[0001] Die Erfindung betrifft einen Munitionsvorratsbehälter nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Als Maschinenwaffen in Flugzeugen werden Bordkanonen oder Maschinengewehre verwendet.
Als Munition werden z.B. Patronen des Kalibers 27 mm verwendet, die zu ca. 150 Stück
aufgegurtet sind.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Munitionsvorratsbehälter zu schaffen, der den
beengten räumlichen Vorgeben im Flugzeug anpassbar ist und der leicht und schnell
nachfüllbar ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst von einem Munitionsvorratsbehälter mit
den Merkmalen des Anspruchs 1.
[0005] Ausführungen der Erfindung sind Gegenstände von Unteransprüchen.
[0006] Die erfindungsgemäße Ausführung als langgestreckter Kanal erlaubt es, den Behälter
auch in dünnen Flügeln oder Flügelendbereichen unterzubringen (ein- bis dreilagig).
[0007] Ist der Behälter ein-, drei-, fünf- oder mehrlagig, jedoch stets eine ungerade Zahl
von Lagen vorhanden, so liegt die Ladevorrichtung auf der der Waffe gegenüberliegenden
Seite des Behälters. Ist eine gerade Anzahl von Lagen vorgesehen, so sind die Ladevorrichtung
und die Waffe an der gleichen Seite des Behälters angeordnet.
[0008] In einer Ausführungsform ist ein separater Antrieb vorgesehen, der die Munition
beim Schießen beschleunigt oder der die Munition beim Nachladen in den Behälter einzieht.
Dazu kann ein Boostermotor vorgesehen sein, der von der Hydraulik oder der Elektrik
des Flugzeugs gespeist wird.
[0009] Die Materialien für den Aufbau des Behälters sind frei wählbar. Möglich sind Kunststoffe,
Verbundwerstoffe oder Metalle, wie z.B. Bleche. Der Behälter kann ganz leicht bis
sehr stabil ausgeführt sein, wobei im letzteren Fall ein Mittragen des Behälters in
der Flugzeugzelle oder im Trag flügel möglich ist. In diesem Fall wird auf eine lösbare
Befestigung des Behälters in der tragenden Struktur geachtet, damit der Behälter
für Reparaturen ausgewechselt werden kann.
[0010] Die Ladevorrichtung besteht vorteilhaft aus einer Seilwinde, deren Seil an einem
Ende des Patronengurts befestigt ist und sich beim, Schießen automatisch abwickelt.
Ist die Munition vollkommen verschossen, befindet sich das Ende des Seils direkt neben
der Waffe. Dort kann es an einen neuen Patronengurt gehängt werden und durch eine
von außen betätigte Vorrichtung oder durch einen Motor den Patronengurt wieder in
den Kanal einziehen.
Vorteilhaft ist eine Seilbremse vorgesehen, die Schwingungen des Seils oder ein unkontrolliertes
Ablaufen verhindern. Die einfachste Lösung ist eine Seilwindenbremse, die aus einem
federbelasteten Hebel besteht, der die Seiltrommel bremst und an seinem Vorderende
eine Rolle für das Seil enthält. Über diese Rolle wird das Seil geführt. Wenn geschossen
wird, das heißt, wenn die Waffe sich automatisch nachlädt, wird das Seil gezogen und
die Bremse löst dadurch automatisch, so daß das Seil die Umlenkrolle und mit ihr
den Bremshebel von der Seiltrommel weghebt. Nach Beendigung des Schießens zieht die
Federkraft den Bremshebel wieder auf die Seiltrommel und stoppt diese.
[0011] Das Nachfüllen des Vorratsbehälters geschieht entweder mittels eines Elektro- oder
Hydraulikmotors oder aber mit einer Handkurbel, die bevorzugt von außen ansetzbar
ist. In diesem Fall ist in der Tragflüelhaut ein Durchlaß vorgesehen, in den die Handkurbel
zum Betätigen der Seilwinde einsetzbar ist.
[0012] Die Erfindung wird anhand von zwei Figuren näher beschrieben.
[0013] Figuren 1 und 2 zeigen eine Ansicht eines dreilagigen Munitionsvorratsbehälter in
Flugrichtung und in Draufsicht.
[0014] Figur 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Munitionsvorratsbehälter in einem Flugzeug
1 von vorne gesehen. Der Behälter ist in einem dünnen Flügel, wie er für Überschallmaschinen
gebräuchlich ist, untergebracht. Die Bordkanone (Waffe 2) befindet sich in der Flugzeugzelle.
Zwischen ihr und dem Munitionsvorratsbehälter befindet sich der Munitionszuführkanal
3. Der langgestreckte Kanal 4 des Munitionsvorratsbehälters ist hier dreilagig ausgebildet
und besitzt an den Kehren Umlenkrollen 5, die ein leichtes Gleiten des Patronengurts
11 erlauben. Zum Einziehen des Patronengurts 11 ist das Ladeseil 6 vorgesehen, das
auf der Seilwinde 7 aufgewickelt ist. Die Seilwindenbremse besteht hier aus dem Hebel
8, dessen Bremselement durch die Zugfeder 12 auf die Seilwinde 7 gezogen wird und
diese dadurch bremst. Am Ende des Hebels 8 befindet sich eine Rolle, über die das
Ladeseil 6 geführt wird und die den Hebel beim Nachladen der Waffe 2 von der Seilwinde
7 wegzieht und das Seil damit freigibt.
[0015] Am gleichen Ende des Behälters, wie der Munitionszuführkanal 3, liegt der Nachladekanal
13, durch den neue Munition zugeführt werden kann.
Zum Nachfüllen des Munitionsvorratsbehälters ist in dieser Ausführung eine Handkurbel
(Bodengerät) vorgesehen, mit der von außen durch eine Öffnung in der Flugzeughaut
über ein Kegelradgetriebe 10 die Seilwinde 7 betätigt werden kann.
[0016] Figur 2 zeigt die Vorrichtung der Figur 1 in Draufsicht. Zu erkennen ist wieder die
gerade Ausführung des Kanals 4, wodurch der Munitonsvorratsbehälter auch in langen,
dünnen Flügeln unterzubringen ist.
1. Munitionsvorratsbehälter für gegurtete Munition für Maschinenwaffen in Flugzeugen
(1), gekennzeichnet durch
- einen langgestreckten Kanal (4), dessen Breite in etwa der Länge der Munition entspricht,
dessen Höhe in etwa dem Durchmesser der Munition entspricht, an dessen einem Ende
ein Munitionszuführkanal (3) der Waffe (2) und/oder der Einführkanal für die Munition
liegt;
- einen Ladevorrichtung zum Einziehen der Munition am anderen Ende des Kanals (4).
2. Munitionsvorratsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal
(4) gerade ist.
3.Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kanal (4) zwei-, drei- oder mehrlagig ist und in der oder in den Kehren Umkehrelemente
vorgesehen sind.
4. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß er mit einem separaten Antrieb ausgerüstet ist.
5. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet,
daß er tragend, aber für Reparaturzwecke ausbaubar, in die Struktur des Flugzeugs
(1), bevorzugt in einem Flügel, eingebaut ist.
6. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ladevorrichtung ein Ladeseil (6) oder Ladeband und eine Seilwinde (7) umfasst.
7. Munitionsvorratsbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß eine Seilwindenbremse
vorgesehen ist.
8. Munitionsvorratsbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Seilwindenbremse
aus einer federbelasteten Schwinge (8) gebildet ist, an deren Ende eine Seilführungsrolle
befestigt ist.
9. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Ladevorrichtung von außen betätigbar ist.