(19)
(11) EP 0 318 910 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
07.06.1989  Patentblatt  1989/23

(21) Anmeldenummer: 88119867.5

(22) Anmeldetag:  29.11.1988
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4D04B 21/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH ES FR GB GR IT LI NL SE

(30) Priorität: 02.12.1987 DE 3740809

(71) Anmelder: SCHWEIZERISCHE GESELLSCHAFT FÜR TÜLLINDUSTRIE AG
CH-9542 Münchwilen (CH)

(72) Erfinder:
  • Kaufmann, Josef
    CH-9542 Münchwilen (CH)

(74) Vertreter: Blum, Rudolf Emil Ernst et al
c/o E. Blum & Co Patentanwälte Vorderberg 11
8044 Zürich
8044 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Technisches Flächengebilde aus Glas


    (57) Bei der Wirkware bestehen die in Längsrich­tung angeordneten durch Masche und Schlinge miteinander verbundenen Fäden (1,2) aus anorganischem Material, z.B. aus Glas.
    Die Wirkware wird mit zwei Legeschienen gelegt, wobei die erste Legeschiene abwechslungsweise Masche und Schlinge und die zweite Legeschiene gleichzeitig im ge­genteiligen Rhythmus legt.




    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine elasti­sche Wirkware gemäss dem Oberbegriff des Anspruches 1.

    [0002] Aus der Wirktechnick ist es bekannt, Textilien herzustellen, die aus zwei Garnsystemen erzeugt werden, sowie entsprechend der Bildung der Maschen und/oder der Verwendung von elastischen Garnen in mindestens einer Richtung elastisch sind. Derartige aus Natur- und/oder Kunststoffgarn hergestellte Wirkwaren sind für technische Zwecke nicht immer geeignet, insbesondere dann, wenn die technische Wirkware einer höheren Temperatur ausgesetzt ist, wodurch die Wirkware mindestens teilweise zerstört werden kann.

    [0003] Um Wirkware für derartige Zwecke herstellen zu können, wurden von der Anmelderin Versuche mit Glasfäden unternommen. Die Versuche haben ergeben, dass bei Tricot- und Fransenle­gungen mit Glasfäden die Wirkware ein schlechtes Rückbil­dungsvermögen, ein unregelmässiges Warenbild und einrol­lende Warenränder aufweist.

    [0004] Ziel der vorliegenden Erfindung ist eine elasti­sche Wirkware zu schaffen, welche die obengenannten Nach­teile nicht aufweist und in allen Richtungen gleichblei­bend elastisch ist.

    [0005] Diese Ziel wird erfindungsgemäss mit dem kenn­zeichnenden Merkmal des Patentanspruches 1 erreicht.

    [0006] Die mit der Erfindung erzielbaren Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen, dass die Wirkware ein gu­tes Rückbildungsvermögen sowie flache, nicht einrollende Warenränder aufweist. und durch die Beweglichkeit der Ma­schen innerhalb des Gewirkes eine gute Verformbarkeit auf­weist.

    [0007] Im folgenden wird die Erfindung anhand der bei­liegenden Zeichnungen erläutert. Es ziegen:

    Figur 1 ein Warenbild eines bevorzugten Aus­führungsbeispiels der erfindungsgemässen Wirkware, und

    Figur 2 einen Teil des in Figur 1 dargestellten Warenbildes.



    [0008] Wie Aus Figur 1 ersichtlich ist, sind bei der in Rede stehenden Wirkware ein erster Glasfaden 1 abwechs­lungsweise als Masche und Schlinge und ein zweiter Glas­faden 2 abwechslungsweise als Schlinge und Masche gebil­det. Somit wird durch den jeweiligen Glasfaden nur in je­der zweiten Maschenreihe eine Masche gebildet. Die Kreu­zungsstelle 3 der Masche liegt ebenfalls nur in jeder zwei­ten Maschenreihe und die hinterste Stelle 4 des Maschen­kopfes liegt bezüglich der Kreuzungsstelle um eine Ma­schenreihe versetzt. Dadurch, dass nur in jeder zweiten Maschenreihe eine Masche gebildet wird, haben diese einen grösseren Freiraum und sind beweglich. Diese Eigenschaft wird erfindungsgemäss durch den Winkel der Maschenschen­kel bestimmt.

    [0009] In Figur 2 ist dieser Winkel an einer durch den Glasfaden 2 gebildeten Masche dargestellt. Der Schenkel­winkel wird durch die lage der hintersten Stelle 4 des Maschenkopfes bezüglich der Kreuzungsstelle bestimmt. Legt man ein Koordinatenkreuz so an, dass der Nullpunkt in der Kreuzungsstelle liegt und die Ordinate mit der Längsrichtung des Gewirkes zusammenfällt, so beträgt der Winkel einer Geraden durch die hinterste Stelle 4 des Ma­schenkopfes im dargestellten Beispiel 45°. Es wird darauf hingewiesen, dass dieser Winkel in einem Bereich von 20-75° variieren kann, um eine dem Anwendungszweck entsprechende Elastizität zu erzielen.

    [0010] Die vorstehend beschriebene Wirkware wird mittels zwei Legeschienen hergestellt. Dabei legt die erste Lege­schiene Masche und Schlinge abwechslungsweise und die zwei­te Legeschiene gleichzeitig im gegenteiligen Rhythmus, wo­bei die Fäden mit vorbestimmter Spannung zugeführt werden. Die gelegten Maschen und Schlingen stehen aufgrund der Steifheit des Glasgarnes unter Spannung.

    [0011] Die Schenkel der Maschen werden so auseinanderge­drückt und die Maschen und Schlingen ineinandergeschoben. In dieser Position können sich die Fäden entspannen.

    [0012] Die gute Verformbarkeit der vorstehend beschrie­benen Wirkware ergibt sich insbesondere aus der Beweglich­keit der Maschen innerhalb des Gewirkes.

    [0013] Es ist daher möglich, die Wirkware in alle Rich­tungen zu verformen.

    [0014] Diese Möglichkeit ist insbesondere vorteilhaft bei einer bevorzugten Anwendungsform der Wirkware als Ein­lage für Verbundwerkstoffe. Da die Wirkware nicht ein­rollt, kann diese problemlos zugeschnitten und in die je­weilige Form eingelegt werden.


    Ansprüche

    1. Elastische Raschelwirkware bei der die in Längs­richtung angeordneten Fäden durch Masche und Schlinge mit­einander verbunden und Masche und Schlinge abwechslungs­weise nach dem Rapport L1:2-0/4-4 //, L2: 0-0/2-4 // ge­legt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden (1,2) aus Einfach- oder Mehrfachgarn aus Glas bestehen, um ein hochelastisches Gewirke zu erhalten.
     
    2. Raschelwirkware nach Anspruch 1, dadurch ge­kennzeichnet, dass die Fäden (1,2) aus Zwirn bestehen.
     
    3. Raschelwirkware nach Anspruch 1, dadurch ge­kennzeichnet, dass die Maschen bezüglich der Längsrich­tung geneigt ausgebildet sind, wobei der Winkel einer durch die Kreuzungsstelle (3) und der untersten Stelle (4) des Maschenkopfes verlaufenden Linie und der Längsrichtung der Raschelwirkware im Bereich von 20 bis 75 Grad liegt.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht