(19)
(11) EP 0 276 410 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.08.1988  Patentblatt  1988/31

(21) Anmeldenummer: 87117786.1

(22) Anmeldetag:  02.12.1987
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4F41A 9/79, F41A 9/86
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE ES FR GB IT

(30) Priorität: 24.01.1987 DE 3702119

(71) Anmelder: DORNIER GMBH
D-88004 Friedrichshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • Kramer, Bernhard
    D-7778 Markdorf (DE)

(74) Vertreter: Landsmann, Ralf, Dipl.-Ing. 
Dornier GmbH FNS 003
88039 Friedrichshafen
88039 Friedrichshafen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Munitionsvorratsbehälter


    (57) Munitionsvorratsbehälter für gegurtete Munition für Maschinenwaffen (2) in Flugzeugen (1) mit einem lang­gestreckten Kanal (4), der in mehreren Lagen überein­ander ausgeführt sein kann, und einer Ladevorrichtung, die bevorzugt ein Ladeseil (6), eine Seilewinde (7) und eine Seilbremse (8) enthält.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Munitionsvorratsbehälter nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Als Maschinenwaffen in Flugzeugen werden Bordkanonen oder Maschinengewehre verwendet. Als Munition werden z.B. Patro­nen des Kalibers 27 mm verwendet, die zu ca. 150 Stück auf­gegurtet sind.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Munitionsvorratsbehälter zu schaffen, der den beengten räumlichen Vorgeben im Flug­zeug anpassbar ist und der leicht und schnell nachfüllbar ist.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst von einem Muni­tionsvorratsbehälter mit den Merkmalen des Anspruchs 1.

    [0005] Ausführungen der Erfindung sind Gegenstände von Unter­ansprüchen.

    [0006] Die erfindungsgemäße Ausführung als langgestreckter Kanal erlaubt es, den Behälter auch in dünnen Flügeln oder Flügelendbereichen unterzubringen (ein- bis dreilagig).

    [0007] Ist der Behälter ein-, drei-, fünf- oder mehrlagig, jedoch stets eine ungerade Zahl von Lagen vorhanden, so liegt die Ladevorrichtung auf der der Waffe gegenüberliegenden Seite des Behälters. Ist eine gerade Anzahl von Lagen vorgesehen, so sind die Ladevorrichtung und die Waffe an der gleichen Seite des Behälters angeordnet.

    [0008] In einer Ausführungsform ist ein separater Antrieb vorge­sehen, der die Munition beim Schießen beschleunigt oder der die Munition beim Nachladen in den Behälter einzieht. Dazu kann ein Boostermotor vorgesehen sein, der von der Hydraulik oder der Elektrik des Flugzeugs gespeist wird.

    [0009] Die Materialien für den Aufbau des Behälters sind frei wählbar. Möglich sind Kunststoffe, Verbundwerstoffe oder Metalle, wie z.B. Bleche. Der Behälter kann ganz leicht bis sehr stabil ausgeführt sein, wobei im letzteren Fall ein Mittragen des Behälters in der Flugzeugzelle oder im Trag­ flügel möglich ist. In diesem Fall wird auf eine lösbare Befestigung des Behälters in der tragenden Struktur geach­tet, damit der Behälter für Reparaturen ausgewechselt werden kann.

    [0010] Die Ladevorrichtung besteht vorteilhaft aus einer Seilwinde, deren Seil an einem Ende des Patronengurts befestigt ist und sich beim, Schießen automatisch abwickelt. Ist die Munition vollkommen verschossen, befindet sich das Ende des Seils direkt neben der Waffe. Dort kann es an einen neuen Patro­nengurt gehängt werden und durch eine von außen betätigte Vorrichtung oder durch einen Motor den Patronengurt wieder in den Kanal einziehen.
    Vorteilhaft ist eine Seilbremse vorgesehen, die Schwingungen des Seils oder ein unkontrolliertes Ablaufen verhindern. Die einfachste Lösung ist eine Seilwindenbremse, die aus einem federbelasteten Hebel besteht, der die Seiltrommel bremst und an seinem Vorderende eine Rolle für das Seil enthält. Über diese Rolle wird das Seil geführt. Wenn geschossen wird, das heißt, wenn die Waffe sich automatisch nachlädt, wird das Seil gezogen und die Bremse löst dadurch automa­tisch, so daß das Seil die Umlenkrolle und mit ihr den Bremshebel von der Seiltrommel weghebt. Nach Beendigung des Schießens zieht die Federkraft den Bremshebel wieder auf die Seiltrommel und stoppt diese.

    [0011] Das Nachfüllen des Vorratsbehälters geschieht entweder mit­tels eines Elektro- oder Hydraulikmotors oder aber mit einer Handkurbel, die bevorzugt von außen ansetzbar ist. In diesem Fall ist in der Tragflüelhaut ein Durchlaß vorgesehen, in den die Handkurbel zum Betätigen der Seilwinde einsetzbar ist.

    [0012] Die Erfindung wird anhand von zwei Figuren näher beschrie­ben.

    [0013] Figuren 1 und 2 zeigen eine Ansicht eines dreilagigen Munitionsvorratsbehälter in Flugrichtung und in Draufsicht.

    [0014] Figur 1 zeigt einen erfindungsgemäßen Munitionsvorratsbehäl­ter in einem Flugzeug 1 von vorne gesehen. Der Behälter ist in einem dünnen Flügel, wie er für Überschallmaschinen ge­bräuchlich ist, untergebracht. Die Bordkanone (Waffe 2) be­findet sich in der Flugzeugzelle. Zwischen ihr und dem Muni­tionsvorratsbehälter befindet sich der Munitionszuführkanal 3. Der langgestreckte Kanal 4 des Munitionsvorratsbehälters ist hier dreilagig ausgebildet und besitzt an den Kehren Umlenkrollen 5, die ein leichtes Gleiten des Patronengurts 11 erlauben. Zum Einziehen des Patronengurts 11 ist das Ladeseil 6 vorgesehen, das auf der Seilwinde 7 aufgewickelt ist. Die Seilwindenbremse besteht hier aus dem Hebel 8, des­sen Bremselement durch die Zugfeder 12 auf die Seilwinde 7 gezogen wird und diese dadurch bremst. Am Ende des Hebels 8 befindet sich eine Rolle, über die das Ladeseil 6 geführt wird und die den Hebel beim Nachladen der Waffe 2 von der Seilwinde 7 wegzieht und das Seil damit freigibt.

    [0015] Am gleichen Ende des Behälters, wie der Munitionszuführkanal 3, liegt der Nachladekanal 13, durch den neue Munition zuge­führt werden kann.
    Zum Nachfüllen des Munitionsvorratsbehälters ist in dieser Ausführung eine Handkurbel (Bodengerät) vorgesehen, mit der von außen durch eine Öffnung in der Flugzeughaut über ein Kegelradgetriebe 10 die Seilwinde 7 betätigt werden kann.

    [0016] Figur 2 zeigt die Vorrichtung der Figur 1 in Draufsicht. Zu erkennen ist wieder die gerade Ausführung des Kanals 4, wo­durch der Munitonsvorratsbehälter auch in langen, dünnen Flügeln unterzubringen ist.


    Ansprüche

    1. Munitionsvorratsbehälter für gegurtete Munition für Maschinenwaffen in Flugzeugen (1), gekenn­zeichnet durch
    - einen langgestreckten Kanal (4), dessen Breite in etwa der Länge der Munition entspricht, dessen Höhe in etwa dem Durchmesser der Munition entspricht, an dessen einem Ende ein Munitionszuführkanal (3) der Waffe (2) und/oder der Einführkanal für die Munition liegt;
    - einen Ladevorrichtung zum Einziehen der Munition am anderen Ende des Kanals (4).
     
    2. Munitionsvorratsbehälter nach Anspruch 1, dadurch gekenn­zeichnet, daß der Kanal (4) gerade ist.
     
    3.Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Kanal (4) zwei-, drei- oder mehrlagig ist und in der oder in den Kehren Umkehrelemente vorgesehen sind.
     
    4. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß er mit einem separaten Antrieb ausgerüstet ist.
     
    5. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, daß er tragend, aber für Reparaturzwecke ausbaubar, in die Struktur des Flug­zeugs (1), bevorzugt in einem Flügel, eingebaut ist.
     
    6. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladevorrich­tung ein Ladeseil (6) oder Ladeband und eine Seilwinde (7) umfasst.
     
    7. Munitionsvorratsbehälter nach Anspruch 6, dadurch gekenn­zeichnet, daß eine Seilwindenbremse vorgesehen ist.
     
    8. Munitionsvorratsbehälter nach Anspruch 7, dadurch gekenn­zeichnet, daß die Seilwindenbremse aus einer federbelaste­ten Schwinge (8) gebildet ist, an deren Ende eine Seil­führungsrolle befestigt ist.
     
    9. Munitionsvorratsbehälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ladevorrich­tung von außen betätigbar ist.
     




    Zeichnung