO₄
⊖, CH₃OSO₃
⊖, PF₆
⊖, CF₃SO₃
⊖.
[0019] Alkenyl ist insbesondere C₂-C₂₀-Alkenyl. Alkylen ist insbesondere C₂-C₂₀-Alkylen;
Arylen insbesondere Phenylen, Aralkylen insbesondere Benzylen und Alkaralkylen insbesondere
Xylylen.
[0020] Geeignete N-haltige Ringsysteme, die für Z stehen können, sind auf Seiten 16 und
17 dargestellt. Bevorzugt ist der Pyridinring.
[0021] R₃₆ und R₃₇ bilden zusammen mit dem Stickstoffatom, an das sie gebunden sind, insbesondere
einen durch 2 in o- und oʹ-Stellung gebundene Oxogruppen Pyrrolidin- oder Piperidinring,
der benzo-, cyclohexeno- oder [2.2.1]-bicyclohexenokondensiert sein kann.
[0022] Acyl ist insbesondere C₁-C₁₀-Alkylcarbonyl oder Benzoyl; Carbalkoxy ist insbesondere
C₁-C₁₀-Alkoxycarbonyl; Carbamoyl ist insbesondere Mono- oder Di-C₁-C₄-Alkylaminocarbonyl;
Carbaroxy ist insbesondere Phenoxycarbonyl.
[0023] Durch nucleophile Agentien abspaltbare Gruppen R₂₄ sind beispielsweise Halogenatome,
C₁-C₁₅-Alkylsulfonyloxygruppen, C₇-C₁₅-Aralkylsulfonyloxygruppen, C₆-C₁₅-Arylsulfonyloxygruppen
und 1-Pyridinylreste.
[0024] Nachfolgend sind bevorzugte Härter aufgeführt:
Verbindungen der Formel (a)
[0026] Die Verbindungen sind in einfacher und aus der Literatur bekannter Weise darstellbar.
Aus den sekundären Aminen stellt man z.B. mit Phosgen die Carbaminsäurechloride her,
die dann unter Lichtabschluß mit aromatischen, heterocyclischen stickstoffhaltigen
Verbindungen umgesetzt werden. Die Herstellung der Verbindung 3 wird in den Chemischen
Berichten 40, (1907), Seite 1831, beschrieben. Weitere Angaben zur Synthese finden
sich in DE-OS 2 225 230, DE-OS 2 317 677 und DE-OS 2 439 551.
Verbindungen der Formel (b)
[0027] Verfahren zur Synthese dieser Verbindungen sind beispielsweise in der DE-A 2 408
814 beschrieben:

Verbindungen der Formel (c)
[0028] Methoden zur Synthese dieser Verbindungen werden genauer beschrieben in Chemistry
Letters (The Chemical Society of Japan), Seite 1891-1894 (1982). Weitere Angaben zur
Synthese finden sich auch in der EP-A-162 308.

Verbindungen der Formel (d)
[0029] Methoden zur Synthese dieser Verbindungen werden genauer beschrieben in den JP-OSʹen
126 125/76 und 48 311/77.

Verbindungen der Formel (e)
[0030] Methoden zur Synthese dieser Verbindungen werden genauer beschrieben in den JP-OSʹen
44 140/82 und 46 538/82 und der JP-PS 50 669/83.

Verbindungen der Formel (f)
[0031] Methode zur Synthese dieser Verbindungen werden genauer beschrieben in der JP-OS
54 427/77.

Verbindungen der Formel (g)
Verbindungen der Formeln (h)
[0033] Die Herstellung dieser Verbindungen ist in der DD 232 564 A 1 beschrieben.

Verbindungen der Formel (i)
[0034] Methoden zur Herstellung dieser Verbindungen sind in DE-OS 35 23 360 beschrieben.

[0036] Das verwendete zu härtende Bindemittel in den Schichten, die dem erfindungsgemäßen
Härtungsverfahren unterworfen werden, ist ein proteinartiges Bindemittel, das freie
Aminogruppen und freie Carboxylgruppen enthält. Gelatine ist ein bevorzugtes Beispiel.
In fotografischen Aufzeichnungsmaterialien wird hauptsächlich Gelatine als Bindemittel
für die lichtempfindlichen Substanzen, die farbgebenden Verbindungen und gegebenenfalls
weitere Zusätze verwendet. Häufig weisen solche Aufzeichnungsmaterialien eine Vielzahl
verschiedener Schichten auf. Die Härtung mittels Soforthärtungsmittel wird meist in
der Weise durchgeführt, daß das Härtungsmittel im Überschuß als letzte Schicht auf
die zu härtenden Schichten aufgetragen wird, wobei der Härtungsbeschichtungslösung
weitere Substanzen, wie UV-Absorber, Antistatika, Mattierungsmittel und polymere organische
Teilchen zugesetzt werden können.
[0037] Wird die Quecksilber(II)-Verbindung einer lichtunempfindlichen Emulsion zugesetzt,
so ist der Zeitpunkt der Zugabe unkritisch. Wird die Quecksilber(II)-Verbindung einer
lichtempfindlichen Emulsionsschicht zugesetzt, empfiehlt es sich, wenigstens einen
Teil zum Reifungsoptimum zuzusetzen. Man kann auch so vorgehen, daß ein Teil der
Hg(II)-Menge einer lichtunempfindlichen Schicht, ein Teil einer lichtempfindlichen
Schicht zu Reifungsbeginn und ein Teil zum Reifungsoptimum zugesetzt wird. Der Zeitpunkt
des Reifungsoptimums ist dem Fachmann bekannt.
Beispiel 1
[0038] Ein Schichtträger aus beidseitig mit Polyethylen beschichtetem Papier wurde mit
folgenden Schichten versehen. Die Mengenangaben beziehen sich auf 1 m².
1. Eine Substratschicht aus 200 mg Gelatine mit KNO₃- und Chromalaunzusatz.
2. Eine Haftschicht aus 320 mg Gelatine.
3. Eine blauempfindliche Silberbromidchloridemulsionsschicht (20 mol-% Chlorid) aus
450 mg AgNO₃ mit 1600 mg Gelatine, 1,0 mmol Gelbkuppler, 27,7 mg 2,5-Dioctylhydrochinon
und 650 mg Trikresylphosphat.
Die Emulsion wurde durch Doppeleinlauf mit einer Korngröße von 0,8 µm hergestellt,
in der üblichen Weise geflockt, gewaschen und mit Gelatine redispergiert. Das Gewichtsverhältnis
Gelatine-Silber (als AgNO₃) betrug 0,5. Die Emulsion wurde anschließend mit 60 µmol
Thiosulfat pro mol Ag zur optimalen Empfindlichkeit gereift, für den blauen Spektralbereich
sensibilisiert und stabilisiert.
4. Eine Zwischenschicht aus 1200 mg Gelatine, 80 mg 2,5-Dioctylhydrochinon und 100
mg Trikresylphosphat.
5. Eine grünempfindliche Silberbromidchloridemulsionsschicht (20 mol-% Chlorid) aus
530 mg AgNO₃ mit 750 mg Gelatine, 0,625 mmol Purpurkuppler, 118 mg α-(3-t-Butyl-4-hydroxyphenoxy)-myristinsäureethylester,
43 mg 2,5-Dioctylhydrochinon, 343 mg Dibutylphthalat und 43 mg Trikresylphosphat.
6. Eine Zwischenschicht aus 1550 mg Gelatine, 285 mg eines UV-Absorbers der Formel

80 mg Dioctylhydrochinon und 650 mg Trikresylphosphat.
7. Eine rotempfindliche Silberbromidchloridemulsionsschicht (20 mol-% Chlorid) aus
400 mg AgNO₃ mit 1470 mg Gelatine, 0,780 mmol Blaugrünkuppler, 285 mg Dibutylphthalat
und 122 mg Trikresylphosphat.
8. Eine Schutzschicht aus 1200 mg Gelatine, 134 mg eines UV-Absorbers gemäß 6. Schicht
und 240 mg Trikresylphosphat.
9. Eine Härtungsschicht aus 400 mg Gelatine und 400 mg Härtungsmittel der Formel

[0039] Als Farbkuppler wurden folgende Verbindungen verwendet:

[0040] Das so erhaltene Material wurde als Probe 1 (Vergleich) bezeichnet. Ein weiteres
Material wurde in analoger Weise hergestellt, jedoch mit dem Unterschied, daß der
blauempfindlichen Emulsion vor Beginn der chemischen Reifung 3,5 mg HgCl₂ pro kg AgNO₃
zugesetzt wurden (Probe 2).
[0041] Weitere Materialien wurden in analoger Weise wie Probe 1 hergestellt, jedoch mit
dem Unterschied, daß der blauempfindlichen Emulsion vor Reifbeginn 2 mg bzw. 1,5
mg HgCl₂/kg AgNO₃ und weitere 1,5 bzw. 2,0 mg nach Erreichen des Reifoptimums zugesetzt
wurden (Proben 3 und 4). Die Proben 1 - 4 wurden sowohl frisch als auch nach 3 Monaten
Lagerung bei Raumtemperatur belichtet und farbentwickelt.
[0042] Wie aus der nachstehenden Tabelle hervorgeht, wird der Lagerschleieranstieg durch
die erfindungsgemäßen Maßnahmen deutlich herabgesetzt.

Beispiel 2
[0043] Ein Material wurde analog Beispiel 1 hergestellt. Der blauempfindlichen Silberbromidchloridemulsion
wurden vor Reifbeginn 0 bzw. 1,5 mg HgCl₂ pro kg AgNO₃ zugesetzt. Nach dem Erreichen
des Reifoptimums wurden weiter die folgenden Mengen zugesetzt:
0 mg Probe 2
1,0 mg Probe 3
1,5 mg Probe 4
3,9 mg Probe 5
[0044] Die Proben wurden sowohl frisch als auch nach 24-stündiger Lagerung bei 85 % relativer
Feuchte belichtet und farbentwickelt. Wie aus der nachstehenden Tabelle ersichtlich
ist, nimmt der Empfindlichkeitsrückgang nach Feuchtlagerung deutlich ab.

Beispiel 3
[0045] Nach den Angaben in Beispiel 1, Probe 1, wurden weitere Materialien hergestellt (Proben
1 bis 3), die sich wie folgt unterschieden:
Probe 1
[0046] Anstelle der blauempfindlichen Silberbromidchloridemulsion mit 20 mol-% Chlorid
wurde eine Emulsion mit nur 10 mol-% Chlorid verwendet. Zwischen der Haftschicht und
der blauempfindlichen Silberhalogenidschicht wurde eine Zwischenschicht, die 280 mg
Gelatine und 20 mg der Verbindung der Formel

enthielt, gezogen.
Proben 2 und 3
[0047] Das Material unterscheidet sich von der Probe 1 dadurch, daß 0,002 bzw. 0,012 mg
Hg(CN)₂ in die bei Probe 1 beschriebene Zwischenschicht eingelagert wurden.
[0048] Die Proben wurden zusammen 3 Monate bei Raumtemperatur gelagert, belichtet und farbentwickelt.
Die erhaltenen Minimalfarbdichten, gemessen hinter Blaufilter, sind aus der folgenden
Tabelle ersichtlich.
