[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Axialkolbenmaschine nach dem Oberbegriff des
Anspruchs 1.
[0002] Diese Bauart, bei der die Steuerplatte durch Zentrierstifte an der zugehörigen Gehäusewand
zentriert und drehgesichert ist, ist handelsüblich und deshalb allgemein bekannt.
Diese bekannte Ausgestaltung hat sich auch in der Praxis bewährt. Allerdings ist sie
aus mehreren Gründen verhältnismäßig aufwendig, und sie führt zu verhältnismäßig
großen Herstellungskosten. Dies ist zum einen dadurch bedingt, daß bei der bekannten
Ausgestaltung der Steuerkörper aus einem verhältnismäßig massiven Körper von bei
üblicher Baugröße etwa 6 bis 10 mm Dicke bestehen und deshalb ein verhältnismäßig
großes bzw. dickes Bauteil darstellt. Als verhältnismäßig verschleißfeste Materialpaarung
hat sich in der Praxis ein Buntmetall wie Bronze für die Zylindertrommel und durchgehärteter
oder Oberflächengehärteter Stahl für den Steuerkörper bewährt.
[0003] Ein Nachteil der bekannten Ausgestaltung besteht darin, daß der Steuerkörper aufwendig
und deshalb teuer in der Herstellung ist. Hiervon ist auch der Unterhalt der Axialkolbenmaschine
betroffen, weil bei einem Austausch eines z.B. durch Kavitation beschädigten Steuerspiegels
der massive Steuerspiegelkörper auszutauschen ist. Ein weiterer Nachteil besteht darin,
daß bei der Oberflächenbehandlung und beim Härten der Steuerplatte Verzugserscheinungen
nicht auszuschließen sind, die sowohl die Abdichtung der Steuerkanäle als auch die
Lagerung der Zylindertrommel wesentlich beeinträchtigen können. Ein solcher Verzug
ist nur durch zusätzliche Nachbehandlung des Steuerspiegels, z.B. durch Schleifen,
zu beseitigen. Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß im Betrieb der Axialkolbenmaschine
aufgrund Wärmeentwicklung zusätzliche Verzugserscheinungen auftreten, die zu den
vorbeschriebenen Problemen führen.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Axialkolbenmaschine der eingangs
bezeichneten Art so auszugestalten, daß sie bei Gewährleistung einer guten Abdichtung
mit einem geringen Material- und Kostenaufwand hergestellt bzw. betrieben werden kann.
[0005] Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0006] Bei der erfindungsgemäBen Ausgestaltung wird der Steuerspiegel durch eine lose und
drehgesichert eingelegte Scheibe aus einem dünnen Flachmaterial, wie Blech gebildet.
Hierdurch wird nicht nur die angestrebte preiswertere Herstellung erreicht, weil der
Steuerspiegel auf sehr einfache Weise, z.B. durch Stanzen, hergestellt werden kann,
wodurch die Herstellungskosten wesentlich gesenkt werden können, sondern es wird auch
der Materialaufwand wesentlich verringert, weil nur die dünne Scheibe aus verschleißfestem
Material wie hochwertigem Stahl hergestellt zu werden braucht und nicht der gesamte
Steuerkörper. Im Falle eines Austausches braucht auch nur die dünne Scheibe ausgetauscht
zu werden und nicht der gesamte Steuerkörper. Ein weiterer Vorteil der erfindungs
gemäßen Ausgestaltung besteht darin, daß aufgrund der geringen Dicke der Scheibe diese
elastisch verformbar ist und deshalb ein bei der Herstellung, z.B. beim Härten der
Scheibe auftretender Verzug unschädlich ist, weil ein solcher überdrückt werden kann,
d.h. die Auswirkung des Verzugs auf die Dichtigkeit wird ganz erheblich gemindert,
bzw. ein vorhandener Verzug ist unschädlich.
[0007] Zu einer einfachen und preiswerten Herstellung trägt auch die Ausgestaltung nach
Anspruch 2 bei und zwar insbesondere dann, wenn ein Bandmaterial als vorgefertigtes
Halbzeug verwendet wird, an dem die angestrebte Oberflächengüte sehr preiswert vorgefertigt
ist. Als sehr vorteilhaftes Material hat sich Federstahl erwiesen.
[0008] Die Ausbildung nach Anspruch 5 führt zu einer wesentlichen Verringerung der Baugröße
und auch zu einer Verringerung des Materialaufwandes, weil der übliche zusätzliche
Steuerspiegelträger entfällt.
[0009] Die Ansprüche 6 bis 10 enthalten Drehsicherungsmerkmale und umfassen praktische Ausgestaltungen,
die ebenfalls zu einer preiswerten und kostengünstigen Herstellung einschließlich
Montage beitragen.
[0010] Gemäß Anspruch 11 wird gleichzeitig eine Gehäuseentlüftung erreicht.
[0011] Die im Anspruch 12 enthaltenen Merkmale dienen einer vorteilhaften Zentrierung der
Scheibe.
[0012] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von in vereinfachten Zeichnungen dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 eine erfindungsgemäß ausgestaltete Axialkolbenmaschine im axialen Schnitt;
Fig. 2 den Schnitt A-B in Fig. 1;
Fig. 3 ein der Fig. 2 entsprechender Schnitt bei einer abgewandelten Ausgestaltung.
[0013] Die wesentlichen Teile der allgemein mit 1 bezeichneten Axialkolbenmaschine sind
ein aus einem topfförmigen Gehäuseteil 2 und einem Gehäusedeckel 3 gebildetes Gehäuse,
eine darin drehbar gelagerte Zylindertrommel 4 mit axialen Kolbenbohrungen 5, in denen
durch eine Schiefscheibe 6 antreibbare, mit Gleitschuhen 7 versehene Kolben 8 verschiebbar
gelagert sind, ein allgemein mit 9 bezeichneter Steuerspiegel mit zugehörigen Steuerkanälen
11, 12, die die Kolbenbohrungen mit Zuführungs- bzw. Abführungsleitungen 13, 14 verbinden
und eine die Zylindertrommel 4 durchfassende Antriebswelle 15, die die Zylindertrommel
4 antreibt und auf der diese radial gelagert ist.
[0014] Der Steuerspiegel 9 wird durch eine dünne Scheibe 16 gebildet, die aus hartem bzw.
gehärtetem Stahlblech, vorzugsweise aus Federstahl besteht. Die dünne Scheibe 16 bzw.
dünne Platte wird vorzugsweise aus einem vorgefertigten Flachmaterial, insbesondere
Bandmaterial gefertigt, welches in einer für den vorliegenden Lagerungs- bzw. Dichtungszweck
ausreichenden Härte und Oberflächengüte auf dem Markt erhältlich ist, und aus dem
die Scheibe 16 durch spanlose Fertigung wie Stanzen, Laserschneiden herausgearbeitet
werden kann. Hierdurch ist eine einfache und preiswerte Herstellung möglich, weil
zum einen das Flachmaterial insbesondere in Form eines Bandmaterials preiswert erhältlich
ist und zum anderen ein preiswertes Ausschneiden möglich ist, da nach dem Ausschneiden
eine Oberflächenbehandlung hinsichtlich der Oberflächengüte an der Scheibe 16 nicht
erforderlich ist.
[0015] Am Steuerspiegel 9 bzw. an der Scheibe 16 sind lediglich die üblichen nierenförmigen
Steuerkanäle 11 und ein Drehsicherungsteil zur Drehsicherung auszubilden, die bei
der erfindungsgemäBen Ausgestaltung im Zuge der Herstellung der Scheibe 16 gleichzeitig
herausgearbeitet werden können. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2 ist eine
innere Drehsicherungsnase 17 am durch eine zentrale Ausnehmung 18 gebildeten inneren
Rand 19 der Scheibe 16 ausgebildet, d.h. die Drehsicherungsnase 17 erstreckt sich
radial einwärts. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ist eine sich in der Ebene
der Scheibe 16 radial auswärts erstreckende und somit vom Umfang der Scheibe 16 vorspringende
Drehsicherungsnase 21 angeformt bzw. angeordnet. Die Drehsicherung ist dadurch bewirkt,
daß beide Drehsicherungsnasen 17, 21 mit möglichst geringem Bewegungsspiel in eine
Ausnehmung 22 bzw. 23 einfassen. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2 ist die
Drehsicherungsnase 17 quer zur Ebene der Scheibe 16 und zur der Zylindertrommel 4
abgewandten Seite ausgebogen und sie faßt in eine die axialen Begrenzungswände 24
der allgemein mit 25 bezeichneten Drehsicherung bildende Bohrung 26 im Gehäusedeckel
3 ein. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ist die die Drehsicherungsnase 21 aufnehmende
Ausnehmung 23 durch axiale Stege 27 an der inneren Mantelfläche 28 des Gehäuses gebildet.
[0016] Bei den vorliegenden Ausführungsbeispielen liegt die Scheibe 16 unmittelbar an der
Innenwand des Gehäusedeckels 3 an, wobei sie zwischen dieser mit 29 bezeichneten Innenwand
und der mit 31 bezeichneten Stirnfläche der Zylindertrommel 4 axial abgestützt ist.
Beim vorliegenden Ausführungsbeispiel besteht außerdem die Zylindertrommel 4 aus Bronze
und der Steuerspiegel 9 bzw. die Scheibe 16 aus einem hochwertigem Stahl, nämlich
Federstahl. Der Gehäusedeckel 3 kann dagegen aus einem verhältnismäßig minderwertigen
und preiswertigen Stahl oder Gußmaterial hergestellt werden.
[0017] Aufgrund der verhältnismäßig geringen Dicke d der Scheibe 16, die vorzugsweise etwa
0,5 bis 2 mm beträgt, ist es zwecks Schaffung eines ausreichenden Strömungsquerschnitts
erforderlich, die sich zwischen den nierenförmigen Steuerkanälen 11 in der Scheibe
16 und den Zuführungs- bzw. Abführungsleitungen 13, 14 erstreckenden Steuerkanäle
12 im Gehäusedeckel 3 ebenfalls nierenförmig wie die Steuerkanäle 11 anzuordnen. Die
die Kolbenbohrungen 5 mit den Steuerkanälen 11, 12 verbindenden Steuerkanäle 10 in
der Stirnwand der Zylindertrommel 4 sind übliche axiale Kanäle in Form von Bohrungen.
[0018] Die Montage des Steuerspiegels 9 bzw. der Scheibe 16 erfolgt durch einfaches Einlegen
zwischen die Zylindertrommel 4 und den Gehäusedeckel 3.
[0019] Auf eine Funktionsbeschreibung der Axialkolbenmaschine kann verzichtet werden, weil
diese allgemein bekannt ist.
[0020] Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und 2 mündet die eine Ausnehmung 22 für die
Drehsicherungsnase 17 bildende Bohrung 26 einerseits in der Zuführungsleitung 13 und
andererseits in den zwischen dem Gehäusedeckel 3 und der Zylindertrommel 4 aufgrund
der Zwischenlage der Scheibe 16 vorhandenen Spalt 32, der zum Hohlraum 33 der Zylindertrommel
4 offen ist und der durch einen Freistich 34 an der Stirnfläche 31 der Zylindertrommel
4 vergrößert sein kann. Die Ausnehmung 22 bzw. der Spalt 32 ist weiter über das Spiel
der Verzahnung 35 zwischen Antriebswelle 15 und Zylindertrommel 4 mit dem äußeren
Gehäuseraum 36 verbunden. Die Ausnehmung 22 erfüllt somit eine weitere Funktion, nämlich
Gehäuseentlüftung bzw. Abführung von Lecköl.
[0021] Die Zentrierung der Scheibe 16 erfolgt beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 und
2 an ihrem kreisrunden Außenumfang 38, mit dem sie an der wenigstens in diesem Bereich
zylindrischen Innenwand 39 des topfförmigen Gehäuseteils 2 unter Berücksichtigung
eines notwendigen Montagespiels anliegt. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 ist
eine solche Zentrierung ebenfalls möglich. Die Scheibe 16 kann aber auch an ihrem
kreisrunden Innenumfang bzw. inneren Rand 19 zentriert sein. Hierzu kann eine Schulter
oder ein Absatz bzw. Vorsprung am Gehäusedeckel 3 dienen.
1. Axialkolbenmaschine mit einer in einem Gehäuse drehbar gelagerten Zylindertrommel,
in der eine Mehrzahl Kolben in Kolbenbohrungen verschiebbar gelagert sind, Durchsatzkanälen,
die an der Stirnseite der Zylindertrommel münden und einem zwischen der Zylindertrommel
und einem gehäuseseitigen Stützteil angeordneten Steuerspiegel mit Steuerkanälen,
die die Durchsatzkanäle mit Zu- bzw. Abführungsleitungen verbinden,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerspiegel (9) durch eine, vorzugsweise lose und drehgesichert eingelegte,
aus einem Flachmaterial hergestellte Scheibe (16) gebildet ist.
2. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die der Zylindertrommel (4) zugewandte Oberfläche der Scheibe (16) hinsichtlich
ihrer Güte, insbesondere Härte und Feinbearbeitung, am Flachmaterial vorzugsweise
in Form eines Bandmaterials vorgefertigt ist.
3. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (16) spanlos aus dem Flach- bzw. Bandmaterial herausgearbeitet, vorzugsweise
gestanzt oder durch Laserstrahlen ausgeschnitten ist.
4. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (16) aus durchgehärtetem Stahl, vorzugsweise aus Federstahl besteht.
5. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (16) unmittelbar an der das Stützteil bildenden Gehäusewand (3) angeordnet
ist und die nierenförmigen Steuerkanäle (12) auch in der Gehäusewand (3) angeordnet
sind.
6. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehsicherung (25) wenigstens eine an der Scheibe (16) einstückig ausgeformte
Drehsicherungsnase (17; 21) aufweist, die mit möglichst geringem Bewegungsspiel in
eine Ausnehmung (22; 23) in der Gehäusewand (3) oder einem Anbauteil derselben einfaßt.
7. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehsicherungsnase (17; 21) am Außenumfang der Scheibe (16) oder an einem
durch eine mittige Ausnehmung (18) gebildeten Innenumfang der Scheibe (16) angeordnet
ist.
8. Axialkolbenmaschine nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drehsicherungsnase (17) quer zur Ebene der Scheibe (16), vorzugsweise zur
der Zylindertrommel (4) abgewandten Seite hin ausgebogen ist.
9. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Drehsicherungsnase (17; 21) aufnehmende Ausnehmung durch eine Bohrung
(28) vorzugsweise in der Gehäusewand (3) gebildet ist.
10. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die die Drehsicherungsnase (21) aufnehmende Ausnehmung (23) durch zwei voneinander
beabstandete Ansätze vorzugsweise in Form von axialen Stegen (27) an der inneren Mantelfläche
(28) des Gehäuses gebildet ist.
11. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Ausnehmung Teil eines die Zuführungsleitung (13) mit dem Hohlraum des Gehäuses,
insbesondere einem zentralen Hohlraum (33) der Zylindertrommel (4) verbindender Kanal
ist.
12. Axialkolbenmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Scheibe (16) einen vorzugsweise kreisrunden Außen- und/oder Innenumfang (38,
39) aufweist und mit dem Außen- oder Innenumfang (38, 39) an einer Schulter bzw. einem
Ansatz des Gehäuses (2), insbesondere am Innenumfang 839) des Gehäuses (2), zentriert
ist.