[0002] Die Erdindung betrifft eine keramische Platte gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches
1.
[0003] Keramische Fußbodenbeläge werden entweder mit hydraulisch bindenden Dickbettmörteln
oder aber mit Hilfe von Klebemörteln, wie zementgebundenen Dünnbettklebemörteln, Klebestoffen
oder Kunstharzen, Dispersionsklebstoffen oder Reaktionsharzklebstoffen, die wasser-
und lösungsmittelfrei sind, auf einem durchgehenden Unterboden verlegt.
[0004] Bei der Anwendung von Dickbettmörteln sind Mörtelbettstärken von 20 bis 30 mm üblich,
bei der Dünnbettmethode beträgt die Haftschichtdicke nur wenige mm und zwar im Durchschnitt
etwa 3 mm.
[0005] Ungeachtet dieser unterschiedlichen Einbaustärken, zu denen noch die Wandstärke der
gewählten keramischen Platten hinzugerechnet werden muß, ist diesen Verfahren mit
der unmittelbaren Aufbringung auf Massivdecken der Nachteil einer nicht ausreichenden
Schalldämmung gemeinsam. Um diese Beläge mit ihren unbestreitbaren Vorzügen bei gleichzeitiger
Erfüllung nach ausreichender Schallverbesserung, insbesondere des Trittschalles,
einsetzen zu können, müssen schwimmende Estriche zwischengeschaltet werden, die aber
eine Bauhöhe von 30 bis 40 mm zusätzlich erfordern und zudem kostenaufwendig sind.
[0006] Die in der DIN-Norm 4109 niedergelegten Forderungen nach einer Verbeserung von 19
dB für Massivdecken der Gruppe II sind durch keramische Beläge ohne solch aufwendige
und baumaßer höhende Maßnahmen nicht zu gewährleisten. Besonders bemerkbar macht
sich dies vor allem bei Altbausanierung. Über das bisherig Einbaumaß alter und zu
entfernender Beläge hinausgehende Lösungen für keramische Bodenbeläge bilden eine
nur mit großem Aufwand oder überhaupt nicht zu überwindende Schwelle in der Anwendung.
Außerdem sind die bisher bekannten Verfahren zur Verlegung keramischer Bodenbeläge
in der Regel mit der Anwendung hydraulischer Mörtel verbunden, die den Einsatz von
ca. 40 bis 50 % Wasser, bezogen auf das Gewicht der Trokkenmörtelsubstanz beinhalten
und bei der Altbausanierung unerwünschte Nebenerscheinungen durch die eingetragene
Feuchtigkeit hervorrufen können.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es somit, eine keramische Platte als Bodenbelag zu schaffen,
die bei geringer Einbaustärke ein genügend hohes Verbesserungsmaß des Trittschallschutzes
gewährleistet, ohne hydraulisch abbindende Mörtel verwenden zu müssen, und ein einfaches
Verlegen erlaubt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des Patentanspruches
1 enthaltenen Merkmale gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen sind durch die in den
weiteren Ansprüchen enthaltenen Merkmalen gekennzeichnet.
[0009] Nach Maßgabe der Erfindung erfolgt die Verlegung der Platten über einen schwingungsstumpfen
Belag, d. h. einen Belag mit ausreichender Trittschalldämmung, mittels dem die mit
dem schwingungsstumpfen Belag zu einer verlegefertigen Einheit verbundenen Platten
mit Hilfe eines geeigneten Klebers auf den bauseits vorgegebenen und gegebenenfalls
mit Ausgleichsestrich versehenen Unterboden dauerhaft aufgebracht wird.
[0010] In einer Sonderausführung kann der Belag selbst den Kleber bilden, jedoch ist es
bevorzugt, den schwingungsstumpfen Belag bereits werksseitig mit einem Kleber auf
der dem Unterboden zugewandten Seite aufzubringen, so daß Platte und schwingungsstumpfer
Belag eine verlegefertige Einheit bilden, die nurmehr auf dem Unterboden mittels eines
Klebers aufgebracht werden muß. Diese Lösungsmöglichkeit erlaubt ein sehr schnelles
und einfaches Verlegen der Platten bei Vermeidung eines umständlichen Hantierens
mit oder den Einsatz unsachgemäßer Kleber an der Baustelle. Die werkseitig vorgefertigte
Einheit erlaubt infolge einer exakten Abstimmung zwischen Platte und Belag bzw. Kleber
die Erzielung eines festen Verbunds der Einheit, so daß eine dauerhalfte und sichere
Verlegung gewährleistet ist.
[0011] Eine vollflächige Beschichtung der der Sichtseite abgewendeten Seite der keramischen
Platte hätte bei der anschließenden Verlegung zur Folge, daß später bei der erforderlichen
Verfugung keine Hintergriffigkeit des Verfugungsmaterials hinter die Platten gegeben
wäre. Durch eine leichte Zurücknahme des Belags hinter die Plattenkanten wird eine
solche Hintergriffigkeit gewährleistet und zudem eine größere Fläche je Kantenlänge
zur Verankerung des Fugenmaterials mit dem Unterboden angeboten, was sich entscheidend
auf die mchanische Haftfestigkeit des Fugenmaterials auswirkt.
[0012] Im allgemeinen hat sich herausgestellt, daß der schwingungsstumpfe Belag, wie er
erfindungsgemäß zur Anwendung gelangt, mit einer Schichtdicke von 2 mm den Mindestanforderungen
an eine Verbesserung der Trittschalldämmung im Sinne der bereits aufgeführten DIN-Norm
4109 (Blatt 2) genügt. Die durch diese Norm geforderten 19 dB können jedoch noch mit
entsprechender Erhöhung der Schichtstärken solcher schwingungsstumpfer Beläge gezielt
angehoben werden. Das heißt, die Erfindung zeichnet sich somit durch eine außerordentlich
geringe Einbauhöhe für den Bodenbelag und die Trittschalldämmung aus, so daß eine
besondere Eignung für Altbausanierung gegeben ist.
[0013] Es ist unschwer erkennbar, daß eine keramische Platte die in der erfindungsgemäßen
Art mit dem schwingungsstumpfen Belag beschichtet und mit einem Kleber versehen ist,
an der Baustelle auf den Unterboden erstmals aufgelegt, sofort eine solch innige
Verbindung mit Hilfe des Klebers eingeht, daß ein Nachrichten der Platte mit Hinsicht
auf ein gewünschtes Fugenbild oder ähnliches nur schwer möglich ist, so daß es zweckmäßig
ist, den Belag auf seiner Verlegeseite mit Aussparungen zu versehen, die später zur
Aufnahme geeigneter Verlegehilfen dienen. Diese Verlegehilfen werden zweckmäßigerweise
so ausgebildet, daß sie nach Einsetzen in die hierfür vorgesehenen Aussparungen des
Belages und Aufsetzen auf den Unterboden so biegesteif sind, daß sie das Eigengewicht
der Platte tragen ohne den zunächst vorgegebenen Abstand von Plattenunterkante zu
Unterboden zu unterschreiten, der notwendig ist, um von Hand durch Ansetzen der Funkerkuppen
des Verlegers die Platte in die gewünschte Position zu schieben. Die Verlegehilfen
müssen sich dann aber unter Einwirkung geringen Druckes auf die Plattenoberfläche
so komprimieren lassen, daß sie nurmehr die Dicke bzw. Schichtstärke des schwingungsstumpfen
Belags aufweisen. Derartige Setzhilfen aus speziellem Schaumstoff oder aber auch
aus Hohlglas haben sich gut bewährt.
[0014] Zur Erzielung einer möglichst gringen Einbaustärke des Plattenbelages bei Verwendung
von keramischen Platten geringer Wandstärken von beispielsweise 6 mm hat es sich
als besonders vorteilhaft herausgstellt, den schwingungsstumpfen Belag aus einem
Material zu bilden, welches zu 40 % aus Bitumen mit speziellen Kunststoffzusätzen
und zu etwa 60 % aus organischen Füllstoffen gebildet ist. Derartige Materialien
sind aus handelsüblichen Antidröhnmassen, wie sie im Kfz-Bereich eingesetzt werden,
bekannt.
[0015] Als Klebstoff haben sich für die erfindungsgemäße Anwendung insbesondere solche auf
Polyacrylatbasis bewährt. Eine einseitig silikonisierte Polyäthylenfolie dient der
Abdeckung solcher selbstklebenden Ausrüstungen bis zur Verwendung an der Baustelle.
[0016] Wegen der relativen Sprödigkeit keramischer Platten hätte man vordergründig, insbesondere
bei dünnwandigen keramischen Platten, wie sie erfindungsgemäß vorzugsweise angewendet
werden, an sich Ausschau nach Verbindungsmaterialien zwischen Unterboden und diesen
Keramikplatten gehalten, die die Bruchfestigkeit erhöhen, d. h. nach starren Materialien
mit guten Verstärkungseigenschaften für den Verbundkörper aus keramischer Platte
und Verbindungsmaterial. Überraschenderweise zeigt aber gerade die Kombination zweier
völlig im Elastizitätsverhalten entgegengesetzter Materialien trotz geringer Schichtstärken
sehr befriedigende Werte für die Druckfestigkeit. Hierbei ist insbesondere die auf
der Rückseite der keramischen Platte vorgesehene Reliefierung mit geringer Amplitude
gemessen an der Gesamtplattenstärke von Bedeutung, die einerseits in der Lage ist,
dem relativ elastischen schwingungsstumpfen Belag zum Ausgleich leichter Bodenunebenheiten
den notwendigen Verdrängungsraum zur Verfügung zu stellen, andererseits eine vollsatte
Anordnung der keramischen Platte zum Unterboden zu gewährleisten, so daß sich keine
flächigen Hohlstellen unter dem keramischen Belag befinden, die Schwachstellen für
Bruchbeanspruchungen darstellen können. Besonders eignen sich hierbei keramische Platten
mit einer Wandstärke von 6 mm und einer Rillenamplitudenhöhe von 0,5 mm.
[0017] Aufgrund der geringen Einbaustärken der erfindungsgemäßen Bodenausbildung und des
guten Schallschutzwertes sowie des Verzichts auf hydraulisch abbindenden Mörtel ist
die Anwendung für den Bereich der Altbausanierung in besonderer Weise angezeigt.
[0018] Nchfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung beschrieben.
Darin zeigen:
Fig. 1 eine schematische Schnittansicht eines Teils einer Bodenausbildung,
Fig. 2 eine schematische Schnittansicht eines Teile einer Bodenausbildung mit einer
Fuge,
Fig. 3 eine Draufsicht auf die der Sichtseite abgewendete Seite einer Platte sowie
Fig. 4 eine Schnittansicht einer keramischen Platte ebenfalls mit schwingungsstumpfen
Belag.
[0019] Aus Fig. 1 geht hervor, daß sich die Bodenausbildung aus einer keramischen Platte
1 und einem schwingungsstumpfen Belag 2 zusammensetzt, der bei der Ausführungsform
nach Fig. 1 als verlegefertige Einheit auf einem Unterboden 3 mittels einer Klebschicht
4 befestigt ist. Wie der Fig. 1 entnommen werden kann, ist hierbei der schwingungsstumpfe
Belag 2 auf der der Sichtseite abgewendeten Seite der Platte vorgesehen.
[0020] Fig 2 zeigt eine Fugenausbildung 5, die als Folge des Zurücksetzens des schwingungsstumpfen
Belags 2 hintergriffig ausgebildet ist, d. h. sich zwischen die Unterkante der keramischen
Platten 1 und die Oberkante des Unterbodens 3 erstreckt und eine größere Fläche des
Unterbodens 3 bedeckt, als es bei einer Erstreckung des Belags bis unmittelbar zur
Plattenkante der Platte 1 der Fall wäre.
[0021] Fig. 3 zeigt in der Draufsicht eine Platte 1, die auf ihrer der Sichtseite abgewendeten
Seite einen schwingungsstumpfen Belag 2 trägt, wobei der Belag Aussparungen 6 zur
Aufnahme von Verlegehilfen aufweist.
[0022] Aus Fig. 4 ist schließlich die mit 7 bezeichnete Reliefierung der dem schwingungsstumpfen
Belag zugewendeten Seite der Platte 1 ersichtlich, die einen Verdrängungsraum für
den schwingungsstumpfen Belag erbringt.
1. Keramische Platte zur Bildung eines Bodenbelages, die mittels eines Klebers auf
einem Untergrund, wie etwa Estrich befestigt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß die keramische Platte als verlegefertige Einheit mit einem schwingungsstumpfen
Belag versehen ist, welcher an der der Sichtseite abgewandten Seite der keramischen
Platte durch Kleben befestigt ist.
2. Keramische Platte nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) auf der der Platte (1) zugewandten Seite mit
einer Klebschicht für keramische Platten (1) versehen ist.
3. Keramische Platte nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) auf seiner dem Unterboden (3) zugewandten Seite
mit einer Klebschicht (4) für den Unterboden ausgestattet ist.
4. Keramische Platten nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) den Kleber bildet.
5. Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) an allen Kanten der keramischen Platten (1) geringfügig
nach innen zurückgesetzt ist.
6. Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dicke des schwingungsstumpfen Belags mindestens 2 mm beträgt.
7. Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Dicke des schwingungsstumpfen Belags (2) so gewählt ist, wie zur Erzielung
einer gewünschten Trittschalldämmung erforderlich ist.
8. Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) Aussparungen zur Aufnahme von Verlegehilfen
aufweist.
9. Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) aus einem Gemisch von Bitumen, Kunststoff und
anorganischem Füllstoff gebildet ist.
10.Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der schwingungsstumpfe Belag (2) mit einem Kleber ausgerüstet ist, der auf der
Basis von Polyacrylat aufgebaut ist und bis zur Verlegung mit einer silikonisierten
Polyäthylenfolie abgedeckt ist.
11.Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die keramischen Platten (1) auf ihrer dem schwingungsstumpfen Belag (2) zugewandten
Seite eine Reliefierung aufweisen, die so bemessen ist, daß sie einerseits die statische
Belastbarkeit der Platte (1) nicht beeinträchtigt und andererseits als Verdrängungsraum
für den Belag (2) zur Verfügung steht.
12.Keramische Platte nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenausbildung mit Verlegehilfen eingebracht wird, die derart gebildet sind,
daß sie einerseits das Eigengewicht der keramischen Platte (1) tragen und andererseits
derart kompressibel sind, daß sie auf die Dicke des schwingungsstumpfen Belages (2)
zusammendrückbar sind.