[0001] Die Erfindung betrifft ein neues elektrochemisches Verfahren zur Herstellung von
Methoxiacetaldehyddialkylacetalen.
[0002] Die Elektrooxidation von 1,2-Dimethoxiethan ist z.B. aus der DE-OS 30 00 243 bekannt.
Bei diesem Verfahren entstehen entsprechend nachfolgendem Reaktionsschema eine Reihe
von Nebenprodukten

Es bestand daher die Aufgabe, ein Verfahren zu finden, das es ermöglicht, Methoxiacetaldehyddialkylacetale
mit größerer Selektivität herzustellen.
[0003] Es wurde nun gefunden, daß man Methoxiacetaldehyddialkylacetale der allgemeinen Formel
CH₃O-CH₂-CH(OR)₂ I
durch Elektrooxidation von Verbindungen der Formel
CH₃O-CH₂-CH₂OR II
in Gegenwart eines Alkanols der Formel ROH, wobei R einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen
bedeutet, mit erheblich höherer Selektivität erhält, wenn man die Elektrooxidation
in Gegenwart einer Triarylaminverbindung der Formel

in der beide A entweder Wasserstoffatome oder zusammen eine Einfachbindung, X ein
Halogenatom oder einen H₃COC-, NO₂- oder NC-Rest, Y ein Wasserstoffatom, einen NO₂-
oder CH₃COC-Rest oder ein Halogenatom und Z ein Wasserstoffatom, einen NO₂-Rest oder
ein Halogenatom bedeuten, durchführt.
[0004] Es ist zwar aus der US-PS 4 612 092 bekannt, daß man Alkylbenzole, wie Toluol oder
p-Xylol, in Gegenwart von Alkanolen und Triarylaminen der Formel III zu Benzoesäureestern
elektrolysieren kann. Demgegenüber ist das vorteilhafte Ergebnis des Verfahrens dieser
Erfindung aber überraschend, weil hier die Acetale in hohen Selektivitäten entstehen
und nicht zu den entsprechenden Estern weiter oxidiert werden.
[0005] In der Ausgangsverbindung II steht R für eine Alkylgruppe mit 1 bis 4 C-Atomen, R
ist z.B. einer der Reste: -CH₃, -C₂H₅, -C₃H₇ oder -C₄H₉. Bevorzugtes Ausgangsmaterial
ist 1,2-Dimethoxiethan.
[0006] Als Alkanole der Formel ROH kommen z.B. Ethanol, Propanol, Isopropanol, Butanol,
Isobutanol und vorzugsweise Methanol in Betracht.
[0007] Triarylaminverbindungen der Formel III sind Verbindungen folgender Struktur

Sie enthalten als Halogenatome z.B. F-, Cl- oder Br-Atome. Verbindungen der Formel
III sind z.B. Tris-(4-bromphenyl)-amin, Bis-(4-bromphenyl)-(2,4-dibromphenyl)-amin,
Bis-(2,4-dibromphenyl)-4-bromphenylamin, Tris-(2,4-dibromphenyl)-amin, Tris-(4-chlorphenyl)-amin,
Bis-(4-chlorphenyl)-(2,4-dichlorphenyl)-amin, Bis-(2,4-dichlorphenyl)-(4-chlorphenyl)-amin
und Tris-(2,4-dichlorphenyl)-amin, von denen Tris-(2,4-dibromphenyl)-amin und Tris-(2,4-dichlorphenyl)-amin
bevorzugt sind.
[0008] Dem Elektrolyten werden die in der organischen Elektrochemie üblichen Leitsalze,
wie Salze der Tetrafluorborsäure, Salze von Alkyl- oder Arylsulfonsäuren oder Salze
von Alkylschwefelsäuren sowie Salze der Perchlorsäure zugesetzt. Weiterhin kommen
Alkoholate, wie NaOCH₃ und KOCH₃ in Betracht.
[0009] Zur Erhöhung der Löslichkeit des Elektronenüberträgers können dem Elektrolyten Kolösungsmittel
zugesetzt werden. Als Kolösungsmittel kommen z. B. Halogenkohlenwasserstoffe, wie
Methylenchlorid, Dichlorethan, 1,2-Dichlorpropan oder Nitrile, wie Acetonitril in
Betracht. Die Kolösungsmittel werden dem Alkohol z. B. in Mengen bis zu 60 Gew.-Teilen
pro 100 Gew.-Teile Alkanol zugegeben.
[0010] Das erfindungsgemäße Verfahren benötigt keine besonderen Elektrolysezelle, bevorzugt
wird eine ungeteilte Durchflußzelle eingesetzt. Als Anoden können alle an sich üblichen
Anodenmaterialien verwendet werden, die unter den Elektrolysebedingungen stabil sind,
wie Edelmetalle, z. B. Gold oder Platin. Bevorzugt verwendet man Graphit. Als Kathodenmaterial
kommen u. a. Graphit, Eisen, Stahl, Nickel oder auch Edelmetalle, wie Platin, in Betracht.
[0011] Der bei der Elektrooxidation eingesetzte Elektrolyt hat beispielsweise folgende Zusammensetzung:
1 bis 70 Gew.% Ausgangsverbindung der Formel II
30 bis 96 Gew.% Alkanol mit oder ohne Kolösungsmittel
0,3 bis 5 Gew.% Triarylaminverbindungen der Formel III
0,3 bis 4 Gew.% Leitsalz
[0012] Man elektrolysiert bei Stromdichten von 0,25 bis 10 A/dm², vorteilhaft von 0,5 bis
5 A/dm², bevorzugt bei 1,0 bis 4 A/dm². Die Ladungsmenge beträgt 1 bis 10, vorzugsweise
2 bis 8 F pro Mol Ausgangsstoff.
[0013] Die Elektrolysetemperaturen sind nach oben hin durch den Siedepunkt des Alkanols
bzw. des Kolösungsmittels begrenzt. Zweckmäßigerweise elektrolysiert man bei Temperaturen
bis 5°C unterhalb des Siedepunktes des Elektrolyten. Bei Verwendung von Methanol wird
z.B. bei Temperaturen bis 60°C, vorzugsweise bei 20 bis 60°C, elektrolysiert. Das
Verfahren kann sowohl diskontinuierlich als auch kontinuierlich durchgeführt werden.
[0014] Die Aufarbeitung der Elektrolyseausträge nimmt man nach an sich bekannten Methoden
vor. Zweckmäßigerweise wird der Elektrolyseaustrag destillativ aufgearbeitet. Überschüssiges
Alkanol und evtl. eingesetztes Kolösungsmittel werden zunächst abdestilliert, Leitsalz
und Triarylaminoverbindung werden abfiltriert und die Methoxiacetaldehyddialkylacetale
werden gereinigt, z. B. durch Destillation. Alkanol, Kolösungsmittel, Leitsalz und
Triarylaminoverbindung sowie nicht umgesetzte Verbindungen der Formel II können zur
Elektrolyse zurückgeführt werden.
[0015] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erhältlichen Methoxiacetaldehyddialkylacetale
sind wertvolle Zwischenprodukte für die Synthese von Arzneimitteln insbesondere von
Sulfonamiden.
Beispiel 1
Elektrosynthese von Methoxiacetaldehyddimethylacetal
[0016] Apparatur: Ungeteilte Zelle mit 6 Elektroden, bipolare Elektrodenanordnung, Elektrodenabstände:
0,5 mm, Anoden und Kathoden: Graphit.
Zusammensetzung des Elektrolyten:
1225 g (13,61 Mol) 1,2-Dimethoxiethan
12,3 g Natriumbenzolsulfonat
12,3 g Natriummethylat
12,3 g Tris(2,4-dibromphenyl)amin
1188 g Methanol
Stromdichte: 3,3 A/dm²
Temperatur: 27 bis 28°C
Elektrolyse mit 2,2 F/Mol 1,2-Dimethoxiethan
[0017] Der Elektrolyt wird während der Elektrolyse mit 200 l/h über einen Wärmetauscher
durch die Zelle gepumpt. Der Elektrolyseaustrag wird gaschromatographisch untersucht.
Hiernach erhält man neben 938 g unumgesetzten 1,2-Dimethoxiethan 269 g CH₃O-CH₂CH(OCH₃)₂
und 61 g CH₃O-CH₂-CH₂-O-CH₂-OCH₃.
[0018] Hieraus errechnen sich:
Umsatz 1,2-Dimethoxiethan: 23,4 %
Selektivität CH₃O-CH₂-CH(OCH₃)₂: 70,3 %
Selektivität CH₃O-CH₂-CH₂O-CH₂-OCH₃: 15,9 %
Beispiel 2 (Vergleichsversuch)
[0019] Man verfährt wie im Beispiel 1 beschrieben, wobei man jedoch ohne Zusatz von Tris-(2,4-dibromphenyl-)-amin
arbeitet. Dabei werden folgende Ergebnisse erhalten:
Umsatz 1,2-Dimethoxiethan: 28,4 %
Selektivität CH₃O-CH₂-CH(OCH₃)₂: 43,8 %
Selektivität CH₃O-CH₂-CH₂-O-CH₂OCH₃: 42,2 %
1. Verfahren zur Herstellung von Methoxiacetaldehyddialkylacetalen der Formel
CH₃O-CH₂-CH(OR)₂ I
durch Elektrooxidation von Verbindungen der Formel
CH₃O-CH₂-CH₂OR II,
in Gegenwart eines Alkanols der Formel ROH, wobei R einen Alkylrest mit 1 bis 4 C-Atomen
bedeutet, dadurch gekennzeichnet, daß man die Elektrooxidation in Gegenwart einer
Triarylaminverbindung der Formel

in der beide A entweder Wasserstoffatome oder zusammen eine Einfachbindung, X ein
Halogenatom oder einen H₃COC-, NO₂- oder NC-Rest, Y ein Wasserstoffatom, einen NO₂-
oder CH₃COC-Rest oder ein Halogenatom und Z ein Wasserstoffatom, einen NO₂-Rest oder
ein Halogenatom bedeuten, durchführt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Verbindung II 1,2-Dimethoxiethan
verwendet.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Alkanol Methanol
verwendet.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man als Triarylaminverbindung
Tris-(2,4-dibromphenyl)-amin oder Tris-(2,4-dichlorphenyl)-amin verwendet.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man einen Elektrolyten verwendet,
der einen Gehalt an Ausgangsverbindung der Formel II von 1 bis 70 Gew.%, an Alkanol,
mit oder ohne Kolösungsmittel, von 30 bis 96 Gew.%, an Triarylamin der Formel III
von 0,3 bis 5 Gew.% und an Leitsalz von 0,3 bis 4 Gew.% aufweist.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man bei Stromdichten von
0,25 bis 10 A/dm² und mit einer Ladungsmenge von 1 bis 10 F pro Mol Ausgangsstoff
der Formel II elektrolysiert.