[0001] Die Erfindung betrifft ein Ionentriebwerk für Objekte im Weltraum, vorzugsweise in
Form von Raumfahrzeugen. Hierbei müssen sich die Objekte, beispielsweise die Raumfahrzeuge,
im Weltraum in Gegenden befinden, in denen sich wegen fehlender atmosphärischer und
plasmatischer Einflüsse sonnenbestrahlte Oberflächen positiv aufladen.
[0002] Bekanntlich erfahren Kometen beim Ausstoßen von Staub und Gas nichtgravitätische
Kräfte, was beispielsweise auch wieder bei der Auswertung von Beobachtungen und zahlreichen
Meßdaten am Kometen Halley bestätigt worden ist. Ein derartiger Materialausstoß beispielsweise
an einem Kometen wird von elektrostatischen Kräften stark beeinflußt, wenn nicht sogar
überhaupt erst ausgelöst. Die Erzeugung von solchen nichtgravitätischen Kräften beispielsweise
an Raumfahrzeugen kann zu deren Antrieb ausgenutzt werden.
[0003] Die Entwicklung und der Bau von elektrischen bzw. elektronischen Triebwerken hat
in einer Anzahl Ländern, beispielsweise in den U.S.A., der UdSSR, in Japan, der Bundesrepublik
Deutschland und in verschiedenen anderen Ländern zu anwendungsreifen und anwendungsfähigen
Produkten geführt. Alle diese Einrichtungen weisen im allgemeinen eine Ionenquelle,
ein zwischen der Ionenquelle und einem Beschleunigungsgitter aufgebautes Potential
sowie eine Elektronenquelle zur Neutralisation eines Ionenstrahls auf. Als Treibstoff
wird hier in vielen Fällen Quecksilber benutzt. Triebwerke dieser Art beziehen ihre
Energie aus einem Bordnetz, welches aus leistungsfähigen Stromquellen, beispielsweise
in Form von So larzellen, radiothermischen Generatoren u.ä., gespeist wird. Hierbei
hängen die erzielbaren Schübe von der zur Verfügung stehenden und damit anlegbaren
Spannung ab. In der Praxis werden mit solchen Triebwerken Schübe bis etwa 1 N erreicht.
Hierbei sind die Hauptnachteile der bisher zum Einsatz gekommenen Triebwerke insbesondere
deren hohe Erstehungskosten, die unter anderem auf die sehr leistungsfähigen Stromquellen
zurückzuführen sind.
[0004] Ziel der Erfindung ist es daher, ein besonders, kostengünstig herstellbares Ionentriebwerk
zu schaffen, das weitgehend wartungsfrei und ausgesprochen zuverlässig arbeitet. Gemäß
der Erfindung ist dies bei einem Ionentriebwerk für Objekte im Weltraum, vorzugsweise
in Form von Raumfahrzeugen, durch die Merkmale in Anspruch 1 erreicht. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand von Unteransprüchen.
[0005] Nachstehend wird die Erfindung anhand einer bevorzugten vorteilhaften Ausführungsform
in Bezug auf die anliegenden Zeichnungen im einzelnen beschrieben. Es zeigen:
Fig.1 eine schematische prinzipielle Darstellung einer vorteilhaften Ausbildungsform
eines Teils einer Oberfläche eines Raumfahrzeugs;
Fig. 2 eine Schnittansicht entlang einer Linie II - II in Fig.1, und
Fig.3a bis c Ausführungsformen von verstellbaren Blendenanordnungen.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Ionentriebwerk ist davon ausgegangen, daß die Aufladung
eines Raumfahrzeugs durch die - im Weltraum ungestört vorhandene - Bestrahlung durch
die Sonne zum Aufbau eines ionenbeschleunigenden Potentials ausnutzbar ist. Wie in
Fig.1 schematisch dargestellt, ist beispielsweise eine Fläche 10 eines Raumfahrzeugs
1 einer ständigen Be strahlung durch eine nur angedeutete Sonne S ausgesetzt. Hierbei
ist in Fig.1 die Oberfläche des Raumfahrzeugs 1 hell wiedergegeben, während durch
schraffierte, beliebig geformte Bereiche 21₁ bis 21
n von Oberflächenzonen 20₁ bis 20
n für einen Austritt von durch die Sonnenbestrahlung positiv geladenen Materieteilchen
bezeichnet sind, welche mit einem leicht ablösbaren und ionisierbaren Material 3 in
Form von kleinsten Partikeln, wie vorzugsweise Staubpartikeln, oder in Form von leicht
verdampfbarem Gas in einer ausreichenden Menge vorgesehen sind.
[0007] Form, Anzahl und Größe der staubführenden Oberflächenzonen 20₁ bis 20
n sind beliebig. Ebenso kann auch die gesamte Oberfläche 10 des Raumfahrzeugs 1 durch
Staubträger ausgebildet sein, sofern sichergestellt ist, daß das zur Beschleunigung
benötigte Potential nicht durch einen zu großen Teilchenstrom zusammenbricht, sondern
aufrechterhalten werden kann. Hierbei eignen sich als Staubteilchen beispielsweise
Makromoleküle (Polyvinyl, Polypeptid, usw.) geringer gegenseitiger Adhäsion, welche
leicht ionisierbar sind.
[0008] Bei einem Kometen bestehen die Staubteilchen überwiegend aus C-H-O-N-Verbindung unterschiedlichen
chemischen Aufbaus. Auch Silikatteilchen, Metallpartikel usw. kommen vor. Die meisten
dieser Teilchen haben ein Äquivalent-Molekulargewicht von > 10 000, bzw. eine Masse
m von m ≲ 10⁻²⁰ kg. Obwohl die Verwendung anderer Teilchen bei der Erfindung nicht
ausgeschlossen werden soll, wird die Verwendung von Staubteilchen dieser Art bevorzugt.
[0009] Bei dieser Ausbildung des erfindungsgemäßen Ionentriebwerks werden dann von der
sonnenbestrahlten Fläche 10 sowohl des Fahrzeugs 1 als auch der Staubpartikel Photoelektronen
freigesetzt, welche vor dieser Fläche 10 eine Raumladung 4 und damit ein Potential
zwischen der Fläche 10 und der Raumladung 4 aufbauen, und welche das durch elektrostatische
Kraftwirkung auf den Oberflächenzonen 20₁ bis 20₄ positiv ionisierte und durch das
Potential abgelöste Material 3 in einer für einen benötigten Schub erforderlichen
Menge beschleunigen. Hierbei ist in Fig.2 die Richtung beispielsweise von beschleunigtem
Staub durch senkrecht zur Oberfläche 10 verlaufende Pfeile 5 angedeutet. In, unter
oder über den Oberflächenzonen 20₁ bis 20
n können beispielsweise Staubbehälter 22₁ bis 22
n vorgesehen sein, an welche, falls erforderlich, vorzugsweise vom Inneren des Fahrzeugs
1 aus Staubpartikel u.ä nachgeliefert werden.
[0010] In Fig.2 ist an der Oberseite von zwei schematisch wiedergegebenen Staubbehältern
22₂ und 22₃ eine gestrichelt eingezeichnete strahlungs- und staubdurchlässige Abdeckung
der Staubbehälter, beispielsweise in Form von Gittern eingetragen. Eine derartige
Abdeckung kann auch beispielsweise als eine in Fig.3a bis 3c schematisch dargestellte,
verschließbare Blendenanordnung ausgebildet sein, falls die Schubstärke des erfindungsgemäßen
Ionentriebwerks entsprechend steuerbar sein soll.
[0011] Solche Blendenanordnungen zur Variation der Schubstärke können beliebig ausgeführt
sein. Sie können beispielsweise die Form von Lochblenden haben, wie bei Kameraobjektiven
üblich ist. Sie können jedoch beispielsweise auch, wie in Fig.3a schematisch dargestellt
ist, die Form von gegenseitig verschiebbaren, beispielsweise rechteckigen Blenden
6₁ haben, deren Verschiebbarkeit bezüglich der Öffnung 21₁ durch oberhalb der Blende
6₁ eingetragene Pfeile angedeutet ist.
[0012] Ferner können solche Blendenanordnungen, wie schematisch in Fig.3b angedeutet ist,
als halbkreisförmige Blendenteile 6₃ ausgeführt sein, welche zum ganzen oder teilweise
Abdecken beispielsweise der Öffnung 21₃ in eine durch die oberhalb und unterhalb der
Blendenteil 6₃ angedeuteten Richtungen verschwenkbar sind. Darüber hinaus kann eine
Blendenanordnung, wie in Fig.3c angedeutet ist, auch als ein rechtecki ges Blendenteil
6₂ ausgebildet sein, das in einer durch einen oberhalb des Blendenteils 6₂ eingetragenen
Pfeil angezeigten Richtung über die Öffnung 21₂ schiebbar ist.
[0013] Ferner können auch sogenannte Rasterblenden verwendet werden. Falls die Blendenanordnungen
6₁ bis 6₃ Teile darunterliegender staubfreier Bereiche abdecken, wenn sie ganz oder
teilweise offen stehen, wird dadurch die Erzeugung von Ladungen nicht beeinflußt,
weil auch von der Oberfläche der Blendenanordnungen 6₁ bis 6₃ Selbstladungen abgegeben
werden.
[0014] Wenn die der Bestrahlung durch die Sonne S ausgesetzte Fläche 10 die Größe F hat,
beträgt die erreichbare Bestrahlungsleistung I = I₀.F.cosα, wobei I₀ die Solarkonstante
und α der Einfallswinkel der Sonnenstrahlung, d.h. die Abweichung von der vertikalen
Sonnenbestrahlung auf die Fläche F ist.
[0015] Hierbei führt der UV-Anteil η dieser Sonnenstrahlung über den sogenannten äußeren
Photoeffekt zur Ablösung von Elektronen, d.h. zur positiven Aufladung der Fläche
F und dadurch zur Bildung einer Raumladung 4 vor der sonnenbeschienenen Seite der
Fläche F (10). Hierdurch entsteht ein Potential U. Das Potential U hat dann ein Maximum,
wenn keine schuberzeugenden Ionen freigesetzt werden. Je mehr Ionen beschleunigt werden,
desto stärker nimmt jedoch das Potential ab. Das anzustrebende Optimum hängt nicht
nur von dem Flächenverhältnis der Oberflächenzonen 20₁ bis 20
n beispielsweise in Form von Vertiefungen 2 oder von Erhöhungen 7, zu der gesamten,
sonnenbestrahlten Fläche 10 ab, sondern auch von verschiedenen Materialien, wie zum
Beispiel der Metalloberfläche, der Staubbeschaffenheit, usw.. Öffnungen 21₂ in Erhöhungen
7 bieten sogar den Vorteil, daß dort die elektrische Feldstärke etwas höher ist als
über der glatten Oberfläche 10. Das heißt, wegen der dort herrschenden größeren Kraftwirkung
auf die Staubpartikel erhöht sich entspre chend der Teilchenfluß. Im Extremfall könnte
sogar eine Spitze genommen werden, um das elektrische Feld maximal werden zu lassen.
Allerdings erhöht sich dadurch die Gesamtleistung des Treibwerks nicht.
[0016] Enthält nun die Fläche F eine Anzahl Oberlfächenzonen 20₁ bis 20₄ in Form von Vertiefungen
2 oder von Erhöhungen 7, mit einem leicht ablösbaren und ionisierbaren Material 3,
beispielsweise in Form von kleinsten Staubpartikeln oder mit leicht verdampfbarem
Gas, so wird dieses "Material" (3) in Richtung eines Feldes E = -grad U beschleunigt.
Eine erreichbare Geschwindigkeit v eines Teilchens der Masse m ist dann
1/2.m.v² = Z.e.U (1)
wenn e die Elementarladung und Z die Ladungszahl des Teilchens bedeuten. Durch Auflösen
von Gl.(1) ergibt sich für die erreichbare Geschwindigkeit v
v = (2.Z.e.U/m)
1/2 (2)
mit einem Impuls P von
P = m.v = (2.m.Z.e.U)
1/2 (3)
[0017] Wenn nun pro Sekunde N Teilchen auf diese Weise beschleunigt werden, so wird auf
das Raumfahrzeug 1, welches die sonnenbeschienene Fläche F aufweist, eine beschleunigende
Kraft K übertragen, und zwar
K = N.m.v = N.(2.m.Z.e.U)
1/2 (4)
[0018] Zur Aufrechterhaltung des Potentials U ist jedoch eine ständige Nachlieferung von
Photoelektronen eine notwendige Voraussetzung. Mit einer Austrittsarbeit A für die
Photoelektronen ergibt sich dann zur Aufrechterhaltung des Potentials U:
I = I₀.η.F.cosα = N
e.(e.U + A) > N.m.v²/2 (5)
[0019] Da für die Masse m
e eines Elektrons in Relation zu der Masse m von Material- oder Gaspartikeln die Beziehung
gilt m » m
e, beschleunigen die Ionen beim Durchdringen der Raumladung ihrerseits Elektronen,
und es entsteht somit ein quasineutraler Plasmastrahl.
[0020] Beispielsweise kann durch Einsetzen von entsprechenden Zahlenwerten in die vorstehend
wiedergegebenen Gl.'en 1 bis 5, der erreichbare Schub abgeschätzt werden.
[0021] Nach Isensee und Maassberg (Adv. Space Res.
1, 413 - 416, (1981) erreicht eine Sonde in einem Abstand von einer Astronomischen
Einheit (1AE = 150 Mio km) von der Sonne ein Potential von U = +3,8V. Wird nun Z
= 1 und m ≈ 10⁻²⁰ kg (feinster Staub) gewählt, so ergibt sich v ≈ 11 m.s⁻¹.
[0022] Ein einzelnes Teilchen hat somit einen Impuls von P = 1,1 x 10⁻¹⁹ N.s. Die Solarkonstante
in 1 AE beträgt 1,4 x 10³ W.m⁻². Bei senkrechter Bestrahlung und mit η = 10⁻² ergibt
sich I = 14 W. Mit U₀ = A/e ≈ 4V wird dann N
e ≈ 10¹⁹ m⁻².s⁻¹ und somit N≦10¹⁹m⁻².s⁻¹ erhalten. Dabei ist jedoch der Quantenwirkungsgrad
η′ noch nicht berücksichtigt. Er liegt für technische Oberflächen zwischen 1 und 10%.
[0023] Wenn das Verhältnis Fläche der Vertiefungen 2₁ bis 2
n für ionisierte Teilchen zu Gesamtfläche zu 10% gewählt wird, ergibt sich -bezogen
auf die Gesamtfläche - somit N ≈ 10¹⁶ m⁻².s⁻¹.
[0024] Es wird dann bei einem Treibstoffverbrauch (beispielsweise feinster Staub) von N.m
≈ 0,1 g.m⁻².s⁻¹ eine beschleunigende Rückstoßkraft von K ≈ 10⁻³N.m⁻² erhalten. Dem
entspricht bei Staub der Dichte ρ = 1000 kg.m⁻³ eine Abtragungsrate auf einer Fläche
von 0,1 m² pro 1 m² Grundläche von 10⁻³ mm.s⁻¹. Mit einem weißen Sonnensegel wird
dagegen nur ein Schub von ungefähr 10⁻⁵ N.m⁻² erreicht.
[0025] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung läßt sich der Schub eines passiven
Ionentriebwerks gemäß der Erfindung in einfacher Weise dadurch verändern, daß über
der sonnenbestrahlten Fläche 10 eine in der Neigung verstellbare, jedoch nicht näher
dargestellte Blendenanordnung angebracht ist. Durch die Änderung der Neigung der
Fläche 10 gegenüber der Richtung der Sonneneinstrahlung (Winkel α) wird eine Richtungssteuerung
des Schubs und zwar auf Kosten einer Schubverminderung um den Faktor cos α erreicht,
wobei auch hier der Winkel α die Neigung der bestrahlten Fläche F (10) gegenüber der
senkrechten Sonneneinstrahlung angibt.
[0026] Bei der praktischen Ausführung passiver Ionentriebwerke gemäß der Erfindung können
die die Ionen liefernden Zonen 20₁ bis 20
n in der sonnenbestrahlten Fläche 10 etwa rund oder auch eckig sein, wie in Fig.1 angedeutet
ist. Obwohl möglichst ebene Flächen vorzuziehen sind, sind durchaus auch gekrümmte
oder gewundene Flächen mit den erforderlichen Abmessungen in Abhängigkeit von dem
benötigten bzw. zu erzielenden Schub möglich.
[0027] Auch die Farbe der sonnenbestrahlten Flächen 10 spielt insofern eine Rolle, als
durch die Farbe der Flächen 10 unmittelbar deren Temperatur bestimmt wird und damit
auch die Austrittsarbeit A der Elektronen unmittelbar beeinflußt wird. Ferner spielt
für die Verdampfungsrate des als Treibstoff gewählten, ionisierbaren Stoffes 3, beispielsweise
feinster Staub aus organischen oder anorganischen Materialien, die Temperatur eine
wichtige Rolle.
[0028] Obwohl die Anzahl und die Gestaltung einer oder mehrerer Zonen 20₁ bis 20
n in der sonnenbestrahlten Fläche, welche der Aufnahme des Treibstoffmaterials 3 in
Form von leicht ablösbaren und damit ionisierbaren Materialpartikeln oder Gaspartikeln
dienen, weitgehend beliebig ist, sollte gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der
Erfindung die kontinuierliche Versorgung oder Beschickung dieser Zonen 20₁ bis 20
n, die beispielsweise die Form von Erhöhungen 7 oder von Vertiefungen 2₁ bis 2
n der sonnenbestrahlten Fläche haben können, vom Inneren des Raumfahrzeugs 1 aus erfolgen.
[0029] Genauso sollte die in ihrer Form, Anordnung und Ausführung weitgehend beliebige Gestaltung
der Blendenanordnung 6₁ bis 6₃ zur Minderung und Steuerung der Schubkraft des passiven
Triebwerks vom Raumfahrzeug 1 aus erfolgen, wobei die entsprechenden Steuerbefehle
entweder per Funk übermittelt oder an Bord automatisch ermittelt werden.
1. Ionentriebwerk für Objekte im Weltraum, vorzugsweise in Form von Raumfahrzeugen,
dadurch gekennzeichnet, daß in einer sonnenbestrahlten Fläche (10) des Raumfahrzeugs (1) Oberflächenzonen
(20₁ bis 20n) mit einem leicht ablösbaren und ionisierbaren Material (3) in Form von kleinsten
Partikeln, wie vorzugsweise Staubpartikeln, oder in Form von entsprechend leicht verdampfbarem
Gas in einer ausreichenden Menge vorgesehen sind, so daß von der sonnenbestrahlten
Fläche (10) des Raumfahrzeugs (1) und von der bestrahlten Oberfläche der Staubpartikel
Photoelektronen freigesetzt werden, die vor dieser Fläche (10) eine Raumladung (4)
und damit ein Potential zwischen der Fläche (10) und der Raumladung (4) aufbauen,
und das durch elektrostatische Kraftwirkung aus den Oberflächenzonen (20₁ bis 20n) positiv ionisierte und durch das Patential abgelöste Material (3) in einer für
einen benötigten Schub erforderliche Menge beschleunigen.
2. Ionentriebwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine für den benötigten Schub erforderliche Menge an leicht ablösbaren, ionisierten
Staubpartikeln (3) oder leicht verdampfbaren Gasionen (3) den in der sonnenbestrahlten
Fläche (10) ausgebildeten Zonen (20₁ bis 20n) kontinuierlich nachgeliefert wird.
3. Ionentriebwerk nach den Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zonen (20₁ bis 20n) in der sonnenbestrahlten Fläche (10) in Form von Vertiefungen (2) oder Erhöhungen
(7) mit entsprechenden Formen und Abmessungen ausgebildet sind, und daß die Zonen
(20₁ bis 20n) in der sonnenbestrahlten Fläche (10) von Inneren des Raumfahrzeugs (1) aus kontinuierlich
mit leicht ablösbaren und ionisierbaren Materialpartikeln (3) oder leicht verdampfbarem
und ionisierbarem Gas (3) versorgbar sind.
4. Ionentriebwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Änderung und damit Steuerung des Triebwerkschubs die Größe der ionisierte
Partikel liefernden Oberflächenzonen (20₁ bis 20n) durch eine Blendenanordnung (6₁ bis 6₃) variierbar ist.
5. Ionentriebwerk nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Änderung der Schubrichtung des Triebwerks die gesamte sonnenbestrahlte
Fläche (10) einschließlich deren ionisierte Partikel liefernden Vertiefungen (2)
oder Erhöhungen (7) um einen Winkel < 90° gegenüber der Normalenstellung zur Sonnenstrahlrichtung
drehbar ist, wobei die Bestrahlungsstärke und der davon abhängige geringere Schub
durch Öffnen von Blenden der Blendenanordnung (6₁ bis 6₃) völlig oder teilweise kompensierbar
ist.