[0001] Die Erfindung betrifft eine Abgasanlage für Kraftfahrzeuge gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] In bestimmten Fällen ist es erforderlich und üblich, Teile der Abgasanlage, beispielsweise
Töpfe, Katalysatorgehäuse, Rohre und dergleichen, thermisch zu isolieren. Hierzu wird
zunächst eine Isolierschicht aus Mineralwolle oder keramischem Vlies etc., aufgelegt,
die außen von einem Blechmantel umhüllt, gehalten und geschützt wird. Die Enden des
Blechmantels werden entweder beidseitig oder - wenn erhebliche thermische Ausdehnungsdifferenzen
zwischen Abgasanlage und Blechmantel zu erwarten sind - einseitig mit der Abgasanlage
durch mehrere Heftschweißpunkte verbunden (DE-A-25 52 647).
[0003] Die Erfahrung zeigt, daß diese Schweißstellen sehr schnell zerstört werden, so daß
der Blechmantel sich frei gegenüber der Isolierschicht und der Abgasanlage bewegen
kann.
[0004] Die geringe Haltbarkeit der üblichen Schweißverbindungen hat mehrere Gründe. Hier
ist einmal zu nennen die unterschiedliche Materialdicke der Abgasanlage, meist ca.
2 mm, und des Blechmantels, meist nur 0,5 mm, ferner die Tatsache, daß die Bleche
meist aus unterschiedlichen Materialien bestehen, z. B. Edelstahl für die Abgasanlage
und Normalstahl für den Blechmantel, und oft noch mit einer Aluminiumschicht als Korrosionsschutz
belegt sind.
[0005] Bedingt durch Motorschwingungen, Abgaspulsationen, Fahrbahnunebenheiten und dergleichen
führt der lose Blechmantel Relativbewegungen aus gegenüber der Isolierschicht und
der Abgasanlage. Zunächst wird die Isolierschicht dadurch beschädigt und verliert
ihre Wirkung. Weiterhin kommt es zu nicht unerheblichen Klappergeräuschen. Außerdem
können Feuchtigkeit und Schmutz in den Raum zwischen Abgasanlage und Isolationsblechmantel
gelangen und unerwünschte Korrosionen auslösen.
[0006] Derartige Relativbewegungen führt der Blechmantel auf der losen Seite immer aus.
Die oben erwähnte DE-A-25 52 647 schlägt deshalb vor, das abgasführende Rohr durch
mehrere aufgesteckte und geschweißte Rohrstücke, das freie Ende des Blechmantels durch
einen innen eingeschweißten Metallring zu verstärken. Der Metallring soll entsprechend
der thermischen Ausdehnungsdifferenz über den Rohrstücken gleiten. Erhält der Verstärkungsring
wenig Spiel gegenüber den Rohrstücken, werden Korrosion, Schmutz und Wärmedehnung
seine Bewegungsfähigkeit schnell blockieren. Erhält der Verstärkungsring ausreichend
Spiel, können Wasser und Schmutz nicht am Eindringen gehindert werden.
[0007] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Verbindungen zwischen
der Abgasanlage und dem Blechmantel in jeder Beziehung zu verbessern.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs
1.
[0009] Damit ergeben sich die Vorteile, daß mögliche Relativbewegungen zwischen Blechmantel
und Abgasanlage auf ein Minimum reduziert sind, wodurch die Lebensdauer des Isoliermaterials
positiv beeinflußt wird, daß Klappergeräusche ganz entfallen, daß Schweißverbindungen
ganz entfallen, daß auch Isoliermaterial, welches mechanisch weniger stabil ist, verwendet
werden kann und vor allem, daß die Verbindung zwischen Blechschale und Abgasanlage
auch auf der Seite des Loslagers aufgrund der labyrinthartigen Konstruktion praktisch
dicht ist, so daß weder Wasser noch Schmutz eindringen oder die Isoliermaterialien
herausfallen können.
[0010] Ausgestaltungen der Erfindung im Bereich des Festlagers mit Materialverstärkung sind
Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 4.
[0011] Ausgestaltungen der Erfindung im Bereich des Loslagers sind Gegenstand der Unteransprüche
5 bis 7, wobei die Unteransprüche 6 und 7 Lösungen aufzeigen, die die Längsbewegungen
des freien Endes des Blechmantels, hervorgerufen durch thermische Ausdehnungsdifferenzen,
durch Motorschwingungen, durch Abgaspulsationen usw., begrenzen.
[0012] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung in Form von Ausführungsbeispielen näher erläutert
werden. Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungsform eines isolierten Schalldämpfergehäuses
als Teil einer Abgasanlage für Kraftfahrzeuge,
Fig. 2 einen Querschnitt durch die Ausführungsform der Fig. 1 entlang der Linie II-II,
Fig. 3 einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform eines isolierten Schalldämpfergehäuses
als Teil einer Abgasanlage für Kraftfahrzeuge,
Fig. 4 einen Längsschnitt durch eine dritte Ausführungsform eines isolierten Schalldämpfergehäuses
als Teil einer Abgasanlage für Kraftfahrzeuge und
Fig. 5 einen Querschnitt durch die Ausführungsform der Fig. 4 entlang der Linie V-V.
[0013] In Fig. 1 erkennt man einen Längsschnitt durch ein Gehäuse 1, beispielsweise eines
Schalldämpfers oder Katalysators, welches mit abgasführenden Rohren 2 eingangsseitig
und ausgangsseitig verbunden ist. Das Gehäsue 1 ist mit einer Isolierschale umgeben,
die aus einer Isolierschicht 3 und einem dünnen Blechmantel 4 besteht.
[0014] Die mechanische Verbindung zwischen Blechmantel 4 und den abgasführenden Rohren 2
der Abgasanlage erfolgt auf der linken Seite durch ein Festlager 6, auf der rechten
Seite durch ein Loslager 7. Das Loslager 7 erlaubt den spannungsfreien Ausgleich von
thermisch bedingten Ausdehnungsunterschieden zwischen Gehäuse 1 und Blechmantel 4.
[0015] Im Bereich des Festlagers 6 wird die Verbindung zwischen Blechmantel 4 und abgasführendem
Rohr 2 durch einen Spannring 8.5 hergestellt, der das Ende des Blechmantels 4 in eine
umlaufende Sicke 2.1 preßt. Die Enden 8.6 des Spannrings 8.5 können zur Erhöhung der
Dauerfestigkeit miteinander verschweißt werden. Eine derartige Verbindung ist nahezu
so dicht und stabil wie eine Schweißverbindung, läßt sich jedoch schneller herstellen.
Die bekannten Probleme bei Schweißverbindungen - Gefügeveränderungen, geringe mechanische
Festigkeit, erhöhte Korrosionsanfälligkeit - treten nicht auf.
[0016] Fig. 2 zeigt diese Verbindung im Querschnitt. Auf der Seite des Loslagers 7 wurde
eine labyrinthartige Spaltdichtung realisiert mit Hilfe eines Muffenrings 9.1, der
auf der einen Seite mit dem abgasführenden Rohr 2 verschweißt ist. Auch eine Klemmbefestigung
ist möglich. Auf der anderen Seite übergreift der Muffenring 9.1 das Ende 4.1 des
Blechmantels 4. Diese Verbindung ist weitestgehend geschützt gegen das Eindringen
von Feuchtigkeit und Schmutz und gegen das Austreten von Isoliermaterial 3. Ferner
können keine Klappergeräusche auftreten. Dynamische Relativbewegungen zwischen Gehäuse
1 und Blechmantel 4 sind auf ein Minimum reduziert, so daß auch bei Verwendung von
Isoliermaterial 3 geringer mechanischer Festigkeit mit einer langen Lebensdauer desselben
gerechnet werden kann.
[0017] Fig. 3 zeigt auf der Seite des Festlagers 6 eine Variante der mechanischen Verbindung
ohne Schweißen. In das abgasführende Rohr 2 ist eine umlaufende Sicke 2.1 eingebracht.
Über das Ende des Blechmantels 4 ist eine Muffe 8.2 gelegt und in die umlaufende Sicke
2.1 eingepreßt.
[0018] Im Bereich des Loslagers 7 trägt die Schiebemuffe 9.1 eine umlaufende Nut 9.2, in
die das nach außen abgekröpfte Ende 4.2 des Blechmantels 4 eingreift. Dadurch wird
die freie Beweglichkeit des Endes 4.2 des Blechmantels 4 in beiden Richtungen begrenzt;
der Blechmantel 4 bleibt auch bei extremen Beanspruchungen sicher im Muffenring 9.1
gehalten.
[0019] Fig. 4 im Längsschnitt und Fig. 5 im Querschnitt zeigen eine dritte Ausführungsform
für ein Festlager 6. Das Ende des Blechmantels 4 wird hier mit Hilfe eines breiten
Spannrings 8.7 auf dem abgasführenden Rohr 2 befestigt, wobei die mechanische Spannung
durch Bildung von angesickten Ohren 8.8 in den Spannring 8.7 eingebracht wird.
[0020] Im Bereich des Loslagers 7 erkennt man eine Ausführungsform, bei der das Ende 4.3
des Blechmantels 4 gewellt ist, so daß eine Art entsteht, die den notwendigen Spalt
zwischen dem abgasführenden Rohr 2 und dem losen Ende des Muffenrings 9.1 elastisch
überbrückt.
[0021] Es versteht sich, daß nicht alle denkbaren mechanischen Lösungen des erfindungsgemäßen
Prinzips in der Zeichnung dargestellt werden konnten. Gemeinsam ist allen Lösungen
die Dichtigkeit gegen das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit und das Austreten
von Isoliermaterial und der problemlose Ausgleich von thermischen Ausdehnungsdifferenzen
im Bereich des Loslagers und die mechanische Festigkeit und Dichtigkeit im Bereich
des Festlagers, wobei die mit Schweißverbindungen verknüpften Probleme vermieden werden.
1. Abgasanlage (1, 2) für Kraftfahrzeuge, bestehend aus abgasführenden Gehäusen (1)
und/oder Rohren (2), die von einem aus relativ dünnem Blech bestehenden Blechmantel
(4) umgeben sind, wobei zwischen Abgasanlage (1, 2) und Blechmantel (4) auf der einen
Seite ein Festlager (6), auf der anderen Seite ein Loslager (7) ausgebildet ist, dadurch
gekennzeichnet, daß das Festlager (6) als Klemmverbindung mit einem über den Blechmantel
(4) gelegten Klemmring (8), das Loslager (7) als Spaltdichtung mit einem das freie
Ende (4.1, 4.2, 4.3) des Blechmantels (4) übergreifenden und führenden Muffenring
(9) ausgeführt ist, der auf der anderen Seite mit der Abgasanlage (1, 2) verbunden
ist.
2. Abgasanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Festlager (6) als
eingesickte Muffe (8.2) realisiert ist.
3. Abgasanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Festlager (6) als
Spannring (8.7) mit angesickten Ohren (8.8) realisiert ist.
4. Abgasanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Festlager (6) als
aufgespannter Ring (8.5) realisiert ist.
5. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das freie
Ende (4.3) des Blechmantels (4) gewellt ist.
6. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Muffenring
(9.1) eine umlaufende Nut 9.2) vorgesehen ist, die die freie Bewegung des ausgestellten
Endes (4.2) des Blechmantels (4) begrenzt.
7. Abgasanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß am Gehäuse
(1) bzw. Rohr (2) eine umlaufende Nut vorgesehen ist, die die freie Bewegung des ausgestellten
Endes des Blechmantels (4) begrenzt.