(19)
(11) EP 0 330 859 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.09.1989  Patentblatt  1989/36

(21) Anmeldenummer: 89101908.5

(22) Anmeldetag:  03.02.1989
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4B67D 5/32, F17D 3/01
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 03.03.1988 DE 3806898

(71) Anmelder: SCHERING AKTIENGESELLSCHAFT
D-59179 Bergkamen (DE)

(72) Erfinder:
  • Schirmacher, Manfred
    D-4709 Bergkamen (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Überwachungssystem


    (57) Der Betrieb einer lediglich temporär benutzten Verbindungs­leitung zwischen zwei einander beispielsweise gegenüberste­henden Rohrleitungen, die jeweils durch ferngesteuerte Ab­sperrorgane verschließbar sind, stellt mit Hinblick auf Verwechslungsmöglichkeiten bei der Wahl der Anschlüsse so­wie auf den Zustand der Verbindungsleitung ein Sicherheits­risiko und ein Automatisationshemmnis dar. Beim erfindungs­gemäßen Überwachungssystem ist die Verbindungsleitung (3) elektrisch leitfähig ausgebildet und stellt ein Element eines geschlossenen Stromkreises dar, welcher durch die Endstücke (7) von Rohrleitungen (1, 19′) und eine Über­wachungseinrichtung (21) komplettiert wird. Die Überprüfung der Verknüpfung zwischen den Rohrleitungen basiert auf einer Überprüfung der elektrischen Leitfähigkeit des genannten Stromkreises, wobei im Bedarfsfall in Abhängig­keit von dieser Überprüfung über eine Steuereinrichtung (12′) die Absperrorgane (10, 20′) der zu verknüpfenden Leitungen ge­öffnet werden bzw. in Störfällen automatisch geschlossen werden.


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Überwachungssystem entsprechend dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Bei der Benutzung der temporären Verbindungsleitungen zwischen zwei oder mehreren Rohrleitungen besteht insbe­sondere bei automatisiert betriebenen Anlagen das Prob­lem, festzustellen, ob bestimmte Rohrleitungsenden je­weils offen oder mit einem Schlauch gekuppelt sind. Dieses Problem stellt sich insbesondere dann, wenn in diesen Rohrleitungen umweltgefährdende, toxische oder brennbare Stoffe transportiert werden, deren unkontrol­liertes Austreten in die Umgebung in jedem Fall verhin­dert werden muß. Lediglich beispielhaft sei in diesem Zusammenhang die Beschickung einer Industrieanlage mit verschiedenen Flüssigkeiten aus unterschiedlichen Tank­lagern genannt, wobei die Verknüpfung der Rohrleitungen der Tanklager einerseits und derjenigen der Industrie­ anlage andererseits über flexible oder starre Verbindungs­leitungen hergestellt wird. Da die einzelnen Rohrleitungen mit ferngesteuerten Pumpen und Absperrorganen zusammenwir­ken, sind beim Anschließen der Verbindungsleitungen sowie bei der Förderung des Produktes aus den Tanklagern in die genannte Anlage zahlreiche Fehlhandlungen vorstellbar, die zum Teil ein beträchtliches Sicherheitsrisiko mit sich bringen.

    [0003] Es müssen in diesem Zusammenhang häufig nichtmetallische, elektrisch leitfähige Schläuche eingesetzt werden, um lokale elektrostatische Aufladungen zu verhindern. Hieraus kann eine weitere Gefahrenquelle durch den Be­triebszustand der Verbindungsleitungen selbst entstehen, die als Folge äußerer Einwirkungen beispielsweise erheb­lich beschädigt und damit in ihrer elektrischen Leitfähig­keit beeinträchtigt werden können.

    [0004] Aus der Tatsache, daß der Verknüpfungszustand der Enden der Rohrleitungen eines Tanklagers einerseits und der Enden einer Industrieanlage andererseits nicht zentral unmittelbar verfügbar ist, ergibt sich der weitere Nach­teil, daß zur Kontrolle der aus dem Tanklager transportier­ten Produktmengen jeder Pumpe ein Zähler zugeordnet wer­den muß, woraus sich ein bedeutender Kostenfaktor ergibt.

    [0005] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein Überwachungs­system für den Verknüpfungszustand zwischen wenigstens zwei Rohrleitungen der eingangs bezeichneten Gattung zu entwerfen, durch welches der Zustand der Verbindungs­leitungen zwischen den genannten Rohrleitungen einwand­frei überprüfbar ist und wobei aus dieser Überprüfung Sicherheitsfunktionen, die den Produktfluß über die temporäre Verbindung betreffen, abgeleitet werden. Gelöst ist diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Überwachungs­system durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1. Erfindungswesentlidh ist, daß ein geschlos­ sener elektrischer Stromkreis, der durch die Verbindungs­leitung beispielsweise einen flexiblen Verbindungssschlauch, die Enden der zu verknüpfenden Rohrleitungen und eine Über­wachungseinrichtung gebildet wird, zur Überprüfung des Betriebszustands der Verknüpfung herangezogen wird. Diese Überprüfung besteht im wesentlichen in einer Prüfung der elektrischen Leitfähigkeit einer Strecke, die durch das Ende der einen Rohrleitung, die Verbindungsleitung und das Ende der anderen Rohrleitung begrenzt wird. Erkennbar ist aus einer derartigen Überprüfung unmittelbar, ob überhaupt eine Verbindungsleitung angekuppelt ist bzw. ob die Verbindungsleitung gegebenenfalls beschädigt ist, sofern diese Beschädigung in einer Vermiderung der elek­trischen Leitfähigkeit zum Ausdruck kommt. Erfindungs­wesentlich ist ferner, daß von der genannten Überwachungs­einrichtung und ausschließlich durch diese eine Steuer­einrichtung aktiviert wird, durch welche die Absperrorgane der über die Verbindungsleitung zu verknüpfenden Rohr­leitungen geöffnet werden. Diese Verknüpfung zwischen der Überwachungs- und der Steuereinrichtung wird erfin­dungsgemäß dazu benutzt, daß vor der Öffnung der Absperr­organe automatisch eine Sic herheitsüberprüfung der Ver­knüpfung stattfindet, wobei eine Öffnung unterbleibt, wenn Störungen der dargestellten Art erkannt werden. Wesentlich ist hierbei ferner, daß auch während des laufenden Pro­duktflusses eine kontinuierliche Überwachung des Betriebs­zustands der Verknüpfung möglich ist, wobei wiederum bei plötzlich auftretenden Störungen ein selbsttätiges Schließen der an den Enden der Rohrleitungen angeordneten Absperrorgane ausgelöst wird.

    [0006] Aufgrund der Merkmale des Anspruchs 2 ist die elektrisch leitfähige Verbindungsleitung gegenüber den Rohrleitungen isoliert angeordnet. Gegebenenfalls können Widerstände zur Ableitung statischer Elektrizität vorgesehen sein, durch welche die genannten isolierten Verknüpfung der Verbin­ dungsleitung überbrückt werden. Es werden bei Anlegen einer Spannung an die eingangs genannte Strecke im Bereich der Endstücke definierte Potentialverhältnisse geschaffen, welche ein eindeutiges Erkennen von Störungen im Bereich jeder Verbindungsleitung ermöglichen.

    [0007] Die Merkmale des Anspruchs 3 bringen den Vorteil mit sich, daß die Rohrleigungsenden, die miteinander verknüpft sind, stets eindeutig identifieziert werden, woraus sich insbe­sondere bei automatisiert betriebenen Anlagen der Vorteil ergibt, daß der Verknüpfungszustand zwischen den unter­schiedlichen gruppen von Rohrleitungen beispielsweise in einer Schaltwarte stets genau verfügbar ist. Aufgrund dieser Information kann beispielsweise das Signal eines Zählers grundsätzlich auch unterschiedlichen Pumpen zu­geordnet werden. Aus der zentralen Verfügbarkeit des Verknüpfungszustands der Rohrleitungsenden ergibt sich der weitere Vorteil, daß Fehlverbindungen aufgrund von Verwechslungen schnell erkennbar sind, ein Gesichtspunkt, der insbesondere bei komplexen Anlagen von großer Bedeutung ist.

    [0008] Die Merkmale der Ansprüche 4 bis 6 sind auf unterschied­liche Varianten gerichtet, die sich im wesentlichen durch die Zahl der miteinander zu verknüpfenden Rohrlei­tungen unterscheiden. So kann beispielsweise die Identi­fizierung von zwei Leitungen durch die Polarität der an deren jeweilige Enden gelegten Gleichspannung bzw. die Richtung des durch diese sich in dem jeweiligen Strom­kreis ergebenden Stromes vorgenommen werden. Die Identifi­zierung einer bestimmten Verbindung wird somit anhand des jeweiligen Stromkreises in Verbindung mit der jewei­ligen Stromrichtung vorgenommen. Im allgemeinsten Fall hingegen, in dem einer ersten Gruppe von Leitungen eine zweite Gruppe von Leitungen gegenübersteht, findet erfin­ dungsgemäß ein zeitlich gestaffeltes Überprüfen der einzel­nen Stromkreise statt, wobei nunmehr die Identifizierung einer bestimmten Verbindung mittels des jeweiligen Strom­kreises in Verbindung mit einem Taktsignal erfolgt. Somit stehen - von dem einfachen Fall der Verbindung lediglich zweier Rohrleitungen abgesehen - stets zwei Parameter zur Identifizierung der jeweils gekuppelten Rohrleitungen zur Verfügung.

    [0009] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand der Zeichnungen schematisch wiedergegebenen Ausführungsbeispielen. Es zeigen:

    Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Überwachungs­systems mit lediglich zwei Rohrleitungen;

    Fig. 2 ein zweites Ausführungsbeispiel eines Überwachungs­systems, bei dem einer Rohrleitung fünf Rohrleitungen gegenüberstehen;

    Fig. 3 ein drittes Ausführungsbeispiel eines Überwachungs­systems, bei dem zwei Rohrleitungen sechs Rohrleitungen gegenüberstehen;

    Fig. 4 eine Darstellung des allgemeinsten Falles eines Überwachungssystems, bei dem zwei Gruppen von Rohrleitungs­systemen einander gegenüberstehen.



    [0010] Mit 1 ist in Fig. 1 eine Rohrleitung bezeichnet, welche an ihrem einen Ende mit einem Anschlußflansch 2 versehen ist. Es ist diese Rohrleitung 1 über eine Verbindungsleitung 3 an eine Rohrleitung 4 angeschlossen, die an ihrem, der Verbindungsleitung 3 zugekehrten Ende einen Anschlußflansch 5 aufweist. Die Verbindungs­leitung 3 weist an ihren beiden Enden Kupplungen 6 auf, welche die Verbindungsglieder zu Endstücken 7 bilden, die an ihren jeweiligen, den Rohrleitungen 1, 4 zugekehrten Enden Anschlußflansch 8 aufweisen.

    [0011] Die durch die Paarungen der Anschlußflansche 2, 8 bzw. 5, 8 gebildeten Flanschverbindungen sind elektrisch isolierend ausgestaltet, wobei zur Vermeidung lokaler elektrostati­scher Aufladungen Widerstände 9 vorgesehen sind, durch welche die Isolierflanschverbindungen überbrückt werden. Die Verbindungsleitung 3 in Verbindung mit den End­stücken ist im übrigen elektrisch leitfähig ausgebildet.

    [0012] Mit 10, 11 sind beispielsweise elektromagnetisch schalt­bare, an den Enden der Rohrleitungen 1, 4 angeordnete Absperr­organe bezeichnet, die mittels einer Steuereinrichtung 12 betätigbar sind.

    [0013] Mit 13 ist eine Überwachungseinrichtung bezeichnet, die über Leitungselemente 15, 15′ mit den beiden, jeweils den Rhorleitungen 1 bzw. 4 zugekehrten Endstücken elek­trisch in Verbindung steht. Es ergibt sich auf diese Weise ausgehend von der Überwachungseinrichtung 13 über das Leitungselement 15′, das erste Endstück 7, den Ver­bindungsschlauch 3, das zweite Endstück 7 sowie das Leitungselement 15 ein geschlossener Stromkreis. Die Überwachungseinrichtung 13, die im folgenden noch anhand ihrer Funktionen beschrieben werden wird, dient der Auf­prägung einer definierten Spannung auf diesen Stromkreis, wobei aus dessen Widerstand bzw. einem gemessenen Strom Information bezüglich des Bestehens oder Nichtbestehens einer geeigneten Verbindung zwischen den Rohrleitungen 1, 4 hergeleitet werden. Die bauteilmäßige Realisierung der Überwachungseinrichtung 13 ist beliebig, so daß auf diese im folgenden nicht näher eingegangen wird.

    [0014] Mit 14 ist eine der Spannungsversorgung dienende Leitung bezeichnet.

    [0015] Es steht die Überwachungseinrichtung 13 über eine Leitung 16 mit der Steuereinrichtung 12 in Verbindung. Eine elektrische Verbindung besteht auch zwischen der Steuer­einheit 12 und einer Anzeigeeinheit 17, welche praktisch beispielsweise de Monitor einer EDV-Anlage sein kann.

    [0016] Das in Fig. 1 gezeigte Überwachungssystem, welches der ferngesteuerten Betätigung der Absperrorgane 10, 11 und damit der Einleitung oder Unterbindung eines Produktflusses zwischen den Rohrleitungen 1, 4 unter Einhaltung bestimm­ter Sicherheitsvorkehrungen dient, kann räumlich verzweigt angeordnet sein. So können beispielsweise die Stuerein­richtung, die Überwachungseinrichtung sowie die Anzeige­einheit in einer Schaltwarte und damit in beträchtlicher Entfernung von den Rohrleitungen 1, 4 angeordnet sein. Wesentlich ist, daß ausgehend von dieser Schaltwarte über die Überwachungseinrichtung 13 ein Produktfluß eingeleitet werden kann, wobei über die Anzeigeeinheit 17 der Betriebs­zustand der Verbindung zwischen den Rohrleitungen 1, 4 nebst eventuellen Störungen angezeigt wird. Im folgenden soll kurz auf die Wirkungsweise dieses Überwachungssystems eingegangen werden.

    [0017] Bei der Einleitung eines auf die Herstellung eines Produkt­flusses gerichteten Steuerbefehls in die Überwachungsein­richtung 13 wird vor Abgabe eines entsprechenden Signals an die Stuereinrichtung 12 der obengenannte Stromkreis überprüft, wobei anhand dessen Gesamtwiderstandes unmittel­bar erkennbar ist, ob überhaupt eine Verbindung zwischen den Enden der Rohrleitungen 1, 4 besteht. Diese Wider­stands- bzw. Strommessung findet während eines definierten Zeitintervalls statt, nach dessen Ablauf, falls sich aus der Messung die Information ableiten läßt, daß die ge­nannte Verbindung besteht, über die Leitung 16 ein Signal der Steuereinrichtung 12 übertragen wird, durch welche diese veranlaßt wird, die beiden Absperrorgane 10, 11 in den Öffnungszustand umzusteuern. Während des nunmehr ein­setzenden Produktflusses bleibt das Überwachungssystem aktiviert, d.h. es wird insbesondere laufend überwacht, ob die anfangs festgestellte Verbindung zwischen den Rohrleitungen 1, 4 fortbesteht bzw. ob gegebenenfalls als Folge von Beschädigungen die elektrische Leitfähig­keit der Verbindungsleitung 3 beeinträchtigt ist, wodurch gegebenenfalls die Gefahr örtlicher elektrosta­tischer Ladungen auftreten könnte. In allen diesen Fällen wird über die Leitung 16 und die Steuereinrichtung 12 ein sofortiges Schließen der Absperrorgane 10, 11 veranlaßt und über Anzeigeeinheit 17 die Art der Störung signali­siert.

    [0018] Mit 18 ist ein Betätigungselement, beispielsweise ein Not-­Ausschalter bezeichnet, durch welchen der eigensicher ausgelegte ober bezeichnete Stromkreis im Bedarfsfall unterbrochen werden kann, wobei dieses Betätigungselement beispielsweise in der Nähe der Rohrleitung vorgesehen sein kann.

    [0019] Man erkennt aus den vorangegangenen Darstellungen bereits, daß ein Öffnen der Absperrorgane 10, 11 trotz eines der Über­wachungseinrichtung 13 übermittelten Steuerbefehls dann ausgeschlossen ist, wenn zwischen den Rohrleitungen 1, 4 tatsächlich keine Verbindung besteht. Darüber hinaus würde eine plötzlich auftretende Beschädigung der Ver­bindungsleitung 3 ein automatisches Schließen der Absperrorgane 10, 11 auslösen, sofern dieser Beschädigung eine hinreichende Änderung des elektrischen Widerstands ge­genübersteht.

    [0020] Bei den in den Zeichnungsfiguren 2 bis 4 dargestellten weiteren Ausführungsbeispielen, welche unterschiedliche Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen des Prinzips gemäß Fig. 1 wiedergeben, sind vergleichbare Funktions­elemente identisch bezeichnet, so daß auf eine wieder­holte Beschreibung verzichtet wird.

    [0021] Gemäß Fig. 2 kann eine Rohrleitung 1 mittels einer Verbindungsleitung 3 wahlweise mit einer aus der Gruppe von Rohrleitungen 19, 19′, 19˝, 19‴, 19˝˝ verbunden werden. Jeder Rohrleitung 19 bis 19˝˝ dieser Gruppe ist ein beispielsweise elektromagnetisch schaltbares Absperrorgan 20, 20′, 20˝, 20‴, 20˝˝ zugeordnet, welches über eine entsprechende Leitung mit einer Steuer­einrichtung 12′ in Wirkverbindung steht.

    [0022] Mit 21 ist eine Überwachungseinrichtung bezeichnet, die einerseits über ein Leitungselement 22 mit dem Endstück 7 der Rohrleitung 1 und andererseits über eine Gruppe von Leitungselementen 23 mit den Endstücken 7 der Rohrleitungen 19 bis 19˝˝ elektrisch in Verbindung steht. Im Verlauf eines jeden Leitungselementes der Gruppe 23 befindet sich ein Sensor 24, wobei diese Sensoren 24 ihrerseits über individuelle Leitungen 25 mit der Steuereinrichtung 12′ in Verbindung stehen. Diese Sensoren können praktisch beliebig ausgebildet sein - es handelt sich in jedem Fall um Funktionselemente, durch welche in Abhängigkeit von dem in der jeweiligen Leitung der Gruppe 23 fließenden elektrischen Strom ein dementsprechendes Signal an die Steuereinrichtung 12′ übertragen wird. Beispielsweise können die Sensoren als Relais- oder Transistorschalter ausgestaltet sein.

    [0023] Man erkennt, daß bei der in Fig. 2 gezeigten Konstellation von Rohrleitungen, bei welcher eine Rohrleitung 1 wahl­weise mit einer aus einer Gruppe von Rohrleitungen ausge­wählten Rohrleitungen verbunden werden kann, sich ein ge­schlossener Stromkreis entsprechend dem Ausführungsbei­spiel der Fig. 1 nur über die miteinander verbundenen Rohrleitungen, hier die Rohrleitungen 1 und 19′ ausbilden kann.

    [0024] Die Auslösung eines Produktflusses durch Öffnung von Ven­tilen erfolgt wie bei dem Ausführungsbeispiel der Fig. 1 über die Überwachungseinrichtung 21, durch welche zunächst der Kupplungszustand der Verbindungsleitung in der oben dargestellten Weise überprüft wird. Erst anschließend werden die Ventile, hier die Ventile 10 und 20′ mittels der Steuereinrichtung 12′ geöffnet. Eine Überwachung bleibt aufrechterhalten, so lange das Produkt fließt, so daß bei Beschädigungen der Verbindungsleitung, welche entsprechende Veränderungen in dessen elektrischer Leit­fähigkeit zur Folge haben, ein selbsttätiges Schließen der Absperrorgane ausgelöst wird.

    [0025] Über den Schaltzustand der Sensoren 24, welche als Bau­elemente beispielsweise in die Überwachungseinrichtung 21 integriert sein können, ergibt sich ein genaues Bild des Verknüpfungszustands zwischen den Rohrleitungen 1 und 19 bis 19˝˝. In Verbindung mit besonderen Zähleinrichtungen steht somit auch stets eine genaue Information betreffend die Zuordnung von zwischen beliebigen Rohrleitungspaaren übertragenen Produktmengen zur Verfügung. Insbesondere besteht aufgrund des bekannten Verknüpfungszustands die Möglichkeit, das Signal eines Zählers unterschiedlichen Rohrleitungen zuzuordnen.

    [0026] Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 besteht die Möglich­keit, zwei Rohrleitungen 26, 26′ einerseits in belie­biger Weise mit zwei einer Gruppe von Rohrleitungen 19 bis 19‴˝ mittels Verbindungsleitungen 3, beispiels­weise flexibler Verbindungsschläuche zu verknüpfen. Die Verknüpfung erfolgt in gleicher Weise wie bei den vorangestellten Ausführungsbeispielen, nämlich mittels Kupplungen 6 und Endstücken 7, welch letztere über elektrisch isoliert ausgebildete Flanschver­bindungen an die jeweiligen Rohrleitungen 26, 26′ einer­seits bzw. 19′, 19‴ andererseits angeschlossen sind. Die genannten Rhorleitungen 26, 26′ werden durch beispiels­weise elektromagnetisch schaltbare Absperrorgane 27, 27′ ab­geschlossen während jeder Rohrleitung der Gruppe von Rohr­leitungen 19 bis 19‴˝ ebenfalls ein elektromagnetisch schaltbares Absperrorgan 28 bis 28‴˝ zugeordnet ist.

    [0027] Auch bei dieser Konstellation von Rohrleitungen besteht das grundsätzliche Problem, Informationen betreffend den Verknüpfungszustand der Rohrleitungen in einer Schalt­zentrale verfügbar zu machen und darüber hinaus während eines Produktflusses den Zustand der Verbindungs leitungen zu überwachen.

    [0028] Mit 29, 30 sind Funktionselemente einer Überwachungsein­richtung bezeichnet, die über eine Leitung 14 mit einem gemeinsamen Netzanschluß in Verbindung stehen.

    [0029] Die Funktionselemente 29, 30 stehen jeweils über Leitungs­elemente 31, 32 mit den Endstücken 7 der Rohrleitungen 26, 26′ in elektrischer Verbindung.

    [0030] Mit 33 ist eine Gruppe von individuellen, jeweils einem Endstück 7 der Gruppe von Rohrleitungen 19 bis 19‴˝ zugeordneten elektrischen Leitungen bezeichnet, in deren Verlauf jeweils ein Sensor 34 angeordnet ist. Von jedem Sensor 34 führt eine erste Leitung 35 zu einer Steuerein­richtung 36 sowie zweite und dritte Leitungen 37, 37′ zu jeweils einem der Funktionselemente 29, 30. Eine mit 38 bezeichnete Gruppe individueller Leitungen führt von der Steuereinrichtung 36 zu den einzelnen Ventilen 28 bis 28‴˝.

    [0031] Die Unterteilung der Überwachungseinrichtung in die Funk­tionselemente 29, 30 dient dem Zweck, an die Endstücke 7 der Rohrleitungen 26, 26′ Spannungen unterschiedlicher Polarität zu legen. Die Sensoren 34 sind demzufolge Bau­teile, durch welche - jeweils bezogen auf eine elektrische Leitung der Gruppe 33 - festgestellt wird, ob in dieser ein elektrischer Strom fließt und welche Richtung dieser Strom aufweist. Aus dieser Information wird über die durch die Leitungen 35 gebildete Leitungsgruppe ein entsprechen­des Signal der Steuereinrichtung 36 zugeleitet, so daß durch diese sowohl die Absperrorgane 27, 27′ als auch - im hier gezeigten Ausführungsbeispiel - die Absperrorgane 28′ und 28‴ geöffnet werden, falls die Überprüfung der, im wesentli­chen durch die Verbindungsleitungen 3 sowie die Funktions­elemente der Überwachungseinrichtung 29, 30 gebildeten Stromkreise betreffend deren elektrische Leitfähigkeiten die Aussage zuläßt, daß eine Verknüpfung der Rohrleitungen 26, 26′ einerseits und 19′ und 19‴ andererseits besteht.

    [0032] Als Sensoren 34 können jegliche elektrische Bauelemente benutzt werden, durch welche die obengenannten Funktionen erfüllbar sind. So können hier beispielsweise wiederum Relaisschalter oder auch entsprechende Halbleiterschalt­kreise benutzt werden.

    [0033] Man erkennt, daß auch bei dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 3 aus der Schaltstellung der Sensoren 34 ein genaues Abbild des Verknüpfungszustands der Rohrleitungen 26, 26′ einerseits und 19 bis 19‴˝ andererseits verfügbar ist und daß während eines Produktflusses über dieser Verknüpfun­gen eine kontinuierliche Überwachung möglich ist.

    [0034] Das in Fig. 4 gezeigte Ausführungsbeispiel unterscheidet sich von demjenigen gemäß Fig. 3 lediglich darin, daß nunmehr drei Rohrleitungen 39, 39′, 39˝ über Verbindungsleitungen 3 mit drei Rohrleitungen aus einer Gruppe von Rohrleitungen 19 bis 19‴˝ zu verknüpfen sind. Mit 40, 40′, und 40˝ sind jeweils die in Rohrleitungen 39 bis 39˝ zugeordneten Absperrorgane be­zeichnet. Es ist das hier gezeigte Funktionsprinzip jedoch nicht auf drei Rohrleitungen 39 bis 39˝ beschränkt, sondern kann in weitem Rahmen auch zur Kombination einer er­sten Gruppe von n Rohrleitungen einerseits mit ausgewählten Rohr­leitungen aus einer zweiten Gruppe von m Rohrleitungen benutzt werden.

    [0035] Mit 41 ist wiederum eine Überwachungseinrichtung bezeichnet, die über eine Gruppe 42 von Leitungen mit den Endstücken 7 der Rohrleitungen 39, 39′ und 39˝ in elektrischer Ver­bindung steht. Mit 43 sind wiederum Sensoren bezeichnet, von denen in jeder Leitung der Gruppe 33 einer angeordnet ist und deren jeder mit einer Steuereinrichtung 44 in Verbindung steht. Diese Sensoren 43 dienen lediglich der Feststellung eines elektrischen Stromes in der jeweiligen Leitung und der Übertragung eines dieses anzeigenden Signales zu der Steuereinrichtung 44.

    [0036] Mit 45 sind weitere Sensoren bezeichnet, die jeweils einer, die Überwachungseinrichtung 41 mit den Endstücken 7 der Rohrleitungen 39, 39′, 39˝ verbindenden Leitungselementen zugeordnet sind. Das Überwachungssystem gemäß Fig. 4 ist entsprechend der Vielzahl der Rohrleitungen 39, 39′, 39˝ dahingehend ausgelegt, daß die Überprüfung der Verknüpfungen taktweise erfolgt, d.h. daß durch die Überwachungseinrich­tung 41 der Strom über die Verbindungsleitungen 3 zeit­lich gestaffelt übertragen wird. Die Sensoren 45 dienen demzufolge der Feststellung, daß auf der jeweiligen Lei­tung gerade ein "Überprüfungsstrom" übertragen wird, so daß über den jeweiligen Sensor 45 ein entsprechendes Taktsignal der Steuereinrichtung 44 übertragen wird. Das heißt die Identifizierung einer der jeweiligen Gruppe von Rohrleitungen 39 bis 39˝ erfolgt anhand dieses Takt­signals, so daß aus der Verbindung dieses Taktsignals mit dem über die Sensoren 43 übertragenen Signals ein Bild des Verknüpfungszustands der Rohrleitungen 39 bis 39˝ einerseits und 19 bis 19‴˝ andererseits gewinn­bar ist. Die praktische Realisierung dieses elektrischen Konzepts kann mittels an sich bekannter Bauteile ausge­führt werden, so daß hierauf nicht näher eingegangen wird. Die Wirkungsweise der Überprüfung der Verknüpfung vor der Einleitung eines Produktflusses sowie die Über­wachung während des Produktflusses läuft in gleicher Weise wie bei den vorangegangenen Ausführungsbeispielen ab.


    Ansprüche

    1. Überwachungssystem für den Verknüpfungszustand zwischen wenigstens zwei, mittels einer Verbindungsleitung (3) aneinander kuppelbarer, jeweils durch Absperrorgane (10, 11; 10, 20 bis 20˝˝; 27, 27′, 28 bis 28‴˝; 40 bis 40˝, 28 bis 28‴˝) endseitig verschließbarer Rohrleitungen (1, 4; 1, 19 bis 19˝˝; 26, 26′, 19 bis 19‴˝; 39 bis 39˝, 19 bis 19‴˝) dadurch gekennzeich­net, daß die Verbindungsleitung elektrisch leitfähig ausgebildet ist, daß über die Enden der zu kuppelnden Rohrleitungen, die Verbindungsleitung und eine Über­wachungseinrichtung (13, 21, 29, 30, 41) ein geschlossener Stromkreis gebildet wird, daß die Absperrorgane der Rohrleitungen durch eine ausschließlich durch die Über­wachungseinrichtung aktivierbare Steuereinrichtung (12, 12′, 36, 44) betätigbar sind und daß zumindest die Überwachungs­einrichtung mit Mitteln zur Erfassung des Betriebszustan­des des Stromkreises ausgerüstet ist.
     
    2. Überwachungssystem nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch metallische Endstücke (7), die an den Enden der zu kuppelnden Rohrleitungen isoliert angeordnet sind und die Anschlußstellen für den Stromkreis bilden, wobei an diesen Endstücken die Verbindungsleitung (3) angebracht ist.
     
    3. Überwachungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Verknüpfung einer ersten Gruppe von Rohrleitungen einerseits mit einer zweiten Gruppe von Rohrleitungen andererseits mittels Verbin­dungsleitungen (3), die Steuereinrichtung (12, 12′, 36, 44) und/oder die Überwachungseinrichtung (13, 21, 29, 30, 41) mit Einrichtungen zur Identifizierung der mit­einander verknüpften Rohrleitungen aisgerüstet sind.
     
    4. Überwachungssystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeich­net, daß die Einrichtungen zur Identifizierung der verknüpften Rohrleitungen der genannten beiden Gruppen Sensoren (24, 43, 45) umfassen, durch welche der Betriebszustand der Stromkreises erfaßbar ist, in den das Ende der jeweiligen Rohrleitungen eingebunden ist und daß die Steuereinrichtung (12′, 44) mit Mitteln zur Auswertung der von den Sensoren (24, 43, 45) über­tragenen Signale ausgerüstet ist.
     
    5. Überwachungssystem nach Anspruch 4, dadurch gekennzeich­net, daß die Überwachungseinrichtung (41) mit Mitteln zur zeitlich nacheinander erfolgenden Überprüfung der einzelnen Stromkreise ausgerüstet ist.
     
    6. Überwachungssystem nach Anspruch 1 oder 2, dadurch ge­kennzeichnet, daß bei der Verknüpfung einer ersten Gruppe von zwei Rohrleitungen (26, 26′) einerseits mit einer zweiten Gruppe von Rohrleitungen (19 bis 19 ‴˝) andererseits die Überwachungseinrichtung (29, 30) und/oder die Steuereinrichtung (36) mit Ein­richtungen zur Idenfizierung der mit einander ver­knüpften Rohrleitungen ausgerüstet sind, daß die genannten Einrichtungen aus Sensoren (34) bestehen, durch welche der Betriebszustand des Stromkreises er­faßbar ist, in den die Enden der jeweiligen Rohrlei­tungen der genannten zweiten Gruppe eingebunden ist, wobei durch die Sensoren (34) zumindest zwei elek­trische Parameter des jeweiligen Stromkreises fest­stellbar sind und wobei dementsprechende elektrische Signale der Überwachungseinrichtung übertragbar sind, und daß die Steuereinrichtung (36) mit Mitteln zur Auswertung der von den Sensoren übertragenen Signale ausgerüstet ist.
     




    Zeichnung
















    Recherchenbericht