(19)
(11) EP 0 268 129 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
25.05.1988  Patentblatt  1988/21

(21) Anmeldenummer: 87116067.7

(22) Anmeldetag:  31.10.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4H01R 13/58
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES FR GB IT

(30) Priorität: 15.11.1986 DE 3639154

(71) Anmelder: Blaupunkt-Werke GmbH
D-31132 Hildesheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Meissner, Helmut
    D-3200 Hildesheim (DE)

(74) Vertreter: Eilers, Norbert, Dipl.-Phys. 
Blaupunkt-Werke GmbH Patente und Lizenzen Postfach 77 77 77
31132 Hildesheim
31132 Hildesheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zur Zugentlastung an einem Stecker und Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung


    (57) Bei einer Vorrichtung zur Zugentlastung an einem Stecker, ist eine einstückige deformierbare Öse (5,6,7,8) vor­gesehen, die bei dem an einem Kabel montierten Stecker das Kabel (9) umschließt. Vorzugsweise ist die Öse einstückig mit einer einen Teil des Gehäuses des Steckers bildenden Halbschale (1) verbunden. Ein vorteil­haftes Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung besteht darin, daß eine an sich bekannte sich senk­recht zur Längsrichtung des Steckers ausdehnende Erweiterung einer Halbschale mit einem länglichen sich senkrecht zur Längsrichtung erstreckenden Aus­schnitt versehen wird und daß die somit entstandenen senkrecht zur Längsrichtung verlaufenden Streifen (5,6,7,8) in entgegengesetzten Richtungen gebogen werden.







    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Zugent­lastung nach der Gattung des Hauptanspruchs sowie ein Verfahren zu deren Herstellung.

    [0002] Zur Zugentlastung für Kabel, insbesondere für signal­führende Kabel von nachrichtentechnischen Geräten, sind Vorrichtungen bekannt, bei denen im Stecker zwei gegenüberliegende Lappen vorgesehen sind, in welche das Kabel bei der Montage eingeklemmt wird. Bei abgeschirmten Kabeln kann eine Lötung zwischen der Abschirmung und den Lappen erfolgen.

    [0003] Bei bekannten Steckern, insbesondere Mehrfach-Stek­kern, werden diese bekannten Vorrichtungen zur Zug­entlastung einstückig mit Halbschalen hergestellt, die Teile der Steckergehäuse bilden.

    [0004] Die bekannten Vorrichtungen zur Zugentlastung weisen jedoch nicht die erforderliche Sicherheit auf und sind nicht für eine Massenfertigung mit gleichblei­bender Qualität und niedriger Ausschußquote geeig­net.

    [0005] Die erfindungsgemäße Vorrichtung mit den kennzeich­nenden Merkmalen des Hauptanspruchs hat demgegenuber den Vorteil, daß eine zuverlässige Zugentlastung durch ein ringförmiges Umschließen des Kabels er­folgt.

    [0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnah­men sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesse­rungen der im Hauptanspruch angegebenen Erfindung sowie eine wirtschaftliche Herstellung der erfin­dungsgemäßen Vorrichtung möglich.

    [0007] Insbesondere durch Weiterbildungen und durch das erfindungsgemäße Verfahren wird eine Herstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ermöglicht, bei denen die für die Stecker mit den bekannten Vorrichtungen zur Zugentlastung genutzten Zuschnitte und Werkzeuge weiter verwendet werden können.

    [0008] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeich­nung anhand mehrerer Figuren dargestellt und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigt:

    Fig. 1 eine Gehäuseschale eines Mehrfach-Steckers mit einer bekannten Vorrichtung zur Zugent­lastung,

    Fig. 2 ein Ausführungsbeispiel in drei Ansichten und

    Fig. 3 verschiedene Stadien bei der Herstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.



    [0009] Gleiche Teile sind in den Figuren mit gleichen Bezugszeichen versehen.

    [0010] Die in Fig. 1 in zwei Ansichten dargestellte Halb­schale 1 wird in großen Stückzahlen für Mehrfach-­Stecker hergestellt. Als Zugentlastung dienen zwei Lappen 3, 4, die bei montiertem Stecker das Kabel lediglich teilweise umschließen. Gegebenenfalls kann eine Lötung mit der Abschirmung des Kabels vorgese­hen sein.

    [0011] Fig. 2 zeigt drei Ansichten eines Ausführungsbei­spiels in gegenüber Fig. 1 vergrößerter Darstellung. Dabei ist die Halbschale 1 lediglich teilweise darge­stellt. Grundsätzlich kann die in Fig. 1 gezeigte bekannte Halbschale verwendet werden. Gegenüber der bekannten Vorrichtung weist jedoch der die Zugent­lastung bildende Teil einen quer verlaufenden läng­lichen Ausschnitt 4 auf. Durch diesen werden somit zwei quer verlaufende Stege 5, 6 und zwei in Längs­richtung verlaufende Stege 7, 8 gebildet. Der Steg 5 verläuft in Form eines Kreisbogens über dem Kabel 9, während der Steg 6 etwa U-förmig gebogen ist und das Kabel unten umschließt.

    [0012] Nach der Einführung des Kabels 9 werden die in Längs­richtung verlaufenden Stege 7, 8 derart gedreht, daß die erfindungsgemäße Vorrichtung etwa die in Fig. 2a) gestrichelt dargestellte Form aufweist. Dabei wird das Kabel 9 in die von den Stegen 5, 6 gebilde­ te Öse eingeklemmt, so daß eine Zugentlastung er­folgt. Gegebenenfalls können die Stege 7, 8 danach gegen das Kabel 9 gebogen werden, wie es in Fig. 2a) strichpunktiert dargestellt ist.

    [0013] Erforderlichenfalls kann zum Schutz vor Beschädigun­gen das Kabel mit einem Gewebeklebeband im Bereich der Öse umwickelt werden.

    [0014] Im folgenden wird anhand von Fig. 3 das erfindungs­gemäße Verfahren zur Herstellung der Vorrichtung zur Zugentlastung erläutert. In das fur die Zugentla­stung vorgesehene Teil der Halbschale 1 wird zu­nächst ein länglicher Ausschnitt 4 gestanzt (Fig. 3a)). Sind wie bei dem in Fig. 1 dargestellten be­kannten Teil bereits zwei Ausschnitte vorhanden, braucht lediglich der Steg zwischen den Ausschnitten entfernt zu werden.

    [0015] Entsprechend Fig. 3b) wird dann der Steg 5 halbkreis­förmig und anschließend der Steg 6 U-förmig gebogen (Fig. 3c). Nach Einführung des Kabels werden dann - ­wie es in Fig. 3d) durch Pfeile gekennzeichnet ist - ­die Stege 7, 8 mit einem entsprecheden Werkzeug der­art gedreht, daß die Öse das Kabel einklemmt.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zur Zugentlastung an einem Stecker, dadurch gekennzeichnet,
    daß eine einstückige deformierbare Öse (5, 6, 7, 8) vorgesehen ist, die bei dem an einem Kabel (9) mon­tierten Stecker das Kabel (9) umschließt.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Öse (5, 6, 7, 8) aus Blech besteht.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Öse einstückig mit einer einen Teil des Gehäuses des Steckers bildenden Halbschale (1) ver­bunden ist.
     
    4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
    daß die Öse von zwei senkrecht zur Längsrichtung des Kabels (9) verlaufenden und von zwei in Längsrich­tung verlaufenden Streifen (5, 6; 7, 8) gebildet ist und
    daß die senkrecht zur Längsrichtung des Kabels (9) verlaufenden Streifen (5, 6) je etwa eine Hälfte des Kabelumfangs umfassen.
     
    5. Verfahren zur Herstellung einer Vorrich­tung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
    daß eine an sich bekannte sich senkrecht zur Längs­richtung des Steckers ausdehnende Erweiterung einer Halbschale mit einem länglichen sich senkrecht zur Längsrichtung erstreckenden Ausschnitt versehen wird und
    daß die somit entstandenen senkrecht zur Längsrich­tung verlaufenden Streifen in entgegengesetzten Rich­tungen gebogen werden.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekenn­zeichnet,
    daß der mit dem übrigen Teil der Halbschale verbun­dene senkrecht zur Längsrichtung verlaufende Strei­fen U-förmig und der andere senkrecht zur Längsrich­tung verlaufende Streifen kreisbogenförmig gebogen werden.
     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet,
    daß nach der Einführung des Kabels die in Längsrich­tung verlaufenden Streifen derart gedreht werden, daß die gebogenen senkrecht zur Längsrichtung verlau­fenden Streifen gegen das Kabel gepreßt werden.
     
    8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekenn­zeichnet,
    daß anschließend die in Längsrichtung verlaufenden Streifen gegen das Kabel gebogen werden.
     
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet,
    daß das Kabel vor der Einfuhrung in die Öse mit Gewebeklebeband umwickelt wird.
     




    Zeichnung