[0001] Die Erfindung betrifft einen Katalysatorauspuff mit Wärmedämmung.
[0002] Beim Betrieb eines Auspuffs, der mit einem Abgaskatalysator ausgerüstet ist, treten
im Inneren des Auspuffs Temperaturen auf, die weit höher liegen, als dies beim Betrieb
eines konventionellen Auspuffs der Fall ist. Es werden beim Betrieb von Katalysatorauspuffen
Temperaturen um 900° C gemessen. Ein derart überhitzter Auspuff birgt ein beträchtliches
Gefahrenpotential, beispielsweise beim Betanken des Fahrzeugs oder beim unbedachten
Parken des Fahrzeugs an brandgefährdeten Orten.
[0003] Mit einem Katalysator ausgerüstete Auspuffe müssen deshalb mit einer Wärmeisolierung
ausgestattet werden, um sicher zu stellen, daß die Außentemperatur des Auspuffs jedenfalls
nicht wesentlich über die konventioneller Auspuffe steigt.
[0004] An eine derartige Wärmeisolierung müssen hohe Anforderungen gestellt werden, unter
anderem, schon aus konstruktiven Gründen, hohe Wärmedämmeffizienz bei geringer Schichtdicke,
hohe Temperaturbeständigkeit, mechanische Belastbarkeit und Montagefreundlichkeit.
[0005] Die erfindungsgemäße Wärmedämmung wird den gestellten Anforderungen gerecht.
[0006] Gegenstand der Erfindung ist ein mit Katalysator ausgerüsteter Auspuff mit Wärmedämmung,
der dadurch gekennzeichnet ist, daß die Wärmedämmung aus einem Formkörper aus verdichtetem,
mikroporösem Wärmedämmaterial der Zusammensetzung
30 - 88,9 Gew.-% feinteiliges Metalloxid
10 - 50 Gew.-% Trübungsmaterial und
1 - 20 Gew.-% Fasermaterial
besteht, der zur Formstabilisierung mindestens einseitig kaschiert ist oder mit 0,1
- 5 Gew.-% Härter versehen ist.
[0007] Unter dem anspruchsgemäßen Ausdruck "mit Katalysator ausgestatteter Auspuff" sollen
erfindungsgemäß alle Auspuffanlagen bzw. jene Teile einer Auspuffanlage verstanden
werden, die mit einem zur Abgasreinigung geeigneten Katalysator ausgestattet sind,
insbesondere entsprechend ausgestattete Auspufftöpfe.
[0008] Die erfindungsgemäße Wärmeisolierung umhüllt den Auspuff, bzw. den Auspuffteil eng
anliegend und ist mit einer Ummantelung gegen mechanische Zerstörung geschützt. Die
Ummantelung wird dabei schon aus Gründen der Platzersparnis so konstruiert, daß der
ummantelte Raum praktisch vollständig durch die erfindungsgemäße Wärmeisolierung
ausgefüllt ist.
[0009] Die erfindungsgemäße Wärmedämmung wird als Formkörper ausgebildet. Als Formkörper
kommen grundsätzlich alle Formkörper in Betracht, die geeignet sind, den zu isolierenden
Auspuff, bzw. den zu isolierenden Teil des Auspuffs, eng anliegend zu umhüllen. Es
sind dies insbesondere platten- oder mattenförmige Formkörper, die eben sein können
oder die äußere Form des zu isolierenden Auspuffs bereits mehr oder weniger genau
abbilden.
[0010] Die Formkörper werden vorzugsweise durch Verpressen des Wärmedämmaterials bei Enddrücken
von 10 - 50 N/cm² herge stellt. Oftmals ist es zweckmäßig, das zunächst als loses
Schüttmaterial vorliegende Wärmedämmaterial, gegebenenfalls unter Evakuieren vorzudichten,
beispielsweise bei Drücken von etwa 0,1 - 0,5 N/cm² und erst in einer zweiten Stufe
unter den genannten Enddrücken zu verpressen. Die Preßtemperaturen liegen zumeist
im Bereich der Umgebungstemperatur, also bei 15° bis 30° C. Es können auch tiefere
oder höhere Temperaturen angewendet werden. Es werden jedoch stets solche Temperaturen
gewählt, bei denen bei der Verwendung von Härter noch keine Durchhärtung des Wärmedämmaterials
erfolgt. Da für eine Durchhärtung Temperaturen über 500° C erforderlich sind, kommt
diesem Parameter in der Praxis keine Bedeutung bei. Die Aushärtung erfolgt beim Betrieb
des Katalysatorauspuffs.
[0011] Als Kaschierung kommen grundsätzlich alle Materialien in Frage, mit denen bereits
bisher Wärmedämmformkörper der erfindungsgemäßen Art kaschiert werden konnten. Es
sind dies insbesondere Vliese oder Gewebe aus Aluminiumsilicat, Glasfaser, Steinwolle,
Cellulose, Metallfolie, insbesondere Aluminium folie, Pappe, Papier und andere. Die
Kaschierung verleiht dem ungehärteten Formkörper eine ausreichende mechanische Stabilisierung
für Transport und Montage.
[0012] Die Verbindung zwischen Kaschiermaterial und Wärmedämmaterial kann klebend oder nicht-klebend
sein. Bei Materialien, wie Glasfaser und dgl., erfolgt bereits durch Anlegen von Druck
und ohne Verwendung eines Klebers eine ausreichende mechanische Verzahnung des Wärmedämmaterials
mit dem Kaschiermaterial, insbesondere, wenn das Kaschiermaterial mit der losen Schüttung
des Wärmedämmaterials oder mit vorverdichtetem Wärmedämmaterial bei den oben genannten
Enddrücken verpresst wird.
[0013] Zumeist wird jedoch verklebt. Es können anorganische Kleber, wie z.B. Kieselsole
oder Wasserglass verwendet werden oder bekannte organische Kleber. Insbesondere kann
auch Kaschiermaterial benützt werden, das bereits mit Kleber beschichtet ist.
[0014] Das erfindungsgemäß einzusetzende Wärmedämmaterial besteht aus
30 - 88,9 Gew.-% feinteiligem Metalloxid
10 - 50 Gew.-% Trübungsmittel
1 - 20 Gew.-% Fasermaterial und gegebenenfalls
0,1 - 5 Gew.-% Härter.
[0015] Beispiele für feinteiliges Metalloxid sind pyrogen erzeugte Kieselsäuren, einschließlich
Lichtbogenkieselsäuren, alkaliarme Fällungskieselsäuren, analog hergestelltes Aluminiumoxid,
Titandioxid und Zirkondioxid. Vorzugsweise werden pyrogen erzeugte Metalloxide, einschließlich
pyrogen erzeugter Mischoxide eingesetzt. Die feinteiligen Metalloxide weisen spezifische
Oberflächen von 50 bis 700 m²/g, vorzugsweise 70 bis 400 m²/g auf.
[0016] Als Trübungsmittel kommen beispielsweise Ilmenit, Titandioxid, Siliciumcarbid, Eisen-II-Eisen-III-mischoxid,
Chromdioxid, Zirkonoxid, Zirkonsilikat, Mangandioxid, sowie Eisenoxid in Betracht.
Die Trübungsmittel weisen vorteilhafterweise ein Adsorptionsmaximum im Infrarot-Bereich
zwischen 1,5 und 10 µm auf.
[0017] Beispiele für Fasermaterial sind Glaswolle, Steinwolle, Schlackenwolle, keramische
Fasern, wie sie aus Schmelzen von Aluminiumoxid und/oder Siliciumoxid gewonnen werden,
Asbestfasern und andere.
[0018] Als Härter werden Kohlenstoff wie Ruß, die Boride des Aluminiums, des Titans, des
Zirkons, des Calciums, Silicide, wie Calciumsilicid, Eisensilicid und Calcium-aluminiumsilicid,
insbesondere jedoch Borcarbid eingesetzt.
[0019] Die genannten Wärmedämmischungen werden durch einfaches Vermischen der Komponenten
in der gewünschten Zusammensetzung gewonnen. Es können jedoch auch sogenannte agglomerierte
Mischungen, insbesondere auf Basis von pyrogen erzeugter Kieselsäure eingesetzt werden.
Hierbei wird in der Weise verfahren, daß das Trübungsmittel bereits beim Herstellungsprozeß
der Kieselsäure, bei dem die Kieselsäure noch in Form der Primärteilchen vorliegt,
kontinuierlich im angestrebten Mischungsverhältnis zugesetzt wird.
[0020] Die erfindungsgemäßen Wärmedämmformkörper weisen, eine Schichtdecke von 2 - 10 mm,
vorzugsweise 4 - 6 mm auf.
[0021] Mit Hilfe der erfindungsgemäßen Wärmedämmisolierung gelingt es, mit Abgaskatalysator
ausgestattete Auspuffe herzustellen, bei denen das durch mögliche Überhitzung gegebene
Gefahrenpotential beseitigt ist. Der Platzbedarf der erfindungsgemäßen Auspuffanlagen
ist kaum höher, als der konventioneller Auspuffe. Der Aspekt der Volumenvergrößerung
von mit Abgaskatalysatoren ausgerüsteten Auspuffen gegenüber konventionellen Auspuffen
kann daher praktisch unberücksichtigt bleiben. Insbesondere ist es möglich, auch Altfahrzeuge,
bei denen der genannte Aspekt naturgemäß nicht berücksichtigt wurde, mit den erfindungsgemäßen
Auspuffanlagen umzurüsten.
Ausführungsbeispiele
Beispiel 1:
[0022] Ein konventioneller Katalysatorauspuff wurde mit einem einschließlich einseitiger
Kaschierung 4,5 mm dicken Formkörper eng anliegend vollständig umhüllt und mit einer
Ummantelung aus Stahlblech versehen, so daß der ummantelte Raum praktisch vollständig
von dem Formkörper ausgefüllt war. Der Formkörper wies ein 0,5 mm dicke Kaschierung
aus perforiertem Cellulosepapier auf. Die Herstellung des Formkörpers erfolgte durch
Verpressen einer Wärmedämmischung der folgenden Zusammensetzung:
63,3 Gew.-% pyrogen erzeugte Kieselsäure
31,7 Gew.-% Ilmenit
5,0 Gew.-% Aluminiumsilikatfaser
mit dem Kaschiermaterial unter einem Enddruck von 28 N/cm² bei Umgebungstemperatur.
[0023] Der Formkörper lag in Form einer ebenen Platte vor, die so flexibel war, daß der
Auspufftopf ohne mechanische Zerstörung des Formkörpers umhüllt werden konnte. Darüberhinaus
wurde die Dicke des Formkörpers so gewählt, daß der Formkörper unter Druck fest zwischen
den Außenschalen und dem Katalysator eingebettet war.
[0024] Mit einem Bunsenbrenner wurde der Innenraum des Katalysators auf 850° C gebracht.
Der Temperaturmeßpunkt lag an der Innenwandung des Katalysatortopfs im Abstand von
20 cm von der Auspufföffnung.
[0025] Ein zweiter Meßpunkt lag an der Außenseite der Ummantelung genau gegenüber dem ersten
Meßpunkt. Am zweiten Meßpunkt ergab sich eine Temperatur von 200° C. Die Messung wurde
ohne Kühlung der Ummantelung durchgeführt.
Beispiel 2:
[0026] In die Außenschalen eines konventionellen Auspuffkonverters wurde eine vorverdichtete
Dämmatte ohne Kashierung gelegt. Mit einem geeigneten Preßstempel, der in seiner Form
der Dämmschale angepaßt war, wurde das Dämmaterial so in Form gebracht, daß überall
in der Innenschale die Dämmdicke ca. 4 mm betrug.
[0027] Die Wärmedämmischung war wie folgt zusammengesetzt:
62,5 Gew.-% pyrogen erzeugte Kieselsäure
31,7 Gew.-% Ilmenit
5,0 Gew.-% Aluminiumsilikatfaser
0,8 Gew.-% Borcarbid
[0028] Mit der zweiten Dämmschale wurde analog verfahren. Das Einpressen der Dämmung erfolgte
unter einem Enddruck von 28 N/cm³. Im Versuch zeigte sich, daß bei einer Innentemperatur
von 850° C (mittels Bunsenbrenner) die Außentemperatur an der entsprechenden Stelle
kurzzeitig auf ca. 200° C anstieg und sich schließlich auf 190° C einpendelte.
[0029] Die schnelle Erhitzung ist auf die exotherme Aushärtereaktion der Wärmedämmung zurückzuführen.
[0030] Die Temperaturmessungen erfolgten stationär; eine denkbare zusätzliche Kühlwirkung
durch Fahrtwind wurde nicht simuliert.