(19)
(11) EP 0 145 965 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
01.02.1989  Patentblatt  1989/05

(21) Anmeldenummer: 84113797.9

(22) Anmeldetag:  15.11.1984
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B24B 5/12

(54)

Rundschleifmaschine

Cylindrical-grinding machine

Rectifieuse cylindrique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE GB LI

(30) Priorität: 15.11.1983 DE 3341244

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
26.06.1985  Patentblatt  1985/26

(73) Patentinhaber: Georg Karstens GmbH Fabrik für Messgeräte und Spezialmaschinen
D-73760 Ostfildern (DE)

(72) Erfinder:
  • Keefer, Hermann, Dipl.-Ing.
    D-7250 Leonberg (DE)

(74) Vertreter: Dreiss, Fuhlendorf, Steimle & Becker, Patentanwälte 
Postfach 10 37 62
70032 Stuttgart
70032 Stuttgart (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
DD-A- 84 808
DE-C- 703 337
US-A- 4 330 961
DE-A- 2 333 041
US-A- 2 063 659
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Rundschleifmaschine mit einer an einem Ende einer Schleifspindel angeordneten Außenschleifscheibe und einer an einem Ende einer weiteren Schleifspindel vorgesehenen Innenschleifscheibe, wobei die Achse der Innenschleifscheibe parallel zur Werkstückachse in einem Abstand zur Außenschleifspindel angeordnet ist und beide mindestens zum Anfahren eines durch einen Werkstückspindelstock gehaltenen Werkstücks gegenüber dem Werkstück dadurch abstandsveränderbar sind, daß die beiden Schleifspindeln von einem gegenüber dem Werkstück bewegbaren Schleifspindelstock getragen sind und bei der die weitere, die Innenschleifscheibe tragende Schleifspindel parallel zu ihrer Achse zwischen einer hochgeschwenkten Ruhelage und einer abgesenkten Arbeitsstellung verschwenkbar am Schleifspindelstock gehalten ist.

    [0002] Bei einer bekannten solchen Rundschleifmaschine ist auf dem Schleifspindelstock neben der links angeordneten Schleifscheibe die hochschwenkbare Innenschleifeinrichtung aufgebaut, die zum Innenschleifen von Hand oder automatisch in Arbeitsstellung geschwenkt wird. Durch die Linksanordnung beider Schleifscheiben muß in vielen Fällen die Außenschleifscheibe ausgebaut oder abgedeckt werden, da sie sich sonst beim Innenschleifen durch Sprühwasser vollsaugt und dann unzulässig unwuchtig wird.

    [0003] Weiter ist eine Rundschleifmaschine bekannt, bei der der Schleifspindelstock zum Innenschleifen um 180° gedreht und zum Planschleifen um 90° gedreht wird. Bei dieser bekannten Lösung muß die Außenschleifscheibe zum Innenschleifen und Planschleifen nicht ausgebaut werden. Man ist aber gezwungen, nach jeder Schwenkposition die Schleifkörper abzurichten, da durch das Schwenken Positionsfehler auftreten.

    [0004] Aus der DD-C-84 808 ist noch eine weitere Rundschleifmaschine bekannt, bei der die Spindein für die Außenschleifscheibe und die Innenschleifscheibe jeweils auf einem getrennten Spindelstock angeordnet sind. Durch die Anordnung der Innenschleifscheibe etwa in Verlängerung der Werkstücksachse kann kein Reitstock angeordnet werden, so daß diese Rundschleifmaschinen nur begrenzt eingesetzt werden können, beispielsweise ist ein Rundschleifen zwischen Spitzen nicht möglich.

    [0005] In Vermeidung der geschilderten Nachteile liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Rundschleifmaschine der eingangs genannten Art so zu verbessern, daß bei einem einfachen und raschen Wechsel von Au- ßenschleifen und Innenschleifen die beideh Schleifscheiben nicht gegenseitig durch Sprühwasser benetzt und dadurch unwuchtig werden und bei der bei einem Wechsel der Schleifarten die Schleifscheiben nach einer Positionierungs- änderung nicht zur Behebung von Positionsfehlern abgerichtet werden müssen. Die Rundschleifmaschine soll auch zur universellen Verwendbarkeit ein Schleifen zwischen Spitzen ermöglichen.

    [0006] Zur Lösung dieser Aufgabe sieht die Erfindung vor. daß die Achsen der beiden Schleifspindeln in einem Winkel zueinander verlaufen und die Innenschleifspindel so am Schleifspindelstock angeordnet ist, daß in der herabgeschwenkten Arbeitsstellung die Schleifspindel mit ihrem Spindelantrieb zwischen der Innenschleifscheibe und der Außenschleifscheibe Platz findet.

    [0007] Es hat sich besonders zweckmäßig erwiesen, daß die Achsen der Schleifspindeln in einem Winkel von etwa 30° zueinander verlaufen. Es bleibt dann zwischen den Schleifscheiben ausreichend Platz für den Schleifspindelstock und es wird beim Innenschleifen durch den Abstand der Schleifscheiben gewährleistet, daß die Außenschleifscheibe nicht durch Spritzwasser benetzt wird.

    [0008] Um zylindrische Oberflächen und senkrecht dazu verlaufende Stirnflächen mit der Außenschleifscheibe ohne Verschwenken des Schleifspindelstocks schleifen zu können, kann in vorteilhafter Weise die Rundschleifscheibe zwei in einem Winkel von 90° zueinander verlaufende Schlgifflächen aufweisen, wobei eine der Schleifflächen an der Schleifstelle parallel zur Werkstückachse und die andere senkrecht dazu verläuft.

    [0009] Weitere erfindungsgemäße Ausbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen und werden mit ihren Vorteilen in der nachstehenden Beschreibung näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt :

    Fig. 1 eine schematisierte Draufsicht auf eine Rundschleifmaschine beim Außenrundschleifen,

    Fig. 2 eine entsprechende Ansicht beim Innenschleifen und

    Fig. 3 eine weitere Ansicht, das Abrichten der Außenrundschleifscheibe zeigend.



    [0010] Auf einem Maschinenbett 1 ist einmal ein Tisch 2 in einer Richtung verschiebbar geführt. Auf dem Tisch 2 ist ein Werkstückspindelstock 3 mit einem auswechselbar eingespannten Werkstück 4, das gegebenenfalls automatisch nach der Bearbeitung austauschbar ist. Gegebenenfalls ist auf dem Tisch 2 noch ein Reitstock 5 vorgesehen, wenn zwischen Spitzen geschliffen werden soll. Weiter ist auf dem Maschinenbett 1 noch ein Schleifspindelstock 6 vorgesehen, der zum Tisch 2 hin zur Annäherung an das Werkstück 4 verschiebbar geführt wird. Der Schleifspindelstock 6 trägt zwei nur mit ihren Achsen 7 und 8 dargestellte Schleifspindeln, von denen eine eine Innenschleifscheibe 9 und die andere eine Außenschleifscheibe 10 trägt.

    [0011] Die die Innenschleifscheibe 9 tragende Schleifspindel ist an einem Ausleger 11 vorgesehen, über den sie über den Tisch 2 in eine Arbeitsstellung schwenkbar ist zum Innenschleifen des Werkstücks 4, wie dies in Fig. 2 in der Arbeitsstellung dargestellt ist. Bei den Darstellungen in Fig. rundschlE einem Me ner Richti 2 ist ein V chselbar 1 und 3 ist der Ausleger 11 in seiner Ruhestellung. Die Achse 7 der Schleifspindel des Auslegers 11 verläuft parallel zum Tisch 2, während die Achse 8 der Außenschleifscheibe 10 unter einem Winkel 12 von etwa 30° zur Tischverschieberichtung bzw. zur Achse 7 der Innenschleifscheibe 9 verläuft. Dabei ist die Außenschleifscheibe 10 am tischseitigen den Schleifspindelstock 6 überragenden Ende angeordnet. Dadurch steht die Außenschleifscheibe 10 in Richtung des Werkstückspindelstocks 3 vor, so daß bei einem Außenrundschleifen eines Werkstücks 4 wie in Fig. 1 dargestellt, zwischen dem Werkstückspindelstock 3 und dem Schleifspindelstock 6 ausreichend platz bleibt. Um mit der Außenschleifscheibe 10 zylindrische Flächen und Stirnflächen schleifen zu können, ist sie mit zwei senkrecht zueinander verlaufenden Schleifflächen 13 und 14 versehen. Dabei verläuft die Schleiffläche 13 an der Berührungsstelle am Werkstück 4 parallel zu der Werkstückachse 15, die gleichzeitig bei zylindrischen Schleifen exakt parallel zur Verschieberichtung des Tisches 2 verläuft. Die andere Schleiffläche 14 verläuft senkrecht hierzu wie leicht aus den Darstellungen entnehmbar ist.

    [0012] Zur Erzielung eines sauberen Schliffs liegen die Achsen 8 und 15 etwa in einer horizontalen Ebene, während die Achse 7 der die Innenschleifscheibe 9 tragenden Schleifspindel nur in ihrer in Fig. 2 dargestellten Arbeitslage etwa in dieser Ebene liegt.

    [0013] Zum Abrichten der Schleifscheiben 9 und 10 kann auf dem Tisch 2 eine besondere Abrichtvorrichtung angeordnet werden. Bei der Verwendung eines Reitstocks 5 kann aber zur Teile- und Zeiteinsparung an diesem ein Abrichter 16 angeordnet sein, und zwar in Richtung zum Schleifspindelstock 6 hin vorspringend, derart, daß durch eine Bewegung des Tisches 2 die Schleiffläche 13 und durch eine Bewegung des Schleifspindelstocks 6 die Schleiffläche 14 bei entsprechender Positionierung des Tisches 2. abgerichtet werden kann.

    [0014] Beim in Fig. 2 dargestellten Innenschleifen wird durch die Anordnung der Innenschleifscheibe 9 gegenüber der Außenschleifscheibe 10 gewährleistet, daß letztere durch Sprühwasser nicht benetzt und damit mit der Zeit unwuchtig wird. Durch eine entsprechende Schaltung der Antriebsmotoren oder der gemeinsamen Getriebeausbildung wird sichergestellt, daß entweder nur die Innenschleifscheibe 9 oder die Außenschleifscheibe 10 angetrieben wird.

    [0015] Selbstverständliche ist durch eine entsprechende schräge Aufspannung des Werkstücks 4 auch ein konisches Außen- und Innenschleifen möglich, beispielsweise durch Schwenken des Werkstückspindelstocks 3 und/oder Versetzung des Reitstocks auf dem Tisch 2.


    Ansprüche

    1. Rundschleifmaschine mit einer an einem Ende einer Schleifspindel angeordneten Außenschleifscheibe (10) und einer an einem Ende einer weiteren Schleifspindel vorgesehenen Innenschleifscheibe (9), wobei die Achse (7) der Innenschleifspindel parallel zur Werkstücksachse in einem Abstand zur Außenschleifspindel angeordnet ist und beide mindestens zum Anfahren eines durch einen Werkstückspindelstock (3) gehaltenen Werkstücks (4) gegenüber dem Werkstück (4) dadurch abstandsveränderbar sind, daß die beiden Schleifspindeln von einem gegenüber dem Werkstück (4) bewegbaren Schleifspindelstock (6) getragen sind und bei der die weitere die Innenschleifscheibe (9) tragende Schleifspindel parallel zu ihrer Achse (7) zwischen einer hochgeschwenkten Ruhelage und einer abgesenkten Arbeitsstellung verschwenkbar am Schleifspindelstock (3) gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen (7, 8) der beiden Schleifspindeln in einem Winkel (12) zueinander verlaufen, und die Innenschleifspindel so am Schleifspindelstock (6) angeordnet ist, daß in der herabgeschwenkten Arbeitsstellung die Schleifspindel mit ihrem Spindelantrieb zwischen der Innenschleifscheibe (9) und der Außenschleifscheibe (10) Platz findet.
     
    2. Rundschleifmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (8) der die Außenschleifscheibe (10) tragenden Schleifspindel und die Werkstückachse (15) etwa in einer horizontalen Ebene liegen.
     
    3. Rundschleifmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Achsen (7, 8) der Schleifspindeln in einem Winkel von etwa 30° zueinander verlaufen.
     
    4. Rundschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Außenschleifscheibe (10) zwei in einem Winkel von 90° zueinander verlaufende Schleifflächen (13, 14) aufweist, wobei eine der Schleifflächen (13) an der Schleifstelle parallel zur Werkstücksachse (15) und die andere Schleiffläche (14) senkrecht dazu verläuft.
     
    5. Rundschleifmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zustell- und Positionierbewegungen der Schleifspindeln und gegebenenfalls auch die Bewegung des Tisches (2) NC-gesteuert sind.
     


    Claims

    1. A cylindrical grinding machine having an external grinding wheel (10) arranged at one end of a grinding spindle and an internal grinding wheel (9) arranged at one end of another grinding spindle, wherein the axis (7) of the internal grinding spindle extends parallel to the workpiece axis at a distance from the external grinding spindle . and wherein both, at least for advancing to a workpiece (4), mounted on a workhead (3), are variable in their distance from the workpiece (4) in that the two grinding spindles are mounted on a wheelhead (6), which is movable relative to the workpiece (4), and in which the other grinding spindle carrying the internal grinding wheel (9) is mounted on the wheelhead (3) (sic), so that it can swivel in parallel to its axis (7) between a raised rest position and a lowered operating position, characterised in that the axes (7, 8) of the two grinding spindles are disposed at an angle (12) relative to each other, and the internal grinding spindle is arranged on the wheelhead (6) in such a manner as to make it possible for the grinding spindle, together with its drive, to be accomo- dated in the lowered operating position between the internal grinding wheel (9) and the external grinding wheel (10).
     
    2. The cylindrical grinding machine according to claim 1 characterised in that the axis (8) of the grinding spindle carrying the external grinding wheel (10) and the workpiece axis (15) extend approximately in a horizontal plane.
     
    3. The cylindrical grinding machine according to claim 1 or 2, characterised in that the axes (7, 8) of the grinding spindles extend at an angle of about 30° relative to each other.
     
    4. The cylindrical grinding machine according to anyone of claims 1 to 3, characterised in that the external grinding wheel (10) has two grinding surfaces (13, 14) extending at an angle of 90° relative to each other, the one grinding surface (13) when at the point of grinding, extending parallel to the workpiece axis (15) and the other grinding surface (14) extending perpendicular thereto.
     
    5. The cylindrical grinding machine according to anyone of claims 1 to 4, characterised in that the feed and positioning movements of the grinding spindles, also possibly the movement of the table (2), are numerically controlled.
     


    Revendications

    1. Machine à rectifier cylindrique avec une meule extérieure (10) montée sur une extrémité d'une broche de meule et une meule intérieure (9) montée sur une extrémité d'une autre broche de meule, l'axe (7) de la broche de meule intérieure étant parallèle à l'axe de la pièce de travail, à une certaine distance de la broche de meule extérieure, et les deux pouvant venir au contact d'une pièce de travail (4) maintenue à l'aide d'une poupée porte-broche (3), en faisant varier la distance par rapport à la pièce de travail (4) par le fait que les deux broches de meule sont portées par une poupée porte-broche (6) mobile par rapport à la pièce de travail (4), et dans laquelle l'autre broche de meule portant la meule intérieure (9) est maintenue en pivotement sur la poupée porte-broche (3) parallèlement à leur axe (7) entre une position de repos pivotée en hauteur et une position de travail en dépression, caractérisée en ce que les axes (7, 8) des deux broches de meule sont disposés de façon à former un angle (12) entre eux, et que la broche de meule intérieure est montée sur la poupée porte-broche (6) de telle façon que dans sa position de travail pivotée vers le bas, les broches de meule avec leur entraînement de broche trouvent une place entre la meule intérieure (9) et la meule extérieure (10).
     
    2. Machine à rectifier cylindrique selon la revendication 1, caractérisée en ce que l'axe (8) de la broche de meule portant la meule extérieure (10) et l'axe (15) de la pièce de travail sont à peu près dans un plan horizontal.
     
    3. Machine à rectifier cylindrique selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce que les axes (7, 8) des broches de meule forment entre eux un angle d'environ 30°.
     
    4. Machine à rectifier cylindrique selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que la meule extérieure (10) présente deux faces de rectification (13, 14) formant entre elles un angle de 90°, une des faces de rectification (13) s'étendant, dans la position de rectification, parallèlement à l'axe de la pièce de travail et l'autre face de rectification (14) s'étendant perpendiculairement à celui-ci.
     
    5. Machine à rectifier cylindrique selon l'une des revendications 1 à 4, caractérisée en ce que les déplacements d'avancement et de positionnement des broches de meule et éventuellement aussi le déplacement de la table (2) sont commandés par commande numérique.
     




    Zeichnung