(19)
(11) EP 0 294 567 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
14.12.1988  Patentblatt  1988/50

(21) Anmeldenummer: 88106267.3

(22) Anmeldetag:  20.04.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B65B 53/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
DE FR GB

(30) Priorität: 06.06.1987 DE 8708145 U

(71) Anmelder: MSK-Verpackungs-Systeme Gesellschaft mit beschränkter Haftung
D-47515 Kleve (DE)

(72) Erfinder:
  • Hannen, Reiner
    D-4180 Goch-Pfalzdorf (DE)
  • Vermeulen, Norbert
    D-4190 Kleve -Warbeyen (DE)

(74) Vertreter: Stark, Walter, Dr.-Ing. 
Moerser Strasse 140
47803 Krefeld
47803 Krefeld (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Schrumpfen von Schrumpfhauben, die einen palettierten Gutstapel umgeben


    (57) Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schrumpfen von Schrumpfhauben, die einen palettierten Gutstapel (1) umgeben, - mit einer Schrumpfeinrichtung (6), mit einem an der Schrumpfeinrichtung vorbeiführenden Transport­system (4) für die palettierten Gutstapel, mit einer unterhalb der Schrumpfeinrichtung (6) angeordneten Hubeinrichtung zum Anheben der palettierten Gutstapel und mit einem im Bereich der Hubeinrichtung angeordnet­en Sauggebläse. Damit beim Einsatz von Transportsys­temen mit insbesondere fahrerlosen, automatisch gesteuerten Flurförderzeugen (4) auf unterflur angeordnete Einrichtungen verzichtet werden kann, soll die Hubeinrichtung neben der Bahn des Transportsystems angeordnet sein und wenigstens einen heb- und senkbaren Träger (8) aufweist, der bis unter einen vom Transport­system (4) herangeführten palettierten Gutstapel (1) bewegbar ist, wobei der Träger (8) davon abstehende Auflager (10) für den palettierten Gutstapel (1) aufweist und die Auflager (10) aus einer horizontalen in eine vertikale Stellung bewegbar sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Schrumpfen von Schrumpfhauben, die einen palettierten Gutstapel umgeben, - mit einer Schrumpfeinrichtung, mit einem an der Schrumpfeinrichtung vorbeiführenden Transport­system für die palettierten Gutstapel, mit einer unterhalb der Schrumpfeinrichtung angeordneten Hubeinrichtung zum Anheben der palettierten Gutstapel und mit einem im Bereich der Hubeinrichtung angeordneten Sauggebläse.

    [0002] Bei einer bekannten Vorrichtung dieser Gattung (EP-0S 0 133 462) werden die palettierten und ggf. bereits mit einer Schrumpfhaube versehenen Gutstapel auf einem Förderer, z.B. einem Rollenförderer bis in den Bereich der Schrumpfeinrichtung gebracht. Dort wird der pa­lettierte Gutstapel mit einer unter dem Förderer ange­ordneten Hubeinrichtung, die als Scherenhebetisch ausgebildet ist, angehoben, so daß die unteren Ränder der Schrumpfhaube frei über die Unterseite der Palette hängen. Mit Hilfe des am Scherenhebetisch angeordneten Sauggebläses werden dann die freien Ränder gegen die Unterseite der Palette gesaugt und mit Hilfe der Schrumpf­einrichtung geschrumpft, so daß ein sogenannter Unter­schrumpf entsteht. Dann wird der palettierte Gutstapel wieder auf dem Rollenförderer abgesetzt und der Rest der Schrumpfhaube geschrumpft.

    [0003] Für den innerbetrieblichen Transport von Gütern gibt es fahrerlose Transportsysteme mit Elektrotraktoren und von diesen geschleppten Karren, wobei die Elektro­traktoren über im Boden verlegte Induktionsschleifen geführt und gesteuert, d.h auch angehalten oder gestartet werden können. Bei Einsatz dieser Transportsysteme zusammen mit einer Vorrichtung zum Schrumpfen müßten die Hubeinrichtung und das Sauggebläse unterflur ange­ordnet werden, damit der Elektrotraktor die auf den Karren angeordneten Gutstapel unter die Schrumpfeinrich­tung bringen kann. Das erfordert aufwendige Konstruk­tionen und Installationen für die Hubeinrichtung und das Sauggebläse.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Gattung so zu verbessern, daß beim Einsatz von Transportsystemen mit insbesondere fahrerlosen, automatisch gesteuerten Flurförderzeugen auf unterflur angeordnete Einrichtungen verzichtet werden kann.

    [0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Hubeinrichtung neben der Bahn des Transportsystems angeordnet ist und wenigstens einen heb- und senkbaren Träger aufweist, der bis unter einen vom Transportsystem herangeführten palettierten Gutstapel bewegbar ist, wobei der Träger davon abstehende Auflager für den palettierten Gutstapel aufweist und die Auflager aus einer horizontalen in eine vertikale Stellungbewegbar sind. Die gesamte Hubeinrichtung ist damit neben der Bahn des Transport­systems und unterhalb der Schrumpfeinrichtung angeordnet, so daß der Aufwand für eine Grube und die die darin unterzubringenden Aggregate überflüssig ist. Durch entsprechende Steuerung der Bewegungen einerseits des oder der Träger und andererseits der Auflager können die Auflager so unter die Palette gebracht werden, daß mit ihrer Hilfe die Palette und der darauf befindliche Gutstapel von der Stellfläche des Karrens abgehoben werden kann. Es versteht sich, daß der Karren bzw. die Karren, auf denen palettierte Gutstapel heran­geführt werden, Stellflächen besitzen, die so ausgebildet sind, daß die Auflager an der Unterseite der Palette angreifen können.

    [0006] Die Steuerung der Schwenkbewegung der Auflager wird besonders einfach, wenn zwei oder mehr Träger vorgesehen sind und die Träger um ihre Längsachsen verschwenkbar sind. Dann können die Auflager starr an den Trägern befestigt werden.

    [0007] Bevorzugt sollen die Träger in Richtung ihrer Längsachsen, also quer zur Bahn des Transportsystems verschiebbar sein. Dazu können die Träger in einem Antriebsgehäuse gelagert sein, welche Antriebe und Führungen für die Längsverschiebung der Träger und für ihre Schwenkbewe­gung aufweist und welches seinerseits an einem Ständer vertikal auf- und abbewegbar ist. Da in den meisten Fällen die Schrumpfeinrichtung ebenfalls an einem oder mehreren vertikalen Ständern geführt ist, kann auch das Antriebsgehäuse an dem oder den Ständern der Schrumpfeinrichtung geführt sein.

    [0008] Für die Absaugung von Luft unterhalb der Palette em­pfiehlt sich eine Ausführung, bei der der oder die Träger aus Rohren bestehen, die an das Sauggebläse angeschlossen sind und Lufteintrittsöffnungen aufweisen.

    [0009] Im folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert; die einzige Figur zeigt schematisch eine Ansicht einer Vorrichtung zum Schrumpfen.

    [0010] Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung dient zum Schrumpfen von Schrumpfhauben, die einen palettierten Gutstapel umgeben. Gutstapel 1 sind auf einer Palette 2 angeordnet, die auf der Stellfäche 3 eines Karrens 4 abgestellt sind. Ein oder mehrere Karren 4 werden von einem nicht dargestellten Elektrotraktor geschleppt, der über im Boden verlegte Induktionsschleifen durch die Fabrikhalle gesteuert und angehalten sowie gestartet werden kann. Ein mit einem Gutstapel 1 beladener Karren 4 wird vor einer Schrumpfeinrichtung angehalten. Zu dieser Schrumpfeinrichtung gehören ein oder mehrere vertikale Ständer 5, an denen ein Schrumpfrahmen 6 auf- und abbeweglich ist. Der Schrumpfrahmen 6 besitzt eine innere Öffnung, die etwas größer ist als der Querschnitt des Gutstapels 1. An der Innenseite des Öffnungsrandes befinden sich Heizeinrichtungen, z.B. Brenner, deren heiße Verbrennungsgase auf den Gutstapel 1 gerichtet sind, so daß bei einer Auf- oder Abbewegung des Schrumpfrahmens 6 eine den Gutstapel 1 umgebende Schrumpfhaube geschrumpft wird.

    [0011] An den Ständern 5 ist auch ein Antriebsgehäuse 7 vertikal auf- und abbeweglich geführt. Im Antriebsgehäuse 7 sind zwei zueinander parallele Träger 8 gehalten, von denen in der Zeichnung nur einer sichtbar ist. Die Träger 8 können mit Hilfe zugeordneter Antriebe, die nicht gezeichnet sind, in Richtung ihrer Längsachsen horizontal soweit verschoben werden, daß sie entweder die gezeichnete Position einnehmen oder sich außerhalb des Karrens 4 befinden. Die Träger 8 können außerdem mit Hilfe zugeordneter Antriebe um ihre Längsachsen verschwenkt werden.

    [0012] An dem dem Karren 4 zugewandten Ende besitzt jeder Träger zwei im Abstand voneinander angeordnete Aufla­ger 10, die radial vom Träger 8 abstehen. Durch Ver­schwenken der Träger 8 können die Auflager 10 aus einer horizontalen Stellung in die dargestellte vertikale Stellung gebracht werden.

    [0013] Die Träger 8 bestehen aus Rohren mit Lufteintrittsöffnun­gen 11 auf demjenigen Abschnitt, der sich in der gezeich­neten Funktionsstellung unterhalb der Palette 2 befindet. Außerdem sind die rohrförmigen Träger 8 an ein nicht dargetelltes Sauggebläse angeschlossen.

    [0014] Die dargestellte Vorrichtung arbeitet wie folgt:

    [0015] Ein mit einem Gutstapel 1 beladener Karren 4 wird vor der Schrumpfeinrichtung angehalten. Die Träger 8 werden in Richtung ihrer Längsachse durch entsprechende, nicht dargestellte Ausnehmungen des Karrens 4 in den Karren bis unter die Palette 2 bewegt, wobei die Auflager 10 sich in horizontaler Stellung befinden. Dann werden die Träger 8 um ihre Längsachsen geschenkt, bis die Auflager 10 eine vertikale Stellung einnehmen, die in der Zeichnung dargestellt ist. Es versteht sich, daß auch die Stellfäche 3 des Karrens entsprechende Ausnehmungen aufweist, damit die Auflager 10 in die vertikale Position geschwenkt werden können um nach dem Anheben der Träger 8 mit Hilfe des Antriebsgehäuses 7 die Unterseite der Palette 2 erfassen können. Bei weiterem Anheben der Träger 8 wird dann die Palette 2 mit dem darauf befindlichen Gutstapel 1 von der Stell­ fläche 3 des Karrens 4 abgehoben, und zwar soweit, bis die Ränder einer in der Zeichnung nicht dargestellten, über den Gutstapel 1 und die Palette 2 gezogenen Schrumpf­haube frei bis unter die Unterseite der Palette 2 hängen. Nach dem Einschalten des Sauggebläse, welches Luft durch die Lufteintrittsöffnungen 11 der rohrförmigen Träger 8 von der Unterseite der Palette absaugt, legen sich die frei herabhängenden Ränder der Schrumpfhaube unter die Unterseite der Palette. Nunmehr kann die Schrumpfhaube geschrumpft werden, wobei entweder die Palette 2 mit den untergeschlagenen Rändern der Schrumpf­haube zunächst wieder auf der Stellfäche 3 abgesetzt wird oder und zunächst die unter die Unterseite der Palette geschlagenen Ränder der Schrumpfhaube geschrumpft werden. Nachdem die Schrumpfhaube vollständig geschrumpft ist und die Palette 2 wieder auf den Karren 4 abgesetzt worden ist, werden die Träger 8 soweit abgesenkt, daß die Auflager 10 durch Verschwenken der Träger 8 wieder in horizontale Position gebracht werden können. Anschließend werden die Träger 8 durch Längsverschieben aus dem Bereich des Karrens 4 gezogen, der dann weiter­fahren kann.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung zum Schrumpfen von Schrumpfhauben, die einen palettierten Gutstapel umgeben, - mit einer Schrumpfeinrichtung, mit einem an der Schrumpf­einrichtung vorbeiführenden Transportsystem für die palettierten Gutstapel, mit einer unterhalb der Schrumpfeinrichtung angeordneten Hubeinrichtung zum Anheben der palettierten Gutstapel und mit einem im Bereich der Hubeinrichtung angeordneten Sauggebläse, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubein­richtung neben der Bahn des Transportsystems (4) angeordnet ist und wenigstens einen heb- und senkbaren Träger (8) aufweist, der bis unter einen vom Transport­system (4) herangeführten palettierten Gutstapel (1, 2) bewegbar ist, wobei der Träger (8) davon abstehende Auflager (10) für den palettierten Gutstapel (1,2) aufweist und die Auflager (10) aus einer horizontalen in eine vertikale Stellung bewegbar sind.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwei oder mehr Träger (8) vorgesehen sind, die um ihre Längsachsen verschwenkbar sind.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekenn­zeichnet, daß der oder die Träger (8) in Richtung ihrer Längsachsen verschiebbar sind.
     
    4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Träger (8) in einem Antriebsgehäuse (7) gelagert sind, welches seinerseits an einem Ständern (5) vertikal auf- und abbewegbar ist.
     
    5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Antriebsgehäuse (7) an dem oder den Ständern (5) der Schrumpfeinrichtung (6) geführt ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Träger (8) aus Rohren bestehen, die an das Sauggebläse angeschlossen sind und Lufteintrittsöffnungen (11) aufweisen.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht