[0001] Die Erfindung betrifft eine Elektrodenstruktur für eine elektrochemische Membranzelle
mit beiderseits einer Membran angeordneten ebenen Elektrodenstruktur, wobei wenigstens
die anodische Elektrodenstruktur über metallische Abstandshalter mit einem als Stromverteiler
dienenden Träger aus Metallblech verbunden ist.
[0002] Eine elektrolytische Zelle, die nach dem Membranverfahren arbeitet, ist aus der EP-OS
55 930 bekannt. Sie wird im folgenden auch als Membranzelle bezeichnet. Der eigentliche
Elektrodenaufbau ist beispielsweise anhand der DE-OS 36 25 506 näher erläutert, in
der eine folienartige Membran mit beidseitig anliegenden Elektroden beschrieben ist.
Weiterhin ist aus der DE-PS 35 19 272 eine für Membranzellen geeignete Elektrodenstruktur
bekannt, die einen als Stromverteiler dienenden Träger aus Metallblech aufweist, auf
der eine Vielzahl plattenförmiger Elektrodenteile eine Lamellenstruktur mit ebener
Oberfläche bilden, die direkt an die Membran gepreßt wird.
[0003] Als problematisch erweist sich bei den bekannten Elektrodenstrukturen die durch metallische
Abstandshalter bzw. Erhebungen des Trägers hergestellte feste mechanische Verbindung
zwischen dem als Stromverteiler dienenden Träger aus Metallblech und den plattenförmigen
aktiven Elektrodenteilen, welche im Falle der Reaktivierung oder Reparatur der Elektroden
voneinander getrennt werden müssen. Dies erfolgt in der Regel durch mechanische Trennverfahren,
wie Fräsen, Bohren oder Schleifen. Nach der Reaktivierung wird die Elektrodenfläche
wieder mit dem Stromverteiler über Abstandshalter durch Verschweißen elektrisch und
mechanisch fest verbunden.
[0004] Aufgrund der mit der Reaktivierung oder Reparatur verbundenen aufwendigen mechanischen
Arbeiten entstehen verhältnismäßig lange Ausfallzeiten der Elektrolyse-Anlage sowie
verhältnismäßig hohe Transportkosten, da die gesamten Elektrodenstrukturen vom Kunden
zum Hersteller zurückgeliefert werden müssen.
[0005] Aus der US-PS 4 149 956 ist eine Anodenstruktur für Elektrolysezellen mit horizontal
angeordneten Elektroden bekannt, bei der die aus Ventilmetall bestehenden aktiven
Anodenteile mittels ihrer Stromverteiler an Stromzuleitern über eine lösbare Verbindung
durch Verschraubung angeschlossen sind.
[0006] Derartige Verbindungen lassen sich nicht auf Membranzellen übertragen.
[0007] Die Erfindung stellt sich die Aufgabe, eine bei Membranzellen einsetzbare Elektrodenstruktur
zu schaffen, die leicht abnehmbare aktive Elektrodenflächen aufweist, die ohne besonderen
mechanischen Aufwand von ihren Trägern demontierbar sind, aber dennoch im Betriebszustand
eine gute Stromübertragung ermöglichen.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs
1 gelöst.
[0009] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Gegenstandes der Erfindung sind den Unteransprüchen
zu entnehmen.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform ist auf dem als Stromverteiler dienenden Träger
wenigstens eine als Abstandshalter dienende Klammer mit einem U-förmigen Querschnitt
mit zusammenlaufenden Schenkeln angeordnet, die im Bereich ihrer freien Enden wieder
auseinandergebogen sind, wobei die Enden dieser Schenkel sich auf der dem Träger abgewandten
Seite öffnen; die Klammer ist mit dem Träger elektrisch leitend und mechanisch fest
verbunden. In diese Klammer greift eine kammartige Erhebung der Elektrodenplatte ein,
die senk- recht zu deren Plattenebene angeordnet ist. Die kammartige Erhebung wird
durch eine umgebogene Kante der Elektrodenplatte gebildet.
[0011] Die Klammern weisen an ihren Enden Kontaktflächen auf, die parallel zu den ebenen
Elektrodenflächen verlaufen. Beim Betrieb einer solchen Elektrodenanordnung wird
die Elektrodenfläche durch die Klemmhalterung fixiert und kontaktiert. Zusätzlich
wird durch den Druck über die Zellenmembran die Elektrodenfläche gegen die Kontaktflächen
der Klemmhalterung angedrückt. Der Träger besteht aus Metallblech mit einer Dicke
im Bereich von 0,4 bis 3 mm.
[0012] Als besonders vorteilhaft erweist sich die Möglichkeit, bei Reaktivierung oder Reparatur
von Elektrodenteilen diese vor Ort von dem Träger durch Herausziehen zu trennen und
mittels vorliegender Reserveelektrodenteile den Träger erneut zu bestücken, so daß
keine längeren Ausfallzeiten der Elektrolyseanlage durch Entnahme zu reaktivierender
Elektroden bzw. Elektrodenteile entstehen können. Da nur noch die aktiven Elektrodensegmente
zu behandeln sind, reduzieren sich die üblichen Lager- und Transportkosten auf ein
Minimum.
[0013] Im folgenden ist der Gegenstand der Erfindung anhand der Figuren 1a, 1b, 2a und 2b
näher erläutert.
Figur 1a zeigt Träger- und Elektrodenteil vor dem Zusammenfügen in der Klemmhalterung,
Figur 1b zeigt eine zusammengefügte Klemmhalterung mit ausschnittsweise dargestellter
Elektrodenplatte und Träger,
Figur 2a zeigt eine lösbare Klemmhalterung aus einer zylindersymmetrischen Hülse mit
Längsschlitzen, die auf ihrer Innenseite eine kegelstumpfartige Verjüngung zur Aufnahme
eines kegelstumpfförmigen Endes eines als starres Teil ausgebildeten Bolzens aufweist,
Figur 2b zeigt als weiteres Element, eine ebenfalls mit Längsschlitzen ausgebildete
Hülse, deren äußere Fläche kegelstumpfartig ausgebildet ist und auf die eine starre
Hülse mit ebenfalls kegelstumpartig ausgebildeter Innenfläche aufschiebbar ist.
[0014] Gemäß Figur 1a besteht die Klemmhalterung aus einer mit dem Träger 1 durch Schweißpunkte
2 fest verbundenen Klammerfeder 3 mit U-förmigem Querschnitt und zusammenlaufenden
Schenkeln 4, 5, die im Bereich ihrer freien Enden wieder auseinandergebogen sind und
in Kontaktflächen 14 enden; die Kontaktflächen 14 verlaufen parallel zur Ebene des
Trägers 1. Gemäß Figur 1a sind zwei Reihen mit jeweils drei solcher Klammerfedern
versehen, wobei der zwischen den Schenkeln 4 und 5 angeordnete Mittelstreifen 6 über
senkrecht angeordnete Streifen 7 und parallel zur Ebene des Trägers 1 angeordnete
Befestigungsstege 8 verbunden ist. Die Befestigungsstege 8 sind durch Schweißpunkte
2 mit dem Träger 1 verbunden. Mittelstreifen 6, Streifen 7 und Befestigungsstege 8
bilden einen mäanderförmig durchlaufenden Streifen mit Erweiterungen im Bereich der
Schenkel 4, 5, der aus elastischem Metall gestanzt und entsprechend gebogen ist.
[0015] Oberhalb des Trägers 1 ist ein Teil der Elektrodenplatte 10 dargestellt, die im vorliegenden
Fall aus drei Teilplatten 11 besteht, von denen die beiden äußeren Teilplatten ebenso
wie der darunter liegende Träger 1 zwecks besserer Übersicht nicht vollständig bzw.
mit einer Lücke dargestellt sind. Die Teilplatten 11 weisen an ihren Rändern jeweils
rechtwinklig abgewinkelte Kanten 12 auf, die so angeordnet sind, daß die Oberfläche
der Elektrodenplatte 10 eine durchgehende Ebene bildet. Die Kanten 12 bilden in Form
einer kammartigen Erhebung den starren Teil 13 der lösbaren Klemmhalterung.
[0016] Figur 1b zeigt in einer ausschnittsweisen Darstellung, wie die zu einem Teil 13 zusammengefaßten
Kanten der Teilplatten 11 in das offene Ende der Klammerfeder 3 eingeführt sind und
durch eine kraftschlüssige Verbindung zwischen Klammerfeder 3 und starrem Teil 13
festgehalten werden. In der Praxis wird der starre Teil 13 der Elektrodenplatte soweit
in die Klammerfeder 3 eingeführt, bis die Flächen 14 der Schenkel 4, 5 und die Unterseite
der Elektrodenplatte bis zum Anschlag an den Träger 1 herangeführt ist.
[0017] Die Elektrodenplatte kann beispielsweise aus einem jalousieartig aufgeschlitzten
Blech bestehen. Es ist jedoch auch möglich, andere Elektrodenarten, wie z. B. Draht,
Netze, Streckmetall, lamellenartig angeordnete Flachprofile, vorzusehen. Der Träger
1 bildet dabei in der Praxis eine Art Elektrodenwanne, die zusammen mit dem entsprechend
ausgeführten Träger der Gegenelektrode einen abgeschlossenen Raum bildet, der durch
die Membran in zwei Elektrolyt-Teilräume, d. h. in einen Anolytraum und Katholytraum
aufgeteilt wird. Dabei sind die beiden Träger jeweils einer Zelle durch die Membran
bzw. zusätzliche Dichtungen elektrisch voneinander getrennt. Die Elektrolyträume
sind mit eigenen Flüssigkeitszufuhr- und -abfuhröffnungen versehen, wobei der Anolytraum
an den Solekreislauf angeschlossen ist,während dem Katholytraum Wasser zugeführt wird.
Weiterhin sind Mittel zur Abführung des erzeugten Chlor- bzw. Wasserstoffgases aus
Anolyt- bzw. Katholytraum vorgesehen. Als Materialien dienen auf der Kathodenseite
Stahl- bzw. federharte Nickellegie- rungen, während auf der Anodenseite Titan mit
guten Federeigenschaften bzw. Titanlegierungen eingesetzt werden. Die als starrer
Teil 13 des Federsystems dienenden Kanten 12 der Teilplatten 11 können dabei Einschnitte
bzw. Zwischenräume aufweisen, um trotz der Toleranzen eine möglichst gute Kontaktierung
im Bereich der Klammerfeder zu erzielen. Die Zahl der Klammerfedern hängt dabei im
wesentlichen von der Größe der Elektrodenplatten ab. Bei kleinen Elektrodenplatten
ist es möglich, mit einer einzigen Klammerfeder auszukommen.
[0018] In Figur 2a ist eine weitere Version der Klemmhalterung dargestellt, in der der mit
dem Träger verbundene Teil 3′ einen federnden Bereich in Form einer Hülse aufweist,
welche mit bis an ihre Öffnung reichenden Längsschlitzen 15 versehen ist und sich
auf der dem Träger abgewandten Seite befindet. Die Hülse weist auf den ihre Innenseite
bildenden Mantelsegmenten 16 eine von der Öffnung 17 ausgehende kegelstumpfartige
Verjüngung auf, wobei im Bereich der Öffnung 17 eine durch die Längsschlitze 15 unterbrochene
Ringnut 18 vorgesehen ist. Die Hülse ist mit dem nur ausschnittsweise dargestellten
Träger 1 elektrisch leitend und mechanisch fest verbunden.
[0019] In die Hülse des mit dem Träger verbundenen Teils 3′ der Klemmhalterung ist ein bolzenartiger
Bereich des starren Teils 13′ einführbar, der mit einem kegelstumpfförmig verjüngten
Ende 20 versehen ist. Der starre Teil 13′ ist an seinem erweiterten Ende mit einer
nur ausschnittsweise dargestellten Elektrodenplatte 10 elektrisch leitend und mechanisch
fest verbunden. Im Übergangsbereich zwischen dem kegelstumpfförmigen Ende 20 und dem
zylindrischen Teil des starren Teils 13′ befindet sich ein umlaufender Ringflansch
21, welcher bei Einführung des Endes 20 in die Hülse in der umlaufenden Ringnut 18
arretiert wird. Nach der Arretierung ist aufgrund der Wechselwirkung zwischen den
beiden kegelstumpfförmigen Flächen von starren und federndem Teil die Verbindung äußerst
stabil und beispielsweise durch Zugkraft kaum mehr zu lösen. Die in Figur 2a dargestellte
Klemmhalterung kann beispielsweise bei kleinen Elektrodenflächen als einzige Klemmhalterung
ausgeführt sein. Es ist jedoch auch möglich, sie entsprechend dem anhand der Figuren
1a und 1b erläuterten Beispiel in einer Vielzahl einzusetzen.
[0020] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gegenstandes ist anhand der Figur
2b erläutert. In dieser Ausführungsform weist der mit dem Träger verbundene Teil
3˝ als federnder Bereich eine Hülse auf, die auf ihrer Außenseite mit einer in Richtung
ihrer Öffnung 17 verlaufenden kegelstumpfartigen Verjüngung aus Mantelsegmenten 16˝
versehen ist. Der äußere Rand der Öffnung 17 ist als ein durch Längsschlitze 15 unterbrochener
Ringflansch 22 ausgebildet. Der federnde Teil 3˝ ist mit seinem der Öffnung 17 entgegengesetzten
Ende 26 mit dem nur ausschnittsweise dargestellten Träger 1 elektrisch leitend und
mechanisch fest verbunden.
[0021] Der als starrer Teil 13˝ ausgebildete Bereich der Klemmhalterung ist mit einem bolzenartigen
Bereich versehen, der auf die Mantelsegmente 16˝ aufschiebbar ist. Der bolzenartige
Bereich weist auf seiner Innenseite 23 eine vom offenen Ende 24 ausgehende kegelstumpfartige
Verjüngung auf. Im Übergangsbereich zwischen der Verjüngung der Innenseite 23 und
einem Hohlzylinder im starren Teil 13˝ befindet sich eine umlaufende Ringnut 25, in
welcher der Ringflansch 22 beim Aufsetzen arretierbar ist. Zur besseren Übersicht
sind in Figur 2b sowohl die Hülse des starren Teils 13˝ als auch die Elektrodenplatte
10 nur bruchstücksweise dargestellt.
[0022] Auch bei dieser Anordnung erweist sich die Verbindung nach Arretierung des Ringflansches
22 in der Ringnut 25 als äußerst stabil, wobei ebenfalls die Wechselwirkung der beiden
kegelstumpfförmigen Flächen die Pressung verstärkt. Die Elektrodenstruktur, d. h.
Elektrodenform der Figuren 2a, 2b können entsprechend den Ausführungen zu den Figuren
1a, 1b gestaltet werden; das gleiche trifft für die eingesetzten Materialien zu. Die
Arretierung ist vor der Reaktivierung der aktiven Elektrodenteile durch Hilfswerkzeuge,
wie beispielsweise Schraubenzieher zu lösen. Nach der Erfindung lassen sich die Folgekosten
im langfristigen Betrieb von Membranzellen erheblich senken, da das Lösen und Wiedereinbauen
der aktiven Elektrodenflächen ohne Probleme schnell, schonend und kosten- günstig
durchgeführt werden kann.
1. Elektrodenstruktur für eine elektrochemische Membranzelle mit beiderseits einer
Membran angeordneten ebenen Elektrodenstruktur, wobei wenigstens die anodische Elektrodenstruktur
über metallische Abstandshalter mit einem als Stromverteiler dienenden Träger aus
Metallblech verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstandshalter in Form
einer Klemmhalterung ausgebildet sind, die aus einem federnden Teil (3, 3′, 3˝) und
einem im wesentlichen starren Teil (13, 13′, 13˝) besteht, wobei jeweils der federnde
Teil mit dem Träger (1) unverrückbar verbunden ist.
2. Elektrodenstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mit dem Träger
verbundene Teil eine Klammerfeder (3) mit u-förmigem Querschnitt aufweist, wobei
die freien Endbereiche ihrer Schenkel (4, 5) zu einer Kontaktfläche (14) umgebogen
sind.
3. Elektrodenstruktur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der starre
Teil (13) in Form einer kammartigenn Erhebung vom ebenen Elektrodenteil absteht.
4. Elektrodenstruktur nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das ebene Elektrodenteil
als Elektrodenplatte (10) ausgebildet ist und die kammartige Erhebung aus wenigstens
einer umgebogenen Kante (12) einer Elektrodenplatte besteht, die bis zum Anschlag
auf die Kontaktflächen (14) in die Klammerhaltung eingeschoben ist.
5. Elektrodenstruktur nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Elektrodenplatte
(10) aus mehreren Teilplatten (11) besteht, deren einander benachbarte Kanten (12)
die kammartige Erhebung bilden, welche in die Klemmhalterung eingeführt ist.
6. Elektrodenstruktur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der mit dem Träger
(1) verbundene Teil (3′,3˝) einen federnden Bereich in Form einer Hülse aufweist,
die mit Längsschlitzen (15) versehen ist und sich auf der dem Träger (1) abgewandten
Seite befindet.
7. Elektrodenstruktur nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der starre Teil
einen bolzenartigen Bereich aufweist, der in die Hülse eingreift.