[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Überwachungssystem entsprechend dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Die Handhabung umweltgefährdender Flüssigkeiten erfordert insbesondere beim Befüllen
transportabler Gefäße wie z.B. Tankwagen in Abhängigkeit von den besonderen Eigenschaften
der Flüssigkeit die Beachtung besonderer Sicherheitsvorkehrungen. Dies betrifft sowohl
die Zuverlässigkeit der Verbindungen zwischen ortsfesten, dem Befüllen dienenden Rohrleitungsanschlüssen
einerseits und dem Gefäß andererseits sowie den Befüllvorgang selbst, insbesondere
die Überwachung der Einhaltung eines maximalen Füllstandes innerhalb des Behälters.
[0003] Die bisher bekannten Systeme, nämlich Waagen, Zähler, Zapfpistolen oder dergleichen
gelten in zahlreichen Fällen unter anderem aufgrund von Schmutzablagerungen als nicht
hinreichend betriebssicher und erfassen außerdem nur jeweils Teilaspekte des genannten
Problems. Dies trifft auch für die an sich bekannten Überfüllsicherungen zu.
[0004] Bei den hier zur handhabenden Flüssigkeiten kann es sich beispielsweise um wassergefährdende,
brennbare Flüssigkeitsgemische, Säuren, Lösungsmittel und dergleichen handeln, welche
in Einzelfällen Korrosionsprobleme mit sich bringen, wodurch sich die Zuverlässigkeit
einer Verbindung zwischen einer Zapfstelle und einem Tankfahrzeug im Zeitablauf ändert.
Die Beachtung all dieser Sicherheitsvorkehrungen stellt darüber hinaus ein Hindernis
dar, um derartige Zapfstellen in automatisiert arbeitende Anlagen zu integrieren.
[0005] Es ist daher die Aufgabe der Erfindung, ein für das Befüllen von Behältern geeignetes
Überwachungssystem zu entwerfen, durch welches eine automatische Überwachung der wesentlichen
Sicherheitsaspekte des Befüllvorgangs möglich ist und durch welches bei die Betriebssicherheit
gefährdenden Störungen ein laufender Befüllvorgang sofort unterbrochen wird bzw. ein
Befüllvorgang nicht eingeleitet wird. Gelöst ist diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen
Überwachungssystem durch die Merkmale des Kennzeichnungsteils des Anspruchs 1.
[0006] Erfindungswesentlich ist, daß eine Überfüllsicherung, nämlich eine als Grenzwertmelder
fungierende Meßeinrichtung mit einer Einrichtung zur Überprüfung des Zustands der
Verbindungsleitung kombiniert ist, so daß Störungen im Bereich der Verbindungsleitung
einerseits und eine möglich Überfüllung des Behälters andererseits sofort erkennbar
sind. Die Signalisierung derartiger Störungen kann beispielsweise mit einer sofortigen
Unterbrechung des Produktflusses verknüpft werden. Es besteht darüber hinaus die Möglichkeit,
derartige Störungen in an sich bekannter Weise in einer Schaltwarte zur Anzeige zu
bringen. Der genannte Stromkreis, in den sowohl die Meßeinrichtung als auch die Verbindungsleitung
eingebunden sind, stellt somit das Element dar, durch welches die Überwachung durchgeführt
wird. Wesentlich ist in diesem Zusammenhang ferner, daß die elektrisch leitfähige
Verbindungsleitung gegenüber der Zapfstelle einerseits und dem Behälter andererseits
elektrisch isoliert angebracht ist, so daß der über die Verbindungsleitung geführte
elektrische Strom lediglich von der Beschaffenheit dieser Leitung bzw. deren Verknüpfung
mit den isolierten Enden der Zapfstelle bzw. dem ebenfalls isolierten Anschlußstellen
des Behälters abhängig ist.
[0007] Gemäß den Merkmalen des Anspruchs 2 ist die Meßeinrichtung als Kaltleitersystem ausgebildet,
welches hier aufgrund seines robusten Aufbaus als besonders vorteilhaft angesehen
wird. Es ist insbesondere erschütterungsfest, wobei zum Betrieb lediglich zwei Adern
benötigt werden. Das Kaltleitersystem reagiert bekanntlich auf die Temperatur eines
Widerstands und wird hier als Grenzwertgeber eingesetzt. Eine durch Erreichung eines
maximalen Füllstands bedingte Widerstandsänderung kann somit über den genannten Stromkreis
sofort erkannt und steuerungstechnisch zur Unterbindung eines weiteren Produktflusses
umgesetzt werden. Über die genannte Überwachungseinrichtung wird in dem Stromkreis
eine Spannungsquelle zur Verfügung gestellt und darüber hinaus der Stromkreis überwacht,
beispielsweise hinsichtlich dessen Leitfähigkeit. Sowohl während eines laufenden
Befüllvorgangs als auch vor der Einleitung eines Befüllvorgangs ist somit über den
Stromkreis der Zustand der Verbindungsleitung erkennbar.
[0008] Durch die Merkmale des Anspruchs 3 werden lokale elektrostatische Ladungen vermieden.
[0009] Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf das in der Zeichnung schematisch
wiedergegebene Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
[0010] Mit 1 ist in der Zeichnung ein transportierbarer Behälter zur Aufnahme von Flüssigkeiten
bezeichnet, der an der Stelle 2 mit einer Befüll- und an der Stelle 3 mit einer Entlüftungsöffnung
versehen ist. Bei den, in dem Behälter 1 aufgenommenen Flüssigkeiten kann es sich
beispielsweise um wassergefährdende Stoffe wie brennbare Flüssigkeitsgemische, Säuren,
Lösungsmittel und dergleichen handeln, somit um Flüssigkeiten, deren Handhabung besonderen
Sicherheitsvorschriften unterliegt.
[0011] Die an den Stellen 2,3 befindlichen Öffnungen des Behälters sind in nicht näher dargestellter
Weise verschließbar ausgebildet und außenseitig jeweils mit Anschlußflanschen 4,
5 versehen.
[0012] Mit 6, 7 sind stationär angeordnete Rohrleitungen bezeichnet, die jeweils der Zuführung
von Flüssigkeit bzw. der Entlüftung dienen und deren Endpunkte durch Anschlußflansche
8,9 gebildet werden. Im Zuge der Rohrleitung 6 ist ein beispielsweise elektromagnetisch
schaltbares Absperrorgan 10 angeordnet.
[0013] Mit 11,12 sind Verbindungsleitungen, beispielsweise flexible Verbindungsschläuche
bezeichnet, die endseitig wiederum jeweils in Anschlußflanschen 11′ bzw. 12′ enden.
Die Verbindungsleitung 11 ist über ihre Anschlußflansche 11′ an die Rohrleitung 6
einerseits und den Anschlußflansch 4 des Behälters 1 andererseits angeschlossen. Eine
vergleichbare Verknüpfung besteht zwischen den Anschlußflanschen 12′ der Verbindungsleitung
12 bezüglich der Rohrleitung 7 einerseits und dem Anschlußflansch 5 des Behälters
1 andererseits.
[0014] Die Verbindungsleitungen 11,12 sind in an sich bekannter Weise elektrisch leitfähig
ausgebildet, wobei die durch die Paarungen von Anschlußflanschen 8,11′;4,11′;5,12′
und 9,12′ gebildeten Flanschverbindungen als elektrisch isolierende Verbindungen
ausgestaltet sind. Dies kann in grundsätzlich beliebiger Weise geschehen, so daß hierauf
nicht näher eingegangen wird. Lediglich zur Vermeidung elektrostatischer Aufladungen
sind die genannten Isolierverbindungen durch Widerstände 13 überbrückt.
[0015] Mit 14 ist eine Einrichtung zur Feststellung des maximal zulässigen Flüssigkeitspegels
innerhalb des Behälters 1 bezeichnet, deren Meßfühler z. B. durch einen an sich bekannten
Kaltleiter gebildet wird. Das Funktionsprinzip derartiger Kaltleitersysteme basiert
darauf, daß mit dem Eintauchen des Kaltleiters in die Flüssigkeit, deren maximal zulässiger
Pegel mit 15 bezeichnet ist, eine Widerstands- und damit eine Stromänderung eintritt,
aus welcher die Information abgeleitet wird, daß der maximal zulässige Pegel 15 erreicht
ist. Die eigensicher ausgeführte Einrichtung 14 ist in einen Stromkreis eingebunden,
welcher ausgehend von der Einrichtung 14 durch ein Leitungselement 16, die Verbindungsleitung
11, ein Leitungselement 17, eine Überwachungseinrichtung 18, ein Leitungselement 19,
die Verbindungsleitung 12 und ein Leitungselement 20 gebildet wird. Durch die Leitungselemente
16,20 wird eine elektrische Verbindung zwischen den dem Behälter 1 zugekehrten Enden
der Verbindungsleitungen 11,12 einerseits und der Einrichtung 14 andererseits hergestellt.
Durch die Leitungselemente 17, 19 werden elektrische Verbindungen zwischen den den
Rohrleitungen 6,7 zugekehrten Enden der Verbindungsleitungen 11,12 einerseits und
der Überwachungseinrichtung andererseits hergestellt. Durch die Überwachungseinrichtung
18, welche mit einem zeichnerisch angedeuteten Netzanschluß 21 versehen ist, wird
diesem zuletzt genannten Stromkreis, der im wesentlichen als in sich geschlossener
Stromkreis angesehen werden kann, eine definierte Spannung aufgeprägt, so daß sich
ein von der Temperatur des Kaltleiters abhängiger Strom einstellt.
[0016] Die Überwachungseinrichtung 18, die im folgenden anhand ihrer Funktionen beschrieben
werden wird, deren bauteilmäßige Realisierung jedoch grundsätzlich beliebig ist,
steht über eine Leitung 22 mit einer Steuereinrichtung 23 in Verbindung, durch welch
letztere das Absperrorgan 10 betätigbar ist. Es kann die Steuereinrichtung 23 darüber
hinaus mit einer Anzeigeeinheit 24, welche den jeweiligen Schaltzustand des Absperrorgans
10 bzw. Störmeldungen, welche durch die Überwachungseinrichtung 18 übertragen werden,
anzeigt. Praktisch kann die Anzeigeeinheit 24 beispielsweise der Monitor einer EDV-Anlage
sein.
[0017] Schließlich ist mit 25 ein mit Drucktasten 26 und Kontrollleuchten 27 versehenes
Betätigungsgerät bezeichnet, über welches der Vorgang des Befüllens des Behälters
1 aktivierbar ist bzw. auch beendet werden kann. Der Vorgang des Befüllens, welcher
durch Öffnung des Absperrorgans 10 eingeleitet wird, findet jedoch nur dann statt,
wenn diverse Sicherheitsfunktionen erfüllt sind, zu denen unter anderem der Füllstand
des Behälters 1 gehört. So kann ein Befüllvorgang nicht ausgelöst werden, wenn der
maximal zulässige Pegel 15 erreicht ist.
[0018] Im folgenden soll kurz auf die Wirkungsweise des oben beschriebenen Überwachungssystems
eingegangen werden:
[0019] Sobald die beidseitigen Flanschverbindungen der Verbindungsleitungen 11,12 mit den
ortsfesten Rohrleitungen 6,7 einerseits und den Befüllöffnungen bzw. Entlüftungsöffnungen
des Behälters 1 andererseits hergestellt sind, wird über das Betätigungsgerät 25 der
Befüllvorgang ausgelöst. Ein hierdurch bewirktes Schaltsignal gelangt zunächst in
die Überwachungseinrichtung 18, durch welche an den oben genannten Stromkreis eine
definierte Spannung gelegt wird und der Widerstand des Kaltleiters überprüft wird.
In diese Prüfung, die im wesentlichen auf einer Widerstands- bzw. Leitfähigkeitsmessung
beruht, ist der Zustand der Verbindungsschläuche 11,12 sowie der in der Zeichnung
mit 28 bezeichneten Schlauchkupplungen mit einbezogen. Dieser Prüfvorgang findet während
eines definierten Zeitintervalls statt, wobei über die Leitung 22 erst dann ein Freigabesignal
an die Steuereinrichtung 23 erfolgt, wenn keine Störung festgestellt worden ist. Über
die Steuereinrichtung 23 wird dann das Absperrorgan 10 geöffnet.
[0020] Das Überwachungssystem bleibt während des gesamten Füllvorgangs aktiviert, d.h.
sobald der Flüssigkeitsstand im Behälter 1 den maximal zulässigen Pegel 15 erreicht
hat, welches anhand der Widerstandsänderung des Kaltleiters der Einrichtung 14 feststellbar
ist, wird mittels der Überwachungseinrichtung 18 nunmehr die Steuereinrichtung 23
dahingehend betätigt, daß das Absperrorgan 10 geschlossen wird. Außerdem wird ein
laufender Befüllvorgang automatisch unterbrochen, sobald sich irgendeine Störung
einstellt, die eine Änderung der elektrischen Leitfähigkeit des oben bezeichneten
Stromkreises zur Folge hat.
[0021] Mit 29 ist ein, in das Leitungselement 17 integrierter Not-Ausschalter bezeichnet.
[0022] Man erkennt, daß das oben bezeichnete Überwachungssystem ein automatisches Befüllen
von Behältern 1 und damit sicheres Handhaben der eingangs bezeichneten Flüssigkeiten
gewährleistet, wobei sowohl eine Überwachung der Verbindungsleitungen gegeben ist
als auch ein Überschreiten eines maximal zulässigen Füllstands im Behälter vermieden
wird.
[0023] Die, die Anschlußflansche 11′,12′ tragenden Rohrleitungselemente können wahlweise
als Teil der Rohrleitungen 6,7 bzw. des Behälters 1 oder auch als Teil der Verbindungsleitungen
11,12 betrachtet werden.
1. Überwachungssystem für das Befüllen von Behältern (1) aus einer mit einem Absperrorgan
(10) gesicherten Zapfstelle unter Mitwirkung wenigstens einer Verbindungsleitung
(11,12) mit einer, den maximal zulässigen Pegel (15) des Produktes erfassenden, vorzugsweise
elektrischen Meßeinrichtung, gekennzeichnet durch eine elektrische leitfähige Verbindungsleitung
(11), deren Verknüpfung mit dem Behälter (1) einerseits und mit der Zapfstelle andererseits
elektrisch im wesentlichen isoliert ausgebildet ist und durch einen, der Überwachung
des Befüllvorgangs dienenden elektrischen Stromkreis, in welchen sowohl die Meßeinrichtung
als auch die Verbindungsleitung (11) eingebunden sind.
2. Überwachungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Meßeinrichtung
ein an sich bekanntes Kaltleitersystem ist, daß in dem Stromkreis eine mit einer Steuerungseinrichtung
(23) in Wirkverbindung stehende Überwachungseinrichtung (18) angeordnet ist und daß
die Überwachungseinrichtung zumindest eine Spannungsquelle und Funktionselemente zur
Messung elektrischer, zur Beschreibung des Füllstands des Behälters (1) sowie des
Zustands der mechanischen Verbindung zwischen der Zapfstelle und dem Behälter geeigneter
Parameter des Stromkreises umfaßt.
3. Überwachungssystem nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die elektrischen
Isolierungen der Verknüpfungen der Verbindungsleitung (11,12) mit der Zapfstelle
einerseits und dem Behälter (1) andererseits überbrückende Widerstände (13) zur Ableitung
elektrostatischer Ladungen.
4. Überwachungssystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zapfstelle aus wenigstens zwei Anschlüssen, nämlich einer Rohrleitung (6)
zum Befüllen des Behälters und einer Rohrleitung (7) zur Führung von Abluft aus dem
Behälter (1) besteht, daß an dem Behälter (1) Anschlüsse zur Befüllung sowie zur Entlüftung
angeordnet sind, daß die Anschlüsse während des Befüllens über Verbindungsleitungen
(11,12) gekuppelt sind und daß beide Verbindungsleitungen (11,12) im wesentlichen
elektrisch isoliert gekuppelt und in den genannten Stromkreis eingebunden sind.
5. Überwachungssystem nach einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Überwachungseinrichtung (18) eine Betätigungseinrichtung (25) zugeordnet
ist und daß das den Produktfluß steuernde Absperrorgan (10) in Abhängigkeit von dem
Betriebszustand des genannten Stromkreises schaltbar ist.