(19)
(11) EP 0 227 688 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
15.03.1989  Patentblatt  1989/11

(21) Anmeldenummer: 85905770.5

(22) Anmeldetag:  11.11.1985
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D01H 1/135
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/DE8500/446
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 8602/954 (22.05.1986 Gazette  1986/11)

(54)

OFFENEND-SPINNVORRICHTUNG

OPEN-END SPINNING DEVICE

DISPOSITIF DE FILATURE A FIBRES LIBEREES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB IT LI

(30) Priorität: 13.11.1984 DE 3441492

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
08.07.1987  Patentblatt  1987/28

(73) Patentinhaber: Schubert & Salzer Maschinenfabrik Aktiengesellschaft
85055 Ingolstadt (DE)

(72) Erfinder:
  • ARTZT, Peter
    D-7410 Reutlingen (DE)
  • ROTTMAYR, Hans
    D-7410 Reutlingen (DE)
  • BAUER, Wolfgang
    D-7440 Nürtingen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
AT-A- 377 017
DE-A- 3 308 249
DE-A- 1 902 111
FR-A- 2 383 253
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Offenend-Spinnvorrichtung mit zwei gleichsinnig angetriebenen, einen Spinnzwickel bildenden Friktionswalzen, von denen wenigstens die in den Spinnzwickel hineindrehende Friktionswalze als Saugwalze ausgebildet ist und das auf ihre Mantelfläche gespeiste Fasermaterial in den Spinnzwickel fördert, wo die Fasern zu einem Faden zusammengedreht werden.

    [0002] Bei einer bekannten Vorrichtung werden von einer Auflösevorrichtung mitgerissene Fasern durch Blasluft auf den Mantel einer Saugwalze geblasen und von dieser in den Spinnzwickel gefördert, den die Saugwalze und eine im gleichen Drehsinn wie die Saugwalze angetriebene Walze mit geschiossener Mantelfläche bilden (DE-OS-1 902111, US-PS-3-636-963). Die Fasern werden im Spinnzwickel durch Friktion zu einem Garn gedreht, das kontinuierlich abgezogen wird. Die Qualität der auf dieser Vorrichtung erzeugten Garne ist jedoch unbefriedigend, insbesondere bei hohen Spinngeschwindigkeiten.

    [0003] Es ist ferner eine Offenend-Friktionsspinnvorrichtung bekannt, bei der die aufgelösten Fasern mittels eines Speisekanals, dessen Mündung in Umfangsrichtung der Saugwalze im Abstand zum Keilspalt oder Spinnzwickel der Mantelfläche der Saugwalze gegenüberliegt, auf die Mantelfläche gespeist werden (DE-OS-3 300 636). Der Rand der Mündung des Speisekanals ist als eine Umlenkführung ausgebildet, die eine Beschleunigung und Strekkung der Fasern bei ihrem Austritt aus dem Speisekanal bewirken soll. Diese Vorrichtung hat aber nicht den erwarteten Erfolg gebracht.

    [0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung zu schaffen, welche die Herstellung eines Garnes mit höherer Gleichmäßigkeit und besseren dynamometrischen Eigenschaften ermöglicht.

    [0005] Die Aufgabe wird bei einer Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in einem Abstand vom Spinnzwickel eine Sammelrille für das zugespeiste Fasermaterial vorgesehen ist, die durch die Mantelfläche der in den Spinnzwickel hineindrehenden Friktionswalze und eine bewegte Führungsfläche gebildet wird, deren Oberflächengeschwindigkeit in der Sammelrille gleichgerichtet mit der Oberflächengeschwindigkeit der Friktionswalze ist.

    [0006] Durch die Ablage der Fasern in einer durch zwei bewegte Flächen gebildeten Sammelrille erfolgt eine exakte und definierte Sammlung und Zusammenfassung des Fasermaterials. Die zugespeisten Fasern werden vordubliert und in einer sehr gleichmäßigen Formation dem Spinnzwickel zugeführt, was sich günstig auf die Garnqualität auswirkt.

    [0007] Die Sammelrille wird auf einfache Weise durch eine der Friktionswalze eng benachbarte Walze gebildet. In Weiterbildung der Vorrichtung wird vorgesehen, daß die Führungsfläche am Grund der Sammelrille auf der Oberfläche der Friktionswalze aufliegt. Um den Fasern nach ihrem Austritt aus der Sammelrille eine zusätzliche Führung zu geben, folgt die Führungsfläche der Oberfläche der Friktionswalze bis in den Spinnzwickel. Dies kann dadurch bewirkt werden, daß die Führungsfläche die Oberfläche eines endlosen Bandes ist. Zweckmäßg wird die Führungsfläche gegen die Mantelfläche der Friktionswalze gepreßt. In einer anderen vorteilhaften Ausführung ist der bewegten Führungsfläche eine ortsfeste Führungsfläche nachgeordnet. Zweckmäßig reicht dabei die ortsfeste Führungsfläche bis in den Spinnzwickel.

    [0008] Dadurch, daß die ortsfeste Führungsfläche in einem Abstand zur bewegten Führungsfläche angeordnet ist, bildet sich ein auf die Friktionswalze gerichteter Luftstrom aus, durch den die Fasern auf der Friktionswalze gehalten werden. Dieser Luftstrom kann noch dadurch verstärkt werden, daß die ortsfest Führungsfläche zur Atmosphäre führende Bohrungen aufweist. Um beim Übergang der Fasern von der bewegten zur ortsfesten Führungsfläche einen Faserstau und ein Abstreifen der Fasern von der Friktionswalze zu vermeiden, ist die der bewegten Führungsfläche zugewandte Kante der ortsfesten Führungsfläche abgerundet.

    [0009] Ein störungsfreier Transport der Fasern zum Spinnzwickel wird dadurch ermöglicht, daß die ortsfeste Führungsfläche in einem Abstand zur Friktionswalze angeordnet ist. Vorzugsweise erfolgt die Zuspeisung der Fasern in die Sammelrille in Längsrichtung der Sammelrille, so daß die Fasern parallel zur Garnachse in den Spinnzwickel gelangen und an das rotierende Garnende angebunden werden. Dadurch wird die Gleichmäßigkeit und Festigkeit des Garnes weiter verbessert.

    [0010] Damit sich die Fasern schon beim Einspeisen in die Sammelrille auf der Friktionswalze absetzen können und auf der Friktionswalze während ihres Transportes in den Spinnzwickel sowie im Spinnzwickel gehalten werden, weist die Friktionswalze einen Unterdruckbereich auf, der in Drehrichtung vor der Sammelrille beginnt und bis in den Spinnzwickel reicht. Definierte Bedingungen zum Festhalten der Fasern während ihres Transportes und im Spinnzwickel werden dadurch geschaffen, daß der Unterdruckbereich der Friktionswalze in Umfangsrichtung der Saugwalze in wenigstens zwei Abschnitte mit unterschiedlicher Saugwirkung unterteilt ist.

    [0011] Gute Spinnbedingungen werden dadurch erreicht, daß im Spinnzwickel im Bereich der Garnbildungszone wenigstens eine der Friktionswalzen einen Abschnitt erhöhten Unterdruckes aufweist. Zweckmäßig weist die in den Spinnzwickel hineindrehende Friktionswalze einen Abschnitt erhöhten Unterdruckes auf. Vorteilhaft ist dieser Abschnitt zwischen 4-ulid 8 mm breit. Als besonders günstig hat sich eine Breite von 6 mm erwiesen. Die Drehung und Festigkeit des Garnes werden dadurch noch verbessert, daß sich der Abschnitt etwa um 1 mm über die Achsverbindungsebene der Friktionswalzen hinaus auf die dem Spinnzwickel abgewandten Seite erstreckt. Eine Verbesserung ergibt sich auch, wenn die Mitte des Abschnittes in der Achsverbindungsebene der Friktionswalzen oder in Umfangsrichtung entfernt von der Achsverbindungsebene in Richtung auf der dem Spinnzwickel abgewandten Seite liegt. Dadurch, daß bei der in den Spinnzwickel hineindrehenden Friktionswalze sich an den Abschnitt erhöhten Unterdruckes ein Abschnitt niedrigen Unterdruckes anschließt, wird der Luftverbrauch der Vorrichtung herabgesetzt, ohne daß dadurch der sichere Fasertransport auf der Friktionswalze beeinträchtigt wird.

    [0012] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachstehend anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigt

    Fig.1 eine Ausführung der erfindungsgemäßen Spinnvorrichtung im Schnitt ;

    Fig. 2 die Vorrichtung nach Fig. 1 in der Draufsicht ;

    Fig. 3 eine andere Ausführung der erfindungsgemäßen Spinnvorrichtung im Schnitt ;

    . Fig. 4 den Zwickelbereich zweier Friktionswalzen im Schnitt.



    [0013] Fig. 1 zeigt zwei Friktionswalzen 1 und 2, die beide als Saugwalzen ausgebildet sind. Die paratlel und eng nebeneinander angeordneten Friktionswalzen 1 und 2 bilden einen Spinnzwickel 3, in welchem zugespeiste Fasern zu einem Garn gedreht werden Hierzu werden die Friktionswalzen 1 und 2 in nicht näher dargestellter Weise gleichsinning angetrieben.

    [0014] Die Friktionswalzen 1 und 2 haben eine perforierte Mantelfläche 10 und 20 und sind mit einem an eine Saugvorrichtung (nicht gezeigt) angeschlossenen Saugeinsatz 11 und 21 versehen. Die Saugeinsätze 11 und 21 haben im Bereich des Spinnzwickels 3 einen sich in Längsrichtung des Spinnzwickels 3 erstreckenden Schlitz 12 und 22, durch den hindurch eine Saugluftströmung erzeugt wird. Während die aus dem Spinnzwickel 3 herausdrehende Friktionswalze 2 nur den durch die Breite des Schlitzes 22 vorgegebenen Unterdruckbereich aufweist, reicht der Unterdruckbereich der in den Spinnzwickel 3 hineindrehenden Friktionswalze 1 von einer Begrenzungswand 15 bis in den Spinnzwickel 3 und endet dort an einer Begrenzungswand 14. Die Begrenzungswand 15 ist in Drehrichtung der Friktionswalze 1 vor einer Sammelrille 4 angeordnet, die im folgenden noch näher beschrieben wird.

    [0015] Der Unterdruckbereich der Friktionswalze 1 ist durch eine Trennwand 13 in zwei Abschnitte I und II mit unterschiedlicher Saugwirkung unterteilt, wobei zweckmäßig der den Schlitz 12 bildende Abschnitt I im Garnbildungsbereich höheren Unterdruck aufweist. Der Unterdruck im Abschnitt II soll lediglich sicherstellen, daß die Fasern während ihres Transportes zum Spinnzwickel 3 sicher auf der Friktionswalze 1 festgehalten werden und wird entsprechend niedrig bemessen. Dagegen mußt der Unterdruck im Abschnitt I so hoch sein, daß ein ordnungsgemäßes Spinnen gewährleistet ist. Dabei hat sich gezeigt, daß bei entsprechend bemessenem Unterdruck im Garnbildungsbereich G besonders gute Spinnergebnisse in Bezug auf die Garnfestigkeit dann erreicht werden, wenn der den Schlitz 12 bildende Abschnitt I in Umfangsrichtung eine Breite a zwischen 4 und 8 mm, vorzugsweise eine Breite a von 6 mm hat und sich um etwa 1 mm über die Achsverbindungsebene A der Friktionswalzen 1 und 2 hinaus auf die dem Spinnzwickel 3 abgewandte Seite erstreckt. Dies gilt beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 auch für den dem Abschnitt I gegenüberliegenden Schlitz 22 der Saugwalze 2. Bei Versuchen hat sich eine Erhöhung der Garnfestigkeit auch ergeben, wenn die Mitte des Abschnittes in der Achsverbindungsebene A liegt (Fig.4) oder etwa 1 mm entfernt von der Achsverbindungsebene A in Richtung auf die dem Spinnzwickel 3 abgewandte Seite verlagert ist. Dies ist in Fig. 4 durch die unterbrochene Linie angedeutet.

    [0016] Die oben bereits erwähnte Sammelrille 4, vor welcher der Unterdruckbereich des Abschnittes II beginnt, wird durch die Mantelfläche 10 der in den Spinnzwickel 3 hineindrehenden Friktionswalze 1 und eine bewegte Führungsfläche 50 gebildet. In Fig. 1 ist diese Führungsfläche 50 die Oberfläche einer drehbar gelagerten Walze 5, die so dicht neben der Friktionswalze 1 angeordnet ist, daß die Führungsfläche 50 am Grund der Sammelrille 4 an der Friktionswalze 1 aufliegt. Die Walze 5, die einen elastischen Belag haben kann, wird durch die Friktionswalze 1 angetrieben, wobei die Oberflächengeschwindigkeit der Führungsfläche 50 in der Sammelrille 4 gleichgerichtet ist mit der Oberflächengeschwindigkeit der Friktionswalze 1. Gegebenenfalls wird die Walze 5 beispielsweise durch Federkraft an die Friktionswalze 1 gedrückt.

    [0017] In Drehrichtung der Friktionswalze 1 ist der beweglichen Führungsfläche 50 eine ortsfeste Führungsfläche 60 nachgeordnet, die durch die der Friktionswalze 1 zugewandte Oberfläche eines zwischen den Friktionswalzen 1 und 2 und der Walze 5 liegenden Gehäuseteiles 6 gebildet wird. Die Führungsfläche 60 folgt in einem Abstand der Kontur der Friktionswalze 1 bis in den Spinnzwickel 3 und hat ferner einen Abstand zur beweglichen Führungsfläche 50. Dadurch kann sich zwischen der Walze 5 und dem Gehäuseteil 6 eine Luftströmung zur Friktionswalze 1 hin ausbilden, die zum Festhalten der Fasern auf der Friktionswalze 1 benötigt wird und außerdem verhindert, daß Fasern von der Walze 5 mitgenommen werden. Durch Bohrungen 61 in der ortsfesten Führungsfläche 60, die zur Atmosphäre führen, wird die Luftströmung zur Friktionswalze 1 noch verstärkt.

    [0018] Um einen Faserstau beim Übergang der Fasern von der bewegten Führungsfläche 60 zu vermeiden, ist die der bewegten Führungsfläche 50 zugewandte Kante 62 der ortsfesten Führungsfläche 60 abgerundet.

    [0019] Das zu verspinnende Fasermaterial wird in üblicher Weise als Faserband einer Auflösevorrichtung (nicht gezeigt) zugeführt, die es in Einzelfasern auflöst. Die Einzelfasern werden durch einen Faserkanal 7 (Fig. 2) hindurch in die Sammelrille 4 gespeist, in der sie gesammelt und zu einer Faserformation zusammengefaßt werden. Die durch den Saugluftstrom auf der Mantelfläche 10 der Friktionswalze 1 festgehaltene Faserformation erhält beim Verlassen der Sammelrille 4 durch die auf der Mantelfläche 10 aufliegende bewegte Führungsfläche 50 einen stärkeren Zusammenhalt und eine zwangsläufige Führung, die anschließend von der ortsfesten Führungsfläche 60 bis in den Spinnzwickel 3 übernommen wird. Auf diese Weise gelangt eine vordublierte, gleichmäßige Faserformation in den Spinnzwickel 3, wodurch die Garnqualität verbessert wird.

    [0020] Eine weitere Verbesserung der Garnwerte wird erreicht, wenn die Fasern in Längsrichtung, der Sammelrille 4 in diese eingespeist werden. Diese Art der Einspeisung ist in Fig. durch einen Faserkanal 70 angedeutet. Die Fasern gelangen dadurch in Parallellage zur Garnachse in den Spinnzwickel 3, was für ein ordnungsgemäßes Einbinden der Fasern in das rotierende freie Garnende und ihre gleichmäßige Anordnung im Garn äußerst günstig ist. Selbstverständlich kann, wenn es zweckmäßig ist, auch eine Winkellage zwischen der Längs- und der Querrichtung vorgesehen werden.

    [0021] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. ist die in den Spinnzwickel 3 hineindrehende und als Saugwalze ausgebildete Friktionswalze 1 aus Fig. beibehalten. Die zweite Friktionswalze 2', die mit der Friktionswalze 1 den Spinnzwickel 3 bildet, ist jedoch nicht perforiert und nicht besaugt. Die Sammelrille 4 wird durch die Mantelfläche 10 der Friktionswalze 1 und ein endloses Band 8 gebildet. Die Oberfläche des endlosen Bandes 8 bildet eine bewegte Führungsfläche 80, die bis in den Spinnzwickel 3 reicht.

    [0022] Das endlose Band 8 ist über Umlenkrollen 81, 82 und 83 geführt und wird durch mindestens eine Andrückrolle 84 gegen die Mantelfläche 10 der Friktionswalze 1 gedrückt, so daß die Führungsfläche 80 am Grund der Sammelrille 4 auf der Mantelfläche 10 aufliegt.

    [0023] Der Anlagedruck der Andrückrotte 84 wird durch eine Feder verstärkt, so daß das endlose Band 8 sicher von der Friktionswalze 1 angetrieben wird, wobei die Oberflächengeschwindigkeit der Führungswalze 80 in der Sammelrille 4 mit der Oberflächengeschwindigkeit der Friktionswalze 1 gleichgerichtet ist.

    [0024] Die Funktion und Wirkung dieser Vorrichtung ist die gleiche wie die der Vorrichtung gemäß Fig. 1 und 2.


    Ansprüche

    1. Offenend-Spinnvorrichtung mit zwei gleichsinning angetriebenen, einen Spinnzwickel bildenden Friktionswalzen, von denen wenigstens die in den Spinnzwickel hineindrehende Friktionswalze als Saugwalze ausgebildet ist und das auf ihre Mantelfläche gespeiste Fasermaterial in den Spinnzwickel fördert, wo die Fasern zu einem Faden zusammengedreht werden, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Abstand vom Spinnzwickel (3) eine Sammelrille (4) für das zugespeiste Fasermaterial vorgesehen ist, die durch die Mantelfläche (10) der in den Spinnzwickel hineindrehenden Friktionswalze (1) und eine bewegte Führungsfläche (50 ; 80) gebildet wird, deren Oberflächengeschwindigkeit in der Sammelrille (4) gleichgerichtet mit der Oberflächengeschwindigkeit der Saugwalze (1) ist.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Sammelrille (4) durch eine der Friktionswalze (1) eng benachbarte Walze (5) gebildet wird.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsfläche (50; 80) am Grund der Sammelrille (4) auf der Mantelfläche (10) der Friktionswalze (1) aufliegt.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsfläche (80) der Oberfläche der Friktionswalze (1) bis in den Spinnzwickel (3) folgt.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsfläche (80) die Oberfläche eines endlosen Bandes (8) ist.
     
    6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsfiäche (50; 80) gegen die Mantelfläche (10) der Friktionswalze (1) gepreßt wird.
     
    7. Vorrichtung nach einem der Anspruche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der bewegten Führungsfläche (50) eine ortsfeste Führungsfläche (60) nachgeordnet ist.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste Führungsfläche (60) bis in den Spinnzwickel (3) reicht.
     
    9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste Führungsfläche (60) in einem Abstand zur bewegten Führungsfläche (50) angeordnet ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste Führungsfläche (60) zur Atmosphäre führende Bohrungen (61) aufweist.
     
    11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die der bewegten Führungsfläche (50) zugewandte Kante (62) der ortsfesten Führungsfläche (60) abgerundet ist.
     
    12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die ortsfeste Führungsfläche (60) in einem Abstand zur Friktionswalze (1) angeordnet ist.
     
    13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuspeisung der Fasern in die Sammelrille (4) in Längsrichtung der Sammelrille (4) erfolgt.
     
    14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Friktionswalze (1) einen Unterdruckbereich (I, 11) aufweist, der in Drehrichtung vor der Sammelrille (4) beginnt und bis in den, Spinnzwickel (3) reicht.
     
    15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Unterdruckbereich der Friktionswalze (1) in Umfangsrichtung in wenigstens zwei Abschnitte (I, II) mit unterschiedlicher Saugwirkung unterteilt ist.
     
    16. Vorrichtung insbesondere nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß im Spinnzwickel (3) im Bereich der Garnbildungszone wenigstens eine der Friktionswalzen (1 ; 2) einen Abschnitt (I) erhöhten Unterdrucks aufweist.
     
    17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die in den Spinnzwickel hineindrehende Friktionswalze (1) einen Abschnitt (I) erhöhten Unterdrucks aufweist.
     
    18. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschnitt (I) zwischen 4 und 8 mm breit ist.
     
    19. Vorrichtung nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Abschnitt (I) 6 mm breit ist.
     
    20. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitte des Abschnittes (I) in der Achsverbindungsebene (A) der Friktionswalzen (1 ; 2) liegt.
     
    21. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Mitte des Abschnittes (I) in Umfangsrichtung entfernt von der Achsverbindungsebene (A) der Friktionswalzen (1 ; 2) auf der dem Spinnzwickel (3) abgewandten Seite liegt.
     
    22. Vorrichtung nach den Ansprüche 16 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß bei der in den Spinnzwickel (3) hineindrehenden Friktionswalze (1) sich an den Abschnitt (I) ein Abschnitt (11) niedrigeren Unterdrucks für den Transport der Fasern in die Garnbildungszone anschließt.
     
    23. Vorrichtung nach den Ansprüchen 16 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß sich der Abschnitt (I) um etwa 1 mm über die Achsverbindungsebene (A) der Friktionswalzen (1 ; 2) hinaus auf die dem Spinnzwickel (3) abgewandte Seite erstreckt.
     


    Claims

    1. An open-end spinning device comprising two friction rolls driven in the same direction and forming a spinning nip, at least the friction roll which rotates into the nip being constructed as a suction roll, and fibre material fed to its outer surface being conveyed into the nip, where the fibres are twisted into a thread, characterised in that a collecting groove (4) for the supplied fibre material is provided at a distance from the spinning nip (3) and is formed by the outer surface (10) of the friction roll (1) rotating into the nip and a moving guide surface (50 ; 80) whose surface speed in the collecting groove (4) corresponds to the surface speed of the suction roll (1).
     
    2. A device according to claim 1, characterised in that the collecting groove (4) is formed by a roll (5) closely adjacent the friction roll (1).
     
    3. A device according to claim 1 or 2, characterised in that the guide surface (50 ; 80) rests on the base of the collecting groove (4) on the outer surface (10) of the friction roll (1).
     
    4. A device according to claim 1, characterised in that the guide surface (80) follows the surface of the friction roll (1) up to the nip (3).
     
    5. A device according to claim 4, characterised in that the guide surface (80) is the surface of an endless belt (8).
     
    6. A device according to any of claims 1 to 5, characterised in that the guide surface (50 ; 80) is pressed against the outer surface (10) of the friction roll (1).
     
    7. A device according to any of claims 1 to 6, characterised in that the moving guide surface (50) is followed by a stationary guide surface (60).
     
    8. A device according to claim 7, characterised in that the stationary guide surface (60) extends into the nip (3).
     
    9. A device according to claim 7 or 8, characterised in that the stationary guide surface (60) is disposed at a distance from the moving guide surface (50).
     
    10. A device according to any of claims 7 to 9, characterised in that the stationary guide surface (60) has bores (61) leading to atmosphere.
     
    11. A device according to any of claims 7 to 10, characterised in that the edge (62) of the stationary guide surface (60) facing the moving guide surface (50) is rounded.
     
    12. A device according to any of claims 7 to 11, characterised in that the stationary guide surface (60) is disposed at a distance from the friction roll (1
     
    13. A device according to any of claims 1 to 12, characterised in that fibres are fed to the collecting groove (4) in the longitudinal direction thereof.
     
    14. A device according to any of claims 1 to 13, characterised in that the friction roll (1) has a negative-pressure region (I, II) which, as considered in the direction of rotation, begins in front of the collecting groove (4) and extends into the nip (3).
     
    15. A device according to claim 14, characterised in that the negative-pressure region of the friction roll (1) is divided in the peripheral direction into at least two portions (I, II) having different suction effects.
     
    16. A device more particularly according to claim 15, characterised in that at least one of the friction rolls (1 ; 2) has a portion (I) at higher negative pressure in the nip (3) in the region of the yarn-forming zone.
     
    17. A device according to claim 16, characterised in that the friction roll (1) rotating into the nip has a portion (I) at higher negative pressure.
     
    18. A device according to claim 16 or 17, characterised in that the portion (I) is between 4 and 8 mm wide.
     
    19. A device according to claim 16 or 17, characterised in that portion (I) is 6 mm wide.
     
    20. A device according to claims 16 to 19, characterised in that the middle of portion (I) lies in the plane (A) joining the axes of the friction rolls (1 ; 2).
     
    21. A device according to claims 16 to 19, characterised in that the middle of the portion (I) lies peripherally at a distance from the plane (A) joining the axes of the friction rollers (1 ; 2) on the side remote from the nip (3).
     
    22. A device according to claims 16 to 21, characterised in that, in the case of the friction roll (1) rotating into the nip (3), the portion (I) is followed by a lower negative-pressure portion (II) for conveying the fibres into the yarn-forming zone.
     
    23. A device according to claims 16 to 19, characterised in that the portion (I) extends about 1 mm beyond the plane (A) joining the axes of the friction rolls (1 ; 2) towards the side remote from the nip (3).
     


    Revendications

    1. Dispositif de filature à fibres libérées comportant deux rouleaux de friction qui sont entraînés dans le même sens, forment un coin de filage et dont au moins le rouleau de friction qui, en tournant, entre dans le coin de filage est conçu comme rouleau aspirant et transporte le matériau, constitué par les fibres amenées sur sa surface latérale, dans le coin de filage où les fibres subissent ensemble une torsion pour en faire un filé, dispositif caractérisé en ce qu'à une certaine distance du coin (3) de filage est prévue, pour le matériau, constitué des fibres amenées, une gorge (4) de collecte, qui est formée par la surface latérale (10) du rouleau (1) de friction qui, en tournant, entre dans le coin de filage, et par une surface (50 ; 80) mobile de guidage dont la vitesse périphérique dans la gorge (4) de collecte a la même direction et le même sens que la vitesse périphérique du rouleau (1) aspirant.
     
    2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la gorge (4) de collecte est formée par un rouleau (5) extrêmement voisin du rouleau (1) de friction.
     
    3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que la surface (50 ; 80) de guidage, au fond de la gorge (4) de collecte, porte sur la surface latérale (10) du rouleau (1) de friction.
     
    4. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que la surface (80) de guidage suit la surface du rouleau (1) de friction jusque dans le coin (3) de filage.
     
    5. Dispositif selon la revendication 4, caractérisé en ce que la surface (80) de guidage est la surface d'une bande (8) sans fin.
     
    6. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que la surface (50 ; 80) de guidage est pressée contre la surface latérale (10) du rouleau (1) de friction.
     
    7. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'en aval de la surface (50) mobile de guidage est disposée une surface (60) fixe de guidage.
     
    8. Dispositif selon la revendication 7, caractérisé en ce que la surface (60) fixe le guidage va jusque dans le coin (3) de filage.
     
    9. Dispositif selon la revendication 7 ou 8, caractérisé en ce que la surface (60) fixe de guidage est disposée à une certaine distance de la surface (50) mobile de guidage.
     
    10. Dispositif selon l'une des revendications 7 à 9, caractérisé en ce que la surface (60) fixe de guidage présente des perçages (61) qui rejoignent l'atmosphère.
     
    11. Dispositif selon l'une des revendications 7 à 10, caractérisé en ce que l'arête (62), côté surface (50) mobile de guidage, de la surface (60) fixe de guidage est arrondie.
     
    12. Dispositif selon l'une des revendications 7 à 11, caractérisé en ce que la surface (60) fixe de guidage est disposée à une certaine distance du rouleau (1) de friction.
     
    13. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que l'amenée des fibres dans la gorge (4) de collecte se fait dans la direction longitudinale de la gorge (4) de collecte.
     
    14. Dispositif selon l'une des revendications 1 à 13, caractérisé en ce que le rouleau (1) de friction présente une zone (I, II) en dépression qui, dans le sens de la rotation, commence en avant de la gorge (4) de collecte et va jusque dans le coin (3) de filage.
     
    15. Dispositif selon la revendication 14, caractérisé en ce que la zone en dépression du rouleau (1) de friction est divisée, dans la direction périphérique, en au moins deux portions (I, II) d'effet aspirant différent.
     
    16. Dispositif, en particulier selon la revendication 15, caractérisé en ce que, dans le coin (3) de filage, dans la zone de formation du filé, au moins l'un des rouleaux (1 ; 2) de friction présente une portion (I) de dépression forte.
     
    17. Dispositif selon la revendication 16, caractérisé en ce que le rouleau (1) de friction qui, en tournant, entre dans le coin de filage, présente une portion (I) de dépression plus forte.
     
    18.- Dispositif selon la revendication 17, caractérisé en ce que la portion (I) a une largeur valant entre 4 et 8 mm.
     
    19. Dispositif selon la revendication 16 ou 17, caractérisé en ce que la portion (I) a une largeur de 6 mm.
     
    20. Dispositif selon la revendication 16 à 19, caractérisé en ce que le milieu de la portion (I) se trouve dans le plan (A) qui contient les axes des rouleaux (1 ; 2) de friction.
     
    21. Dispositif selon la revendication 16 à 19, caractérisé en ce que le milieu de la portion (I) se trouve, dans la direction périphérique, éloigné du plan (A) qui contient les axes des rouleaux (1 ; 2) de friction, du côté opposé au coin (3) de filage.
     
    22. Dispositif selon les revendications 16 à 21, caractérisé en ce que, pour le rouleau (1) de friction qui, en tournant, entre dans le coin (3) de filage, à la portion (I) se raccorde une portion (II) de dépression plus faible pour le transport des fibres dans la zone de formation des filés.
     
    23. Dispositif selon les revendications 16 à 19, caractérisé en ce que la portion (I) s'étend d'environ 1 mm au-delà du plan (A) qui contient les axes des rouleaux (1, 2) de friction, du côté opposé au coin (3) de filage.
     




    Zeichnung