[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Anspinnen eines Garnes
an einer Friktionsspinnvorrichtung, gemäss dem Oberbegriff des ersten Verfahrens-
und ersten Vorrichtungs-Anspruches.
[0002] Die bisher bekannten Vorrichtungen zum vorerwähnten Anspinnen eines Garnes bedienen
sich eines von einer Spule her zurückgeholten Garnendes, welches für das Anspinnen
in stillstehende Friktionsspinnmittel gegeben wird, um anschliessend daran das Anspinnen
bei reduzierter Geschwindigkeit der Friktionsspinnvorrichtung, durch Zuführen von
Fasern an das zurückgeholte Garnende durchzuführen. Es wird auch vorgeschlagen, dass
vor dem Anspinnen, d.h. vor dem Zuführen der frei fliegenden Fasern an das eingebrachte
Garnende, dasselbe durch ein Bewegen der Friktionsspinnmittel in entgegengesetzter
Richtung aufgedreht wird, um dadurch die angelieferten Fasern besser mit dem Garnende
zu verbinden resp. zu verflechten.
[0003] Eine solche Vorrichtung ist aus der DE-OS 3318687 her bekannt, in welcher ein Garnende
von einer zurückgedrehten Spule durch eine Absaugvorrichtung aufgenommen und dieses
angesaugte Garn mittels zweier Hubvorrichtungen in den Zwickelspalt von zwei stillgesetzten
Friktionsspinntrommeln gehalten wird.
[0004] Vor dem Anliefern von frei fliegenden Fasern an dieses Garn wird das Garn durch Zurückdrehen
der Friktionsspinntrommel geöffnet, so dass dessen Fasern im wesentlichen drehungsfrei
im Zwickelspalt der Friktionsspinntrommeln liegen. Anschliessend werden die Friktionsspinntrommeln
mit reduzierter Geschwindigkeit in normaler Drehrichtung in Betrieb gesetzt und frei
fliegende Fasern dem geöffneten Garn zugespeist, sowie das dadurch entstehende Garn
mit entsprechend reduzierter Geschwindigkeit abgezogen und einem Verbindungsmittel
zugeführt.
[0005] Um das weiterhin kontinuierlich zugelieferte Garn während der für das Verbinden
benötigten Zeit zu übernehmen, wird das angelieferte Garn von einer als Garnspeicher
funktionierenden Saugdüse aufgenommen.
[0006] Nach Abschluss der Verbindung wird die gesamte Vorrichtung auf Betriebsgeschwindigkeit
hochgefahren und anschliessend von den notwendigen Hilfsantriebsmitteln abgekoppelt
und durch die Normalantriebsmittel mit der Betriebsgeschwindigkeit angetrieben.
[0007] Der Nachteil einer solchen Vorrichtung besteht in der Vielzahl von Hilfseinrichtungen
für den Anspinn-Vorgang.
[0008] Aus der CH-Anmeldung Nr. 04685/85-8 bzw. der europäischen Anmeldung Nr. 86112564.9
ist bereits ein Verfahren zum Anspinnen eines Garnes an einer Friktionsspinnvorrichtung
bekannt, die diesen Nachteil vermeidet und das Anspinnen auf eine unkomplizierte und
relativ einfache Weise ermöglicht.
[0009] Der Nachteil des darin beschriebenen Verfahrens besteht jedoch in einer gewissen
Unsicherheit beim Erfassen des Garnanfanges durch die Garnabzugsmittel.
[0010] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Anspinnen eines Garnes an einer Friktionsspinnvorrichtung zu schaffen, womit
ein einwandfreies und sicheres Erfassen des Garnanfanges durch die Garnabzugsmittel
ermöglicht und ein Reißen des Garns verhindert wird. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Verfahrens- und ersten Vorrichtungsanspruchs
gelöst.
[0011] Weitere vorteilhafte Verfahrensschritte resp. Ausführungsformen sind in den weiteren
Ansprüchen aufgeführt.
[0012] Ein durch die Erfindung erreichter Vorteil besteht darin, daß die Garnabzugsmittel
erst dann das Garn übernehmen müssen, wenn dieses bereits eine solche Festigkeit
aufweist, daß es trotz der durch die Abzugsmittel erfolgten Beschleunigung nicht reißt.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand der lediglich Ausführungswege darstellenden
Zeichnung erläutert.
[0014] Es zeigt:
Fig. 1 die Friktionsspinnvorrichtung der europäischen Anmeldung Nr. 86112564.9, halbschematisch
und perspektivisch dargestellt,
Fig. 2 einen Teil der Vorrichtung von Fig. 1 in Längsrichtung dargestellt,
Fig. 3 einen Teil der Vorrichtung von Fig. 1, in Frontansicht, in Richtung I (Fig.
2) dargestellt,
Fig. 3a eine Variante der Vorrichtung von Fig. 3,
Fig. 4 eine Variante eines Teiles der Vorrichtung von Fig. 2, im Schnitt dargestellt,
Fig. 5 die Vorrichtung von Fig. 1, von der gegenüberliegenden Seite und nur teilweise,
sowie in einer Verfahrensstufe des Anspinnens gezeigt,
Fig. 6 und 7 die Vorrichtung von Fig. 1 in Verfahrensstufen des Anspinnens gezeigt,
Fig. 8 bis 8b eine erfindungsgemässe Anspinnvorrichtung, halbschematisch dargestellt,
Fig. 9 bis 9b, 10 bis 10b, 11 bis 11b je eine Variante der Vorrichtung von Fig. 8
bis 8b
Fig. 12 bis 12b, 13 bis 13b, 14 und 14a je eine weitere erfindungsgemässe Anspinnvorrichtung,
halbschematisch dargestellt,
Fig. 15 und 15a eine Variante der Vorrichtung von Fig. 14 und 14a.
[0015] Fig. 1 zeigt eine aus dem Rotor-Offenend-Spinnverfahren her bekannte Faserbandauflösevorrichtung
1, mit einer durch eine Antriebswelle 1.1 angedeuteten Auflösewalze (nicht gezeigt)
und mit einer für die Aufnahme eines Faserbandes (nicht gezeigt) vorgesehenen Einspeiseöffnung
A. Mittels eines an die Auflösevorrichtung 1 anschliessenden Faserförderkanals 2
werden durch einen diesen durchströmenden Luftstrom frei fliegende Fasern auf eine
perforierte dreh- und antreibbare Friktionsspinntrommel 3 abgegeben, auf welcher
in an sich bekannter Weise an einer Garnbildungsstelle 7 (Fig. 2) ein sich zu einem
Garn 5 entwickelndes Garnende 5.1 von der Länge L gebildet wird. Eine ebenfalls dreh-
und antreibbare Gegenwalze 4, welche berührungsfrei, jedoch sehr nahe (z.B. zwischen
0,05 und 0,15 mm) an der Friktionsspinntrommel 3 und parallel dazu angeordnet ist,
dient als Hilfe für das Eindrehen der Fasern an der sich im Zwickelspalt der beiden
Walzen befindlichen Garnbildungsstelle 7. Dabei wird das fertige Garn 5 durch ein
als Abzugswalzenpaar 6 vorgesehenes Garnabzugsmittel abgezogen. Solche Vorrichtungen
sind an sich aus früheren Veröffentlichungen in der Patentliteratur bekannt und deshalb
nicht weiter beschrieben. Beispielsweise zeigt die europäische Patentanmeldung Nr.
0175862 Al ein grundsätzlich gleiches Verfahren.
[0016] Im weiteren mündet neben dem Faserförderkanal 2 ein Blaskanal 8 über der Garnbildungsstelle
in den Zwickelspalt der beiden Friktionsspinntrommeln 3 und 4 (auch Friktionsspinnwalzen
3 und 4 genannt).
[0017] Der Blaskanal 8 weist ausserdem einen Anschlussstutzen 10 auf, mittels welchem dieser
an ein nicht gezeigtes Druckluftnetz, mit allen an sich bekannten, für die Regulierung
des Luftdruckes und der Luftmenge sowie der Steuerung des Luftstromes notwendigen
Elementen anschliessbar ist.
[0018] In Fig. 3a ist mit dem Abstand D.1 dargestellt, dass die Austrittsmündung 9 des Blaskanales
weiter von dem Garnende 5.1 entfernt sein kann, als die mit dem Abstand K entfernte
Austrittsmündung 22 des Faserförderkanales 2.
[0019] Im folgenden ist der Vorgang für das Anspinnen beim Neuanspinnen sowie beim Anspinnen
nach einem Fadenbruch beschrieben.
[0020] Wie in Fig. 5 gezeigt, werden beim Anspinnen vorerst mittels des Faserförderkanales
2 Fasern 11 auf die Friktionsspinntrommel 3 gespeist, ohne diese Fasern vorerst als
Garn abzuziehen, so dass sich ein grösser werdender, drehender Wickel 12 bildet.
[0021] In Fig. 5 ist, um diesen Wickel besser darstellen zu können, die Gegenwalze 4 nicht
dargestellt.
[0022] Hat nun dieser Wickel 12 eine vorgegebene Grösse erreicht, so wird einerseits eine
Saugvorrichtung 13 als Garnaufnahmemittel derart an die divergierende Seite des sich
in Pfeilrichtung drehenden Abzugswalzenpaares 6 gebracht, dass dieses in der Lage
ist, den vom Abzugswalzenpaar 6 abgegebenen Wickel 12 zu übernehmen.
[0023] Anderseits wird, nachdem der Wickel 12 wie vorerwähnt die vorgegebene Grösse erreicht
hat, Druckluft durch den Blaskanal gegeben, wodurch der Wickel 12 in die Eintrittsöffnung
14 eines Führungsrohres 15, sowie durch dieses Führungsrohr 15 in den konvergierenden
Raum des sich drehenden Abzugswalzenpaares 6 gegeben wird.
[0024] Das Führungsrohr 15 ist dabei, wie in Fig. 2 gezeigt, zwischen den Stirnseiten der
Friktionswalzen 3 und 4 und den Abzugswalzen 6 vorgesehen, und zwar derart, dass die
Symmetrieachse (nicht gezeigt) des Führungsrohres im wesentlichen in einer gedachten
Ebene liegt, welche die Berührungslinie (nicht gezeigt) der beiden Abzugswalzen 6
und denjenigen Ort an der Friktionsspinntrommel 3 mit einschliesst, an welchem das
Garn 5 diese Friktionsspinntrommel verlässt.
[0025] Der Innendurchmesser dieses Führungsrohres 15 ist grösser als der Aussendurchmesser
des vorgenannten Faserwickels 12, beispielsweise doppelt so gross.
[0026] Die Austrittsmündung des Führungsrohres 15 kann, wie in Fig. 2 gezeigt, derart mit
Ausnehmungen versehen sein, dass die Austrittsmündung der Umfangsfläche der Abzugswalzen
6 angepasst ist.
[0027] Im weiteren kann, wie in Fig. 4 gezeigt, das Führungsrohr als Injektorführungsrohr
15.1 gestaltet werden, indem Einblasöffnungen 16 und 17 vorgesehen werden, welche
einem durch diese Oeffnungen geführten Luftstrom eine Kraftkomponente in Garnabzugsrichtung
Z verleihen. Der genannte Luftstrom wird dabei durch einen im Ueberdruck stehenden,
ringförmigen, um diese Einblasöffnungen 16 und 17 herum vorgesehenen Druckraum 18
erzeugt. Der Druckraum 18 selbst wird über eine Verbindungsbohrung 19 von einem nicht
gezeigten Druckluftsystem gespeist, von welchem ein Anschlussrohr 20 das letzte Glied
ist. Das Anschlussrohr 20 ist fest mit einem den Druckraum 18 und die Verbindungsbohrung
19 beinhaltenden Druckgehäuse 21 verbunden.
[0028] Das Druckgehäuse 21 seinerseits dient zur festen Aufnahme des Injektorführungsrohres
15.1 und dichtet den Druckraum 18 gegenüber der Atmosphäre ab.
[0029] Das Injektorführungsrohr 15.1 hat deshalb gegenüber dem Führungsrohr 15 den Vorteil,
beim Anspinnen den vorgenannten Wickel 12 positiv in den konvergierenden Raum der
Abzugswalzen 6 zu fördern.
[0030] Beim Verlassen der Abzugswalzen 6 wird der Wickel 12, wie in Fig. 6 und 7 gezeigt,
von der Saugvorrichtung 13 erfasst und eingesaugt.
[0031] Das anschliessend ebenfalls eingesaugte Garn 5 (siehe Fig. 7) wird mittels dieser
Saugvorrichtung 13 an die weiteren, zur Spinnmaschine (nicht gezeigt) gehörenden,
hier jedoch nicht weiter erwähnten Elemente geführt.
[0032] Sobald der Wickel von der Absaugvorrichtung 13 erfasst wird, werden der Luftstrom
im Blaskanal 8 sowie der Luftstrom im Injektorführungsrohr 15.1 unterbrochen.
[0033] Der vorgenannte Anspinnvorgang kann mit voller Produktionsgeschwindigkeit durchgeführt
werden, so dass das von den Abzugswalzen abgelieferte Garn dem zu produzierenden
Garn entspricht.
[0034] Es versteht sich, dass das beschriebene Verfahren auch mit Friktionsspinnvorrichtungen
durchgeführt werden kann, welche anstelle von Friktionsspinntrommeln eine Friktionsspinnscheibe
aufweisen, auf welche die Fasern gefördert werden und von welcher das Garn in einer
Garnbildungsstelle gebildet und von dieser durch Abzugswalzen abgezogen wird. Eine
solche Vorrichtung ist beispielsweise in der englischen Patentschrift Nr. 1231198
gezeigt und beschrieben.
[0035] Ebenso ist es möglich, anstelle einer Friktionsspinntrommel oder -scheibe ein entsprechend
perforiertes Band (nicht gezeigt) zu verwenden, auf welches die Fasern an einer senkrecht
zur Bandbewegung liegenden Garnbildungsstelle geliefert werden, um dadurch ein Garn
zu produzieren.
[0036] Eine solche Vorrichtung mit einem genannten Band ist beispielsweise in der französischen
Patentanmeldung Nr. 2480799 gezeigt.
[0037] Im weiteren kann anstelle der Saugvorrichtung 13 auch eine mechanische Aufnahmevorrichtung
(nicht gezeigt) verwendet werden. Die Aufnahmevorrichtung muss lediglich in der Lage
sein, den Wickel 12 und das darauf folgende Garn 5 mit Produktionsgeschwindigkeit
in der genannten Weise aufnehmen zu können.
[0038] Ausserdem hat es sich herausgestellt, dass die Wirkung eines vom Blaskanal 8 abgegebenen
Luftstromes von vorgebener Intensität, welcher einerseits in der Lage ist, einen
Wickel 12 von vorgegebener Grösse zu erfassen und gegen die Abzugswalzen 6 zu fördern,
erst dann zum Tragen kommt, wenn der Wickel 12 eine dazu genügende Grösse erreicht
hat, wobei diese Grösse empirisch festgestellt werden muss.
[0039] Vorteilhafterweise wird die Reihenfolge so gewählt, dass zuerst die Fasern 11 angeliefert
und der genannte Luftstrom erst nach Erhalt eines Wickels 12 von gewünschter resp.
vorgegebener Grösse eingeschaltet wird.
[0040] Im weiteren kann das Einschalten des Luftstromes vor dem Anliefern der Fasern 11
benutzt werden, um damit die Oberfläche der Friktionsspinntrommel 3 und der Gegenwalze
4 bei Bedarf zu reinigen. Dabei kann dieser reinigende Luftstrom, entsprechend dem
früher Genannten, wahlweise vor dem Anliefern der Fasern 11 beibehalten oder davor
abgestellt werden.
[0041] In Fig. 2 ist mit der strichpunktierten Linie S die mittlere Strömungslinie des im
Blaskanal geführten Luftstromes angedeutet und mit dem Winkel α gezeigt, dass diese
Strömungslinie S derart geneigt zum Garnende 5.1 steht, dass der durch den genannten
Luftstrom entstehende Staudruck dadurch eine gegen das Abzugswalzenpaar 6 gerichtete,
auf den Wickel 12 einwirkende Kraftkomponente R erzeugt. Der Winkel α wird dabei mit
Vorteil kleiner als 45 Grad gewählt.
[0042] Die Fig. 8 zeigt in einer Draufsicht in Richtung II (Fig. 8a) die Friktionsspinntrommel
3, mit der Austrittsmündung 22 des Faserförderkanales 2 sowie die Gegenwalze 4, welche
parallel zur Friktionsspinntrommel 3 angeordnet ist. Im weiteren ist die Austrittsmündung
9 des Blaskanales 8 im Bereich der Garnbildungsstelle gezeigt.
[0043] Das Abzugswalzenpaar 6 ist als durchgehende Abzugswalze 6a und als nicht-durchgehende
Abzugswalze 6b, welche an einem Ende eine Antriebswelle 24 aufweist, dargestellt.
Das dieser Welle 24 gegenüberliegende Ende der nicht-durchgehenden Abzugswalze 6b
wird als freies Wellenende 25 bezeichnet.
[0044] Im weiteren ist zwischen den Stirnseiten der Friktionsspinntrommel 3 resp. der Gegenwalze
4 und den Abzugswalzen 6 eine Garnförderdüse 26 mit einem Injektorteil 27 und einem
daran anschliessenden Rohrteil 28 vorgesehen. Dabei ist das Injektorteil 27 entsprechend
dem mit Fig. 4 gezeigten Injektor des Injektorführungsrohres 15.1 aufgebaut.
[0045] Der Rohrteil 28 weist an seiner Austrittsmündung eine Umlenkkrümmung 29 auf, mittels
welcher die im Rohrteil 28 geführte Luft samt dem damit geförderten Wickel 12 resp.
Garn 5 in eine Richtung parallel zu den Drehachsen der Abzugswalzen gegen das freie
Ende 25 umgelenkt wird. Dabei wird die Umlenkung durch die Stauwirkung im konvergierenden
Spalt zwischen den aufeinander liegenden Abzugswalzen unterstützt. Diese Umlenkkrümmung
29 ragt jedoch nicht in die normale Betriebs-Garnlaufbahn M hinein, welche sich im
Betrieb ergibt, wenn das Garn regulär von den Abzugswalzen abgezogen wird. Das Mass
der Krümmung muss empirisch festgelegt werden.
[0046] Um die vorerwähnte umgelenkte Luft samt dem damit umgelenkten Wickel 12 resp. Garn
5 aufzunehmen und um das freie Ende 25 herumzulenken, ist ein Garnführungskanal 30
vorgesehen. Dieser Kanal reicht mit der Eintrittsöffnung 31 an den Rohrteil 28 heran,
und zwar derart, dass die Eintrittsöffnung die von der Umlenkkrümmung 29 umgelenkte
Luft samt dem Wickel 12 resp. Garn 5 aufnehmen kann.
[0047] Im Anschluss an diese Eintrittsöffnung 31 weist der Garnführungskanal 30 einen sich
um das freie Ende 25 herumwindenden Bogen 32 und im Anschluss an diesen einen in
der entgegengesetzten Richtung gekrümmten Bogen 33 auf.
[0048] Im weiteren ist aus Fig. 8a, welche die Anspinnvorrichtung von Fig. 8 in Blickrichtung
III (Fig. 8) zeigt, sowie aus Fig. 8b, welche einen Schnitt gemäss den Schnittlinien
IV (Fig. 8) zeigt, ersichtlich, dass der Garnführungskanal 30 auf seiner ganzen Länge
einen gegen die nicht-durchgehende Abzugswalze gerichteten Schlitz 34 aufweist. Mit
Hilfe dieses Schlitzes 34 ist es möglich, dass das im Garnführungskanal 30 geführte
Garn, nachdem die Förderluft im Blaskanal 8 und im Injektorteil 27 unterbrochen wurde
und das Garn 5 vom Garnaufnahmemittel, d.h. von der Saugvorrichtung 13, jedoch weiterhin
aufgenommen wird, infolge der durch das Garnaufnahmemittel 13 erzeugten Zugkraft
durch den Schlitz 34 aus dem Garnführungskanal 30 austreten und in seine Betriebs-Laufbahn
M gelangen kann. Um dieses Austreten aus dem Schlitz 34 zu erleichtern, weitet sich
der Schlitz 34 gegen die Austrittsmündung 35 des Garnführungskanales 30 entsprechend
aus. Diese Ausweitung ist in Fig. 8 mit den Abrundungen 36 dargestellt.
[0049] Das Injektorteil 27 sowie der Garnführungskanal 30 sind je mit einem stationären
Gehäuseteil 37 der Gesamtvorrichtung (nicht gezeigt) fest angeordnet. Der Rohrteil
28 ist andererseits fest mit dem Injektorteil 27 verbunden.
[0050] Die Garnführung während dem Anspinnprozess ist in Fig. 8 mit strichpunktierten Linien
und mit N gekennzeichnet und wird im weiteren als Anspinn-Garnführung bezeichnet.
[0051] Ausserdem ist der Garnführungskanal 30 in Fig. 8 gemäss den Schnittlinien V (Fig.
8b) im Schnitt dargestellt.
[0052] Aus Fig. 8 ist ebenfalls ersichtlich, dass das Garn 5, welches sich entweder beim
Anspinnen in der Garnlaufbahn N oder im Betrieb in der Garnlaufbahn M befindet, von
der früher beschriebenen Saugvorrichtung 13 abgesaugt wird. Dabei ist es möglich,
dass die Garngeschwindigkeit während des Anspinnens, d.h. während der Aufnahme durch
die Saugvorrichtung 13, kleiner ist als die Fördergeschwindigkeit der Abzugswalzen.
Dadurch kann beim Abgeben des Garnes 5 aus der Garnlaufbahn N in die Klemmlinie der
Abzugswalzen, d.h. in die Garnlaufbahn M, eine ruckartige Beschleunigung für das
Garn entstehen, welche ohne Zerreissen des Garnes erfolgen muss.
[0053] Das erfindungsgemässe Umgehen der Abzugswalze 6b hat nun den Vorteil, dass der relativ
schwache Wickel 12 an der Abzugswalze 6b vorbeigeführt wird, um zu vermeiden, dass
dieser Wickel durch die genannte Geschwindigkeitserhöhung zerrissen wird, was bei
Verwendung von Anspinnvorrichtungen gemäss Fig. 4 zur Folge haben kann, dass der nachfolgende
Teil des Wickels in axialer Richtung der Abzugswalzen an diesen vorbei abgelenkt
und dadurch von diesen nicht erfasst wird.
[0054] Die Fig. 9 und 9a zeigen eine Variante der Vorrichtung von Fig. 8 und 8a. Dementsprechend
sind alle gleichen Teile mit denselben Bezugszeichen versehen und funktionell ähnliche
Teile mit einem ähnlichen Kennzeichen versehen. Die Variante besteht darin, dass
beim Anspinnen der Wickel 12 und das darauf folgende Garn 5 nach dem Verlassen des
Injektorteiles 27 in einem vom Injektorteil 27 erzeugten, freien Luftstrahl auf der
Anspinn-Garnlaufbahn N in die Eintrittsöffnung 31.1 des das freie Ende 25 umgehenden
Bogens 32.1 gefördert wird.
[0055] Dementsprechend ist die Eintrittsöffnung 31.1 in Richtung der Anspinngarnlaufbahn
N geöffnet und das Injektorteil 27 der in dieser Variante mit 26.1 gekennzeichneten
Garnförderdüse, wie in Fig. 9 gezeigt, derart ausgerichtet, dass der Luftstrahl die
Eintrittsöffnung 31.1 trifft. Ausserdem weist das Injektorteil 27 vorteilhafterweise
einen Einlaufbogen 38 auf, dessen Einlassmündung gegen die Garnbildungsstelle gerichtet
ist.
[0056] Dabei sind das Injektorteil 27 und der vorgenannte Einlaufbogen 38 derart vorgesehen,
dass sich das in der Betriebsgarnlaufbahn M befindliche Garn 5 ungehindert und frei
durch die vorgenannten beiden Elemente bewegen kann, d.h. die Betriebsgarnlaufbahn
M wie auch die Anspinngarnlaufbahn N sind durch den Einlaufbogen 38 und das Injektorteil
27 geführt.
[0057] Die Fig. 10 und 10a zeigen insofern eine Variante der Vorrichtung der Fig. 9 und
9a, indem zwischen dem Injektorteil 27 der in dieser Variante mit 26.2 gekennzeichneten
Garnförderdüse und der Eintrittsöffnung 31.1 des Bogens 32.1 ein Rohrteil 39 vorgesehen
ist, welcher fest mit dem Injektorteil 27 verbunden ist und mit seiner Austrittsmündung
bündig gegen die Eintrittsöffnung 31.1 des Bogens 32.1 mündet.
[0058] Damit das während dem Anspinnvorgang in der Garnlaufbahn N vorhandene Garn, welches
ebenfalls durch den Rohrteil 39 geführt ist, für den Betrieb in die Garnlaufbahn M
gelangen kann, weist der Rohrteil 39 einen gegen die Abzugswalzen hin gerichteten
Schlitz 40 auf, sodass das Garn durch diesen Schlitz aus der Garnlaufbahn N in die
Garnlaufbahn M hinüber wechseln kann.
[0059] In Fig. 10 ist der Garnführungskanal 30.1 und der Rohrteil 39 gemäss den Schnittlinien
V von Fig. 10b im Schnitt dargestellt. Die Fig. 10b zeigt einen Schnitt gemäss den
Schnittlinien IV von Fig. 10.
[0060] Die Fig. 11 und 11a zeigen eine Variante der Vorrichtung der Fig. 10 und 10a, dementsprechend
sind alle gleichen Teile mit denselben Bezugszeichen versehen, im weiteren zeigt die
Fig. 11b einen Schnitt gemäss den Schnittlinien IV von Fig. 11.
[0061] Diese Variante weist eine mit 26.3 gekennzeichnete Garnförderdüse und einen mit 27.1
gekennzeichneten Injektorteil auf, welcher funktionell dem Injektorteil 27 der Fig.
8, 9 und 10 entspricht, jedoch um einen Schwenkbolzen 41 schwenkbar gelagert ist.
Der Schwenkbolzen 41 ist seinerseits fest in einem Gehäuseteil (nicht gezeigt) stationär
verankert.
[0062] Für den Schwenkvorgang ist das Injektorteil 27.1 schwenkbar mit einem Antriebselement
42 verbunden, in Fig. 11 als Druckzylinder dargestellt, welches selbst wieder mit
einem festen Gehäuseteil 37 schwenkbar verbunden ist.
[0063] Die Garnförderdüse 26.3 weist ausserdem einen mit dem Injektorteil 27.1 fest verbundenen
Rohrteil 43 auf, welcher sich vom Injektorteil 27.1 in Garnlaufrichtung weg erstreckt.
[0064] Auf der den Friktionsspinnwalzen 3 und 4 zugewandten Seite des Injektorteiles 27.1
weist dieses eine Eintrittsmündung 44 auf.
[0065] Die Schwenkbarkeit der Garnförderdüse 26.3 ist derart, dass diese aus einer in Fig.
11 gezeigten Anspinnposition, in welcher der Wickel 12 resp. das Garn 5 entlang der
Anspinn-Garnlaufbahn N geführt wird, in Schwenkrichtung Q in eine Betriebsposition
geschwenkt wird, in welcher das Garn 5 in der Betriebs-Garnlaufbahn M geführt wird.
Das Schwenken des Injektorteiles 27.1 kann gleichzeitig mit dem früher erwähnten Unterbrechen
der Förderluft im Blaskanal 8 und im Injektorteil 27.1 oder unmittelbar danach geschehen,
so daß das Garn 5 aus der Anspinn-Garnlaufbahn N in die Betriebs-Garnlaufbahn M gelangen
kann.
[0066] Die Schaltelemente für das Antriebselement 42 sind nicht weiter dargestellt und nicht
Gegenstand dieser Erfindung. Ebenso sei erwähnt, dass anstelle des in Fig. 11 gezeigten
Druckzylinders andere Antriebselemente für den Schwenkvorgang ebenfalls verwendet
werden können.
[0067] Die Fig. 12 zeigt mit der Garnförderdüse 26.4 eine weitere Variante der Garnförderdüsen.
Die übrigen Elemente entsprechen denjenigen der Fig. 11 bis 11b, weshalb für gleiche
Elemente dieselben Bezugszeichen verwendet werden.
[0068] Die Garnförderdüse 26.4 umfasst ein gerades Rohr 45, welches an einem Schwenkbolzen
46 schwenkbar gelagert ist. Dabei ist dieser Schwenkbolzen 46 in einem festen Gehäuseteil
(nicht gezeigt) starr angeordnet.
[0069] Das gerade Rohr 45 ist in Fig. 12 im Längsschnitt und in Anspinnposition gezeigt.
In dieser Position führt die Anspinn-Garnlaufbahn N durch das gerade Rohr 45, ebenso
liegt in dieser Anspinn-Position das gerade Rohr 45 an einem am festen Gehäuseteil
37 befestigten Anschlag 47 an.
[0070] Aus der vorgenannten Anspinn-Position ist das gerade Rohr in der Schwenkrichtung
Q in die Betriebsposition schwenkbar, in welcher die Betriebs-Garnlaufbahn M durch
dieses gerade Rohr 45 führt.
[0071] Diese Schwenkbewegung geschieht mittels einer Druckfeder 48, welche zwischen dem
geraden Rohr 45 und dem festen Gehäuseteil 37 eingespannt ist.
[0072] In der Betriebsposition liegt das gerade Rohr 45 an einem Anschlag 49 an, welcher
ebenfalls auf dem Gehäuseteil 37 fest angeordnet ist.
[0073] Um das gerade Rohr 45 gegen den Druck der Feder 48 aus der Betriebsposition in die
Anspinnposition zu bewegen, wird aus einer Blasdüse 50 ein Luftstrahl 51 erzeugt,
welcher in eine im geraden Rohr 45 vorgesehene Lufteinlass-Bohrung 52 einströmt und
dadurch das gerade Rohr 45 in die Anspinn-Position auslenkt. Dieser Luftstrahl 51
wird im geraden Rohr 45 gleichzeitig als Förderluftstrom für den Wickel 12 resp. das
nachfolgende Garn 5 verwendet.
[0074] Das Unterbrechen des Luftstrahles 51 geschieht gleichzeitig mit dem Unterbrechen
der Förderluft aus dem Blaskanal 8, sodass mit dem Schwenken in Richtung Q das Garn
5 in die Betriebs-Garnlaufbahn M gebracht wird.
[0075] Die Blasdüse 50 kann dabei entweder stationär oder bewegbar angeordnet sein.
[0076] Die Fig. 13 bis 13b zeigen eine Variante gegenüber den mit den Fig. 8 bis 12b gezeigten
Garnführungselementen, wobei unter einem Garnführungselement grundsätzlich die Kombination
einer Garnförderdüse mit dem entsprechenden Garnführungskanal gemeint ist. In diesem
Beispiel bildet die Garnförderdüse 26.5 und der Garnführungskanal 30.2 fest zusammengefügt
ein Garnführungselement. Dementsprechend sind die Garnförderdüse 26.5 und der Garnführungskanal
30.2 an der mit dem Pfeil T gekennzeichneten Stelle lediglich in Anbetracht der unterschiedlichen
Funktion getrennt.
[0077] Dabei zeigt die Fig. 13 eine Draufsicht in Richtung II (Fig. 13a) und Fig. 13a eine
Ansicht in Richtung III (Fig. 13), sowie Fig. 13b einen Schnitt gemäss den Linien
IV (Fig. 3), während in Fig. 13 das Garnführungselement gemäss den Schnittlinien
V (Fig. 13b) geschnitten dargestellt ist.
[0078] Im weiteren sind die aus den bisherigen Varianten bekannten Elemente mit denselben
Kennzeichen versehen.
[0079] Die Garnförderdüse 26.5 weist eine zur Garnführungsrichtung M parallele erste Wand
53 auf, in welcher in einem vorgegebenen Abstand B zur nicht-durchgehenden Abzugswalze
6b eine Einblasöffnung 54 für einen Förderluftstrahl 55 vorgesehen ist.
[0080] Im weiteren ist eine der vorgenannten ersten Wand gegenüberliegende zweite Wand
56 vorgesehen, welche im wesentlichen bis zu der Stelle, welche der Einblasöffnung
54 gegenüberliegt, parallel zur ersten Wand verläuft und anschliessend derart wegweisend
abgeknickt ist, dass diese zweite Wand an der funktionellen Trennstelle T in den Garnführungskanal
30.2 übergeht, wodurch die Umgehung des freien Endes 25 der nicht-durchgehenden Abzugswalze
6b gebildet wird.
[0081] Die Garnförderdüse 26.5 nimmt somit die Betriebs-Garnlaufbahn M sowie die Anspinn-Garnlaufbahn
N auf.
[0082] Im weiteren weist der Garnführungskanal 30.2 in derselben Funktion wie der früher
beschriebene Schlitz 34 einen Schlitz 57 auf, sodass das von den Abzugswalzen 6a und
6b erfasste Garn durch den Schlitz 57 in die Betriebs-Garnlaufbahn M gelangen kann.
[0083] Der Luftstrahl 55 wird durch eine Blasdüse 58 erzeugt. Diese Blasdüse 58 kann entweder
stationär oder frei bewegbar angeordnet sein. Falls sie frei bewegbar angeordnet
ist, wird vorteilhafterweise ein Anschlag (nicht gezeigt) vorgesehen, sodass der Luftstrahl
55 im vorgegebenen, z.B. in Fig. 13 gezeigten Winkel in die Einblasöffnung 54 eingeblasen
werden kann.
[0084] Im weiteren ist mit der Befestigung des Garnführungskanales 30.2 am Rahmenteil 37
auch die Garnförderdüse 26.5 fest angeordnet.
[0085] Letztlich sei erwähnt, dass nebst dem Luftstrahl 55 zusätzlich, wie mit strichpunktierten
Linien angedeutet, noch ein Injektorteil 27 vorgesehen werden kann, um die Förderung
des Wickels 12 resp. des Garnes 5 bis zur Umlenkstelle, welche durch die abgeschrägte
Wand 56 und durch den Förderluftstrahl 55 gegeben ist, zu unterstützen.
[0086] Das Einziehen des Garnes 5 zwischen die Abzugswalzen 6a und 6b geschieht durch Unterbrechen
des Luftstromes aus dem Blaskanal 8 und der Blasdüse 58, evt. des Injektors 27, bei
weiterem Absaugen des Garnes 5 durch die Saugvorrichtung 13.
[0087] Die Fig. 14 und 14a zeigen eine weitere Variante eines Garnführungselementes, bestehend
aus dem Injektorteil 27 mit einer Eintrittsmündung 59 und einer Austrittsmündung
60 und einem Garnführungskanal 30.3, welcher im Gegensatz zu den bisherigen in dieser
Anmeldung beschriebenen Garnführungskanälen die nicht-durchgehende Abzugswalze 6b
nicht nur am freien Ende 25, sondern auch an dem diesem gegenüberliegenden Ende umgibt.
Dadurch muss der vom Injektorteil 27 abgegebene Wickel 12 resp. das Garn 5 nicht durch
besondere Massnahmen in eine Richtung abgedrängt werden, sondern der Wickel 12 und
im Anschluss daran das Garn 5 kann je nach sich ergebender Strömung in der einen
oder anderen Richtung die Abzugswalze 6b umgehen.
[0088] Dabei muss die eingeblasene, wie auch die von der Saugvorrichtung erzeugte Strömung
genügend Energie aufweisen, um den Wickel 12 eindeutig um die Abzugswalze 6b gegen
die Absaugvorrichtung 13 zu leiten, was durch Versuche festzustellen ist.
[0089] Wie in den bisherigen Varianten, haben die bekannten Teile die gleichen Bezugszeichen,
ebenso zeigt Fig. 14 eine Draufsicht in Richtung II (Fig. 14a) und Fig. 14a eine Seitenansicht
in Richtung III (Fig. 14).
[0090] Der Garnführungskanal 30.3 umfasst ein Gehäuse 61 mit einer Gehäuse-Austrittsmündung
62 und einem Einmündungstrichter 63.
[0091] Der Einmündungstrichter 63 dient der Aufnahme des vom Injektorteil 27 beim Anspinnen
in einem freien Luftstrahl geförderten Wickels 12 samt dem nachfolgenden Garn 5,
während die Gehäuse-Austrittsmündung 62 diesen Wickel an die Saugvorrichtung 13 abgibt.
[0092] Wie aus Fig. 14 ersichtlich, kann die Anspinn-Garnlaufbahn N links und rechts, mit
Blick auf Fig. 14 gesehen, von der Abzugswalze 6b geführt sein.
[0093] Letzlich ist das Injektorteil 27 und der Garnführungskanal 30.3 fest angeordnet
(nicht gezeigt).
[0094] Die Fig. 15 und 15a zeigen eine Variante der Vorrichtung von Fig. 14 und 14a, in
welchen alle gleichen Teile dieselben Bezugszeichen aufweisen.
[0095] Dabei ist die Fig. 15 eine Draufsicht in Richtung II (Fig. 15a) und die Fig. 15a
eine Seitenansicht gemäss III (Fig. 15).
[0096] Die Variante besteht darin, dass anstelle des Trichters 63 des Garnführungskanales
30.3 ein Garnführungskanal 30.4 ein Verbindungsrohr 64 aufweist, welches den Injektorteil
27 mit dem Gehäuse 61 verbindet. Der Garnführungskanal 30.4 und damit das Injektorteil
27 ist fest angeordnet (nicht gezeigt).
1. Verfahren zum Anspinnen eines Garnes (5) an einer Friktionsspinnvorrichtung, in
welcher freifliegende Fasern (11) in einem Faserförderkanal (2) auf eine Friktionsspinnflache
eines Friktionsspinnmittels abgegeben und auf diese Friktionsspinnfläche zu einer
Garnbildungsstelle (7) gefördert und zu einem Wickel (12) von im wesentlichen vorgegebener
Größe gedreht werden, wobei das Garn (5) von der Garnbildungsstelle (7) durch Garnabzugsmittel
(6) abgezogen und durch ein Garnaufnahmemittel (13) erfaßt wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Wickel (12) und im Anschluß daran das Garn (5) während des Anspinnens durch
einen ersten Luftstrom am Garnabzugsmittel (6) vorbei gefördert, der Luftstrom, nachdem
der Wickel (12) und das nachfolgende Garn (5) vom Garnaufnahmemittel (13) erfaßt wurde,
unterbrochen und das Garn (5) in das Garnabzugsmittel (6) eingeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Luftstrom erst nach einer vorgegebenen Zeit, nachdem die Förderung der
Fasern (11) an die Garnbildungsstelle (7) eingeleitet wurde, erzeugt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Luftstrom vor dem Fördern der Fasern (11) für das Reinigen der Friktionsspinntrommeln
(3,4) verwendet und anschließend wieder ausgeschaltet wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zusätzlich zu dem ersten Luftstrom zur Förderung des Wickels (12) aus der Garnbildungsstelle
(7) ein zweiter Luftstrom den Wickel (12) zwischen der Garnbildungsstelle (7) und
dem Garnabzugsmittel (6) fördert.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Intensität der beiden Luftströme einstellbar ist.
6. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der erste Luftstrom vor dem zweiten Luftstrom unterbrochen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der zweite Luftstrom, nachdem der Wickel vom Garnaufnahmemittel (13) aufgenommen
wurde, unterbrochen wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Anspinnen bei Produktionsgeschwindigkeit der Friktionsspinnvorrichtung geschieht.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine mittlere Strömungslinie (S) des ersten Luftstromes mit einem Winkel (α)
kleiner als 45 Grad zu einem Garnende (5.1) ausgerichtet wird, so daß dieser Luftstrom
eine Kraftkomponente (R) erzeugt, welche den Wickel (12) gegen das Garnabzugsmittel
(6) fördert.
10. Vorrichtung zum Anspinnen eines Garnes an einer Friktions-Spinnvorrichtung nach
dem Verfahren des Anspruchs 1,
- mit einem Friktions-Spinnmittel (3), auf dem eine Friktions-Spinnfläche vorgesehen
ist, die eine beim Anspinnen Fasern zu einem Wickel (12) bildende Garnbildungsstelle
aufweist,
- mit einem den Wickel (12) abziehenden Garnabzugswalzenpaar (6), das mindestens
eine nicht durchgehende Walze (6b) aufweist,
- mit einem zweiten Friktions-Spinnmittel (4), welches berührungsfrei, jedoch sehr
nahe am ersten Friktionsspinnmittel (3) angeordnet ist, so daß ein Spalt von im wesentlichen
gleichbleibender, jedoch vorgegebener Breite zwischen den beiden Friktionsspinnmitteln
vorhanden ist,
- mit einem Blaskanal (8), dessen Austrittsmündung gegen die Garnbildungsstelle und
dessen Blasrichtung derart gerichtet ist, daß ein durch den Luftstrom entstehender
Staudruck in zwei unterschiedlich große Kraftkomponenten aufteilbar ist, deren größere
Kraftkomponente (R) in Abzugsrichtung (Z) des Garnes (5) gerichtet ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Friktions-Spinnmitteln (3,4) und dem Garnabzugswalzenpaar (6) ein
den Wickel (12) und einen Teil des Luftstromes des Blaskanales (8;8.1) an der nicht-durchgehenden
Abzugswalze (6b) vorbeiführendes Garnführungselement vorgesehen ist, das die Erfassung
des Wickels (12) und des nachfolgenden Garns (5) in Garnabzugsrichtung (Z) von einem
in Garnabzugsrichtung (Z) gesehen hinter dem Abzugswalzenpaar (6) angeordneten Garnaufnahmemittel
(13) ermöglicht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Garnführungselement eine pneumatische Garnförderdüse (26;26.1 bis 26.5) und
einen Garnführungskanal (30;30.1 bis 30.4) umfaßt, der das Garn (5) und im wesentlichen
auch die Förderluft von der Garnförderdüse übernimmt und an der nicht-durchgehenden
Abzugswalze (6b) vorbeiführt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse (26;26.1 bis 26.5) mit einem Injektionsteil (27;27.1;50;58)
versehen ist, welches einen Luftstrahl von vorgegebener Richtung erzeugt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die nicht-durchgehende Abzugswalze (6b) ein freies Ende (25) aufweist und der
Garnführungskanal (30;30.1 bis 30.4) um dieses freie Ende herum geführt ist.
14. Vorrichtung nach den Ansprüchen 12 und 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der mit der Garnförderdüse (26;26.1 bis 26.5) zusammenwirkende Garnführungskanal
(30;30.1 bis 30.4) zumindest teilweise um das freie Ende (25) der genannten Abzugswalze
herum geführt ist, wobei das Garn bei Unterbrechung des Luftstrahles für das Einführen
zwischen die Abzugswalzen (6a,6b) freigegeben wird.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse (26;26.1 bis 26.4) und der Garnführungskanal (30;30.1) voneinander
getrennt sind und der Garnführungskanal (30;30.1) auf seiner ganzen Länge einen gegen
die nicht-durchgehende Abzugswalze gerichteten Schlitz (34) aufweist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Garnförderdüse (26) im wesentlichen in Garnförderrichtung erstreckt,
daß an dieser jedoch in der Austrittsmündung eine Luftstrahl-Umlenkkrümmung (29) vorgesehen
ist, welche einerseits eine genügende Krümmung aufweist, um den Wickel (12) bzw. das
Garn (5) in einer zur axialen Richtung der Abzugswalzen (6a,6b) parallelen Richtung
zur Eintrittöffnung (31) des Garnführungskanales (30) hin umzulenken, andererseits
jedoch nicht in eine Betriebs-Garnlaufbahn (M) hinein reicht, welche gegeben ist,
wenn das Garn (5) im Betrieb von den beiden Abzugswalzen (6a,6b) erfaßt ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse (26.1) vor dem in einem bestimmten Winkel zu einer Betriebs-Garnlaufbahn
(M) angeordneten Injektorteil (27) einen den vom Injektorteil (27) erzeugten Förderluftstrahl
direkt gegen die Eintrittsöffnung (31.1) des Garnführungskanales (30.1) lenkenden
Einlaufbogen (38) aufweist, der eine Freiführung des Garns (5) in der Betriebs-Garnlaufbahn
(M) durch die Garnförderdüse (26.1) ermöglicht.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Förderluftstrahl in einem vom Injektorteil (27) ausgehenden, länglichen Rohrteil
(39) geführt ist, daß die Austrittsmündung dieses Rohrteiles (39) gegen die Eintrittsöffnung
(31.1) des Garnführungskanales (30.1) gerichtet ist, und daß das Rohrteil (39) einen
gegen die Abzugswalzen hin gerichteten, das Garn (5) in der Betriebs-Garnlaufbahn
(M) frei durch die Garnförderdüse (26.1) führenden Schlitz (40) aufweist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die Garnförderdüse (26.3) über ihre ganze Länge gerade erstreckt und durch
Antriebsmittel (42) aus einer Anspinnposition der Düse, in welcher die Austrittsmündung
gegen die Eintrittsöffnung (31.1) des Garnführungskanales (30.1) gerichtet ist, in
eine Betriebsposition, in welcher die Austrittsmündung gegen das Abzugswalzenpaar
(6a,6b) gerichtet ist, schwenkbar ist, so daß das Garn in der Betriebs-Garnlaufbahn
(M) frei durch die Garnförderdüse (26.2) geführt werden kann.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse (26.4) ein im wesentlichen gerades und schwenkbares Rohr (45)
umfaßt, daß die Antriebsmittel ein Luftstrahl (51) und eine Druckfeder (48) sind,
wobei der Luftstrahl das gerade Rohr (45) in die Anspinnposition und die Druckfeder
(48) in die Betriebsposition schwenkt, und daß der Luftstrahl gleichzeitig Förderluftstrahl
ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse (26.5) und der Garnführungskanal (30.2) zusammen ein einziges
Teil bilden und der Garnführungskanal (30.2) auf seiner ganzen Länge einen gegen
die Abzugswalze gerichteten Schlitz (57) aufweist, daß die Garnförderdüse (26.5)
eine zur Garnführungsrichtung parallele erste Wand (53) aufweist, in welcher in einem
vorgegebenen Abstand (B) zur nicht-durchgehenden Abzugswalze (6b) eine Einblasöffnung
(54) für die Förderluft vorgesehen ist, daß eine der vorgenannten ersten Wand (53)
gegenüberliegende zweite Wand (56) im wesentlichen an der Stelle, welche der Einblasöffnung
(54) gegenüberliegt, von der ersten Wand (53) derart wegweisend abgeknickt ist, daß
diese zweite Wand (56) als integraler Bestandteil des Garnführungskanals (30.2) die
Umgehung des freien Endes (25) der nicht-durchgehenden Abzugswalze (6b) bildet.
22. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, daß der Garnführungskanal (30.3) die nicht-durchgehende Abzugswalze (6b) sowohl am
freien (25) als auch am angetriebenen Ende umgibt.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse im wesentlichen aus dem Injektorteil (27) besteht, welches
mittels eines freien Förderluftstrahls den Wickel (12) und anschließend das Garn
(5) in eine Eintrittsöffnung (63) des Garnführungskanales (30.3) fördert, und daß
der freie Förderluftstrahl und das sich in der Betriebs-Garnlaufbahn (M) befindliche
Garn koaxial vorgesehen sind.
24. Vorrichtung nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Garnförderdüse im wesentlichen aus dem Injektorteil (27) und einem daran
angeschlossenen, in Garnförderrichtung sich erstreckenden Rohr (64) besteht, welches
mit der Eintrittsöffnung des Garnführungskanales (30.4) fest verbunden ist.
25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 24,
dadurch gekennzeichnet, daß der Garnführungskanal (30;30.1 bis 30.4) eine im Querschnitt im wesentlichen
rechteckige oder quadratische Form aufweist.